From Klemens Schütte's Desk:


Unter dieser Rubrik findet ihr alle Vorträge, die Klemens in den vergangenen Jahren in unseren Father's House Veranstaltungen vorgetragen hat.



Inhalt/Übersicht der bisher veröffentlichten Vorträge

17.) Endzeit: Hat die Gemeinde Irael ersetzt? Teil 2 (FH 30.07.2022)

16.) Endzeit: Hat die Gemeinde Israel ersetzt? Teil 1 (FH 25.06.2022)

15.) Die Tage Noahs, Teil 2 (FH 28.04.2022)

14.) Die Tage Noahs, Teil 1 (FH 30.04.2022)

13.) Kain und Abel 1  -  Der einzige Weg der Erlösung

12.)  Hunger nach Gott:

11.) Die DNA Gottes (28.12.2019) 

10.)  Wie wir die Sünde in unserem Leben besiegen! (30.11.2019) 

 09.) Biblische und Geistliche Grundlagen für Fortgeschrittene 

Teil 3: Jesus, Gethsemane, Golgatha, Galiläa - Die wichtigsten Tage der Weltgeschichte (27.04.2019)  

 08.) Der reife Christ: Biblische und Geistliche Grundlagen für

Fortgeschrittene - Teil 2-Jesus – Öffentliches Wirken. Von der Taufe bis zum Garten Gethsemane....  (16.02.2019)  

 07.) Der reife Christ: Biblische und Geistliche Grundlagen  für Fortgeschrittene -Teil 1: Jesus - Grundlagen, Hintergründe, Erkenntnisse und Ziele .......(29.12.2018)  

 06.)  Psalm 90.10 Unser Leben dauert 70zig Jahre....wirklich? (23.06.2018)
 5.)  Coming Home
 4.)  Neben der Spur: Wie bleiben Christen auf dem richtigen
       Weg.  (24.02.2018)
 3.)  Neben der Spur: Wie bleiben Christen auf dem richtigen Weg,
        Teil 2 -  (30.12.2017)
 2.)  Neben der Spur: Die Machenschafften des Teufels 
        entlaarfen. (27.10.2017)
 1.)  Der Sternenhimmel am 23. September 2017 und 
       Offenbarung 12.  (30.09.2017)


 17,) Endzeit: Hat die Gemeinde Israel ersetzt? Teil 2 

 
Im ersten Teil haben wir zu diesem Thema ein paar grundsätzliche Punkte angesprochen:

a)     Die katholische, die orthodoxe und weite Teile der protestantischen Kirche reklamieren für sich die sogenannte Ersatztheologie. Und das trotz der Reformation in der protestantischen Kirche. Das bedeutet, sämtliche Verheißungen die Gott Israel gegeben hatte, sind auf die Gemeinde übergegangen, weil die Juden den Messias bei seinem ersten Kommen abgelehnt hatten.

b)     Auch viele Freikirchen schlossen sich aus unterschiedlichen Gründen der Lehre der Ersatztheologie an, wir sprachen über Bewegungen wie Kindom Now und NAR, die heute weite Teile der Charismatischen Bewegung mit dem Gedankengut dominieren, wir, die Gemeinde schaffen jetzt das Königreich auf Erden, in das dann der wiederkommende Herr einziehen kann.

c)     Beiden gemeinsam ist, dass Israel heilsgeschichtlich komplett an Bedeutung verloren hat, lediglich ein Ort historischer Stätten ist.

d)     Weiterhin ist dieser Sicht der Dinge gemeinsam, dass sie nicht mit der zweiten Wiederkunft Jesu rechnen, das Thema Endzeit und seine Prophetien kommt nicht vor, erst recht nicht das Thema Entrückung. Das heißt auch dass sie biblische Prophetie, die immerhin fast 1/3 der Bibel ausmacht, nicht oder nur peripher beachten. Damit sehen sie auch die Erfüllung der größten Prophetien seit Jesu Auferstehung, nämlich die Rückkehr Israels in sein eigenes Land 1948, als nebensächlich an.

e)     Weiterhin haben wir gesehen, dass Gott sich ein für alle Mal an Israel gebunden hat, nicht nur durch sie Bundesschlüsse, auch durch Aussagen wie – erst wenn der Mensch das ganze Weltall ergründen kann oder zum innersten Kern der Erde vordringen kann – dann wird er sich von Israel abwenden, aber dies wird nie eintreffen.

f)      Wir haben uns auch Jesus angeschaut und den neuen Bund, den er eingeführt hat. Er hat den seinen Jüngern den Hochzeitsbecher im Abendmahl gereicht, der zukünftigen Braut, seinen jüdischen Mitbrüdern.

g)     [3] Und wir haben gesehen, dass wir als Heidenchristen zwar nicht an erster Stelle, so doch aber Teil des Bundes sind, weil dem größten Teil Israels Verstockung widerfahren ist, sind wir aufgepfropft in diesen Ölbaum, der für das Zeugnis Gottes steht. Zurzeit ist die Gemeinde das Zeugnis Gottes, sie bekennt und legt Zeugnis von ihm ab durch das Evangelium.

h)     Die Gemeinde ist ein Geheimnis, im Alten Testament noch unbekannt. Und jetzt seit Jesu Kreuzigung ist sie das Zeugnis der Gegenwart Gottes auf Erden bis in der vor uns liegenden Trübsal Israel mit den 144.000 Juden aus 12 Stämmen wieder das Zeugnis Gottes einnimmt, die Gemeinde ist da schon entrückt.
 
All das haben wir das letzte Mal besprochen und bitte lese es auf der FH Homepage nach, da stehen all die Dinge im Detail.
 
Mir geht es wirklich darum, dass wir verstehen, Gott ist mit Israel noch nicht am Ende, im Gegenteil, Israel wird eines baldigen Tages wieder als voller Ölbaum das Zeugnis Gottes sein und übernehmen. Wir müssen das wirklich verstehen, Gott hat zwei Pläne für uns Menschen, die jetzt in dieser Endzeit leben: einen für die Gemeinde, einen für sein Volk Israel. Ein Bibellehrer hat mal gesagt, es sind zwei Züge, die das gleiche Ziel haben aber mit unterschiedlicher Geschwindigkeit und unterschiedlichen Routen unterwegs sind. 
 
Jetzt geht’s weiter, wir wollen heute zu diesem Gesamtkomplex noch ein paar weitere Grundprinzipien verstehen:
 
Zuerst mal das Geheimnis Gemeinde: Israel hatte sich verstockt  und seinen Messias, Jesus Christus von Nazareth, nicht angenommen. Dennoch hat es seit den 2000 Jahren seither bis heute immer einen Überrest gegeben, der den Messias anerkannt hat. Und so sind seit dieser Zeit alle messianisch gläubigen Juden, das sind ja die ursprünglichen Adressaten von Jesus Rettungskelch mit den aufgepfropften Heidenchristen zur sogenannten Gemeinde zusammengefasst. Zusammengefügt zu einem Leib.

 Wir lesen in 1.Kor 12,12-13: „Denn, gleichwie der Leib einer ist und doch viele Glieder hat, alle Glieder des einen Leibes aber, obwohl es viele sind, als Leib eins sind, so auch der Christus. 13 Denn wir sind ja alle durch einen Geist in einen Leib hinein getauft worden, ob wir Juden sind oder Griechen, Knechte oder Freie, und wir sind alle getränkt worden zu einem Geist.“ 


Also Juden meint hier Juden und Griechen meint hier Griechen. Dieses Zusammenfügen zu einem Leib, zu diesem neuen Konstrukt, das es im AT noch nicht gab, genannt Gemeinde – dieses Zusammenfügen nennt die Bibel auch Taufe des Heiligen Geistes. Man wird sozusagen hineingetauft in diese Gemeinschaft und Gott macht da keine Unterschiede. 

In Gal 3,27 steht folgendes: „ Ihr gehört zu Christus, denn ihr seid auf seinen Namen getauft. Jetzt ist es nicht mehr wichtig, ob ihr Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie, Männer oder Frauen seid: In Jesus Christus seid ihr alle eins.“


Egal ob Freier oder Sklave, Jude oder Grieche, Frau oder Mann, im Heiligen Geist gehören sie alle zusammen, sie bilden eine Einheit. Und vor Gott hat keiner einen Vorzug, keiner eine Sonderstellung, weder Mann noch Frau, weder Arbeitgeber noch Arbeitnehmer, weder Jude noch Nicht-Jude. Das heißt nicht, dass es nicht trotzdem Unterschiede gibt. Ein Jude bleibt immer ein der biologischen Abstammungslinie Abrahams folgender Mensch, eine Heidenchrist immer ein Nicht-Jude. Eine Frau ist immer eine Frau, ein Mann immer ein Mann (obwohl das heute ja sehr angefochten wird).
 
Wir sehen also wie jetzt, im Gemeindezeitalter, kein Unterschied zwischen dem Überrest Israels und den Heidenchristen gemacht wird. 
Das ändert sich dann jedoch später wieder nach der Entrückung der Gemeinde, wenn diese weg ist. In Offenbarung 7, also bereits in der Trübsalszeit, werden 144000 Juden, 12000 aus jedem Stamm, versiegelt, um dann überall auf der ganzen Welt den Nationen das Evangelium zu predigen. Und dann wird eine Vielzahl an Menschen noch zum Glauben kommen. Die Juden übernehmen wieder das Zeugnis Gottes und hier wird der Unterschied gemacht. Dies sind die Juden und die gehen zu den Nationen und Stämmen. Gerettet werden am Ende beide, aber es wird ein Unterschied gemacht. Aber dieser Unterschied gilt heute nicht. 

 Aber vorher, im jetzigen Gemeindezeitalter eben nicht.  
 
Die Gemeinde wird ja zum ersten Mal in der Bibel von Jesus selbst ins Spiel gebracht. 

 In Mt. 16,18: „Ich sage dir: Du bist Petrus (Petros, der Stein). Auf diesen Felsen (Petra, Gebirge) werde ich meine Gemeinde (Ekklesia) bauen, und selbst die Macht des Todes wird sie nicht besiegen können.“ 

Also er verheißt hier dem Petrus, Du bist ein wichtiger Stein, ein wichtiges Glied für dieses gesamte Bergmassiv und das ist Jesus selbst, dieser Berg, dieses Gebirge namens Gemeinde. Und das ist in der Zukunft: Werde ich bauen, nicht habe ich gebaut oder baue ich. Das beginnt erst noch in APG 2 mit dem Pfingstereignis und Petrus wird dabei zu einer elementar wichtigen Figur. Der Heilige Geist kommt auf die Gläubigen herab – alles Juden damals – und wohnte in ihnen. Das war neu im Gegensatz zum AT, dort kam der HG ab und an auf einzelne Leute aber er wohnte nicht dauerhaft in ihnen. Das ist die Taufe im Heiligen Geist und das ist das besondere an der Gemeinde. 
Und hier gebraucht Jesus zum ersten Mal das Wort Ekklesia für Gemeinde oder Versammlung oder Kirche. Ekklesia, Ek – aus-heraus und Clesia– rufen; insgesamt also: herausgerufen, ausgewählt, aufgerufen, berufen.

Es handelt sich also um die Herausgerufenen, das ist die Gemeinde. Und genau das ist was Jesus meint, wenn er sagt – Ihr seid nicht von der Welt – wir sind herausgerufen. Das ist gleichzeitig schon eine Vorschattierung auf die Entrückung, das Ereignis was das Ende des Gemeindezeitalters darstellt, dann wenn Jesus die Gemeinde final herausruft. 

Deshalb ist es auch so, dass die Gemeinde nicht in die Drangsal hineinkommen kann, denn wenn ein Jude sich heute bekehrt, wird er geistlich gesehen aus seinem Volk herausgerufen. Genau wie Jesus das zu Paulus gesagt hat: Ich nehme dich aus dem Volk, aus den Nationen heraus zu welchen ich dich senden werde, das Evangelium zu predigen. Daher spielt es heute keine Rolle ob heute sich ein Jude bekehrt oder ein Heide, alle sind Teil der Herausgerufenen, der Gemeinde. 
 
Und diese Gemeinde, das ist etwas ganz Neues, das hat Pfingsten begonnen, das wusste keiner vorher. Das ist etwas im prophetischen Kalender Gottes, dass er in aller Weisheit im AT in Verborgenheit gehalten hat. 
Die Gemeinde bedeutet einen Einschub im göttlichen Heilsplan für sein Volk, die Juden.
Und nur wenn wir Gottes Heilsplan mit den Juden umfassend verstanden haben, verstehen wir auch, welche Rolle die Gemeinde spielt. 
 
Um diesen es zu verstehen, möchte ich ihn noch mal kurz zusammenfassen:

Im Buch Daniel, Kap 9 gibt es eine detailgenaue Prophezeiung über die Zeiten und das Volk Israel. Lesen wir Dan 9,24: „Über dein Volk und über deine heilige Stadt sind 70 Wochen bestimmt, um der Übertretung ein Ende zu machen und die Sünden abzutun, um die Missetat zu sühnen und eine ewige Gerechtigkeit herbeizuführen, um Gesicht und Weissagung zu versiegeln und ein Allerheiligstes zu salben.“


Da ist insgesamt von 70 Jahrwochen die Rede. Eine Jahrwoche sind 7 Jahre. Also wären das 490 Jahre. Und es steht auch, ewige Gerechtigkeit wird dann Herrschen. Haben wir das heute schon? Nein. Also ist diese Zeit noch nicht vorbei. Lesen wir weiter: 

So wisse und verstehe: Vom Erlass des Befehls zur Wiederherstellung und zum Aufbau Jerusalems bis zu dem Gesalbten, dem Fürsten, vergehen 7 Wochen und 62 Wochen; Straßen und Gräben werden wieder gebaut, und zwar in bedrängter Zeit.“ 

 Aha, jetzt wird es konkret: 7 und 62 Jahrwochen sind 69 Jahrwochen. Und zwar 69 Jahrwochen ab dem Erlass des Perserkönigs Xerxes, Jerusalem wiederaufzubauen. Das genau passierte im Monat Nissan, nach unserer Zeitrechnung im März/April 445 v. Chr. Jetzt rechnen wir mal 69 Jahrwochen, also 483 Jahre weiter, dann ist das exakt das Jahr 32 n.Chr. und zwar genau der Tag, auch Palmsonntag genannt, an dem Jesus als König der Juden auf einem Esel nach Jerusalem einzog. 

Und dann heißt es weiter im Text: „Und nach den 62 Wochen wird der Gesalbte ausgerottet werden, und ihm wird nichts zuteilwerden; die Stadt aber samt dem Heiligtum wird das Volk des zukünftigen Fürsten zerstören, und sie geht unter in der überströmenden Flut; und bis ans Ende wird es Krieg geben, fest beschlossene Verwüstungen.“ Der Messias Yeshua Hamashiach, Jesus Christus von Nazareth, kam also exakt nach diesen 483 Jahren, auf den Tag genau zum Pessach Fest damals um 32 n.Chr. in Jerusalem. Dann heißt es der Gesalbte, der Messias wird ausgerottet, das haben wir gesehen, der Kreuzestod Jesu ist hier gemeint und es heißt die Stadt wird dem Erdboden gleichgemacht. Das haben die Römer dann 70 n.Chr. mit Jerusalem gemacht, auch vorhergesagt als Konsequenz der Ermordung des Messias. Also alles biblisch prophetisch vorausgesagt. Und dann wird gesagt, bis zum Ende wird es Krieg und fest beschlossene Verwüstung geben. Das erleben wir seither, fast 2000 Jahre lang wurde Jerusalem ständig von den Nationen zertreten und erlebte eine Verwüstung nach der anderen. Selbst heute , trotz der prophetischen Wiederherstellung Israels durch Gott im Jahre 1948 gibt es keine Ruhe und sie wollen die Stadt und das Land teilen und lauter so Geschichten. 
 

Und jetzt gibt es einen weiteren Vers, der bekannteste in diesem Zusammenhang 
Dan 9,27: „Und er wird mit den Vielen einen festen Bund schließen eine Woche lang; und in der Mitte der Woche wird er Schlacht- und Speisopfer aufhören lassen, und neben dem Flügel werden Gräuel der Verwüstung aufgestellt, und zwar bis die fest beschlossene Vernichtung sich über den Verwüster ergießt.“ 

Da haben wir jetzt die letzte der 70 Jahrwochen, die Woche in der Israel mit diesem Fürsten einen Vertrag für 7 Jahre schließen wird, das ist exakt die bevorstehende Trübsalszeit. Man kann dies aus einer Reihe von Parallelstellen noch klarer identifizieren, z.B. das was Jesus in seinen Endzeitreden gesagt hat, was im Jesaja und der Offenbarung darübersteht, aber das ist heute nicht unser Thema.
Was wir folgern können, ist, alles ist exakt von Gott vorhergesagt und auch die noch fehlende Jahrwoche wird in letzter Konsequenz so passieren wie es in der Schrift steht. Gott hat sein Volk Israel nie verlassen und er wird seinen vor 2600 Jahren dem Propheten mitgeteilten Plan durchziehen. Übrigens diese Prophezeiung hat Gott dem Daniel über den Engel Gabriel mitteilen lassen. Gott hat den Engel Gabriel nur noch zweimal zur Verkündigung geschickt: Wer weiß das? Ankündigung der Geburt Johannes des Täufers (Zacharias) und Ankündigung der Geburt Jesu (Maria). Das muss also Gott sehr, sehr wichtig sein, wenn er einen seiner ranghöchsten Engel schickt, dann sollten wir genau zuhören was er sagt.
 
 
Warum aber jetzt dieser lange 2000 Jahre dauernde Einschub, warum dieses Gemeindezeitalter? Man fragt sich, was hat das zu bedeuten?
Man hat ja im AT nichts davon gewusst, von der Ekklesia. Es war ein Geheimnis, dass Christus als erster angedeutet hat und später hat Gott vor allem Paulus beauftragt, dieses Geheimnis den Menschen zu erklären. (Römerbrief!)
Epheser 3 spricht davon, dass es ein Geheimnis ist, das von Ewigkeit her in Gott verborgen war und erst jetzt im NT offenbart wurde. Der prophetische Prozess der 70 Jahrwochen mit Israel den Gott abgespult hat wie ein Uhrwerk, der wurde bei der 69. Jahrwoche mit dem Tod Jesu angehalten. Und ein paar Wochen später, an Pfingsten, da kam der HG um in der Gemeinde zu wohnen und die Gläubigen zu einer Einheit zu taufen.
Aber das soll nicht ewig sein denn die Gemeinde wird gemäß 1. Thess 4 und 1.Kor 15 und Joh. 14 entrückt werden und der HG in der Gemeinde wird genauso wie er an Pfingsten gekommen ist, wieder aus der Mitte der Gemeinde weg gehen. Denn die Gläubigen, in denen er ja wohnt (also wir die wir zu diesem Zeitpunkt auf der Erde leben) werden dann auf dem gleichen Weg in den Himmel gehen, wie Jesus, die Erstlingsfrucht, es uns vorgemacht hat bei seiner Himmelfahrt.
Das bedeutet, der HG ist dann nicht weg, aber er wohnt in keinem Menschen mehr, das ist der gleiche Zustand wie im AT. Auch hier kam der HG ab und an auf diesen oder jenen Menschen herab aber dauerhaft Wohnung nahm er nur seit Jesus die Gemeinde gegründet hat und den HG gesendet hat. Das ist wichtig zu unterscheiden: Nach der Entrückung kehrt die Welt geistlich wieder in den Alttestamentarischen Zustand zurück. Und die Menschen, die sich dann bekehren und das werden sehr viele sein die sich vor allem durch die Evangelisation der 144000 Juden und den Evangelisationsengel in Offenbarung 14 weltweit bekehren, die werden das Wort, die Schrift, so bitter nötig haben wie nie, denn der HG wird zu ihnen nicht mehr so reden wie er seit Pfingsten vor 2000 Jahren zur Gemeinde geredet hat, indem er in den Gemeindeglieder permanent Wohnung genommen hat. 
 
Die Gemeinde war ein Geheimnis. Das Wohnen des Geistes in den Gläubigen war ein Geheimnis. Alles rund um die Gemeinde war ein Geheimnis. Alles war eine dicke Überraschung für die Menschen damals, vor allem für die Juden. Man hat ja gesehen, wie schwer sie sich taten, selbst die Apostel, die Jesus jeden Tag erlebt hatten, anzuerkennen, dass Gott offenbar auch die Griechen und Heiden in diese Gemeinde beruft. Und es gab da ja in den ersten 20-30 Jahren viele Streitigkeiten, gerade mit den Juden, die verlangten, dass die Heiden sich beschneiden lassen sollten und ihre jüdischen Gesetze halten sollten. Und ein großer Teil des Buches der APG beschreibt diese Konflikte und sowohl Petrus als auch besonders Paulus räumt in seinen Schriften mit diesen Konflikten auf. Galater, Epheser, Römerbrief, alles Zeugnisse der Einheit der Gemeinde.
 
Die Gemeinde als Geheimnis umfasst mehrere, im Ganzen 8 ausgeprägte einzelne Geschehnisse [7]

Die werden von Paulus auch alle explizit so benannt als Geheimnis:
-                       Das Geheimnis der Vollzahl aus den Nationen (Röm 11, 25-27)
-                       Das Geheimnis der Verwandlung bei der Entrückung (1.Kor. 15,51)
-                       Das Geheimnis seines Willens für die Gemeinde im 1000j. Reich (Eph 1,9)
-                       Das Geheimnis Mann zu Frau wie Christus zur Gemeinde (Eph 5,32)
-                       Das Geheimnis der Heiden als Miterben der Verheißung (Eph 3,4-6)
-                       Das Geheimnis Christus lebt in uns (Kol 1,27)
-                       Das Geheimnis des Glaubens (1.Tim. 3,16)
-                       Das Geheimnis der Gesetzlosigkeit und des Zurückhalters (2.Thess. 2,7)

 

Dies sind alles Geheimnisse in Zusammenhang mit der Gemeinde. Und bei diesen Stellen muss man immer darauf achten was ist in dem Gesagten unbekannt gewesen im AT, das macht das Geheimnis ja aus. Aber es ist auch klar, dies ist alles ein Einschub, der Plan Gottes mit Israel geht weiter, immer weiter, es steht ja noch 1 Jahrwoche aus. Die Gemeinde und Israel, das sind immer noch die zwei Züge, auch wenn geistlich gesehen im Moment Messias-Gläubige Juden und Christen eins sind.
 
Aber: Gott hat nicht fertig mit Israel, im Gegenteil: Wer aktiv täglich sich informiert und einschlägige Nachrichten studiert zum Thema Israel und alles was damit zusammenhängt, der versteht, dass sich die Bibel wörtlich vor unseren Augen erfüllt. 

 Dazu noch eine weitere wichtige biblische Grundlage die wir verstehen müssen:
 
 
Gehen wir zurück zum Ölbaum, dem Zeugnis Gottes, in den wir als Heidenchristen aufgepfropft sind. Die Wurzel, das haben wir bereits behandelt, das geht zurück auf Abraham und den Bund den Gott mit Abraham geschlossen hat. 
Das war im Jahr 2036 v. Chr. Abraham war ja in das Land Kanaan gekommen nach Sichem, dem heutigen Nablus (eine der größeren Palästinenser-Städte im WJL). Und zwar wie es heißt, er wohnte bei den Terebinthen Mores. 

Dort erschien der Herr dem Abraham und gab ihm die Zusage, deinem Samen und deinen Nachkommen werde ich dieses Land geben. Dies geschah bereits im 1.Mo 12. Und Abraham baute daraufhin dem Herrn dort einen Altar. Später nannten die Juden das dann das Heiligtum von Sichem. 

Kann man heute übrigens alles besichtigen. 

Dann geht’s weiter, paar Kapitel später in 1. Mo. 15 wir diese Zusage Gottes durch den Bund mit Abraham amtlich.

Und zwar vollzog Gott den Bund so wie es im alten Orient damals üblich war: Er beauftragte den Abraham mehrere Tiere (Kuh, Schaf, Ziege, Turteltaube und Taube) zu schlachten und in zwei Hälften gegenüber zu legen, so dass in der Mitte ein Weg, eine Straße entstand (man kann sagen, eine Bundesstraße). Und man hat das früher so gemacht bei einem Vertrag, ähnlich wie heute, wenn man mit der Bank einen Vertrag macht: es gibt zwei Mal das gleiche Exemplar und beide Seiten nehmen ein unterschriebenes Original mit nach Hause. Damals hat man nicht geschrieben aber hat diese Tiere symbolisch in zwei Hälften geteilt für jeden Vertragspartner eine. Dann wurde der Inhalt des Vertrags oder des Bundes verlesen oder laut verkündet und dann ist der König und der Untergebene (Vertragspartner) durch diese Straße hindurchgelaufen. Und damit haben beide Parteien bezeugt, den Vertrag, den Bund und alles was darin gesagt oder geschrieben steht, einzuhalten. Wenn sie dies nicht tun, dann solle ihnen geschehen, wie es den Tieren geschehen ist, sie sollen in Stücke gehauen werden. Also eine sehr ernste Angelegenheit.
 
Nun ist folgendes passiert: Als Abraham all diese Tiere geschlachtet und hingelegt hatte, da heißt es, er fiel in einen tiefen Schlaf. Der gleiche Schlaf den Gott über Adam kommen ließ als er Eva aus der Rippe formte. Und während nun Abraham schlief, da heißt es fuhr der Herr wie mit einer Feuerfackel zwischen den Stücken einher. Und Gott sprach Deinen Nachkommen gebe ich das Land vom Euphrat bis zum Nil.
Wenn wir jetzt genau hinschauen: Das ist ja nur ein einseitiger Bund und nur Gott hat sich verpflichtet und nicht der Mensch und das ist nun wirklich ganz wichtig. 
Aus diesem Grund konnte und kann dieser Abraham Bund nicht
Untergehen, denn Gott erfüllt immer seine Verpflichtungen. Darum sind diese Verheißungen nach Röm 11,29 unbereubar.  Weil Gott die ganze Verantwortung übernommen hat. Also auch wenn Israel sich falsch verhalten würde, dann würde trotzdem der Bund erhalten bleiben, weil Gott die Verantwortung übernommen hat. 
Aber wie geht das jetzt, wenn Gott die Verantwortung übernimmt und damit sagt, wenn dieser Bund eben nicht treu aufrechterhalten wird, dann soll es geschehen wie mit diesen Opfertieren (ahnen wir etwas?). 
Gal 3 sagt, einen von Gott bestätigten Bund, das ist der Bund von Abraham, der kann nicht durch das 430 Jahre später gegebene Gesetz im Bund vom Sinai nicht aufgehoben werden. Gal 3,17: „Gottes Versprechen an Abraham ist rechtsgültig wie ein Testament, und das Gesetz von Mose, das erst 430 Jahre später gegeben wurde, ändert daran nichts. Gottes Versprechen wird deshalb nicht ungültig.“ 
Wir haben also den Bundesschluß Gottes mit Abraham in Sichem, dann die ganze Geschichte mit dem Volk Israel in Ägypten und auf dem Weg heraus aus ägyptischer Knechtschaft in der Wüste, am Berg Sinai, 430 Jahre später, den Bundesschluss mit dem ganzen Volk Israel. Und dieser Bund war zweiseitig. Die Israeliten haben (2.Mo 19 ff) 3x gesagt: „Alles was der Herr gebietet, wollen wir tun.“ Zwei Seiten sind hier aktiv beteiligt, Israel hat nicht geschlafen, da gab es keinen Tiefschlaf.
Dieser Bund bestand nun aus Hunderten von Gesetzen und Vorschriften und die wurden dann zusammengefasst in den 10 Geboten. Die wiederum wurden auf zwei Tafeln geschrieben, eine für Gott, eine für das Volk Israel und dann in die Bundeslade getan. 
Und jetzt verstehen wir auch, warum Mose am Ende seines Lebens bei seinen Abschiedsreden im Land Moab (heutiges Jordanien) zum Volk Israel noch einmal eindrücklich erklärt hat: Wenn Israel die Gebote nicht einhält, dann wird Gottes Fluch über sie kommen und die werden das Land verlieren und ganz viel Flüche Gottes werden sie treffen.  
Das Gleiche hat Josua nach der 6jährigen Landeroberung dann in Sichem noch einmal gemacht, und zwar genau dort wo Gott mit Abraham bereits gut 600 Jahre vorher den ersten Bund (Abraham-Bund) geschlossen hat und wo Abraham ihm einen Altar errichtet hatte. Auch wieder unter der Terebinthe, diese Bäume werden sehr alt, vielleicht/wahrscheinlich war es immer noch der gleiche Baum.
Und Josua hat einen großen Stein als Zeugen aufgerichtet und das Volk nochmals erinnert an den Bund vom Sinai der zweiseitig war und diesen Sinai-Bund bestätigt. „Dieser Stein ist Zeuge, dass wir diesen Bund auch mit der zweiten Generation (nach Mose) ganz klar einhalten werden, denn wenn ihr untreu seid, werdet ihr das Land verlieren und alle Flüche, die im Bund beschrieben sind, werden über euch kommen.
 
Aber was passiert dann? Dieser Bund vom Sinai war im Grunde genommen eine Katastrophe für Israel. Denn sie haben ihn einfach nicht eingehalten. Darum nach der Kreuzigung des Messias ab dem Jahr 70 verlor Israel das Land und wurde über die ganze Welt zerstreut.
Und in der heutigen Zeit kommt das Volk zurück hat den Staat wieder gegründet und die Verheißungen über Jerusalem, Israel, Juda erfüllen sich vor unseren Augen.
Alles Prophezeiungen die bereits tausende von Jahren vorher aufgeschrieben wurden.
Ich habe es das letzte Mal schon gesagt: Es gab ungefähr 300+ Prophezeiungen in der Schrift über das erste Kommen Jesu und alle haben sich minutiös erfüllt. Nun hat man ausgerechnet für das zweite Wiederkommen gibt es ca. 800 Verheißungen, Prophezeiungen und Zeichen. Und davon sind bis heute vor allem seit der ersten Einwanderungswelle der Juden in ihr Land 1882 bereits ca. 200 erfüllt. 
Gott hält seine Pläne genauestens ein. 
 
Warum kommen sie all zurück, fragt man sich? Einzig und allein, weil das das Werk des HG ist und Gottes Verheißungen unbereubar sind, sie müssen in Erfüllung gehen. Er treibt die Juden zurück in das verheißene Land vom Euphrat bis zum Nil, das hat sich noch nie erfüllt in der Vergangenheit. Warum? Weil der Stein sagt – sie haben alles verloren aufgrund ihrer Verantwortung.
Aber beim Abrahams-Bund, da hat ja Gott die Verantwortung übernommen, wenn Untreue ist. 
Und darum kam vor 2000 Jahren der Herr Jesus, der Messias und er starb auf dem Golgatha-Felsen vor den Mauern Jerusalems. Und er hat genau das erfüllt: Gott hat verheißen, wenn dieser Bund nicht eingehalten wird, übernimmt er die Verantwortung. Aber Gott kann nicht sterben und darum musste Gott, nämlich Gott der Sohn, Mensch werden, damit er sterben konnte und den Abrahams Bund erfüllen konnte. 
Und darum führt Gott das Volk Israel heute wieder zurück und stellt es wieder her weil seine Verheißungen unbereubar sind. 

Röm 11,29:“ Denn die Gnadengaben und die Berufung Gottes sind unbereubar.“ 


 Und eigentlich müsste das jeder sehen, der an die Ersatztheologie glaubt, die großen Kirchen eingeschlossen. Aber das ist das Werk des Teufels, dass die Menschen verlernt haben, auf die biblische Prophezeiungen zu schauen, die sich vor unseren Augen erfüllen. 
Dennoch fragt man sich schon, wie kann man noch an diese Theologie glauben, wenn man all diese Punkte sieht?
Die Reformatoren, die haben noch nichts gesehen, aber heute sehen wir: Gott erfüllt sein Wort, weil er verheißen hat: Israel wird wieder das Zeugnis bekommen und wir warten auf den Tag an dem die volle Zahl der Nationen eingegangen ist und dann gehen wir nach Hause. 
Und dann wird eben der Ölbaum wieder mit den edlen Zweigen bestückt werden, die werden wieder eingetopft und Israel wird wieder das Zeugnis übernehmen.
Also es ist so wichtig, dass wir in der Bibel unterscheiden zwischen der
Gemeinde und Israel, das ist nicht dasselbe. Die Gemeinde hat eben Israel nicht ersetzt.
Und wir müssen alles an seinem Platz lassen und dann ist die Schrift so wunderbar, so klar und es geht alles so hervorragend auf und da muss man nicht eben alle Wörter umdeuten oder ganze Passagen anders zuordnen. 
Und die Leute, die eben sagen Gott hat fertig mit Israel und ich sagte das eingangs und das letzte Mal, das sind erschreckend viele auch in den Freikirchen, diese Leute, die können mit den ganzen prophetischen Abschnitten der Bibel gar nichts anfangen. Man nicht predigen über Hes 40-48, den zukünftigen Tempel oder die ganzen Kapitel über die kommende Drangsal, das lassen sie weg oder deuten es ganz schräg um. 
Ein großer Teil der Bibel wird praktisch ausgeklammert. Da werden einzelne Verse aus dem Zusammenhang genommen, aber der Gesamtzusammenhang, den verlieren sie aus den Augen. Aber es geht nur, wenn wir die ganze Schrift nehmen und richtig austeilen.

 Paulus ermahnt seinen jungen Nachfolger Timotheus in 2. Tim 2,15: „Strebe eifrig danach, dich Gott als bewährt zu erweisen, als einen Arbeiter (Facharbeiter), der sich nicht zu schämen braucht, der das Wort der Wahrheit recht teilt (wörtlich: in gerader Richtung schneidet).“
Ein Facharbeiter, der muss heute auf den Millimeter genau arbeiten um präzise genau zu sein, da geht es nicht, dass man mal sagt, ja, so und so könnte es gehen und man schneidet drauf los. Solche Leute kann man nach Hause schicken. Da muss man schon genau hinschauen und die Maschine oder was auch immer, beherrschen und präzise arbeiten. Und genau das braucht es heute wie Paulus sagt. Daher muss man gut und tiefgründig die Schrift studieren, nur dann kann man präzise arbeiten. 

 


16.)    Endzeit: Hat die Gemeinde Israel ersetzt? Teil 1  

 
[1] Das Thema heute lautet hat die Gemeinde generell aber gerade jetzt in der Endzeit Israel ersetzt? Als Endzeit definieren wir welche Zeit? Die Zeit zwischen dem ersten und zweiten Kommen Jesu auf Erden. Also im Grunde genommen seit Jesu Kommen bis heute leben sämtliche Generationen in endzeitlicher Erwartung. Das sehen wir besonders bei den Thessalonichern, die Paulus ja beruhigt und ihnen die Entrückung in 1. Thess 4,15ff. erklärt. Sie fürchteten nämlich, dass Gläubige unter ihnen, die bereits entschlafen waren, nicht bei der Entrückung dabei wären. Und heute beschäftigen wir uns aus vielerlei Hinsicht mehr denn je mit biblischer Prophetie und den Dingen der Endzeit, die auf das Wiederkommen Jesu hindeuten. Zum einen wegen der Zunahme der Erkenntnis gemäß Dan 12,4: „Du aber, Daniel, verschließe diese Worte und versiegle das Buch bis zur Zeit des Endes! Viele werden darin forschen, und die Erkenntnis wird zunehmen.“ Wir erleben das heute, zumindest die unter uns, die wachen Geistes sind, dass wir Zusammenhänge in der Bibel erkennen, die noch eine bis zwei Generationen vor uns nicht bekannt waren. Zum zweiten, weil die Zeichen der Wiederkunft Jesu, insbesondere die Staatsgründung Israels und vieles was wir heute erleben, die Prophezeiungen des AT/NT immer klarer bestätigen und zum dritten, weil die biblische Prophetie im Zeichen der Ersatztheologie sowohl in den Großkirchen als auch den Freikirchen über lange Zeiträume vernachlässigt wurde und erst seit etwa 50 Jahren an Bedeutung zurückgewann (denn die anfängliche Gemeinde lebte vollends in den Schriften und den Weissagungen der biblischen Väter).
 
Die katholische Kirche lebt noch heute in keinster Weise in der Erwartung der Wiederkunft Jesu. Im Gegenteil, sie lehren dort was man unter dem Begriff Amillenianismus zusammenfasst. Was damit gemeint ist, findet man gut erklärt in katholischen Lehrforen. Hier ein Zitat: [2] „Der Amillennialismus ist der Glauben, dass das prophezeite, messianische Reich Jesu und des Alten Testaments sich jetzt in der Kirche erfüllt. Es kommt aus dem Glauben, dass Israels Verheißungen in der Kirche erfüllt werden, [Ersatztheologie] Der Amillennialismus steht im Gegensatz zum Prämillennialismus, der glaubt, dass Jesus zurückkommen wird, um für ein buchstäbliches 1000-jähriges Königreich auf der Erde zu regieren.“
Also hier haben wir die Basis dessen, was heute ein Großteil der Christenheit, der Namenschristen, gelehrt bekommt und das passiert natürlich sehr schnell, wenn man die Bibel nicht mehr wörtlich nimmt, da wo es geht.
Und vor allem dann, wenn die Biblische Prophetie vollkommen ausgeblendet wird. Dann weiß man natürlich nichts über all die Prophezeiungen die das AT und das NT über Israel und die Völker für die Tage die vor uns liegen bereithält.

… Es gibt die Geschichte eines Theologieprofessors, der eingeladen wurde an einer Universität eine Klasse in Biblischer Prophetie zu unterrichten. Und so fragt er zu Beginn in die Runde der Studenten, „kann mir einer sagen was die zwei größten Probleme der Christenheit sind, wenn es um das Thema Biblische Prophetie geht?“ Keiner antwortet. Er wiederholt die Frage, wieder keine Antwort. Dann sitzt da einer gelangweilt in der letzten Reihe, daddelt auf seinem Handy rum und der Professor fragt: Hey du da hinten, kannst Du mal Dein Handy weglegen und mir sagen was die zwei größten Probleme der Christenheit mit biblischer Prophetie sind? Dieser legt sein Handy zur Seite und sagt gequält, „ich weiß es nicht und es interessiert mich auch nicht.“…  Und der Professor sagt: „Ja, genau!!! Das ist es!“
Unwissenheit und eine Egal-Haltung – das ist das was uns begegnet, wenn wir uns Biblischer Prophetie nähern.
Erstaunlich nur, dass 1/3 der Bibel prophetische Aussagen enthält oder prophetische Themen behandelt. Da ist also etwas ziemlich faul.
Und es ist nochmals umso erstaunlicher, wenn wir an den Zeichen der Zeit die Gesamtheit biblischer Endezitprophetien in Existenz kommend, ganz eindeutig ablesen können.

In diesen Endzeitprophetien, die sich nahezu bei jedem der AT-Propheten finden, geht es fast ausschließlich immer um Israel, die Wiederherstellung des Landes, die finalen Kriege und am Ende die Erfüllung der 70 Jahrwochen wie sie Daniel vorausgesagt hat durch die7jährige Trübsalszeit. (später mehr).

Wenn dem so ist, fragt man sich dann doch, warum steht die Christenheit nicht geschlossen auf der Seite Israels, warum wollen die meisten Christen nichts von Israel wissen oder warum wissen sie nicht viel über Gottes Volk außer dem was politisch gerade durch die Medien geistert? Die Antwort lautet: Schon seit der Frühzeit des Glaubens an Jesus Christus, etwa zu der Zeit als mit Johannes der letzte lebendige Zeitzeuge und Apostel gestorben war, begann die Kirche/ die Gemeinde bereits damit, eine Ersatztheologie zu schaffen. Origenes war einer der ersten, der diese Lehre verbreitete. Diese wurde im Lauf der ersten Jahrhunderte maßgeblich durch einige einflussreiche Kirchenväter befeuert. Sie besagt, dass durch die Kreuzigung Jesu Israel seinen Status als auserwähltes Volk Gottes verloren habe und ein Volk wie jedes andere geworden sei. An die Stelle Israels sei jetzt die Kirche als neues Volk Gottes getreten.
Gerade die Schriften von Augustinus um 400 n.Chr. haben dieses Gedankengut zementiert, das dann durch die Jahrhunderte hindurch bis heute die offizielle Lehre der römisch-katholischen Kirche wurde. Und in der Folge war dies auch die zentrale Ursache für den weltweiten bis heute andauernden Antisemitismus. Immer wieder haben Politische Bewegungen oder Herrscher dieses Grundgedankengut in ihre antisemitischen Kampagnen integriert. Hitler bezog sich auf die antisemitischen Äußerungen von Luther und wenn wir heute die UNO anschauen, dann gibt es dort 4/5 aller Resolutionen pro Jahr gegen Israel, aber keine einzigen gegen Staaten wie Nordkorea, Venezuela, China etc. Antisemitismus ist politisches Programm und natürlich vom Satan agitiert.
Man sagt also, dass Gott das Volk Israel seit der Kreuzigung Jesu als sein irdisches Bundes-Volk aufgegeben bzw. verworfen habe. Und wenn Gott dies getan hat, dann sind auch die Flüche über das Volk gekommen, von denen im AT unter anderem im 5. Mose 28 – das Kapitel über Segen und Fluch - berichtet wird. Da steht genau was passiert, wenn das Volk Gottes seine Gesetze hält, welcher Segen dann fliesst und weiter aber auch, welche Flüche sie auf sich ziehen, wenn sie Gottes Geboten nicht gehorchen.

Wir müssen das verstehen, denn das Verständnis der Ersatztheologie ist essenziell, um die biblische Prophetie der Endzeit zu begreifen. Sonst eiert man da immer irgendwo im Nebel rum zwischen Zusagen für Israel, der Gemeinde, Endzeit Reden Jesu, Königreich jetzt, den Paulus-Aussagen und vielem mehr. Wichtig ist vor allem, dass man fest gegründet in der Schrift ist.

Man sagt also, die Juden haben in dem sie den Messias gekreuzigt haben, die Flüche des AT auf sich gezogen, der Segen jedoch, der andere Teil des Bundes Gottes mit seinem Volk, ist auf die Gemeinde, die Kirche übergegangen. Israel hat also als Nation keine Zukunft oder nur eine wie jede andere Nation. Alle Bibelstellen im AT über die Zukunft Israels darf man jetzt nicht auf Israel beziehen, sondern auf die Gemeinde. Also wenn in einer Prophetie steht, Gott wird sich seinem Volk erbarmen und es segnen, dann heißt das, Gott wird sich der Gemeinde erbarmen und sie segnen. Und wenn dort steht, Jerusalem wird gesegnet, dann heißt das auch die Gemeinde wird gesegnet. Alles wird umgedeutet, man liest es nicht mehr wörtlich, sondern deutet es um. Man könnte auch sagen anstelle von unserem Thema: „Hat die Gemeinde Israel ersetzt - hat Gott Israel denn gänzlich verworfen?“

[3]Wir hatten gesagt, die Ersatztheologie wurde von der katholischen Kirche durch die Jahrhunderte vertreten. Man muss aber auch hinzufügen, dass die Reformatoren im 16. Jhdt. diese Lehre auch übernahmen. Wieso? Weil sie noch lange nicht so reformiert waren wie wir heute. Die haben damals im Gegensatz zu heute ganz andere gewaltige theologische Räder gedreht: Nämlich die absolute Wahrheit des Evangeliums zu entdecken und damit die grundlegenden Wahrheiten zur Errettung der Gläubigen. Und dies mussten sie erst einmal gegen die jahrhundertealten Irrlehren der katholischen Kirche und der eingeschworenen Könige und Fürsten verteidigen. Sie haben das Volk Gottes wieder zurück zum wahren allein rettenden Glauben an Jesus Christus geführt und weg vom seligmachenden Glauben an die Kirche. Das war ein Prozess und ging nicht über Nacht .Deshalb waren die Reformatoren noch katholisch und haben gesagt, die Kirche muss ständig erneuert, reformiert werden.

Als dann die Freikirchen im 18./19. Jhdt. entstanden, waren die bereits reformiert und die Erneuerung der Kirche ging weiter und die haben dann erkannt: Nein, das ist nicht richtig, die Kirche hat Israel nicht ersetzt und was die biblischen Gründe dafür sind, das wollen wir jetzt heute anschauen.

[4] Dennoch muss ich noch vorwegschicken, es gibt viele Freikirchen, die weiterhin die Ersatztheologie oder zumindest das Königreich auf Erden jetzt vertreten. Die gerade im englisch sprachigen Raum, also in Amerika, Australien, England einen Riesenzulauf habende Kingdom-Now Bewegung, die auch in vielen charismatischen Gemeinden hierzulande ihre Sympathien hat, will z.B. das Königreich Jesu jetzt und heute auf Erden errichten bzw. vorbereiten, dass Jesus eines Tages kommen und als König regieren kann. Ins gleiche Horn stößt die New Apostolic Reformation, die heute wieder sogenannte zum Teil selbst ernannte Apostel einsetzt, um diese Ziele voranzutreiben. Hier gilt es, 7 geistliche Berge (Wirtschaft, Regierung, Familie, Religion, Erziehung, Medien, Unterhaltung), die der Teufel in der Welt besetzt hält, durch die Gemeinde unter der Leitung der Apostel zu erobern und wieder einzunehmen.
Viele Lobpreislieder in den heutigen christlichen Charts werden aus diesem Geist gespeist oder drehen sich darum. Da kann man ruhig mal genauer hinschauen.
Rudi hat einige gute Videos zu diesem Themenkomplex gemacht die ich an dieser Stelle empfehlen möchte.
Diese ganze Bewegung ist zwar in keinster Weise durch die Bibel gedeckt, aber wie kam es dazu, wir haben doch vorhin gehört, die reformierte Kirche bewegte sich doch eigentlich von der Ersatztheologie weg. Und tatsächlich, es hängt zuerst mal mit dem exakten Gegenteil zusammen, nämlich, dass in der Mitte des letzten Jahrhunderts zum einen durch die Nachwehen der Judenverfolgung - und Vernichtung im Holocaust, zum anderen durch die Gründung des Staates Israel 1948 die Erkenntnis, dass Jesus Christus bald wiederkommt, weltweit sehr starke Bedeutung bekommen hatte.
Vor allem hervorragend erklärt durch das Buch des einflussreichen Bibellehrers Hal Lindsey „The great planet earth von 1970 oder auf Deutsch Alter Planet Erde, wohin?“ Er hat gezeigt, wie sich viele prophetische Worte des AT über Israel mit der Entstehung des Staates Israel nach 2000 Jahren und vieler anderer Zeichen vor unseren Augen erfüllt haben und quasi bewiesen, dass die Ersatztheologie unrecht hat. Das hat viele Menschen damals aufgeweckt und zum Glauben gebracht und vor allem erstmalig die Präzision der biblischen Propheten ins Rampenlicht gestellt. Viele andere gute Bibellehrer dieser Nachkriegszeit haben sich daran orientiert, weitergeforscht und das vertieft und weiterentwickelt.
Später hat dann Hal Lindsey leider das sogenannte Date-Setting angefangen und öffentlich vorhergesagt, wann die Entrückung und Wiederkunft Christi stattfinden werde, nämlich in den 80ger Jahren. Wie man dann sehen konnte, ist er damit jämmerlich gescheitert und hat leider seinen guten Ruf als seriöser Bibellehrer verspielt. Die Bibel sagt ja eindeutig, dass wir uns nicht an Spekulationen beteiligen sollen. Niemand weiß Tag noch Stunde. Auch wenn wir heute mit Fug und Recht sagen können, die Dichte der Zeichen der Wiederkunft unseres Herrn war noch nie so erdrückend wie heute, ist es doch nicht gut, wenn wir das tun. Letztlich sagt Gott immer noch, wenn die Vollzahl der Heiden erreicht ist, dann wird der Messias wiederkommen (später mehr darüber).
Naja, Lindsey und eine Reihe anderer namhafter Lehrer und Rabbiner haben das eben gemacht. Und das hat die Gläubigen dann enttäuscht und das Pendel ist wieder in die andere Richtung umgeschlagen, gerade in den Freikirchen in Amerika. Man hat gesagt, das mit der Wiederherstellung Israels und der Entrückung, das stimmt so nicht, die Reformatoren haben das ja auch nie in den Mund genommen. Also ist man wieder zurück in Richtung Reformation des 16. Jhdts. gegangen und damit auch zurück zur Ersatztheologie und hat gesagt, wir sind Königskinder und müssen selbst das Königreich Jesu auf Erden errichten. Das hat sich dann in Amerika sehr stark ausgeweitet und ist dann auch nach Europa gekommen und darum sind viele unter den Evangelikalen und Freikirchen bis heute Ersatztheologen.

Aber lesen wir jetzt zunächst einmal was Gott selbst dazu sagt (immer gut, ihn zu Wort kommen zu lassen) [5]: Jer. 33,24: „Hast du gehört, was die Leute sagen? ›Der HERR hat Israel und Juda als sein Volk erwählt, aber jetzt hat er es verstoßen!‹ Mit Verachtung schauen sie auf die Israeliten herab, als wären sie gar kein Volk mehr.“

Da haben also Leute bereits in der Zeit von Jeremia (700 v.Chr.) gelehrt, Gott habe das gesamte Volk Israel, das Volk, dass er ja erwählt hatte und mit dem er mehrere Bünde geschlossen hatte, verworfen. Und Gott war zornig darüber denn diese Lehre verachtete sein Volk, seinen Augapfel und es wird hingestellt als wäre es kein Nation und hätte als Nation auch keine Zukunft mehr.
Lesen wir weiter in Jeremia 33,25: „Doch ich, der HERR, sage: Meinen Bund mit dem Tag und der Nacht werde ich niemals brechen, und die Ordnungen von Himmel und Erde lasse ich für alle Zeiten gelten. Genauso sicher könnt ihr sein, dass ich die Nachkommen von Jakob und David nie verstoßen werde; immer wird einer von ihnen König sein über das Volk Abrahams, Isaaks und Jakobs. Dann will ich ihr Schicksal wieder zum Guten wenden und Erbarmen mit ihnen haben.“

Was heißt das? Genauso wie der Herr die Ordnungen des Himmel, Tag und Nacht festgesetzt hat, genauso wird er nie seine Hand von den Nachkommen Jakobs und David, das ist Israel, nehmen, er wird sie nie verstoßen. Also wenn das astronomische Gesetz, das Tag und Nacht festlegt, aufhört zu bestehen, dann wäre es so, dass er Israel verwerfen würde. Aber wir sehen heute Morgen ist die Sonne wieder rechtzeitig aufgegangen und jetzt gleich am Abend wird sie wieder untergehen, zwar spät, weil wir in der Jahresmitte sind, aber sie geht unter, und zwar im richtigen Moment. Wie immer, es funktioniert und bleibt bestehen und kein Mensch würde daran zweifeln, dass die Sonne wieder aufgeht. Am Himmel ist alles beim Alten. Das heißt aber im Umkehrschluss auch, dass wenn diese Ordnungen feststehen, dass Gott Israel eben nicht verwirft oder verworfen hat oder auch dass so lange Israel besteht, immer wieder die Sonne aufgehen wird.
[6] Eine weitere Stelle in diesem Zusammenhang: Jer 31,37: „So spricht der HERR: Wenn man den Himmel droben messen kann und die Grundfesten der Erde drunten zu erforschen vermag, so will ich auch den ganzen Samen Israels verwerfen wegen all dessen, was sie getan haben, spricht der HERR.“
[7] Ihr wisst das, man versucht jeden Tag neu mit Teleskopen so weit ins Weltall vorzudringen wie nur irgend möglich. Jetzt hat man im März freudestrahlend verkündet, den ältesten und damit am weitesten entfernten Stern namens Earendel mit dem Hubble Teleskop entdeckt zu haben, 13 Mrd. Lichtjahre weg von der Erde (Pfeil). In der Regel sind alle diese Sterne komplette Galaxien mit ungefähr 200 Mrd. Sternen. 1 Lichtjahr ist keine Zeit, sondern eine Distanzangabe, die ungefähr 7x um die Erde beträgt, das dann mal 13 Mrd., dann weiß man ungefähr, wie weit weg das ist. Aber jetzt kommt das Beste, wofür kein Astronom bis heute eine Erklärung hat: Dahinter geht’s weiter! Wir können das Weltall nicht ausmessen. Die Schöpfung Gottes können wir trotz modernster Geräte nicht mal erahnen.
Aber dieser Schöpfergott sagt, wenn man das könnte, dann werde ich Israel verwerfen. Aber wir können es nicht, damit ist es nicht verworfen. Verstehen wir was Gott hier ausdrückt? Ihm ist die Beziehung zu seinem Volk Israel so unglaublich viel wert, dass er Bedingungen gesetzt hat, von ihm abzulassen, die unmöglich zu erfüllen sind. Was für eine Liebe Gottes zu seinem Volk kommt darin zum Ausdruck! Und in dem Vers hat Gott noch eine zweite Bedingung verknüpft. Und zwar, wenn wir die Grundfesten der Erde erforschen könnten. [8] Auch hier hat man Tiefenbohrungen gemacht, die tiefste bis heute ist 12 km. Nun ist aber der Durchmesser der Erde über 12.000 km, man hat also lediglich etwas an der Erdkruste gekratzt. Normalerweise würde man weitergehen durch den oberen Mantel und den unteren Mantel, dann den äußeren Kern und inneren Kern bis ins Zentrum. Dieser Kern ist metallisch und besteht aus Eisen und Nickel und hat eine Temperatur von 6000 Grad. Es ist sonnenklar, wir können das Erdinnere nicht erforschen. Also auch hier Fehlanzeige mit der Verwerfung Israels.

Nun gibt es natürlich eine ganze Reihe Feinde von Israel, solche die sie ins Meer treiben wollen, die den Staat Israel vernichtet sehen wollen, oder die, die zumindest eine Teilung des Landes und Abtretung von Gebieten von Israel fordern.
Und es ist durchaus interessant, dass die Bibel für alle Staaten, die dieses tun, endzeitliche Prophetien bereithält und die sind nicht immer sehr schön.
Schauen wir uns zum Beispiel mal eine der Prophetien über Moab, das sind große Teile des heutigen Jordaniens an: Da heißt es in Hes 25,8: [9]»So spricht Gott, der HERR: Die Moabiter spotten genau wie die Leute von Seïr und sagen: ›Seht doch, Juda hat den anderen Völkern nichts voraus!‹ Darum werde ich die Berghänge der Moabiter leerfegen, indem ich die Städte dort zerstöre. Ja, im ganzen Land wird es keine einzige Siedlung mehr geben. Ich vernichte die Städte, die der Stolz der Moabiter waren.“
Man sieht, es kann sehr gefährlich werden, wenn man der Ersatztheologie nachhängt und sagt, Israel ist nicht mehr das Volk Gottes, sondern nur noch ein gewöhnliches Volk. Man fordert Gott persönlich heraus und das geht selten gut aus.

Einschub nebenbei: Ganz interessant ist, dass dies eine der Prophetien ist, die sich erfüllen muss, bevor die große Trübsal, also die letzten 3,5 Jahre dieses Zeitalters beginnen. Es gibt da eine ganze Reihe von Ereignissen, die prophetisch in der Schrift vorausgesagt wurden und die man in den zeitlichen Kontext einordnen kann. Wir können uns mit diesen Prophetien ein andermal beschäftigen aber wir wissen zum Beispiel, dass Israel in der Trübsal vom AC brutalst verfolgt werden wird (Off 12) und selbst Jesus hat ihnen in seiner Ölbergrede geraten, in die Berge zu fliehen. Gemeint sind damit die Berge Moabs und Edoms, also in Süd-Jordanien im Bereich der Stadt Bozra. Das funktioniert aber nur, wenn zuvor Israel dieses Gebiet besetzt hat und durch einen Krieg mit seinen arabischen Nachbarn, der noch aussteht und auf den Psalm 83 hindeutet, Landgewinne erzielt.
Und genauso wie für Jordanien gibt es Prophetien des Herrn über den Iran, über Ägypten, Syrien, Damaskus, den Libanon, Saudi-Arabien usw. Wie gesagt, anderes Thema aber höchste interessant, gerade vor dem Hintergrund was heute politisch passiert.

Zurück zum Thema Ersatztheologie: Lesen wir Römer 11,1 folgenden Satz: [10] „Ich frage nun: Hat Gott etwa sein Volk verstoßen? Das sei ferne! Denn auch ich bin ein Israelit, aus dem Samen Abrahams, aus dem Stamm Benjamin.“
Paulus hat den Römerbrief geschrieben im Jahr etwa 57 n. Chr., also einige Jahre nach der Kreuzigung um 32 n.Chr. und er bezieht hier ganz klar Stellung: Das sei ferne! Ein Ausdruck, der ein ganz starkes Nein gegenüber einer Idee bedeutet. Und er begründet es gleich damit, dass er einerseits zur Gemeinde der Messias-Gläubigen gehört, dennoch gleichzeitig Jude ist. Messianischer Jude, würden wir heute sagen.
Gerade die Kapitel 9-11 im Römerbrief sind die entscheidenden Stellen im NT in denen Paulus ausführlich diese ganze Thematik erklärt. Das muss er auch, denn die Gemeinde Jesu wird ja erst im NT erwähnt. Paulus spricht hier von einem Geheimnis. Und er ist der von Gott beauftragte Apostel, vor allem den Nationen -dazu zählen wir – die Zusammenhänge diesbezüglich zu erklären. Und dies tut er vor allem im Römerbrief. Ich freu mich daher schon auf unsere Gottesdienste mit den Rangern in denen wir ja sukzessive den Römerbrief durchnehmen. Im Römerbrief kommt das Wort Jakob und sein andere Name Israel sehr häufig vor.
Wir müssen ja wissen, dass die Gemeinde zuerst aus Juden bestand. Das, was wir heute als Pfingstereignis aus APG 2 bezeichnen, fand ausschließlich unter Juden statt. Diese alle kamen an dem Wochenfest, dem Schawuot, dem Fest der Erstlingsfrucht nach Jerusalem. Dies ist das erste Erntedankfest, später im Jahr gibt’s dann noch das Laubhüttenfest, wenn die ganze Ernte eingefahren ist. Auch die anschließende Erweckung, die um Jerusalem ausbrach, umfasste nur Juden, sie sind im wahrsten Sinne des Wortes die Erstlingsfrucht. Den Dank über die ersten Früchte feiert man deshalb, weil man weiß, dies ist nur der Anfang, der Rest der Ernte kommt noch und die Scheunen werden sich füllen. Paulus bestätigt dies aber er differenziert auch. Lesen wir weiter Vers 7/8: „Was nun? Was Israel sucht, das hat es nicht erlangt; aber eine Auswahl hat es erlangt, die Übrigen jedoch sind verstockt worden, wie geschrieben steht: »Gott hat ihnen einen Geist der Betäubung gegeben, Augen, um nicht zu sehen, und Ohren, um nicht zu hören, bis auf den heutigen Tag.«“
Obwohl er selbst nach dem Blut ein Jude ist, sogar ein trainierter, ausgebildeter Rabbi und Pharisäer, macht er den Unterschied zwischen denen, die dem Fleisch nach Nachfahren Abrahams sind, dem Glauben aber nach nicht. Paulus begründet hier geistlich die eigentliche Gemeinde, indem er sie zuerst auf die messianischen Juden bezieht. Das sind die Juden, die Jesus Christus entgegen den Massen des Volkes als Messias angenommen haben. Ihnen gebührt die Urheberschaft der Gemeinde. Vers 16: „Wenn aber das Erstlingsbrot heilig ist, so auch der Teig; und wenn die Wurzel heilig ist, so auch die Zweige.“ Und er erklärt, dass die Verstockung seines eigenen Volkes der Grund ist, warum jetzt auch die Nationen, also wir, die Heiden teilhaben dürfen an der Gnade. Vers 11 [11]: „Ich frage nun: Sind sie denn gestrauchelt, damit sie fallen sollten? Das sei ferne! Sondern durch ihren Fall wurde das Heil den Heiden zuteil, um sie zur Eifersucht zu reizen.“ Er verneint auch hier ganz klar, dass Gott Israel hat fallen lassen, stattdessen ein erster Hinweis darauf was unsere Aufgabe, die der gläubigen Heiden ist, nämlich Israel zur Eifersucht zu reizen, dass es ebenfalls gläubig wird.

Wir wissen heute ganz klar, dass wir in der Endzeit leben. Die Bibel definiert die Endzeit mit der Zeit, seit die Juden verstärkt in ihr Land zurückkommen. Der Beginn hierzu war 1882 mit der ersten Aliah. Und wir wissen auch, dass das Volk Israel als Ganzes im Wesentlichen ungläubig in die letzten ihnen verheißenen 7 Jahren gehen wird. Aber dann wird es noch eine riesige Erweckung geben unter den Juden, das später.

Wir lesen in Mal 1,2: „Jakob habe ich geliebt, Esau aber gehasst.“ Paulus übernimmt diese Stelle aus Maleachi in Röm 9,13, um zu unterstreichen, dass Gottes Liebe nie von Jakob, also Israel gewichen ist. Und in dem ganzen Zusammenhang ist klar, hier ist nicht die Kirche gemeint. Sondern das wahre Israel ist das der Abstammung nach jüdische Volk aber nur die, die sich dann bekehrt haben und ihre Schuld am Kreuz von Golgatha gelassen haben. Lesen wir dazu 9,6-8: „Nicht aber als ob das Wort Gottes hinfällig geworden wäre; denn nicht alle, die aus Israel sind, die sind Israeliten, auch nicht, weil sie Abrahams Nachkommen sind, sind alle Kinder, sondern »in Isaak wird dir eine Nachkommenschaft genannt werden«. (1Mo 21,12; Joh 8,39; Hebr 11,18) Das heißt: Nicht die Kinder des Fleisches, die sind Kinder Gottes, sondern die Kinder der Verheißung werden als Nachkommenschaft gerechnet.“ Paulus betont hier ausdrücklich, nur die sind wahre Kinder Israels, die an den Messias glauben.

In Hesekiel im AT erfahren wir, dass es für Israel ein Buch gibt, in dem sind alle Menschen verzeichnet, die biologische Nachfahren Abrahams, Isaaks oder Jakobs sind. Und wenn die sich nicht bekehren zu Lebzeiten, werden sie aus dem Buch des Hauses Israel gelöscht. Das ist ähnlich wie mit dem Buch des Lebens, in das die Namen aller Menschen eingetragen sind, aber auch wieder gelöscht werden, wenn sie sich nicht zu Gott bekehren. Also auch für die Juden ist das eine ganz intensive Angelegenheit, Gott lässt sie hier genauso wenig wie die Heidenchristen aus der Eigenverantwortung für ihr Seelenheil. Das muss klar sein. Nicht nur die Heiden, die Jesus ablehnen, wandern nach ihrem Tod schnurstracks in die Hölle, sondern auch die Juden, da gibt es keinen Sonderweg.

Gehen wir weiter zu Vers 11,25-27, einer ganz entscheidenden Passage zum Verständnis des Ganzen: [12] „Denn ich will nicht, Brüder, dass euch dieses Geheimnis unbekannt ist, damit ihr nicht euch selbst für klug haltet: Verstockung ist Israel zum Teil widerfahren, bis die Vollzahl der Nationen hineingekommen sein wird. Und so wird ganz Israel gerettet werden, wie geschrieben steht: »Es wird aus Zion der Retter kommen, er wird die Gottlosigkeiten von Jakob abwenden. Und dies ist für sie der Bund von mir, wenn ich ihre Sünden wegnehmen werde.“

Das meint, ein großer Teil Israels hat in Folge der Kreuzigung Jesu sein Herz verstockt gegenüber dem Evangelium aber nicht alle. Auch hier irrt die Ersatztheologie und die katholische Kirche. Nie hat ganz Israel die Gnade Gottes verspielt, immer hat Gott für einen Überrest gesorgt, einen Teil, manchmal kleinen Teil, der im Glauben voranging. Und dieser gläubig gewordene Teil Israels ist natürlich nicht die Gemeinde. Und mit diesem Teil, diesem Überrest, greift Gott den Bund, den er bereits vor langer Zeit mit Abraham, dann mit Mose, dann mit David beschlossen hat, wieder auf und erneuert ihn. Und das ist – und jetzt bitte genau zuhören - exakt der neue Bund, von dem Jesus spricht als er das Herrenmahl/Abendmahl einsetzte. Es geht Jesus dabei in erster Linie darum, Israel wieder in seine geistliche Position einzusetzen, als Brudervolk des Messias, auch im Gemeindezeitalter. Jesus wusste natürlich um die Verstockung, letztlich ja auch die Ursache seiner Kreuzigung. Dennoch oder gerade deshalb schließt er diesen neuen Bund mit seinen Brüdern, den Juden, ein Bund, der sie vom Gesetz befreit und die volle Herrlichkeit Christi in ihnen wohnen lassen möchte. Es ist der Hochzeitsbecher, den er seinen Brüdern reicht, ein Bund, der in die Hochzeit mit ihrem Messias mündet. Es ist eine Vereinbarung mit der Braut, dem wahren Israel, dem Israel Gottes (kommen gleich dazu) sie zu heiraten. Und das schöne ist, wir als Gläubige der Nationen dürfen ebenfalls an dieser Hochzeit teilnehmen, ebenfalls als Teil der Braut. Der Kontext des Herrenmahls macht es sehr deutlich, Gott hat mit Israel, mit den Juden einen neuen Bund geschlossen, einen Bund, der ewig währt und der sie durch die Zeit bis ans Ende der Zeitalter trägt.
Zuerst kommen die Juden, dann wir, die Gemeinde. Der Bund gilt für beide. Das Evangelium wird allen gepredigt und alle haben die Chance, Gott zu erkennen und in die Nachfolge Jesu einzutreten und an diesem neuen Bund zu partizipieren. Denn der neue Bund hat eine Besonderheit: Er vereinigt Israel mit den Nationen. Dazu zwei Bibelstellen: [13]
Röm 10,12: „Da gibt es auch keinen Unterschied zwischen Juden und anderen Völkern: Sie alle haben ein und denselben Herrn, Jesus Christus, der aus seinem Reichtum alle beschenkt, die ihn darum bitten.“
Gal 3,28: „Jetzt ist es nicht mehr wichtig, ob ihr Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie, Männer oder Frauen seid: In Jesus Christus seid ihr alle eins.“

Deshalb hat Paulus auch keine Probleme, sowohl Juden als auch Heiden (hier oft als Griechen bezeichnet) das Evangelium Christi zu verkünden. In Röm 1,16 lesen wir: „Denn ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht; denn es ist Gottes Kraft zur Errettung für jeden, der glaubt, zuerst für den Juden, dann auch für den Griechen.“ Wenn Paulus in eine neue Stadt gekommen ist, ist er immer zuerst in die Synagoge gegangen und hat dort das Evangelium verkündet, danach den Heiden. Das ist die Rangordnung, die von Gott festgelegt wurde. Die Juden zuerst, dann die Nationen. In keinster Weise hat die Gemeinde Israel ersetzt. Eigentlich können wir als Heidenchristen dankbar sein dafür, dass Israel Verstockung widerfahren ist, denn nur so kommen wir in das Vorrecht, mit am Tisch des Herrn zu sitzen.

Paulus sprich im Galaterbrief in diesem Zusammenhang von dem Israel Gottes, dem wahren Israel.
Das Israel Gottes, ich denke, wir wissen jetzt was gemeint ist. Gott hat sich immer zu Israel gestellt und auch wenn nur ein kleiner gläubiger Überrest da war. Selbst in den dunkelsten Zeiten Israels. Zum Beispiel im AT als der Prophet Gottes, Elia, anklagt, dass Israel seine Propheten getötet hat und kein Aufrechter mehr übrig ist, mit dem er gegen den Feind ziehen kann, da zeigt ihm Gott, Halt hier habe ich Dir 7000 Mann übriggelassen, die ihre Knie nicht vor dem Gott Baal gebeugt haben, die sollst Du nehmen.
Paulus greift diese Stelle wieder im Römerbrief (Röm 11,2-5) [14] auf und verdeutlicht das Prinzip: Hier zeigt der Apostel das Prinzip auf: Eigentlich in allen Zeiten sogar in Zeiten des tiefsten Niedergangs in Israel hat er sich einen Überrest erhalten. Gott hat sein Volk nie verlassen oder ganz vor die Hunde gehen lassen.

Das bringt uns zu der vielleicht berühmtesten Stelle in der Bibel, in der es um die Stellung von Israel und der Gemeinde geht. Und das ist die Stelle mit dem Ölbaum wiederum aus Röm 11.
Ich lese mal ab Röm 11, 16ff: [15]
„Wenn aber die Erstlingsgabe heilig ist, so ist es auch der Teig, und wenn die Wurzel heilig ist, so sind es auch die Zweige. Die Gläubigen aus den Heidenvölkern sollen sich nicht überheben. Wenn aber etliche der Zweige ausgebrochen wurden und du als ein wilder Ölzweig unter sie eingepfropft bist und mit Anteil bekommen hast an der Wurzel und der Fettigkeit des Ölbaums, so überhebe dich nicht gegen die Zweige! Überhebst du dich aber, [so bedenke]: Nicht du trägst die Wurzel, sondern die Wurzel trägt dich! Nun sagst du aber: »Die Zweige sind ausgebrochen worden, damit ich eingepfropft werde«. Ganz recht! Um ihres Unglauben willen sind sie ausgebrochen worden; du aber stehst durch den Glauben. Sei nicht hochmütig, sondern fürchte dich! Denn wenn Gott die natürlichen Zweige nicht verschont hat, könnte es sonst geschehen, dass er auch dich nicht verschont. So sieh nun die Güte und die Strenge Gottes; die Strenge gegen die, welche gefallen sind; die Güte aber gegen dich, sofern du bei der Güte bleibst; sonst wirst auch du abgehauen werden! Jene dagegen, wenn sie nicht im Unglauben verharren, werden wieder eingepfropft werden; denn Gott vermag sie wohl wieder einzupfropfen. Denn wenn du aus dem von Natur wilden Ölbaum herausgeschnitten und gegen die Natur in den edlen Ölbaum eingepfropft worden bist, wie viel eher können diese, die natürlichen [Zweige], wieder in ihren eigenen Ölbaum eingepfropft werden!“

Es geht also um den Ölbaum, [16] da wird über die Wurzel gesprochen, über den Baum und über die Zweige. Die Wurzel, das sind die Patriarchen Abraham, Isaak und Jakob. Ihnen hat Gott Verheißungen geben für Israel und auch für die Völker denn im Bund mit Abraham heißt es in Dir sollen gesegnet sein alle Völker.
Und die Zweige, die ausgeschnitten wurden, das sind die Israeliten, die sich eben verstockt haben. Und die Zweige, die eingepfropft wurden, das sind die Nationen, Christen aus den Heidenvölkern, die sich bekehrt haben.
Der Baum aber, was ist das? Da hilft ein Blick in Off 11,3-4. [17] Da ist von 2 Zeugen die Rede, die in der Trübsal dem Volk Israel als Zeugnis Gottes dienen.: „Und ich will meinen zwei Zeugen Kraft geben, dass sie weissagen werden, 1260 Tage lang, bekleidet mit Sacktuch. Das sind die zwei Ölbäume und die zwei Leuchter, die vor dem Gott der Erde stehen.“ Die beiden Ölbäume stehen also für die zwei Zeugen, sie legen in den ersten 3,5 Jahren der dramatischen Zeit der Trübsal Zeugnis von Gott ab. In Sacharja 4 wird ebenfalls von Ihnen berichtet. Sie werden dann auch nach dreieinhalb Jahren umgebracht werden ihre Leiber werden in den Straßen von Jerusalem liegen und dann wieder auferstehen und entrückt werden. Aber was leiten wir daraus ab? Der Ölbaum steht für das Zeugnis Gottes.
Aus Abraham, Isaak und Jakob stammt das Volk Israel ab und das war im AT das Zeugnis Gottes hier auf der Erde. Über Israel konnte man den wahren Gott erkennen. Denken wir an die Königin von Sabah (dem heutigen Jemen) die ist mit der ganzen Karawane den langen Weg durch die Wüste nach Jerusalem zu König Salomo gezogen und hat dort den wahren Gott erkannt.

Nun haben wir ja gehört, dass Römer 9 bis 11 im Zusammenhang mit der Kreuzigung sagt, dass eben ein Teil Israels sich gegen den Messias und das Evangelium verhärtet hat und diese Zweige, das sind die einzelnen Zeugen, die wurden ausgeschnitten und von einem wilden Ölbaum, das sind die Heiden-Nationen wurden Zweige genommen und eingefügt. Und was wir sehen konnten in den vergangenen 2000 Jahren, das Evangelium vom Messias wurde weltweit verkündigt auf allen fünf Kontinenten und Millionen von Nicht-Juden haben Jesus von Nazareth als den Messias erkannt. Der Erlöser für Israel und die Völker alle. Und die wurden da die sich zu ihm bekannt haben, eingepfropft und haben das Zeugnis übernommen das früher Israel abgab.

Aber jetzt sagt der Apostel, seid nicht hochmütig gegenüber Israel. Wie kann man hochmütig sein gegen Israel? Indem man sagt, die Kirche hat alles geerbt und Israel hat keine Anrechte und auch keine Chance mehr. Da sagt Paulus, NEIN, eben nicht, denn wenn Gott die natürlichen Zweige nicht verschont hat, dass er auch dich etwa nicht verschonen werde.

Und genau das wird eben geschehen, das Zeugnis der Nationen wird ein Ende nehmen. Dazu nochmal zurück zum Vers 25, da spricht der Apostel von einem Geheimnis, also etwas was im AT nie offenbart worden ist: „Denn ich will nicht, Brüder, dass euch dieses Geheimnis unbekannt ist, damit ihr nicht euch selbst für klug haltet: Verstockung ist Israel zum Teil widerfahren, bis die Vollzahl der Nationen hineingekommen sein wird und so wird ganz Israel gerettet werden.“
In seiner Allwissenheit hat Gott eine ganz bestimmte Zahl festgelegt, die in dieser Zeit, in der wir leben, zum Glauben kommen. Und diese haben den Platz des Zeugnisses Gottes eingenommen. Aber wenn die bestimmte Zahl aus der Nationen eingegangen ist, dann wird ganz Israel gerettet werden. Das heißt die Entrückung der Gemeinde wird stattfinden, alle wahren Gläubigen werden weggenommen werden und dann wird Israel gerettet werden. Und Israel als Nation wird dann wieder das Zeugnis Gottes übernehmen, so wie das im AT war. Denn die Gemeinde ist weg, und Israel rückt wieder in den Mittelpunkt sämtlicher endzeitlicher Weltgeschichte. [18]

Der Ölbaum ist also das Bild des Zeugnisses Gottes auf dieser Erde und das hat seinen Grund: Öl weist nämlich auf die Wirkung des Heiligen Geistes hin. Im AT kam der HG vereinzelt auf Gläubige, ohne dass er in allen Gläubigen gewohnt hätte, das ist eins der Geheimnisse des Gemeindezeitalters. Also er kam auf Propheten und Könige, auf einfache Einzelpersonen und ging oft wieder weg und kam wieder. Aber er hat dadurch gewirkt als Zeugnis durch die Israeliten und jetzt eben seit 2000 Jahren durch die Nationen. Aber in Zukunft wird Israel in diesen Platz wieder einnehmen und der Geist wird wirken durch Israel und ganz Israel kommt zum Glauben.

Dieser ganze Zusammenhang wird durch Paulus noch in einem ganz wichtigen Satz charakterisiert, nämlich Vers 29: „Denn die Gnadengaben und die Berufung Gottes sind unbereubar.“ Gott hat Abraham berufen und einen Bund mit ihm geschlossen und Verheißungen daran geknüpft. Der Vers sagt, dass Gott diese nie zurücknehmen wird, sie sind unbereubar. Und was sagen die Ersatztheologen? Das wurde aus bereut von Gott, sie sagen genau das, dass es nicht mehr gilt. Aber dieser Vers steht da – „Unbereubar“ - und das ist auch der Grund, warum hier der Ölbaum gewählt wird. Was ist das Besondere an einem Ölbaum im Vergleich zu einem Apfelbaum? Immergrün!
Und das bedeutet, dass die Verheißungen an Abraham, Isaak und Jakob unbereubar sind. Gott hat Israel das Land verheißen bis in Ewigkeit also, solange die Erde besteht, heißt das in der Sprache des AT. Und Gott hat Abraham auch eine Verheißung gemacht in deinem Samen werden alle Nationen der Erde gesegnet werden, also all diese Zusagen für Israel und auch für die Nationen der Erde sind unbereubar und darum ein Ölbaum, der immergrüne Baum.

Und darum halten wir also jetzt fest, in Römer 9-11 können wir ganz klar unterscheiden zwischen den Nationen und Israel. Und in der jetzigen Zeit hat Gott also ganz viele die aus den Nationen zum Glauben gekommen sind – also auch uns - als Zeugen eingesetzt die Zweige des wilden Ölbaums in den edlen Ölbaum eingepfropft aber nicht für immer, sondern bis dass die Vollzahl der Nationen eingegangen ist. Das heißt, wenn heute sich der letzte bekehren würde, weil Du nach diesem Gottesdienst im Gespräch jemand zum Glauben führst und er Jesus als den Messias annimmt und bekennt, dann wird die Entrückung heute geschehen. Und also wird ganz Israel gerettet werden.

Dann wird es eine unglaubliche Erweckung geben, direkt von Jesus initiiert. Es werden sich zunächst ein Überrest von 144.000 Juden bekehren, und zwar aus jedem Stamm 12.000. Diese 144.000 werden versiegelt werden (in Off 7 steht das), und eine weltweite Erweckung initiieren. Sie werden in Off 14 die Erstlingsfrucht genannt, also die Vorernte und ein Hinweis darauf, die Haupternte kommt noch.
Nach der Entrückung haben wir also diese 144.000 und unter denen, die sich bekehren in Israel sind auch die zwei Zeugen die dreieinhalb Jahre lang Zeugnis ablegen werden (Off 11) und dann kommt die große Drangsal nochmals dreieinhalb Jahre, der letzte und schrecklichste Weltkrieg. In Sach 13,8 lesen wir, dass in dieser Zeit zwei Drittel der Bevölkerung Israels umkommen wird, aber ein Drittel wird umkehren. Nach den heutigen Zahlen von 6 Mio. Juden in Israel wären das 2 Mio., die sich am Ende bekehren und Yeshuah als ihren Messias anriefen. Hätten wir für Deutschland eine solche Verheißung in der Bibel, dass ein Drittel noch zu Glauben kommen wird, dann wären das hier, lässt man die Kinder mal außen vor, etwa 20 Mio. Menschen. Das wäre die größte Erweckung aller Zeiten für unser Land, nur leider gibt es diese Verheißung nicht aber für Israel, da gibt es sie. Wir sehen also, selbst in der schlimmsten Zeit, die Israel noch bevorsteht, selbst da ist Gott mit ihnen und wird sein Volk retten. Wie kann man da sagen, er hätte Israel vergessen, verstoßen?
In Röm 9 haben wir gelesen, auch wenn die Zahl der Kinder der Söhne Israels ist wie der Sand am Meer, wird nur ein Überrest gerettet werden und hier in Röm 11 lesen wir und dann wird ganz Israel gerettet werden. Wie geht das? Mathematik: Wenn ein Drittel überlebt und die anderen umgekommen sind dann ist das Drittel, der Überrest das Ganze und darum heißt es ganz Israel. Und Israel wird eben wieder das Zeugnis übernehmen nach der Entrückung. Und nach der Drangsal wird Jesus Christus wieder auf die Erde kommen, wie wir gelesen haben. Der Retter, der Erlöser Ha Mashiach wird kommen und ausziehen und die Ungerechtigkeiten Jakobs abwenden. (Nächste Mal: Erfüllung des Bundes Gottes mit Israel). 

15.) Die Tage Noahs, Teil 2


 

Der Grund, warum wir uns mit diesem Thema so ausführlich in 2 Einheiten befassen, ist, dass Jesus selbst in Matthäus 24 Verse 37-39 sagte, wie es in den Tagen Noahs war, so wird es beim Kommen des Menschensohnes sein. [2] 

Mit anderen Worten, wenn wir verstehen wollen, wie die Welt sein wird bevor Jesus zurückkehrt, müssen wir uns ein gutes Stück mit biblischer Prophetie beschäftigen. Und Jesus selbst gibt uns den klarsten Hinweis dahingehend, dass er sagt es wird sein wie in den Tagen Noahs. Also müssen wir dort nachlesen, diese Zeiten untersuchen und schauen, was passt 1:1 zu unserer Zeit. Und schon können wir abschätzen, ob wir kurz vor dem Wiederkommen Jesu sind oder es noch dauern wird, ohne dass wir in die Falle der Date-Setter tappen. 

 

So haben wir das letzte Mal, wer da war, wird sich erinnern, über 14 Merkmale der Tage Noahs gesprochen [3], 6 davon haben wir behandelt und heute wollten wir uns die anderen 8 vornehmen. 

Folgende Merkmale haben wir bereits ausführlich besprochen: 

1) In den Tagen Noahs gab es eine Bevölkerungsexplosion und man schätzt die Zahl der Menschen auf ungefähr 7 Mrd. damals, also genau so viel wie heute. Man geht davon aus, dass die Ursache ein Wasser-Mantel um der Erde herum war, der sich bei der Sintflut entleert hat. 

2) Es gab einen ungeheuren technologischen Fortschritt, die damalige Welt war, wenn man der Bibel glaubt, wesentlich höher entwickelt als uns das die säkulare Wissenschaft glauben lassen will. 

3) Es gab eine riesige Unsensibilität und Ignoranz gegenüber Gott und seinem Wirken. 

4) Es gab viel Korruption und Verdorbenheit und Ungerechtigkeit auf der Erde 

5) Gleichermaßen enorme Gewalt und Gewaltbereitschaft unter den Menschen 

6) Darüber hinaus gab es einen sehr starken Spott über Gottes Volk und denen die an der Wahrheit der biblischen Lehre festhielten. 

 

Soweit für das letzte Mal, und ich denke, wenn man sich unsere Welt ansieht, sieht man identische Dinge, die sich heute abspielen. 

 

Wir gehen also weiter zu Ziffer 7) [4] „Dämonische Beeinflussung“, 

Aber es würde keinen Sinn machen, die nächsten 4 Merkmale im Einzelnen zu erläutern, wenn ich nicht eine grundlegende Annahme vorwegschicken würde. 

Und meine Annahme besteht darin, dass in den Tagen Noahs etwas passiert ist, und zwar bezogen auf die Söhne Gottes und die Töchter der Menschen, wie es in Genesis 6 dargelegt wird, dass den Zorn Gottes derart heraufbeschworen hat, dass die Menschheit unweigerlich in die finale Katastrophe der Sintflut schlidderte. 

 

Lasst uns diese Verse mal im Zusammenhang lesen [5]: „Die Menschen wurden immer zahlreicher und breiteten sich auf der Erde aus. Da bemerkten die Gottessöhne, wie schön die Töchter der Menschen waren. Sie wählten diejenigen aus, die ihnen am besten gefielen, und nahmen sie zu Frauen. 

Da sagte der HERR: »Die Menschen sollen nicht mehr so alt werden, ich werde ihnen meinen Lebensatem nicht mehr für so lange Zeit geben. Denn sie sind schwach und anfällig für das Böse. Ich werde ihre Lebenszeit auf 120 Jahre begrenzen.« 

Aus der Verbindung der Gottessöhne mit den Menschentöchtern gingen die Riesen hervor (Nephelin). Sie lebten damals – und auch später noch – auf der Erde und waren als die berühmten Helden der Vorzeit bekannt.“ 

Wie ich in der Vorbereitung lernen durfte, sind das hier die wohl mit am umstrittensten Verse der Schrift bei denen sich eine ganze Reihe maßgeblicher Bibellehrer uneins sind. 

 

Um die Passage voll zu verstehen, ist es sicher nötig ein gutes Verständnis von der Lehre über die Engel und Engelwesen zu haben. Das können wir ja bei Gelegenheit mal erarbeiten, ich finde das Thema jedenfalls enorm spannend. Tatsache ist jedoch, dass die meisten von uns mit Sicherheit keine fundierte Kenntnis oder Lehre darüber haben, obwohl wir uns ihrer häufig im Gebet bedienen, also werden wir daher hier auch nur begrenzt darauf eingehen. 

 

Zwei Hauptansichten gibt es dazu: 

Die eine Gruppe tendiert zu der Auffassung, es handelt sich hierbei um die eheliche Vereinigung zwischen der messianischen Abstammungslinie von Seth und der gottlosen Linie von Kain. Und das obwohl in der Passage wie wir sie gerade gelesen haben, nirgendwo Seth oder Kain vorkommt. 

 

Die zweite Ansicht dazu ist, dass hier einige der Dämonen als gefallene Engel sich mit menschlichen Frauen fortpflanzten und als Produkt dieser Unheiligen Vereinigung entstanden die Nephelin/Riesen, wörtlich „die Gefallenen“. 

Wie gesagt, es gehen an diesem Punkt die Meinungen der Gelehrten auseinander, ich persönlich neige aus verschiedenen Gründen eher zur zweiten Meinung, und diese möchte ich kurz ausführen. 

Der hebräische Ausdruck von Gottes Söhnen ist beni elohim und diese identischen Worte findet man nur 3 weitere Male in der ganzen Bibel. Und zwar in Hiob [6], Kap  1,6; Kap 2,1 und Hiob 38,7. Dort ist mit dem Ausdruck Söhne Gottes im Kontext eindeutig von Engeln die Rede. Jetzt muss man bedenken, Hiob war das älteste Buch der Bibel in Bezug auf das Datum des Schreibens. Als Moses sich hinsetzte, um die ersten 5 Bücher niederzuschreiben, die wir heute die Thora, den Pentateuch oder die fünf Bücher Mose nennen, begann dies etwa mit der Zeit des Exodus. Zu dieser Zeit war Hiob das einzige Buch der Bibel, das existierte. 

Es ist demnach also nicht verwunderlich, wenn Moses 600 Jahre später beim Schrieben von Genesis den Begriff Beni Elohim wiederum den gefallenen Engeln zuordnet. 

Abgesehen davon muss man sich nun die Frage stellen, warum sollten diese Söhne Gottes, die gefallenen Engel oder Dämonen sich mit menschlichen Frauen in den Tagen Noahs fortpflanzen? 

Die Antwort darauf bezieht sich auf etwas, was Gott 3 Kapitel weiter oben in Genesis 3, 15 ausgesprochen hat, nämlich die erste Verheißung auf einen zukünftigen Messias und Erlöser der Menschheit, es heißt dort: [7] „Ich werde Feindschaft zwischen dir und der Frau zwischen deinem Samen und ihrem Samen bringen, er wird dir den Kopf zermalmen und du wirst ihm die Ferse quetschen.“ 

Als Gott diese Worte sprach, sprach er mit der Schlange oder Satan. Er machte Satan darauf aufmerksam, dass jemand kommen wird, und zwar durch den Samen, den Nachkommen der Frau, also durch das Menschengeschlecht, der Satan vernichten wird. 

Satan will aber nicht vernichtet werden, will weiter über die Erde als Fürst dieser Welt regieren , und, clever wie er ist, denkt er sich: Ich muss die Geburt dieses Messias um alles in der Welt verhindern. 

Und in diesem speziellen Fall versucht er die Geburt normaler, genetisch reiner Menschen durch die genetische Vermischung mit gefallenen Engeln zu verhindern. Wenn man diese Folie betrachtet [8], findet man zahlreiche Versuche Satans im Laufe der Biblischen Geschichte, das Kommen Jesu zu verhindern. Und Gott hat immer einen Ausweg geschickt, er hat immer dafür gesorgt, dass die Abstammungslinie der Verheißung des Messias, nie völlig verschwand. Satan wusste, dass der Messias kommen wird, und er nahm diese Prophezeiung Gottes sehr ernst, aber er wusste nicht wann. Satan nimmt im Gegensatz zu vielen Christen die biblische Prophetie, die Gott in seinem Buch niedergeschrieben hat, sehr ernst und wörtlich. Also hat er immer wieder Versuche unternommen, die Geburt des  Messias zu verhindern. Und letztlich ist das die eigentliche Grundlage für unser Weihnachtsfest, das Fest der Geburt des Messias. Es steckt weit mehr dahinter, nämlich der größte geschichtliche und geistliche Kampf um die Vorherrschaft auf der Erde. Ein Kampf den Gott sich nehmen hat lassen zu gewinnen. 

Der erste Versuch war die Ermordung Abels durch Kain, das hat nicht geklappt, weil Satan geglaubt hat, auf Abel ruht die Segenslinie, denn dessen Opfer wurde angenommen. Dann hat Gott den Seth geschickt und mit ihm den Stammbaum des Menschen weitergeführt. 

Hier erleben wir den zweiten Versuch durch Vermischung des menschlichen Genpools mit den Dämonen, eine einzigartige, durchtriebene Strategie. Das Produkt dieser Vereinigung ist dann kein Mensch mehr, sondern ein Mischwesen, eine menschliche Mischrasse, die Nephelin. Aus diesen, so argumentiert Satan für sich selbst, kann kein Messias mehr entstehen, denn der Messias muss ganz Mensch sein (Same der Frau) und ganz Gott sein. Ein Mischwesen taugt dazu nicht und Gott hätte seine Prophezeiung nicht umsetzen können. Würde der Planet nur noch diese Nephelin hervorbringen, hätte Satan gewonnen. 

Und das mag erklären, wovon Genesis 6,11-12 spricht [9]: „Nun war die Erde in den Augen Gottes verdorben und die Erde war erfüllt von Gewalt“; Genesis 6 Vers 12 sagt, dass Gott auf die Erde schaute und siehe, es war verdorben denn die Menschheit hatte ihren Weg auf der Erde verdorben.“ Man kann das Wort verdorben auch wie hier angedeutet wörtlich mit korrupt übersetzen. Eine Korruption der Genetik vor der Flut, manipuliert von Satan in den Tagen Noahs. 

 

Mit diesem Wissen im Hintergrund machen jetzt die Verse aus Gen 6, 8-9 Sinn wo es heißt: 

Noah aber fand Gnade in den Augen des Herrn. Dies ist die Geschichte Noahs: Noah, ein rechtschaffener Mann war untadelig unter seinen Zeitgenossen; Noah wandelte mit Gott.“ 

Jetzt lesen die meisten Menschen diese Worte gerecht und untadelig und sie denken nur, dass es bedeutet, Noah wäre ein gottesfürchtiger Mann gewesen. Aber wir wissen aus Röm 3,23, alle Menschen, also auch Noah haben gesündigt und sind gefallen im Licht der Herrlichkeit Gottes. Noah hatte ebenfalls eine sündige Natur und im weiteren Verlauf der Geschichte Noahs sehen wir ja auch seine Schwäche, er war dem Alkohol zugeneigt, Noah war also keine perfekte Person, genau wie der Rest von uns. Wir alle haben die Gnade Gottes nötig. 

Was bedeutet es dann jetzt, wenn es heißt, dass er rechtschaffen und untadelig war? Nun, interessant ist dieses zweite Wort „untadelig“. Wenn man dem im Original Hebräischen nachgeht, dann findet man das Wort sonst noch im Buch Exodus. Und zwar wird es dort als „makellos“ oder „rein“ übersetzt und betrifft die genetische Abstammung des Passahlamms, mit der sie ihre Türpfosten bestrichen haben als der Todesengel an den Häusern vorbeistrich. In Exodus 12 5 heißt es als Anweisung für die Juden, dass das Lamm ein makelloses Männchen sein soll, ein Jahr alt, von den Schafen oder von den Ziegen. Es ging bei dem Begriff hier nicht darum, dass das Tier sündlos sei, das war es ohnehin, sondern dass seine Genetik rein war, dass es keine Flecken hatte, keine verschiedenen Einfärbungen. 

Daher kann man ableiten, dass mit dem Wort untadelig oder makellos in der Beschreibung Noahs auf seine genetisch reine Abstammung und die seiner Familie schließen lässt und dass das der Hauptgrund seiner Erwählung für den Bau der Arche und letztlich das Überleben der menschlichen Rasse war. Gott wollte die genetischen Mischwesen von der Erde tilgen, Noah jedoch fand Gnade, weil er genetisch durch Satans Experiment nicht kontaminiert war. 

 

Das Ende der Gefallenen Engel kennen wir von 3 neutestamentlichen Passagen. Zweimal bei Petrus [10-12]. 1. Petr 3,19-20 und 2. Petr 2,4-5, bei beiden Versen lernen wir, dass Gott einige der gefallenen Engel nicht verschonte und in das Gefängnis im Abgrund warf. Und Judas erklärt uns in seinem Brief in den Versen 6-7, dass sie dort bleiben bis zum endgültigen Gericht. 

 

Dieses Kreisdiagramm [13] kann helfen. Wir wissen, dass es Myriaden und Myriaden von Engeln gibt und als Satan ursprünglich gefallen ist, wir lesen davon in Off 12,3-8, hat er 1/3 der Engel getäuscht, so dass sie mit ihm zogen. Von diesen sind also einige im Gefängnis und der andere Teil treibt als noch freie Dämonen sein Unwesen. 

Das sind die von denen Paulus spricht im Epheserbrief, dass wir nicht gegen Fleisch und Blut kämpfen, sondern gegen Fürstentümer und Mächte und Herrscher der dunklen Welt. 

 

Nun gibt es auch hier 2 Einwände von Kritikern dieser Interpretation. Aber sie lassen sich leicht entkräften. Die einen berufen sich auf Mt 22,30 [14], wo Jesus sagt, dass Engel nicht heiraten. Hier spricht Jesus über Engel im Himmel, nicht jedoch über gefallene Engel auf der Erde. Der andere Einwand besagt, dass Engel Geister sind (Heb 1,14), daher nicht die körperliche Vereinigung mit den Menschen eingehen konnten. Es stimmt, Engel sind Geistwesen, aber sie können durchaus menschliche Gestalt annehmen. Abraham hat das erfahren, als ihn die 2 Engel besuchten und er Ihnen eine Mahlzeit vorsetzte. Heb 13,2 [15] spricht selbst davon, dass wir gastfreundlich sein sollen, denn so beherbergen wir womöglich Engel, ohne es zu wissen. Wer schon mal eine Begegnung mit einem Engel gehabt hat, der kann sicher eine interessante Geschichte erzählen. 

 

So, vor diesem Hintergrund wollen wir uns an die weitere Liste der Merkmale der Tage Noahs machen, keine Angst, das geht recht schnell jetzt. 

 

Platz 7 unserer Liste bezeichnet die Dämonische Inspiration oder Beeinflussung der Menschen in den Tagen Noahs, unter der Überschrift habe ich die letzten Slides ja schon gezeigt. Wenn also gefallene Engel eine sexuelle Beziehung mit einer menschlichen Frau eingingen, waren offensichtlich die Tage Noahs gekennzeichnet durch eine sehr starken dämonische, okkulten. satanische Präsenz. Wir fassen das heute alles unter dem Begriff Okkultismus zusammen. Genau diese Präsenz des Dämonischen ist es, was die Bibel über das Ende des Zeitalters vorhersagt. Wir kennen das, viele Menschen suchen heute nach einer spirituelle Erweckung. Und, in der Tat, es wird eine spirituelle Erweckung geben, sie ist schon im Gang. Es wird eine Wiederbelebung des Satanischen und des Dämonischen geben. In 2.Thess 2,9-10 lesen wir [16], dass der kommende Antichrist von Satan alle Power bekommt, um in aller Macht alle Zeichen und Wunder der Lüge auszuüben, um alle die zu betrügen, die der Wahrheit nicht geglaubt haben: Es sind dies die gleichen Wunder die auch Jesus ausgeübt hat, das griechische Wort ist hier im Original dasselbe. Die Endzeit wird durch eine satanische und dämonische Präsenz gekennzeichnet sein, die Zeichen und Wunder, werden genauso real sein wie die Zeichen und Wunder Jesu Christi selbst. Der AC erhält laut Off 13 seine Macht direkt vom Drachen. Nun hat Gott als der Schöpfer aller Dinge natürlich die Fähigkeit weit größere Wunder zu vollbringen als Satan, aber Satan als erschaffenes Wesen hat immer noch ein sehr mächtiges Reservoir an Wunderkraft und das wird entfesselt werden. In 1. Tim 4,1 [17] schreibt Paulus an den jungen Pastor in Ephesus Timotheus, seinen Herzensbuben, dass in den letzten Tagen einige vom Glauben abfallen werden, indem sie ihre Aufmerksamkeit auf betrügerische Geister und Lehren von Dämonen richten. Und wenn man jetzt noch Offenbarung 9, 20-21 anschaut, dort werden die Sünden beschrieben, die die Menschen in der kommenden Trübsalszeit kennzeichnen. Eine der genannten ist die Anbetung von Dämonen und dies, obwohl sie von Plagen gequält werden, aber sie bereuen nicht und werden weiter das Dämonische suchen und falsche Götzen anbeten. Sie werden morden, zerstören, verleumden, üble Hetze verbreiten, all die Dinge, die wir heute schon im fortgeschrittenen Stadium erleben. 

Noch eine Stelle, die zeigt, es kommt knüppeldick mit der Verleumdung und der dämonischen Präsenz: Off 16,13 sagt, dass aus dem Mund des falschen Propheten drei unreine Geister wie Frösche kommen, es sind Geister von Dämonen, die Zeichen tun, um die Könige der Welt für die letzte Schlacht in Armageddon zu gewinnen. 

Wir können also mit Fug und Recht behaupten, die Tage Noahs als auch unsere Tage sind gekennzeichnet durch eine okkulte Erweckung. Weil sie Gott ablehnen oder nicht kennen, sind die Menschen bestrebt, ihren spirituellen Hunger woanders zu stillen. Man muss nur an die überall geläufigen Dinge denken: Es fängt mit den harmloseren Sachen an, spirituelle Yoga Anleitungen, spirituelle Neugier, Tischrücken, Horoskope, psychologisches Handlesen oder Hellsehen, Channelling und so weiter bis hin zu den harten okkulten Praktiken. Viele der Kinder-Literatur oder die Video-Games vor denen die Kleinen stundenlang sitzen, sind durchtränkt mit Okkultismus. 

Wir haben hier also eindeutig ein Zeichen Noahs in unserer heutigen Zeit. 

 

Das bringt uns zu unserem 8. Punkt [18].  Unsere totale Verderbtheit und die Lehre, die Doktrin dazu: Es bedeutet, dass die Sünde alles und jeden kontaminiert oder beeinflusst hat, es gibt im Hinblick auf den Menschen nichts in uns, was Gottes Gnade verdient hätte. Es ist jetzt nicht so, dass wir über alle Massen schlecht wären, und in jeder Situation das Schlechteste tun. Das ist nicht gemeint, denn selbst die Bibel spricht davon, ein schlimmer geht immer, aber darum geht es nicht. In Gen 6,5 [19] lesen wir: „Der Herr sah, dass die Bosheit der Menschheit auf Erden groß war und dass jede Absicht der Gedanken ihres Herzens nur böse waren.“ In der Tat bedauerte es Gott nur 1 Vers später, dass er den Menschen überhaupt gemacht hat, zu sehr hat ihn die boshafte Natur des Menschen enttäuscht. Das ganze Ausmaß der Bosheit des Menschen, der Level an Verderbtheit, der in der Welt vor der Sintflut existierte, hat, diese Intensität des Bösen, kann man eigentlich nur verstehen, wenn man aus dem Kontext heraus die dämonische, satanische Präsenz in Genesis 6, Verse 1 bis 4 versteht. Eine Gesellschaft, die sich völlig dem Okkulten geöffnet hat und Satan hat das Böse was bereits im Herzen des Menschen existierte und hat es in den Zenit getrieben. 

Er hat es auf die ultimative, höchste Ebene gebracht, auf die es gebracht werden konnte. Und jetzt stellt sich die Frage, ob wir uns heute diesem Grad der Verderbtheit nähern, vielleicht sind wir noch nicht ganz da, aber es scheint mir, dass wir uns sehr aggressiv in diese Richtung bewegen. 

 

Dies führt uns zu einem 9. Merkmal der Tage Noahs [20] und das hat mit sexueller Abweichung und Abartigkeit zu tun. Die Wahrheit ist, dass Gott einen sexuellen Standard hat, und der lässt sich auch nicht ändern durch noch so viel Gegendere und Political Correctness. Also bitte nicht wütend auf mich werden deswegen, beschwert Euch bei Gott. Als Schöpfer der menschlichen Rasse hat er nun mal das Recht, die sexuellen Standards zu schaffen, nach denen die Menschheit funktionieren sollte und dieser Standard ist heterosexuelle Monogamie Es ist ein Mann und eine Frau für ein Leben. Dass wir das bereits in christlichen Kreisen nicht mehr allzu oft schaffen, ist auch ein Indiz der Verderbtheit unserer Gesellschaft im Lichte der Bibel. Wir lesen in Gen 1,27, [21] dass Gott den Menschen nach seinem eigenen Bild nach dem Bilde Gottes geschaffen hat, er hat ihn männlich und weiblich geschaffen und im nächsten Vers sagt er „seid fruchtbar und vermehret euch, füllt die Erde und macht sie euch untertan.“ Wir müssen verstehen, das ist alles passiert, bevor die Sünde in die Welt kam, also hier haben wir den Ausgangspunkt, den Standard, den Gott gesetzt hat. 

Deshalb heißt es auch daher wird ein Mann seiner Mutter, seinem Vater, verlassen und seiner Frau anhangen und die beiden werden ein Fleisch sein. Interessant ist, dass Jesus genau dies zitierte als er selbst von den Pharisäern konfrontiert wurde, und zwar über die Frage der Scheidung und Wiederverheiratung in Matthäus 19. Es gab da verschiedene Rabbinische Schulen, die das Gesetz des Mose hier unterschiedlich ausgelegt hatten. Jesus geht da jedoch gar nicht darauf ein, sondern kontert mit dem Standard den Gott zu Anfang gesetzt hat und bekräftigt diesen. 

Nun, was wir finden in den Tagen Noahs ist, dass dieser Standard allmählich abgelehnt wurde. Die Leute erfanden sozusagen ihre eigene Sexualität, so zum Beispiel in Genesis 4 Vers 19. Da lesen wir, dass Lamech zwei Frauen für sich genommen hat und somit schon sehr früh in der Menschheitsgeschichte abweicht vom Standard, den Gott vor dem Sündenfall etabliert hat, und zwar in Richtung Polygamie. Diese Abweichung wurde dann zum Mainstream in den Tagen Noahs. Es gibt alte jüdische Rabbiner-Quellen, die besagen, dass vor der Sintflut Homosexualität voll angesagt war, dass es  Eheverträge zwischen Homosexuellen gab, und dass sogar eigens Lieder für diese Hochzeiten geschrieben wurden. Wenn sie richtig liegen, ist das etwas was in keiner Zivilisation seit der Zeit vor der Sintflut legitimiert wurde außer der Heutigen. Diese Rabbiner schrieben, dass, sobald die homosexuelle Ehe offiziell anerkannt wurde, dies der finale Auslöser für Gottes Gericht durch die Sintflut war. 

Homosexualität, Polygamie oder menschliche Frauen, die sich mit einem gefallenen Engel einließen, all dies kennzeichnet die sexuelle Praxis in den Zeiten Noahs. 

Mit anderen Worten, der sexuelle Standard war, dass es keinen Standard gibt, und die einzige Person, die der Feind ist, ist die Person, die darauf besteht, dass es einen Standard gibt, weil sie Gottes Standard weggenommen und missbraucht haben. 

Wenn wir uns jetzt die Frage stellen, wie sieht es denn heute aus mit den Standards Gottes in diesem Bereich dann können wir das jeden Tag in den Social News lesen, aber wir können es auch der Schrift entnehmen: [22] Off 9,20-21 beschreibt die Sünden der Menschen der Trübsalszeit die all die Plagen überlebt haben und in Vers 21 heißt es, sie taten nicht Busse von ihren Mordtaten ihren Zaubereien, noch von Ihrer Hurerei oder sexueller Unmoral. 

Wir sind zwar noch nicht in der Trübsalszeit, allerdings kurz davor. Und heute leben wir in einer Zeit, in der Gottes sexuelle Standards komplett verschwimmen. Alles was vor einiger Zeit, sagen wir 10-20 Jahren noch als abweichend galt, ist heute Mainstream, so als ob es normal ist, sich scheiden zu lassen, alle möglichen sexuellen Praktiken auszuprobieren, seine sexuelle Identität zu ändern wie das Hemd, Pornographie, Seitensprünge, alle möglichen sexuellen Vorlieben, es gibt 1000 Variationen. Die LGBTQ-Bewegung hat inzwischen so viele Charakteristika, dass man sie gar nicht kennen kann. Sie ist eine heilige Kuh geworden und wer irgendetwas dagegen sagt, wird gleich gebrandmarkt. Komplett andere Lebensstile als die Bibel sie vorsieht, sind an der Tagesordnung, Kindern wird ihre sexuelle Identität vorenthalten und eines der ganz tragischen Dinge wie ich finde ist der Vormarsch der Pädophilie in den geduldeten Mainstream-Bereich. Sie wird in juristischen Kreisen inzwischen eher als Verhaltensstörung denn als Verbrechen gewertet. 

Wenn Jesus sagte, dass es bei seiner Rückkehr so wie in den Tagen Noahs sein wird, dann haben wir in dem Punkt verdrehte sexuelle Welt sicher bereits die Schwelle von Damals überschritten. 

 

Nummer 10: Genetische Manipulation. [23] 

Wir haben uns vorhin bereits den Versuch Satans angeschaut durch genetische Manipulation die Geburt des Messias zu verhindern, indem sich gefallene Engel mit menschliche Frauen vereinigten. Gemäß der göttlichen Prophezeiung aus Gen 3,15 [24] muss der Messias ganz Gott und ganz Mensch sein, also aus dem Samen der Frau stammen. Gott hat diesen Versuch durch Sintflut und die übernatürliche Rettung Noahs und seiner reinen Abstammungslinie verhindert. Noahs Sohn Set wurde so zum Stammvater der Messias Linie. 

Und wie sieht es heute mit der genetischen Manipulation aus? Vor zwei Jahren hätte ich diese Frage noch in entfernte Zeiten verwiesen. Aber die Covid-Geschichte hat uns gelehrt, dass wir näher an genetischer Manipulation sind als gedacht. Ich will gar nicht auf das Für und Wider eingehen, da hat jeder seine eigene Meinung und dabei belassen wir es auch. Aber durch den politischen Druck aufgrund der ausgerufenen Pandemie die gentherapeutischen Substanzen in kürzester Zeit auf den Markt und dann in den Menschen zu bringen, sind sämtliche Grenzen der Ethik in der Genomforschung gefallen. Wo man früher lange Jahre Anträge geschrieben hat, und die Arbeit an Säugetieren schon ethisch sehr fraglich diskutiert wurde, ist jetzt kein Halten mehr. Ihr Lieben, der nächste Virus oder so etwas kommt bestimmt, das haben ja einschlägige gut informierte Kreise bereits angedeutet. Und mit ihm kommt die nächste Welle gentherapeutisch verändernde Substanzen. Fast alles ist heute möglich. Immer natürlich unter dem Deckmantel der Krankheitsvermeidung. Man kann bereits heute durch die Crispr/Cas9 Technik Teile des menschlichen Genoms herausschneiden und ersetzen mit Genen und Proteinsequenzen die besser passen. Doch das war bislang ethisch nicht durchsetzbar. Heute, post-Covid, ist alles erlaubt. Viele Wissenschaftler warnen bereits das dies, wenn wir es im großen Stil anwenden, schnurstracks auf eine Art Verklonung der ganzen Menschheit führt. Wer weiß denn, was dann da verklont wird, was gespritzt wird? Man hat es ja jetzt bei Covid gesehen, bis heute hält Pfizer die Daten zu dem Impfstoff unter Verschluss und dennoch ist es interessant, dass viele Schädigungen durch die Impfungen die Fortpflanzungsorgane betreffen. Vielleicht wird die nächste Pandemie– und sie wurde ja von selbsternannten Rettern der Menschheit wie Klaus Schwab und Bill Gates bereits angekündigt -  über eine neue Impfkampagne der Einbringung bestimmter gewollter Gensequenzen in die Menschlichen Körper dienen. Vielleicht auch nicht? Wer will das alles wissen? Wer weiß, was für eine mächtige Strategie Satan hier fährt. Vielleicht lässt sich über diese Schiene auch der vollkommene Kadavergehorsam aus Offenbarung 13 erklärbar, denn fast alle Menschen werden dann das Malzeichen annehmen und den AC anbeten. Und die die es nicht machen, werden geköpft, verfolgt und massakriert, also die Hürde sich dagegen zu stemmen, wird unendlich hoch sein. 

 

Ich finde es auch interessant, dass es in Off 18,23 heißt, wo der Einfluss Babylons bzw. des babylonischen, antichristlichen Systems beschrieben wird alle Menschen wurden getäuscht von ihrer Zauberei/Hexerei. Übersetzt aus dem griechischen bedeutet dies das Wort Pharmakia, das Wort Pharmazie leitet sich daraus ab. 

Dabei möchte ich es bei diesem Thema belassen. 

 

Nummer 11: [25] Jetzt biegen wir schnell in die Zielgerade ein: Auch die Tage Noahs waren von göttlicher Geduld geprägt. Gott sagte zu den Menschen damals, die Tage des Menschen sollen 120 Jahre betragen. 120 Jahre sind eine lange Zeit, das ist zurück ins Jahr 1900, da hatten wir noch Kaiser und noch Pferdekutschen und Gaslampen. Wieviel hat sich seither verändert? Also 120 Jahre sind eine lange Periode. So viel Geduld hatte Gott mit den Menschen, die Noah warnte, als er den Auftrag bekam, die Arche zu bauen. Warum? Weil er darauf wartete, dass die Menschen Buße taten. Erst dann kam die Sintflut und das Gericht. 

 

Das ist es, wovon der 1. Petr. 3,20 [26] spricht, wo es heißt, dass die Langmut Gottes ausharrte in den Tagen Noahs (vorhin schon mal). Interessant ist auch dass Methusalem, der älteste Mensch, der je gelebt hatte, 969 Jahre alt wurde. Nach Arnold Fruchtenbaum bedeutet der Name Methusalem im Original hebräischen Text „Mittler“ aber auch „Wenn er stirbt, wird es gesandt.“ Methusalem starb im selben Jahr als die Flut kam. Gott ist so präzise wie ein Schweizer Uhrwerk, man muss sich nur die Mühe machen, ihn zu entdecken. 

Auch die bösen Kanaaniter hatten bei Gott über 400 Jahre Gnadenzeit, um von ihren bösen Wegen abzukehren, von Abraham bis Josua, bis sie final durch Josua und die Landeinnahme vertrieben und vernichtet wurden. 

Gott ist ein Gott des Lebens, der Geduld mit den Abtrünnigen hat. In Hes 18,23 steht: „Habe ich irgendwie Gefallen an dem Tod des Gottlosen, nicht vielmehr daran, dass er von seinem Wege umkehre und lebe?“ 

In den Tagen Noahs war ungeheurer viel Böses im Gange, aber Gott verschob das Gericht, weil es seine Natur ist. Und heute? Viele erwarten das Ende, die Entrückung etc. und ehrlich gesagt, wenn man diese Liste hier ansieht, kann man durchaus davon ausgehen, dass es nicht mehr lange dauern wird. Aber Gott sagt auch er möchte, dass alle zur Umkehr kommen und gerettet werden (1. Tim 2,4) und Petrus sagt in 2. Pe 3,9: „Der Herr zögert die Verheißung nicht hinaus, er ist nur langmütig da er möchte dass alle zur Busse kommen.“ 

Wir bewegen uns also heute in diesem Spagat zwischen endzeitlichen Zeichen und der Langmut Gottes. 

 

Nummer 12: [27] 

Die Tage Noahs waren auch Tage der Göttlichen Warnung. Eines der Dinge, die man verstehen sollte: Diese Tage vor dem Ende sind auch Tage der Warnung für die Ungläubigen und Ansporn für uns noch viele zu Jesus und in die Errettung zu führen. Noah predigte 120 Jahre und warnte mit Sicherheit vor dem kommenden Gericht, es half nicht viel. Aber es zeigt auch, irgendwann ist die Zeit aufgebraucht, die Gnadenzeit hat ein Ende, die Tür der Arche geht zu. 

Matthäus 24, Vers 14 sagt [28], sagt dass das Evangelium vom kommenden Königreich gepredigt werden soll in der ganzen Welt als Zeugnis für alle Nationen und dann wird das Ende kommen. Und Paulus spricht von der Vollzahl der Heiden, die erfüllt werden muss, bevor Gott seine Geschichte mit seinem Volk Israel weiterschreibt. Gott wird Israel in den letzten Tagen die Scheuklappen abnehmen und das bisher Unvollendete vollenden. 

Es heißt von den Bibelübersetzern, dass es nur noch wenige Menschengruppen der Erde gibt, in deren Sprache die Bibel in die Sprache übersetzen lassen, dann hat jeder Mensch auf diesem Planeten Zugang zu Gottes Wort in eigener Sprache und Internet, die Social Media und TV/Radio Kanäle helfen hier ebenso. 

Es gab also 120 Jahre lang eine göttliche Warnung in Noahs Tagen und es gibt heute eine gleiche göttliche Warnung an alle Menschen, umzukehren und an den Messias zu glauben. 

 

Nummer 13: [29] 

Das 13. Merkmal der Tage Noahs war die Verfügbarkeit der Erlösung, der Errettung. Die Arche war ja ein Riesenschiff und hätte mit Sicherheit noch eine große Mengen mehr Menschen aufnehmen und retten können. Es gibt gute Berechnungen wie viele Menschen oder noch Tiere zusätzlich draufgepasst hätten. Aber nur 8 gingen schliesslich hinein. Errettung war möglich, bloß die Menschen machten keinen Gebrauch davon. 

 

Und heute ist es ähnlich. Wenn wir das Lied singen „In My Fathershouse“, da heißt es in meinem Vaterhaus da ist riesig viel Platz und jeder ist eingeladen. Nur die Realität ist leider, dass die meisten Menschen heutzutage von Gott nichts wissen wollen und von den Ereignissen der Trübsal dramatisch überrascht werden. 

Kennt ihr das auch, es gibt Menschen, die sagen, ach es reicht, wenn ich auf dem Sterbebett mit Gott klar Schiff mache? Was wenn es keine Zeit zum Bereuen mehr gibt? 

Die Flut war damals auch so monumental und so katastrophal, dass die die geglaubt haben, ach ich laufe auf den nächsten Berg, dann passiert mir nichts, kein bisschen besser dran waren als die im Tal. Nur eins hat geholfen, in der Arche zu sein. Heute hilft auch nur eins: Sein Leben Jesus anzuvertrauen, Busse zu tun und an ihn als persönlichen Erlöser zu glauben. 

 

Genauso wie die Arche exklusiv war, nur die die drauf waren wurden gerettet, ist das Kreuz Jesu auch exklusiv: Nur die in ihm erfunden werden, werden gerettet, sagt die Schrift. 

 

Das bringt uns zum letzten Punkt: 14: [30] die Unausweichlichkeit des Gerichts. 

Es gibt die Geduld Gottes, es gibt die Warnung, es gibt das Angebot der Errettung aber wer von all dem nichts wissen will, der muss wissen, es gibt auch das Gericht, das Urteil das Gott über jeden Menschen fällen wird. Und wie ich vorhin schon sagte, man darf die Geduld nicht überstrapazieren, eines Tages und der kann bereits heute sein oder morgen, kann das Gericht kommen. 

Jesus sagt von den Menschen zur Zeit Noahs, die sie nicht verstanden, bis die Sintflut kam und nahm sie alle hinweg, also wird es beim Kommen des Menschensohnes sein. Das Zeugnis der Bibel ist klar, es kam damals ein Gericht und es wird in unserer Zeit oder am Ende des Lebens eines Menschen ein Gericht kommen. 

Noch ist Gnadenzeit aber das Fenster der Gnade, in dem wir uns jetzt befinden, genau wie in Noahs Zeiten, wird nicht ewig dauern. Falls jemand glaubt, das Gericht Gottes wegen der Bosheit der Menschheit wird es nicht geben, das haben die zu Noahs Zeiten auch getan und nur 8 von 7 Mrd. haben es überlebt. Man sollte mit Gott nicht spielen oder sich auch nicht auf eine laue Nummer einlassen, ja, irgendwie kommen doch alle in den Himmel. Gerade die Großkirchen predigen ja diese Allversöhnungslehre aber sie verführt die Menschen nur und hilft nicht, wenn es um Dein und mein ewiges Leben geht. 

 

Abschließend [31] dieser Serie mit 2 Vorträgen sei gesagt, es ist gut, die Zeichen der Zeit zu kennen und auch die Zeichen zu kennen, auf die uns Jesus mit seiner Bemerkung auf die Zeiten Noahs hinweist. 

Die Tage Noahs waren geprägt von mindestens 14 Dingen [32], vielleicht habe ich auch nicht alle erfasst: LISTE nochmal durchgehen 

 

14.) Die Tage Noahs,Teil 1


                                                 
[ 1] Wir wollen uns heute der Frage widmen, die hinter der Aussage von Jesus in MT 24 und Lk 17 steht, dass es beim zweiten Kommen Jesu auf diese Erde sein wird wie in den Tagen Noahs. Lesen wir die Stelle dazu: [ 2]
Mt. 24, 36-39: „Um jenen Tag aber und die Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel nicht, sondern allein mein Vater. Wie es aber in den Tagen Noahs war, so wird es auch bei der Wiederkunft des Menschensohnes sein. Denn wie sie in den Tagen vor der Sintflut aßen und tranken, heirateten und verheirateten bis zu dem Tag, als Noah in die Arche ging, und nichts merkten, bis die Sintflut kam und sie alle dahinraffte, so wird auch die Wiederkunft des Menschensohnes sein.“
Was meint unser Herr damit?
Wir, ich denke die meisten von uns stimmen überein, dass aufgrund eindeutiger biblischer vorhergesagter Zeichen, die in unserer Zeit auftreten, wir in der Endzeit leben. Wenn dem so ist, also hat ja die Aussage Jesu wie in den Tagen Noahs eine richtungsweisende Bedeutung für uns. Man sollte sich also mal die Mühe machen, die Tage Noahs zu analysieren und mit der heutigen Zeit zu vergleichen.
Die Tage Noahs, da denkt man unwillkürlich an zwei Dinge, an die Arche und an die Sintflut. Aber darum ranken sich sehr viele Ereignisse und Details, die es zu studieren gilt, um der Aussage von Jesus näher zu kommen. Und um es vorwegzunehmen, die Welt wie sie in den Tagen Noahs vor der Flut war, ist ein exaktes Abbild von der Welt wie sie sein wird vor dem zweiten Kommen unseres Herrn Jesus Christus. Und wir leben ja in der direkten Erwartung der Wiederkunft des Herrn, zuerst der Entrückung der Gläubigen, dann der 7-jährigen sogenannten Trübsal und schliesslich des 1000-jährigen Friedensreichs unter der Herrschaft Jesu in Jerusalem. All diese Dinge sind klar in den Büchern der Bibel beschrieben, hauptsächlich in der Offenbarung, dem Buch Daniel, dem Buch Jesaja, den Evangelien und den Paulusbriefen, sogar dem Buch Genesis. Und dort finden wir auch die Geschichten über die Tage Noahs.
So, ich habe mich also mit diesem Thema auseinandergesetzt, einige Bücher gewälzt, Predigten und Vorträge zum Thema ausgewertet und bin bei etwa 14 Punkten oder Charakteristika der Tage Noahs angekommen, die sich gleich oder ähnlich in unserer heutigen Zeit zutragen. Diese Auflistung erschien mir am klarsten, sich dem Thema zu nähern und diese Dinge zu beleuchten. [ 3]
Und wenn man das tut, dann kann man sehr leicht daraus schlussfolgern wie fortgeschritten wir in der Geschichte der Menschheit bereits auf der Zeitenuhr sind. Jesus hat uns ja ermahnt, achtet auf die Zeichen. Neben den klassischen Zeichen der Endzeit wie, dass Israel wieder ein Staat ist, der bevorstehende Gog-Magog Krieg, der geistliche Abfall, die Verdrehung von Wahrheit und diverse andere klare Zeichen, sind die Zeichen der Tage Noahs vielleicht etwas versteckter und daher ist es wichtig sich auch damit einmal zu beschäftigen.

1) Bevölkerungsexplosion: [ 4]
Der ersten Trend, bei dem man eindeutige Parallelen zur Zeit Noahs ziehen kann, ist Punkt I, Bevölkerungsexplosion:
Wir erfahren das aus Gen 6,1, wo es heißt: [ 5] „Die Menschen begannen sich zu vermehren und breiteten sich auf der Erdoberfläche aus.“ Die Bibel ist hier sehr klar, die menschliche Rasse wuchs zu Zeiten Noahs exponentiell an.
Warum war das so? Es gibt eine Theorie und ich muss sagen, je mehr ich darüber gelesen habe, desto mehr Sympathie empfinde ich dafür: Es ist keine Lehre, auf der ich eine Kirche drauf bauen würde, aber eine sehr gute Hilfe, um die Dinge der damaligen Zeit zu erklären.

In den Schiften der wissenschaftlichen, biblischen Schöpfungslehre zur Verteidigung einer jungen Erde, den sogenannten Kreationisten einschließlich von Henry Morris, quasi dem Vater der kreationistischen Bewegung (in Deutschland sind Namen wie Reinhard Junker oder Siegfried Scherer bekannt) wird davon gesprochen, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt unsere Welt vor den Tagen Noahs von einer Wasserkugel (Water Canopy) umgeben war. [ 6] Und es funktionierte wie ein Baldachin um die Erde und schuf eine Art Gewächshaus. Ein Effekt, der die schädlichen Strahlen der Sonne filtert, so dass Menschen länger leben konnten und Tiere gedeihen konnten, von denen wir heute nur noch Fossilien haben. Und, es könnte die Flut erklären.
[ 7] Hier ist eine weitere Darstellung dessen, wie die Erde vor der Sintflut ausgesehen haben könnte.
Nun, jetzt kann man sich fragen, woher haben diese Leute diese Idee? Sie kommt von 1. Mo 1,6-8: [ 8] „Und Gott befahl: »Im Wasser soll sich ein Gewölbe bilden, das die Wassermassen voneinander trennt!« So geschah es: Er machte ein Gewölbe und trennte damit das Wasser darüber von dem Wasser, das die Erde bedeckte. Das Gewölbe nannte er »Himmel«. Es wurde Abend und wieder Morgen: Der zweite Tag war vergangen.“
Und eine weitere Bibelstelle: Ps 148,4: „Lobt ihn, ihr Himmel der Himmel und ihr Wasser, die ihr oberhalb des Himmels seid!“
Gott schuf also Wasser, enorme Mengen Wasser, und es gab sie auf der Erde, also die Ozeane und über dem Himmel. Es könnte also wirklich wie eine Art Ballon oder Baldachin um den Erdball herum gewesen sein.
Dies würde eine vernünftige Erklärung dafür liefern, woher die Wassermassen bei der Sintflut kamen. [ 9] 1. Mo.2,5-6 lehrt uns, dass es keinen Regen gab bis zur Flut, Gott ließ nur beständig einen Nebel aus dem Boden steigen, der die Pflanzen bewässerte. Umso höher ist der Glaube Noahs zu bewerten, der, obwohl er Regen nicht kannte, Gott vertraute, und mitten auf trockenem Land die Arche zusammenzimmerte. Die Auflösung oder Ausgießung des Wasser-Baldachins oder der Wasserkuppel über dem Himmel könnte eine ganze Reihe von Erklärungen für die frühzeitlichen Phänomene liefern[ 10]. Zum Beispiel die Erklärung dafür, dass wir heute solch eine Wasserkuppel nicht mehr haben und die immensen Wassermassen, die bei der Flut die gesamte Erde in 40 Tagen bis zu den höchsten Gebirgen unter Wasser setzten. Normaler Regen allein würde das niemals bewerkstelligen.
Gleichermaßen könnte es auch die seltsamen Tiere oder das Viehzeug erklären, die im ältesten Buch der Bibel, dem Buch Hiob genannt werden. Dort spricht man von den Giganten, dem Behemoth und dem Leviathan. Die Schöpfung in Gen 1,24 spricht ebenfalls von der Erschaffung von Biestern, Kreaturen nach ihrer Art. Es könnte die Fossilbestände erklären von Dinosauriern und anderen Tieren vor der Flut und dass diese bis in Höhen von 6-7000 Metern zu finden waren.
Ein weiterer zentraler Punkt: Das lange Leben der frühen biblischen Menschen und das verkürzte Leben nach der Flut. Wir wissen, dass die Menschen vor der Flut sehr, sehr alt geworden sind. Adam wurde 930 Jahre, Methusalech, der älteste je lebende Mensch wurde 969 Jahre, manche 890 usw. [ 11] Hier sehen wir eine mathematische Berechnung dieser Tatsache. Ohne die Details dieser Berechnungen zu verstehen, zeigt es doch deutlich wie die Dauer der Lebensjahre der Menschen – hier als Kurve dargestellt - sich nach der Flut rasch nach unten bewegt. Es könnte durchaus sein, dass der Wassermantel die schädlichen Strahlen fernhielt und daher eine Art Treibhauseffekt entstand, in dem alle Menschen, Tiere und Pflanzen wunderbar gedeihen konnten und langlebig waren. Graduell nimmt nach der Flut das Lebensalter ab, von 600 auf 400, dann 200, Abrahams Vater Terach wurde 205, Abraham selbst 175 Jahre, Josef noch 110. Es ging allmählich zurück auf das heutige Maß. In Ps 90 steht: „Wenn Du 70 oder 80 Jahre schaffst, solltest Du als glücklich angesehen werden.“
Gott nutzte den Baldachin, um die Welt zu überfluten und als der Filter weg war, ging der Schutz vor den Strahlungen weg, und die Menschen wurden zunehmend nicht mehr so alt.
Gleichzeitig gibt es Berechnungen, dass aufgrund des hohen Lebensalters die Bevölkerung vor der Flut rasant explodiert ist. Wir sehen das an den Aussagen aus Gen 5, da heißt es immer, er war soundso alt, dann zeugte er den Nachfahren, danach zeugte er noch viele Söhne und Töchter. Wenn diese Menschen damals biologisch fit waren, konnte dies sehr schnell zu einer enormen Bevölkerungsdichte führen. Man rechnet mit etwa 7 Mrd. Menschen zu Zeiten der Flut und dies ist konservativ. Ich finde das sehr interessant, weil das im Grunde die gleiche Anzahl von Menschen ist, die wir in unserer Welt heute haben.
Hier haben wir also die erste große Parallele zu Noahs Tagen, von der Jesus gesprochen hat.
 
2. Technologische Perfektion [ 12]
Als zweiten Punkt möchte ich den technologischen Fortschritt nennen. Unzweideutig sind wir heute in dem Zeitalter höchster technologischer Perfektion angekommen. Wir alle sind durch gewollte Gehirnwäsche mit dem Modell anthropologischer Entwicklung durch Evolution groß geworden -ich habe es sogar im Detail im Studium gehabt. [ 13] Das Charakteristikum ist, der Mensch entwickelte sich über lange Zeiten aus der Ursuppe über den Einzeller, dann irgendwann den Affen hin zu dem was wir jetzt sind. Im Englischen gibt’s da ein schönes Wortspiel, “from the goo to you by way of the zoo”. Also diese Theorie besagt, wenn man zurückblickt, wird es anscheinend immer primitiver mit der Lebensform. Dies jedoch steht in krassem Gegensatz zu den Aussagen der Bibel.
Nehmen wir die Arche: Was für ein herausragendes Machwerk. Noah werkelt, schraubt, hämmert, schleift, poliert 120 Jahre an diesem Ding rum, aber das bewirkt, dass es die Fluten aushält. [ 14]Das hier ist eine originale Nachbildung in Kansas, lohnt sich bestimmt da mal hinzufahren, wenn man kann. Er musste also was verstehen von Schiffsbau, obwohl es ja noch nie geregnet hatte, er musste räumliches Denken und Planen beherrschen, er musste etwas von Qualitätsanspruch verstehen, damit das Ding auch die unbeschreiblichen Wellen der Sintflut überlebt. Noah musste also technisch versiert gewesen sein und kein gerade aus der Höhle gekommener Halbaffe.
In Gen 5,1 steht, dies ist das Buch der Geschichte von Adam; wer hätte sie besser niederschreiben können, wenn nicht Adam selbst, dieser muss also vermutlich der Sprache und des Schreibens mächtig gewesen sein. Gen. 4,17 sagt, dass Kain in dieser Zeit eine Stadt baute und sie nach seinem Sohn Henoch benannte. Wann hast Du, habe ich, zuletzt eine Stadt gebaut? Offensichtlich haben wir es mit anspruchsvollen Leuten zu tun. Über weitere technologische Fortschritte lesen wir ein paar Verse weiter: [ 15]Gen. 4 20-22: „Und Ada gebar den Jabal; der wurde der Vater der Zeltbewohner und Herdenbesitzer. Und sein Bruder hieß Jubal; der wurde der Vater aller Harfen- und Flötenspieler. Und auch Zilla gebar, und zwar den Tubal-Kain, den Meister aller Handwerker in Erz und Eisen. Und die Schwester Tubal-Kains war Naama.“
[ 16] Es gab also eine ganze Reihe technologischer Errungenschaften. Es gab offensichtlich Handel, weil sie Vieh hatten. Es gab Musiker, sie waren fähig, eine Laute, eine Flöte und was weiß ich  nicht noch für Instrumente zu bauen und zu spielen. Und einer der am häufigsten übersehenen Verse ist V22, es heißt da Tubal Kain war der Meister aller Handwerker in Erz und Eisen oder auch Werkzeuge aus Bronze und Eisen. Die säkulare Anthropologie lehrt uns, dass die Bronzezeit etwa von 3700 bis 500 v. Chr. war und danach die Eisenzeit begann. In unserer Bibel steht allerdings, dass die Menschen schon zu Beginn ihrer Geschichte Eisen und Bronze hatten und damit umgehen konnten.
Wisst Ihr was ich glaube? Die Menschen wurden genauso wie die Tiere und Pflanzen von Gott im reifen Stadium erschaffen und nicht erst als dumme Einzeller, die sich evolutionstechnisch hochschaffen mussten. Adam und Eva waren ausgewachsene, reife Menschen, die sprechen konnten und ihre Nachfahren umso mehr.
Man muss ja auch berücksichtigen, dass die Zeit von Adam bis zur Flut 1656 Jahre betrug. Ca. 900 davon oder 800 lebte die erste Generation mit der nächsten und der nächsten und der nächsten zusammen, ein Geschehen, dass wir uns bei unserer Kurzlebigkeit heute nicht mehr vorstellen konnten. Was da an Wissenstransfer und Vermittlung von Alt nach Jung und Jung nach Alt stattgefunden haben muss, unvorstellbar.
Wir lesen in Gen 11 vom Turmbau zu Babel, das ist jetzt nach der Flut aber immerhin, das sollte man durchaus erstmal nachmachen. Ihr Fortschritt war so groß, dass sie begannen, übergeschnappt zu werden und den Bau eines Turmes bis an den Himmel zu erwägen. Gott schaute sich das nicht lange an, er sagte in Gen 11,6: [ 17] „Und der HERR sprach: Siehe, sie sind ein Volk, und sie sprechen alle eine Sprache, und dies ist [erst] der Anfang ihres Tuns! Und jetzt wird sie nichts davor zurückhalten, das zu tun, was sie sich vorgenommen haben.“ Und er verwirrte ihre Sprache und zerstreute sie bis an die Enden der Erde.
Erkennen wir hier Parallelen zu heute? Heute sind es vielleicht keine Türme, aber es sind die Gene, die von Gott geschaffene individuelle Erbsubstanz, die wir verändern – dazu kommen wir später noch, es sind technologische Netzwerke, die wir kaum beherrschen, es sind atomare und andere Waffen, die uns locker selbst vernichten können. Es ist immer darauf zurückzuführen, dass der Mensch denkt, er könnte mehr erreichen, wenn er die Dinge selbst in die Hand nimmt und nicht Gott. Wenn er in die Schöpfung eingreift. Er weiß, was Sache ist, nicht der allmächtige Gott. Den gibt es offiziell nicht oder kaum noch oder nicht mehr oder der schläft oder hat aufgehört sich um uns zu kümmern. Gerade wenn uns Unglück widerfährt, prangern wir Gott an. Heute fassen wir diese ganze menschliche Haltung, die sich bereits vor der Flut und beim Turmbau zu Babel klar herausschälte, unter dem Begriff Humanismus zusammen. Interessant ist, dass damit die meisten politischen Parteien ins Rennen gehen.
Wir kommen dazu später noch aber was wir bei der Flut und beim Turmbau zu Babel lernen können und was Jesus mit Sicherheit im Hinterkopf hatte als er sagte, es wird sein wie in den Tagen Noahs: Es wird ein Ende haben, Gott wird eingreifen. Irgendwann ist die Tür zur Arche zu, irgendwann der Turm zerstört, es gibt einen Tag, da greift das göttliche Gericht ein.
Schlaue Menschen haben mal zusammengestellt was die Menschen in extrem frühen Zeiten alles auf die Beine gestellt haben: [ 18]Palast von Knossos, Pyramiden von Gizeh, Architektur der Inkas, Stonehenge, Mauer von China usw. Vieles von dem, wie es gebaut wurde unter welchen Umständen, kann man sich bis heute nicht erklären. Wenn Du jedoch der Bibel Glauben schenkst, und ich hoffe, dass Du das tust, musst Du nicht dem säkularen Modell glauben, dass der frühe Mensch eigentlich ein Oran-Utan war und er nicht sprechen konnte und Feuer erst hatte als der Blitz einschlug. So stellt die Bibel den frühen Menschen nicht dar. Ich glaube, dass der Mensch schon früh in der Geschichte bereits vor der Flut eine sehr hohe Intelligenz und ein sehr hohes Maß an Raffinesse hatte. Wenn man das nicht glaubt, dann muss man eine Erklärung für diese Liste und noch viele andere technologische Wunderwerke der Vergangenheit haben. Und viele fangen dann an und reden von UFOs, die gekommen sind und das bewerkstelligt haben. Das ist traurig.
Ich weiß, dass viele Christen ein Problem mit der auf der Zeitachse erst kürzlich erfolgten Schöpfung und den Kapiteln 1 und 2 in der Bibel haben. Mir ging das auch so und ich habe sogar Evolutionslehre im Rahmen meines Studiums im Detail studiert. Aber es ist wichtig, dass wir verstehen, Kapitel 1 und 2 sind ebenfalls von Gott zu unserem Nutzen aufgeschrieben, sein Wort ist Wahrheit, denn sein Wort ist wer? – Jesus! Und wir wissen, dass Jesus existiert und lebt und von den Toten auferstanden ist. Gott macht keine Fehler. Wir können diese ganze Thematik gerne mal in einem Seminar oder anderen Rahmen beleuchten. Wenn man hier tiefer auch in die Schöpfungswissenschaft eintaucht, wird man als gläubiger Christ, der Jesus erlebt hat, keine Zweifel mehr daran haben, dass die Schöpfung so wie sie von Gott inspiriert niedergeschrieben wurde, auch tatsächlich so stattgefunden hat.
Wie wir noch sehen werden, waren die Menschen in den Tagen Noahs, technologische Meister aber ethisch und glaubenstechnisch verkümmert. Ich finde das passt wunderbar auf die heutige Zeit. Wir haben allen technischen Fortschritt, den man sich vorstellen kann, aber sind moralische und ethische Zwerge.
Paulus schreibt in seinem letzten Brief, seinem Vermächtnis an Timotheus in 2. Tim 3,1: [ 19] „Das aber sollst du wissen, dass in den letzten Tagen schlimme Zeiten eintreten werden.“ Und weiter in V7: „die immerzu lernen und doch nie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen können.“ Wir sollten demütig bleiben und erkennen, dass unser Wissen verglichen mit Gottes Schöpfungsordnung nur Stückwerk bleibt. Auch wenn wir heute technische Giganten sind, so haben wir doch fast kein Wissen von Gott, von der Einfachheit des Einfachheit des Evangeliums Jesu Christi und ich finde, das ist eine klare Parallele zu den Tagen Noahs.

3. Respektlosigkeit /Unsensibilität gegenüber Gott [ 20]
Das bringt uns zum nächsten Punkt, der dritten Parallele auf unserer Liste: Man würde meinen, dass die Menschen mit all dieser Technologie mehr Zeit zur Verfügung haben würden, wirklich die Dinge Gottes zu suchen, aber es hat in Wirklichkeit den gegenteiligen Effekt: Der dritte Punkt oder die dritte Parallele ist, dass es in den Tagen Noahs eine enorme Respektlosigkeit bzw. eine Unsensibilität gegenüber Gott gab. Wir hatten das eben schon mal kurz angedeutet, dass dies auch heute für uns gilt. Die entsprechende Bibelstelle lesen wir wieder bei Jesus in seiner Endzeitrede in Mt. 24, 38-39 sagt: [ 21] „Denn wie sie in den Tagen vor der Sintflut aßen und tranken, heirateten und verheirateten bis zu dem Tag, als Noah in die Arche ging, und nichts merkten, bis die Sintflut kam und sie alle dahinraffte, so wird auch die Wiederkunft des Menschensohnes sein.“ Wenn Jesus das sagt, dann muss das so sein.
Die Leute in den Tagen Noahs waren vom täglichen Leben komplett vereinnahmt, sie hatten keine Zeit für Gott, sie verschwendeten keine Gedanken an Gott. Kennen wir das? Sie waren so mit ihrer Technologie, ihrem Fortschritt, ihrer Kunst, ihrem Sport, Ihrem Haus, ihrem Hof, ihrer Hochzeit, ihrer Liebe und all diesen Dingen beschäftigt, dass sie der Warnung Noahs kein Gehör schenkten. Noah predigte und ermahnte die Menschen seiner Zeit über 120 Jahre, ehe er in die Arche stieg. By the way: Das ist mal ein gutes Beispiel für demütigen geistlichen Dienst: 120 Jahre predigen und nichts passiert außer den 8 Personen seiner Familie kam keiner mit obwohl die Arche riesig war und jede Menge Menschen hätte aufnehmen können. Dennoch wird Noah in Hebräer 11 uns in der Hall of Fame der Glaubenshelden als einer von diesen vorgestellt. Also wenn Du in deinem Leben denkst Gott würde dich nicht gebrauchen, schau mal auf Noah.
Und als dann die Flut zuschlug, war es fast so, als ob die Menschen das Hochwasser völlig überraschte. Sie benahmen sich so, als hätten sie keine Ahnung, dass dieses Urteil kommen würde.
Heute ist es genau das Gleiche. Wir alle haben Tonnen von Ablenkung, Sport, Unterhaltung, die täglichen Chats und Social Media die in meinen Augen extreme Zeitfresser sind, wir haben Nachrichten, nicht endende Informationsflut, wir haben Stress auf der Arbeit, im Privatleben, oder wir feiern Party und genießen das Leben ohne Ende, die Liste ist unendlich lang. Aber wir haben nicht das Wesentliche: Wir kommen nicht zum Gebet zusammen oder wir gehen nicht mehr in den Gottesdienst, wir suchen den Herrn nicht. Sonntags, Samstags oder hier im FH Mittwoch Abends oder Freitag früh beim Rheingauer Frühgebet, es kommen nicht viele, die Kirchen sind leer in diesem Land wie in den meisten Ländern der Welt, es gibt eine grundlegende Abwehr und Unempfindlichkeit gegenüber Gott nicht nur in unserer Kultur, sondern in unserer Welt.
Mir ist das früher mal aufgefallen, als Reinhard Bonnke in Nigeria in einem Gottesdienst mehrere Mio. Menschen zusammen brachte und die Leute sich reihenweise bekehrten, das war unseren Medien keinen Pfifferling wert. Wenn aber irgendwelche 40-50 Linke zu Ostern Friedensblockaden in irgendeiner Fußgängerzone gemacht haben, dann wurde das breitgetreten in alle Sendungen. Wir müssen wissen, dass unsere Medienlandschaft und nahezu alles was wir über die Medien vorgesetzt bekommen, eindeutig antigöttlich und durch und durch humanistisch ausgerichtet ist.
Jesus sagt in Lk 18, 8: „Wenn der Menschensohn kommt, wird er den Glauben auf der Erde finden?“ Diese Frage ist entscheidend. Wenn Jesus zurückkommt, wird es jemanden geben, der Ihn sucht? Wird es Menschen geben, die dem Reden und Handeln Gottes Priorität einräumen? Diese grundlegende Unsensibilität gegenüber Gott ist eine weitere Parallele zu den Tagen Noahs.

4. Verdorbenheit/ Korruption [ 22]
Eine weitere auffallende Parallele zu unserer eigenen Zeitperiode führt uns zu unserem vierten Punkt in Bezug auf die Tage Noahs Diese Tage waren Tage der Verdorbenheit und Korruption. Wir lesen dies in Gen 6,11-12: [ 23] „Die Erde aber war verdorben vor Gott, und die Erde war erfüllt mit Gewalttat. Und Gott sah die Erde, und siehe, sie war verdorben; denn alles Fleisch hatte seinen Weg verdorben auf Erden.“
Gott benutzt das gleiche biblische Wort mehrmals, um den Zustand damals zu beschreiben, es heißt korrupt, verdorben, verderbt. Wir müssen nicht weit schauen, um heute festzustellen, wie große Teile der Politik korrumpiert sind, wie Lobbyismus und Geld im Hintergrund die Fäden ziehen. Täglich lesen wir über Skandale auf allen Ebenen der Gesellschaft, egal ob in Politik, der Wirtschaft, den religiösen Institutionen. Es ist eine Geschichte der Korruption. Es ist so häufig, dass wir schon fast denken, dass es normal ist, wenn der nächste Skandal um die Ecke kommt, weil Skandale in unserer Gesellschaft so alltäglich geworden sind.
Was in den Tagen Noahs stattfand war zum einen die Korruption und damit Veränderung des Genpools des Menschen. Die gefallenen Engel nahmen sich die Töchter des Menschen und zeugten Mischwesen, deren Gene nicht denen des geschaffenen Ebenbildes Gottes entsprach. Warum? Es war die Strategie Satans, auf die Prophetie aus Gen 3,15, die Gott auf ihn legte, dass einer kommen wird der ihm den Kopf zertreten wird, zu reagieren. Gibt es keine Ebenbilder Gottes mehr, kann auch der Messias, der ganz Gott aber auch ganz Mensch ist, von diesen gen-korrumpierten Menschen nicht geboren werden. Gleichzeitig fand eine Verderbtheit statt, sexuelle Unmoral bahnte sich den Weg. Man kann das sehr eindrücklich in den Beschreibungen über die Abstammungslinie Kains sehen. Und sexuelle Unmoral, der ganze Genderwahn, ich muss nicht viel dazu sagen, es ist ein eindeutiges Kennzeichen unserer heutigen Zeit. Wir werden das ausführlicher das nächste Mal im zweiten Teil besprechen.

5. Gewalt  [ 24]
Und zum anderen spricht die Bibel von den Gewalttaten der Menschen in den Tagen Noahs. Auch hier stellen wir eine deutliche Parallele zu heute fest, und das bringt uns zum nächsten Punkt: Gewalt. Noch einmal Gen 6,11-13: Da heißt es [ 25] „Die Erde aber war verdorben vor Gott, und die Erde war erfüllt mit Gewalttat. Und Gott sah die Erde, und siehe, sie war verdorben; denn alles Fleisch hatte seinen Weg verdorben auf Erden. Da sprach Gott zu Noah: Das Ende alles Fleisches ist vor mich gekommen; denn die Erde ist durch sie erfüllt von Gewalttat; und siehe, ich will sie verderben mit der Erde.
Die Erde war erfüllt mit Gewalttat, andere Übersetzungen sagen, „mit Frevel.“
Gott gingen die ganzen Dinge, auch die Gewalttat der Menschen zu weit und so beschloss er die Erde zu vernichten. Er sagte dies Noah und beauftragte ihn eine Arche zu bauen. Das biblische Wort für Gewalt hört sich im hebräischen an wie Hamas, also die Terrorgruppe, die heute im Gazastreifen Israel terrorisiert, sie trägt ihren Auftrag im Namen.
Schon in den ersten Generationen bereits vor der Flut finden wir ausgeprägte Gewalttat: Wir kennen den Brudermord von Abel durch Kain bereits in der zweiten Generation und es wird schlimmer. Ein Nachfahre Kains, nämlich Lamech, über den lesen wir in Kap 4,23-24: [ 26] „Und Lamech sprach zu seinen Frauen: »Ada und Zilla, hört meine Stimme! Ihr Frauen Lamechs, vernehmt meinen Spruch! Einen Mann erschlug ich, weil er mich verwundet, einen jungen Mann, weil er mich geschlagen hat! Denn Kain wird siebenfach gerächt, Lamech aber siebenundsiebzigfach!“ Also Lamech praktizierte nicht nur die direkte Vergeltung, sondern wenn ihn sogar ein junger Mann, der ihm körperlich unterlegen ist, nur schlägt, bringt er ihn gleich kaltblütig um und er rächt sich 77-fach. Hier sehen wir die Entstehung der Sippenmorde und Ehrenmorde, die heute noch vielfach im Nahen Osten und anderswo praktiziert werden. Wenn einer sich strafbar gemacht wird, wird gleich die ganze Familie umgebracht.
Wir begegnen hier einer Einstellung, einer Philosophie und einem Lebensstil, die wir bei Kains Nachkommen finden und das potenziert sich natürlich von Generation zu Generation. Die Würde, die die Menschen besaßen als Ebenbild Gottes, wie Gott sie schuf, ging verloren. Mord war im Plan Gottes nicht vorgesehen und somit ein direkter Angriff auf Gott selbst. Jeder Mord, jedes Kriegsopfer, immer ist es ein Affront Gottes, immer richtet es sich entgegen der Ordnung Gottes, immer richtet es sich nach dem geschaffenen Ebenbild Gottes. Als Kain seinen Bruder Abel in Genesis ermordete, fragt Gott ihn rhetorisch: was hast du getan, die Stimme des Blutes deines Bruders schreit zum Himmel. Gott weint um jedes Opfer, denn jedes Mal wird ein Bildträger von Gottes Ebenbild ermordet. In den 10 Geboten sagt Gott: „Du sollst nicht töten.“ Es ist ein Konzept zum Schutz für das Leben und gegen das Morden. Die Heiligkeit des menschlichen Lebens ging in den Tagen Noahs verloren.
Und heute ist es dasselbe, oder? Eine interessante Studie hat mal aufgezeigt welches die Hauptprobleme an öffentlichen Schulen in den USA im Verlauf der Zeit waren: Waren es in den 1960/70er Jahren noch Kaugummis unter den Sitzen, Lärm und Unruhe im Unterricht, unpassende Kleidung, so sind es in den letzten 20 Jahren ganz andere Dinge: Vergewaltigung, Raubüberfall, Brandstiftung, Bombenanschläge, Mord, Mobbing, Selbstmord, chronische Fehlzeiten, Vandalismus, Erpressung, Drogen- und Alkoholmissbrauch, Bandenkriege, Schwangerschaften, Abtreibungen und Geschlechtskrankheiten. Ein Spiegelbild all der Dinge, die wir aus den täglichen Nachrichten kennen. Offensichtlich haben sich die Dinge im Laufe der Zeit ziemlich verändert. Unsere Welt ist mit Sicherheit heute genauso gewalttätig, wie sie es in den Tagen Noahs war. [ 27]Einer weiteren Studie zufolge weisen Kindershows im Fernsehen oder Jugendsendungen oder potenzielle Filme die für Jugendliche gemacht sind, insbesondere Zeichentrickfilme, von allen Sendungen im Schnitt die meisten Gewaltszenen auf, durchschnittlich 10-20 pro Stunde. Wenn die Kinder mit 3 Jahren anfangen zu gucken, haben sie mit 18 bereits 16000 simulierte oder gestellte Morde und über 200.000 Gewalttaten gesehen. Wenn wir nur  an die heutige Computer-Game Szene denken, was da alles an Gewalt über den Bildschirm flackert. Und die Kids sitzen Stunden davor, bahnen sich mit Maschinengewehren ihren Weg über blutspritzende Leichen, um an irgendein Ziel zu kommen oder einen Score zu erreichen. Pervers ist das, oberpervers und viele Eltern wissen davon gar nichts. In einer Welt, die ihre Kinder dahin erzieht, dass Menschen nicht wirklich Gottes Ebenbild, sondern nur eine Art nackter Affe sind, muss man sich nicht wundern, dass die Hemmschwelle, jemanden umzubringen, immer niedriger wird. Das gleiche gilt im größeren Maßstab, wenn wir über Kriege, ethnische Säuberungen, gesundheitspolitische Zwangsmaßnahmen oder Abtreibungen reden. Allein 73 Mio. Abtreibungen jedes Jahr schreien zum Himmel. Das ist mehr als die normale Sterberate, die 2021 bei 61.5 Mio. lag. Welch eine Tragödie, welch ein Triumph Satans. Was muss das für ein Weinen und Trauern sein um all diese Menschen denen willkürlich das Recht auf Leben genommen wird. Wir sind heute vom göttlichen Standard der Heiligkeit des menschlichen Lebens meilenweit entfernt. Und genau das meinte Jesus als er von den Tagen Noahs sprach. Es war damals so wie heute.

6. Spott über die Gläubigen  [ 28]
Eine weitere Parallele zwischen den Tagen Noahs und heute hat mit dem Spott über Gottes Volk zu tun. Noah verkündete seine Botschaft der Umkehr zu Gott über 120 Jahre. Und es besteht kein Zweifel daran, dass dieser Mann und seine Familie Gegenstand von enormem Spott gewesen sein muss. Der Grund, warum ich das denke, ist, dass die Gesellschaft in Noahs Tagen vor der Sintflut keine Konzeptionelle Idee davon hatte, was Regen sein könnte, wir hatten das vorhin schon einmal: Lesen wir noch einmal in Gen 2,5-6: [ 29] „Es war aber noch kein Strauch des Feldes gewachsen auf der Erde, noch irgendein Kraut auf dem Feld; denn Gott der HERR hatte es noch nicht regnen lassen auf der Erde, und es war kein Mensch da, um das Land zu bebauen. Aber ein Dunst stieg beständig von der Erde auf und bewässerte die ganze Fläche des Erdbodens.“ Die damalige Welt kannte nur den Dunst, den Nebel, der aus der Erde aufstieg, mit dem Gott alles fruchtbar hielt, aber sie hatten überhaupt keine Idee davon, dass auf einmal Wasser von oben auf sie herabkommen könnte, natürlich auch das Wasser des Baldachins bei der Flut. Und nun steht da dieser sonderliche Mann, baut ein Riesenschiff mitten in der Wüste oder wo auch immer und erzählt den Leuten 120 Jahre lang, sie sollen zu Gott umkehren, sonst wird eine Flut sie wegraffen. Er war eindeutig ein Prediger der Gerechtigkeit wie uns 2. Petr.2,5 sagt [ 30]. Er muss in den Augen der damaligen Gesellschaft als Irrer und radikaler Wahnsinniger Mann gegolten haben. Man hätte ihn, wenn vorhanden, vermutlich in eine neurologische Heilanstalt wie den Eichberg, verfrachtet. Man kann sich nur schwer das Lachen und Spotten über diesen Mann ausdenken, der Lächerlichkeit, der er preisgegeben war. Der einzige Grund, warum er in der Lage war, das zu tun, was er tat, war, dass er Gott völlig vertraute. Noch etwas lässt uns Petrus über Noah wissen: in 1. Petr. 3,20 heißt es: „Sie waren es, die zur Zeit Noahs gelebt und Gott den Gehorsam verweigert hatten. Geduldig hatte Gott mit der Vollstreckung des Gerichts gewartet, während Noah schon die Arche baute. Aber als dann die Flut kam, wurden nur acht Menschen in der Arche durch das Wasser getragen und gerettet.“ Nur 8 Menschen von 7 Milliarden, wenn man den Berechnungen der Schöpfungswissenschaftler folgt. Was für ein frustrierendes Leben, aber wir sehen ja auch an den  Propheten im AT, wer von Gott auserwählt ist, kann nicht immer auf ein Leben in Saus und Braus pochen.
Ist es heute nicht genauso? Was die Bibel mit Spott bezeichnet, ist gleichzusetzen mit der Verleugnung Gottes. Schaue Dir jede Dokumentation über die Erde, über Tiere, schau Dir die Nachrichten an, überall wird ein Leben ohne Gott proklamiert, eine Entstehung der Erde vor Jahrmillionen aus Urschlamm zementiert als wäre dies wissenschaftlich einwandfrei korrekt. Aber das ist es nicht, vieles bleibt unerklärlich aber man erwähnt es nicht. Es wird getan als gäbe es alles schon so lange und als gehe alles immer so weiter, wir Menschen müssen nur etwas an der Oberfläche korrigieren, ein bisschen Klima hier, ein bisschen Medizin da und alles ist prima. Keiner rechnet mehr mit dem Eingreifen Gottes, keiner rechnet mehr mit dem Gericht was kommen wird. Und das, obwohl wir die Schrift haben und nachlesen können, dass ihre Aussagen bisher zu 100% eingetroffen sind. So sollten wir auch den Rest des noch vor uns liegenden glauben. Satan hat hier ein fantastisches Ablenkungsmanöver gestartet um den Menschen von je her von den Wahrheiten Gottes fernzuhalten. Sollte Gott wirklich gesagt haben? Das ist seine Frage, die er schon Eva stellte und den Menschen heute genauso, um Gott in unseren Augen zu entmachten, aber dazu kommt es heute gar nicht mehr, denn Satan versteckt sich hinter den Medien, hinter der Menschengemachten Definition von dem was Gut und was Böse ist. Und Gott? Der kommt darin nicht mehr vor.
Wenn Du heute für den Gott der Bibel und die Wörtlichkeit der Schrift und für den einzigen Weg zum Vater durch Jesus eintrittst, dann wirst Du sehr schnell Spott und Verleumdung, ja sogar Verfolgung ernten. Kurz vor der babylonischen Gefangenschaft heißt es in 2. Chr. 36,16: [ 31] „Aber sie verspotteten die Boten Gottes und verachteten seine Worte und verlachten seine Propheten, bis der Zorn des HERRN über sein Volk so hochstieg, dass keine Heilung mehr möglich war.“
Ihr Lieben, wir stehen an einer Zeitenwende, unzweideutig. Es kommt ein Tag und ich glaube, sehr bald, an dem keine Heilung, keine Rettung der Menschen mehr möglich ist. Noch haben wir Gnadenzeit, noch wartet der Herr mit seinem angekündigten Zorn, bis die Vollzahl der Heiden eingegangen ist wie Paulus uns das in Röm 11,25 wissen lässt. Aber Gott lässt sich nicht spotten. Eines Tages geht die Tür zur Arche zu, und die die drin sind, sind gerettet und die vielen, die es nicht geglaubt haben, gehen auf ewig verloren. Judas, der Halbbruder Jesu schreibt in seinem Brief in Vers 18-19: „In der letzten Zeit werden Spötter auftreten, die nach ihren eigenen gottlosen Lüsten wandeln. Das sind die, welche Trennungen verursachen, natürliche [Menschen], die den Geist nicht haben.“
Jesus hat es angekündigt und die Zeichen sind eindeutig da: Er wird bald ein zweites Mal auf diese Erde kommen, dann nicht als liebender Heiland, sondern als gerechter Richter seinen Fuss in Jerusalem setzen und alle, die nicht an ihn glauben, werden in die ewige Verdamnis gehen.
Zum Schluss: Noah war ein Glaubensheld, so sagt es Hebräer 11,7: [ 32] „Auch Noah glaubte Gott und befolgte gehorsam seine Anweisungen. Er baute ein großes Schiff, obwohl weit und breit keine Gefahr zu sehen war. Deshalb wurde er mit seiner ganzen Familie gerettet. Durch seinen Glauben wurde der Unglaube der anderen Menschen erst richtig deutlich. Und durch diesen Glauben fand Noah auch Gottes Anerkennung.“
Lasst uns wie Noah Glaubenshelden werden, glauben wir an Jesus Christus, das ist unsere einzige Rettung, sonst werden wir untergehen.
Soweit erst einmal. Neben den allgemeinen biblischen Zeichen der Zeit, die eindeutig auf eine baldige Entrückung und Wiederkehr unseres Herrn Jesus hinweisen, sind es die Zeichen aus den Tagen Noahs, die uns in diesem Zusammenhang interessieren müssen. [ 33]
·                      Bevölkerungsexplosion, Technologische Perfektion, Respektlosigkeit /Unsensibilität gegenüber Gott, Korruption/Verdorbenheit, Gewalt, Spott über die Gläubigen
·                      Dämonische Beeinflussung, Ungebremste Unmoral, Sexuelles Fehlverhalten, Genetische Manipulation (vor allem um die Nephelin), Göttliche Geduld, Göttliche Warnung, Möglichkeiten der Errettung und Unausweichlichkeit des Gerichts. 

13.) Kain und Abel 1  -  Der einzige Weg der Erlösung

Wer kann, nehme seine Bibel und öffne sie in 1.Mo 4.

Wir beginnen heute mit der ersten von ausgewählten Passagen aus dem Bereich der Schöpfungsgeschichte bzw. des ersten Zeitabschnitts der Menschen. Warum machen wir das? Es sind hier in den ersten Kapiteln der Bibel so viele Grundlagen unseres Daseins und unseres Verhaltens untereinander und Gott gegenüber enthalten, die wir in den nächsten Monaten und Jahren - so Gott will - immer mal wieder beleuchten wollen. Denn hier kann man fast alles lernen, was unser Zusammenleben ausmacht, was sich Gott dachte, was der Mensch daraus machte und welche Konsequenzen der Abfall des Menschen an Auswirkungen auf unser Leben bis zum heutigen Tag hat.

Die heutige Botschaft lautet: [SLIDE 1]  „Kain und Abel, der einzige Weg zur Erlösung oder auch der erste Mord und die Fortsetzung der messianischen Prophetie.“

Wir befinden uns thematisch in Genesis 4, zuvor steht bereits Essentielles in der Bibel [SLIDE 2]. Kap 1 beschreibt die Schöpfung, Kap 2 greift sich speziell den Tag 6 der Schöpfung, vor allem mit der Erschaffung des Menschen heraus. Am Ende von Kapitel 1 stellte Gott fest: „ Und Gott sah alles, was er gemacht hatte; und siehe, es war sehr gut.“ Es war sehr gut. Die ganze Schöpfung war exzellent, alles, inklusive der Menschen, der Engel, der Tiere, der Pflanzen, alles war sehr gut.

Und in Kap 3 [SLIDE 3] kommt nun ein Bruch rein in die ganze harmonische, so von Gott gewollte Schöpfungsordnung: Der Mensch nutzt seinen freien Willen, den er als Gottes Ebenbild von Gott bekommen hat, um aus freien Stücken sich gegen ihn zu entscheiden. Satan, der abgefallene Engelsfürst, verführt Eva, dann auch Adam. Dem Biss in den Apfel folgte die Vertreibung aus dem Garten Eden, aus Gottes unmittelbarer Gegenwart. 

Dann haben wir Gottes Gericht als Konsequenz einmal über die Frau (Mühen der Schwangerschaft und des Kindergebärens), des Mannes (Mühen bei Bearbeitung des Ackerbodens) und des Satans:

Das lesen [SLIDE 4] wir in 1.Mo 3,15: „Und ich werde Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Nachwuchs und ihrem Nachwuchs; er wird dir den Kopf zermalmen, und du, du wirst ihm die Ferse zermalmen.“

Dies ist das sogenannte Protoevangelium, der Vers, der die ganze Bibel umfasst, dessen Auswirkung sich in der ganzen Bibel entfaltet. Viele nennen ihn den wichtigsten Vers der ganzen Bibel. Ein Vorgriff dessen, dass Erlösung nach dem Sündenfall nur durch den Messias erwirkt werden wird.  Dass wir einen Messias brauchen und der Mensch sich nicht selbst erlösen kann. Ein Vorgriff auf Jesus, den Messias, der Same Evas der gegen Satan kämpft und am Ende gewinnt, ihm den Kopf zertreten wird. Allerdings erlaubt Gott Satan und seinen Nachkommen, viel Schlimmes anzurichten, in die Ferse zu beißen. 

Ohne Genesis 3 könnten wir die Bibel nicht verstehen, ohne Genesis 3 hätte Jesus nicht zu kommen brauchen. Und die Auswirkungen von Gen 3 sind unmittelbar in Gen 4 und 5 zu sehen und das wollen wir uns zumindest teilweise heute anschauen.

Heute beschäftigen wir uns mit dem ersten Mord der Menschheitsgeschichte, dem Brudermord von Kain an Abel.

So teilt sich dieses Kap 4 [SLIDE 5] in 3 Teile: 

Vers 1-15 der Mord, 

Vers 16-24 beschreibt die von Kain durch den Mord verdrehte Abstammungslinie und etwas wie die Welt vor der Flut aussah

Vers 25/26 schließlich Gottes Lösung oder Antwort auf die durch den Mord verpfuschte rechte Abstammungslinie des Messias, D.h. die ursprünglich vorgesehene Linie des Erstgeborenen Kain wurde durch den Mord verwirkt, der 2. Sohn wurde umgebracht, also erwählte Gott einen weiteren Sohn, Seth, der wird zum Stammvater.

Stellt euch mal das Ehepaar Adam und Eva vor, sie hatten zwei Söhne bekommen und nun ist der Eine zum Mörder avanciert, der zweite wurde das Opfer. Was muss das für eine Erschütterung für die beiden gewesen sein, sie kannten ja den Tod als solches bisher nicht. Schwer genug ein Elternteil von einem dieser beiden zu sein, jetzt sogar von beiden.

Bevor wir zum Mord kommen, gibt’s erst mal die Geburt der beiden [SLIDE 6].

Vers 1 [SLIDE 7]: Da steht: „Und Adam erkannte seine Frau Eva; und sie wurde schwanger und gebar den Kain. Und sie sprach: Ich habe einen Mann erworben (mit der Hilfe) des HERRN!“ Kains Name heißt also „Ich habe bekommen.“

Hier ist so eine klassische Stelle wo die Übersetzung, die in 99% der Fälle gute Arbeit verrichtet, etwas am Thema vorbeigeht. Man sieht, dass die Worte „mit Hilfe des“ kursiv gedruckt sind, also im Nachhinein von den Bearbeitern/Übersetzern eingefügt wurden.

Im hebräischen Originaltext steht aber dort [SLIDE 8]: „Ich habe einen Mann erworben/hervorgebracht, den Herrn.“

Warum steht da jetzt dieser doch recht ungefällige Satz: „Ich habe einen Mann bekommen, den Herrn.“

Nun, es ist eigentlich ganz einfach. Eva war zugegen als der Herr zu ihr, zu Adam und zum Satan die Konsequenzen aus dem Sündenfall im Kapitel zuvor formulierte. Noch einmal  [SLIDE 9]  Gen 3,15: „Und ich werde Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Nachwuchs und ihrem Nachwuchs; er wird dir den Kopf zermalmen, und du, du wirst ihm die Ferse zermalmen.“

Also wusste sie aus diesen göttlichen Prophezeiungen her, dass Gott die menschliche Rasse zum einen nicht ausrotten würde, zum anderen sollte aus ihrer (Eva’s) Nachkommenschaft der Messias kommen. Dieser sollte dem Satan, der Schlange eines Tages den Kopf zertreten. Eva ging also davon aus, dass sie den Messias zur Welt bringt, daher formuliert sie diesen Satz „Ich habe einen Mann bekommen, den Herrn.“

Was für eine Enttäuschung im späteren Verlauf, wenn sie feststellen muss, dass ihr Erstgeborener ein Mörder wird!

Aber aufgrund dieser Prophezeiung ging man in der frühen Genesis immer davon aus, und war ganz aufgeregt, den Messias zur Geburt bringen zu können. Wir sehen das z.B. bei Lamech, den Vater von Noah, der bei dessen Geburt sagte: 1.Mo 5,29: „Der wird uns trösten über unsere Arbeit und die Mühe unserer Hände, die von dem Erdboden herrührt, den der HERR verflucht hat!“

Lamech hatte die Prophezeiung Gottes an Adam vor Augen, der es nach den Sündenfall plötzlich schwer hatte, den Ackerboden zu bebauen und er sah sehnsüchtig die Messias- gleiche Rettung von dieser Plage herbei. 
 Es war bis dato ein tief inne liegender Wunsch jeder jüdischen Frau, den Messias zur Welt zu bringen. Maria wurde dies wie wir wissen, zuteil, sie wurde die Begünstigte genannte, aber auch andere hatten sich vorher schon das gewünscht.

Anhand der Tatsache, dass der Messias dem Satan den Kopf zertreten wird, können wir viele Bibelstellen verstehen, z.B. das Buch Daniel, wenn über den König der letzten Tage berichtet wird (Kap 11,37), den Antichristen. Oder Jes 53, der vom Durchbohrten spricht, und viele andere Stellen. Dies ist wichtig denn es laufen immer noch viele da draußen rum die sagen, Jesus käme im AT gar nicht vor oder beziehen diese Stellen nicht auf den Messias Jesus Christus.

Aber gehen wir weiter

V2 [SLIDE 10]: „Und weiter gebar sie seinen Bruder Abel. Und Abel wurde ein Schafhirte, Kain aber ein Ackerbauer.“ 

Abel – interessanterweise bedeutet Abel so viel wie Hauch, Eitelkeit, oder auch Nichtigkeit: Schall und Rauch sozusagen. Das gleiche Wort findet sich im Predigertext in der berühmten Stelle von Salomo: Pred 1,2: O Nichtigkeit der Nichtigkeiten! spricht der Prediger. O Eitelkeit der Eitelkeiten! Alles ist eitel! 

Scheinbar haben hier die Eltern von Abel einen prophetischen Vorgriff getätigt und das kurze Leben ihres Sohnes Abel vorausgesagt, ohne es zu wissen. Es erinnert an Jak-Brief 4,14: „— und doch wisst ihr nicht, was morgen sein wird! Denn was ist euer Leben? Es ist doch nur ein Hauch, der eine kleine Zeit sichtbar ist; danach aber verschwindet er.“

Abel war ein Hirte, ein Hüter der Herde, Kain war ein Ackerbauer.

Nun kam es dass beide ein Opfer vor den Herrn brachten. Interessanterweise kam die Initiative zuerst von Kain und später auch von Abel, Gott hatte sie gar nicht aufgefordert, ihm ein Opfer zu bringen. Also die gute Absicht kann man beiden nicht absprechen.

Lesen wir V3-5a [SLIDE 11]: „Und es geschah nach geraumer Zeit, dass Kain dem HERRN ein Opfer darbrachte von den Früchten des Erdbodens. 4 Und auch Abel brachte [ein Opfer] dar von den Erstlingen seiner Schafe und von ihrem Fett. Und der HERR sah Abel und sein Opfer an; 5 aber Kain und sein Opfer sah er nicht an.“

Gott erwählte Abel, den zweitgeborenen. Im alten Orient war es das Natürlichste der Welt dass der Segen des Vaterhauses und damit auch die Abstammungslinie durch den Erstgeborenen weitergegeben wurde. Das hat sicher auch Eva gedacht. Aber der Mensch denkt und Gott lenkt: Doch wir sehen hier das erste Mal dass Gott dieses Prinzip durchkreuzt. Es ist eine souveräne Entscheidung Gottes. In Heb 11,4 lesen wir [SLIDE 12]: „Durch Glauben brachte Abel Gott ein besseres Opfer dar als Kain; durch ihn erhielt er das Zeugnis, dass er gerecht sei, indem Gott über seine Gaben Zeugnis ablegte, und durch ihn redet er noch, obwohl er gestorben ist.“  Hebräer 11 ist wenn man so will die Hall of Fame der Glaubenshelden der Biblischen Geschichte, es lohnt sich da mal reinzulesen, wer sich da alles wiederfindet.

Wir haben das in der Folge in einer ganzen Reihe von Fällen in der Bibel: Abel über Kain, später Seth über Kain; Jakob über Esau; Josef über Brüder; Isaak über Ismael, Ephraim über Manasse usw. Immer wieder erleben wir wie Gott den zweiten Sohn entgegen dem Gewohnheitsrecht bevorzugt. Grund sind fast immer Gottes Intention, die anders sind als der Mensch sie sich ausdenkt, der Glauben, die Erblinie, die Verheißungen, aber alles hat er in seinem Wort niedergelegt, man muss es nur auf rechte Weise studieren. Wir sollen lernen zu verstehen, dass Gott sich nicht berechnen lässt oder in eine Form pressen lässt. Er ist souverän in seiner Entscheidung. Wir Menschen hätten nur gerne Gott in eine Box gepresst, er muss so und so reagieren und das oder jenes tun, dann ist er wirklich Gott.

Und der Hebräertext liefert uns noch etwas Hintergrund dazu: Aus Glauben brachte Gott ein besseres oder annehmbares Opfer, anders als Kain.

Jetzt kann man sich natürlich fragen, wieso aus Glauben? Ich habe mich lange gefragt, was hat Kain eigentlich falsch gemacht, warum Gott sein Opfer nicht ansah, sondern nur das des Abel? Er hatte doch sicher von den Ernteerträgen des Bodens schöne Erdbeeren oder Kartoffeln oder was auch immer ausgesucht, hat sich vielleicht sogar mächtig ins Zeug gelegt usw. Aber sein Opfer wurde nicht anerkannt. Das Opfer von Abel jedoch wurde anerkannt, er brachte von den Erstlingen der Herde. 

Erst dachte ich, naja, Kain hat halt nicht die besten Früchte rausgesucht, während Abel die Erstlinge nahm, deshalb lehnte Gott sein Opfer ab, aber das ist es nicht und der Text unterstützt eine solche Vermutung auch nicht. Dann dachte ich, ok, Kain ist ein Ackerbauer, scheinbar hat Gott Tieropfer lieber. Auch das ist es nicht.

Der Grund liegt vielmehr darin: Abel näherte sich Gott auf dem von Gott vorgezeichneten Weg, Kain jedoch auf seinem eigenen Weg. Abel verstand, es braucht Blut eines unschuldigen Lebewesens damit der sündige Charakter des Menschen in die Gegenwart Gottes kommen konnte. Kain verstand diese Zusammenhänge nicht. Er kam zu Gott auf dem Weg von Religion, dem Guten Werk.

Was Kain tat, unterscheidet sich nicht besonders von dem was Adam und Eva nach dem Sündenfall taten. Schauen wir uns das noch mal an. [SLIDE 13] Nach dem Fall wurden ihre Augen geöffnet und sie stellten plötzlich fest, dass sie nackt waren und fertigten sich selbst einen Lendenschurz aus Feigenblättern an. Sie hatten ein Problem und versuchten es durch eigene Kraft zu lösen. Sie hatten die Illusion, damit vor Gott bestehen zu können. Es ist ein System von Werken. Es war eigene Gerechtigkeit. Es war pure Religion. Und die Bibel ist hier sehr ausführlich, weil dieses System ein in uns Menschen immer wiederkehrendes Ereignis ist. Damit wir es erkennen können und als solches entlarven. Wir können uns unser Heil bei Gott nicht verdienen. Hört ihr das?

Gott hat ihnen sehr schnell klargemacht, so geht das nicht und hat ein unschuldiges Tier geopfert, um mit Hilfe von dessen Felle Adam und Eva Bekleidung zu geben. Die Sünde der beiden musste gesühnt werden, bevor sie wieder in der Gegenwart Gottes sein konnten. Denn Gott ist heilig, heilig, heilig, in seiner Gegenwart ist nirgendwo auch nur ein Fünkchen Platz für Sünde. Um vor ihm bestehen zu können, muss unschuldiges Blut fließen und man muss dies als Geschenk annehmen, man kann nichts dazutun. Das ist bereits hier der ultimative Vorschau auf Jesus Christus, dessen unschuldiges Opfer uns den Zugang zu Gott ermöglicht.

Kain hat etwa aus dem Boden gebracht, aber er hat das Lehrstück, dass Gott Adam und Eva gab, nicht verstanden. Abel hatte es verstanden, er hatte Gott ein Blutopfer dargebracht.

Das ist wichtig zu verstehen, denn wir haben es in unserer heutigen Zeit viel zu viel mit den sogenannten Frank Sinatra Christen zu tun: Was hat der gesungen „I do it my way.“ Die Sinatra Spiritualität. Das geht alles in die Richtung: Wir wissen was richtig ist, wir glauben zu wissen, wo es im Glauben lang geht, wir wissen wie Gott zu funktionieren hat, wir wissen, wie wir beten müssen für dies und das, wir wissen wie unser Leben zu verlaufen hat, und wo Gott eingreifen darf und wo wir ihn besser draußen lassen, wir wissen ach so viel. 

Aber ganz ehrlich – wir wissen gar nichts oder zumindest nicht viel. Und Demut stände uns in dieser Beziehung oft gut an. Wir sind angewiesen auf die reine Gnade Gottes, um überhaupt in seine Nähe zu kommen, das macht er uns hier gleich am Anfang klar. 

Er sagt, wenn du zu mir kommen willst und wir wollen ja zu ihm kommen, dann müssen wir seinen Weg kommen, nicht meinen. Gott sagt zu uns: Es ist mir egal wieviel Meriten Du geistlich bereits erworben hast, wieviel Krönchen von guten Werken auf Deinem Haupt thronen, wenn Du nicht als gefallener Mensch kommst, der erlösungsbedürftig ist, der durch das Blut meines Sohnes kommt, dann wirst Du mich nie erreichen. Dann geht es Dir wie Kain und Du wunderst Dich warum es Dir so geht.

Ihr Lieben, hier haben wir den Beginn von Religiosität und der Mensch hat es im Laufe der Jahrtausende verstanden, diesen Weg zu perfektionieren und allerlei Religionen und Wege ausgedacht zu Gott zu kommen, sich bei Gott etwas zu verdienen, ohne wirklich hingehört zu haben was Gott hier gleich am Anfang in einfachster, aber klarer Weise uns mitteilt. Wenn wir ehrlich sind, haben wir alle eine ganze Menge davon mitbekommen und fragen wir uns wieviel Rest-Religiosität ist noch in uns. Es ist immer der Gedanke, dass wir selbst wissen, was gut für uns ist. Dass wir unser Leben eben nicht ganz an Gott abgegeben haben, wie wir es vielleicht bei unserer Bekehrung im Übergabe-Gebet gesprochen haben. Sondern wir behalten, wenn es eng wird, immer noch das Sagen. Ich möchte uns ermutigen uns immer zu hinterfragen, ob die Dinge, die wir tun, gerade die wir „für Gott“ tun, wirklich seine Werke sind oder auf unserem Mist gewachsen sind.

 

Der Weg zu Gott ist wie ein Gesetz. Er hat das so festgelegt und wir können daran nichts ändern. Man kann es blöd finden und nicht einverstanden damit sein, aber ändern können wir es nicht. Genauso wie die Schwerkraft: Du kannst dagegen rebellieren, aber es wird Dir nichts nutzen, Du wirst Dich davon nicht trennen können.

Und Gott ist ganz klar. Und damit ist auch auf das Erlösungswerk Jesu Christi bereits hier in den ersten 4 Kapiteln 2x klar und deutlich hingewiesen worden. Vom Garten (ersten 2 Kap) zu einer Stadt (letzten 2 Kap) und dazwischen liegt das Kreuz. Und Gott fängt gleich im ersten Kapitel nach der Schöpfung damit an, den Weg zu ihm zu erklären. Das hätte er gewiss nicht gemusst. Was für eine Liebe die uns gleich zu Beginn den Erlösungsweg zeigt. 

Jesus sagt in Joh 14,6 [SLIDE 14]: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater als nur durch mich!“ Der Weg zum Vater geht nur über das vergossene Blut des Sohnes.

1. Tim 2,5: „ Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, der Mensch Christus Jesus, der sich selbst als Lösegeld für alle gegeben hat.“ Es gibt nur einen Mittler, einen der den Blutpreis bezahlt hat, Jesus Christus. Wir können durch Gebete, durch Selbstkasteiung, durch gute Taten, durch Geldspenden, durch den 10!, durch unsere Hingabe an Israel oder wenn wir den Sabbath heiligen oder wenn wir in die Mission gehen, nichts aber auch gar nichts zu unserer Annahme bei Gott beitragen. Wir können nur den stellvertretenden Opfertod Jesu Christi, der einzige Mensch, der ohne Sünde unschuldig für unsere Sünden gestorben ist, als Geschenk im Glauben annehmen, alles andere kann Sinn machen, führt uns aber nicht zu Gott.

Wenn Du hier bist uns das im Herzen glaubst, dann möchte ich Dir klar sagen – das ist ein Holzweg. Der Weg zu Gott führt ausschließlich nur über Jesus.

Ich weiß nicht, wie es Dir geht, aber ich habe mich früher immer gefragt, was sagst Du Gott wenn Du mal eines Tages an der Himmelstür stehst er dich fragt warum er Dir Einlass gewähren sollte: Ich würde sagen, ich war doch ein guter Mensch, habe viele gute Dinge getan, habe sogar viele Menschen zum Glauben geführt, habe, vielen in der Seelsorge geholfen, habe viele auf dem rechten Weg gehalten. Heute weiß ich, das alles bringt mich keinen Millimeter in den Himmel, einzig und allein der Glaube an Jesu‘ stellvertretenden Sühnetod, sein Blutopfer, dass ich im Glauben für mich als Geschenk aus reiner Gnade annehmen darf, rettet mich vor der Hölle und dem Abgrund.

Schon im Gal 2,21 steht:  „Ich mache die Gnade Gottes nicht ungültig; denn wenn Gerechtigkeit durch Gesetz ⟨kommt⟩, dann ist Christus umsonst gestorben.“ Gerechtigkeit durch das Gesetz, das trifft es ziemlich gut was Paulus hier sagt. Gerechtigkeit durch Werke oder Taten die einem Ritus genügen, könnte man auch sagen. Wenn das den Zugang zu Gott öffnen würde, dann wäre in der Tat Jesus umsonst gestorben, hätte gar nicht kommen brauchen.

 

Gehen wir weiter: Was passiert jetzt? V5 [SLIDE 15]: „Da wurde Kain sehr wütend, und sein Angesicht senkte sich. 6 Und der HERR sprach zu Kain: Warum bist du so wütend, und warum senkt sich dein Angesicht?  Ist es nicht so: Wenn du Gutes tust, so darfst du dein Haupt erheben? Wenn du aber nicht Gutes tust, so lauert die Sünde vor der Tür, und ihr Verlangen ist auf dich gerichtet; du aber sollst über sie herrschen!“

Kain wurde über der Tatsache, dass Gott sein Opfer nicht ansah, wütend, sehr wütend sogar. Interessantereise gibt ihm Gott sogar die Gelegenheit, sich zu demütigen und zu ihm zu kommen, indem er ihn fragt ob er Gutes vorhat? Doch Kain lässt die Chance ungenutzt. 

Das ist sehr interessant. Das ist genau das was Religion immer macht, wenn Gottes Gnade ins Spiel kommt, die Gnade wird durch Religion und den Religiösen Geist verfolgt.

Es wäre ja zu einfach und der Mensch kann nichts dazutun zur Heilserlangung. Also wird die Gnade, der Weg zu Gott abgelehnt, ja sogar verfolgt. Und das ist bis heute so, vom finsteren Mittelalter bis zu den High Charismatic Kreisen – wir basteln uns immer wieder unser Goldenes Kalb.

Wir sehen das bei den Kindern Abrahams: Ismael das Kind, dass aus Werken gezeugt wurde und Isaak, das Kind aus der Gnade, der Verheißung. Sie wuchsen zusammen auf und Ismael verfolgte und verspottete den Issak und Paulus erklärt das wunderbar im Gal 4,28ff. [SLIDE 16] Und schon damals wies Gott den Abraham an, treibe den Gebundenen, den Sohn der Sklavin, den Sohn des menschlichen Werkes, fort. Er kann nicht gemeinsam mit dem Sohn der Gnade sein.

Gnade, der Zugang zu Gott, verträgt sich nicht mit Religion. Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber ich spüre dies immer wieder wenn man Kirchen, Kathedralen oder Heiligtümer besichtigt oder sich darin aufhält. Gerade z.B. die Grabeskirche in Jerusalem oder der Petersdom in Rom. Die Religiosität eines solchen Ortes treibt die Gnade, treibt die Gegenwart Gottes aus.

Was in dem Zusammenhang auch interessant ist: Jesus ist fast mit jedem gut ausgekommen, selbst mit Prostituierten und Zöllnern, Steuereintreibern und Soldaten aber mit den Pharisäern und Schriftgelehrten, da war er auf Kriegsfuß. Die die das Gesetz über die Gnade stellten, das ging gar nicht. Hier wurde Jesus klar und bestimmt und warf ihnen Heuchelei und alles Mögliche vor.

Auch in der jungen Gemeinde der Apostelgeschichte, da waren es die Sadduzäer, die den bekehrten Juden das Leben schwer machten. 

Der religiöse Geist ist einer der mächtigsten Dämonen, die unter den Menschen wüten. Oft ist es sogar so, dass er als letztes stirbt. Nicht umsonst warnt uns Jesus in Joh 16,2 davor, dass wir, seine Jünger, von damals bis heute, damit rechnen müssen, für ihn zu leiden, für ihn zu sterben, wörtlich [SLIDE 17]: „Sie werden euch aus der Synagoge ausschließen; es kommt sogar die Stunde, wo jeder, der euch tötet, meinen wird, Gott einen Dienst zu erweisen.“ Die Schergen des religiösen Systems werden nie aussterben. 

Habe gerade die Biographie von William Tyndale gelesen und er hat das wirklich zu seinem Ziel gemacht und alles dem untergeordnet: In England die Schrift in englischer Sprache zu verbreiten. Er hat das mit dem Scheiterhaufen bezahlt, weil der Klerus das gemeine Volk nicht teilhaben lassen wollte an der Schrift. Wenn wir heute so einfach zur Bibel greifen und sie lesen und Kommentare lesen oder ähnliches, das alles Ihr Lieben wurde mit Blut erkauft von mutigen Menschen. So wie Tyndale oder andere.

Auch Judas (V11) nimmt in seinem Brief die religiösen Gläubigen ins Visier: „ Wehe ihnen! Sie folgen dem Beispiel von Kain, der seinen Bruder umbrachte.“

Und Gott weiß bereits was jetzt kommt, er sagt: „Wenn du aber nicht Gutes tust, so lauert die Sünde vor der Tür, und ihr Verlangen ist auf dich gerichtet; du aber sollst über sie herrschen!“

Die Sünde lauert bereits auf Kain. Der Teufel musste sich gar nicht mehr groß anstrengen so wie bei Eva und Adam denen er erst lang und breit die Story mit dem Apfel erklären musste.

Gott fordert Kain auf, die Sünde zu beherrschen. Aber Satan hatte bereits gewonnen und musste nur den Gedanken der Ungerechtigkeit bei Kain nähren und schon wurde die Idee des Brudermords geboren. 

Brudermord, warum eigentlich? Nun, auch dies geht zurück auf die göttliche Prophetie aus Gen 3,15 als Gott zu Eva spricht, Dein Same wird ihm, Satan, den Kopf zermalmen, also die klare Prophezeiung über den kommenden Messias. 
 Satan, schlau wie eh und je, dachte sich, nachdem nun Abel vor Gott Gnade gefunden hat, Kain aber nicht, so muss die Segenslinie durch Abel weitergereicht werden. Also, wenn ich ihn beseitige, beseitige ich damit die Segenslinie, aus der der Messias kommen soll. Soweit Satans Logik.

Aber, wie wir wissen, hat Satan die Rechnung ohne Gott gemacht, denn Gott hat mit Seth einen weiteren Abkömmling von Adam und Eva erschaffen aus dessen Linie dann Jesus abstammt. Gott hat immer einen Weg Satans Wege zu umgehen oder zunichte zu machen. Gott ist in Kontrolle, ER hat immer das letzte Wort.

Aber soweit denkt Satan nicht, sein Ziel ist es, mittels Kain die Erbfolge zum Messias hin zu unterbrechen. Und Kain ist ein lohnendes Ziel seines Plans. Paulus spricht davon im 2.Kor 10,5 dass wir alle Gedanken gefangen nehmen können unter den Gehorsam Christi. Diese Möglichkeit zieht Kain nicht in Betracht.

1. Joh3,12 spricht eindeutig davon: „Nicht wie Kain ⟨sollen wir sein, der⟩ aus dem Bösen war und seinen Bruder ermordete. Und weshalb ermordete er ihn? Weil seine Werke böse waren, die seines Bruders aber gerecht.“

Satan will unbedingt die Linie des Messias stoppen. [SLIDE 18] Wir sehen das im Verlauf der Geschichte noch an einer ganzen Reihe von Stellen. Z.B. als das mit Kain und Abel nicht klappte und Gott die Stammeslinie dem Seth übertrug, versuchte es Satan damit Engel mit Menschen zu kreuzen, den Gen-Pool der Menschen zu zerstören. Das lesen wir 2 Kapitel später bei den Nephelin. Wo kein reiner menschlicher Genpool mehr ist, da kann auch kein Messias geboren werden. Aber auch hier griff Gott ein indem er eine reine Familie, nämlich Noah und seine Familie vor der Flut bewahrte und sämtliche Mischwesen der damaligen Zeit der Flut zum Opfer fielen. 

Das Muster der unbedingten Zerstörung der Messias-Abstammungslinie zieht sich übrigens hin bis zu Jesus selbst. Wir erinnern uns dass es mehrere Versuche gab, angefangen von Herodes, Jesus vorzeitig oder zur Unzeit zu ermorden. Selbst in Offenbarung 12,4 im Rahmen der Trübsal, lesen wir wie der Drache nur darauf wartet das Kind der Frau zu entreißen, gemeint sind Jesus und das Volk Israel in den letzten Monaten. Es ist dieses in die Ferse beißen, was Gott der Schlange erlaubte, aber das bedeutet auch dass er den Messias nicht wird töten können.

Also, viel Überzeugungsarbeit musste Satan bei Kain nicht leisten. Er marschiert los und geht zusammen mit seinem Bruder Abel aufs Feld, wo er ihn erschlägt. (V8) [SLIDE 19].

Wir haben hier den ersten Brudermord, das erste Kapitalverbrechen der Bibel. Wo es bei Adam und Eva noch die eigentlich vergleichsweise kleine Übertretung mit dem Apfelbiss war, so ist es hier gleich ein Mord.  Ich will das nicht schwächen, Sünde ist Sünde, aber man sieht in Kapitel 4 bei Kain die gleichen Muster wie in Kapitel 3 bei Adam und Eva, nur alles viel heftiger. 

Apropos Verhaltensmuster: Ist es nicht manchmal auch bei uns so heute, wenn wir von Sünde überführt werden? Wir leugnen, wir schieben die Schuld auf andere, wir sind eingeschnappt, wir kehren nicht reumütig um, sondern verstricken uns gerne noch weiter in Lügen. Die gleichen Muster wie Adam und Kain.

Damit ihr seht, dass das nicht alles auf meinem Mist gewachsen ist, hier ein Zitat eines bekannten Bibellehrers Renald Showers [SLIDE 20]: „Satan war in Eden gegenwärtig und hörte Gottes erste Verheißung über den kommenden Erlöser. Er erkannte, dass es für ihn tödlich sein würde ihn und seine Sache, wenn der Erlöser kommen würde. Also war es von da an Satans primäres Ziel seit jeher im Alten Testament das Auftreten des Messias zu verhindern. Irgendwann nach der Geburt von Kain und Abel wurde es offensichtlich, dass Abel ein Sohn war von göttlicher Einstellung und Kain von gottloser Einstellung. Die göttliche Haltung Abels überzeugte Satan, es hier entweder mit dem Erlöser selbst oder zumindest mit der Erblinie des kommenden Erlösers zu tun zu haben. Der Erlöser würde kommen, so wurde es für Satan zwingend erforderlich Abel loswerden. Kain war bereits beherrscht von einer aggressiven, wütenden, religiösen Haltung, und es brauchte nicht viel ihn aufzufordern, seinen Bruder zu töten. Genesis 4, 1-8 zeigen uns, dass so oder so Satan an der Ermordung von Abel durch Kain beteiligt war. Deutlicher wird dies noch von Johannes erklärt in 1. Johannes 3, 10-12 wo der Apostel schreibt, dass der Brudermord auf das Konto Satans geht. Und Jesus selbst erklärt, dass der der Teufel von Anfang an ein Mörder ist (Joh 8,44). Damit war der erste Mord in der Geschichte begangen wegen Satans Ziel, den Erlöser zu verhindern.“ 

Wofür ich fast 1h gebraucht habe, hat er hier gut zusammengefasst.

Adam und Eva bekommen noch einen Sohn und in der Folge noch viele Söhne und Töchter, sie lebten ja über 900 Jahre damals. Und dieser Sohn Seth, dieser wird der Sohn der Erblinie für den kommenden Erlöser.

Ihr Lieben, ie wir sehen können, zieht es sich durch die ganze Bibel, der Versuch Satans, die Erblinie des kommenden Erlösers die von Seth ausgehend über Sem, später Abraham und Juda weitegegeben worden ist, auszulöschen. 

Und es zeigt andererseits aber auch, Satan kann noch so triumphieren, er kann noch so scheinbar die Oberhand gewinnen, ABER GOTT ist immer noch in Kontrolle und führt die Dinge am Ende so wie ER es schon immer geplant hat. Satan hat keine Chance, er ist ein besiegter Feind, Jesus Christus hat ihm bereits den Kopf zertreten wie die alte messianische Prophezeiung sagt, sie wartet nur noch darauf ganz in Existenz zu kommen. Dazu wird Gott noch einige Dinge hier auf Erden passieren lassen und es wird demnächst noch eine Trübsalszeit geben, aber wenn Du Dein Leben bereits Jesus anvertraut hast, brauchst Du Dich davor nicht zu fürchten. Vertrauen wir, dass Gott immer in Kontrolle ist und kommen wir zu ihm, nur durch Gnade aus ehrlichem Glauben und ohne uns etwas auf irgendwelche Taten oder eigene Errungenschaften einzubilden.

Ich möchte schließen mit einem Zitat des Paulus [SLIDE 21] am Ende des Römerbriefes: Röm 16,20: „Der Gott des Friedens aber wird in Kurzem den Satan unter euren Füßen zermalmen. Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit euch! Amen.“


12.) Hunger nach Gott:       

 Gute Vorsätze im Neuen Jahr? Das Thema heute könnte so etwas sein: Hunger nach Gott.

Warst Du schon mal verliebt? Wie fing das an? Erst ein Blick, ein Lächeln, dann machst Du Dir Gedanken, möchtest die Person wieder treffen. Wie mag sie heißen, wo wohnen, was arbeiten? Dann triffst Du sie wieder, eine Tasse Kaffee und die ersten zaghaften Plaudereien beginnen. Ihr geht spazieren, macht was Schönes, dann ein Dinner usw. Du spürst, wie die Begeisterung für die andere Person wächst; der erste Kuss, man mag sich gar nicht mehr trennen, man hat ein unbändiges Interesse Zeit miteinander zu verbringen, selbst wenn man nix besonderes macht und so geht es den Gang der Dinge. Bis eines Tages Du sie zum Juwelier schleppst und ihr Trauringe aussucht…

Aus dem ersten Blick/Lächeln wird eine lebenslange Beziehung, man lernt sich kennen. Nichts anderes ist es mit Gott: Eine lebenslange Beziehung, die immer schöner wird, die immer mehr wächst je länger und intimer man sich kennt.

Was ist der Charakter einer lebendigen Beziehung? Ein Hunger, ein Sehnen/Trachten nach dem anderen und ein dauerhaftes Kennenlernen des anderen.

Heute möchte ich euch mit hineinnehmen in diese unbegrenzte Größe der Herrlichkeit unseres Gottes, eine Herrlichkeit, die er nicht für sich behalten wollte und konnte, die er teilen musste. Gott freut es, seine Herrlichkeit zu teilen, sich mitzuteilen, seine Schöpfung zu teilen damit alle die eine Offenbarung seiner Herrlichkeit erleben, sich an ihm erfreuen und auferbaut werden. ER ist geradezu begierig nach Nähe mit uns. Und wir haben eine lange Latte von Zeugen in der Bibel, die das genauso erlebt haben. Es zieht sich durch das ganze AT und NT.
1) Schon als diese Welt begann, machte sich Gott bekannt:

Dem ganzen Engelsheer und den Gottessöhnen  (Hiob 38, 4-7) als er aus der unbrauchbaren, dunklen Ursphäre durch ein paar gesprochene Worte in Genesis 1 und 2 die Welt erschuf so wie wir sie heute kennen. Sie waren Zeugen dieser spektakulären, mit nichts zu vergleichenden Tat und Jesaja beschreibt die Freude dieser Himmelswelt so plastisch als sie um seinen Thron stehen und rufen „heilig, heilig, heilig“ (Jes 6,3). Dieselbe Ehrerbietung finden wir in Offenbarung 4,8, wo die 4 Engelswesen, die um den Thron Gottes sind, sowie die 24 Ältesten die für die Gemeinde und die 12 Stämme Israels stehen, niederfallen und ihn anbeten und keiner ein anderes Wort sagt außer – heilig, heilig, heilig. Gott liebt es angebetet zu werden. Und wenn man dann dieses Schöpfungswerk, diese gewaltige, unvergleichbare Kraft und Machtdemonstration sieht und mitbekommt, da bin ich sicher die Engel konnten nichts anderes mehr sagen außer heilig, heilig, heilig.

2) Er zeigte sich Adam und Eva im Garten Eden? Hast Du Dich jemals gefragt über was sich Gott und Adam vor dem Sündenfall unterhalten haben? Ich bin sicher Adam war sprachlos ob der Fülle und des Reichtums und der Schönheit die Gott in dem Garten wachsen ließ. Gott freute sich am Staunen Adams über die frisch geschaffene Tier- und Pflanzenwelt und wollte seinen Reichtum teilen.  (1.Mo 1, 27) Er ging sogar dort im Garten Eden spazieren, das war noch vor dem Sündenfall und Adam und Eva hatten direkte Kommunikation mit Gott. Wir wissen nicht wie lange, wieviel Tage oder Wochen diese Zeit dauerte, in der sie nur staunten und eng mit Gott auf Du und Du lebten, die Sünde war ja noch nicht da, also hatten sie Zutritt zu Gottes unmittelbarer Nähe. Wahrscheinlich nicht lange, denn ich denke mal die Schlange, Satan war neidisch, dass Gott dem Menschen die Herrschaft über diese Welt zugesprochen hatte, und er wollte das so schnell wie möglich umdrehen.

3) Wie wir in Apg 7,2 lernen  erschien Gott dem Abraham in einer persönlichen Offenbarung. Das musste so überwältigend und klar gewesen sein, denn daraufhin brach Abraham mitsamt seiner Familie aus dem Zweistromland auf, um in ein neues unbekanntes Land zu ziehen, weit weg, von dem er nichts wusste außer, dass Gott ihn persönlich dazu ermutigt hatte.
4) Gott begegnete Moses auf den Berg Sinai, und zwar redete er dort mit ihm wie es heißt, von Angesicht zu Angesicht. Was muss das für eine überwältigende Erfahrung für Moses gewesen sein. Aber dann hat er einen Wunsch an Gott, und zwar:  2.Mo 33,11: „lass mich doch Deine Wege wissen und Dich und Deine Herrlichkeit erkennen.“ Er hatte einen Hunger, Gott noch mehr kennenzulernen.

5) Und so geht es weiter in der Schrift, Gott macht sich bekannt Prophet nach Prophet.
Jeremia der so sehr über das drohende Unheil seines uneinsichtigen Volkes weinte, bekam das Wort des Herrn was er seinem Volk verkünden sollte, durch direkte Offenbarung, Diesen berief Gott übernatürlich in seinen Dienst, er wollte erst nicht, aber dann berührte Gott seine Zunge und er bekam die Kraft und die Gabe diese gewaltigen Prophetien über sein Volk auszusprechen, dass sie umkehren sollten usw.

Zu Hesekiel,dem Priester im babylonischen Exil, redete der Herr ebenfalls direkt und in Visionen, Träumen und versetzte ihn in die Lage, Gottes Pläne und deren Konsequenzen seinem Volk mitzuteilen.

Daniel machte die ganzen 70 Jahre babylonischer Herrschaft/Exil mit. Er stand vor der Herausforderung den Traum des heidnischen Königs Nebukadnezar zu erraten und zu deuten, andernfalls würden er und alle seine Gefährten einen Kopf kürzer gemacht. Und er ging zu Gott und Gott schenkte ihm direkte Offenbarung und enthüllte das Verborgene. Er enthüllte ihm sogar Offenbarungen über die noch weit in Zukunft liegende Endzeit, doch er versiegelte diese Information, denn Daniel konnte sie zur damaligen Zeit nicht verstehen.

Sacharja trat auf als es darum ging nach dem Exil den Tempel in Jerusalem wieder aufzubauen. Er hatte 8 nächtliche Visionen in denen Gott ihm sein Programm für Israel von den Tagen des Propheten bis zur Errichtung des Königreichs des kommenden Messias, des zukünftigen Millenniums oder 1000jährigen Reiches zeigte. Das war damals noch in ferner Zukunft und heute, 2500 Jahre stehen wir kurz davor und haben das Privileg, diese präzisen Beschreibungen zu lesen.

Wir sehen also, Gott liebt es, sich mitzuteilen, seine Pläne zu offenbaren.
6) Und es ging weiter bis zu Jesus:  Was sagt Jesus den Jüngern als Begründung oder Zweck seines irdischen Auftretens: Joh 14,9 „Wer mich sieht, sieht den Vater“ oder Joh 17,6: „Ich habe dich den Menschen bekannt gemacht, die du mir anvertraut hast.“ Jesus ist gekommen, uns den Vater zu zeigen, uns die Herrlichkeit seiner Liebe darzustellen und das ganze kumuliert darin, dass er für uns sich hat abschlachten lassen wie Vieh.

Aber wie uns  im Evangelium in Joh 1,14 wird gesagt: „Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns; und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“ Johannes schreibt hier darüber, wie Gott der Vater den Sohn in menschlicher Gestalt gekleidet sandte, so dass ER sich durch den Sohn mit Hilfe des Heiligen Geistes dem Menschen bekannt gemacht hat, sie sahen seine Herrlichkeit, sie erlebten seine Herrlichkeit. Unzählige Zeugen erlebten, sahen und begegneten Jesus, der gleichzeitig Gott war und uns diesen Gott offenbarte.

Die Mütter unter uns werden das wissen, Babys wollen gefüttert werden, wenn sie es wollen, und das machen sie durch aufmunternde Lautäußerungen kund. Es würde nicht viel nutzen Dein Baby zu stillen und ihm dann zu erklären, die nächste Mahlzeit kriegst Du in exakt 6 Stunden und dann wieder in 6h. Das gleiche beobachte ich mit unserer Katze. Es hilft da nicht um 6 und um 12 oder wieder um 3 Fressen hinzustellen. Sie frisst, wann es ihr passt. Im Englischen heißt das Feed on Demand oder in der Verhaltensforschung Füttern ad libitum. Und genauso sieht Gottes Methode mit uns aus: Er füttert uns, wenn wir nach ihm hungern, uns nach ihm ausstrecken. Er hat immer genug in seinem Kühlschrank und immer genau das was wir brauchen. Aber er ist höflich und wartet bis wir uns hungrig nach ihm ausstrecken. Gott wird niemals uns mit Gewalt seine Worte, seine Erkenntnis, seine Offenbarungen zuteilwerden lassen, dem geht immer zuerst der Schrei nach Nahrung voraus.

Es ist wie Mose der 40 Tage auf dem Berg mit Gott verbrachte und wie schon erwähnt Aug in Aug mit Gott redete. Und man denkt jetzt vielleicht, nach diesen 40 Tagen Intimität mit dem Höchsten der Höchsten, dieser persönlichen Nähe mit dem Schöpfer aller Welten, dass er sagen würde, es reicht jetzt erst mal – nein, Moses fragt sogleich davon mehr von Gott erfahren zu wollen. Es ist dies eine Reaktion geboren aus Hunger und Appetit, mehr von Gott zu erleben, zu erfahren, zu erkennen, die er hatte.

7) Kommen wir zu den Psalmisten. In der Regel Schafhirten – David erlebte die Gegenwart Gottes nachts, wenn er nichts außer Sternenhimmel über ihm, und seine widerkäuende Schafherde um ihn hatte. Manchmal hat er dabei einen Löwen gekillt. Am schönsten wie ich finde drückt diese Haltung der Psalmist aus in Ps 42 der nichts als Schafe gehütet hat Tag und Nacht und genau diese Schöpfung Gottes bewundernd ruft er aus:  „Wie ein Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so sehne ich mich nach Dir oh Gott!“ Ein Hirsch, der gerade noch mal von einer Meute Löwen entkommen ist und vielleicht um sein Leben rannte und nun ausgepowert am Bach steht und jede Faser seines Körpers zittert und er trinkt und trinkt was das Zeug hält. Dieser Hunger, dieser Durst, das ist es.

Fragst Du Dich manchmal – hab ich diesen Hunger, diesen Appetit nach Gott? Oder ist bei mir alles so normal, so fad, so immer dasselbe mit Gott?

In einem anderen Psalm 84,11 heißt es: „Ich will lieber ein Türhüter sein an der Schwelle des Hauses meines Gottes als wohnen in den Zelten der Gottlosen, die Dich missachten.“ In den Zelten der Gottlosigkeit, Bösartigkeit und Unrecht gibt es oft genug Bedürfnisbefriedigung und Genuss bis zum Abwinken. In unserer Welt könnten wir uns jede Sekunde mit 1000 Dingen beschäftigen, bloß nicht mit Gott. Und Satan legt es ebenfalls jede Sekunde darauf an, uns abzulenken oder in Geschehnisse zu verwickeln, die unseren Fokus verschieben. Ich glaube ernsthaft, dass unser Land, vielleicht auf Grund unseres Erbes aus geistlicher Sicht ganz, ganz unten auf der Skala steht, wenn wir den Ewigkeitsmaßstab mal anlegen. Wie wenig Menschen sind hier wirklich ernsthaft an Gott interessiert, wie wenig wirklich Bekehrte, Wiedergeborene Menschen gibt es? Wir sind viel zu satt, viel zu beschäftigt und viel zu hochnäsig. Ich denke, viele Nationen, auf die wir aufgrund unseres Wohlstandes und unseres Status herunterblicken, haben das Bessere erwählt, dort geht es den Menschen vielleicht im Alltag nicht so gut aber sie haben Gott in ihrem Herzen.

Der Psalmist sagt, ich stehe lieber an der Tür vom Haus meines Meisters, bin ein kleiner unwichtiger Türsteher, aber ich bin da, wenn er vorbeikommt, ich berühre seinen Mantel, ich erwische einen Blick von ihm. Das ist mir 10000 mal mehr wert als alles andere.
Merken wir etwas? Diese biblischen Charaktere hat und Gott nicht umsonst zum Vorbild gesetzt.

8) Der Apostel Paulus hatte einen so glorreichen, fruchtbaren Dienst. Er war dem Ruf Gottes gehorsam, verließ das Vertraute und ging ins Ungewisse, um unter den Heiden zu dienen, ihnen das Evangelium zu verkünden und den neuen Christen das Geheimnis der Gemeinde, der Braut Christi zu erklären. Am Ende seines Dienstes konnte er sagen, wie er es den Kolossern geschrieben hatte: „Die ganze Welt hat das Evangelium gehört“, (Kol 1,23). Was für ein Statement für die damalige Zeit ohne Internet, Twitter, YouTube und Facebook. Er hätte sich wahrlich voll und zufrieden zurücklehnen können, Auftrag erfüllt, her mit der Zigarre. Aber nein, er sagt in Phil 3, 9-10  es geht nicht um die Erfolge und Früchte meiner Leistung, meines Lebenswerkes, sondern einzig und allein darum, durch Glauben mit ihm erfunden zu werden, seine Leiden zu teilen und die Kraft seiner Auferstehung zu teilen. Es ist wieder dieser tiefe Hunger, dieser ungestillt Appetit nach Gott, die Leidenschaft seines Herzens den er hier zum Ausdruck bringt.

9) In Mk 3 lesen wir wie Jesus seine 12 Jünger auswählte: Es heißt da und er berief zwölf, damit sie bei ihm waren und damit er sie aussandte, zu predigen.“ Damit sie BEI IHM WAREN. Aus all den Jüngern, die ihm nachfolgten, wählte er 12 aus, diese sollten bei ihm sein, Zeit mit ihm verbringen, ihn erleben, ganze 2 Jahre lang bevor er sie aussandte, den Menschen das Evangelium zu bringen. Dann erst – und sie waren täglich mit Jesus zusammen - waren sie fit genug für den Job. Wir haben oft eine Neigung, viel zu früh uns in geistliche Abendteuer zu stürzen, ohne zuvor bei Jesus in die Schule gegangen zu sein. Auch hier könnte man viele Vorbilder in der Bibel finden, die Gott teilweise bis zu 40 Jahre trainiert und beiseite genommen hat, bevor sie ihren Dienst antraten (Paulus 14J, Moses 40J).
Mit ihm sein, bei ihm sein, ihm zuhören, sein Wort studieren, das ist ein Muster, das uns hier begegnet.

10) Und so möchte ich ein Blick auf eine kleine Geschichte lenken, die nur in Lukas vorkommt, Lk 10, 38-42:
Jesus kommt mit seinen Jüngern in ein kleines Dorf und eine gewisse Frau namens Martha empfing ihn in ihrem Haus mit voller Gastfreundschaft. In der damaligen Zeit drückte sich echte Gastfreundschaft darin aus, einem Gast, der es wert war, Essen und mitunter auch eine Schlafgelegenheit zu gewähren. Deshalb sagte Jesus auch als er seine Jünger aussandte zu Ihnen: Mt 10,11: „Wenn ihr in eine Stadt oder in ein Dorf kommt, dann sucht jemand, der es wert ist, euch aufzunehmen. Bleibt bei ihm, bis ihr jenen Ort wieder verlasst.“ Also Wertigkeit, genauer gesagt Gerechtigkeit zeichnete den Gastgeber im Alten Orient aus, es war ein Zeichen, eine Demonstration der Agape Liebe, dieser göttlich inspirierten gebenden – nichts zurück erwartenden- Liebe.

Jesus kam immerhin mit 12 Männern und es wird uns jetzt nicht berichtet ob auch deren Frauen oder noch andere Jünger dabei waren, das war ja schon eine große Anzahl an Leuten. Sie kamen von der Wanderung, hatten Hunger und Durst. Ich denke es muss ein großer Haushalt gewesen sein, denn als Lazarus, der Bruder von Martha und Maria, starb, kamen Leute von überall her, um ihn zu betrauern. Das heißt, er muss Einfluss gehabt haben und stand einem großen Haushalt mit Dienern etc. vor.

Nun haben wir hier die Situation, dass Martha und Maria sicher die Verantwortung für die Verköstigung der Gäste hatten. Als aber Martha ihre Schwester Maria in der Küche und im ganzen Haus suchte, dass sie ihr helfen möge, findet sie sie nicht. Stattdessen findet sie sie zu den Füßen Jesu sitzen und ihm zuhörend. Das hat Maria schon einmal vorher getan, sie war es, die ihm zuvor bei anderer Gelegenheit mit Salböl die Füße gewaschen hatte. Sie hatte Hunger nach ihm, seiner Gegenwart, seiner Nähe. Und das setzte sie über alle anderen Pflichtaufgaben. Martha findet sie dort und ihre alte Natur kommt zum Vorschein und sie klagt Jesus an und sagt: Findest Du nicht, dass meine Schwester mir helfen sollte das Essen und alles hier zu organisieren? Martha tat alles, um ihre Gäste zu verwöhnen, es ihnen so gut wie möglich zu machen, ihre ganze Liebe und Hingabe zu zeigen in dem sie rödelte und rackerte.
Und was sagt jetzt Jesus: Bei allem was Du Gutes tust, Martha, Maria hat das richtige erwählt. Jesus gibt uns mit dieser kleinen Geschichte eindeutig die Richtung vor. Er sagt nicht nur, worauf es ankommt, er sagt sogar noch – „das soll ihr nicht genommen werden“.
Wenn wir zu Füßen Jesu sitzen, dann sammeln wir Schätze für die Ewigkeit, diese Begegnungen, diese Worte der Wahrheit, sie werden uns nicht genommen.

Ihr Lieben, wir leben in anstrengenden Zeiten. Wir leben in Zeiten, in denen uns vom HG deutlich gezeigt wird, dass das Ende dieses Zeitabschnitts, nämlich des Gemeindezeitalters, in Reichweite ist. Noch können wir nicht sagen, wie lange es noch geht aber wenn man die Zeichen der Zeit aufmerksam verfolgt und geistlich wach ist, weiß man, dass unser Herr Jesus in nicht allzu ferner Zukunft kommen wird um seine Braut, die Gemeinde, zu sich zu holen und anschließend seinen unterbrochenen Fahrplan mit seinem Brudervolk Israel für die letzten 7 Jahre wieder aufzunehmen. Und wenn wir die Vorbilder anschauen, von denen wir heute gelernt haben, die hatten auch fast alle, total anstrengende Zeiten, wurden unterdrückt, geknechtet, verachtet, wussten oft nicht, wie sie den nächsten Tag bewältigen sollten. Aber sie hatten eins was ihnen nicht genommen wurde – der Glaube und die Nähe mit Gott und dass Gott sich ihnen mitteilte.

Mehr denn je ist es in dieser Zeit nötig, dass wir still sind und hören was der Geist Gottes uns zu sagen hat. Mehr denn je ist es in diesen Zeiten wichtig ins Gebet zu gehen, zum Gebet mit anderen zusammen zu kommen, was kann wirklich wichtiger sein? Ich für meinen Teil kann nur sagen, soviel bin ich persönlich noch nie vom Geist Gottes ins Gebet gedrängt worden als wie zurzeit. Zu den Füßen Jesu sein, sich dort aufhalten, sich dort bergen, das ist es, worauf es ankommt. Nur so können wir das eigentliche Anliegen Gottes, sich uns mitzuteilen, erfassen und erleben. Nur so können wir diesen großartigen Schöpfer tiefer kennenlernen und genau das möchte er. Wir erleben seit einem halben Jahr hier jeden Mittwoch tolle, großartige Gebetsabende, jedes Mal anders!!!

Wisst Ihr, ich habe Zeiten im Leben gehabt, da habe ich mich an jeder Ecke als Christ engagiert und hab dies gemacht und jenes, evangelisiert, gepredigt, Hauskreis und Lobpreis, prophetisch gedient und Dämonen ausgetrieben, es gab Zeiten, da hätte ich fast mein Bett in der Gemeinde aufstellen können. Das ist alles gut und alles hat seinen Platz aber und das predige ich jetzt auch zu mir: Verlieren wir das Wichtigste nicht aus dem Auge: Zu den Füßen Jesu zu sitzen, dem Meister zuzuhören, das Wort zu studieren. Das, ihr Lieben, wird nicht von uns genommen wie Jesus sagt, das ist bleibend, das trägt uns durch, gerade durch die wilden Zeiten, in denen wir uns befinden.

Frage: Hast Du diesen Appetit wie Maria, wie Moses, wie David und all die anderen in diese persönliche Intimität mit Gott einzutreten?

Noch einmal: So wichtig Marthas Dienst war, sich um die physischen Dinge von Jesus und seinen Jüngern zu kümmern. Sie verblassen fast zur Bedeutungslosigkeit gegenüber dem Appetit Marias, in diese Nähe mit Jesus zu kommen, von ihm zu lernen, Zeit mit ihm zu verbringen.

Kurz gesagt: Es ist wichtiger mit Jesus beschäftigt zu sein als für Jesus beschäftigt zu sein. Darf ich das noch einmal wiederholen: Es ist wichtiger mit Jesus beschäftigt zu sein als für Jesus beschäftigt zu sein. 

Als Jesus die Apostel aussandte, wusste er, dass sie keinen erfolgreichen Missionsdienst durchführen konnten bevor sie nicht vorher diese Intimität mit dem Schöpfer, mit Jesus, mit dem Wort, mit der Wahrheit und dem Leben ergriffen hatten. Daher hat er sie gelehrt und ihnen vieles vorgelebt. Er hat sie in diese persönliche Intimität, Beziehung genommen. Und das ist bei uns nicht anders.

Wir haben jetzt Jesus nicht physisch unter uns, klar. Aber wir haben sein Wort. Wisst ihr, dass das ein ungeheures Privileg ist? Zu keinen Zeiten außer im letzten und diesen Jahrhundert hatten normale Menschen Zugang zu Gottes Wort, zur Schrift, zur Bibel. Zu keinen Zeiten zu guter Sekundärliteratur, guten Predigten/Lehren im Internet usw. All das war immer nur dem Klerus vorbehalten. Und diese Tatsache wurde  jämmerlich von der Kirche missbraucht. Das änderte sich erst mit Luther und den Reformern und Bibelübersetzungen in Deutsch und Englisch. 

Daran sollten wir denken. Und wir sollten dies nutzen, gerade in diesen unsicheren Zeiten. Wir wollen verstehen was auf Gottes Agenda ist, um nicht hin-und hergeworfen zu werden von jeder Nachricht, jedem Ereignis. Ich denke gerade in dieser Zeit, die sich mit Lichtgeschwindigkeit auf das Wiederkommen Jesu zubewegt, wartet die Welt auf Antworten von uns und wie können wir sie geben, wenn wir die Schrift nicht kennen? Wir dürfen wissen, Gott hat alles was noch vor uns liegt, minutiös in der Schrift im AT und NT niedergelegt, lasst es uns entdecken. 

Ich kann euch nur ermutigen, sein Wort zu studieren. Nehmt euch eins der 66 Bücher vor aber lest vorher über das Buch, den Propheten, die Zeit, Umstände,  Zielgruppe, das macht es viel einfacher ein Buch oder ein Brief zu verstehen. Wer tiefer einsteigen möchte, holt euch eine Studienbibel oder Kommentare, das hilft (gerne Rücksprache). Es hilft auch ein Buch mehrmals hintereinander zu lesen, bis man wirklich verstanden hat was da drinsteht.
Jetzt ist die Zeit dazu. In Dan 12,4 lesen wir:  „Du aber, Daniel, verschließe diese Worte und versiegle das Buch bis zur Zeit des Endes! Viele werden darin forschen, und die Erkenntnis wird zunehmen.“ Ich erlebe das, seit ein paar Jahren, Steffi erlebt das und viele andere mit mir, das Wort Gottes erschließt sich uns in nie gekannter Weise. Das Buch Daniel ist praktisch vergleich bar mit dem Buch der Offenbarung im NT. Wenn man etwas über die jetzigen Zeiten verstehen will, dann braucht es beide Bücher und eigentlich den ganzen Rest. Vieles hat Gott dem Daniel damals vor 2500 Jahren nicht offenbart, er hat es ihn aufschreiben lassen, ja, aber nicht offenbart. Das tut er uns heute, wenn wir seine Nähe suchen, über ihn forschen. Er möchte das, er möchte nach wie vor sich zu erkennen geben. Ihr Lieben, ich glaube, die Zeiten werden echt hart werden und wir brauchen Orientierung aus der Schrift, denn dann werden wir auch den Mut und die Kraft haben, die Zeiten durchzustehen.

Noch eins – unsere Kultur, unser Lebenswandel will uns davon abbringen, zusammen zu kommen zum Beten, zu Gottesdiensten, zum Hören auf Gott usw. Wir sind immer nur allzu sehr beschäftigt mit allem möglichen, unserer Arbeit, unserem täglichen Kram und das Wesentliche verlieren wir leicht aus den Augen. 

Wir leben in einer Martha-Kultur, aber eine Maria-Kultur täte uns allen gut.
Zum Schluss: Eine gute Frage, die man sich stellen kann und die ich euch mitgeben möchte ist, wenn Du so zurückblickst auf Dein Christsein, Jahr für Jahr, hat sich etwas an Deiner Nähe zu Gott verändert? Kennst Du ihn persönlich besser? Bist Du in deinem Verständnis, deiner Theologie, deinem Bibelwissen, in der Lehre etc. gewachsen? Aber vor allem, das Entscheidende ist – Liebst Du ihn mehr als noch vor 1 Jahr? Wächst Deine persönliche Beziehung zu ihm? Wie wir es am Anfang beschrieben haben – es ist ein Prozess, der genährt werden will. Geh Essen mit ihm, lad ihn zum Spaziergang ein. Oft sind es die schwierigen Zeiten, die uns näher an Gott heranbringen, die uns ins Gebet treiben, in seine Nähe. Bleiben wir hungrig, werden wir richtig begierig nach ihm, nach seinem Wort, setzen wir die richtigen Prioritäten. 

Noch einmal die Bibelstelle vom Anfang des Godi: Amos 8,11  „Siehe, es kommen Tage, spricht GOTT, der Herr, da werde ich einen Hunger ins Land senden; nicht einen Hunger nach Brot, noch einen Durst nach Wasser, sondern danach, das Wort des HERRN zu hören.“
 
Liebst Du ihn mehr als vor einem, vor 5 Jahren? Guter Vorsatz für 2022
Amen.


11.) Die DNA Gottes 

 

Ihr Lieben, heute möchte ich Euch heute in eins der größten Geheimnisse Gottes aber auch der schönsten Tatsachen die ein Gotteskind erfahren darf einführen: Dazu werden wir uns anschauen was es heißt ein Kind Gottes zu sein, was dahintersteckt und wir werden uns auch etwas mit Biologie beschäftigen. Das Thema heute heißt: Die DNA Gottes, und es geht um nichts anderes als um Kindschaft, Geburt, Zeugung, Zellteilung und all diese wunderbaren Dinge, die sich Gott ausgedacht hat. 

Vorab ein paar grundlegende Aussagen im Wort Gottes, die uns zum Thema führen. Man muss wissen, es gibt so viel in der Bibel was das Thema Kind Sein, Kindschaft, Sohn und Tochter sein, angeht - ich hätte Tonnen von Zitaten hier bringen können - ein Zeichen dafür, dass dies Gott mit am wichtigsten von allen Dingen ist.

Als erstes Lk 18,16/17: „Aber Jesus rief sie zu sich und sprach: Lasst die Kinder zu mir kommen und wehrt ihnen nicht, denn solcher ist das Reich Gottes. Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht annimmt wie ein Kind, wird nicht hineinkommen!“ 

Die bekannte Stelle in der Jesus die grundsätzliche Aussage macht, dass die Kinder in das Reich Gottes einziehen sollen. Und im gleichen Atemzug sagt er, dass auch wir Erwachsene wie ein Kind das Reich Gottes annehmen sollen. 

Was haben Kinder, was Erwachsene nicht mehr haben? Vielleicht können wir zu Beginn mal ein paar Eigenschaften zusammentragen, die Kinder auszeichnet und die uns als Erwachsene schwerfallen oder die verloren gegangen sind?

 Liste:

 Blindes Vertrauen in Mama und Papa
Spielen, Entdecken, Begeistert sein, Staunen
Nicht reflektiert, alles abwägend 
Wahrhaftig, ehrlich, nicht berechnend oder verstellt, unschuldig
Ohne Sünde oder Hintergedanken, nicht falsch
Nicht eitel, immer fotogen
Nicht auf Anerkennung aus
Nicht auf materielle Dinge aus
Lebt den Moment
Keine Sorgen
Kümmert sich nicht ums Große Ganze, überlässt das Papa & Mama 
Gewissheit, Sicherheit, keine Furcht

Ich denke das sind einige wesentliche Attribute des Kind-Seins, die Jesus meint. Kann man sich das vorstellen? Wir waren doch alle mal Kinder. Kann man sich da noch hineinversetzen oder ist das zu lange her? Und vor allem: Können wir das auf uns und einen Papa im Himmel projizieren? Ich glaube, Jesus möchte uns hier einen Anstoß geben mal auf diese lang vergangene Zeit zu blicken, an lang vergangene Tage im Sandkasten, auf der Schaukel oder wo auch immer, erinnern.

Als kleine Kinder sind wir noch wahrhaftig, ohne bewusste Sünden, ohne Hintergedanken oder Misstrauen den Eltern gegenüber. Genau dies ist die Haltung die Gott von uns haben möchte. Es geht Jesus mit dieser Aussage also nicht nur um die kleinen unschuldigen Kinder, sondern auch um die Kinder der Verheißung. Und das sind wir, wenn wir an Jesus als deinen Erlöser und Mensch gewordenen Sohn Gottes glauben. Wir sind Kinder des Vaters im Himmel und können Papa sagen. Das ist die Haltung, um die es geht.

Dann haben wir eine der Kernstellen über die Kindschaft, in Röm 8,14-16: „Denn alle, die durch den Geist Gottes geleitet werden, die sind Kinder Gottes. Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, dass ihr euch wiederum fürchten müsstet, sondern ihr habt den Geist der Sohnschaft empfangen, in dem wir rufen: Abba, Vater! Der Geist selbst gibt Zeugnis zusammen mit unserem Geist, dass wir Gottes Kinder sind.“  


Wir haben einen Geist empfangen und dieser Geist Gottes in uns bezeugt unsere Kindschaft, Aha! Die Erkenntnis, ein Kind Gottes zu sein, kommt von Gott selbst und nicht von uns und beginnt in dem Moment, wenn wir anfangen ihm nachzufolgen. Dies, ihr Lieben, ist ein Prozess und kann lange dauern, beim einen mehr, beim anderen weniger. Viele haben eine kaputte oder schiefe Vaterbeziehung zu ihrem leiblichen Vater und es ist anfangs für die meisten komisch, wenn sie den Schöpfergott auch als liebenden Vater kennenlernen. Sie sträuben sich oder akzeptieren nur Jesus in ihrem Leben, lehnen den Vater ab. Bis man dann das aramäische Wort „Abba“, das Paulus hier benutzt, was so viel heißt wie Papa oder Vati, wirklich ehrlich von Herzen aussprechen und im Gebet oder Alltag anwenden kann, dauert es in der Regel eine Weile. 

Es setzt ein vertrautes Beziehungsverhältnis zum Vater im Himmel voraus und ein Verständnis seiner Vaterliebe, es vermittelt den Gedanken an Zärtlichkeit, Abhängigkeit und einer Beziehung ohne Furcht und Vorbehalte. Und man muss sich dem aussetzen, die Vaterliebe sozusagen einatmen. Wenn man natürlich eine schlimme eigene Vaterbeziehung hatte, muss das Vertrauen erst einmal wachsen. Das können wie schon gesagt jahrelange Prozesse sein. Doch gute Leiter und Pastoren erklären die Vaterliebe ihren Gemeinden und Schäfchen, denn es ist etwas ganz Entscheidendes im Leben als Jünger Jesu.

Ich habe es selbst erlebt, Rudi, Billa, Steffi und ich, wir haben uns zusammen diesem Prozess gestellt, entsprechende Bücher gelesen, uns von der Schrift her leiten lassen, wir haben das Thema Vaterschaft zigmal ausführlichst hier im FH behandelt und wir sind in diese Vaterliebe durchgebrochen und hineingewachsen. Das Resultat hört ihr manchmal, wenn Billa betet, dann kann sie nicht anders als immer von ihrem Abba Vater zu beten, oder es steht auch immer auf der Einladung zum FH, und ich sag Billa immer manche denken dann bestimmt, von wem redet die da? Jetzt wisst ihr es.

Diese Bibelstelle ist auch wichtig im Hinblick auf unsere innere Heilsgewissheit. Es ist ein Attribut unserer Liste für ein Kind. Sicherheit und Heilsgewissheit, ohne Furcht. Viele Christen haben ja Schwierigkeiten zu glauben, dass sie gerettet sind, gerade wenn sie der Alltag mit allen Herausforderungen überwältigt, sie in Sünde fallen usw. Aber trotz all dem Unfug und Mist den wir als Sünder in dieser Welt verzapfen: Gehören wir zu Jesus, dann sind wir ein Kind Gottes und nichts und niemand kann uns mehr aus seiner Hand reißen, auch Sünde nicht.

Dann verbindet sich Sein Geist mit unserem Geist und wir haben die Gewissheit, dass wir Gottes Kinder und damit die Erben sind und als solche gehört uns das Reich Gottes und das ewige Leben. Ist das nicht herrlich?

Röm 8,21 bestätigt dies: …“,dass auch die Schöpfung selbst befreit werden soll von der Knechtschaft der Sterblichkeit zur Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes.“ 


Die gefallene Schöpfung unterliegt ja der Sterblichkeit, alles muss sterben. Aber die Kinder Gottes sterben nicht, sie werden nach dem Tod ewig in Freiheit und Herrlichkeit leben. Was für eine Verheißung liegt auf der Eigenschaft ein Kind Gottes, ein Kind unseres himmlischen Daddys zu sein!

Wir wollen uns das heute einmal im Detail anschauen. Und keiner in der Bibel beschreibt dies besser als Johannes, der Jünger, den Jesus besonders liebte, der immer an seiner Seite war, der die Verklärung Jesu als Augenzeuge erlebte und sämtliche Wunder die Jesus tat. Den Jesus aber auch als einen der Donnersöhne bezeichnete. Johannes war der Jünger, dem Jesus kurz vor seinem Tod seine Mutter zur Betreuung anvertraute, er war der der von den anderen vorgeschickt wurde, Jesus zu fragen, wer ihn denn verraten würde. Er hatte wirklich eine ganz besonders innige Beziehung zu Jesus. Über ihn ist in den Zeiten der Apostelgeschichte überliefert, einer der Säulen der Jerusalemer Gemeinde gewesen zu sein. 

Später wird von ihm in den Chroniken der Geschichtsschreiber berichtet, dass er Leiter der von Paulus gegründeten Gemeinde in Ephesus war und von dort aus den ganzen Gemeinden in Kleinasien, der heutigen Türkei als Apostolischer Leiter und letzter Lebender der 12 Apostel Jesu vorstand. Man nimmt an, dass er das Johannesevangelium dort in Ephesus verfasst hat. Er überlebte alle anderen Jünger bei weitem, Paulus zum Beispiel, der die ganzen asiatischen Gemeinden gegründet hatte, war schon 20-30 Jahre tot.

Johannes war der „Last Man Standing“, der letzte authentische Zeitzeuge und Jünger Jesu. Er wurde sehr alt. Wir reden jetzt von der Zeit um 95-100 nach Christus, Johannes muss hier mindestens bereits 85 – 90 Jahre gewesen sein, wenn man voraussetzt, dass er bei der Berufung durch Jesus im Jahre 30 etwa 20 -25 Jahre gewesen sein könnte. Es begannen um diese Zeiten wieder starke Christenverfolgungen durch die Römer. Als deren Folge wurde Johannes von den Gemeinden und seiner apostolischen, pastoralen Aufgabe weggerissen und auf die Insel Patmos in der Ägäis verbannt. Ich war da mal im Urlaub, eine wunderschöne Insel, nicht das schlechteste, würde man heute sagen. Aber Johannes kam dort ja nicht als Tourist im 4 Sterne Hotel hin, sondern eben als Verbannter, fernab seiner Gemeinden, auf einmal wieder allein, vielleicht mit ein paar versprengten Mitarbeitern und örtlichen Christen zusammen, aber eben verbannt, das war die Situation. 

Und in diese Spätzeit, im sehr hohen Alter seines Lebens empfing er von Jesus und diversen Engeln direkt die Offenbarung, dieses einzigartige und prophetischste Buch des Neuen Testaments und gleichzeitig das aussagekräftigste Werk über die Zeit in der wir leben und auf die wir zusteuern. Ebenfalls in diesem hohen Alter datiert man die 3 Johannes-Briefe des NT, er spricht darin die Adressaten mit „meine Kinder“ an, sicher eine Redewendung, die man erst als alter Mann wählen konnte.

Wir müssen zum Hintergrund also wissen, Johannes war DIE geistliche Autorität in der zweiten Hälfte des ersten Jahrhunderts, zumindest seit der Zeit, da Petrus, Jakobus und Paulus gestorben waren. Sein Wort hatte Gewicht, und seine Schriften zeugen davon. Kein Schreiber drückt sich so klar aus wie er, trennt Gutes vom Bösen, Glauben vom Unglauben, Schwarz von Weiß, Gehorsam von Sünde so klar wie er. Seine Klarheit war ein Stabilisierungs-Faktor in der noch jungen Gemeinde.

Kein Autor der Bibel hat je die Nähe und Liebe Jesu so hautnah erfahren wie Johannes, keiner hat sie auch je so zu Papier gebracht. Sein Evangelium und seine Briefe sind eine reine Liebeserklärung an unseren Schöpfer und Heiland. 

Kein Schreiber außer Moses beschreibt auch so gewaltig und eindeutig die ewige Schöpferkraft Gottes, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Der Beginn des Johannes-Evangeliums und der Beginn seines 1. Briefes, beide Einleitungen, sind außerhalb des ersten Kapitels der Bibel, die herausragendsten Beschreibungen der Schöpfung und der Größe Gottes. 

Und in diesem Rahmen , nämlich zu Anfang des Johannesevangeliums, dieses größten und umfassendsten Machwerk über die Liebe Gottes, schreibt Johannes den
 

folgenden Satz: Joh. 1,12: „Allen aber, die ihn aufnahmen, denen gab er das Anrecht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben“. 


Johannes spricht von einem Anrecht, and. Übersetzungen auch von Macht oder Recht ein Kind Gottes zu werden. Etwas „werden“ bedeutet, das ist noch nicht gleich voll da, das muss sich entwickeln, das ist ein Prozess, das haben wir vorhin ebenfalls schon bei Paulus gesehen. In dem wir an ihn glauben, erwerben wir das Recht sozusagen wieder wie Kinder zu werden, denen Jesus das Reich Gottes versprochen hat. Der Status der Kindschaft ist essentiell für unser Heil und für das ewige Leben. Wir bekommen sozusagen das Anrecht zurück, wieder die Attribute des Kindseins die wir uns am Anfang angeschaut haben, zu leben.

Lasst uns jetzt die ersten Verse von Kapitel 3 lesen:  

„1 Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Kinder Gottes heißen sollen! Und wir sind es. Darum erkennt uns die Welt nicht, weil sie Ihn nicht erkannt hat. 2 Geliebte, wir sind jetzt Kinder Gottes, und noch ist nicht offenbar geworden, was wir sein werden; wir wissen aber, dass wir ihm gleichgestaltet sein werden, wenn er offenbar werden wird; denn wir werden ihn sehen, wie er ist. 3 Und jeder, der diese Hoffnung auf ihn hat, reinigt sich, gleichwie auch Er rein ist. 


Gleich in Vers 1 beschreibt Johannes den Höhepunkt der Liebe Gottes. Gottes Liebe hatte einen Zweck, sie war und ist zielgerichtet, nicht einfach so: Und zwar den Zweck, dass er Kinder erschaffen hat, die zu ihm gehören und die er eines Tages als Braut seinem über alles geliebten Sohn zuführt. Das ist DAS tiefe Geheimnis unserer Existenz, aber darüber spreche ich im nächsten Jahr. Gott liebte uns zuallererst und wollte, dass wir seine Kinder sind. Er liebte uns so sehr und der Wunsch, dass wir seine Kinder werden, war so groß, dass er sogar seinen Sohn sterben ließ, um dies möglich zu machen. Auf Golgatha wurde die Tat vollbracht, die es uns trotz der Sünde der Menschen ermöglicht, ein Kind Gottes zu sein.

Christus hat buchstäblich das höchste Opfer für dich und für mich gezahlt, weil Gott sich gewünscht hat, dass wir seine Kinder werden. Und die Annahme Jesu als persönlichen Erlöser unterscheidet uns von den Kindern des Teufels. Jesus sagte den Schriftgelehrten und Pharisäer einmal auf den Kopf zu, dass Sie von Ihrem Vater, dem Teufel, sind. 

Schauen wir noch Mal Vers 1 an: „Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Kinder Gottes heißen sollen!“ In manchen Übersetzungen wird angefügt: „Und wir sind es auch“. Der Vater schenkt uns seine Liebe, um uns den Status der Kindschaft zu verleihen. Ein Kind Gottes zu sein, ist ein Geschenk des Vaters aus seiner göttlichen schenkenden Liebe, es kommt direkt von ihm, geht von seiner Liebe aus. Es ist ein vollständig souveräner Akt aus Gottes Entscheidung heraus. Da haben wir gar keine Anteile dran, die Verleihung der Kindschaft wird rein durch Gottes Liebe offenbart. 

Jetzt schauen wir auf den zweiten Teil des ersten Verses: 

„Darum erkennt uns die Welt nicht, weil sie Ihn nicht erkannt hat.“ 


Interessant: Der Status ein Kind Gottes zu sein, führt dazu, dass die Welt uns nicht kennt, nicht erkennt, uns nicht versteht oder nicht versteht warum wir glauben. Sie finden uns mitunter komisch oder schräg oder denken wir sind sektiererische Spinner, aber die Ursache sind gar nicht wir selbst; Gottes Liebe ist es die seinen Kindern die Tatsache hervorruft, dass sie von der Welt nicht verstanden werden. Schon gar nicht wenn wir sagen wir sind Kinder des Vaters. Interessant eigentlich, wo doch unzählige Menschen das Vaterunser daher sagen oder wie zur jetzigen Weihnachtzeit ähnlich geartete Weihnachtslieder singen.


Noch etwas zu diesem ersten Satz im 3. Kap. des Johannesbriefes: Nachdem er zwei Kapitel über die Größe, Herrlichkeit und Einzigartigkeit Gottes referiert hat, beginnt Johannes diesen mittleren Abschnitt seines Briefes mit dem Wort „Seht!“ oder „Siehe!“ Heute würde man in modernem Deutsch sagen: „Hey, Passt mal auf! Achtung, mal alle herhören! Jetzt mach ich im Auftrag Gottes eine Ansage, und zwar verkünde ich euch etwas ganz Großes! Gottes Liebe hat uns zu Kindern gemacht. Gottes Liebe hat uns aus dem Waisenhaus der Welt in unser Elternhaus zurückgebracht!“ 

Hier ist göttliche Liebe am Werk, eigentlich unvorstellbar für uns, das ist eine andere Dimension von Liebe, als sie uns möglich ist. Wir werden von ihm zu Kindern gemacht mit allen Rechten, Kinder sind die über alles Geliebten, sie sind die Erben, sie sind die Zukunft, sie sind der Mittelpunkt seiner Liebe. Diese Liebe spricht in Existenz, sie ist schöpferisch, kreativ, urgewaltig, tief und göttlich. Es ist eine ganz andere Dimension von Liebe als wenn wir sagen, ich liebe mein Auto, meinen Hund, meine Frau, meine Arbeit obwohl selbst hier Anteile der göttlichen Liebe in uns sind. 

Es ist die gleiche Liebe, die sich am Kreuz von Golgatha für uns aufopferte. Gott liebte uns so sehr, dass Er Seinen Sohn opferte, damit Er uns die Kindschaft schenken konnte. Und alles damit wir mit wem gemeinsame Erben werden könnten? Mit Christus. Jetzt verstehen wir auch warum Gott von Jesus als dem Erstgeborenen (wörtlich auch „zumeist Geliebtem“) spricht.
 

Röm 8,29: „Denn die er zuvor ersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Ebenbild seines Sohnes gleichgestaltet zu werden, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern und Schwestern.“ 


Wir sind Miterben, Brüder und Schwestern von Jesus! Die Verleihung der Kindschaft ist eine souveräne göttliche Liebestat. Es ist eine schöpferische Liebe, es ist eine Opferliebe am Kreuz. Ein geliebtes Kind ist ein geliebtes Kind und bleibt immer ein geliebtes Kind. Der Vater rüttelt nicht daran. Ist das nicht herrlich? Obwohl er den Menschen nach seinem Ebenbild schuf und dieser sich bis heute von ihm abwendet, sündigt, anderen Göttern nachläuft. Aber was Gott einmal in seiner Liebe beschossen hat, an dem hält er fest. Dahinter steckt ein ewiger, weltumspannender, göttlicher Gedanke, eine unvergleichliche Liebe, ein schöpferischer Plan, den Gott durchzieht, egal wie wir Menschen uns verhalten.  Es ist eine Begnadigung, versteht ihr das?

Lesen wir Eph 1,5-6: „Er hat uns vorherbestimmt zur Sohnschaft für sich selbst durch Jesus Christus, nach dem Wohlgefallen seines Willens, zum Lob der Herrlichkeit seiner Gnade, mit der er uns begnadigt hat in dem Geliebten.“ 


Was das Gewaltigste an der Sache ist - und damit kommen wir zur Biologie - darin liegt ein echtes Geheimnis, denn mit menschlichen von der Wissenschaft geprägten Gedanken können wir das nicht erfassen: Der Vater adoptiert uns nicht, er macht uns zu echten Kindern – er gibt uns sozusagen seine Gene! Eltern, die ein Kind adoptieren, können ihm Liebe schenken, es durchbringen und es zum Erben machen, aber es bleibt ein angenommenes Kind von anderen Eltern. Aber in dem wir Jesus als Herrn annehmen, sind wir nicht nur erlöst und von aller Schuld befreit, wir werden gleichzeitig zu wahren Kindern des Vaters. Es findet quasi eine Übertragung der göttlichen Erbsubstanz, der göttlichen DNA, von Gottes Genen zu uns statt. Kein Adoptivstatus, sondern echte Kindschaft. Und wie wir vorhin im Römerbrief gelesen haben – der Geist Gottes selbst bezeugt dies in uns. Das Ganze ist wieder mal so ein göttliches geniales Meisterwerk und Geheimnis zugleich: Und Jesus ist der Schlüssel hier. Genau wie Gott uns durch Jesus nicht mehr als Sünder ansieht, nicht mehr als das von ihm abgefallene Geschöpf, so sieht er uns durch Jesus als echte, wahre Kinder, nicht adoptierte, übernommene Kinder an.

Jetzt kommen wir mal zur Biologie: Ich selbst hatte das Glück nach dem Abitur in den 80ger Jahren Biologie zu studieren. Ich bin in dieser Zeit auch zum Glauben gekommen. Das Fach Biologie war schon damals das wohl an Wissen und Lehrmaterial reichste Studium, täglich kam neues hinzu, gerade die modernen Fächer wie Genetik oder Molekular-Biologie waren der Renner unter den Studenten.

Die Faszination die die moderne Vererbungslehre nach der Entdeckung des genetischen Codes, der DNA, 1953, in der Wissenschaft ausgelöst hat, war gewaltig. Es war begeisternd wie die Ableseprozesse der Gene funktionierten, mit welcher Präzision hier komplexe neue Moleküle geformt wurden, mit welcher Akkuratesse Fehler ausgemerzt wurden, mit welcher Genauigkeit die Teilung von Chromosomen und Zellkernen und damit ganzen Zellen gesteuert wurden. 

Jetzt die Frage: Wisst ihr wie die DNA aussieht und funktioniert? Vielleicht habt ihr schon mal von Begriffen wie Genom, Chromosomen, Zellkern etc. gehört. Die DNA, oder DNS die Desoxyribonukleinsäure, das sind zwei Molekülstränge, die umeinander verwoben sind und in jeder Zelle im Zellkern vorkommen. Es ist quasi eine Festplatte in jeder Körperzelle. Sie bestehen aus immer 4 verschiedenen Einzelmolekülen die in einer einzigartigen, individuellen Weise – bei jeder Zelle und jedem Menschen anders - angeordnet sind. Diese Molekülstränge unterliegen einem höchst komplizierten Ableseprozess, der dafür sorgt, dass Proteine und andere Bausubstanzen des Körpers gebildet werden.
 

Wir haben etwas 3,3 Mrd. Basenpaare in einem DNA-Strang. Das alles geschieht nach einem ganz individuellen Muster, deshalb sehen wir alle unterschiedlich aus, haben unterschiedliche Haare, Geschlechter, Hautfarben oder Größen, usw., ich will das jetzt nicht weiter vertiefen aber ich kann dir nur sagen, wenn du dir einmal diesen Prozess der Zellteilung, dem die Teilung der DNA und Chromosomen vorausgeht, in allen Einzelheiten durchliest und zu verstehen versuchst, dann begreifst du sofort, dass es einen Schöpfer geben MUSS. 

So etwas Gewaltiges, Durchdachtes, Höchstkompliziertes, Sensibles aber auch Präzises und Schönes würde eine Evolution, wo sich immer nur der Stärkere durchsetzt, nie erschaffen – wozu auch – zum Überleben und Durchsetzen gegenüber anderen brauche ich keine Schönheit oder Vielfalt oder komplizierte Mechanismen. Im Gegenteil. Die Tragik und ein Phänomen dieser vom Teufel maßgeblich beeinflussten Meinungsbildung in dieser letzten Zeit in der wir leben, ist jedoch, dass die öffentliche Lehrmeinung und die Medien an der Evolutionslehre festhalten, obwohl diese inzwischen komplett wiederlegt ist, sie halten am Urknall und Millionen Jahren der Entwicklung vom Einzeller bis zum Menschen fest - alles nachgewiesener Unfug. Interessanterweise stellen sie sich in diesem Punkt gegen eigene wissenschaftliche Erkenntnisse. Ist das nicht komisch? Alles nur, damit die Menschheit denkt, dass es keinen Gott gibt oder braucht.
 

Nur ein Beispiel vorab: Die Evolutionstheorie lehrt ja, dass sich aus niedrigem Leben höheres entwickelt über eine lange Zeit. Dies ist wissenschaftlich allerdings nicht haltbar. Es würde bedeuten, dass die Chromosomen eines Einzellers oder einer Amöbe bereits sämtliches Erbgut und sämtliche Information über die Bildung eines Affen oder Menschen oder Fisch in sich tragen müsste. Tut es aber nicht. Wer am Erbgut etwas hinzufügt, muss schöpferisch tätig sein und es gibt nur einen der das kann, Gott selbst. Mutationen, aus denen sich scheinbar per Zufall Mutanten entwickeln, entwickeln sich immer nach unten, nicht nach oben. Das alles fällt, näher beleuchtet, wie ein Kartenhaus in sich zusammen. 

Ihr Lieben, wenn Gott seine DNA in uns hineinpflanzt, ist dies ist ein Schöpferischer und zugleich Heiliger Akt. Man kann fast von einer 2. Schöpfung des Menschen sprechen. Und genauso schreibt ja auch Paulus davon, dass wir eine neue Kreatur sind, ein neuer Mensch. Das geht nur wenn wir neues Erbmaterial in unseren Zellen haben und dieses bei der Teilung weitervererben. Gott pflanzt also seine Gene, seine DNA in uns in dem er uns durch Jesus zu seinen Kindern macht. Wir bekommen den Heiligen Geist, der dies bezeugt und wir bekommen dadurch göttliches Wesen in uns. 

Die DNA unterliegt ja wie eben erwähnt, einem fortwährenden Teilungsprozess. Alle unsere Zellen teilen und erneuern sich permanent. Physiologisch betrachtet, sind wir alle in permanenter Veränderung begriffen. Wenn Du dich morgen auf denselben Stuhl setzt, bist Du physiologisch betrachtet ein anderer Mensch. Du hast Billionen neuer Zellen, die dich formen, du wirst permanent runderneuert, alte Zellen teilen sich und sterben ab, neue entstehen. Manche Zellen wachsen langsam, andere schnell, manche teilen sich nur alle paar Wochen, manche innerhalb von Sekunden. Und jetzt stell Dir vor, bei jedem dieser Veränderungsprozesse, wird etwas göttliches Genom, göttliche DNA in dir abgelesen und wächst zu neuen Körperzellen heran. Er steckt dahinter und fortlaufend wird neues göttliches Leben in dir erschaffen, ist das nicht faszinierend? Und damit entwickeln wir uns wieder hin zu seinem Bild, Schritt für Schritt. Das ist unsere Bestimmung, uns in sein Ebenbild zu verwandeln. Aber wie machen wir das? Wir können es nicht. ER macht das. Und zwar dadurch, dass wir in Jesus andere Menschen werden, die ihm ähnlicher werden. Ich finde das faszinierend. Auf der einen Seite haben wir einen Alterungsprozess unserer Zellen und damit von uns als Menschen – wir wissen, dass Gott unser maximales Alter auf 120 Jahre begrenzt hat – ist übrigens auch physiologisch nachweisbar. Man hat inzwischen herausgefunden, dass unsere Zellteilung und die Mechanismen, die dahinterliegen, unsere Physiologie der Organe, Blutgefäße und Nerven es nicht schaffen werden, älter als etwa 120 Jahre alt zu werden. Also einerseits altern wir, andererseits werden wir mehr und mehr in sein Bild verwandelt. Die vollständige Umwandlung steht noch aus, dazu komme ich gleich. 

Noch ein Gedanke: Wir alle kennen die Stelle aus dem 1.Buch Mose als Gott den Adam erschuf:

1.Mo.2,7: „Da bildete Gott, der HERR, den Menschen, aus Staub vom Erdboden und hauchte in seine Nase Atem des Lebens; so wurde der Mensch eine lebende Seele.“ 


Ich glaube was hier bildreich in nur einem kurzen Satz beschrieben wird, ist das gewaltigste, physiologische und medizinische Wunder was die Welt je gesehen hat. Den Atem des Lebens einhauchen – hier wird die DNA, hier werden Gottes Gene auf den Menschen übertragen, auf dass sie sich teilen, fortpflanzen, auf dass es Kinder gibt, die ein Abbild der Eltern und damit ein Abbild Gottes sind. Aber leider, wie wir wissen, hat die Sünde diese herzzerreißende Liebesgeschichte um die Gene Gottes kaputtgemacht. Erst Jesus hat sie repariert und durch ihn können wir wieder göttliche DNA einatmen und wird sie in uns eingepflanzt. Wie groß muss diese Liebe des Schöpfers zu uns Menschen sein, dass er diesen bei Adam angefangenen Schöpfungsakt, dass wir Menschen seine Kinder werden, seine DNA bekommen und zu seinem Bild geschaffen sind, trotz des Menschen Ignoranz und Abkehr von ihm fortsetzt? Dass er quasi eine neue Schöpfung, einen neuen Menschen, eine neue Kreatur formt, nach all der Ablehnung, die er erfahren hatte? Und damit nicht genug, sondern dass er, um dies zu erreichen, sogar das Beste, das Kostbarste was er hat, nämlich seinen einzigartigen Sohn Jesus, für uns opfert?

Wir alle kennen Joh 3,16: „Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen (meistgeliebten) Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat.“ 


Er hat dich geliebt, bevor du Ihm dein Leben gegeben hast. Er hat dich bereits geliebt, als du nichts von ihm wissen wolltest, als du gesagt hast, es gibt keinen Gott, nur die Wissenschaft hat Recht oder du glaubtest an gar keinen Gott oder an einen fremden Gott. Er hat dich geliebt als du ihn gehasst hast und ihm vorgeworfen hat – wo bist du Gott – weil ein lieber Mensch von dir gegangen ist. Er hat dich geliebt als du ihn nicht beachtet hast, als er Luft war für dich, als du unfreundlich zu ihm warst, als du ihn ignoriert hattest. 

Gottesliebe ist der Schlüssel zu unserer Kindschaft. Und es führt dazu, dass die Welt uns nicht kennt. Schauen wir uns nochmal Vers 1 an, den letzten Teil. „Deshalb kennt die Welt uns nicht, weil sie Ihn nicht erkannt hat.“ Man sieht, dass die Welt nicht in der Lage ist, Gott zu erkennen. Johannes schreibt in der Einleitung zu seinem Evangelium: Joh 1,11: „Er kam in das Seine aber die Seinen nahmen ihn nicht an.“ Jesus durch den die Welt erschaffen wurde, kam in seine eigene Schöpfung, aber sie lehnten ihn ab. Die Welt hat keine Fähigkeit, Gott zu kennen oder Christus zu kennen, zu erkennen. Ohne die Leitung durch den Heiligen Geist wird das auch nicht gelingen. 

Ihr habt bestimmt auch mal Diskussionen mit Nicht-Gläubigen über Gott, die Bibel, ob das alles so stimmt etc. und dann wundert ihr Euch, das der Gegenüber das einfach ablehnt oder sagt, das stimmt nicht, oder sagt, ich glaube zwar an eine Macht aber nicht an den Gott der Bibel. Oder es einfach abtut indem er sagt, das kann gar nicht stimmen, denn die Bibel ist ja von Menschen geschrieben. Und man versteht es manchmal nicht, warum jemand einfach so am größten Geschenk, dass uns Menschen widerfahren kann, vorbeigeht. Tatsächlich sagt Paulus

 in 2. Korinther 4,4: „Denn Satan hat die Gedanken derer geblendet, die nicht glauben, so dass sie den Glanz des Evangeliums nicht sehen." 


Der Glanz des Evangeliums, wie schön. Und Johannes sagt hier, wenn du ein Kind Gottes bist, kann dies die Welt nicht erkennen. Sie erkennen den neuen Menschen in dir nicht. Sie können nicht beurteilen warum Du glaubst. Sie können die göttliche DNA, die Du in Dir hast, nicht riechen, schmecken, fassen. Niemand kann, so er Gott nicht erlebt hat und das Zeugnis des Heiligen Geistes in sich spürt, verstehen was wir als Gläubige für Gott empfinden.

Die ganze damalige Welt hat Jesus Christus nicht gekannt. Sie waren blind für Ihn, als Er geboren wurde. Sie haben ihn abgelehnt als Kind, sie waren für Ihn während Seines gesamten Dienstes blind. Sie waren blind am Kreuz und standen da und schrien: „Kreuzige ihn, kreuzige ihn.“ Die Welt hat keine Fähigkeit, Gott, Christus oder das Kind Gottes zu erkennen und zu verstehen, weil es in ihren Augen töricht ist und keinen Sinn ergibt. Damit müssen wir leben, Ihr Lieben. Jesus hat es uns vorgemacht.

So, das Beste kommt wie immer zum Schluss: Lesen wir nochmal 1. Joh.3, 2: „Geliebte, wir sind jetzt Kinder Gottes und noch ist nicht offenbar geworden, was wir sein werden; wir wissen aber, dass wir ihm gleichgestaltet sein werden, wenn er offenbar werden wird; denn wir werden ihn sehen, wie er ist.“ 


Da steckt Musik drin,  Ihr Lieben,  das Beste kommt erst noch, oder? Wir werden ihm komplett gleichgestaltet werden, verwandelt werden, wir werden sein wie ER, wenn er erscheint. Was sich bis jetzt hauptsächlich im geistlichen Bereich abspielt, wird dann vollends zur Ausprägung kommen. Warum? Weil wir die Braut sind, die der Vater seinem Sohn bereitet. Als Adam die ganzen Tiere sah und ihnen Namen gab, war er am Ende traurig, dass keins dabei war das war wie er. Da schuf Gott die Eva, Gebein von meinem Gebein, Fleisch von meinem Fleisch, DNA von meiner DNA. Versteht ihr das? Das ist wieder so ein Mega-Geheimnis Gottes, dass wir als Braut sozusagen Gebein vom Gebein Jesus, Fleisch vom Fleisch Jesu werden, das komplette göttliche Genom bekommen werden.

Im Röm 8,29-30 lesen wir dazu: „Denn die er zuvor ersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Ebenbild seines Sohnes gleichgestaltet zu werden, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern.“

Wir sind nicht nur Kinder Gottes, wir haben auch die Verheißung zu werden wie Jesus, so wie es hier steht. Unsere Hoffnung ist auf das Erscheinen von Jesus Christus gerichtet, denn wenn dies geschieht, werden wir in Ihm vollständig sein. Wir werden umgewandelt, transformiert, bekommen einen unsterblichen Leib für die Ewigkeit. Wir sprechen ja dauernd von der Endzeit und der Hoffnung, dass Jesus bald wiederkommt. Und genau das passiert dann, wenn er kommt, wird sich diese Hoffnung in Realität verwandeln und wir werden sein wie ER. Es dauert nicht mehr lange und wir werden wie Jesus Christus sein. Halleluja! Noch sind wir ein Eisblock (Fußgängerzone) und man kann nur die groben Konturen erahnen, dann aber kommt der Künstler mit seinem Werkzeug und formt daraus eine feine Skulptur. Noch sind wir ein Klumpen Ton mit vagen Konturen, aber der Töpfer, der aus uns eine herrliche Vase oder was auch immer formt, steht schon bereit. Es ist schon alles in uns angelegt.

Wenn wir wiedergeboren werden, haben wir schon die göttliche DNA in uns. Jesus sagt zu Nikodemus, „wer nicht von neuem geboren wird, kann nicht in das Reich Gottes kommen.“ Was ist das anders als eine neue Geburt, eine neue Zeugung, eine neue Verschmelzung von Gottes Erbgut mit unserem, eine Befruchtung mit der DNA Gottes? Ich stelle es mir so vor, dass diese neue Zelle oder dieser neue Mensch der wir sind, sowohl unsere DNA als auch schon vollständig Gottes Erbmasse enthält. Denn wir sind ja von neuem geboren, aber es wird, da wir Sünder sind und noch in einer gefallen Schöpfung leben nicht alles vom göttlichen DNA Strang abgelesen. Viele Moleküle Gottes werden in unserem Leben noch nicht gebildet. Erst beim Kommen Christi wird das ganze göttliche Erbgut in uns in einem Nu abgelesen und wir werden transformiert in den neuen Leib. Ich finde das extrem aufregend. Versteht ihr das irgendwie, könnt ihr das nachvollziehen?

Noch eine wichtige Sache steht in Vers 3: 1.Joh 3.3: „Und jeder, der diese Hoffnung auf ihn hat, reinigt sich selbst, so wie ER rein ist.“ 


Wenn wir wirklich in der Hoffnung auf das baldige Kommen Christi leben, wird uns das verändern. Dann wird sich unsere Lebensweise ändern. Deshalb ist es so wichtig, dass wir uns damit beschäftigen. Das ist so ein bisschen wie am Arbeitsplatz, wenn man weiß, heute kommt der Chef und macht seinen Rundgang. Dann räumt man den Schreibtisch oder die Werkbank auf, man hat Augen und Ohren offen, ob er schon in der Tür steht, man arbeitet 10mal genauer und hingebungsvoller als normal. In der Schule ändern die Schüler ihr Verhalten sofort, wenn der Lehrer den Raume betritt. Es gibt da viele Beispiele. Wenn wir wissen, dass etwas Wichtiges auf uns zukommt und wir darauf vorbereitet sein möchten, ändern wir unsere Lebens, -Arbeits, -oder Verhaltensweise. Und genau das spricht Johannes aus: Er sagt, das Ergebnis dieser Art von Hoffnung ist die Tatsache, dass wir uns selbst reinigen. 

Können wir das schaffen? Oder muss das nicht Gott in uns tun? Nun, Gott wird uns die Kraft geben, es zu tun, aber wir müssen es tun. Es gibt einige Dinge, die Gott nicht für uns tun kann, die müssen wir selbst tun.  Dazu gehört der Umgang mit der Sünde – ich empfehle meine Predigt letzten Monat. Das Leben im Lichte Jesu und seiner baldigen Wiederkunft zu leben, wird uns verändern. 

Ihr Lieben, auf einmal macht es Sinn, dass wir uns mit der Endzeit, den letzten Dingen beschäftigen, auch wenn viele immer sagen, was redet ihr dauernd darüber? Oder? Der Kreis schließt sich bei der unserer Kindschaft Gottes. Wir sind Kinder des Vaters mit Gottes DNA und leben in der Hoffnung auf das Kommen Christi um ihm als seine Braut gleichgestellt zu werden. Und alle Zeichen und Prophezeiungen  der Schrift sagen uns, dass dies sehr bald sein wird. 

Ich sage Dir, wenn Du nicht bereit für das Kommen Christi bist, dann machst Du Dich besser bereit. Es ist nicht mehr weit.

Soweit der Exkurs in die fantastische Welt der Zell-Biologie. Ich hoffe ihr konntet mitkommen. Die DNA Gottes, dahinter steckt der größte Liebesbeweis und ein ganz großes  Geheimnis unseres himmlischen Vaters.      


10.) Wie wir die Sünde in unserem Leben besiegen

Das heutige Thema beschäftigt sich mit der Sünde und ist unter Christen nicht sehr populär, daher wird es auch kaum gelehrt. Und es ist auch für einen Vortragenden nicht einfach darüber frei zu sprechen, so als ob man darübersteht. Ich glaube kein Mensch kann das sagen, bis zum Tod wird uns der Verführer, der Teufel immer wieder versuchen, dass wir sündigen. Aber, Gott wäre nicht der Gott der Bibel, wenn er uns nicht Hilfen an die Hand gibt, wie wir mit der Sünde in unserem Leben umgehen sollen.

Es ist unpopulär über Sünde zu sprechen, weil es eben negative Assoziationen bei uns auslöst, wir fühlen uns ertappt, nicht wohl in unserer Haut und meiden dieses Thema am liebsten. Gerade in der heutigen Zeit werden ja von den Kanzeln und im Internet viel lieber Wohlfühl-Botschaften gepredigt, auch mit dem Thema Endzeit tun sich ja viele schwer, weil es negativ besetzt ist, keiner will, dass plötzlich alles vorbei ist.

Ich weiß nicht wie es bei Dir ist, aber ein Leben in Demut vor Gott und in der Bereitschaft, wenn mal wieder eine Sünde passiert ist, diese auch sofort zu bekennen, ist das was Gott möchte. Aber ich habe den Eindruck, bei vielen wird Sünde nicht mehr ernst genommen, viel wichtiger ist die Freiheit und großartige spirituelle Erfahrungen mit Jesus und dem HG. Und bei manchen ist es sogar so, dass sie zu Beginn ihrer Bekehrung mal einige Sünden bekannt haben, danach aber herrscht Schweigen im Walde. Und gerade das ist es ja was Jesus der Gemeinde in Laodizea, die stellvertretend für den heutigen Leib Christi steht, anprangert: Off 3,16: „Weil du lau geworden bist, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde.“ Warum ist das so, warum gehen wir oft lausig mit dem Thema Sünde um, wo wir doch alle damit zu tun haben und keiner wie die Schrift sagt – außer Jesus davon frei ist?

Zu Anfang ein paar Bibelstellen die uns weithin bekannt sind. Exemplarisch zitiere ich den Römerbrief, vor allem die Kapitel 5 und 6 der das Thema Sünde, seine Ursache und Wirkung und seine Beziehung zum Gesetz auf eine einzigartige Weise behandelt. Wir lesen hier:
Röm 5,18:„Es steht also fest: Durch die Sünde eines einzigen Menschen sind alle Menschen in Tod und Verderben geraten. Aber durch die Erlösungstat eines einzigen Menschen sind alle mit Gott versöhnt und bekommen neues Leben.“Hier sind eindeutig Adam und Jesus gemeint.

Röm 6,6:„Wir wissen ja, dass unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt ist, damit der Leib der Sünde vernichtet werde, sodass wir hinfort der Sünde nicht dienen.“Unser alter Mensch wurde mit Jesus mit-gekreuzigt. Wir sind ein neuer Mensch, der der Sünde nicht mehr dienen muss.

Röm 6,7:„Denn wer gestorben ist, kann nicht mehr von der Sünde beherrscht werden.“ Interessant: Unser alter Mensch ist tot im geistlichen Sinn, daher müssen wir nicht mehr sündigen, denn Tote sündigen nicht. Das ist einfache aber zutiefst wirksame biblische Wahrheit.

Röm 6,11:„Das gilt genauso für euch, und daran müsst ihr festhalten: Ihr seid tot für die Sünde und lebt nun für Gott, der euch durch Jesus Christus das neue Leben gegeben hat.“
Röm 6,12:  „achtet darauf, dass euer vergänglicher Körper nicht von der Sünde beherrscht wird und ihr seinen Begierden nicht nachgebt.“
 
Es gibt ihn also doch – den alten Körper, der zwar geistlich tot ist, den alten Menschen und seine Begierden – dazu später mehr.

Und zum Schluss: Röm 6,23: „Denn der Tod ist der Sünde Sold; die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserm Herrn.“Sünde führt immer zum Tod, der Tod ist die Konsequenz aus fortgesetzter Sündhaftigkeit. Was bedeutet Tod im geistlichen Sinn? Wer weiß das? Trennung von Gott, dann können wir nicht mehr in seiner Nähe sein, wir hören die Stimme des HG nicht mehr und wir leben außerhalb der Herrlichkeit Gottes. Es fing mit Adam und Eva an (Vertreibung aus dem Paradies) und gilt bis heute.

Soweit zum Einstieg. Die Bibel lehrt uns also, dass wir als Christen nicht mehr sündigen müssen, dass wir durch die Auferstehungskraft Jesu die Fähigkeit übertragen bekommen haben, der Sünde zu widerstehen. Selbst wenn wir das nicht oder noch nicht sehen, weil wir immer wieder in Sünde verstrickt sind. Mit dem Tod Jesu und seiner Auferstehung haben sich die geistlichen Machtverhältnisse für uns, die wir an ihn glauben, verschoben und Paulus könnte nicht diese Bibelstellen im Römerbrief so schreiben. Wir können die Sünde besiegen, wir sind nicht länger ihr Knecht, wir haben Power von Gott her, dies zu tun und wir sollen es tun. Wir sind wie Paulus sagt: Frei von der Sünde, ein Toter kann nicht mehr sündigen und unser altes Leben ist mit Jesus gestorben.

Nun fragst Du Dich, aber ich sündige trotzdem, komme von Dingen nicht los, bin in Süchten oder falschen Verhaltensweisen gefangen oder habe etwas Verstecktes, Geheimes in meinem Leben was keiner weiß, ein paar Leichen im Keller aus alter Zeit vielleicht. Wieso das, wo ich doch befreit bin davon? Warum sündigen wir weiter, warum passiert uns das? Aber auch die Frage, wie stellen wir das ab? Wie besiege ich die Sünde in meinem Leben?

Es gibt heute eine weit verbreitete theologische Auffassung, die sagt, Hauptsache ist, du bist bekehrt und gehörst zu Jesus, dann bis du auf Ewigkeit gerettet. Alles andere in deinem irdischen Leben ist nicht so wichtig. Drum ist es in der Konsequenz auch nicht so wichtig wie ich mit meinen Sünden umgehe, wie ich als Verwalter des mir von Gott anvertrauten Hab und Guts umgehe, wie ich mit meinen Gaben umgehe usw. Ich bin ja sowieso gerettet. Es ist ja auch so, dass viele Gemeinden sich aus diesem Grund der Aufgabe verschrieben haben, Evangelisation um jeden Preis betreiben.

Da hat Sünde und Schuld erst mal keinen Platz, weil es ja negativ besetzt ist, man aber eine positive Botschaft senden möchte. Rein theologisch betrachtet ist das auch richtig, durch die Bekehrung und Taufe durch den Glauben an Jesus ist man ein Kind Gottes und auf ewig gerettet. Dennoch steht hinter einer Umkehr auch ein ganzes Leben tagein tagaus und das will gelebt werden in der Gegenwart Gottes. Es wäre schön, aber so einfach auf Sünde und Schuld und ihre Folgen für unser Leben zu verzichten, wird der Wahrheit nicht gerecht. Denn Sünde ist im Grunde genommen Götzendienst – etwas anderes als Gott steht in meinem Leben an Nr.1, in der Regel ich selbst, ich komme darauf später zurück.

Noch einmal zu Adam und Eva und ihrer Vertreibung aus dem Paradies: Ihre Sünde zog den Tod, den die Bibel als die Trennung von Gott bezeichnet, nach sich. Dazu noch einmal die Stelle aus Röm 6,23: „Der Tod ist der Sünde Sold, die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserm Herrn.“ Wir haben hier die klare Auftrennung zwischen der Sünde und dem Ewigen Leben. Die Sünde zieht den Tod nach sich, das Geschenk, die Gabe Gottes, das ewige Leben. Man kann nicht so blind sein und erwarten, wenn man ein Leben in Gottes Ferne und ohne Sündenerkenntnis und Bekenntnis führt, dass man das ewige Leben geschenkt bekäme, bloß weil man irgendwann mal bei einer Evangelisation die Hand gehoben hat. Dann würde die Aussage von Jesus wenig Sinn machen bei der er sagt, dass der breite Weg ins Verderben führt aber nur ein schmaler zum ewigen Leben.

In Mt. 7,22/23 lesen wir: „Am Tag des Gerichts werden viele zu mir sagen: Aber Herr, wir haben doch in deinem Auftrag prophetisch geredet! Herr, wir haben doch in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und viele Wunder vollbracht! Aber ich werde ihnen entgegnen: ›Ich habe euch nie gekannt. Ihr habt meine Gebote mit Füßen getreten, darum geht mir aus den Augen!“Jesus rückt uns hier die Perspektive zurecht. Es ist ihm ernst mit der Einhaltung der Gebote und dazu gehört ein reuiges Sünderherz.

Jetzt die Frage: Ein sündenfreies, geheiligtes Leben, gibt es das und können wir das überhaupt führen? Grundsätzlich ist es Gott bekannt, dass wir Sünder sind und auch bis zum Tod bleiben werden. Dafür starb ja Jesus Christus, der Sohn Gottes, dass wir -weil er eben ohne Sünde war – durch seinen Stellvertreter-Tod gerettet sind.

Jesus sagt in Mk 7,20: „Und er sprach: Was aus dem Menschen herauskommt, das macht den Menschen unrein. Denn von innen, aus dem Herzen der Menschen, kommen heraus die bösen Gedanken, Unzucht, Diebstahl, Mord, Ehebruch, Habgier, Bosheit, Arglist, Ausschweifung, Missgunst, Lästerung, Hochmut, Unvernunft. All dies Böse kommt von innen heraus und macht den Menschen unrein.“Aha, wir sind also von Haus aus Sünder, von innen heraus unrein wie es Jesus nennt und Gott ist das wohl bekannt. Jetzt kommt es also irgendwie darauf an, wie wir darauf reagieren, wie wir rein werden, heiliger werden, wie die Schrift sagt.

1.Tess 4,3: „Dies ist der Wille Gottes, Eure Heiligung.“ Das ist Gottes vorgegebene, klare Richtung, sein moralischer Anspruch an jeden von uns. Wir sollen heilig werden, die Heiligung anstreben, rein werden, heil werden, Reinheit, Freiheit, Unbeflecktheit von Sünde und Schuld, das sind die Worte, die die Schrift benutzt, um das Thema zu beschreiben. Vom Moment der Bekehrung an bis zum Eintritt in den Himmel möchte Gott, dass wir uns heiligen. Ein kluger Mensch hat mal gesagt, die Bekehrung ist unsere Rechtfertigung, die Heiligung unser irdisches Leben und die Verherrlichung unser ewiges Leben. Unsere Heiligung ist der Wille Gottes. Diese Lehre wird leider in der heutigen Generation von Christen und Predigern nicht oder nur sehr unzureichend beherzigt. Aber es ist für Gott den Vater von enormer Wichtigkeit, dass wir uns von der Sünde trennen, dass wir die Heiligung leben um Jesus, der ohne Sünde war, immer ähnlicher zu werden. Wir sind von Gott berufen, ein himmlisches Leben hier auf Erden zu leben, nicht ein auf das Irdische fokussiertes Leben. Ein Leben, in dem sich die himmlischen Tugenden wiederspiegeln. Und im Himmel hat Sünde keinen Platz.

So, und um all dies praktisch werden zu lassen, wollen wir jetzt das Phänomen Sünde einmal analysieren und einen Weg daraus aufzeigen, wie Gott es sich gedacht hat. Dies werden wir am Beispiel der sexuellen Sünden, Unzucht oder Unmoral, tun. Und zwar nicht, weil dies besonders verwerflich wäre – jede Sünde zählt vor Gott gleich – sondern weil Paulus uns in seinem Brief an die Kolosser anhand dieser Sünden wunderbar aufschlüsselt, wie es sich mit der Sünde verhält und wie wir damit umgehen sollen. Lesen wir

Kol 3, 1-7: „1 Wenn ihr nun mit Christus auferweckt worden seid, so sucht das, was droben ist, wo der Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes. 2 Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist; 3 denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit dem Christus in Gott. 4 Wenn der Christus, unser Leben, offenbar werden wird, dann werdet auch ihr mit ihm offenbar werden in Herrlichkeit. 5 Tötet daher eure Glieder, die auf Erden sind: Unzucht, Unreinheit, Leidenschaft, böse Lust und die Habsucht, die Götzendienst ist; 6 um dieser Dinge willen kommt der Zorn Gottes über die Söhne des Ungehorsams; 7 unter ihnen seid auch ihr einst gewandelt, als ihr in diesen Dingen lebtet.

Wie wir gelernt haben, ist unsere Berufung ein himmlisches Leben bereits hier auf Erden zu führen. Um dieses zu erreichen, müssen wir das irdische Leben aufgeben. In Vers 1 unseres Textes sagt uns Paulus, wie das geht: Sucht nach dem was droben ist, wo Christus ist, das Zentrum, die Auferstehung, das Wort, ist. Dann nochmal, Vers 2, trachtet danach, sinnt auf das was im Himmel ist, nicht was auf der Erde ist. Das, so sagt es uns die Schrift ist der Anspruch, den Gott an uns hat, es ist der Weg, es ist unsere Berufung, es ist die Messlatte, an der wir gemessen werden.

Vor dieser Bibelstelle beschreibt Paulus in den ersten zwei Kapiteln des Kolosserbriefes die Göttlichkeit Jesu, seine göttliche Macht und seine Vollkommenheit als Mensch gewordener Sohn Gottes. Er beschreibt Jesus als Person, seine besondere Abstammung und Salbung. Er zeigt auf, dass die die ihm nachfolgen, in ihm vollkommen sind, in Jesus haben wir alles was wir brauchen zur Genüge. Wir brauchen keine menschliche Philosophie, keine religiöse oder spirituelle Erkenntnis oder entsprechende Geschehnisse und Rituale, keine besonderen Weltanschauungen, wie gerade in diesen Zeiten den Klimagott oder entsprechend andere Hirngespinste.
Wir brauchen keine Visionen oder Kommunikation mit Engeln oder ähnlichem oder irgendwelche selbstkasteiende Praktiken. Wir sind alle mit Jesus gestorben, mit ihm auferstanden und leben ein neues Leben in Christus. Das ist es was wir sind: Eine neue Kreation, ein neuer Mensch, von neuem geboren, lebendig in Christus, nicht mehr im Tod der Trennung von Gott bedeutet, verhaftet, sondern auferstanden zu einem Leben in Christus.
Soweit die Theorie. Jetzt die Praxis. Nachdem er dies seinen Zuhörern und Lesern in den ersten beiden Kapiteln klargemacht hat, baut Paulus nun im 3. Kapitel auf diesen Grundwahrheiten auf in dem er es mit einer Verknüpfung einleitet mit den Worten: wenn ihr nun auferweckt seid, so sucht das was droben ist… usw. Mit anderen Worten:

Deshalb, weil das so ist, Daher, Aus diesem Grund sucht das was droben ist. Eine klassische argumentative Verknüpfung die Paulus oft in seinen Briefen verwendet: erst wird eine Tatsache beschrieben und untermauert, die dann im zweiten Schritt zu bestimmten praktischen Konsequenzen führt. Es ist der Übergang von Theorie zur Praxis, von der Theologie zur Handlung, von Lehre zum Umsetzen der Lehre.

Also halten wir fest: Weil wir neue Menschen sind, und weil wir in Christus vollkommen sind und alles haben was wir brauchen, deshalb sind wir auch befähigt, ein Leben in dieser komplett neuen Identität zu führen und alles was mit Sünde zu tun hat, ist eine Reflexion, ein Wiedererstarken, ein Aufbäumen des alten Menschen in uns.

Paulus fasst es etwas später in Vers 17 so zusammen: Und alles, was ihr tut, im Wort oder im Werk, alles tut im Namen des Herrn Jesus, und sagt Gott, dem Vater, Dank durch ihn!“Alles was wir tun, alles was wir sagen, alles sollte mit unserer Identität in Christus übereinstimmen und sollte ein Dankopfer, eine Danksagung an Gott den Vater sein für all das was er für uns getan hat. Das ist im Grunde die Quintessenz dessen, wie wir als neue Menschen in Christus leben sollen.

Das heißt, dass wir nach dem streben, was droben ist, was im Himmel ist, was Christus ist, was seine Herrlichkeit ausmacht, die Dinge die zu ihm gehören, die perfekten Dinge des perfekten Schöpfergottes, die göttlichen Tugenden, die Dinge die Ewigkeitscharakter besitzen. Sich nicht nach dieser Welt ausrichten, sondern die göttliche Welt erleben und lieben lernen. Tun wir das nicht, dann spricht Paulus in Vers 6 davon, dass wir den Zorn Gottes auf uns ziehen. Das ist also eine heiße Kiste hier, denn das will sicher keiner.

ABER: Die Realität zeigt uns, das ist zwar schön und gut, diese Vorsätze zu haben, wir wollen ja so leben, wir wollen den Himmel auf Erden leben, Jesus lebt ja in uns, wir in ihm, aber irgendwie funktioniert das doch nicht so richtig. Oder?

Daher bringt Paulus nun in Vers 5 die zweite Verknüpfung zur Praxis ins Spiel, das nächste „Deshalb oder Wenn/Dann“: Wenn ihr also diese himmlische Leben auf Erden führen wollt, dann müsst ihr euch mit den Auswirkungen Eurer Sündhaftigkeit auseinandersetzen, die nach wie vor hier auf der Erde Raum haben. Und dies erfordert einige dramatische, praktische und konsequente Handlungen. Wir lesen Vers 5  „Erachtet die Glieder eures irdischen Leibes für tot“, einige Übersetzungen schreiben „Tötet die Glieder eures irdischen Leibes.“
 
Es ist klar, dass hier keine Selbstkasteiung oder Selbstbestrafung gemeint ist. Was sagt Jesus selbst dazu? 

In Mt 5,29 sagt er in Bezug auf Ehebruch folgendes:

 „Wenn dein Auge oder deine Hand dich zur Sünde verführt, reiß es aus oder hau sie ab, denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verlorengeht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird.“ Er meint das vielleicht nicht unbedingt wörtlich aber Jesus selbst betont wie drastisch wir gegen die Sünde vorgehen sollen, wie ernst wir sie nehmen müssen, wie elementar wichtig dies für unsere Nachfolge in Christus ist. 

Wenn die Bibel über das Töten der Sünde spricht, dann spricht sie über das Töten im geistlichen Sinn. Röm 8.13: „…wenn ihr aber durch die Kraft des Geistes die Handlungen des Leibes tötet, so werdet ihr wahrhaft leben.“

 Wenn wir das christliche und geistliche Leben, dass uns in Jesus geschenkt wurde, voll ausleben wollen, müssen wir bereit werden, die sündige Natur in uns zu töten. Das was uns verführt, was uns in die Sünde zieht, das was uns wegbringt von der unmittelbaren Gegenwart Gottes in unserem Leben. Jakobus drückt es wie folgt aus

in Jak 1,14: „Es sind vielmehr unsere eigenen selbstsüchtigen Wünsche, die uns immer wieder zum Bösen verlocken. Geben wir ihnen nach, dann haben wir das Böse empfangen und bringen die Sünde zur Welt.

Sie aber führt unweigerlich zum Tod.“
Willentliche Sünde setzt also sehr früh an, bei den Wünschen, bei der eigenen Begierde wie es die wörtliche Übersetzung ausdrückt, nicht erst wenn man schon mitten in der Versuchung steht. Und wenn wir unsere Nachfolge Jesu ernst nehmen, müssen wir hier ansetzen, das fleischliche wie es die Bibel sagt, in unserem Körper zu töten, das geistliche in uns zu mehren.

Das ist ein Prozess und es geht nicht immer von heute auf morgen. Aber um manchen Sünden zu widerstehen, ist manchmal eine bewusste Entscheidung gefragt. Gerade Sünden die Suchtcharakter aufweisen, muss man begegnen, in dem man sie bereits im Ursprung tötet, dass es gar nicht zu einer Versuchung kommen kann.

Es ist eine Tatsache, solange wir hier auf der Erde sind, sind wir befleckt mit Sünde, anfällig für Sünde. Paulus selbst sagt in

Röm 7,25:„Ich weiß dass ich in meinem Herzen und Geist ganz auf Gottes Seite bin, aber spüre gleichzeitig, dass der Körper den ich trage immer wieder der Sünde verfällt,“ und in Röm 7,16: „Ich will eigentlich Gutes tun und tue doch das Schlechte; ich verabscheue das Böse, aber ich tue es dennoch.“

Es gibt also eine Diskrepanz, auf der einen Seite ein himmlisches, geheiligtes Leben hier auf Erden zu führen, auf der anderen Seite mit der Fehlbarkeit umzugehen, die unseren Körper immer noch kennzeichnen. Unsere Gedanken, unsere 7 Sinne, unsere Sprache, unsere Handlungen, unser Herz und unsere Gesinnung, dies sind im Wesentlichen die Instrumente, in denen sich unsere sündige Natur manifestiert, wenn wir sie nicht abtöten. Sie können uns als Werkzeuge der Gerechtigkeit vor Gott angerechnet werden oder eben der Ungerechtigkeit, der Trennung vom Göttlichen. Und diese sündige Natur, dieses Erbe was jeder in sich trägt, zu besiegen, wiederum ist der Kern eines siegreichen christlichen Lebens und das bezeichnet die Bibel als Heiligung.

Nun, Paulus, der wie wir eben gelesen haben, selbst in diesem Zwiespalt steht, möchte uns helfen, mit dieser Diskrepanz umzugehen. Und das ist wichtig zu verstehen. Heutzutage ist in der Welt die Ignoranz oder Gleichgültigkeit gegenüber der Sünde vorherrschend. Ich tue was mir gefällt, Mein, Mir, Mich, sind die Maxime meines Handelns. Und im globalen Kontext haben wir zumindest hierzulande das Diktum der Wissenschaft, das Gott komplett außen vorlässt, gepaart mit einer mediengesteuerten Manipulation der Massen. Es wird vom Urknall gefaselt als wäre es bewiesen, und Gott kommt in der öffentlichen Meinung, in den Schulbüchern, im Alltag nicht mehr vor, zumindest hier in Deutschland. Das hat der Teufel sehr gut hingekriegt, könnte man sagen.

Wie sieht es im Leib Jesu aus? Leider gibt es in der modernen christlichen Welt landauf, landab in vielen Gemeinden, im bekehrten Leib Jesu, in den Büchern und Predigten dieser Zeit eine seltsame aber gleiche Tendenz: Jesus liebt mich, ich bin in die Gnade hineinberufen, Gott kümmert sich nicht so um meine Sünden, das Gesetz gilt nur für das Alte Testament und nicht für uns heute, für mich ist nur das NT maßgeblich, Gott ist für mich, ich kann bleiben wie ich bin, ich bin bekehrt und meine Sünden sind alle von Jesus weggenommen, ich muss mich darum nicht mehr kümmern, Gott schaut sie nicht mehr an, Hauptsache ich bin errettet.

Man nennt dies auch das sogenannte Evangelium light oder auch das reformierte Evangelium oder auch Seeker/Sucher Evangelium. Viele der weltweit großen und führenden Gemeinden und Pastoren haben sich leider diesem im tiefsten Sinn falschen Evangelium verschrieben. Die Botschaften dieses Evangeliums richten sich ausschließlich nach dem Außenstehenden aus, um diesen zu gewinnen. Der Mensch, der Gott nicht kennt, steht im Mittelpunkt und beherrscht das was gepredigt wird. Das wahre Evangelium jedoch richtet sich immer nach Jesus aus und predigt den Auferstandenen in aller Konsequenz der Nachfolge gemäß der ganzen Schrift. Johannes der Täufer hat gerufen „Tut Busse und kehrt um“, und nicht „Jesus hat euch lieb, drum folgt ihm nach.“

Oft wird das Evangelium light gepaart mit einem emotionalen Erleben von Gemeinschaft und Gottesnähe. Das dramatische dabei ist, dass sich der Teufel leicht unter diese Emotionen mischen kann und Handlungen, Erlebnisse und Gefühle dem Heiligen Geist zugeschrieben werden, die in Wahrheit aus einer ganz anderen Ecke kommen. Die Folge ist, dass ganz viele Bekehrungen entweder gar keine sind oder auf ganz dünnem Eis gründen, das sehr schnell schmilzt, wenn Gegenwind auftritt (Stichwort: der Same, der unter die Dornen fällt). Natürlich heben viele die Hand, wenn sie in einer positiven emotionalen Stimmung eines klasse Gottesdienstes gefragt werden, willst Du das auch, willst Du auch diesen Jesus und willst Du ewiges Leben? Aber bei all dem positiven verschweigt ein solches Evangelium der Zielperson, dem Außenstehenden, in der Regel die Konsequenzen, die das Leben in ehrlicher, christlicher Nachfolge nach sich zieht, nämlich Demut, Busse und einen echten Herrschaftswechsel 

Was sagt die Bibel dazu? Paulus macht in unserem Text eine ganz bedeutende Ansage, nämlich dass Gott eine ganz andere Sicht auf diese Dinge hat: Wir sind nicht hier, um Sünde zu ignorieren oder nicht zu erwähnen, wir sind da, um sie zu besiegen. Und dabei möchte er uns helfen, nicht nur mit einer Liste der Sünden, um die es geht, sondern er zeigt eine Art Krankheitsbild oder pathologischen Verlauf auf, wie sich Sünde entwickelt und wie wir davon heil werden. Im Text haben wir eine Auflistung von Sünden, und das ist nicht die einzige Liste oder Aufzählung von Sünden, die uns Paulus gibt. Eine ganz bekannte steht im

1. Kor. 6,9  „Wisst ihr denn nicht, dass Ungerechte das Reich Gottes nicht erben werden? Irrt euch nicht: Weder Unzüchtige noch Götzendiener, weder Ehebrecher noch Weichlinge noch Knabenschänder, weder Diebe noch Habsüchtige, noch Trunkenbolde, noch Lästerer, noch Räuber werden das Reich Gottes erben.“

 Paulus benutzt diese Aufzählungen als Beispiele und Beschreibungen der Bereiche, in denen die Sünde passiert und sie unterstreichen wie wichtig ihm das Thema ist. Aber besonders die Aufzählung hier im Kolosserbrief gibt uns ein einzigartiges Verständnis darüber wie wir die Sünde überwinden können. Sie beschreibt gleichsam einen Prozess wie wir da rauskommen, wo wir ansetzen müssen, wie der Weg zu einem befreiten Leben ohne Sünde ist. Wenn wir das einmal verstanden haben, wird uns das sehr helfen, die Sünde in unserem Leben zu besiegen.
Lasst uns diese Auflistung anschauen,

Vers 5  So tötet nun die Glieder, die auf Erden sind, Unzucht, Unreinheit, schändliche Leidenschaft, böse Begierde und die Habsucht, die Götzendienst ist.“

Es fängt mit Unzucht an und hört mit Götzendienst auf. Er beschreibt zuerst die böse Tat und er endet mit der Motivation, dem Motiv. Es schaut sich also die Aktion, die Tat, das Symptom an und verfolgt sie zurück auf seinen Ursprung. Das ist wie bei einer Krankheit, Paulus gibt uns hier einen Einblick in die Pathologie, den Krankheitsverlauf von Sünde. Vom Symptom zurück zur Ursache, wenn man es so will. Wie wir alle wissen, nutzt es meistens nichts, die Symptome bei Krankheiten zu bekämpfen, wenn man die Ursache nicht abstellt oder bekämpft. Wenn man bestimmte Schmerzen hat, kann ein Tumor die Ursache sein. Dann nutzt es wenig, nur die Schmerzen zu bekämpfen, man muss die unkontrollierte Zellvermehrung, den Krebs herausschneiden und behandeln.

Paulus macht uns diesen Krankheitsverlauf der Sünde an Hand sexueller Sünden deutlich. Er spricht von Unzucht, was ist das aus biblischer Sicht? Ich will jetzt hier keine Predigt über die ganzen sexuellen und unmoralischen Verfehlungen einschieben aber der Einfachheit sei gesagt, jede sexuelle Beziehung oder Handlung außerhalb der Ehe von Mann und Frau bezeichnet die Bibel als Sünde. An dieser Stelle ist Gott ganz klar und alles was nicht im Rahmen dieser Beziehung passiert fällt in die Kategorie, die hier mit Unzucht bezeichnet wird. Aber wir leben ja heute in einer Welt, in der dieses Prinzip kaum noch Gültigkeit besitzt.

Nahezu sämtliche Formen sexueller Beziehungen oder Gewohnheiten sind nicht nur akzeptiert, sondern werden als Ausdruck individueller Freiheit und Persönlichkeitsrecht des einzelnen beansprucht und sogar gehyped. Wir erleben dass in diesem Bereich die Minderheiten der nicht heterosexuell lebenden Menschen die sich im einstelligen Prozentbereich der Bevölkerung bewegt, eine Meinungsdiktatur errichten konnten, sodass seit einiger Zeit Stellenanzeigen mit männlich/weiblich/diverse ausgeschrieben werden und dass Berlin – in solchen Dingen immer vornedran – sich Gedanken über 3. Toiletten in der Öffentlichkeit macht. Alles mit der Begründung sexuelle Freiheit auszuleben. Im Internet und Fernsehen wird Sex als Ware oder Marketinginstrument eingesetzt, permanent werden Tabus gebrochen. All das ist komplett unbiblisch und Gott ein Greul.

Unzucht, in welcher Form auch immer, entwickelt sich aus Unreinheit, dem zweiten Wort der Aufzählung unseres Textes. Was Jesus dazu sagt, haben wir bereits in Mk 7,20-22 gelesen : Das was aus uns unserem Innern kommt macht uns unrein. Das Problem mit der Sünde liegt also nicht außerhalb von uns, es liegt in uns und das haben wir schwarz auf weiß von höchster Stelle. Ich kann laut Jesus nicht die Gesellschaft, die Medien, die Umstände, die gefallene Schöpfung, meine Kindheit, meine Eltern oder wen auch immer für die Sündhaftigkeit in meinem Leben verantwortlich machen.

Unmoral ist das Produkt aus bösen Gedanken. Unzucht, Sexuelles Fehlverhalten ist die Folge von sexuellen sündigen Gedanken. Kontrollierst Du deine Gedanken, kontrollierst Du auch deine Handlungen auf diesem Gebiet. Wenn Du Dich unreinen Gedanken oder Bildern aussetzt, entwickeln sich unmoralische Gedanken und letztlich Handlungen.

Die Situation in die Paulus dies zu den Gläubigen in Kolossä spricht, war mit der heutigen vergleichbar. Es war eine unmoralische, heidnische Gesellschaft damals. Wer es sich leisten konnte, hielt sich Frauen, Konkubinen, oder auch Männer nur zu dem Zweck sexueller Dienstleistungen. Homosexualität, Pädophilie, sexuelle Beziehungen vor und außerhalb der Ehe, alles war voll akzeptiert, ja es war sogar Teil der religiösen Rituale. Es gab Tempelprostitution, und falsche Anbetung, um dieser Freiheit einen pseudomoralischen Anspruch zu verleihen. Paulus Worte waren also komplett provokant, umwerfend, mutig und herausfordernd, gegen den allgemeinen Mainstream an Gedanken, Meinungen und Handlungen gerichtet.

So, zurück zum Text: Das nächste Wort in der Liste des Paulus ist Leidenschaft, schändliche Leidenschaft. Leidenschaft beschreibt eine in uns liegende, verwurzelte Kraft, etwas das passiv in uns ruht aber latent vorhanden ist. Wie ein tief liegendes Feuer, dass sehr schnell entzündet werden kann. Und dieser Zündfunke ist böse Lust, böse Begierde, eine ebenfalls tief in uns, in unserer gefallenen Natur liegende Veranlagung.

Noch einmal zurück zu Jakobus Jak 1,14/15: Es sind unsere eigenen selbstsüchtigen Wünsche, die uns immer wieder zum Bösen verlocken. Geben wir ihnen nach, dann haben wir das Böse empfangen und bringen die Sünde zur Welt. Sie aber führt unweigerlich zum Tod.“ Es sind also diese ganz tief in uns verwurzelten Dinge, die uns letztlich zur Sünde verleiten. Wir sind anfällig für unsaubere Leidenschaften, weil in uns böse Begierden schlummern.

Und auch wenn Paulus das hier am Beispiel der sexuellen Unmoral darlegt, so trifft es gleichfalls auf nahezu alle anderen Bereiche sündigen Lebens zu, nehmen wir nur den ganzen Bereich der Unaufrichtigkeit, Lügen, Schwindel, Schauspielerei; oder den Bereich der Selbstsucht, Geltungsbedürftigkeit, Neid, Eitelkeit eigene Vorteilsnahme usw.; oder Dinge wie Hass, Bosheit, Psychoterror, aggressives Verhalten aber auch Menschenvergötterung, Ideologisierung und vieles, vieles mehr. Tatsache ist, das alles ist tief in uns verankert, in unserer sündigen Natur, im Fleisch wie die Bibel sagt.

Zurück zur Pathologie der Sünde nach Paulus: Der Mensch begeht sexuelles Fehlverhalten, weil er unmoralische Gedanken hat. Diese hat er, weil er eine falsche Leidenschaft in Richtung unmoralischer Gedanken entwickelt. Diese wiederum kommt aus einer tief in ihm wurzelnden, fleischlichen Begierde.

Aber es geht noch weiter. Was aktiviert jetzt diese Begierde in uns, was bringt die Zündschnur zum Brennen? Paulus nennt es Habgier, Raffgier, Gefräßigkeit, Haben Wollen, Selbstbelohnung, Selbstsucht. Es ist die letzte Sünde, die in den 10 Geboten gelistet ist:
2.Mo.20,17 „Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus, Frau, Magd, Esel usw.“

Es ist die Sünde aller Sünden, aus Habgier – Ich, Meiner, Mir – leiten sich, wenn man genau hinschaut, alle Sünden ab. Es ist die gleiche Sünde, die hinter dem Apfelbiss von Adam und Eva steckt, es ist die gleiche Sünde, die hinter dem Abfall Satans von Gott steckt. Er war gierig, er wollte Gottes Platz einnehmen, so hoch sein wie er. Es ist das Verlangen nach dem was nicht dir gehört, das Verlangen nach dem Verbotenen, das Verlangen gegen das zu sein was der Wille Gottes ist, es ist das Verlangen nach etwas auf das man kein Recht hat. Es ist das Immer Mehr Haben Wollen und damit die Abwesenheit oder das Gegenteil von Zufriedenheit und Glück. Es kommt tief aus dem Herzen und es ist selbstsüchtiger Stolz. Jesus bezeichnet dieses gierige, unersättliche Herz als die in uns liegende Quelle, aus der alles Böse gespeist wird.

Und bei den verschiedensten Sünden oder sündigem Verhalten ist diese Quelle immer die gleiche, es geht immer um Mich, Meiner, Mir und die Befriedigung meines Ichs. Wenn es auf Geld ausgerichtet ist, endet es mit Stehlen oder Betrug. Ist es auf Sexuelle Unmoral ausgerichtet, endet es in Missbrauch, Ehebruch, Pornographie oder ähnlichem. Ist es auf Ansehen und Ruhm ausgerichtet, endet es oft in Angeberei, Prahlerei oder Narzissmus, eine Ausrichtung auf Macht endet oft in Meinungsdiktatur, Tyrannei oder Ausbeutung. Da gibt es noch viele Beispiele.

Es ist das Verlangen etwas zu haben was du nicht hast. Es ist das Denken, das Gras ist immer grüner auf der anderen Seite. Es ist ein Mangel an Zufriedenheit und Geborgenheit. Es ist Habgier. Es ist der Grund und Ursprung jeder Sünde: Der Grund warum du sündigst ist, dass du entschieden hast etwas zu tun, wofür du kein Recht hast es zu tun. Du nimmst was dir nicht gehört. Das ist die eigentliche Sünde, das Wesen der Sünde, Ich, Meiner, Mir. Jesus setzt sogar schon früher an und sagt, bereits das Verlangen nach etwas was dir nicht zusteht, ist Sünde.

 Mt 5,28: „Wenn du eine andere Frau begehrlich anschaust, hast du bereits Ehebruch im Herzen begangen“.

So, sind wir jetzt mit dem Stichwort Habgier am Ende des Textes des Paulus über die Herleitung von Sünde? Nein, noch nicht ganz, das wichtigste kommt wie immer zum Schluss:
Am Ende von Vers 5 steht  „…Habgier, welche Götzendienst ist“. Aha, es geht also noch eine Stufe weiter. Warum das? Was ist Götzendienst? Jemand anderes anbeten als Gott, oder?
Das finden wir auch in den 10 Geboten, und zwar gleich im ersten und wichtigsten:  

2.Mo. 20,3
„Du sollst keine anderen Götter neben mir haben.“ Götzendienst, Ihr Lieben, ist der Nährboden aller Sünde. Und der Hauptgötze in unserem Leben bin ich selbst. Wenn ich mich selbst wichtiger nehme als Gott, dann ist das Götzendienst. „Abgötterei“ oder „Vergöttern“ sind andere, ältere Worte dafür, aber sie treffen es fast besser: Man wendet sich AB von Gott, VERgöttert Nicht-Göttliches, man verschiebt den Fokus, macht sich selbst zu dem Wichtigsten, setzt sich auf den Thron der eigentlich Gott gebührt. Alles dreht sich um mich,– Mein, Mir, Mich will gefeiert und befriedigt werden – mein Ego sitzt auf diesem Thron, mein Stolz, mein Beleidigt Sein, meine Krankheit, mein Recht, mein Erfolg, meine Meinung und Überzeugung, mein Verhalten, meine Nöte und Ängste, mein Auto, mein Kind, meine Familie, mein Haus, mein Amt in der Gemeinde, meine Minderwertigkeit, mein Recht auf Vorfahrt, mein Recht auf Sex, mein Bedürfnis, mein dies, mein das.

Götzendienst startet da wo wir beschließen, nicht mehr Gott zu dienen, sondern uns selbst und uns, unser Leben und unsere Bedürfnisse wichtiger zu nehmen als Gott.
Jesus Ermahnung aus Mt 6,33 „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen“, kommt nicht von ungefähr, er wusste was er sagte. Und er würde es nicht sagen, wenn es nicht möglich wäre. Wir können das, Gott auf den Thron setzen, ihm die erste Stelle einräumen, es ist möglich, es kommt nur auf unsere innere Ausrichtung an.

Aber wenn wir Götzendienst mit uns selbst betreiben, sagen wir Im Grunde dabei genau das Gegenteil von Jesus: Ich will nicht Dir, Gott, dienen als meinem Herrn, sondern ich will mein Herr sein, über mein Leben selbst bestimmen und entscheiden. DU, Gott, sagst mir nicht was ich zu tun oder zu lassen habe, was ich haben oder nicht haben kann, ICH bestimme das. Wir machen das meistens unbewusst und es hat sich oft tief in uns eingeprägt, diese Haltung. Vielleicht sind wir ja schon so erzogen worden, Ich, Meiner, Mir. Das müssen wir mit Gottes Hilfe ändern, loswerden, sonst werden wir nicht frei von der Sünde und uns werden die Dinge des Alltags überwältigen. Ich höre auf Gott anzubeten und bete stattdessen mich, meine Wünsche, Begierden, meine Nöte und Ängste an.

Und was ist das im Endeffekt, ihr Lieben? Es ist die Verdrehung der Bekehrung, oder? Die Umkehr meiner Entscheidung, Jesus nachzufolgen. Was sagen wir in jedem Aufruf, der von den Altären dieser Welt jeden Tag erschallt? „Ich nehme Dich, Jesus Christus als meinen Herrn an! Ich vollziehe einen Herrschaftswechsel, ich trachte nach dem was droben ist!“ Wissen wir eigentlich, was wir da sprechen, wenn wir diesen Schritt gehen und welche Konsequenzen dies hat? Warum ist bei vielen dann im realen Leben nicht Jesus, sondern ich selbst mein Herr? Warum betreibe ich Götzendienst mit mir als dem Hauptgötzen? Wie weit her ist es dann mit meiner Bekehrung? Das ist genau die Frage die Jesus an uns stellt und das genau macht die Thematik mit der Sünde eben nicht zu einer Nebensächlichkeit, über die man hinweggehen kann, sondern zum Hauptbestandteil des Gerichtes Gottes. Wir sollten unsere Haltung hier ernstlich überprüfen. Sorry wenn ich hier etwas hart klinge, aber das ist genau das was uns die Bibel sagt.

Es ist also Selbstanbetung, Selbstsucht oder Götzendienst mit mir im Mittelpunkt. Dies ist der Kern der Sünde. Nicht so sehr die Sucht nach Macht oder sexuelle Begierde oder die Sucht nach Geld und Reichtum, es ist Selbstsucht, ICH, MEINER, MIR. Anstelle, dass wir die Gerechtigkeit suchen und den Willen Gottes, suchen wir was wir wollen. Und das kann in kleinen und großen Dingen der Fall sein, überall in unserem Leben. Die Palette dieser Sünde aller Sünden ist riesig, ich erwähne nur den Biss in den Apfel von Eva, eine Kleinigkeit von der Sache her aber ein ungeheuerliches Ausmaß in seiner Bedeutung. Und sie begegnet uns tagtäglich. Satan hört mit seiner Verführung nicht auf. Aber es liegt an uns wie wir darauf reagieren.

Wenn wir das alles jetzt mal zusammenfassen wollen: Wir haben gesehen wie der Krankheitsverlauf, die Pathologie der Sünde abläuft: Es beginnt damit, dass ich mich selbst anbete, mich auf den Thron meines Lebens setze, werde dann gierig, beginne das haben zu wollen wozu ich kein Recht habe, das wiederum entfacht Leidenschaft in meinem tiefsten bösen Inneren und es dringt in meine Gedanken vor und zirkuliert da und resultiert am Ende in der sündigen Handlung.

Gott ist dies sehr wichtig, nicht umsonst schreibt Paulus das einer anderen Gemeinde, den Ephesern ins Stammbuch, in dem er nahezu die gleiche Aufzählung benutzt.

Eph. 5,3: „Unzucht aber und alle Unreinheit oder Habsucht soll nicht einmal bei euch erwähnt werden, wie es Heiligen geziemt.“ Diese Dinge sollten kein Teil von unserem Leben sein und es ist möglich. Und er fährt fort: Eph. 5,4: „auch nicht Schändlichkeit und albernes Geschwätz oder Witzeleien, die sich nicht gehören, sondern vielmehr Danksagung. Denn das sollt ihr wissen, dass kein Unzüchtiger oder Unreiner oder Habsüchtiger, der ein Götzendiener ist

(Aha!), ein Erbteil hat im Reich des Christus und Gottes.“
Sexuelle Sünde ist wie vieles andere das Produkt von Götzendienst und ICH bin der Götze. Aha!
Ihr Lieben, lasst uns nicht so ein oberflächliches Christsein führen, das da sagt, es ist Gott nicht so wichtig, was ich tue, denke oder sage denn er liebt mich ja. Dies ist nichts anderes als gotteslästerliche Rebellion gegen den Herrn aller Herrn.

So, wie können wir dem jetzt entgegentreten, wie damit umgehen, wie es abstellen? Den Schalter umlegen und mit eigener Kraft dagegen ankämpfen? Das wird nicht funktionieren. Denn die Versuchungen werden kommen und eigene Willenskraft wird nicht reichen. Jesus selbst sagt in

Mk 14,38:„Wachet und betet, dass ihr nicht in Versuchung fallt! Der Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach.“Der einfachste Weg damit umzugehen ist an dem Punkt wo alles beginnt. Denn wir haben ja gelernt, dass tief in unserem Herzen bei jedem von uns böse Begierden schlummern, das können wir nicht wegdiskutieren. Also besser, wir wecken sie gar nicht erst auf, wir testen sie auch nicht. Denn wenn das Ding erst mal ins Laufen geraten ist und die Gier zuschlägt, ist es sehr schwierig das wieder einzufangen. Also gehen wir an den Ursprung der Sünde, wie wir ihn jetzt gelernt haben, an den Punkt des Götzendienstes, der Selbstzentriertheit.

Alles was ich haben will was mir nicht zusteht, ist ein Test wen ich anbete, wem ich diene: Wenn ich Gott anbete, sage ich Nein an diesem Punkt, diene ich mir und meiner selbst, sage ich Ja und das befruchtet die Begierde, und am Ende steht die Sünde und die Sünde führt zum Tod, die Trennung von Gott.

In Jak 1,15: „Danach, wenn die Begierde empfangen hat, gebiert sie die Sünde; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert den Tod.“

Wir müssen verstehen, die Fähigkeit ein ehrliches, heiliges christliches Leben als Nachfolger Jesu zu führen hängt nicht davon ab, ob du von jemand einen schönen, peppigen, aufmunternden Vortrag über Jesus hörst, sondern sie ist direkt verbunden damit was du über Gott denkst und was du über dich selbst denkst. Wenn du eine oberflächliche Sicht von Gott hast aber eine erhöhte, einnehmende Sicht von dir selbst, bist du eingespurt dich selbst anzubeten und nicht Gott. Dreht sich bei Dir alles um Dich selbst und nicht um Gott, dann bist du anfällig für die Pathologie der Sünde.

Und das, meine Lieben, wir merken es schon, ist ein Prozess, ein lebenslanger Prozess. Die Bibel bezeichnet dies als Heiligung und damit schließt sich der Kreis zum Anfang dieses Vortrages. Jesus drückt es aus als „wachet und betet“. Es bedeutet, Gott an die erste Stelle in meinem Leben zu setzen, wenn ich aufstehe, in meinem Alltag, in meinen Plänen und so weiter. Es bedeutet auch, demütig Gott gegenüber zu leben. Denn die Kraft der Sünde zu widerstehen kommt nicht aus den Gedanken mich selbst toll zu finden oder gut zu fühlen bei Jesus, sondern aus der Erkenntnis heraus mich miserabel zu fühlen über meine Sünde, mein Verhalten Gott gegenüber. Es kommt aus einem zerbrochenen Herz.

In Jes. 66,2 sagt Gott: „Wen will ich ansehen? Den, der demütig und zerbrochenen Geistes ist und der zittert vor meinem Wort.“ Die gleiche Haltung formuliert David wie ich finde am besten in dem bekannten Psalm 51,3 ff: „Du barmherziger Gott, sei mir gnädig! Lösche meine Vergehen aus, denn du bist voll Erbarmen! Wasche meine ganze Schuld von mir ab und reinige mich von meiner Sünde! Denn ich erkenne mein Unrecht, meine Schuld steht mir ständig vor Augen. Gegen dich habe ich gesündigt – gegen dich allein! Was du als böse ansiehst, das habe ich getan. Darum bist du im Recht, wenn du mich verurteilst, dein Richterspruch wird sich als wahr erweisen…..Sieh nicht länger auf meine Schuld, vergib mir alle meine Sünden! Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, beständigen Geist.“ Das, Ihr Lieben, ist das ehrliche Gebet des demütigen Sünders, der die Heiligung im Leben anstrebt, und nur so kann es gelingen.

Gott wird uns dabei helfen. Nichts ist stärker in deinem Leben als ein tiefes Verständnis von Gott und seinem Wort, der Bibel. Ich sage immer, Bibel lesen ist gut aber Bibel erforschen ist besser. Sich hineinknien in die Zusammenhänge, Parallelstellen lesen, Auslegungen vergleichen, Gott in seinem ganzen Ausmaß zu erkennen und entdecken versuchen, das ist faszinierend und zieht uns weg von dem auf uns selbst gerichteten Götzendienst. Und keine Angst, Gott hat Geduld mit uns und unserer Heiligung. Das passiert nicht über Nacht, nur, er möchte sehen, dass wir es ernst meinen und dranbleiben. 

Der allumfassende, grundlegende Ansatz der Sünde – welcher auch immer – zu wiederstehen ist: Wenn Du gefüllt bist mit Gottes Herrlichkeit, wenn Du gefüllt bist mit seiner Wahrheit, wenn das Wort Christi reich und vielfältig in Dir wohnt, wenn Du danach trachtest, wenn Deine Erkenntnis Gottes und Deine Theologie einzig am Wort Gottes ausgerichtet sind, wenn Dein Tun und Trachten auf IHN ausgerichtet ist, dann bist Du ein wahrer Anbeter Gottes und die Sünde wird mehr und mehr im Keim erstickt und kann sich dann erst gar nicht manifestieren.
Ich hoffe das war nicht zu Heavy aber es war mir ein Anliegen auf die Ernsthaftigkeit der Sünde und ihren Auswirkungen in unserem Leben in unserer schnelllebigen Zeit aufmerksam zu machen und wie wir damit umgehen können, wie wir die Sünde besiegen können, indem wir sie an der Wurzel, nämlich dem Götzendienst, packen.
 
 



Vortragsreihe: Biblische und Geistliche Grundlagen für Fortgeschrittene 

9.) Teil 3: Jesus, Gethsemane, Golgatha, Galiläa - Die wichtigsten Tage der Weltgeschichte 

Gefangennahme, Prozess, Tod und Auferstehung Jesu: Interessante Details, ungeahnte Erkenntnisse, prophetische Beweise und Erläuterungen aus biblischer und jüdischer Sicht

 

Wir wollen uns heute die Passion Christi und seine Auferstehung anschauen und zwar im Detail, viele Elemente herausgreifen und analysieren. Es geht mir nicht so sehr um das große Ganze, das haben wir sicher verstanden. Aber es geht darum, an Hand einzelner kleiner Handlungen, die geschehen sind oder einzelner Worte, die gesagt wurden, zu begreifen, wie außergewöhnlich und unnachahmlich diese 3 entscheidenden Tage der Weltgeschichte waren. Es ist ein Lehrvortrag mit vielen Zitaten und Bibelstellen, und ich hoffe Ihr habt etwas Zeit mitgebracht, denn wir wollen in der nächsten guten Stunde folgende Abschnitte behandeln: Inhaltsverzeichnis: 

            Verrat Jesu

            Gefangennahme

            Religiöser Prozess

            Judas

            Zivilprozess

            Weg nach Golgatha

            Erste 3 Stunden am Kreuz

                Zweite 3 Stunden am Kreuz/Tod

            Grablegung

              Auferstehung und Erscheinungen

            Himmelfahrt

 

Wir steigen gleich ein, ohne große Einleitung und beginnen mit dem 

Verrat Jesu 

Dazu die Stelle Mk 14, 1-2: „Es waren noch zwei Tage bis zum Passafest und den Tagen der Ungesäuerten Brote. Und die Hohenpriester und Schriftgelehrten suchten, wie sie ihn mit List ergreifen und töten könnten. Denn sie sprachen: Ja nicht bei dem Fest, damit es nicht einen Aufruhr im Volk gebe.“ Der Plan der Obrigkeit war also, Jesus erst nach dem Passahfest, wenn alle Menschen Jerusalem wieder verlassen hatten, gefangen zu nehmen und zu töten, denn sie hatten Angst vor einem Aufruhr im Volk. Da kam ihnen der Verräter Judas Ischariot gerade recht, denn er ging wie wir wissen zu den Hohepriestern und bot ihnen den Verrat an. Diese nahmen das sehr gerne an und versprachen ihm 30 Silberlinge, wenn er ihn auslieferte. Denn der Plan war, ihn nach dem Fest elegant und relativ unbemerkt festzunehmen und ihm dann den Prozess zu machen.

Dies war die Ausgangssituation und wir müssen bei der Betrachtung der ganzen Leidensgeschichte Jesu bis hin zu seinem Tod uns immer vor Augen halten: Jesus behielt in jedem Augenblick die Kontrolle über das Geschehen. Er hatte allezeit die Kraft und Macht, alles sofort zu beenden oder zu verändern. Entgegen des Plans der Jüdischen Leiterschaft greift Jesus frühzeitig ein und macht diesen Plan zunichte. Denn während des letzten Abendmahls entlarvte Jesus den Judas als den, der ihn verraten würde. Damit wusste Judas, dass sein Plan aufgeflogen war (eigentlich hätte er sich es denken können). Also ging er direkt nach dem Abendmahl zu den Hohepriestern, um ihnen den Weg zum Garten Gethsemane zu zeigen, dorthin wo Jesus mit seinen Jüngern oft hinging und auch an diesem Abend vorhatte, hinzugehen. Dieses ganze Dazwischengehen Jesu führte also dazu, dass der ganze Prozess schon vor dem Fest durchgeführt wurde. Es ist also ganz interessant, dass Jesus selbst quasi seine eigene Hinrichtung beschleunigt hat. Wir werden später sehen warum. Die Pharisäer, die eigentlich Jesus im Stillen beseitigen wollten, mussten nun handeln, damit Jesus nicht wieder nach Galiläa oder woanders hin verschwindet und ihm noch mehr Leute nachliefen. 

Man muss annehmen, dass sie mit Judas sofort zum römischen Statthalter, also Pontius Pilatus gingen, um Jesus eines Verbrechens anzuklagen. Nur so ist es zu erklären, dass dieser ihnen anschließend eine ganze Kohorte Soldaten als Begleitung mit auf den Ölberg sandte um Jesus gefangen zu nehmen. Eine Kohorte sind 600 Mann. Dazu kamen Teile des Hohen Rates, der Dienerschaft und weitere Gefolgsleute der Pharisäer. Man bot also eine Menschenmenge von nahezu 700 Leuten auf, um die Tat auszuführen. Diese alle schoben sich im Schatten der Dunkelheit aus der Altstadt, durchs Kidrontal, den Ölberg hinauf. Es mutet etwas seltsam an, mit so vielen Menschen einen harmlosen, unbewaffneten Prediger festzunehmen, aber es drückt sehr deutlich die Angst aus, die man vor Jesus hatte.

Noch ein Wort zu den 30 Silberlingen: Warum genau 30? Dies ist nach altem biblischen Brauch der Preis für einen toten Sklaven: 2. Mo 21,32 heißt es : „Tötet das Rind einen Sklaven oder eine Sklavin, muss der Besitzer des Rindes ihrem Herrn 30 Silberstücke bezahlen.“ Da Sklaven keine Rechte hatten und Menschen waren, auf die man verachtend herabschaute, wurde genau dieser Gegenwert, nämlich exakt 30 Silberstücke, zu einem Preis der Verachtung. Wir müssen wissen, dass in den früheren Zeiten Handel oft so abgeschlossen wurden, dass der Käufer einen Preis benannt hat den er zu zahlen gewillt war und wenn er fair und kein Wucher war, wurde dieser dann auch meist bezahlt. Wir können das heute noch im Mittelmeer – und arabischen Raum auf Basaren oder wo auch immer erleben. Da nun 30 Silberstücke gekoppelt waren mit dem Ausdruck der Verachtung, hat man bei Kaufabschlüssen ähnlicher Größe stattdessen eher 29 oder 31 Münzen als Kaufpreis vereinbart. Die Obrigen nannten also Judas den Preis von 30 Silberlingen, um ihre ganze Verachtung Jesus gegenüber auszudrücken und er nahm an.

Gefangennahme Jesu 

Kommen wir zurück zur eigentlichen Gefangennahme Jesu: Wir beobachten hier etwas ganz Interessantes. Lasst uns mal den entsprechenden Abschnitt in Joh 18 1-8  lesen: „ Als Jesus dies gesagt hatte, ging er mit seinen Jüngern hinaus über den Bach Kidron, wo ein Garten war, in den er hineinging, er und seine Jünger. Aber auch Judas, der ihn überlieferte, wusste den Ort, weil Jesus dort oft mit seinen Jüngern zusammen war. Als nun Judas die Kohorte und von den Hohenpriestern und Pharisäern Diener genommen hatte, kommt er dahin mit Leuchten und Fackeln und Waffen. Jesus nun, der alles wusste, was über ihn kommen würde, ging hinaus und sprach zu ihnen: Wen sucht ihr? Sie antworteten ihm: Jesus von Nazareth. Er spricht zu ihnen: Ich bin es! Aber auch Judas, der ihn überlieferte, stand bei ihnen. Als er nun zu ihnen sagte: Ich bin es!, wichen sie zurück und fielen zu Boden. Da fragte er sie wieder: Wen sucht ihr? Sie (rappelten sich hoch) aber sprachen: Jesus von Nazareth. Jesus antwortete: Ich habe euch gesagt, dass ich es bin. Wenn ihr nun mich sucht, so lasst diese gehen!“

Wir sehen also, Jesus wusste was nun kam und er ergriff die Initiative und wartete nicht bis die Dinge mit ihm geschehen würden. Er fragt sie 2x wen sucht ihr, sie antworten 2x Jesus von Nazareth und er antwortet 2x mit ICH BIN ES. Das Wort für ICH BIN ist im Griechischen und Hebräischen Urtext ein Wort, dass zweifach gedeutet werden kann. Einmal kann es das gewaltige, göttliche ICH BIN aus dem Alten Testament ausdrücken, bei der Gott aus dem Dornbusch zu Moses redete. Zum anderen gibt es die einfache Form, ICH BIN der den ihr sucht. Als Jesus das erste Mal ICH BIN ES sagte, fielen sie alle zu Boden – immerhin waren das in dem Moment 700, davon 600 schwer bewaffnete, durchtrainierte und voll bewaffnete Männer. Was für ein Anblick – was für eine eindrucksvolle, gewaltige Machtdemonstration des Gottessohnes. Jesus zeigte ihnen kurz seine Göttlichkeit, wohl auch um allen klarzumachen, dass er derjenige ist, der in diesen nun vor ihm liegenden Stunden das Heft des Handelns in der Hand hält. Es gibt Ausleger die diese Situation auch als eine Vorschattung auf das finale Wiederkommen Christi sehen, wenn die vom Antichristen versammelte größte Armee durch den Hauch seines Mundes endgültig vor Jesus in die Knie gehen wird.

Eine weitere interessante Begebenheit schließt sich unmittelbar an: Alle 4 Evangelien berichten, dass Petrus den Rambo spielt, zum Angriff übergeht und einem Knecht des Hohepriesters mit einem Dolch ein Ohr abschlägt. Zweifellos wäre er damit normalerweise auf der Stelle des Todes gewesen, wenn ein paar der Soldaten ihn daraufhin kurzerhand zur Strecke gebracht hätten. Aber in Lukas lesen wir, dass Jesus den Knecht sofort heilt und Petrus somit das Leben rettet. Und in Matthäus lesen wir, dass Jesus Petrus und allen Jüngern 3 Dinge durch diese Begebenheit mit auf den Weg gibt: Kap 26, 52 ff : „Da spricht Jesus zu ihm: Stecke dein Schwert wieder an seinen Ort! Denn alle, die das Schwert nehmen, werden durchs Schwert umkommen. Oder meinst du, dass ich nicht meinen Vater bitten könne und er mir jetzt mehr als zwölf Legionen Engel stellen werde? Wie sollten denn die Schriften erfüllt werden, dass es so geschehen muss?“

Was meint Jesus damit? 1.: Die Botschaft Jesu Christi wird nicht durch Gewalt verbreitet, im Gegenteil: Für den Glauben und für das Wirken Gottes halten wir die andere Wange hin, müssen wir bereit werden andere Wege, selbst den Weg des ungerecht Verurteilten oder sogar den eines Märtyrers zu gehen. Die Zeiten werden härter werden und wir werden das in bestimmter Weise erleben (ich erinnere nur an die kürzlichen Attentate in SriLanka). Hier in Deutschland durch die stabilen politischen Verhältnisse vielleicht keinen Tod aber mit Sicherheit Ausgrenzung und ungerechte Behandlung 2.: Jesus spricht davon wie ihm der Vater sofort 12 Legionen Engel oder sogar noch mehr zur Seite hätte stellen können, dies wären etwa 50.000 Engel gewesen, die sicher mit den paar hundert anwesenden Soldaten kurzen Prozess gemacht hätten, aber: Jesus meint es natürlich im geistlichen Sinn. Hier wird ein geistlicher Kampf ausgefochten, kein weltlicher und das Schwert des Petrus war vollkommen unangebracht. Es zeigt aber wiederum auch welche Power und Macht Jesus jederzeit in dem Geschehen hatte, denn diese 12 Legionen Engel hätte er auch später bei der Geißelung oder dem Tod am Kreuz herbeirufen können, aber er verzichtete darauf damit die Schrift erfüllt werden konnte. Und 3.: Alles musste so geschehen wie es in der Schrift und ihren darin enthaltenen prophetischen Voraussagen verheißen wurde. Darum und allein darum ging es Jesus. Denn er wusste, dass Satan in diesem Endkampf nur darauf wartete, dass er einen Fehler machen würde und zu früh oder anders starb als es geschrieben stand. Denn dann hätte Satan ihn der Lüge überführen können und Jesus hätte nicht mehr sündenfrei seinen Leib als Opfer darbringen können und damit stellvertretend für dich und mich und für alle Menschen die Erlösung bewirken können. Jesus hatte also die ganze geistliche Dimension der nun beginnenden Vorgänge vollkommen und jederzeit im Blick.

Zum Schluss dieses Abschnitts eine kleine anekdotenhaften Episode der Gefangennahme, die Geschichte mit dem nackten Mann. Schon mal gehört? Markus ist der Einzige Evangelist, der davon berichtet in Mk 14,52 ff: „Und es verließen ihn alle und flohen. Und ein junger Mann, der ein Leinenhemd um den bloßen Leib geworfen hatte, folgte ihm, und sie ergriffen ihn. Er aber ließ das Leinenhemd fahren und floh nackt.“ Was hat es damit nun auf sich? Tatsache ist, wenn in der antiken Geschichte ein Autor eine Biografie schrieb, dann fügte er in der Regel einen Selbstbezug ein, damit die Leser verstanden, warum er die Dinge alle wusste. Dies geschah meistens in der 3. Person. So sprach Johannes zum Beispiel an mehreren Stellen von sich als dem Jünger den Jesus liebte. Markus wiederum erzählt uns diese Geschichte. 

 

  • Jetzt kommen wir zu den Prozessen, die Jesus gemacht wurden. Wir müssen grob zwischen zwei Verhandlungen unterscheiden, einer religiösen vor den Hohepriestern und dem Hohen Rat und einer weltlichen vor Pilatus und Herodes. Dazu ist es wichtig uns zu erinnern, dass die Verhaftung Jesu eigentlich nicht für diese Zeit sondern erst nach dem Passahfest geplant war.  

Der Religiöse Prozess 

Zuerst fanden die religiösen Verhandlungen statt, die wir in 3 Abschnitte untergliedern können. Das Verhör bei Hannas, Das Verhör beim Hohepriester Kaiphas und dann nochmals vor dem Hohen Rat. 

Nach der Gefangennahme brachte man Jesus direkt zu Hannas. Hannas war früher bis zum Jahre 14 n.Chr. Hoher Priester gewesen, danach übernahm er so etwas wie die Priesterliche Oberleitung und 4 seiner Söhne oder Schwiegersöhne wurden nacheinander Hohepriester. Hannas hatte den Tempelbezirk zu einem Geschäftsbetrieb umfunktioniert, er kassierte Tantiemen von den Einnahmen der Geldwechsler und der Opfertierschlachtung. Genau das – wir erinnern uns – hatte Jesus bei seinen früheren Tempelbesuchen als Räuberhöhle angeprangert und hat die Tische umgeworfen. Man kann davon ausgehen, dass Hannas daher einen persönlichen Zorn auf Jesus hatte. 

Interessanterweise kann man feststellen, dass die Hohepriester und der Hohe Rat während des ganzen Prozesses von Jesus über 20mal ihre eigenen, sonst so vehement vertretenen jüdischen Gesetze brachen. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Die, die sonst immer peinlich genau auf jedes Gesetz achten und die Menschen wegen ihrer Gesetzlosigkeit bei jeder Übertretung knechteten, brachen selbst alle Gesetze, weil sie solch eine Angst vor Jesus hatten. Der Prozess gegen unseren Herrn war aus juristischer Sicht komplett illegal und unfair. Also ist er uns auch hier vorausgegangen, wenn uns Ungerechtigkeit oder ähnliches widerfährt. Ich werde die wichtigsten Gesetzesbrüche im Folgenden erwähnen.

Die ersten drei eklatanten Verstöße erleben wir gleich beim ersten Verhör durch Hannas: Sie verhandelten in der Nacht, sie taten dies im Geheimen ohne Öffentlichkeit und sie hatten keine Zeugen. Im jüdischen mussten Prozesse immer bei Tageslicht stattfinden, der Angeklagte hatte ein Recht auf Öffentlichkeit und es mussten mehrere Zeugen unabhängig die gleiche Beschuldigung vorbringen.

Hannas befragte Jesus nun nach seinen Jüngern und über seine Lehre. Das Ziel war, die Jünger ebenfalls zu kriminalisieren und irgendetwas gegen die Lehren Jesu als Vorwand in die Hand zu bekommen. Jesus aber durchschaute ihn und kannte sich auch wohl bestens mit den jüdischen Rechtsprechung aus. Er antwortete, warum fragst Du mich, alles ist vorher offen von mir überall erzählt worden und da draußen stehen ganz viele Zeugen dessen was ich gelehrt habe. Damit sprach er direkt die Heimlichtuerei und Gesetzeswidrigkeit dieses ersten Prozesses an und das Ziel des Hannas, ihn auf die Schnelle zu überführen, schlug gewaltig fehl. Jesus wurde geschlagen, auch das hochgradig gesetzeswidrig, das war die erste der vielen Misshandlungen in dieser Nacht. Man brachte ihn zu Kaiphas, dem Schwiegersohn des Hannas, der das Amt des Hohepriesters innehatte.

Die Verhandlung vor Kaiphas – man muss fast sagen der Verhandlungsmarathon- war aus Sicht der Ankläger ein komplettes Desaster. Sie begann damit, dass sie falsche Zeugen gegen ihn aufboten. Doch wen sie auch holten und befragten, keine der Zeugenaussagen stimmte überein. Wiederum finden sich dabei zwei eklatante Gesetzesbrüche: Zuerst hatte der Angeklagte ein Recht auf Verteidigung bevor die Ankläger den Fall mit Aussagen von Zeugen zu untermauern versuchen. Zweitens, wenn sich dann keine übereinstimmenden Zeugen fanden, war der Angeklagte unmittelbar frei zu lassen. Beides Fehlanzeige bei Jesus, der Prozess schleppte sich die ganze Nacht dahin. Jesus antwortete nicht auf ihre Fragen denn er wusste, dass sie permanent gegen die Gesetze verstießen und er musste nicht antworten. Als Kaiphas merkte, dass alle Anschuldigungen nicht das gewünschte Resultat, nämlich eine Verurteilung zum Tode, führten, holte er zum großen Schlag aus und nahm Jesus unter Eid. 

Wir lesen Mt. 24,63 ff  „Aber Jesus schwieg weiter. Darauf sagte der Hohepriester: »Ich nehme dich vor dem lebendigen Gott unter Eid: Sag uns, bist du der Christus, der von Gott erwählte Retter? Bist du der Sohn Gottes?« »Ja, du sagst es«, antwortete Jesus, »und ich versichere euch: Von jetzt an werdet ihr den Menschensohn an der rechten Seite des allmächtigen Gottes sitzen und auf den Wolken des Himmels kommen sehen.« Empört zerriss der Hohepriester sein Gewand und rief: »Das ist Gotteslästerung! Wozu brauchen wir noch weitere Zeugen? Ihr habt es ja selbst gehört, wie er Gott gelästert hat! Wie lautet euer Urteil?« Sie riefen: »Er ist schuldig! Er muss sterben!« Dann spuckten sie Jesus ins Gesicht und schlugen mit den Fäusten auf ihn ein. Andere gaben ihm Ohrfeigen und spotteten: »Na, du Christus! Du bist doch ein Prophet! Sag uns, wer hat dich vorhin gerade geschlagen?«“

Interessant ist, dass Jesus, selbst im Moment der ärgsten Bedrängnis – denn er wusste, wenn er seine Gottessohnschaft bezeugen würde, dass dies das Todesurteil nach sich ziehen würde – selbst in diesem Moment blieb er völlig ruhig und erklärte ihnen sogar die Zukunft, dass er zurück an die Seite des Vaters geht und dass er eines Tages für alle sichtbar wiederkommen wird. Das 100%ige Vertrauen zum Vater und der Entschluss, dessen Auftrag zu Ende zu bringen, ließen ihn das barbarische Verhalten seiner Ankläger ertragen. 

In diesen entscheidenden Momenten, die zum Todesurteil Jesu führten, begingen der Hohe Priester und der Hohe Rat nach dem jüdischen Gesetz mehrere Gesetzesbrüche. Im Schnelldurchlauf  

a)     Prozess am Abend des Passah (kein Prozess am Feiertag erlaubt)
b)    Kaiphas zerriss seine Kleider (Manipulation durch den Vorsitzenden Richter)
c)     Kaiphas klagt an „Gotteslästerung“ (Anklage durch den Richter, nicht durch Zeugen)
d)    Keine weiteren Zeugen (er hatte keine mehr): Schuldspruch aufgrund eigener Aussage des Angeklagten unzulässig
e)     Todesurteil des Sanhedrins in der Nacht (nur am Tag zulässig)
f)      Bei einem Todesurteil mussten zwischen Verhandlung und Schuldspruch mindestens   24h liegen
g)     Urteil per Abstimmung, nicht einzeln mit dem Jüngsten beginnend was dem rechtmäßigen Prozedere entsprach
h)    Einstimmigkeit des Urteils: Hat normalerweise Freispruch und Freilassung zur Folge, da Einmütigkeit bei Gericht unter Juden die Unschuld des Angeklagten beweist (Verschwörung, Korruption); 
 Josef von Arimatea und Nikodemus waren demnach nicht dabei
i)       Verurteilung zum Tode erfolgte sofort: erst 3 Tage nach Schuldspruch erlaubt (neue Zeugen, Zeit für Wendung des Geschehens)
j)       Schlagen und Anspucken: Richter immer human und freundlich dem Angeklagten gegenüber, kein Schlagen oder Geißelung eines zum Tode Verurteilten erlaubt (normalerweise mit hohen Geldstrafen belegt) 

Wir sehen, wie dramatisch ungerecht der Prozess gegen Jesus war. Er hatte keine Chance, er hatte keinen Verteidiger, er war der Willkür der Oberen ausgeliefert. 

Die Illegalität des Prozesses war dem Hohen Rat durchaus bewusst. Denn in den folgenden Versen lesen wir: Am frühen Morgen kamen die Obersten und der Hohe Rat zusammen und beschlossen, Jesus zu töten und übergaben ihn an Pilatus. Sie warteten also das erste Tageslicht ab, um zumindest an diesem Punkt den Anschein der Legalität des Prozessen zu wahren. Zwischenzeitlich gingen die anwesenden Ratsmitglieder nach Hause und Jesus wurde in den Hof geschickt, dort bewachten ihn römische Soldaten und misshandelten ihn. Bis dahin folgten ihm ja auch Petrus und Johannes und hielten sich so noch ganz in seiner Nähe auf. Wir kennen alle die Geschichte mit Petrus und dem Hahn, der im Morgengrauen 3x kräht. 

Judas 

Es gibt zwei Fragen, die sich immer wieder im Zusammenhang mit Judas stellen, zum einen  - war er am Ende doch errettet? Und wie ist er gestorben?

In Mt 27,3 lesen wir  „Als Judas, der ihn verraten hatte, sah, dass er zum Tode verurteilt war, reute es ihn“. Mancher mag meinen, dass dies ein eindeutiges Zeichen der Umkehr des Judas war und dass er folglich am Ende gerettet sein müsste, denn er war ja auch ein Nachfolger Jesu. Aber im griechischen gibt es zwei Bedeutungen für das deutsche Wort bereuen, eins heißt „metanoia“ und bedeutet so viel wie Bereuen zur Errettung, das wäre hier wichtig gewesen. Das andere Wort heißt „metamellomai“ und bedeutet so etwas wie Gewissenbisse haben, zerknirscht sein. Dieses Wort ist hier im Original Text verwendet worden, also ist klar, dass Judas zwar Gewissensbisse über seine Tat hatte, aber nicht wirklich umkehrte. Vermutlich hätte er sich dann auch nicht umgebracht. 

Dann die zweite Sache mit Judas. Scheinbar gibt es zwei unterschiedliche Darstellungen über seinen Selbstmord. So wird in Mt. 27,5 gesagt: „Und er warf die Silberlinge in den Tempel, ging fort und erhängte sich.“ Und in Apg. 1,18 steht: „Aber er ist vornüber gestürzt und mitten entzwei geborsten, sodaß seine Eingeweide heraustraten“. Was denn jetzt? Kann die Bibel eine wahre und eine falsche Version berichten? Wir wissen, die Bibel ist in allem wahr, also wie kann das sein? Man muss die jüdischen Gepflogenheiten etwas kennen, um festzustellen, dass beide Aussagen wahr sind und zusammenpassen.

Wir haben Passah und Passah beginnt mit dem Untergang der Sonne am Abend vor dem ersten Passahtag. Traditionell essen die Juden an dem Abend ihr Passahmahl, wie es auch Jesus mit den Jüngern tat. Am ersten Passahmorgen gab es dann um 9:00 Uhr ein spezielles Passahopfer im Tempel, von dem nur die Priester essen durften. Nach jüdischem Gesetz war die ganze Stadt unrein, wenn zwischen dem Passahabend und dem ersten Tag des Passah ein Leichnam in der Stadt war. Dies kam aber hier und da mal vor. Die jüdische Gesetzgebung ist allerdings sehr erfinderisch und flexibel. Wenn es mit einem Gesetz Probleme geben könnte, entwirft man schnell ein weiteres, um das Problem zu umgehen. Man machte kurzerhand ein zweites Gesetz, dass besagt, sollte ein Leichnam während der Passahfeiern existieren, werfe man ihn über die Mauer der Stadt. Damit ist die Stadt wieder zeremoniell rein. Indem sich Judas innerhalb der Stadtmauern Jerusalems erhängte, hatte er die Stadt zeremoniell unrein gemacht. Und solange sein Körper in der Stadt war, konnten sie mit den rituellen Passahfeiern nicht weitermachen. Also warfen sie den toten Mann über die Mauer mit den geschilderten Konsequenzen. Wenn man das weiß, kann man verstehen, dass beide Bibelstellen zutreffen und Gottes Wort keine Fehler enthält. 

Der Zivilprozess 

Die Juden durften zu damaliger Zeit keine Todesurteile mehr vollstrecken. Dies hatte der römische Senat im Jahr zuvor beschlossen und in allen Provinzen in die Tat umgesetzt. 

Wir alle kennen den Prozessablauf bei Pilatus, dem zuständigen Römischen Prokurator oder Statthalter. Er allein hatte Macht, ein Todesurteil faktisch zu realisieren. Ich möchte jetzt nicht alle Details des Prozesses widergeben aber ein paar interessante Phänomene herausgreifen: Zum einen die Unschuld des Pilatus: Wenn man alle Evangelien nebeneinanderlegt und den Prozess mit all seinen Facetten vergleicht, stellt man fest, dass Pilatus mindestens 6x ernsthaft versucht hat, Jesus nicht zu verurteilen, sondern ihn freizulassen denn er war 100% von dessen Unschuld überzeugt. 6x tat er alles was er konnte, um Jesus zu retten aber am Ende scheiterte er doch und bleibt die tragische Figur im ganzen Geschehen. Obwohl er demonstrativ seine Hände im Wasserbecken wusch und sagte, er sei unschuldig am Tod dieses Mannes, gab er dem Drängen der Juden nach. Petrus sprach in seiner Pfingstpredigt davon, dass auch Pilatus eine Mitschuld am Tod Jesus traf. Was war es, dass Pilatus umstimmte, denn er hatte gewiss keine Angst in dem Sinne vor den Juden, er verachtete sie ja. 

Auch hier wieder eine Hintergrundanekdote: Pilatus war befreundet mit Sejanus, der in Rom einen sehr hohen Posten, den des Leiters der Leibgarde des Kaisers, erhielt. Durch die Fürsprache von Sejanus kam Pilatus zu dem Posten des Prokurators der Provinz Judäa und Samaria. Auch damals gabs also bereits Vetterleswirtschaft. Nun passierte aber folgendes: Sejanus erhob sich gegen Tiberius, den Kaiser, zettelte eine Verschwörung an mit dem Ziel, selbst Kaiser zu werden. Das Komplott flog auf und Sejanus und andere Beteiligte wurden hingerichtet. Sodann begann eine Untersuchung unter allen, die Kontakt mit Sejanus hatten, darunter auch seine Freunde wie Pilatus. Alles was Pilatus in dieser Situation nun gebrauchen konnte, war, dass eine Nachricht nach Rom ging die lautete, er hätte jemand freigelassen, der von sich selbst behauptete, er sei ein König und dem scharenweise Leute nachliefen. Obwohl er unter dieser inneren Spannung stand, machte er einen allerletzten Versuch Jesus freizulassen und präsentierte ihn den Juden, inzwischen gegeißelt und entstellt – Joh. 19, 14-15: „Seht Euer König!“. Sie aber schrien: „Weg, weg! Kreuzige ihn!“ Pilatus spricht zu ihnen: „Euren König soll ich kreuzigen? Die Hohenpriester antworteten: „wir haben keinen König, nur den Kaiser!“ 

Damit lehnten sie Jesus eindeutig als ihren König ab und nahmen den sonst so verhassten Kaiser als ihren König an. Und in Matthäus lesen wir dass sie sogar schrien Mat. 27,25: „Sein Blut komme über uns und unsere Kinder!“ Wie wahr, wie wahr. Genau 40 Jahre später also, währen der Lebzeiten dieser und der darauffolgenden Generation zerstörten die Römer Jerusalem und schlachteten alle Bewohner ab. Wir erinnern uns vielleicht an meinen letzten Vortrag, das war die Konsequenz aus der Sünde wider den Heiligen Geist, für die diese Generation zur Rechenschaft gezogen werden würde. Interessanterweise sprachen sie hier in dieser angespannten Situation ihr Urteil über sich selbst aus.

Nach all dem gab Pilatus schliesslich auf und überantwortete Jesus den Soldaten für die Kreuzigung. 

Der Weg nach Golgatha 

Wir kennen alle die Berichte über die Kreuzigung und den Tod Jesu. Es begann mit der Prozession nach Golgatha und es endete mit der Versiegelung des Grabes. 

Zwei Bemerkungen zum Weg Jesu bis zur Kreuzigungsstätte: Jesus war durch die Geißelung so geschwächt, dass er sein Kreuz nicht mehr tragen konnte. Man muss wissen, dass die Geißelung nach römischer Art eigentlich fast schon einem Todesurteil glich, viele starben schon während der Marter an den Folgen dieser barbarischen und brutalen Folter. Der ganze Körper einschließlich des Gesichtes war aufgerissen und klaffte vor rohem Fleisch, es mussten höllische Schmerzen gewesen sein, die Jesus erlitten hat. Ich empfehle, sich die Mühe zu machen und die Einzelheiten einer römischen Geißelung nachzulesen. Dann weiß man was Jesus alles ausgehalten hat für Dich und für mich. Hinzu kommt, dass er eine geflochtene Dornenkrone aufgesetzt bekam. Wer einmal in Israel die Dornensträucher gesehen und berührt hat, weiß, wie furchtbar scharf und schmerzhaft Verletzungen durch diese Dornen sind, geschweige denn man presst einen kompletten Ring aus Dornen auf den Kopf. Es waren unmenschliche Schmerzen. Jesus musste physisch ein starker und gesunder Mann gewesen sein, dass er es soweit überhaupt überlebte und auch noch den zweiten Teil des Dialogs mit Pilatus führen konnte. Delinquenten in waren nach einer Geißelung und einer Dornenkrönung normalerweise nicht in der Lage zu sprechen. Nach dem Schuldspruch durch Pilatus ging es zur Hinrichtungsstätte. Dabei musste der Verurteilte sein Kreuz oder zumindest einen der Balken selbst durch die von Menschen gesäumten engen Gassen Jerusalems tragen. Nachdem Jesus ein paarmal zusammengebrochen war, wählten sie kurzerhand einen Mann, der in der Menge war, namens Simon von Kyrene, ihm das Kreuz zu tragen. Interessanterweise taucht später bei Paulus im Römerbrief der Name der Familie wieder auf, anscheinend hat dieses Ereignis Simon und sein Haus gläubig werden lassen. 

Den Zug mit den drei Todgeweihten durch die Stadt begleiteten zur damaligen Zeit immer sogenannte Klageweiber. Als diese zu ihm kamen, um ihn zu beweinen sprach Jesus zu ihnen Lk. 23,28: „Ihr Töchter von Jerusalem, weint nicht über mich, weint über Euch und Eure Kinder.“ Auch hier wieder die vorrausschauende Klarheit von Jesus, was mit diesem und dem Nachfolge-Geschlecht passieren wird.

Übrigens, wer mal in Jerusalem war, bekommt als Tourist oft die sogenannte Schädelstätte in der Nähe eines Gartengrabes gezeigt. Der Hügel sieht von Weitem aus wie zwei große Augenhöhlen und die Menschen haben das fälschlicherweise wieder zu einer Wallfahrtsstätte gemacht wie leider so vieles in Jerusalem. Das war im 19. Jahrhundert mal ein Steinbruch und mehr nicht. Schädelstätte heißt die Hinrichtungsstätte nicht, weil sie so aussah wie ein Schädel, sondern aufgrund dessen was dort geschah.  

Die ersten 3 Stunden am Kreuz  

Kurz vor dem Annageln gaben Sie Jesus ein Getränk aus Myrrhe, Galle und Wein (was auch immer mit Galle gemeint ist). Das machten sie bei allen Todgeweihten, denn das betäubte den Schmerz des Annagelns, weil es benebelt machte. Jesus verweigerte den Trank und gab sich lieber den unbarmherzigen Schmerzen des Annagelns hin, denn er wollte die Kontrolle bis zum Ende behalten. 

Jesus wurde am ersten Tag des Passahfestes um 9 Uhr morgens unserer Zeitrechnung gekreuzigt. Interessanterweise, nicht weit weg auf einem anderen Hügel der Stadt, dem Tempelberg, wurde das spezielle Passahlamm durch die Priester geopfert, auf dem Berg Golgatha hingegen das Passahlamm Gottes zur gleichen Zeit, fast am gleichen Ort.

Die Römer kannten 4 Arten von Kreuzen, einen rauen Pfahl, ein X, ein großes T und ein kleines T. Aus verschiedenen Kombinationen und nicht zuletzt aus der Tatsache, dass über Jesus das Schild „König der Juden“ angenagelt wurde, kann man annehmen, das Kreuz Jesu hatte die Form eines kleinen T, so wie wir es von allen Darstellungen kennen. Der Verurteilte wurde auf das am Boden liegende Kreuz genagelt. Zuerst wurde ein langer Nagel durch beide übereinandergelegte Füße getrieben, dann wurde ein kleines Stück Holz unter die Füße genagelt. Dies diente dazu, zu verhindern, dass der Körper so zusammensackt, dass der Verurteilte keine Luft mehr bekam und schnell erstickt wäre. Das aber wollte man ja verhindern, um den Tod besonders qualvoll zu gestalten. Die Arme wurden am Querbalken angenagelt, in dem man je einen großen Nagel durch das Handgelenk trieb und nicht wie manchmal dargestellt, durch die Handteller denn das hätte die Last nicht ausgehalten. Sodann wurde das Kreuz aufgerichtet und in das vorgesehene Loch im Boden fallengelassen. Bei diesem Aufprall wurden die Gelenke der Schulter ausgerenkt. Damit erfüllte sich auch hier was in Ps. 22 vorhergesagt wurde , wonach die Gelenke des Messias getrennt würden. Im gleichen Psalm wird auch vorhergesagt, dass sie seine Kleider unter sich aufteilten. Das traf auch hier für die Kleidungsstücke und den Mantel von Jesus zu, über den die Soldaten würfelten wer ihn bekommt. Es war damals üblich, dass die Henkersknechte sich an dem letzten was der Verurteilte noch hatte, nämlich der Kleidung, bereichern durften, sozusagen als Kompensation für ihren erbärmlichen Dienst.

Wir lesen von vier verschiedenen Menschengruppen, die Jesus am Kreuz verspotteten: Die Menschen die dabeistanden, dann die Hohenpriester, Pharisäer und Sadduzäer, dann die Römischen Soldaten und schliesslich auch beide Verbrecher, die mit ihm rechts und links gekreuzigt wurden. Allen war gemeinsam, dass sie den messianischen Anspruch Jesu in Frage stellten in dem sie so etwas riefen wie, „steig doch herunter vom Kreuz, hilf Dir doch selbst, zeig uns, dass Du der Messias bist“ usw. Dies war indirekt der letzte Versuch Satans, Jesus zu bewegen, vom Kreuz herabzusteigen. Einerseits wollte er Jesus tot sehen, andererseits wollte er ihn nicht zu dieser Zeit und auf diese Weise sterben sehen. Wie wir wissen, war die Verschwörung gegen Jesus zu einem anderen Zeitpunkt geplant, aber Jesus selbst hat Satans Pläne durchkreuzt. Wenn Jesus nicht am jüdischen Passah und am Kreuz gestorben wäre, wären die Prophezeiungen nicht eingetreten und sein Tod hätte keine Sühnung gebracht, wäre wertlos geblieben. Nicht allein sein Tod hat die Versöhnung gebracht, er hätte dann ja auch als Kind sterben können sondern dass er exakt in den prophezeiten Umständen starb, wies ihn als Messias aus. Wäre er vom Kreuz herabgestiegen, was er durchaus konnte, hätte er sich als falscher Messias gezeigt, denn die vorgeschriebene Art für den Messias zu sterben war das Gekreuzigt werden. Gerade dass er am Kreuz durchhielt bis zum Ende, wies ihn also im Nachhinein als wahren Messias aus. Daher mussten auch die anderen Versuche Satans ihn vorher umzubringen (Steinigung, Hang hinunterstoßen etc.) scheitern, denn wie die Bibel sagt – Seine Zeit war noch nicht gekommen. Ich hoffe das ist verständlich?

Interessant auch die kurze Episode, die über einen der beiden Verbrecher, der anfangs in das Gespött der Leute über Jesus mit eingestimmt hatte, berichtet wird. Er distanzierte sich später davon, bekannte seine eigene Schuld und erkannte Jesus als Messias an. Dann bat er ihn um Gnade. Daraufhin versprach ihm Jesus, dass er heute noch mit ihm ins Paradies wechseln würde. Wir sehen an dieser Begebenheit zwei Dinge: Zum einen war Jesus trotz all der Qual immer noch ganz Herr seiner Sinne und ganz der Messias indem er diesen Sünder begnadigte. Zum zweiten zeigt das auch, es ist nie zu spät zu Jesus umzukehren, selbst auf den letzten Metern tritt Jesus für uns vor dem Vater ein. Aber das kann man sich eben nicht immer aussuchen, daher ist es besser man macht klare Sache mit Jesus, wenn man noch mit ganzer Kraft und klarem Verstand ausgestattet ist. Jeden Tag, den man wartet, kann es zu spät sein.  

Die zweiten 3 Stunden am Kreuz

Der Todeskampf Jesu am Kreuz dauerte insgesamt 6 Stunden, etwa von 09:00 Uhr morgens bis 03:00 Uhr nachmittags. Während sich Jesus in den ersten 3 Stunden das Gespött der Menschen anhören musste, begann jetzt die schlimmste Phase in seinem irdischen Leben. Nämlich das Getrenntsein vom Vater. Für ihn das Furchtbarste was er erleben musste und vor dem er tatsächlich Angst hatte. War er doch von Urzeiten der Schöpfung an mit dem Vater eins und mit ihm verbunden. Aber weil bereitwillig als Mensch in diese Welt kam, sämtliche Schuld aller Menschen auf sich lud, weil er quasi zur personifizierten Sünde wurde, hatte der Vater in diesem Moment gar keine andere Wahl, als seine Beziehung zu seinem Sohn abzubrechen, denn der Vater ist 100% heilig und rein und konnte niemals mit der Sünde eins sein. So musste er sich abwenden. Dies war das Eigentliche vor dem Jesus graute, wenn er zuvor im Gebet den Vater bat, diesen Kelch an ihm vorübergehen zu lassen, nämlich dem Getrenntsein vom Vater. Viele verwechseln das damit, dass er Angst vor der Folter oder dem leiblichen Tod hatte, aber das ist falsch. Jetzt versteht man auch warum die Bibel das Getrennt Sein von Gott als Tod und das Vereint Sein als Leben bezeichnet. Jesus ging wahrhaftig in den Tod, sowohl menschlich aber vor allem geistlich.

An mehreren Punkten kann man dieses Horrorszenario für Jesus festmachen: Wir lesen dazu Mt. 27, 45ff : „Am Mittag wurde es plötzlich im ganzen Land dunkel. Diese Finsternis dauerte drei Stunden. Gegen drei Uhr schrie Jesus laut: »Eli, Eli, lema sabachtani?« Das heißt: »Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?«…(Essigschwamm)…Da schrie Jesus noch einmal laut auf und starb. Im selben Augenblick zerriss im Tempel der Vorhang vor dem Allerheiligsten von oben bis unten.“

Der laute Aufschrei, der dem Sterbemoment vorrausgeht, wird in den Evangelien nach Lukas und Johannes wie folgt beschrieben:  Lk. 23,46: „Und Jesus rief laut: »Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist!« Mit diesen Worten starb er.“ Joh. 19, 30: Er rief »Es ist vollbracht!« Dann ließ er den Kopf sinken und starb“.

Als äußeres Zeichen begannen diese schlimmsten zweiten 3 Stunden für Jesus am Kreuz mit der weithin sichtbaren Finsternis. Es muss eine besonders intensive Sonnenfinsternis gewesen sein. Außerbiblische Quellen berichten, dass zu dieser Zeit um 12 Uhr mittags herum exakt an diesem Tag, am Freitag dem 7. April, 30 n.Chr. eine große Sonnenfinsternis den östlichen Mittelmeerraum in komplette Dunkelheit hüllte. Bis hin in die Türkei und nach Ägypten war dieses Phänomen den Geschichtsschreibern zu folge zu beobachten. Die Menschen der damaligen Zeit gerieten natürlich in Panik, hatten sie doch kein elektrisches Licht oder Sonnenbrillen und das Wissen was wir heute über Sonnenfinsternisse haben. 

Jesus ruft – Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen? Dies ist ein Zitat aus dem Ps. 22,2. Jesus war selbst nach all der Qual, all den Leiden immer noch in Kontrolle und Herr seiner Sinne in dem er einen alten Vers von David ausrief. Interessanterweise ist dies die einzige Stelle im Neuen Testament in der Jesus seinen Vater mit „Mein Gott“ anrief, sonst sagt er immer Vater zu ihm, knapp 200 mal. Also ein weiteres Indiz dafür wie sehr er unter der Trennung vom Vater litt. Aber – und das ist das Bemerkenswerte - er hat diese Trennung final überwunden, denn seine letzten Worte waren dann wieder an den Vater gerichtet: „Vater, in Deine Hände lege ich meinen Geist.“ Im Tod war Jesus wieder mit dem Vater vereint. Die Intimität war wieder da, der von beiden vor langer Zeit gemeinsam beschlossene Erlösungsweg zur Errettung der geliebten Menschen ist von Jesus bereitet worden. Er ruft es selbst mit letzter Kraft aus: „Es ist vollbracht“. Er hat die Sünde getragen, das notwendige Opfer gebracht. Er wusste in diesem Moment genau, dass er den Satan besiegt und Gottes Willen erfüllt hatte. 

Als er stirbt, zerreißt der Vorhang im Tempel von oben bis unten. Dieser Vorhang war riesig und sehr schwer, kein Mensch könnte ihn je mit Kraft zerreißen. Dieses übernatürliche Phänomen war Gottes Antwort auf diese Liebestat seines Sohnes: der Zugang zum Allerheiligsten – sonst durch den schweren Vorhang verwehrt – ist jetzt frei, der Vorhang ist weg, Jesus hat den Weg frei gemacht. Durch den Opfertod des unschuldigen Jesus hat die Menschheit, jeder einzelne, trotz seiner Abkehr von Gott wieder Zugang zum Vater, zum Heiligsten, wenn er sich auf Jesus beruft und sein Leben an ihn bindet. Dieser Wink Gottes mit dem Vorhang ist das ganze Evangelium in Reinform, in göttlicher Kurzfassung, besser und eindrucksvoller kann man es nicht darstellen, das kann nur der Vater.  

Die Grablegung 

Nachdem Jesus tot war, wurde er vom Kreuz genommen und in ein großes Grab, das eines Reichen gelegt. Normalerweise wurden Verbrecher in ein unbekanntes Grabfeld für Ausgestoßene gelegt, bei Jesus aber sagt die Schrift in Jes. 53,9: „Zwar wies man ihm ein Grab unter Sündern zu, doch wurde er in das Grab eines reichen Mannes gelegt, weil er kein Unrecht getan hatte und kein Betrüger war.“ Dafür sorgte Josef von Arimatea, ein Mitglied des Hohen Rates, der an Jesus glaubte. Er war bei der Abstimmung für den Tod Jesu nicht dabei. Nun aber tauchte er auf und sorgte sich, dass Jesus noch vor Sonnenuntergang beerdigt wurde, denn am nächsten Tag war Sabbath. Die Juden durften wie wir gehört hatten, am Sabbath keine frisch Gestorbenen in der Stadt haben, damit sie nicht unrein wurden, schon gar nicht wenn der Sabbath auf ein Passahfest fällt. Also brachen sie den anderen beiden Verbrechern die Beine, dass sie schnell starben, denn dadurch konnten sie sich nicht mehr abstützen und erstickten. Jesus war schon tot, also wurden ihm keine Knochen gebrochen. Damit wiederholt sich das gleiche Geschehnis, welches den Ursprung des Passahfestes begründete: Als im alten Ägypten bei der 10. Plage der Todesengel durch die Stadt ging und sämtliche Erstgeborenen tötete, verschonte er nur die Juden, die ihre Haustüren mit Blut bestrichen hatten. Denn sie hatten zuvor auf Gottes Anweisung hin, ein unschuldiges Lamm geschlachtet, sein Blut an die Türpfosten gestrichen, und dann als Opfer verzehrt aber die Knochen des Lammes wurden heil gelassen und nicht in Teile zerlegt, wie es sonst üblich war. Auch Jesus, das wahre Passahlamm, wurden die Knochen nicht gebrochen. 

Man brachte ihn also in das Grab, dass Josef kannte. Interessanterweise taucht auch hier ein anderer gläubig gewordener Pharisäer auf: Nikodemus brachte die damals üblichen Grabbeilagen, Myrrhe, Aloe und Öl mit. Er war der andere Vertreter des Hohen Rates, der an Jesus glaubte, er hatte ja gleich am Anfang von Jesus öffentlichen Wirken ein geheimes Gespräch mit ihm. Dadurch, dass sie Pilatus um den Leichnam baten, outeten sie sich nun öffentlich als Jünger Jesu, eine ganz riskante Sache. Wir können hier sehen wie es immer bei den Juden in ihrer ganzen wechselvollen Leidensgeschichte durch all die Jahrhunderte ist: Immer gibt es einen treuen, kleinen Rest, der sich nach Gott ausstreckt, auch wenn die Obrigkeit oder Mehrheit anderer Meinung ist. Dies traf demnach damals in Form dieser zwei Personen auch auf den Hohen Rat zu.

Es heißt dann weiter im Joh. 19,40/41 „Sie wickelten ihn in Leinenbinden mit Spezereien, wie die Juden zu begraben pflegen und legten ihn in ein Grab in einem Garten, in das noch nie vorher jemand gelegt worden war.“ Im Originaltext steht eindeutig Leinenbinden – nicht Leinentücher, dies ist eine falsche Übersetzung. Das Grabtuch von Turin, was ja von vielen als Reliquie verehrt wird, ist demnach mit Sicherheit nicht das von Jesus, ebenfalls nicht die Dornenkrone in Notre Dame, die man neulich vor den Flammen gerettet hatte – das ist blanker Unsinn. 

Noch eine kurze Bemerkung zur damaligen Zeitrechnung: Jesus selbst sagte, er werde getötet werden aber am 3. Tage wieder auferstehen oder an anderer Stelle, er werde den Tempel abreißen und ihn in 3 Tagen wiederaufbauen. Wie kann das sein, wenn er doch Freitagnachmittag starb, Freitagabend ins Grab gelegt wurde: Hätte dann die Auferstehung nicht erst am Montag erfolgen dürfen und nicht wie wir es feiern, schon am Ostersonntag? Nach unserem Kalendarischen Verständnis, eigentlich ja. Aber nicht nach dem jüdischen. Bei den Juden zählt ein angebrochener Tag immer als ein voller Tag, egal wie weit fortgeschritten er war oder ist. Daher ist der Sonntag der dritte Tag nach dem Tod Jesu, der dritte Tag ist der Tag der Auferstehung. Es war Sonntag, der 9. April im Jahre 30 n.Chr. Geburt.

Auferstehung und Erscheinungen 

Aus Zeitgründen gehe ich jetzt nicht auf alle Erscheinungen ein, die die Auferstehung begleiteten. Jesus erschien mindestens 4 Frauen am Grab, Maria, Johanna, Salome und Maria Magdalena, sie alle wollten nach ihrem Brauchtum den Leichnam am Morgen des 3. Tages salben; Engelsgestalten sind am Grab und sagten den Frauen „Er ist nicht hier“, dann erscheint Er 2 Jüngern auf dem Weg nach Emmaus als unkundiger Wegbegleiter; dann den Jüngern selbst mehrmals als sie zusammensaßen, einmal zeigte er dem Thomas seine Nagelwunden. Am schönsten gefällt mir immer die Geschichte mit Maria Magdalena am offenen Grab bei der sie dachte es sei der Gärtner und ihn fragte ob er wüsste wo sie Jesus hingelegt hätten, darauf er sie anspricht: „Maria!“ und sie erkennt, dass es der Auferstandene Herr ist. Es muss so ein Ausdruck von Liebe und Freude, von Mitgefühl und Bestimmtheit in seiner Stimme und seinem Blick gelegen haben, dass sie plötzlich erkennt, es ist Jesus. Es muss ihm Freude bereitet haben, die Frauen und seine Jünger in seinem Auferstehungsleib zu überraschen und glauben zu machen. Es zeigt, dass der transformierte Leib Jesu die Spuren des menschlichen Leibes trägt, dass er erkennbar ist, dass er durch Wände gehen kann, geräuschlos hinter jemand auftauchen und wieder verschwinden kann. 

Immerhin, wir müssen das mal zu verstehen versuchen. Nach menschlichen Maßstäben war Jesus für die Jünger tot, sie haben ihn alle leiden und am Kreuz sterben sehen. Er war in einem Grab mit einem riesigen Stein davor. Und jetzt steht er vor ihnen. Es ist ohne weiteres nachvollziehbar warum Leute wie Thomas zweifelten, warum Petrus im leeren Grab sich wunderte usw.

Jesus nutzte deshalb die Zusammenkünfte, um ihnen die Schrift zu erklären, denn sie mussten ja verstehen was das alles zu bedeuten hatte. Einmal hauchte er sie an, „nehmt hin Heiligen Geist“ – sozusagen eine Prise vorab, bevor das Pfingstwunder mit der großen Ausgießung des Heiligen Geistes geschah. Sie mussten die Zusammenhänge verstehen. Jesus kümmerte sich, er überließ nichts dem Zufall.

Es gibt noch eine Geschichte, die nur im Johannes Evangelium berichtet wird und das ist die mit dem Fischzug der Jünger und Jesus der am Ufer Frühstück macht. Die Jünger hatten wieder ihren alten Beruf aufgenommen, waren von Jerusalem wieder nach Galiläa zurückgegangen. Wie musste ihnen zumute sein? Der auferstandene Jesus hatte ihnen ja in Jerusalem gesagt, wartet in Galiläa auf mich, dann verschwand er wieder. Sie waren also zurück in ihrer Heimat und fragten sich sicher, was passiert denn jetzt, wie geht das mit Jesus weiter? Und dann gingen sie fischen, fingen aber die ganze Nacht keinen Fisch. Doch dann stand da plötzlich im Morgengrauen ein Mensch am Ufer, den sie zuerst nicht erkannten, der rief ihnen zu, sie sollen die Netze noch einmal auf der anderen Seite auswerfen. Das taten sie und fingen ganz viele Fische. Johannes, der Jünger den Jesus besonders liebte, erkannte zuerst, dass es Jesus ist, der da am Ufer steht. Sein Ausruf, Es ist der Herr!“ ist immer wieder gänsehautverdächtig.

Am Ufer brauchen sie eigentlich ihren großen Fang nicht, denn Jesus hatte schon welche gegrillt und das Frühstück bereitet. Hier begannen sie zu lernen, dass er sie in Zukunft versorgen wird und dass ihr Auftrag ein anderer sein wird als weiter im See zu fischen.

Und Jesus hat noch etwas besonderes mit Petrus vor: Er spricht mit ihm sehr intim darüber wie lieb dieser ihn hat. Diese Geschichte allein ist ein Predigt wert, denn sie knüpft an die großspurig von Petrus behauptete Aussage vor der Gefangennahme Jesu, dass er den Herrn mehr liebt als alle anderen und dass er nie von seiner Seite weichen wird. Bekanntermaßen verleugnete er ihn daraufhin dreimal in kurzer Zeit. Nun fragt ihn Jesus genauso 3x wieder liebst Du mich? Und nach dem dritten Mal eindringlichen Fragens lässt Petrus nun endlich seine ganze eigene Stärke, die er vor dem Tod Jesu noch demonstrierte, fallen und sagt das was in seinem Herzen ist – Ja ich liebe Dich Herr. Jesus setzt ihn daraufhin in seine Berufung ein: Weide meine Lämmer, weide meine Schafe: Petrus wird zum Anführer der Apostel, zu dem Fels, wie Jesus ihn gleich bei seiner ersten Begegnung nannte. 

Himmelfahrt 

Die Evangelien schließen mit der Himmelfahrt Jesu. Die Jünger die zwischenzeitlich in Galiläa waren, sind wieder zurück in Jerusalem. Die eigentliche Himmelfahrt wiederum fand in Bethanien statt, das ist ein Dorf zwei Kilometer von Jerusalem entfernt. Wer mal in Jerusalem war, kennt wahrscheinlich die Himmelfahrtskirche auf dem Ölberg mit dem hohen Turm. Leider hat hier die kirchliche Tradition wieder einmal die Aussagen der Bibel ignoriert und diese sogenannte Himmelfahrtskirche an den falschen Ort gestellt. Es sind in der Kirche angeblich sogar die Fußabdrücke Jesu zu besichtigen als ob er wie eine Rakete abgehoben und seine Füße in den Boden gebrannt hätte, so ein Unsinn.

Als sie dort in Bethanien zusammen waren, segnete Jesus die Jünger, sprach den Missionsbefehl aus und versprach ihnen, dass sie bald mit der Kraft aus der Höhe, dem Heiligen Geist, ausgerüstet werden würden. Und er sagte noch eins: „Ich bin bei Euch alle Tage bis ans Ende dieser Welt.“ Was für ein Zuspruch!!! 

Jesus wurde dann vor ihren Augen emporgehoben in Richtung Himmel bis sie ihn nicht mehr sahen und eine Wolke ihn verdeckte. 

Und damit möchte ich schließen. Ich hoffe, Ihr habt genauso wie ich vieles Interessantes im Altbekannten entdeckt und trotz dieses Schnelldurchgangs hat es ein bisschen Spaß gemacht, einmal ein paar Hintergründe und teilweise oft übersehene Fakten und Details der Passionsgeschichte Jesu kennenzulernen. 

 

„Ich bin bei Euch alle Tage bis ans Ende dieser Welt.“


8.)  Teil 2 Jesu - Öffentliches Wirken. Von der Taufe bis zum Garten Gethsemane. 

Stell Dir vor, Dir sagt Dein Arzt, Du hast ab heute nur noch 3 Jahre zu leben. Der Krebs oder was auch immer ist schon so weit, da ist nicht mehr viel zu machen. 3 Jahre, nur noch 3 Jahre!!! Und er sagt noch etwas: Am Ende dieser 3 Jahre, da wirst Du grausam sterben, denn es gibt kein Heilmittel welches Deinen Zustand lindert, geradezu verrecken, krepieren, und endlose Schmerzen haben bis es vorbei ist. STILLE. Was denkst Du, was kommen für Gedanken hoch? Angst, Zorn, Trauer, was noch? Warum ich? Was soll das? Bringe ich mich vorher um bevor die Schmerzen kommen? Was würdest du in der Zeit machen wollen? Eine Weltreise? Arbeiten? Vielleicht wirst Du Vegetarier? Oder Evangelist? 

3 Jahre.

Das war genau die Situation, in die Jesus kam und der er sich stellen musste. Er wusste, er muss diesen Weg gehen, er kam ja freiwillig und lange bevor es Menschen gab schon hat der Vater mit dem Sohn und dem Geist Gottes diesen Plan gefasst. Jetzt war es soweit. 

Plötzlich fängt da einer, den sie Johannes nennen, an, am Jordan zu taufen und spricht, das Himmelreich ist nahe herbeigekommen. Es entsteht ein Menschenauflauf, von überall kommen die Leute zu Johannes und fragen ihn – bist Du der Messias? Doch Johannes schaut sie durchdringend an und ruft: Schon bald wird einer kommen, der nicht mit Wasser, sondern mit Feuer taufen wird, der die Spreu vom Weizen trennt, der die Worfschaufel schon in der Hand hält und dessen Schuhriemen ich zu binden nicht würdig bin. Das war gewaltig und die Kunde spricht sich auch bis Nazareth im Norden Galiläas herum. Als Jesus davon hörte, muss es ihm durch Mark und Bein gegangen sein: jetzt geht es los, jetzt beginnt dein eigentlicher Auftrag, jetzt wird es ernst. So ein bisschen wie das Arzt Gespräch vom Anfang.

Er hatte ja bis dahin, wenn man das so sagen kann, in einer gewissen Komfortzone gelebt. In Nazareth, ein 400 Einwohner-Dorf, als Zimmermann, wahrscheinlich hat er mit seinen Brüdern den elterlichen Betrieb übernommen und ein für damalige Verhältnisse arbeitsames, einfaches aber glückliches und beschauliches Handwerkerleben geführt. Er kannte den Ort, die Leute, auch die Nachbarorte wie Kana, Nain oder Magdala. Hat dort unzählige Male Dächer oder Häuser repariert oder neu gebaut. Er kannte den Glauben der Menschen, er wusste um ihre gesetzliche Frömmigkeit. 

Doch jetzt sollte er da raus und genau den gleichen Menschen sagen, ab heute ist der Himmel auf die Erde gekommen und zwar in meiner Person, denn ich bin Gottes Sohn. Eben noch deren Möbel zusammengezimmert und nun sich hinstellen und sagen – Deine Sünden sind dir vergeben, denn ich habe die Macht Sünden zu vergeben. Ich finde Gott hat viel Humor und er hat es Jesus dadurch nicht unbedingt leicht gemacht. Er hätte ja auch von irgendwoher einschweben können und plötzlich als Lichtgestalt die Menschen beeindrucken können. Aber Gott steht zu seinem Wort und genauso wie es kam war es vorher in der Schrift angekündigt.

Also legt er Feile, Hammer und Wasserwaage beiseite, verabschiedet sich von seiner Mutter und den Geschwistern und läuft los. Allein. Von Nazareth bis an die Stelle wo Johannes taufte, damals mit Sicherheit 5 Tagesreisen entfernt. Viel Zeit, um nachzudenken: Was wird in seinem Kopf vorgegangen sein? Werden sie auf mich hören? Wie werde ich meine Jünger finden? Wie werde ich versorgt mit dem Nötigsten, wenn ich auf Wanderschaft bin? Was denkt meine Familie, was mein Dorf? Was wird am Ende mit mir? Werden sie mich steinigen, oder kreuzigen oder erstechen oder einen Abhang runterstoßen? Wer sind meine Freunde, ist da irgendjemand der zu mir hält? Wenn man die Evangelien im Kontext betrachtet, dann stellt man auf der einen Seite fest, dass Jesus zwar alles im großen Zusammenhang schon wusste aber die einzelnen Schritte immer wieder im Gebet mit dem Vater abstimmte, um genau das richtige zu tun. So wird er sich auch hier Fragen gestellt haben, wie wird das jetzt alles, aber er hatte gleichfalls das vollste Vertrauen in die Führung durch seinen Vater im Himmel.

Er ging also an den Unterlauf des Jordan zu Johannes und ließ sich taufen. Das war die Initialzündung, die Startrampe für die größte Rettungstat, die die Menschheit je gesehen hat. Und Gott der Vater macht aus dieser Taufe dieses Mannes ein göttliches Event, eine Bestätigung sondergleichen, er spricht hörbar aus dem Himmel: „Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe“. Eine unglaubliche Stärkung für Jesus, der sich gerade damit auseinandersetzen musste, jetzt geht es los, jetzt ist der Auftrag da, jetzt hat er sozusagen den Marschbefehl von Gott dem Vater erhalten, die Welt zu verändern.

Interessanterweise geht er nicht gleich los und predigt, sondern er geht in die Wüste, allein, noch einmal 40 Tage nur mit Gott zu verbringen. Wir haben über diese extrem wichtige Zeit in Jesu Leben schon berichtet, z.B. wie er uns ein Vorbild war mit den Versuchungen des Satans umzugehen. Ich bin fest davon überzeugt, dass Jesus hier in ständigem Dialog mit dem Vater war, dass er von ihm auf all die Dinge, die kommen werden, vorrausschauend eingestimmt wurde und entsprechende Kraft bekommen hat. Wahrscheinlich hat er in dieser Zeit die intime Gemeinschaft mit dem Vater eingeübt, die ihn dann die folgenden 3 Jahre ausgezeichnet hat -  er hat sich ja oft von den Jüngern abgesondert, um zu beten und mit seinem himmlischen Vater zu reden, meistens frühmorgens bevor der Alltag losging. 

Und dann ging es los. Das erste Wirken von Jesus geschah auf einer Hochzeit im Nachbardorf Kana, wo er Wasser zu Wein verwandelte. Anfänglich wollte er gar nicht, dann machte er es doch. Interessant, dass seine Mutter schon wusste und ahnte dass die Zeit seines Wirkens jetzt anfängt, denn sie instruiert die Mundschenke entsprechend. Sie wusste es im Herzen und durch den Heiligen Geist, hat sie doch schon bei Jesu Geburt die Prophezeiung, die über seinem Leben liegt, erfahren. Interessant hier auch, dass Jesus sein öffentliches Wirken mit einer Hochzeit begann und es wird mit einer Hochzeit – der Hochzeit des Lammes mit der Gemeinde – enden. In der Hochzeit von Mann und Frau liegen so viel göttliche Geheimnisse und so viel Segen verborgen, es ist ein Spiegelbild der Liebe wie Gott uns sieht und behandelt, als wunderschöne Braut und es wäre eine extra Predigt wert. Kein Wunder, dass sich Jesus genau solch ein Ereignis für sein -heute würde man sagen - „Coming Out“ gewählt hat. 

Soweit der ungewöhnliche Start Jesu in seinen noch ungewöhnlicheren Auftrag.

Wenn man sich nun dem Wirken Jesu über diese 3 Jahre nähert, so kann man das auf verschiedene Weise tun, ich habe es einmal in drei markanten Phasen umrissen, die vor allem der Tatsache Rechnung tragen dass er Jude war und zu seinem Volk kam: 

1. Phase: Bekanntwerden, erste Nachfolger, Predigt zur Umkehr, Wunder, Aufzeigung falscher Gesetzesgläubigkeit.

2. Phase: Messianische Wunder, Anspruch des Messias, Glauben im Volk, Ablehnung durch die Jüdische Repräsentanz/Elite, Zeichen des Jona, nachfolgend Wunder und Predigten im Verborgenen, Sünde wider den Heiligen Geist, Gleichnisse, Schulung der Apostel.

3. Phase: Verurteilung und Tod , Auferstehung, Erscheinungen, Himmelfahrt, Pfingsten.

 

Heute wollen wir uns mit den ersten 2 Phasen beschäftigen, beginnen wir mit der ersten Phase: 

Als Jesus öffentlich auftrat war Juda im Süden mit Jerusalem als Zentrum, Samaria in der Mitte und Galiläa im Norden das Kernland der Juden, in dem sie lebten. Wie wir im ersten Teil dieser Vortragsreihe gehört haben, hatten die Juden keine rechtliche Macht, selbst der von den Römern eingesetzte König Herodes hatte keine durchgreifende politische Autorität, diese wurde allein von den Römern ausgeübt. Nur die Priesterliche Kaste übte über die Religion Macht über die Menschen aus. Sie waren die Gelehrten, die Angesehenen, diejenigen, die das Gesetz und die Schrift kannten und die die Menschen entsprechend führten und Ihnen Weisung erteilten. Es gab einen Hohen Rat, der sozusagen die geistliche Gerichtsbarkeit und Leiterschaft verkörperte und der gewählte Hohepriester war autorisiert, einmal im Jahr die vorgeschriebenen Opfer im Tempel durchzuführen. Nun hatte sich aber in all den hunderten von Jahren nachdem das Alte Testament niedergeschrieben und weitergegeben wurde, ähnlich wie in der katholischen Kirche später, eine menschengemachte Lehre darum gerankt. Verschiedenste Rabbinerschulen aller durchlaufenden Generationen verstanden sich darauf, Gesetz auf Gesetz der Thora, den Büchern Mose und den Propheten, hinzuzufügen. Das Leben wurde aus geistlicher Sicht mehr und mehr zu einer Gesetzlichkeit, die Menschen lebten unter dem Joch der geistlichen Verordnungen und Vorschriften. Und das schlimme daran war, dass diese Vorschriften im Laufe der Zeit den gleichen Stellenwert wie die Bibel einnahmen. Auch das ist ein Phänomen was später die Kirche aufgriff und umsetzte in dem sie den Katechismus und Sakramentslehren und vieles andere dem Wort Gottes gleichsetzte. Es entwickelte sich sozusagen ein Eigenleben der Gesetzlichkeit, was zu immer weiteren, immer absurderen Verschraubungen, Vorsichtsmaßnahmen und Hirnkrämpfen bei den gläubigen Menschen führte und führen musste. 

Das war die Ausgangslage. Hier nun platzte Jesus hinein mit seiner Aussage, das Himmelreich ist nahe. Hier nun eckte er an, in dem er der geistlichen Leiterschaft klarmachte, dass sie zwar die Gesetzlichkeit der Buchstaben beherrschen, jedoch die Liebe die eigentlich dahintersteckt, komplett vergessen hatten. Es gibt einige Konfrontationen Jesu mit der Leiterschaft in dieser Richtung, am bekanntesten wohl die versuchte Steinigung der Ehebrecherin.

Jesus war allein aus diesem Grunde schon anders als die anderen 

Wanderprediger, die durchs Land zogen, denn diese verkündeten das Gesetz und legten die Gesetzlichkeit nach ihren Vorstellungen aus. Und natürlich, weil er Wunder bewirkte, für die damalige einfache Bevölkerung unvorstellbar. 

Es ging eine Faszination von ihm aus, nur so ist es zu erklären, dass sehr schnell neben seinen ausgewählten 12 Jüngern sich weitere, teilweise sehr viele Menschen ihm anschlossen. Sie kosteten etwas von dem Göttlichen was auf ihm lag, sie sahen seine Herrlichkeit wie es Johannes ausdrückte, die sogenannte Shekina wie es die Bibel nennt, die auf ihm war – die göttliche Präsenz, die göttliche Offenbarung in Wahrheit - der Heilige Geist bewirkte in ihnen ein Verständnis der göttlichen Herkunft Jesu. Da wo Jesus war, war Leben, da war Aufruhr, etwas Neues, da passierten unglaubliche Dinge, man spürte Gott am Werk, da war erkennbares Aufbegehren gegen die Regeln und Gesetzlichkeit. Im Gefolge von Jesus zu sein war spannend, aufregend und interessant, auch wenn keiner der Menschen zu dem damaligen Zeitpunkt auch nur annähernd erahnen konnte, welche historischen Auswirkungen und Konsequenzen das Wirken des Sohnes Gottes vor ihren Augen für die gesamte Menschheit haben würde.

Er heilte und tat Wunder, um die Menschen zum Glauben zu bewegen und um seine Sendung als Messias zu autorisieren. Er verlangte zu diesem Zeitpunkt teilweise noch nicht einmal, dass sie glauben müssten, um geheilt zu werden. Er tat diese Wunder um seinen Anspruch als Messias zu beweisen und zu untermauern. Ein Beispiel ist die Heilung des Gelähmten am Teich Bethesda in Joh. 5: Jesus fragt nur – willst Du gesund werden? – der Gelähmte antwortet: Ja – und er heilte ihn. Es war Sabbat und allein dadurch provozierte er die Juden damit, dass er diesen Mann eben an einem Sabbat heilte. Gegen die Heilung an sich konnten sie ja nichts einwenden aber dagegen, dass er gegen ihre 1000 Sabbatregeln verstieß. Das aber machte Jesus ganz bewusst, um sie zu konfrontieren. Er war gekommen, Ihnen das steinerne Herz – die Gesetzlichkeit gegen ein Fleischernes Herz - die Liebe und Barmherzigkeit, einzutauschen. 

Und er kannte sich aus in den Rabbinischen Regeln der Beweisführung, die nämlich besagen: Man tut das Schwerere um das Leichtere zu beweisen: Bei der Heilung eines anderen Menschen sagte er einmal: Was ist schwieriger, zu sagen Deine Sünden sind dir vergeben oder steh auf, nimm dein Bett und geh? Die Heilung ist natürlich schwieriger. Er heilte ihn und daher konnten sie ihn in ihrer Logik nicht mehr festnageln darauf das er ihm auch die Vergebung seiner Sünden zusprach. Jesus kam den Juden sogar in ihrem krausen Denken entgegen, um sie zu gewinnen.

Jesus war also schon aus menschlicher Sicht gesehen ein sehr mutiger Mensch, denn wo immer er war, provozierte er die Leiterschaft, das jüdische Establishment. Dies war mitunter gefährlich, wir lesen an der einen oder anderen Stelle wie sie ihn steinigen oder in seiner Heimatstadt Nazareth z.B. den Abhang herunterstürzen wollten um ihn zu töten. Aber Jesus wusste auch, dass ihm jetzt noch nichts passieren würde, denn der Zeitpunkt seines finalen Kampfes war noch nicht gekommen. 

Ein weiteres Merkmal dieser ersten Phase des öffentlichen Auftretens Jesu war, dass er sich als der Messias zu erkennen gab, offen darüber sprach und Gott seinen Vater nannte . All das war natürlich eine riesige Provokation der Rabbiner, aber die Menschen, die er heilte, denen er das Evangelium verkündete, die er durch Brotvermehrung speiste, sie alle glaubten an ihn. Jesus hatte in dieser Zeit nichts dagegen, dass alle seine Botschaft hörten, dass seine Taten überall verkündet und weitererzählt wurden, man kann sich vorstellen wie sich das wie ein Lauffeuer in den damaligen Dörfern und Provinzen herumsprach. Er machte den Menschen auch klar, dass die Wunder einem Zweck dienten, er verknüpfte fast immer die Tat mit der Aufforderung zum Glauben. Und er stellte den Glauben über die Tat indem er sagte, Ihr seht also glaubt ihr, wohl dem der nicht sieht und dennoch glaubt. Jesus war der Messias und er verkündete dies in dem er den Menschen Sündenvergebung zusprach: „Geh hin und sündige nicht mehr“. „Wer ist dieser, fragten sie sich, der sogar Sünden vergeben kann?“ Eine eindeutige Eigenschaft die nur dem kommenden Messias zugebilligt wurde.

Jesus war glasklar aber einfach und direkt: „Wer an mich glaubt wird gerettet, wer an mich glaubt, hat das ewige Leben. Wer aber nicht glaubt, ist schon gerichtet, wer nicht an mich glaubt, wird in seinen Sünden sterben.“

Und er hatte eine alles über den Haufen werfende, fundamentale Botschaft im Gepäck dabei: Nämlich den Vater, den unendlichen Schöpfergott, den liebenden Herrn aller Herrn, zu vermitteln, ihn den Menschen nahezubringen, ihnen zu erklären dass sie es mit einem nahbaren liebenden Vater zu tun haben, nicht mit einem ominösen, graubärtigen alten Mann der grimmig jede Sünde zählt. Einen Schöpfergott der uns aus vollkommener Liebe heraus erschaffen hat zu seinem Ebenbild. Er sagte so vieles über seinen Vater, z.B. Joh. 12,44: „Jesus aber rief: Wer an mich glaubt, der glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat.“ Es gibt unzählige Bibelstellen darüber, wie sehr Jesus versuchte uns den Vater nahezubringen. Und wenn man Jesu Tod und seine Auferstehung in diesem Kontext betrachtet, dann merkt man, dass sein größten Anliegen war, den abgefallenen Menschen wieder mit dem Vater zu versöhnen. 

Seit Adam hatte sich der Mensch durch die Sünde von Gott abgewandt, er war geistlich tot, weil er nicht mehr in der Nähe Gottes war. Er vollführte über Jahrtausende alle möglichen Opferrituale, um sich der Bestrafung durch Gott zu entziehen. Jesus jedoch verkündete, dass sie durch ihn nun direkten Zugang zum Vater erhielten, dass sie allein glauben müssten. Er baute die Brücke zum Vater. Er verkündete die allumfassende Gnade dem, der sein Leben ihm schenkt, wie schlimm und verdorben dies auch sein mochte. 

Dies alles war für die Juden in gewisser Weise revolutionär und sie werden es während der Lebzeiten Jesu mit Sicherheit kaum verstanden haben. Denn sie waren ja tagtäglich in ihrer Gesetzlichkeit gefangen und hatten nichts anderes gelernt als ihrem Gott mit Werken zu diesen, ihn mit Opfern zufrieden zu stellen, so wie das alle Religionen dieser Welt verkünden. Weil es eben leicht ist, einfacher ist, wenn ich etwas tue und dafür Gnade und Akzeptanz bei Gott bekomme. Quasi ein Tauschhandel. Aber hier steht jetzt einer der sagt, wer an mich glaubt, der findet Heil und Akzeptanz beim Vater, bei Gott. Diese Aussage krempelte das ganze Weltbild, das Verhalten und das Glaubensmuster der Juden um, sie stellte alles auf den Kopf.

All das predigte Jesus in der ersten Phase seines Auftretens. Und die Rabbiner und Pharisäer? Sie fingen an ihn zu beobachten und sandten Abgesandte zu ihm, um ihn auf die Probe zu stellen (Vorgang nach rabbinischem Muster). Sie konfrontierten ihn mit dem Gesetz Mose und der Mischna und anderen ihrer Vorschriften und was er angeblich alles gebrochen haben sollte. Sie störten sich natürlich an seinem Erfolg, neideten ihm seine Gabe, Wunder zu tun. Aber weil er dies tat, konnten sie ihm nicht einfach wegen seiner in ihren Augen ungesetzlichen, provokanten Taten dingfest machen, denn er hatte die breite Masse des Volkes hinter sich. Also versuchten sie es mit Streitgesprächen über heikle Themen wie Steuern zahlen, die Frage des Fastens oder am Sabbat zu heilen. Jesus war jedoch mit einer außerordentlichen Intelligenz und Schriftkenntnis ausgestattet, er war viel zu clever, sich hochnehmen zu lassen und schlug sie in der Regel mit ihren eigenen Waffen, nämlich der Schrift und dem Gesetz. Natürlich hatte das jüdische Establishment auch Angst um ihre Position und ihre Pfründe, denn Jesus stellte sie komplett in Frage. In gewisser Weise muss man zugeben, war das auf Seiten der Schriftgelehrten und Anführer sogar eine natürliche Reaktion. Keiner gibt gerne freiwillig Macht ab oder lässt sich öffentlich der Lüge und der Untreue bezichtigen oder vorführen.

 

Zweite Phase: 

Etwa in der Mitte des dreijährigen öffentlichen Wirkens Jesu veränderte sich plötzlich einiges. Die zweite Phase seines Auftretens begann. Zum einen entzog er sich mehr als vorher der Öffentlichkeit und suchte Schutz im Kreis der Jünger und begann sie intensiv zu schulen, zum zweiten verbot er denen, die er heilte, dies groß herumzuerzählen, was natürlich bei den einfachen Menschen nicht immer gelang. Des Weiteren verlangte er Glauben, um heil zu werden. Und schließlich vollbrachte er die sogenannten messianischen Wunder in deren Folge sich die Leiterschaft der Juden komplett gegen ihn wandte und beschloss, ihn zu beseitigen, egal wie. Weiterhin ist ein Merkmal dieser Phase die Schulung und Ausbildung der Apostel für die Zeit danach und das Erklären der Zeichen der Zeit.

Was war geschehen, dass Jesus sein Verhalten änderte?

Es sind vier bestimmte Wundertaten durch Jesus geschehen, die die Führerschaft der Juden so gegen ihn aufbrachte, dass diese seinen Tod beschlossen. Die Juden, vor allem die Rabbiner, die das Volk lehrten, unterschieden damals zwei Kategorien von Wunder, die „normalen“ Wunder und die messianischen Wunder. Zu den „normalen“ Wundern zählten 

Krankenheilungen nach Gebet durch die Priester, Dämonenaustreibungen nach Exorzismus und vieles dergleichen was sie auch selbst praktizierten. Wo jedoch die rote Linie war, das waren die sogenannten messianischen Wunder. Dies waren Wunder, die nach ihrer Lehre nur der kommende Messias tun konnte. Folglich, als Jesus diese ausführte, rief das Volk, das muss der Messias sein, der Sohn Davids, denn nur er kann es. Um welche Wunder handelte es sich dabei? 

Die Heilung des Aussätzigen (Leprakranken), die Heilung des Blindgeborenen, die Austreibung des taubstummen Geistes sowie die Auferweckung des Lazarus. Man überliest diese Wunder manchmal leicht im Zusammenhang der anderen Wunder die Jesus tat, aber Jesus wusste genau um deren Bedeutung und er benutzte sie, um seinen messianischen Anspruch den Führern des Volkes gegenüber zu unterstreichen. Diese Wunder waren sozusagen das messianische Zeichen, das er setzte und die Menschen der damaligen Zeit haben das ganz genau verstanden.

Ich möchte aus Zeitgründen nicht auf den vollen Hintergrund aller messianischen Wunder eingehen, nur jeweils ein wenig: Wir können aus der Abfolge und Auflistung dieser vier Geschehnisse nicht 100% ableiten, welches zuerst und welches zuletzt passiert war. Fakt ist jedoch, diese messianischen Wunder waren das Fass, dass die Wut der Pharisäer und Priester zum Überlaufen brachte.

Bei einem Leprakranken verhielt es sich damals so, niemand konnte je einen Aussätzigen heilen, man isolierte die Person, man näherte sich ihr nicht, zum einen, weil man Angst vor einer Infektion hatte, zum anderen, weil man nach einer Berührung ebenfalls als unrein galt. Also definierte man die Heilung eines Aussätzigen als messianisches Wunder. Jesus ging sogar hin und berührte die Menschen, die er heilte, also auch den Aussätzigen. Das war jenseits von dem was die Juden bis dato gesehen und verstanden hatten.

Ein blind Geborener wiederum warf die Frage auf, hat nun er im Mutterleib gesündigt oder seine Eltern, Großeltern dass er bereits blind auf die Welt kam? Das Gesetz sagte, dass Gott bis in die 4. Generation Sünden heimsucht. Für diesen Konflikt hatten die Juden keine passable theologische Antwort, die dem Volk vermittelt werden konnte, also erklärten sie eine solche Heilung kurzerhand zu einem Wunder, dass nur der Messias tun konnte, denn dieser konnte ja auch die Sünden vergeben.

Jesus nun heilte sowohl den Aussätzigen als auch den Blindgeborenen. Beide Male schickte er die Geheilten zu den Priestern, um sie befragen zu lassen. Diese bezeugten, dass es Jesus war, der sie geheilt hatte. Das Volk sprach inzwischen laut davon, dass er der Messias sein musste, denn er hatte ja genau die Wunder vollbracht, die nur dem Messias zustanden. Sie sagten, ist der nicht der Sohn Davids und mit dieser Redewendung war immer die Person des Messias gemeint. Für die Obrigkeit ein Schlag ins Kontor denn sie hatten ab jetzt die Situation nicht mehr im Griff. 

Und die 3. Heilung in diesem Zusammenhang, die der Austreibung des taubstummen Geistes bzw. die Heilung des Taubstummen, setzte diesem noch die Krone auf: Wir müssen dazu wissen, dass Dämonenaustreibung, Exorzismus uns ähnliches für die damalige Zeit etwas nicht Ungewöhnliches war. Die Priester wurden gerufen und sie praktizierten den Vorgang gemäß der Gesetze und Vorschriften mit mehr oder weniger Erfolg. Der normale Ablauf bei der Austreibung von Dämonen, so wie er damals von den Priestern und Gelehrten praktiziert wurde, schrieb vor, den Dämon zu befragen wer er ist , wie er heißt, wieviel es sind und dann die Austreibung vorzunehmen. Genau dieses hatte ja Jesus auch einmal vorgemacht bei der Heilung des Besessenen Gerazeners, als die Dämonen antworteten, „unser Name ist Legion, wir sind viele“. Bei einem Taubstummen kann man die Person jedoch nicht befragen, da sie weder hört noch sprechen kann, also kann man auch nicht erfahren was für ein Geist in ihm steckt. Folglich wurde in den Lehrschriften eine Heilung dieser Art als Wunder deklariert, dass nur der Messias tun konnte. In Mt. 12,22 tat Jesus dies einfach und wiederum fragte das Volk sofort, ist dieser nicht Davids Sohn? 

Anschließend verstiegen sich die Pharisäer in ihrer Erklärungsnot darauf, dass Jesus selbst besessen sein musste und diesen Dämon mit einem noch höheren Dämon, dem Satan selbst, dem Beelzebub ausgetrieben hat. Eine gewagte Theorie, die Jesus auch gleich entkräftete in dem er den Spieß umdrehte und in Mt. 12, 27-28 sagte: „ Und wenn ich, wie ihr behauptet, die Dämonen durch die Kraft des Teufels austreibe, welche Kraft nutzen dann eure eigenen Leute, um böse Geister auszutreiben?....Wenn ich aber die Dämonen durch den Geist Gottes austreibe, so ist das ein Zeichen dafür, dass Gottes Reich unter euch angebrochen ist.“ 

Nach rabbinischer Lehre glaubte man bei den Juden, dass der Geist eines frisch Gestorbenen noch 3 Tage über dem Toten schwebte, dann entschwand sein Geist und seine Seele in das Totenreich, er war er richtig tot. Vorher bestand immer noch wenn auch eine geringe Möglichkeit, dass er eventuell zurückkommen konnte. Aber danach war dies unmöglich und ausschließlich der Messias konnte einen solchen Toten auferstehen lassen. 

Vor diesem Hintergrund wird klar, dass Jesus sich etwas Zeit ließ, zu seinem gestorbenen Freund Lazarus zu gehen. Als er schließlich wieder nach Bethanien kam wo dieser lebte, waren bereits 4 Tage vergangen. Dann erst fragte er Maria und Martha und die anwesenden ob sie an ihn glauben würden und nach ihrem Bekenntnis vollbrachte er das Wunder von Lazarus‘ Auferstehung. Obwohl Martha, seine Schwester, ihn als er befahl den Stein vom Grab wegzurollen, ermahnte mit den Worten, Meister, er riecht schon, denn er liegt schon 4 Tage hier. Umso mehr schlug dieses Wunder bei seiner Anhängerschaft ein wie eine Bombe. Jesus vollführte an Lazarus das Zeichen des Jona, das Zeichen der Auferstehung worüber er seine Jünger später aufklärte, damit sie es im Zusammenhang mit seinem Tod und Auferstehung verstanden. Die Priesterschaft, die diese Zusammenhänge haargenau erkannten, fühlte sich von den erdrückenden Beweisen zu Jesus‘ Anspruch, der Messias zu sein, vollkommen überführt. Unmittelbar nach dem Auferstehungswunder des Lazarus machte Kaiphas, der damalige Hohepriester, ihnen den Vorschlag, Jesus muss sterben, damit das Volk nicht noch mehr verführt werde. Und in dieser Nacht beschlossen sie den Tod Jesu. 

 

Sünde wider den HG:

Direkt nach all diesen Geschehnissen machte Jesus seinen Anspruch als Messias gegenüber der Führerschaft und dem Volk noch einmal klipp und klar deutlich: (SLIDE 8) Mt,12,30ff: „Wer nicht für mich ist, der ist gegen mich, und wer nicht mit mir Menschen für Gott gewinnt, der führt sie in die Irre. Darum sage ich euch: Alle Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben; aber die Lästerung gegen den Geist wird nicht vergeben. Und wer etwas redet gegen den Menschensohn, dem wird es vergeben; aber wer etwas redet gegen den Heiligen Geist, dem wird's nicht vergeben, weder in dieser noch in der künftigen Welt.“

Jesus bezichtigt die Juden der Sünde wider den HG. Dies ist natürlich ein ungeheurer Vorwurf aber er stimmt, denn die Leugnung des Messias durch die Juden, die Leugnung der Wahrheit wird ihnen nicht vergeben werden. Die eigentliche Sünde ist die messianische Kraft Jesu als dämonisch, vom Satan kommend zu bezeichnen. Nicht, dass sie sich an der Person Jesu störten. Aber dass sie sagten er benutzt Satan und nicht den Geist Gottes, um seine Wunder zu tun. Diese Sünde wider den HG wurde durch die Vertreter und geistlichen Leiter des Volkes und die von ihnen aufgehetzten Volksmengen vollbracht. Es ist also eine nationale Sünde, eine Sünde dieser Generation der Juden, eine Sünde historischen Ausmaßes, die dort und zu dieser Zeit passierte. Und da diese Sünde unvergebbar ist, ist das Urteil beschlossene Sache und tritt etwa 40 Jahre später durch die endgültige Zerstörung Jerusalems durch die Römer und die Zerstreuung der Juden in alle Welt und damit den Verlust ihrer angestammten Heimat in Kraft. 

Zur Klärung: Viele Christen sind bei der Sünde gegen den HG unsicher und denken, sie könnten sie womöglich heute noch begehen oder fallen darunter und ihnen wird womöglich nicht vergeben. Sie denken, sie haben gegen den HG gesündigt wenn sie 1) Gott aus den Augen verlieren, 2) wenn sie lange Zeit die persönliche Beziehung zu Jesus vernachlässigt haben, 3) wenn sie glaubten Gott gehört zu haben aber sich nicht danach gerichtet haben, 4) wenn sie gesündigt habe ohne gleich die Vergebung in Anspruch genommen zu haben, 5) wenn sie Zweifel haben oder Gott mal in Frage gestellt haben, oder 6) wenn sie den HG ignoriert haben und bis jetzt keine Geistestaufe erhalten haben oder 7) nicht in Sprachen reden und vielleicht die eine oder andere Sünde mehr dann hätten sie dem HG gelästert und können keine Vergebung empfangen. Das ist alles biblisch nicht haltbar und nicht korrekt, denn keines der aufgezählten Sünden handelt sich um die unvergebbare Sünde gegen den HG. Die Sünde gegen den Heiligen Geist – sie war eine nationale Sünde der damaligen Zeit und wurde vom ganzen Volk der Juden hauptsächlich durch ihre Anführer, Volksvertreter und Hohepriester begangen indem sie Jesus als Messias ablehnten mit der Begründung, er sei dämonischen Ursprungs und ihn daraufhin ermordeten. 

Wie eben schon angedeutet, gab es eine mittelbare und eine langfristige Auswirkung der Folgen dieser Sünde. Lesen wir dazu (SLIDE 10) Mt. 27,24-25: „Da aber Pilatus sah, dass er nichts ausrichtete, sondern das Getümmel immer größer wurde, nahm er Wasser und wusch sich die Hände vor dem Volk und sprach: Ich bin unschuldig am Blut dieses Menschen; seht ihr zu! Da antwortete alles Volk und sprach: Sein Blut komme über uns und unsere Kinder!“ Während Pilatus sich bewusst war, dass Jesus unschuldig war, war er selbst jedoch zu schwach um den Juden gegenüber ihr Anliegen, ihn zu kreuzigen, 

abzuschmettern und wurde somit mitschuldig am Tod des Messias. Die Juden und ihre Anführer jedoch riefen etwas sehr Schwerwiegendes in dieser Situation aus: „Sein Blut komme über uns und unsere Kinder.“ Und genau das ist eingetroffen. 40 Jahre nach Jesu Tod, also genau der Zeitraum einer Generation und der ihrer Kinder, wurde Jerusalem durch die Römer komplett zerstört, die Juden größtenteils vernichtet oder vertrieben. Schlimmer noch als bei der früheren Eroberung durch die Babylonier 500 Jahre zuvor hörten sie nun auf, eine Nation wie andere Nationen zu sein, sie verloren ihr Land, ihre Zukunft, ihre Bedeutung, ihr Glück als Volk. Dies ist auch wieder ein schönes Beispiel woran man sehen kann, wie klar die Bibel ist und wie ihre Worte Eins zu Eins eintreffen.

Als langfristige Auswirkung der unvergebbaren Sünde gegen den HG können wir die fast zweitausend Jahre andauernden Diaspora festmachen, der Zerstreuung der Juden weltweit, an dem ebenfalls so lange andauernden Antisemitismus, der bis heute anhält, an dem Leid, der Verfolgung, Tötung und anderem furchtbaren Schicksal der Juden dass ihnen über die ganzen Jahrhunderte in der Fremde zugefügt wurde. Daran kann man erkennen wie ernst der Zorn Gottes über Auflehnung seines geliebten Volkes gegen seinen auserwählten Sohn war, welche gewaltigen Ausmaße in der Konsequenz diese nationale Sünde hatte und dass sie unvergebbar war. 

Jesus selbst sprach mehrere eindeutige Warnungen vor den Folgen aus, ihn, den Messias abzulehnen, aber sie wollten es nicht hören. Wir wollen uns das berühmteste Wort von ihm in dieser Richtung einmal näher anschauen, das ist seine Prophezeiung im Rahmen seiner Endzeitreden aus Mt. 23,37-39: „Jerusalem, Jerusalem, die du tötest die Propheten und steinigst, die zu dir gesandt sind! Zum einen spricht Jesus die Juden und den Kern ihres Glaubens direkt an, Jerusalem, Jerusalem, da liegt die Seele des jüdischen Volkes, das ist im übertragenen Sinne der Inbegriff für sein Brudervolk, der Inbegriff der jüdischen Identität. „Du tötest deine Propheten und steinigst die zu Dir gesandt sind.“ Ein eindeutiger Bezug zu Johannes dem Täufer und anderen Propheten und sich selbst. Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken versammelt unter ihre Flügel; und ihr habt nicht gewollt! Er hat jetzt drei Jahre zu ihnen das Evangelium gepredigt und hat alles versucht, aber sie lehnten ihn ab. Siehe, »euer Haus soll euch wüst gelassen werden«  Er zitiert Jeremia 22,5 und Psalm 69,26 - wieder einmal untermauert Jesus seine Aussagen mit der Schrift und bezeugt damit die Wahrheit der prophetischen Aussagen aus lang vergangener Zeit.  Denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen, bis ihr sprecht: „Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!“ Er nimmt dies zum Anlass, gleich eine klare prophetische Aussage für die Zukunft zu treffen, aus der wir entnehmen können, dass die Juden nicht aussterben werden und dass sie ihn eines Tages doch als Messias annehmen werden. Wie wir wissen stehen diese Zeiten unmittelbar vor uns. Gott hat in all den Jahrhunderten trotz aller Zerstörung und Zerstreuung des jüdischen Volkes in Folge der Sünde gegen den HG immer über ihre Identität gewacht und immer einen kleinen Rest bewahrt. Das hat er schon immer gemacht und es steht im Einklang mit seinen Bünden die er mit Abraham und David als deren Stammväter geschlossen hat.

Zurück in einem langen Bogen zu unserem Kontext: In dieser Situation der Ablehnung nun provozierten die Juden Jesus und forderten ihn heraus. Ihnen reichten die Wunder, selbst die messianischen Wunder nicht, sie forderten ein Zeichen, um zu erkennen, dass Jesus der Messias ist. Jesus aber hat jetzt genug von ihnen und ihren Spielchen. Er antwortet ihnen auf den Kopf klipp und klar, dass sie böse sind und böse in den Augen Gottes, das bedeutet, dass sie ihren ganzen Kredit, den sie hatten, durch ihre ablehnende Haltung bei Gott verspielt haben. Das Urteil Gottes über sie war gefällt, es gab nichts mehr zu ändern oder wieder gut zu machen. Die Würfel waren sozusagen gefallen. In Mt. 12,39 lesen wir: „Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Ein böses und ehebrecherisches Geschlecht fordert ein Zeichen, und es wird ihm kein Zeichen gegeben werden außer dem Zeichen des Propheten Jona.“ Was ist das Zeichen des Jona? Jesus erklärt es ihnen, es ist das Zeichen der Auferstehung. Jona, der Prophet – wir erinnern uns – war drei Tage im Bauch des großen Fisches und durch sein Opfer wurden die Einwohner von Ninive zur Busse angeleitet und ihnen wurde vergeben. Aber Jesus sagt auch im Kontext weiter, dieses Volk der Juden ist viel schlimmer als das damalige Volk von Ninive. 

Nachdem nun klar war, dass die Juden und ihre Anführer und Priester Jesus ablehnten und Gott sein Urteil über sie gefällt hatte, änderte Jesus ebenfalls sein Verhalten in der Öffentlichkeit und auch die Zielpersonen seiner Zuhörer. Er wirkte zwar weiterhin Wunder, so wie die Brotvermehrung oder diverse Heilungen aber er predigte nicht mehr zu allem Volk, er erklärte ihnen nicht mehr was er tat, sondern nur noch zu denen, die ihm nachfolgten. Er forderte die Geheilten auch nicht mehr auf zu den Priestern zu gehen und ihnen seine Wundertaten zu zeigen. Jesus änderte ab diesem Zeitpunkt sein Verhalten und seine Strategie. Er hatte begonnen die Jünger und nachfolgend uns, die Christen auf die Zeit nach seinem Tod vorzubereiten. Die Auseinandersetzung mit den Führern und den Gelehrten war ihm jetzt nicht mehr wichtig, er kümmerte sich jetzt um sein Erbe. 

Dazu zählt auch eine weitere, allumfassende Konsequenz aus der Ablehnung des Messias durch die Juden: Nämlich, dass Gott von nun an auch die Nichtjuden, also die Nationen der Heiden in seinen Heilsplan miteinschloss. Es trat sozusagen Plan B in Kraft. Jesus war zu allen Menschen gekommen, vorrangig zu den Juden, aber nun richtete er sein Augenmerk darauf, dass in der ihm noch verbleibenden Zeit auf Erden alle die glaubten, soviel wie möglich vom Reich Gottes und den zukünftigen Abläufen und deren Bedeutung verstanden. 

Er begann jetzt die Phase seine Jünger, die späteren Apostel, intensiv zu schulen. Sie sollten einmal alles in die Welt tragen und die Gemeinde aufbauen. Die Gemeinde ist ja ein weiteres Merkmal, die Bibel spricht von Geheimnis, dass sich erst nach der Ablehnung Jesu durch die Juden offenbaren konnte und nach seiner Auferstehung in Existenz kam. Jesus legte durch seine Worte und Ausführungen den Grundstein für die Beziehungen der Menschen untereinander, wenn er physisch nicht mehr anwesend ist. 

Er begann ihnen hauptsächlich in Gleichnissen die Zusammenhänge seines Kommens, seines Todes und seiner Auferstehung zu erklären. Gleichnisse kann man nur richtig verstehen, wenn man den heiligen Geist hat. Diesen schenkt Gott nur dem der sich ihm zuwendet. Also eine sehr geschickte Methode von Jesus, um den Jüngern und uns Dinge zu offenbaren die die Juden damals und heutige Ungläubige nicht verstehen werden. Die Jünger haben im ersten Moment nicht viel verstanden aber nach der Ausgießung des HG an Pfingsten konnten sie auf einmal damit etwas anfangen. Jesus wusste genau wie er sie zurüsten musste unter den damaligen Umständen, denn sie, vor allem er, wurden ja am Ende von den Juden gesucht und verfolgt. Er bereitete sie vor für den Tag X, wenn er zum Himmel auffahren würde. Er erklärte ihnen, dass er dann den Heiligen Geist senden werde, den Tröster und Helfer, der uns in alle Wahrheit also zu ihm hin, leiten wird. 

Das eigentliche Ansinnen Jesus, nämlich die Menschheit nach der katastrophalen Trennung, die bei Adam und Eva begann, wieder mit Gott zu versöhnen, zusammenzubringen, das hat Jesus einzigartig gut gemacht und zwar trotz aller Widrigkeiten seines Alltags. Es war nicht leicht, sich 3 Jahre gegen die Obrigkeit zu behaupten, ihnen in der Öffentlichkeit aber auch in den langen Nächten zu entgehen, wenn sie zuschlagen wollten, oder sie im richtigen Moment zu überführen. Es war nicht leicht parallel 12 Jüngern und darüber hinaus einer kleineren Anzahl an Nachfolgern die Geheimnisse Gottes, die Geheimnisse, die sich um sein Kommen drehten, zu offenbaren und zwar so dass diese Offenbarung bis heute Bestand hat. Es war nicht leicht, sich in der damaligen Zeit im Alltag durch Wüstenstaub und schlechter Infrastruktur durchzuschlagen und all die Wege zu gehen und Ziele zu erreichen, die er in den 3 Jahren erreicht hat. Er gab nie auf obwohl er oft hätte verzweifeln können über die verbohrten Menschen, die nicht verstehen wollten, was er lehrte. 

Er war zwar öfter mal menschlich gesehen müde und kaputt von den endlosen Wanderungen, aber geistlich immer hellwach und mit dem Vater verbunden. Er wusste immer was er tat und wann er es tun sollte. Erst kurz vor seiner Gefangennahme erklärte er den Jüngern im Abendmahl den neuen Bund den Gott durch ihn mit uns schloss. Alles andere wäre zu früh gewesen. Er war uns in dieser Zeit ständig Vorbild, egal welchen Bereich des Lebens man anschaut, unzählige Aussagen, Botschaften und Gleichnisse dienen uns heute als Fundament unseres Glaubens, es gibt keine bessere Lektüre, um bei Gott zu bleiben als die Worte und Taten Jesu zu verinnerlichen. 

Würde man es von außen betrachten, so würde man sagen – Auftrag erfüllt, er hat seine Sache gut gemacht. Das liest sich leicht, aber welche Last, welche innere Not Jesus in der ganzen Zeit wegen uns Menschen durchlitt, das kann man kaum ermessen. Vielleicht wird dies am ehesten deutlich als er im Garten Gethsemane alleine ist und zum Vater betet, ihm sein ganzes Herz ausschüttet und der Vater einen Engel schickt, der ihn stärkt. Jesus ging bis an die Grenze des Aushaltbaren, es zerriss ihn vor innerem Schmerz über uns. Und es ist so, als wenn dann der Vater kommt und sagt – das hast Du bis jetzt wunderbar gut gemacht mein Sohn, jetzt schaffst Du den Rest, nämlich den Foltertod auch noch. 

In diesem Gebet sagt Jesus auch noch etwas bemerkenswertes: „Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin.“ Dies sagte er prophetisch über seine Jünger, über uns. All die Gläubigen, die ihm nachfolgen, sind aus Gottes Sicht nicht mehr von dieser Welt, in der Welt, ja, aber nicht mehr ihr zugehörig. Das ist so gewaltig – Jesus bewirkt mehr als jede Behörde in jedem Land je bewirken kann – er verändert die Staatsangehörigkeit, den Personalausweis, den Reisepass bei jedem, der es will, in einem Augenblick. Da ist es egal ob Mauern gebaut werden oder Asylsuchende abgeschoben werden, sie alle können sofort die himmlische Staatsbürgerschaft haben.

So, ich hoffe wir haben etwas von dem verstanden warum und in welcher Abfolge Jesus Dinge tat und bestimmte Dinge sagte, welche äußeren Ereignisse ihn dazu bewogen. Es ist wichtig, dass wir die Hintergründe über Dinge wie die Sünde wider den HG oder das Zeichen des Jona verstehen und einordnen können.

Ganz zum Schluss kurz zurück zu der Frage am Anfang: Was machst Du, wenn Du noch 3 Jahre hättest? Ich denke das Leben Jesus zu verfolgen birgt so eine gewaltige freudige Botschaft, dass selbst, wenn wir eine solche Diagnose bekommen, dann wissen wir das sind nur noch 3 Jahre in einer Welt, in der wir zwar noch sind, aber zu der wir ohnehin in Wahrheit nicht mehr gehören. Wir gehören zu einer anderen Welt, die Herrlichkeit im Himmel, die unmittelbare Nähe des liebenden Vaters und des Sohnes und Ewiges 


7.)  Der reife Christ: Biblische und Geistliche Grundlagen für Fortgeschrittene
Teil 1: Jesus 

 Grundlagen, Hintergründe, Erkenntnisse und Ziele

Ich weiß nicht wie es Euch geht aber wenn man die Evangelien liest und das 3-jährige öffentliche Wirken von Jesus irgendwie zeitlich oder inhaltlich nachzuvollziehen möchte, dann ist dies manchmal schwer. Das einzige in welchem sich alle Berichte gleichen, ist, dass sie sich zu Beginn mit seiner Geburt und am Ende jeden Evangeliums in einem größeren Abschnitt mit seinem Tod beschäftigen. Mal ging er von A nach B, dann predigte er mal in der Synagoge, mal auf freiem Feld, dann heilte er mal in Jerusalem, mal in Kapernaum, mal in Bethanien. Dann steht ein Ereignis, ein Wunder oder ein Gleichnis bei Matthäus in den ersten Kapiteln, bei Lukas aber weiter hinten usw. Durch die damals übliche Schreibweise der Evangelisten, die sich eben nicht immer an eine chronologische Reihenfolge der Ereignisse hielten, ist es mitunter verwirrend, wenn wir von außen auf das Wirken Jesu schauen und eine zeitliche, geographische oder auch inhaltliche Ordnung zu finden.
Aber keine Angst, ich werde jetzt nicht in einer Detailarbeit alle einzelnen Wege und Stationen Jesu akribisch aufbereiten. Das kann man anderswo besser nachlesen. Wir wollen jedoch in einer kleinen Abfolge von Vorträgen einmal versuchen, tiefer in das Wirken von Jesus einzutauchen, uns mit Hintergründen und Erkenntnissen biblischer und prophetischer Natur zu beschäftigen. Wir wollen über Dinge sprechen, die er tat und uns fragen, warum er sie so tat wie er sie tat und welche Ereignisse und Voraussetzungen ausschlaggebend dafür waren, dass die Geschichte mit Jesus so verlief wie sie verlief.
Da die ganze Thematik so komplex und umfangreich ist, habe ich sehr schnell feststellen müssen, dass es mit einem Vortrag nicht getan ist. Man kann sich der Thematik unterschiedlich nähern, ich habe als Konzept dieser kleinen Serie ungefähr folgende Aufteilung gewählt:
                 1.  Jesus – Grundlagen, Hintergründe, Mission und Ziel seines irdischen Wirkens
2.   Jesus – Die zwei wesentlichen Phasen seines öffentlichen Wirkens
     3.   Jesus – Verurteilung, Tod, Auferstehung, Erscheinungen, Himmelfahrt
            4.  Jesus – Vorhersagen zur heutigen Zeit (Endzeit) und was in Kürze passiert

Dies werden verschiedene Lehreinheiten sein, wo wir die Worte Jesu, seine Taten, Gleichnisse und Verhalten studieren.
Heute im ersten Teil geht es darum, Jesus von seiner göttlichen Bestimmung als Messias her zu betrachten, etwas Erkenntnis über die Zeit, Geographie und die politischen Machtverhältnisse in die er kam, zu gewinnen, die Anfänge seines öffentlichen Auftretens zu beleuchten, mit welchem Anspruch und welcher Mission, welchem Ziel er auftrat und welche Voraussetzungen er selbst schuf, damit er als Messias allen Menschen seine Heilsbotschaft nahebringen konnte. Heute geht es also um klassische Lehre und Erkenntnisgewinn und ich hoffe, dass für jeden etwas Neues und Wichtiges dabei ist.

1)        Die Welt, in die Jesus kam
Die Welt des neuen Testaments ist eine römische Welt. Die Römer waren sowohl in Judäa, Samaria und Galiläa als auch im ganzen Mittelmeerraum die bestehende Großmacht, das Weltreich, das die Griechen abgelöst hatte. Die Griechen waren nach den Eroberungszügen Alexanders des Großen im 4. Jahrhundert v. Chr. die vorherrschende Macht im Mittelmeerraum bis nach Indien über viele Generationen hinweg. Den Vorderen Orient oder östlichen Mittelmeerraum regierten sie meistens von Damaskus aus. Die Unzufriedenheit in den besetzten Gebieten wuchs, vor allem bei den Juden, weil die Besatzer nicht nur Besatzer und Unterdrücker waren. Sie zwängten den eroberten Staaten auch ihre Religion auf. Für die Juden bedeutete dies, dass sie den hellenistischen Gott Zeus mit dem Jüdischen Gott Jahwe auf eine Stufe setzten. Dies war ein Unding (wie heute, wenn Allah und Buddha oder wer auch immer auf eine Stufe mit dem lebendigen Gott der Bibel gestellt werden). Es gelang dann im Jahr 162 v.Chr. unter Leitung von Judas Makkabäus und nachfolgend seinen Söhnen, sich gegen die Griechen zu behaupten, im sogenannten Makkabäer Aufstand. In der Folge schafften sie es, ihr Familiengeschlecht durch weitere Erfolge in eine etwa 100-jährige jüdische Königsherrschaft umzuwandeln und zu etablieren. Die Juden hatten also seit der Vertreibung ins babylonische Exil (500 J.) erstmals wieder eine Königsregentschaft, rein kriegerischer Natur, nicht auch geistlich wie bei David und Salomo. Am Ende dieser Periode, besetzten die Römer die inzwischen überall im Mittelmeerraum die Herrschaft innehatten,  unter Pompeius im Jahre 63 v.Chr. Jerusalem und die gesamten israelischen Gebiete. Die Makkabäer durften fortan nur noch den Hohepriester stellen. Im Jahre 37 v. Chr. wurde die direkte Abstammungslinie der Makkabäer beendet, mit Herodes dem Großen installierten die Römer einen angeheirateten Verwandten als König der Juden in Cäsarea. Man nannte diese Linie in der Folge das Geschlecht der Hasmonäer, das sich bis zum Untergang Jerusalems im Jahr 70 n.Chr. an der Macht halten konnte. Herodes war ein gebürtiger Edomiter, also eigentlich ein den Juden feindlich gesinnter Volksstamm südlich von Judäa gelegen. Aber er zählte sich zu den Juden da während der Makkabäer-Herrschaft auch die umliegenden Gebiete von Judäa zwangsweise den Juden einverleibt wurden. Herodes hielt sich sogar an die jüdischen Bräuche, Regeln und Rituale, allerdings wurde er zeitlebens von den Juden nicht als einer der Ihren anerkannt.
In Rom selbst regierte der Kaiser und Imperator. Hier verhielt es sich so: Nachdem Cäsar eine Alleinherrschaft gegen den Senat und die Republik probierte und für diesen Anspruch im Jahre 43 v.Chr. durch Ermordung mit dem Leben bezahlte, konnte sich nach einer Übergangsphase Octavian, der sich später den Ehrentitel Augustus gab, als Alleinherrscher und Imperator ab dem Jahre 27 v.Chr. etablieren. Er war die große politische Persönlichkeit jener Zeit, regierte über 40 Jahre und trieb das römische Weltreich zu einer neuen wirtschaftlichen Blüte und gleichzeitig durch politische und militärische Erfolge zu großer Expansion. Palästina wurde damals Teil einer der vielen Provinzen, die das römische Reich umschloss, in diesem Falle sprach man von der Provinz Syrien. Zurzeit von Jesu Geburt herrschte in Rom also Kaiser Augustus, ab dem Jahre 14 n. Chr., also später auch der Zeit von Jesu‘ 3-jährigen öffentlichen Wirken, herrschte dann sein Adoptivsohn, Kaiser Tiberius. Die einzelnen Provinzen unterstanden einem Legaten oder Provinzstatthalter, der im Falle Syriens in dem nördlich gelegenen Antiochia oder auch Damaskus ansässig war. Unterteilt wurden die Provinzen, die ja riesig waren, in kleinere Gebiete, Länder oder Unterprovinzen. Diese wurden von lokalen Herrschern, die die Römer eingesetzt hatten, regiert. Auch wenn die von den Römern eingesetzten lokalen Könige und Herrscher faktisch keine echte und vollständige Regierungsmacht ausübten – sie hatten weder Militär noch ihnen unterstellte Ordnungsorgane – so war Ihnen dennoch ein recht großer Spielraum an Autorität und Bevollmächtigung in Gerichtsbarkeiten, Steuer - und Finanzangelegenheiten, Bestrafungen oder generellen Regierungsaufgaben gegeben, um über ihr Volk in ihrem Gebiet zu herrschen und es gegenüber den Römern zu vertreten. Dadurch erklärt sich auch das Wechselspiel der Autoritäten während der Verurteilung Jesu, als Pilatus ihn erst auspeitschen ließ, dann zu Herodes schickte, um sich nicht selbst die Hände schmutzig zu machen, dieser ihn aber wieder nach Befragung an den Römer zurückschickte. Die Autorität der lokalen Fürsten und Könige ging bis dahin, dass z.B. Herodes den Kindermord befehlen konnte als er von der Geburt des Königs der Juden, nämlich Jesus, hörte. Herodes der Große herrschte in Judäa, Samaria und Galiläa bis zu seinem Tod um ca. 4 v.Chr. Daran kann man ablesen, dass die Geburt Jesu in diese Zeit fiel. Nach seinem Tod unterstellten die Römer das Land seinen 3 Söhnen, (Herodes Antipas in Galiläa, Herodes Philippos in Ituräa und Herodes Archelaos in Samaria/Judäa). Die Römer installierten für Judäa zusätzlich einen Präfekten oder Statthalter, der von Cäsaräa aus regierte, aber zu besonderen Anlässen in Jerusalem weilte. Zurzeit Jesu hieß dieser Pontius Pilatus.
So, das mal zur geschichtlichen Einordnung. Ich habe das deshalb etwas ausführlicher angesprochen, weil es dann leichter fällt, sich in die Lage des damaligen Volkes zu versetzen was in der Folge dieser Reihe noch wichtig werden wird.
Zu Zeiten von Jesus war diese doppelte Herrschaft, einmal durch die Römer selbst und dann durch die von den Römern eingesetzten lokalen Herrscher, den Hasmonäern, den Juden der damaligen Zeit total verhasst. Sie litten als Volk darunter, fühlten sich geknechtet, denn das ging ja schließlich schon seit ein paar Generationen so. Sie träumten von Freiheit und vom Ende der römischen Herrschaft. Die Allgegenwart der Römer war überall spürbar. Ihre militärische Präsenz, vor allem in den Städten, war erdrückend. Und sie machten oft kurzen Prozess mit Leuten, die sich etwas zu Schulden kommen ließen. Die Soldaten waren überall im Land verteilt, auch in den kleinen Dörfern. Es war ein hartes Leben des einzelnen ohne große Rechte unter einer grausamen Herrschaft.
In diese Situation hinein kam nun Jesus, Gottes Sohn, als Mensch auf die Erde.
 
2)        Gott kündigt sich an
Auf Jesus wurde insgesamt über 200-mal in der Bibel hingewiesen, über 200 Mal wurde von ihm und über ihn prophezeit. Gott kündigt seinen Sohn selbst an, er verheimlicht nichts. Diese Prophezeiungen umfassen seine Geburt, sein Kommen, sein Wirken, sein Status als Messias, seine Rolle gegenüber dem Feind, sein Tod, seine Auferstehung, seine Himmelfahrt, sein Wiederkommen und seine Rolle bei den zukünftigen Ereignissen. Es ist so interessant, dass all dies bereits im AT steht, hunderte/tausende Jahre bevor es eintraf.
Exemplarisch möchte ich folgende 3 Bibelstellen nennen:
1.Mo 3,15: An die Schlange gerichtet spricht Gott: „Und ich werde Feindschaft säen zwischen Dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen. Er wird dir den Kopf zertreten und du, du wirst ihm die Ferse zermalmen.“ Der Same der Frau steht für Jesus, der Same der Schlange für Satan. Der erste Hinweis auf Jesus findet sich also schon auf den ersten Seiten der Bibel, im Zusammenhang mit dem Sündenfall, was kein Wunder ist. Hätte es die Sünde nicht gegeben, wäre ein Kommen Jesu und seine Erlösungstat nicht notwendig gewesen. Aber schon damals wusste Gott, es bedarf dieser Erlösungstat, um die Menschen zu erretten, und es kann nur einen geben, der dies vollbringt: Jesus, sein Sohn. Gleich zu Beginn, also direkt nach dem Biss in den Apfel und der Vertreibung aus dem Paradies, finden wir diese Stelle in der Gott auf seinen Sohn hinweist. Und es ist eine dieser wunderbaren Stellen, bei der wir die Bibel wörtlich und gleichsam im übertragenen Sinne nehmen können: Satan bringt es zwar fertig Jesus am Kreuz die Fersen, Füße und alles Mögliche zu zerschmettern aber bezogen auf die Ewigkeit sind dies keine tödliche Verletzungen gewesen denn Jesus ist ja vom Tod auferstanden. Das Zerschmettern des Kopfes Satans hingegen beginnt mit Tod und Auferstehung Jesu. Heb 2,14 sagt dazu:“ …auf dass er durch den Tod den zunichtemachte, der die Macht des Todes hat, das ist der Teufel.“ Die endgültige Vernichtung Satans findet dann in naher Zukunft, wenn Jesus wiederkommt, statt. Satan wird erst im Abgrund gebunden und nach dem 1000-jährigen Friedensreich Jesu in den Feuersee aus ewiger Glut geworfen. Dies beschreibt Paulus im Röm 16,20: „Der Gott des Friedens aber wird in Kürze den Satan unter Eure Füße treten.“
Einige weitere prophetische Vorhersagen beschäftigen sich mit der Abstammung und Geburt Jesu: Interessanterweise ist Jesus bis auf eine Ausnahme der einzige Mann in der Bibel, bei dem im Abstammungsregister auf eine Frau hingewiesen wird. Bei allen anderen, da heißt es immer: Er zeugte ihn und dieser zeugte jenen, also die männliche Linie wurde zur rechtlichen Identität benutzt. Bei Jesus heißt es in Mt. 1, 16: „ Jakob zeugte Josef, den Mann Marias, von der geboren ist Jesus, der da heißt Christus.“ Durch diese Unterschiedlichkeit in der Aufzeichnung seiner Abstammung  wird wiederum ein Hinweis auf Jesu‘ außergewöhnliche Jungfrauengeburt durch Maria Bezug genommen. Jesaja 7,14 untermauert diese Tatsache bereits gut 700 Jahre vorher prophetisch, dort heißt es: „Siehe, eine Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären und er wird Immanuel (Gott ist mit uns) heißen.“
Im Buch des Propheten Micha, ebenfalls 700 Jahre vor Christi Geburt, niedergeschrieben, lesen wir: „Doch du Bethlehem in Efrata, so klein unter den Hauptorten Judas: Aus dir soll der hervorgehen, der mein Herrscher über Israel wird! Sein Ursprung liegt in der Vorzeit, sein Anfang in der Ewigkeit.“ Drei wichtige Dinge hier, einmal wird Bethlehem genannt und tatsächlich wird ja Jesus dort unter ärmlichen Verhältnissen geboren.  Das zweite interessante in der Micha-Stelle ist die Erwähnung Jesu als Herrscher über Israel, dieser Titel gebührt dem kommenden Messias allein. Er wird hier nicht als Menschenretter der Welt vorgestellt, sondern schlicht als Herrscher über Israel. Diese Aussage ist besonders im Zusammenhang mit der Ersatztheologie wichtig, der leider viele Christen aufgesessen sind. Diese besagt, dass wir Christen durch den Mord der Juden an Jesus nun die eigentlichen Erben der göttlichen Verheißungen an ihrer Stelle geworden sind und das Gott seinen Segen von Israel weggenommen und seine Pläne mit seinem Volk ad acta gelegt hat. Das stimmt aber nicht, Tatsache ist, wir Christen, wir Heidenchristen aus jüdischer Sicht, sind nur aufgepfropft auf das eigentliche Volk der Verheißung, nämlich das Volk Gottes, die Juden, Israel, weil diese den Messias ablehnten. Leider gehen die Wurzeln dieser Theologie bis in die Gründungszeit der ersten Gemeinden nach Jesu Tod und Auferstehung zurück und legitimierten schließlich viele Pogrome und sämtlichen Antisemitismus. Die Ersatztheologie sorgte auch dafür, dass die Gründung und Etablierung von christlichen Großkirchen wie z.B. der röm. Kath. Kirche bis in die heutige Zeit hinein auf diesen falschen, unbiblischen Fundamenten fußt.
Drittens wird diese prophetische Aussage über das Kommen Jesu verknüpft mit seiner Göttlichkeit, seinem göttlichen Anspruch, er war schon am Anfang da, von den Tagen der Ewigkeit her. Wer sonst war zu dieser Zeit da außer Gott? Gott prophezeit präzise seine Ankunft auf der Erde wie bereits erwähnt, etwa 700 Jahre im Voraus. Wir müssen uns nur einmal vorstellen wie unangemessen es uns vorkommt, heute eine Vorhersage für das Jahr 2700 abgeben zu müssen. Es gibt außer Jesus keinen Menschen, dessen Kommen je von den Geschichtsbüchern oder Propheten soweit zurückliegend vorhergesagt und mit göttlicher Präzision genauestens beschrieben wurde.
Eine andere Stelle die exemplarisch exakt eine Begebenheit während des Todeskampfes Jesu beschreibt, finden wir nochmals im Jesaja Buch im berühmten Kapitel 53 und zwar in Vers 5: „Doch er wurde blutig geschlagen, weil wir Gott die Treue gebrochen hatten; wegen unserer Sünden wurde er durchbohrt.“ Eine ganz typische Stelle bei der präzise etwas in der Bibel prophezeit wird was dann 1:1 eintraf. Jesus ist wirklich blutig gegeißelt und mit einer Lanze durchbohrt worden als er am Kreuz für unsere Sünden starb.
Wir lernen also, bereits wenn man die Prophezeiungen über Jesu Ankunft auf Erden in der Schrift anschaut, dass wir diese wortwörtlich nehmen können. Ohnehin, je mehr man die Bibel studiert, desto mehr lernt man, alles zu glauben und wörtlich zu nehmen was Gott durch seine Propheten niedergeschrieben hat. Wohlgemerkt, dort wo es geht und wo der geschichtliche und kulturelle Zusammenhang es zulassen. Man beginnt zu staunen über Gottes Präzision der Aussagen durch die Propheten und Anführer oder anderer Leute im Alten Testament, hunderte oder sogar tausende Jahre vor Eintritt des Ereignisses. Dies ist ja auch der Grund weshalb wir hier im FH so eindringlich uns mit der Thematik der Endzeit beschäftigen, denn sie ist für diese Tage in denen wir leben, in der Schrift genauestens angekündigt und beschrieben und es ist Gottes Herzensanliegen, dass wir ihn verstehen und seine Prophezeiungen ernst nehmen.
Soweit zur Ankündigung Jesu als besonderer Mensch.

3)        Jesus, Gottes Sohn, kommt zu den Menschen:
Jesus wurde, wie man heute einigermaßen genau nachrechnen kann, ca. im Jahre 6-4 v.Chr. in Bethlehem in der Erbfolgelinie des Hauses David, also aus dem Stamm Judas heraus geboren. Er wuchs auf in Nazareth, einem damals kleineren Dorf von etwa 400 Einwohnern, gelegen in Galiläa, im nördlichen heutigen Israel. Israel war damals in 3 Hauptprovinzen, nämlich Galiläa im Norden, Samaria im Westen und Judäa mit Jerusalem im Süden aufgeteilt. Man geht heute davon aus, dass Jesus ca. im Jahre 25-28 n.Chr. sein öffentliches Wirken als Wanderprediger begann und 3 Jahre später in Jerusalem ermordet wurde. Sein irdisches Dasein betrug demnach ca. 35/36 Jahre. Jesus wurde, wie es Brauch war, am 8.Tag nach der Geburt beschnitten und nach seinem Vater benannt: Jeschua ben Joseph, Jeschua, Sohn des Joseph. Der Name Jeschua wurde später im Lateinischen zu dem Namen Jesus, leitet sich jedoch ursprünglich aus dem Hebräischen Namen Jehoschua ab: Dieser setzt sich zusammen aus dem Gottesnamen JHWH und dem Wort Jascha, „helfen, retten.“ Jesus bedeutet demnach als Aussage: „Gott ist die Rettung“ oder „der Herr hilft“. Er hatte 4 Brüder: Jakobus, Josef, Judas und Simon und einige Schwestern, die nicht näher benannt werden. Obwohl die Brüder zu Beginn seines öffentlichen Wirkens noch nicht an ihn glaubten, so wurden sie doch später zumindest zu einem Teil seiner Jünger, Jakobus sogar später zum Leiter der ersten Gemeinde in Jerusalem.
Jesus erlernte den Beruf eines Zimmermanns, für die damalige einfache Gesellschaft ein klassischer, zweckdienlicher Beruf, der sowohl Hausbauten als auch Möbelarbeiten umfasste. Man nimmt allgemein an, dass sein Vater Josef früh starb, das letzte Mal wurde er erwähnt als Jesus 12 Jahre alt war. Damit fiel Jesus als ältestem Sohn der Familie die Rolle des Ernährers zu. Es ist daher davon auszugehen, dass er schon sehr früh sehr viel und hart arbeiten musste. Gleichfalls schien er schon als Kind lesen und möglicherweise auch schreiben gelernt und sich viel und reflektierend mit dem Wort Gottes auseinandergesetzt zu haben. Wahrscheinlich hörte er auch viel den örtlichen Rabbinern und Gelehrten von Nazareth und der Umgebung zu, wenn sie die Schrift zitierten und auslegten. Bereits mit 12 Jahren beeindruckte er die Gelehrten im Tempel in Jerusalem mit seinem Wissen, welches mehr war als nur das Zitieren von Schriftstellen. Er kannte sich bestens in der Schrift aus und der Beginn seines öffentlichen Wirkens war geprägt von Gegebenheiten, bei denen er in Synagogen des Landes predigte und die Schrift zitierte. Diese Bildung war für einen Handwerksmann zu damaligen Zeiten unüblich, aber Jesus war nun mal kein üblicher Mensch.
Jesus trat dann mit ca. 33 Jahren erstmalig öffentlich auf. Seine Taufe im Jordan durch Johannes, der ihn bereits als Messias ankündigte, die darauffolgende Bestätigung durch den himmlischen Vater persönlich, Luk 3,22: „Du bist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe“, das war sozusagen die Initialzündung seines Wirkens. Gleichzeitig kam der Heilige Geist auf ihn in Form einer Taube wie die Schrift sagt, herab, und wich nicht mehr von ihm. Von da an folgte er seiner Bestimmung und es ist wohl eine Tatsache, dass kein Mensch je so intensiv mit Gott dem Vater gesprochen, im Gebet gerungen und sich ausgetauscht hat wie Jesus in den Jahren seines Auftretens. Diese Intensität und Intimität in der Dreiecksbeziehung Vater-Sohn-Geist war es auch, die ihm die Vollmacht gab, in der Folge übermenschliche Wunder zu tun und damit die Aufmerksamkeit der Massen zu erreichen. Jesus selbst bezeugte sich als den Messias, und Gott der Vater bestätigte ihn durch sein Wirken überall und sein Zeugnis fasste Johannes wie folgt zusammen: Joh 1,14: „Er, der das Wort ist, wurde ein Mensch von Fleisch und Blut und lebte unter uns. Wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit voller Gnade und Wahrheit, wie nur er als der einzige Sohn sie besitzt, er, der vom Vater kommt.“
Nach Jesu Taufe folgte eine Zeit der Besinnung und Ausrichtung auf das was kommen sollte, 40 Tage allein in der Wüste ohne Nahrung und den Gewalten der Natur ausgesetzt. Das ist schon eine lange Zeit allein, ich denke nur wenige Menschen werden solch eine Einsamkeit einmal erleben, selbst wenn sie anders als Jesus sogar Nahrung zur Verfügung hätten. Und wer schon mal da war, die judäische Wüste ist wirklich öde, nichts als hellbraune Steine und Staub. Wir können uns also in Jesus in diese Zeit kaum hineinversetzen, lassen dies daher besser auch. Aber, wie wir wissen, wurde Jesus in dieser Zeit massiv vom Satan versucht. Interessanterweise widerstand er den Versuchungen immer in dem er Worte aus der Schrift zitierte. Das zeigt zum einen, dass er sich zu diesem Zeitpunkt tatsächlich in der Schrift auskannte wie ein Gelehrter. Zum zweiten erleben wir ihn in dieser Zeit noch vor Beginn seines öffentlichen Auftretens als Vorbild für uns, wie er mit Satan und der sündigen Versuchung umgeht. Von Beginn an war ihm also nicht nur daran gelegen, seinen gottgegebenen Auftrag zu erfüllen, sondern gleichermaßen uns ein Beispiel zu geben wie wir uns in der einen oder anderen Situation am besten verhalten. Und gleich hier in der ersten Geschichte über Jesus nach seiner Taufe, lernen wir, die stärkste Waffe gegen den Feind ist das Wort Gottes, indem es wörtlich der Situation entsprechend angewendet wird. Paulus spricht von dem Schwert des Geistes, welches das Wort Gottes ist. Ich empfehle hier meine Vortragsreihe von vor einiger Zeit – Die Machenschaften des Satans – nachzulesen auf unserer Homepage, dort wird ausführlich beschrieben wie Jesus uns als Vorbild im Umgang mit den Versuchungen Satans dienen kann.
Ein Wanderprediger damals war nichts seltenes, viele liefen herum und hatten auch eine gewisse Gefolgschaft, die Jünger, die sie versorgten und ihnen auch eine gewisse Wichtigkeit verliehen. Doch Jesus war anders als alle anderen. Zum einen gab Johannes der Täufer ein mächtiges Zeugnis von ihm und versammelte bereits viele Menschen, sodass zumindest lokal eine Erwartungshaltung gegenüber dem Kommen des Messias da war. Als er dann auftrat, muss eine Faszination, eine Aura, eine Herrlichkeit von ihm ausgegangen sein die zusätzlich durch seine Worte und übernatürliche Werke bestätigt wurde. Die Berufung seiner Jünger war so ein Beispiel: Warum sollte jemand alles stehen und liegen lassen, seine ganze Existenz in einem Augenblick aufgeben, um mit einem dahergelaufenen Prediger durch die Lande zu ziehen? Der Jünger Andreas, Bruder des Petrus, sah ihn bei Johannes dem Täufer und folgte ihm augenblicklich nach. Er erzählte es seinem Bruder Simon, und dieser tat das Gleiche. Ähnliche Reaktionen werden von Philippus, Zachäus, Nathanael und anderen berichtet.
Die Erwartungshaltung der Menschen im Palästina der damaligen Zeit war die, dass sie sich das Kommen des Messias herbeisehnten. Dieser musste jedoch bestimmten Vorstellungen entsprechen: Er sollte gesalbt sein von Gott, also ein besonders berufener Mensch, er sollte dem Geschlecht Davids entstammen und er sollte ein Kriegsherr sein, der die Israeliten von den verhassten römischen Besatzern befreit. Eigentlich sehnten sie sich zurück nach einem König wie David, nicht einem solchen verachteten Vasallenkönig der Römer wie es Herodes war. Jesus erfüllte allerdings nur Teile von diesen Kriterien und so wandten sich viele nach anfänglicher Begeisterung wieder von ihm ab. Sie konnten nicht glauben, dass der Sohn Gottes sich nicht sofort zum Anführer einer revolutionären Bewegung aufschwingt, stattdessen dem einzelnen ins Gewissen redet und zur Umkehr auffordert und dazu, ihm nachzufolgen. Sie dachten der Messias wird sein Volk im Triumph zu Erfolg und zur Freiheit führen und dann kommt da ein Wanderprediger daher, mit nichts außer paar Klamotten am Leib und spricht von der Herrlichkeit Gottes – wie sollte das gehen?

4)        Seine Botschaft
Kommen wir jetzt zum Kern der Mission des Gottessohnes während seiner Jahre hier auf Erden währenden Zeit in menschlicher Gestalt.
Hier kann man eine ganze Reihe von Gründen aufzählen, ich möchte ein paar (nicht vollständig) nennen, die dem eingefleischten Christen nicht fremd vorkommen: 
Jesus kam, die Menschheit zu erlösen von der Sünde (Leben ohne Gott), um durch seinen Tod den Preis für die Sünde der Menschen zu bezahlen
Jesus kam, um uns, wenn wir ihn als unseren Herrn annehmen, den Weg zum Vater zu ebnen, damit wir wieder an der Herrlichkeit Gottes teilhaben können 
Jesus kam, damit wer an ihn glaubt, ewiges Leben hat
Jesus kam, um die Schrift und die Prophezeiungen über ihn zu erfüllen
Jesus kam zu seinem Volk, um das Gesetz zu erfüllen
Jesus kam, um die Feste Israels zu erfüllen
Jesus kam, um Satan den Kopf zu zertreten
Jesus kam, um die Gesetzlichkeit zu beenden
Jesus kam, um einen neuen Bund Gottes mit uns zu schließen
Jesus kam als Mensch, um uns in allem ein Vorbild sein zu können
Jesus kam, um den Zeitplan Gottes mit der Menschheit zu erfüllen
 
Zunächst einmal die Frage, wieso ist Jesus denn in Nazareth und Jerusalem und zu dieser Zeit und nicht irgendwo anders aufgetaucht? Warum in dieser kärglichen Region der Erde, diesem Gebirgsland voller Wüste und Staub? Nun, die Antwort liegt auf der Hand, die Juden waren das auserwählte Volk Gottes, er kam sozusagen zu den Seinen. Mit Ihnen und ihrem Stammvater Abraham hatte Gott bereits 2000 Jahre vorher einen unzertrennbaren Bund geschlossen, er hatte all diese Zeit mit seinem Volk ein Auf und Ab miterlebt. Vor allem hatte es sich immer mehr von ihm entfernt, erstickte in Gesetzes-Lehren und die ihm von Gott verliehene Freiheit des Geistes war Falsch- und Kleingläubigkeit gewichen. Das Volk Gottes war in höchstem Maße erlösungsbedürftig. Jesus kam also zu diesen, seinen Brüdern, denn er kam als Jude zu Juden auf diese Erde. Am Anfang des Johannes-Evangeliums heißt es in Joh 1.11-12: „Er kam in das Seine, und die Seinen nahmen ihn nicht an; so viele ihn aber aufnahmen, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben.“
Jesus verkündete „Das Himmelreich ist nahegekommen“ und meinte seine eigene Gottessohnschaft damit. Er predigte Umkehr und Busse und rief die Menschen dazu auf ihm nachzufolgen. Begleitet wurde sein Auftreten von übernatürlichen Wundern, die er tat, Krankenheilungen, Prophezeiungen, Totenerweckungen und dergleichen. Er erklärte ihnen die Schrift und sagte, dass er gekommen ist, das Gesetz des Mose zu erfüllen. Er wählte sorgfältig einen engen Kreis von 12 Jüngern aus, die ihn in den nächsten Jahren immer begleiteten und denen er noch mehr erklärte als den anderen Menschen, die ihm nachfolgten. Diese wurden später zu Aposteln und Grundpfeiler der Verbreitung des Evangeliums. Er konfrontierte die Schriftgelehrten damit, dass sie zwar das Gesetz kannten, es aber zu ihrem Vorteil auslegten, dass sie kleinlich bis auf den Buchstaben waren aber den großen Zusammenhang nicht sahen. Dies brachte die geistliche Leiterschaft des Landes gegen ihn auf. Aber es war nicht der eigentliche Grund weshalb sie ihn am Ende umgebracht haben. (in Teil 2).
Es waren hauptsächlich die Wunder, die vor allem die einfachen, leichtgläubigen Menschen in Scharen zu Jesus brachten. Kann man nachvollziehen. Ist ja auch heute noch so, wenn irgendwo ein Heilungsgottesdienst stattfindet, strömen die Leute in Scharen. Jesus heilte Kranke, wenn er durch Ortschaften zog. Von ihm ging solch eine Kraft aus, dass selbst Menschen, die nur in seiner Nähe waren oder nur den Saum seines Mantels berührten, gesund wurden. Er war überzeugend und in seiner Nähe zu sein, muss einfach nur begeisternd gewesen sein, diese Kraft und Herrlichkeit zu spüren, die bei ihm war und von ihm ausging. 
Seine Botschaft war einfach und klar: Wer an ihn glaubt, ihn ohne eigenes Zutun als Erlöser und Sohn Gottes anerkennt, der wird für immer gerettet werden, ewiges Leben haben und bei Gott sein. Joh 11,25: „Ich bin die Auferstehung, und ich bin das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, selbst wenn er stirbt.“
 Was für eine Aussage! Wer Jesus annimmt, wird leben, immer leben, ewig leben, selbst wenn er stirbt. Was gibt es Wichtigeres? 
Jedoch: Das klang und klingt auch heute noch für viele fast zu einfach, zu simpel, um wahr zu sein und viele fragen nach dem Haken, der dabei ist oder suchen das Haar in dieser Suppe, um sich nicht ganz darauf einlassen zu müssen. Die Botschaft war eine Provokation und viele kamen und kommen damit bis heute nicht zurecht. Der Mensch ist es gewohnt bei allen anderen Religionen und übernatürlichen Begegnungen mit Gottheiten aller Art Opfer, Gebete, Vorschriften und Auflagen zu befolgen. So meinte er auch hier, er müsse etwas tun dafür, dass Jesus ihn rettet und es entwickelte sich im Rahmen der Kirche unter dem Deckmantel christlicher Frömmigkeit der menschengemachte Unsinn, sich sein Heil verdienen zu müssen durch fromme Haltungen, Gebete, Fasten und vieles mehr. Leider beschreiten die katholische und andere großen Kirchen der Namenschristen diesen Weg bis heute und führen damit ihre Gläubigen in die Irre. Und zu allen Zeiten wurde diese falsche Frömmigkeit benutzt, um Menschen glaubensmässig gefügig zu machen. Es war undenkbar, dass die Gnade allein durch den Glauben an Jesus kommt. Also benutzte man sie um vollkommen unbiblische Dinge wie den Ablasshandel, das Fegefeuer, die Befolgung der Sakramente, die stellvertretende Buße für die Toten, das Zölibat und vieles mehr ins Leben zu rufen, um Kontrolle über die Gläubigen auszuüben. Erst Martin Luther und die Reformatoren brachten wieder etwas Licht in dieses finstere Kapitel, in dem er formulierte: „Sola Fide, Sola Gracia, Sola Scriptura,“ allein durch Glaube, allein durch Gnade, allein durch das Wort Gottes. Ich muss nichts anderes tun als diesen Jesus in mein Herz lassen und bin für immer und ewig gerettet. Denn er hat für meine Schuld und meine Sünden gelitten und seine Botschaft spricht immer jeden Einzelnen ganz persönlich an. 
Das war seine klare, unzweideutige Mission. Jeder muss eine persönliche Entscheidung treffen, jeder für sich, keiner kann jemand anderem diese Entscheidung abnehmen. Denn das machte Jesus auch klar: Gott respektiert über allem unseren freien Willen. Er hat uns als sein Ebenbild geschaffen, also mit einem freien Willen, denn Gott hat ja auch einen freien Willen, um uns eben für oder gegen ihn zu entscheiden. Das ging bei Adam und Eva los, aber sie wollten bereits sein wie Gott und die gleiche Tendenz hat der Mensch bis heute. Jesus kam und war radikal. Er sagte man kann sich für oder gegen ihn entscheiden, aber man muss sich entscheiden, einen Mittelweg, ein Heil mit Hintertürchen, zum Beispiel mit anderen von Menschen zu Göttern gemachten Geschöpfen wie einem Buddha hier und einem Allah dort, gibt es nicht. 
Der Mensch, der sein Leben nach seinen und nicht nach Gottes Maßstäben lebt, und damit in der Abkehr von Gott lebt, hatte große Probleme sich auf diese radikale Rettung durch Jesus einzulassen. Da war doch der Weg, den die Kirche dem leichtgläubigen Menschen vorgab, sich das Heil verdienen zu müssen durch Einhaltung diverser Gesetze und Rituale, einfacher und einleuchtender. Zumal ein weiterer entscheidender Faktor dazukam, der bereits bei Adam und Eva seinen Anfang nahm: Satan, der Fürst dieser Welt, tut alles, um dem Menschen zu suggerieren, er kann sein wie Gott. Und gerade in der heutigen wissenschaftsgläubigen Zeit ist der Mensch so weit weg davon, Gott seine Zukunft anzuvertrauen, wie nie. Man muss nur sämtliche Parteiprogramme und das Regierungshandeln der führenden Repräsentanten der westlichen Staaten beobachten, dann merkt man sehr schnell, dass sie Gott nicht zutrauen, die Menschen in die Zukunft zu führen. Humanismus und die durch das Zeitalter der Aufklärung entstandenen Selbsterlösungstendenzen der letzten 120 Jahre ließen für Gott keinen Raum mehr. Und außer einem „God bless America“ bekommt auch ein amerikanischer Präsident im Land der am ehesten noch am biblischen Gott festhaltenden Menschen, den USA, nichts mehr über die Lippen was auf den wahren Gott hindeutet.
Satan ruft den Menschen auch heute noch zu: Du kannst sein wie Gott. Als Fürst dieser Welt hat er Anrechte von Urzeiten her. Das heißt, ihm wurde zu Zeiten als er noch ein nicht abgefallener Engel war, lang bevor diese Erde geformt und die Menschen von Gott erschaffen wurden, die Erde zugewiesen. Und er darf hier bis zu einem gewissen Umfang schalten und walten, Menschen vereinnahmen, beeinflussen, die Sünde streuen und deren Folgen für sich reklamieren. Und das tut er bis heute, denn noch ist er nicht endgültig besiegt. Aber wir müssen verstehen, selbst wenn er zwar gewisse Macht hat, gegen den Schöpfer aller Schöpfung, gegen den Herrn aller Herren ist er nichts, selbst wenn er ihn imitiert. Auch alle Religionsstifter, die Propheten und Gurus dieser Welt sind nichts gegen diesen Gott, denn sie sind lediglich Geschöpfe, sie kommen und gehen, das ist der große Unterschied. Jesus aber wird bei seinem baldigen Wiederkommen Satan und seine gefallenen Engel endgültig besiegen und zwar ganz einfach mit dem Hauch seines Atems, so steht es in der Schrift. Da sieht man die gewaltig unterschiedlichen Kräfteverhältnisse zwischen Gott und dem Geschöpf Satan und seinen Protagonisten, dem Antichristen, dem falschen Propheten und den vielen die ihnen folgen. All die vermeintlichen Erfolge Satans auf dieser Erde, die Verblendung der Menschen durch die heutigen Medien, die Schaffung der großen Kirche der Namenschristen die allesamt nicht in die Herrlichkeit Gottes eingehen werden, die Täuschung der Menschheit durch Religion, Esoterik und Humanismus, all das und vieles mehr wird verglühen in einem Moment. Er macht Puuh und alles fällt in sich zusammen. Wenn wir Jesus als unseren Herrn angenommen haben oder annehmen, dann entziehen wir durch die Kraft Jesu in uns Satan die Möglichkeit uns zu vereinnahmen, sei es für die Sünden, für falsche von ihm beeinflusste Meinungen, für Unrecht, Ungerechtigkeit, Hass und all diese Dinge.
Das Kommen Jesu in diese Welt, seine Geburt, sein Leben, sein Wirken, sein Tod und seine Auferstehung sind solch ein gewaltiges Werk Gottes, mit nichts auf dieser Welt vergleichbar. Und er setzt es in diesen Tagen fort. Er ist bereits auf dem Weg, wir haben Endzeit und die Dinge spitzen sich zu. Jesus sagt in Off 3,10: „Weil du das Wort vom Harren auf mich bewahrt hast, werde auch ich dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die über den ganzen Erdkreis kommen wird, um die zu versuchen, die auf der Erde wohnen.“ 
Halten wir uns an ihn und nur an ihn, dann werden wir als Errettete durch diese letzten Tage gehen. Wir werden entrückt werden, bevor die verheerenden endzeitlichen Katastrophen sehr bald diesen Planeten heimsuchen werden. Wir werden als Errettete das ewige Leben erlangen und immer bei unserm geliebten Herrn sein, darauf kommt es an.
Das Kommen von Jesus auf Erden ist der größte, und unerreichte Paukenschlag der Geschichte der Menschheit, dieser Zivilisation, und nur diese Tatsache gewährt uns Ewigkeitsperspektive und Sicherheit im jetzigen Leben. 

6.)  - Psalm 90.10: Unser Leben dauert 70zig Jahre........wirklich? (vom 23.06.2018)

Durch den heutigen medizinischen Fortschritt sind 80 Jahre inzwischen kein Alter mehr, der Durschnitts-Deutsche, der einmal die 50 erreicht hat, kommt in die 90er hinein. Interessant ist, dass die Statistik für Frauen immer noch ein 4-5jährig höheres Durchschnittsalter aufweist als für Männer. Dies gleicht sich jedoch an für alle Männer, die die 50 einmal geschafft haben, d.h. wesentlich mehr Männer als Frauen sterben in jungen Jahren. Aber das ist nur eine Seitenbetrachtung.


Die heutige Wissenschaft berechnet das maximale Leben eines Menschen auf Erden, wenn alles perfekt läuft, ungefähr mit 120 Jahren und das ist ja ungefähr auch das Alter, auf das die bislang bekannten ältesten Menschen geschätzt wurden. Danach sind die Körperzellen so kaputt, dass sie sich nicht mehr regenerieren und teilen können. Mit zunehmendem Alter wird ja die Zellteilung verlangsamt, auch abgestorbene Zellen werden nicht mehr gleichwertig ersetzt. Die Bausubstanz, also die DNA gibt es zwar immer noch und auch der Ablesemechanismus funktioniert noch aber Zellkern und Zellorgane können ihre Funktion immer schlechter ausführen, die Zellmembran wird porös und viele Dinge auf molekularer Ebene spielen sich da ab. Organe büßen mehr und mehr an Funktion ein, selbst das Gehirn setzt irgendwann unserem klaren Denken ein Ende. Kurzum, bei einem Maximum an 120 Jahren ist das System völlig ausgereizt. 


Das wiederum ist spannend, denn wenn wir in die Bibel schauen, da war doch was: Richtig: Gott selbst sagt in 1.Mo. 6,3: „Da sagte der HERR: Die Menschen sollen nicht mehr so alt werden, ich werde ihnen meinen Lebensatem nicht mehr für so lange Zeit geben. Denn sie sind schwach und anfällig für das Böse. Ich werde ihre Lebenszeit auf 120 Jahre begrenzen.“ 


Das war bereits zu Urzeiten, nachdem er den Menschen erschaffen hatte. Denn eigentlich wurden Menschen damals viel, viel älter, also 900 Jahre usw. Aber die Menschen vor der Sintflut, die also direkt von Adam und Eva abstammten, verhielten sich damals schon sehr böse Gott gegenüber – es gab also nicht nur die Erbsünde – Und Gott beendete dies. Ein paar Verse weiter lesen wir, dass er sogar die Menschen wieder vernichten wollte und das tat er auch durch die Sintflut mit der Ausnahme, dass Noah und seine Familie Gnade bei Gott fand und überlebte. Und von ihm stammen wir heutigen Menschen ab. Wir lernen daraus, dass es der Vater im Himmel ist, der die Begrenzung hier setzt, dass ER es ist der bestimmt wie lange wir hier auf Erden leben.


Wir wollen uns jetzt einmal anschauen wie die Bibel, wie Gott unser Leben hier auf Erden betrachtet:


Jesus sagt als er über die Sorgen der Menschen spricht in Math. 6,27: „Wer aber unter euch kann mit Sorgen seiner Lebenslänge eine Elle zusetzen?“ Wir können da gar nichts machen, auch alle unsere Sorgen und Pläne und Überlegungen sind völlig in Gottes Hand. 


Paulus sagt zu den Kolossern als es ihm um den Umgang mit den Menschen ging, die noch nicht zum Glauben gefunden hatten: Kol 4,5: „Verhaltet euch weise und besonnen denen gegenüber, die keine Christen sind. Macht das Beste aus der Zeit, die euch geschenkt ist!“


Man kann es übertragen auch so formulieren: Macht das Beste draus, kümmert euch nicht so sehr um euer Altwerden. Das Leben ist ein Geschenk und einem geschenkten Gaul guckt man nicht ins Maul, sprich nimm es wie es kommt und hadere nicht.


Im Buch des Predigers finden wir einige Stellen, die das Ganze noch viel krasser ausdrücken ähnlich wie im Psalm 90 zu Beginn: »Vergeblich und vergänglich! Alles ist vergebliche Mühe, ein Haschen nach Wind. Oder z.B. 1,3 «Der Mensch müht und plagt sich sein Leben lang, und was hat er davon?“


 

Es gibt da eine ganze Anzahl dieser Stellen gerade im Buch der Prediger die auf den ersten Blick irritierend scheinen, aber wenn wir sie in den richtigen Kontext setzen, verstehen wir was Gott uns durch Salomo sagen will. Alles ist ein Haschen nach Wind, wie es so schön heißt. Das bedeutet, nehmt das Leben, nehmt euch selbst und alles nicht so wichtig, es gibt wichtigeres.


Und damit biegen wir langsam in die Straße ein, auf die ich mit uns heute hinauswill: Was ist das Leben hier eigentlich wert aus unserer und aus Gottes Sicht?


Als Gotteskinder erleben wir schon eine eigenartige Diskrepanz: Wir erfahren, dass wirklich jedes Haar auf unserem Haupt gezählt ist, das sich der Vater ganz persönlich um uns kümmert, unsere Anliegen, unsere Gedanken kennt und lenkt, teilweise spüren wir die Nähe Gottes sogar emotional und mitunter körperlich erfahrbar, der eine mehr der andere weniger. Die meisten haben diesen liebenden Vater schon erlebt, wenn nicht, wir beten gerne dafür, dass Du in eine besondere Nähe zu ihm und zu Jesus Christus, unseren Heiland, hineinwächst.


Auf der anderen Seite steht da diese große weite Welt mit ihren Ereignissen, bei denen man meint, nur ein Spielball anderer zu sein oder nichts machen zu können. Und es ist ja so in der Tat, z.B. bei großen Katastrophen, Erdbeben, Tsunamis, bei Kriegen und Seuchen, politischen Entscheidungen – der einzelne wird hier nicht beachtet, ist entweder dabei oder nicht. Wie viele lebendige Christen sind im Syrienkrieg inzwischen durch die Kriegswirren umgekommen und das war in der Geschichte immer so. Oder wie viele auch gläubige Juden sind durch den Holocaust umgebracht worden? Wie viele Missionare haben ihr Leben gelassen für die gute Sache der Verbreitung des Evangeliums? Unzählige Menschen sind gestorben oder haben schwer gelitten im Namen des Herrn. Wie passt das alles zusammen?


Als Zwischenfazit können wir erst mal festhalten: Gott widmet sich jedem einzelnen in unnachahmlicher Weise uns schafft diese intime, wunderbare Nähe zu uns. Auf der anderen Seite müssen wir mit Schicksalen leben, die uns oder unsere Nachbarn/Freunde treffen und erkennen, dass alles Leben hier sehr schnell zu Ende sein kann und an einem seidenen Faden hängt.


Jesus sagte nachdem seine Jünger sich aufgeregt hatten, dass eine Frau ihm mit sehr kostbarem Öl die Füße gesalbt hatte, weil sie das Öl lieber verkauft und das Geld den Armen gegeben hätten: „Arme wird es immer unter Euch geben, ich bin aber nicht mehr lange bei Euch.“ Ähnliches sagt er ebenso über die Kranken als sie ihn auch noch in andere Dörfer schicken wollten um diese zu heilen. Aus Gottes Sicht ist es zwar schlimm, dass wir krank oder arm oder wie auch immer vom Schicksal geschlagen sind und damit leben müssen aber es ist überhaupt nicht das Wichtigste. Hier deutet Jesus schon etwas an was er in seinem Wirken immer klarer zum Ausdruck bringt: Es geht immer zuerst um das Gottes Reich, um Jesus und den Vater.


Gott hat einen ganz anderen Fokus und eine ganz andere Sicht auf unser Leben als wir. 


 In Jer. 1,5 steht: „Ich habe dich schon gekannt, ehe ich dich im Mutterleib bildete, und ehe du geboren wurdest, habe ich dich erwählt.“ Und in Ps. 139, 15-16 steht: „Nicht verborgen war mein Gebein vor dir, als ich gemacht wurde im Verborgenen, gewoben in den Tiefen der Erde. Meine Urform sahen deine Augen. Und in dein Buch waren sie alle eingeschrieben, die Tage, die gebildet wurden, als noch keiner von ihnen da war.“


Der Vater hat schon lange bevor wir überhaupt physische in Existenz kamen, an uns gedacht, man kann sagen unseren Geist geformt. Die Wahrheit ist, wir waren schon da bevor wir überhaupt gezeugt und geboren wurden. Das ist der ganze bunte Abschnitt bevor wir dieses Leben erleben. Dann leben wir das verglichen mit der Ewigkeit winzig kurze Leben hier auf Erden um dann wieder auf Ewigkeit bei ihm zu sein. Das ist für uns so nicht leicht zu verstehen, aber es ist die Realität.


Aus unserer Sicht und der überwältigen Mehrheit der Menschheit ist dieses Leben und was wir erleben das Zentrum unseres Denkens, Fühlens und Verstehens. Für uns ist das Leben kurz, 70-80-100 Jahre. Und in der Regel dreht sich alles darum. Wir nehmen uns nicht die Zeit, haben vielleicht auch nicht das Verständnis, mal über dieses Leben aus Gottes Sicht nachzudenken. Aber für Gott ist unser Leben ewig, es begann schon lange vor unserer Zeugung, dann der kleine, winzige Teil hier auf Erden und der endlose, fantastische Teil in der Ewigkeit, immer bei ihm, in direkter Nähe zum Vater.


Versuchen wir doch mal diese Sicht des Vaters auf unser Leben einzunehmen. Ich weiß es ist schwer aber es lohnt sich: Dann ist da Leid und Schmerz aber es ist erträglich denn wir wissen: Es ist nur für kurz, Angst und Traurigkeit stehen nicht mehr so im Vordergrund, Einsamkeit, Eheprobleme, Krankheiten oder Probleme mit der Arbeit sind zwar nach wie vor wichtig aber sie relativieren sich. Auch unsere Erfolge, unsere Anerkennung und schönen Zeiten sind eingeordnet in ein ewig langes Leben und finden da ihren Platz. Fazit: Nichts wird unwichtiger aber es bekommt doch einen anderen Stellenwert, es wirkt ausbalancierter und freier, reifer und überlegter. 


Jesus bringt es auf den Punkt in seinem wie ich finde überragenden Gebet kurz vor seiner Gefangennahme, wenn er sagt: „Sie sind nicht mehr von dieser Welt, genau wie ich nicht von der Welt bin.“ Lassen wir uns mal eine kurze Zeit der Stille darauf ein: 


Die Ewigkeitsperspektive Gottes erlaubt es uns, über das gegenwärtige hinauszusehen und zu wissen: mir kann nichts mehr passieren, ich bin angenommen und für immer geborgen bei meinem Vater im Himmel, geschehe was wolle. Ich kann nicht mehr aus der Hand Gottes fallen wie es Paulus einmal formuliert hat.


Betrachten wir das Altwerden aus Gottes Sicht, macht es uns fähig, das alles relativ entspannt anzugehen. 70, 80, 90, 100 Jahre, so hat, alles nicht mehr so entscheidend. Wir bleiben immer ein Kind, das vor dem Vater spielt und an dem er seine unendliche Freude hat. Krankheit und Tod sind nicht das Ende oder etwas ganz Schlimmes, nein es kann sich sogar in das Gegenteil umdrehen: 


In 1. Kor 15,55 sagt Paulus „Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?“ 

An anderer Stelle im Phil 3,13 schreibt er: „Brüder und Schwestern, ich bilde mir nicht ein, dass ich es schon ergriffen hätte. Eines aber tue ich: Ich vergesse, was hinter mir liegt, und strecke mich nach dem aus, was vor mir ist.“ 


Den Brief an die Philipper schreibt er ja in Gefangenschaft in recht aussichtsloser Lage. Aber hier wird diese Ewigkeitssicht des Paulus auf die Dinge besonders deutlich: 


Phil 1,20 ff: „Ich hoffe inständig und bin zuversichtlich, dass ich während meiner Gefangenschaft nicht schwach werde und versage, sondern dass Christus wie bisher, so auch jetzt durch mich bekannt gemacht und geehrt wird, sei es durch mein Leben oder durch meinen Tod. Denn Christus ist mein Leben und das Sterben für mich nur Gewinn. Weil ich aber mehr für Christus erreichen kann, wenn ich am Leben bleibe, weiß ich nicht, was ich mir wünschen soll. Ich bin hin- und hergerissen: Am liebsten würde ich schon jetzt sterben, um bei Christus zu sein. Das wäre das Allerbeste! Andererseits habe ich bei euch noch eine wichtige Aufgabe zu erfüllen.“


 ich glaube hier geht es Paulus nicht um Todessehnsucht aufgrund seiner Verzweiflung in Gefangenschaft zu sein. Es kommt ganz klar zum Ausdruck- hey da ist noch etwas viel, viel Schöneres, Besseres, Ewiges, Wunderbares, was auf mich wartet und am liebsten wäre ich da schon aber solange ich hier noch bin, mach ich das Beste draus. Nicht jeder hat natürlich so einen Auftrag wie Paulus zu erfüllen aber selbst in unserem kleinen, unscheinbaren Leben hier können wir durch das Einnehmen der Ewigkeitsperspektive einen Sinn finden und im Vertrauen darauf, dass das Bessere und Längere, Ewige erst noch kommt, entspannt dem Tod entgegenblicken. 


Hierbei sei auch kurz erwähnt, dass wir in einer Zeit und Generation leben, in der wir täglich mit der Entrückung zu rechnen haben, das haben wir an anderer Stelle jedoch intensiv behandelt.


Was passiert denn eigentlich mit dem Tod und wovor haben wir Angst? Biblisch betrachtet stirbt unser leiblicher Körper, unsere körperliche Hülle. Das eigentliche, unser Herz, unsere Seele und unser Geist bleiben erhalten, das was uns schon von Urzeiten her ausmacht, unser Persönlichkeit, unser Ich, das was kein anderer ausfüllen kann. Wir bekommen einen neuen, verwandelten ewigen Körper. Also das, was von uns bereits vor unserer Zeugung und Geburt schon da war, wird weiterleben.


Es ist klar, dass uns diese vertrauensvolle Sicht auf die Ewigkeit hin im Alltag, wenn überhaupt, dann selten gelingt. Wobei wir uns fragen können, warum eigentlich, wenn es doch so aus voller Hoffnung und Freude besteht? 


Zum einen sicherlich, weil die Ewigkeit in diesem Leben immer irgendwie weit weg ist, hinter dem Horizont wie Udo Lindenberg sagen würde. 

Zum anderen, weil ich glaube, dass wir alle so erzogen sind, das irdische Leben viel zu wichtig zu nehmen. Wir hängen daran, an unserer Gesundheit, wir haben Triebe, wir wollen Leben und überleben. Biologisch gesehen liegt eindeutig eine genetische Veranlagung in der Verteidigung des eigenen Ichs und dem Überlebenskampf. Das hat Gott uns mitgegeben und das gehört zu uns. Es geht auch nicht darum dem zu entfliehen, denn schließlich ist es etwas Gutes, das Leben als kostbar zu erachten und es zu hüten und zu pflegen. 


Dennoch: Ich möchte uns wachrütteln, die Dinge auch mal aus Gottes Perspektive zu sehen, ich behaupte, man kann dies lernen. Ich bin seit über 30 Jahren mit unserem Vater auf dem Weg und je enger meine Beziehung zu ihm wird, desto mehr Sehnsucht entwickelt sich, eines Tages bei ihm zu sein. Je mehr er sich mir offenbart, desto mehr verstehe ich von ihm, desto mehr sehe ich sein Sehnen, sein Trachten nach meinem Herz, nach meiner Nähe.

Wir müssen verstehen: Für die Welt um uns herum ist das hier alles: Die WM, die Politik, die Geschichte, der Kosmos, die Erde, die neueste Mode, der Dieselskandal, die Flüchtlichskrise, das Bierchen am Abend, die Bergtour mit Freunden, der Job, die Familie, die Kinder, das Bienensterben, der Stau auf der A3, das Jungbleiben, das Altwerden und und und… Alles was wir hören und sehen ist auf Endlichkeit ausgerichtet. Es geht vorüber. Selbst den weitsichtigsten Politikern fällt es schwer heute schon an die Rente der übernächsten Generation zu denken und die Weichen dafür zu stellen. Kaum etwas von dem was wir heute erleben, überdauert uns.


Aber es gibt noch etwas was mehr ist als das, etwas was bedeutend wichtiger als all dies ist. Die Welt erkennt es nicht, kann es auch nicht erkennen, denn Jesus sagt klar, dass diese Dinge nur dem geschenkt werden der glaubt. Aber wir sind nicht von dieser Welt, wie Jesus sagt, also gibt er uns die Fähigkeit eine geistliche Perspektive einzunehmen.


Kol 3,1-3: „Wenn ihr nun mit Christus zu einem neuen Leben auferweckt worden seid, dann richtet euch ganz auf Gottes himmlische Welt aus. Seht dahin, wo Christus ist, auf dem Ehrenplatz an Gottes rechter Seite. Ja, richtet eure Gedanken auf Gottes himmlische Welt und nicht auf das, was diese irdische Welt ausmacht. Denn für sie seid ihr gestorben, aber Gott hat euch mit Christus zu neuem Leben auferweckt, auch wenn das jetzt noch verborgen ist.“ 


Hier spricht Paulus genau das aus um was es geht: den Blick auf das Eigentliche zu richten, auf Gottes himmlische Welt, auf den Thron auf dem Christus neben dem Vater sitzt. Gottes Perspektive einnehmen. Und sich eben nicht zu sehr um irdische Dinge kümmern. 


Jesus selbst sagt den berühmten Vers in Mt.6,33: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen. Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen.“ 

 

Jesus gibt uns hier eine klare Marschroute mit auf den Weg. Immer zuerst an Gott, sein Reich zu denken und darin leben. Damit sagt er nichts anderes als wie schon erwähnt an andere Stelle: „Ich bin nicht von dieser Welt wie auch diese nicht von dieser Welt sind.“ Zwar in der Welt aber nicht mehr von der Welt. Er sagt, kümmert euch um euer eigentliches Zuhause, da wo ihr hingehört, wo eure Heimat ist, eure Wohnung, euer Haus, eure Staatsbürgerschaft, euer Personalausweis. Wir haben einen Reisepass ausgestellt und abgestempelt vom Himmel, vom Allerhöchsten. 


Damit haben wir allzeit das Recht, uns dort aufzuhalten, selbst wenn wir im physischen Leben noch hier leben und es im Moment nur im Geist geht. Dann werden uns all die Dinge zufallen, die wir hier in diesem Leben brauchen und für so wichtig erachten. Und deshalb macht es auch keinen Sinn, sich um diese Dinge hier dauerhaft zu sorgen, denn sie sind nicht so wichtig, wenn wir die Prioritäten bei unserer Nachfolge richtig setzen. Denn für die irdische Welt sind wir gestorben wie Paulus sagt.


Aber wie schon gesagt, leider nehmen wir das irdische Leben immer noch zu wichtig. Das was uns hier widerfährt, was um uns herum passiert, steht im Mittelpunkt unserer Wahrnehmung, unseres Denkens. Die Nachrichten der Welt überfluten uns. Man kann dem gar nicht entkommen. Es geht hier nicht darum das anzuprangern oder schlecht zu machen denn wir leben ja in dieser Welt. 


Aber es geht darum in eine Nachfolge einzutreten, bei der ich jederzeit weiß wo mein Zuhause ist, bei der ich meine wirkliche Heimat von meiner jetzigen Wohnung, meinem jetzigen Haus unterscheiden kann. Worum kümmere ich mich, was liegt mir am Herzen? Ist es wirklich Gottes Reich? Sind es tatsächlich die Dinge, die Gott bewegen in diesen Tagen? Oder doch nur Dinge, wo ich mir wünsche das Gott sie zu meinem Vorteil verändert? Sind es geistliche Erkenntnisse, nämlich dass wir in die Endzeit eingetreten sind, dass der Herr die finalen Schritte in die Wege leitet und damit das klassische Gemeindezeitalter mit all seinen krampfhaft festhaltenden Erscheinungsformen beendet. 


Haben wir den Gong gehört? Bekommen wir mit, dass auf seinem Herzen brennt, Israel final zu erretten, sich seinem Volk wieder zuzuwenden, es durch die angekündigten Jahre der Drangsal zu führen und alle seine Feinde zu vernichten. Merken wir wie die Uhr abläuft? Sind wir geistlich am Puls der Zeit? Verlassen wir uns auf die weltlichen Newsticker oder auf die biblischen Propheten was die politische Großwetterlage angeht?


Wir vielleicht hier in unserer Father’s House Veranstaltung, weil wir darüber sprechen. 

Aber seien wir ehrlich: In den meisten Gemeinden kümmert man sich nur und ausschließlich um das irdische Leben, kein Gedanke an die göttliche Lebensachse, an eine Relativierung des eigenen Egos. Man nimmt sich selbst sehr wichtig und ignoriert diesen Auftrag von Jesus, diese Worte des Paulus geflissentlich. Und warum? Weil man das nicht unter Kontrolle hat. Keiner von uns kann sagen wie es wirklich im Himmel ist, wie es sein wird bei Gott, wann er jetzt demnächst handelt und wie. Da bleiben die meisten Pastoren und Lehrer doch lieber bei dem Irdischen und predigen für das Seelenheil, Heilung hier und jetzt, es geht um mich, meiner, mir, es soll mir gut gehen. Mit meinem Gott kann ich Mauern überspringen, hurra. Das hat man unter Kontrolle, da folgt die Gemeinde. Aber keiner fragt, mehr: Und du Vater? Wie geht es Dir, was beschäftigt Dich? Was tut Dir weh? 


Ich, Meiner, Mir; wenn ich aus dieser Perspektive meine Bibel lese, dreh ich mich um mich selbst und komme geistlich nicht voran. Lese ich die Bibel aber aus dem Gedanken, Du, Dir, Dein Reich, Dein Plan, Deine Herrlichkeit überstrahlt all dies alltägliche, Dein Glanz, Deine Ziele, dann werde ich in eine ganz andere Nachfolge eintreten. Es ist nicht nur eine andere Qualität, es ist ein Paradigmenwechsel, weg von mir als Zentrum, hin zu ihm als Zentrum. Nun lebe nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir. Darum geht es, das zu leben, das mit Inhalt zu füllen und nicht einfach zu lesen und abzuhaken. 


Leider predigen diese Dinge nicht viele aus den unterschiedlichsten Gründen. Wenn Du etwas in diese Richtung hören willst, musst Du schon ins Internet gehen. Doch da ist Vorsicht geboten: Dort tummeln sich im christlichen Sektor Unmengen abstruse und schräge Typen und Theorien, vieles dort ist grenzwertig korrekt – gerade, wenn es um Themen wie Israel oder Endzeit geht. Man muss das alles erst prüfen aber wer hat die Zeit dazu? 

 

Schauen wir uns die meisten Lobpreislieder an: In der Grundaussage geht es um Mir, Meiner, Mich. Und ich nehme mich da nicht aus, schreibe auch ab und an solche Lieder. Ist ja grundsätzlich nicht falsch, denn es dient ja der Erbauung und Ausrichtung der Gemeinde. Aber in der Offenbarung des Johannes kriegen wir etwas davon mit wie wahrer Lobpreis im Reich Gottes aussieht, hier bekommt Gott der Vater und Jesus der Sohn den wahren Stellenwert, der Ihnen gebührt. Es gibt viele Stellen, die das ausdrücken, exemplarisch sei diese hier genannt:


Off 4,10-11: „so werden die vierundzwanzig Ältesten niederfallen vor dem, der auf dem Thron sitzt, und den anbeten, der von Ewigkeit zu Ewigkeit lebt, und werden ihre Siegeskränze niederwerfen vor dem Thron und sagen: Du bist würdig, unser Herr und Gott, die Herrlichkeit und die Ehre und die Macht zu nehmen, denn du hast alle Dinge erschaffen, und deines Willens wegen waren sie und sind sie erschaffen worden.“ 


Wenn schon die 24 Ältesten im Himmel - wer diese sind, das können wir ein andermal besprechen - aber sicher die höchsten erwählten Vertreter der Menschen, wenn diese schon in tiefster Anbetung sich vor dem Herrn niederwerfen, da geht es nicht um sie, es geht einzig und allein um die Herrschaft und Herrlichkeit unseres großen Gottes. Wenn diese das tun – wer sind wir, dass wir in unseren christlichen Aktionen, Abläufen, Engagements und Worten fast ausschließlich um unser eigenes Seelenheil bekümmert sind? 


Schaffen wir das, mal weg von uns hin auf den Herrn zu schauen? Das eigene Ich mal hintenan zu stellen?


Man kann sich als guter Christ mit seinen eigenen Aktivitäten auch leicht hinter dem Missionsbefehl von Jesus verstecken, machen ganz viele von uns. Klar, Mission ist wichtig und entscheidend, und die meisten Aktivitäten sind irgendwie aus diesem Gedanken getriggert. Aber sobald diese Aktivität über den wahren Willen Gottes gestellt oder zur Bekuschelung des eigenen vor dem Herrn gut Dastehen Wollens benutzt wird, ist etwas faul. Man ist doch gut, man tut doch was für den Herrn. Das ist leider weit verbreitet. Und die Gruppierungen, die sich dies professionell auf die Fahne schreiben, die muss man gut prüfen, bevor man sich ihnen anschließt. 


Es heißt im Vaterunser: Wie im Himmel so auf Erden. Ich habe oft den Eindruck, dass manche Christen nach dem Motto leben, wie auf Erden, so im Himmel. Mein kleines Reich, meine Gemeinde, mein Leben, so wie ich mir Gott vorstelle, diese Box in die ich meine Gedanken und meine heile Welt packe und die sich gut anfühlt, die möchte ich auch im Himmel so haben. Aber so läuft das eben nicht mit Gott. Ich glaube manchmal ist es gut, dass wir hier nur 80, 90 oder 100 Jahre alt werden, und wissen, dass ein Ende kommt, sonst würden wir noch mehr Unfug anstellen in unserer Christus-Nachfolge.


Wegschauen vom Mein, Mir, Mich hin zu Gott und ihn fragen: was ist deine Priorität Gott, was liegt Dir in diesen Tagen am Herzen, DU, Deiner, Dir? Und Gott wird sagen: es steht alles schon in dem Buch, dass Du da liest, und dass Du Bibel nennst aber lies es doch mal aus meiner Perspektive, nicht nur aus Deiner.


Wie soll ich das tun, fragst Du? Es ist nicht schwer sagt Jesus: Du bist nicht mehr von der Welt aber noch in der Welt. Also hast Du bereits die göttliche Perspektive in dir. 

Ein gutes Beispiel der göttlichen Sicht auf die Dinge zu bekommen ist es, nach dem zu fragen was in diesen Tagen auf Gottes Herzen brennt. Wir versuchen das hier immer wieder zu behandeln. Aktuell ist es mit Sicherheit das, was sich rund um Israel zusammenbraut. 95% der Bibel beschäftigen sich mit Gottes Volk und wie er sein Volk zurück zum Glauben, in sein angestammtes Land, in seine Nachfolge bringen will und was er in der letzten Zeit mit ihm vorhat. 


Aber Israel, dieses brennende Thema Nr. 1 für unseren Vater im Himmel, das wird allenfalls als Randerscheinung in unseren Kreisen erwähnt, oder wenn, dann pflichtbewusst durchgebetet, dann hat man das auch abgehakt. Es gibt kaum gute Lehre hier. Die sogenannte Ersatztheologie hat immer noch großen Einfluss, selbst in charismatischen Kreisen, nämlich dass die bekehrten Christen bei Gott geistlich gesehen die Stelle des abtrünnigen Volkes Israels einnehmen. Diese irreführende Theologie hat Gott aber so nie gesagt. Israel war, ist und bleibt sein auserwähltes Volk. Es geht um Gottes Augapfel, ums Eigentliche. 


Wenn wir dieser Tage verfolgen, wie sich die Armeen des Nordens unter Führung Russlands zusammen mit Iran und der Türkei, unterstützt von diversen Terrorgruppen in syrischem Gebiet zusammenrotten, dann erfüllt sich hier gerade alttestamentliche Prophetie (Hes 38 und andere Stellen) live vor unseren Augen – so etwas müssen wir einordnen können. 


Vielleicht mögen wir oberflächlich betrachtet die Siedlungspolitik Israels nicht besonders toll finden oder stimmen mit der UNO, der EU und Deutschland und deren palästinenserfreundlichen Mainstream-Politik überein, die Israel einen Knüppel nach dem anderen zwischen die Beine wirft. Interessanterweise sind die USA gerade vor 4 Tagen aus dem Israelfeindlichen Menschenrechtsrat der UNO ausgetreten, während Deutschland und die EU dieses Gremium in höchsten Tönen lobt. Gott wird die Nationen zur Rechenschaft ziehen, die sich am Ende gegen Israel stellen. 


Es ist wirklich tragisch, dass unsere Nation, die dem Volk Gottes mit dem Holocaust den größten Blutzoll abverlangt hat, nach einer gewissen Verständigungsphase nach dem Krieg heute schon wieder stark israelfeindlich eingestellt ist. Das wird ihr nicht gut bekommen. Aber das ist jetzt nicht unser Thema heute.


Ich habe jetzt das Beispiel mit Israel gebracht, weil es am einfachsten zu verstehen ist was mit einer göttlichen Perspektive gemeint ist. Denn das was mit Israel heute passiert, wenn wir das richtig einordnen und an der Schrift prüfen, dann sind wir auf dem besten Wege eine gute geistliche, von Gott inspirierte Sicht auf diese Dinge zu entwickeln. Das sollte unser Anspruch als reifer Christ sein.


Ich habe mich gefragt, warum Jesus immer wieder an mehreren Stellen sagt: „Wer Ohren hat der höre“, oder so ähnlich. Eigentlich ein komischer Satz, warum sagt er das? Ist doch klar, wenn ich Ohren habe, höre ich damit, was sonst? Ich glaube er betont das extra so besonders und in der Wortwahl auffallend, damit wir wirklich aus Gottes Perspektive hinhören sollen, aus seiner Nachfolge-Perspektive, als Teil des Reiches Gottes, was er gerade baut. Nicht aus der Perspektive, dass das Reich Gottes vor uns steht wie ein großer Berg und wir schauen es uns an.


Das Leben aus göttlicher Perspektive sehen, bedeutet, im göttlichen Fluss leben, sonst hätte Jesus nicht wirklich gesagt „trachte zuerst nach Gottes Reich und alles andere wird euch zufallen“. Und Jesus ist der einzige Mensch, der auf dieser Erde herumgelaufen ist, dessen Worte man unbedenklich auf die Goldwaage legen kann. Das sagt er nicht einfach nur so dahin. Und er möchte, dass wir in dieser Haltung das Leben hier in vollen Zügen genießen, und ausleben, die Schöpfung einatmen, jeder an seinem Platz mit seinen speziellen Lebensumständen. Gott ist ganz und gar kein Spielverderber. Wer weiß, wie einen die unmittelbare Nähe zu unserem liebenden Vater beflügelt und dem Leben Fantasie, Interesse, Schwung und Leichtigkeit gibt, der weiß wovon ich spreche. Und dann sagt Jesus noch etwas wunderbares:


 In Lk 12,28: „Wenn aber Gott das Gras, das heute auf dem Feld steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, wie viel mehr euch, ihr Kleingläubigen!


Unsere Lebensachse, unser Leben hier auf Erden mit Gottes Augen betrachten, geistlich verstehen und einordnen. Dann verliert auch der Tod in seiner ultimativen existenzbedrohenden Form für uns an Bedeutung. In der Welt, ja, da spielt der Tod des Individuums oft eine herausragende Rolle bei den Menschen, weil sie Angst haben vor der Endlichkeit ihres Daseins, ihres Tuns, ihres Lebens. Alles in unserer Zeit ist auf Endlichkeit ausgerichtet. Wie heißt es so schön: Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei. Der Tod ist allgegenwärtig. 


Wir wissen alle, wie schnell es vorbei sein kann, wie fragil unser Leben hier auf Erden ist. Aber wenn Du Teil des Reiches Gottes und bereits in seiner Welt zuhause bist, was kümmert dich dann die Verwandlung deines Leibes in einen Ewigen Leib? Im Gegenteil, wenn man länger darüber nachdenkt, kann man sogar Leute verstehen, die sich oft im fortgeschrittenen Alter danach sehnen, oder man kann zumindest Paulus nachfühlen.

Zum Schluss: Herrscher werden kommen und gehen. In der Schrift in Dan 7,18 steht aber: „Die Heiligen des Höchsten werden die Königsherrschaft empfangen und bis in alle Ewigkeit behalten.“ Nicht die Lenker dieser Welt sind hier gemeint. 


 Wir dürfen voller Vertrauen darauf, dass Jesus und der Vater uns bereits jetzt schon eine Wohnung im Himmel eingerichtet haben, dieses Leben hier in all den Facetten, die es uns bietet, ausleben, mit guten und schlechten Tagen, mit Wohlstand und Armut, mit Gesundheit und Krankheit, mit Anerkennung und Erfolg oder Misserfolg und Missachtung. All das spielt nur eine untergeordnete Rolle, wenn wir unser Leben und unsere Lebensachse aus göttlicher Sicht sehen. Wir haben eine himmlische Perspektive, lassen wir uns davon mitreißen und anstecken. Wir leben ewig und waren, sind und werden immer Kinder des Höchsten sein. Ist das nicht schön?




5.) Coming Home 

Klassische Worship Musik mit all den Mainstream Attributen hat Klemens Schütte viele lange Jahre mit Hingabe praktiziert. Es ist immer wieder staunend zu beobachten, sobald er als Worship Leader - ob alleine oder mit seiner Band - in die Saiten schlägt, gesellt sich der Heilige Geist in ausgesprochen erfahrbarer Weise dazu und bewirkt Heilung und eine spürbare Gegenwart Gottes in der Versammlung.


Besonders begeistert Klemens die einzigartige Liebe des Himmlischen Vaters zu uns als seine Söhne und Töchter. Dies drückt sich auf klare und angenehm zu hörende Weise im vorliegenden Repertoire seiner eigenen Kompositionen aus; wundervolle Balladen und Lieder zum Zuhören aber auch für den Gemeindelobpreis geeignet. Mal kommt die Musik daher wie „mellow waves of shimmering light“, mal wie ein singender „Sohn des Höchsten“; ruhige, sanfte Klänge wechseln mit charakterstarken, rockigen Passagen und Stücken. 


Seine Stimme, seine Gitarre und die anderen Instrumente sprechen, predigen, rufen, seufzen, überzeugen und singen eindringlich von der Größe, Güte, Gnade, Herrlichkeit und Macht des liebenden „Abba Vaters“.

Thematisch steht   Errettung und der göttliche Heilsplan im Vordergrund – aber auch die Dringlichkeit und das unaufhörliche Fortschreiten der Zeit. Klemens ist es wichtig die Menschen, - gerade die Christenheit - wachzurütteln, leben wir doch, wenn man die Prophezeiungen der Bibel ernst nimmt, in den letzten Zeiten von denen Jesus so eindrücklich sprach. 

Die Texte sind Balladen. Sie erzählen uns Bekanntes aber auch Neues aus der unendlichen Schatztruhe „Bibel“. 

Viel Freude beim Hören, Beten, Mitsingen.

Bestellen bei: office@fathershouse-ministries.de

4.) "Neben der Spur:   

 Wie bleiben Christen auf dem richtigen Weg?“

Father’s House Veranstaltung 24. Februar 2018
Referent: Klemens Schütte
 
·         Die Maschen des Widersachers entlarven.
·         Die Zeichen der Zeit erkennen
·         Wie bleiben wir wachsam und stehen fest in diesen turbulenten Zeiten?

 Teil 3: Wie erkennen und wehren wir uns gegen die Angriffe und Beeinflussungen Satans im Alltag?
Alle, die Satan schon einmal mittel oder unmittelbar erlebt haben, die seine Realität im Leben gespürt und seine Kompromisslosigkeit und Grausamkeit seiner Angriffe kennengelernt haben, werden wissen wie wichtig dieses Thema ist und dass wir uns damit auskennen. Und dass man dabei nicht phantasiert oder aus einer Mücke einen Elefanten macht, kann man klar an dem biblischen Kontext erkennen und wieviel Wert Gottes Wort darauflegt.
 
Die Schlüsselstelle ist hierbei Eph 6,12: „Denn wir kämpfen nicht gegen Menschen, sondern gegen Mächte und Gewalten des Bösen, die über diese gottlose Welt herrschen und im Unsichtbaren ihr unheilvolles Wesen treiben.“ Danach schließt sich die Beschreibung der Waffenrüstung an, dazu kommen wir gleich. Aber diese Stelle drückt ganz klar aus, mit was wir es in unserm Leben zu tun haben: Einem immerwährenden Kampf gegen die Mächte des Teufels, gegen Dämonen, Gewalten und negative Beeinflussungen. Dieser Kampf hört nie auf, er wird unser Leben lang andauern.

Warum ist das so? Das liegt zum einen an der Erbsünde, durch Adam und Eva ist der Fluch über die Menschheit gekommen, sie wurde aus der Gegenwart Gottes in diese Welt geworfen. Diese Welt beherrscht aber der Fürst dieser Welt und das ist Satan. Er hat hier große Anrechte und kann mit seinen Möglichkeiten und Helfershelfern viel Unheil stiften und anrichten. Sein Ziel ist immer, Menschen vom ewigen Leben bei Gott, von ihrer Errettung fernzuhalten, koste es was es wolle.

Durch das Blut Jesu und seinen Opfertod am Kreuz haben wir, wenn wir ihn als Herrn in unserem Leben anerkennen, die Gnade, wieder Zugang zu dieser Gegenwart Gottes zu erlangen. Jesus selbst drückt das in Joh. 17,14 folgendermaßen aus: „Ich habe ihnen dein Wort gegeben, und die Welt hasst sie; denn sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin.“ Zwei ganz wichtige Aussagen die Jesus hier trifft.

Wir sind zwar noch in der Welt aber nicht mehr von dieser Welt. Das muss uns klar sein, gerade beim Thema geistlicher Kampf. Und er hat uns sein Wort gegeben, die Grundlage aller geistlichen Auseinandersetzung (dazu später mehr). Das bedeutet, in der Zeit in der wir in der Welt sind, also in unserem Leben hier auf Erden, in dieser Zeit werden wir vom Herrscher dieser Welt angegriffen werden. Die Angriffe sind besonders stark für die Personen, die sich für ein Leben mit Gott interessieren oder zu ihm zurückkommen wollen oder auch für die die zwar Christ geworden sind, denen es aber bis dato nicht oder nur unzureichend gelungen ist, ihr Leben geistlich zu erneuern und zu bereinigen. Hier ist es wichtig, dass wir uns selbst immer wieder überprüfen.

Heute wollen wir uns also einmal mit den Gaben und Möglichkeiten beschäftigen, die Gott uns aus der jenseitigen Welt in die diesseitige Welt an die Hand gibt, um den Attacken des Widersachers standzuhalten bzw. sie zu überwinden.

Es gibt unzählige Möglichkeiten und Bereiche des Lebens in denen der Teufel uns versucht, täuscht, falsch zuredet, falsch überredet, ablenkt, usw. Er tut dies im Alltag in den kleinen und großen Dingen, subtil und bemerkbar, laut und leise (ich habe darüber im Oktober und im Dezember gesprochen -Homepage nachlesen). Um sich gegen diese Angriffe zu wehren, gibt uns Gott eine ganze Reihe von Möglichkeiten an die Hand. Durch die Sünde Adams sind wir zwar aus der unmittelbaren Gegenwart Gottes verbannt, aber wir haben dennoch seine Power und Kraft die wir einsetzen können um den Teufel in unserem Leben in die Schranken zu weisen. Es gibt zwei übergeordnete Kräfte Gottes auf denen dies alles beruht und die uns Gott an die Seite stellt. Gottes Wort und den Heiligen Geist.

1)        Gottes Wort
Gottes Wort ist die einzige verlässliche Quelle der Wahrheit. Allerdings: In der heutigen Zeit (war schon immer so) wird jedoch die angebliche Wahrheit durch Menschen gemacht, nicht durch Gott, sondern durch Meinungsführerschaft, durch Mehrheiten oder durch Ideologie und Religion. Und hier setzt Satan an und verführt. Die Wahrheit – was ist Wahrheit? – An dieser Sache ist schon Pilatus verzweifelt. Die Wahrheit, das ist Jesus, die Wahrheit das ist das Wort Gottes. Nicht mehr und nicht weniger. Steht etwas im Gegensatz zum Wort Gottes, ist es nicht von Gott, können wir es ablehnen bzw. wissen wie wir die Dinge einzuordnen haben. Daher ist auch in der heutigen Zeit so wichtig, dass wir die Schrift kennen und das Wort Gottes aufsaugen. Es ist die einzige unverbogene Quelle der Wahrheit.
 
Mi 6,8 „Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert: nichts als Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.“

Eigentlich sollte es für uns ganz einfach sein: Sein Wort halten, sich an die Schrift halten, seinen Geboten, seiner Richtung folgen. Es heißt, „es wurde uns gesagt was gut ist“, also können wir es wissen. Woher? Durch die Schrift und wie Paulus zu Timotheus sagt, halte fest an den Überlieferungen der Väter. In der damaligen Zeit hatten sie noch keine Bibel, konnten in der Regel nicht lesen und vieles der Lehre wurde mündlich weitergegeben. Halten wir fest: Die Schrift erklärt uns was gut ist, wie der Vater im Himmel denkt und was sein Wille ist. Sie ist das herausragende Prüfkriterium von Wahrheit und Lüge, von Gut und Böse, von Gott und dem Teufel. Jesus bestätigt dies indem er sagt:

Joh 14,23 „Wer mich liebt, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen.“
 
Hier liegt also eine Verheißung in dem Halten des Wortes, nämlich dass Gott Wohnung bei uns nimmt, in uns lebt, Raum gewinnt. Es ist ein Wechselspiel und genauso funktioniert es: Je mehr ich Gott Raum lasse, mich an sein Wort halte, ihn in meinen Gedanken, Taten und Werken zum Zuge kommen lasse, mit ihm permanent verbunden bin, desto mehr wird die Gegenwart des himmlischen Vaters in meinem Leben gegenwärtig.
Einen ersten Hinweis darauf wie der Teufel uns nicht überlisten kann, wenn wir am Wort Gottes festhalten,
 
finden wir in Ps. 119,101: „Ich verwehre meinem Fuß alle bösen Wege, in dem ich dein Wort halte.“
 
Wort hat Kraft. Die Bibel hat Kraft. Denn es ist das geschriebene, von Gott inspirierte Wort. Und das Wort ist Gott. Die Bibel beginnt mit der Schöpfung und da heißt es: „Und er sprach und es ward“. Gott spricht etwas aus und es wird in dem Moment zu Materie, zu Existenz, welch eine Kraft liegt also darin. Die ganze Schöpfung beruht auf dem ausgesprochenen Wort Gottes. Johannes beginnt sein Evangelium mit folgenden fundamentalen Aussagen:
 
Joh 1,1 ff: „Am Anfang war das Wort. Das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott selbst.  Von Anfang an war es bei Gott.  Alles wurde durch das Wort geschaffen; nichts ist ohne das Wort entstanden.  In ihm war das Leben, und dieses Leben war das Licht für alle Menschen.  Es leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht auslöschen können.“
 
Was wir hier herauslesen können, ist gewaltig: Das Wort war und ist Gott, Jesus war und ist das Wort. Durch Jesus ist alles geschaffen. Das Wort Gottes hat alle Macht dieser Welt, es ist Schöpfung und Waffe, es ist Heilung und Liebe, es ist Segen und Kraft, es ist Gott selbst. Wenn wir uns des Wortes Gottes bedienen, bedienen wir uns der Kraft des Allmächtigen, haben wir die schärfste Waffe die es in der Welt gibt, bei uns. Und der Teufel? Er flieht davor, er kann es nicht leiden, er meidet es, er muss weichen, warum? Weil Gott in dem Wort ist und die Gegenwart Gottes vertreibt Satan. Er hat kein Recht mehr, in der Gegenwart Gottes zu sein.
 
Jakobus schreibt dazu: Jak 4,7 „Widersteht dem Teufel, so flieht er von euch.“
 
Wir haben bereits bei Jesu Versuchung in der Wüste durch den Teufel gesehen wie man sich am besten verhält, wenn der Teufel einen versucht:
Nämlich mit den richtigen Bibelstellen zu antworten, sich darauf zu stellen. Das Wort Gottes ist eine Waffe, es ist die stärkste Waffe die
wir haben. Denn wie heißt es bei Paulus über die geistliche Waffenrüstung
 
in Eph 6,11ff „Zieht an die Waffenrüstung Gottes, damit ihr bestehen könnt gegen die listigen Anschläge des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, mit den Herren der Welt, die über diese Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel…. Ergreift das Schwert des Geistes welches ist das Wort Gottes.“
 
Hier wird das Wort noch einmal als Schwert des Geistes beschrieben, eine weitere feine Umschreibung der göttlichen Schöpfer und Richtergewalt.
Obwohl es in diesen Kontext gehört, möchte ich jetzt nicht auf die einzelnen Elemente der Waffenrüstung Gottes wie Paulus sie beschreibt, eingehen. Ihr habt da sicher schon einige Predigten darüber gehört und das ist gut so.
 
Nur so viel: Dieses Kapitel Eph 6 ist tatsächlich eine exzellente Anleitung an der man sich entlanghangeln kann, wenn es um die Auseinandersetzung mit dem Teufel und seinen Machenschaften geht und wie ich mich zu verhalten habe.
 
Die beschriebenen Waffen sind alle geistlicher Natur und dabei spielt wiederum das Wort Gottes die tragende, entscheidende Rolle: Beim Helm des Heils, Gürtel der Wahrheit, Panzer der Gerechtigkeit, Schild des Glaubens, bei den Schuhen zur Verkündigung des Evangeliums, alles fußt auf dem Wort Gottes, vor allem die letztgenannte Waffe, das Schwert des Geistes: Ein Schwert ist eine Waffe und zum Kämpfen ist sie hergestellt, nicht zum an die Wand hängen wie das manche machen.
 
Das Wort ist die Waffe schlechthin.
Wir schauen uns gleich die Handlungen und Auswirkungen des Wortes an, wenn wir es gebrauchen. Vorher jedoch der Blick auf die zweite große von Gott uns an die Seite gestellte Kraft zur Abwehr satanischer Machenschaften: Den Heiligen Geist.
 
2)         Der Heilige Geist als Führung.
Der Heilige Geist war schon immer im Volk Gottes am Wirken. Eine neue Qualität und Dimension erhielt sein Wirken jedoch, nachdem Jesus in den Himmel aufstieg und er ihn am ersten Pfingsten zu seiner Gemeinde sandte. Seither lassen sich Menschen permanent durch den Heiligen Geist im Leben führen und leiten. Er ist Gott, die 3. Person des dreieinigen Gottes. Er wohnt in uns und verbindet sich mit unserem Geist. Er ist notwendig damit wir das uns versprochene Heil erlangen, er bestätigt unsere Jüngerschaft, er ist ein Zeichen unserer Kindschaft von Gott und er führt uns in alle Wahrheit, erforscht und legt uns Gottes Pläne offen. Nur durch ihn sind wir in der Lage, die Dinge zu tun und auszusprechen, die vor Gott wirklich Bestand haben. Die permanente Verbindung mit Gott durch den Heiligen Geist ist das Markenzeichen eines lebendigen Christen.
 
Hierzu ein paar signifikante Bibelstellen:
Röm 8,9 Ihr aber seid nicht fleischlich, sondern geistlich, da ja Gottes Geist in euch wohnt. Wer aber Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein.
Röm 8,14 Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder.
1Kor 2,10 Uns aber hat es Gott offenbart durch den Geist; denn der Geist erforscht alle Dinge, auch die Tiefen Gottes.
1Kor 2,11 Denn welcher Mensch weiß, was im Menschen ist, als allein der Geist des Menschen, der in ihm ist? So weiß auch niemand, was in Gott ist, als allein der Geist Gottes.
1Kor 3,16 Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?

Es geht also um permanenten Austausch mit dem HG. Das ständige Vertraut sein mit Gott. Bin ich mit dem Heiligen Geist verbunden und auf der Schrift gegründet, ist es in den meisten Fällen klar, wessen Ursprung eine Nachricht oder eine Tat ist, des Herrn oder des Teufels.

Es gibt eine wunderbare Bibelstelle für die Führung durch den Heiligen Geist,

Jes 30,21: „Und wenn ihr zur Rechten oder zur Linken gehen wollt, werden deine Ohren hinter dir das Wort hören: Dies ist der Weg; den geht!“
 
Kennt ihr das? Man kann dies auch beim sogenannten Hörenden Gebet praktizieren. Eine Frage dem Herrn hinlegen, still werden, beten, und dann austauschen. Fast immer weist der Herr in der Aussage der Gesamtheit der Beteiligten den richtigen Weg. Es ist faszinierend wie der Heilige Geist uns leitet, wenn wir ihn lassen. Dieser Halbsatz, „wenn wir ihn lassen“, ist aber sehr schwer für uns. Das Problem ist, wir verlassen uns immer eher auf uns selbst als uns ganz in Gottes Arme fallen zu lassen. Ich denke ihr kennt das – andere Predigt. Aber Gott sagt uns seine Leitung zu und so ist diese Bibelstelle vor allem im Alltag relevant, denn oft sind wir mit Situationen konfrontiert, die unklar sind oder bei denen eine klare Weisung aus der Schrift nicht 1:1 übernommen werden kann. Einfache Beispiele dazu finden wir in Nachrichten, der Politik usw. Um hier klar zu bleiben, was von Gott ist und was nicht, brauchen wir den Heiligen Geist und die durch ihn gewirkten geistlichen Gaben (gleich).
 
Von diesen beiden wesentlichen Elementen, dem Wort Gottes und dem Heiligen Geist abgeleitet, wollen wir uns jetzt einmal eine Zusammenstellung der wichtigsten göttlichen Hilfen für uns und den daraus abzuleitenden praktischen Fähigkeiten und Eigenschaften anschauen, die das Zentrum unserer Abwehr satanischer Machenschaften bei uns selbst oder bei anderen sind. Ich werde nicht alle in sämtlicher Ausführlichkeit behandeln, denn jede einzelne Gabe oder Waffe ist eine eigene Predigt wert. Es mag nicht vollständig sein und Abwandlungen hiervon sind im Einzelfall denkbar, denn Gott ist kreativ aber diese Zusammenstellung umreißt das Wesentliche:
 
Das Wort
Der Name Jesus, Autorität einnehmen, Gebieten, Dämonen austreiben
Das Blut Jesus
Sprachengebet
Gabe der Unterscheidung der Geister
Gabe der Erkenntnis, Wort der Erkenntnis, Träume, Hörendes Gebet
Gabe der Weisheit, Wort der Weisheit
Gabe der Prophetie, prophetisches Wort,
Gabe der Krankenheilung, Krankensalbung
Generelle Salbung mit Öl
Der gesunde Menschenverstand, Arzt, Psychologische Hilfe
Lobpreis
Abendmahl
Liebe
 
Wenn wir uns nun eingehender mit geistlicher Kampfführung beschäftigen, dann möchte ich ein paar kleine Vorbemerkungen machen:
Es macht keinen Sinn, Satan ohne Gottes Gaben und Waffen zu bekämpfen. Hier gibt es natürlich ein Riesenangebot im Esoterik Sektor aber dann haben wir wirklich die Situation, dass der Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben wird. Zweifellos gibt es Gaben und Kräfte von Menschen die zum Beispiel Heilungen bewirken oder Erfolg oder ähnliches. Gehen diese Gaben, Befähigungen oder Waffen jedoch nicht von Gott aus, sind sie automatisch eine Waffe des Feindes. Wir haben ja schon in den ersten beiden Vorträgen gehört wie der Teufel Erfolge, Heilungen, Anerkennung, Reichtum und vieles mehr schenken kann. Wir müssen also genau wissen und prüfen, welchen Ursprungs die Gaben sind die wir anwenden oder die bei uns angewendet werden.
 
Keine der beschriebenen Maßnahmen oder Gaben Gottes rechtfertigen, dass man sie schreiend, brüllend, stampfend oder mit anderer besonderer körperlicher Unterstützung wie auch immer geartet, ausübt. Satan und die Dämonen aber auch der Vater im Himmel und Jesus sind nicht schwerhörig. Auch sollte man ruhig, sein, überlegt und bedacht handeln oder sprechen. Ebenfalls ist Gott nicht schwer von Begriff und man muss ihm nicht den gleichen Sachverhalt zigmal in verschiedenen Gebetsversionen vorbeten. Er hat das bereits beim ersten Mal verstanden, eigentlich weiß er es sowieso schon vorher. Ich sage dies, weil es leider beim geistlichen Kampf gerade beim Gebet für andere genügend zirkusartige Auswüchse gibt. Menschen glauben, je lauter oder ausgefallener sie beten, desto vollmächtiger sind sie. Das kann mal im Einzelfall richtig sein, aber wenn wir uns Jesus anschauen, wie er mit den Dämonen umgegangen ist, so war dies stets ruhig, besonnen und unaufgeregt. Die Dämonen nehmen sich gerne wichtig und plustern sich auf, und je mehr man sich darauf einlässt desto mehr gefällt ihnen das. Oft liegt es auch daran, dass man im geistlichen Kampf z.B. im Gebet für andere nervös ist und dann meint, eine Schippe drauflegen zu müssen. Gott voll zu brabbeln, ist nicht immer zielführend. All das ist aber letztlich auch nicht ganz so entscheidend, er sieht sowieso auf das Herz. Wichtig ist, dass wir bei klarem geistlichen Verstand sind, die Verbindung mit dem Heiligen Geist haben und uns keine offenkundigen Sünden belasten. Wenn, dann bekennen wir das und können frei vor Gott stehen.
 
Da die Geistliche Kampfführung wie wir seit Paulus wissen, zumindest bei subtilen Attacken und Angriffen uns selbst gegenüber, zu unserem Alltag gehört, macht es Sinn, sich hier eine gewisse Bet-Kultur oder Gedankenkultur und ein gutes In-sich-Hineinhören anzueignen. Es fängt alles damit an, dass man merkt, der Teufel will einen wieder täuschen oder versuchen oder man stellt es erst im Nachhinein fest, wenn er es schon geschafft hat. Wenn Du nicht weißt was damit gemeint ist, dass Satan durcheinanderbringt und hinters Licht führt, empfehle ich die beiden vorhergehenden Teile dieser Predigtreihe „Neben der Spur“ im Internet auf der FH-Homepage nachzulesen. Es gilt für die Angriffe Satans eine gewisse Sensibilität zu entwickeln.
 
Man kann das wirklich lernen. Das geht nur in der ständigen Zwiesprache mit dem Heiligen Geist. Wenn Paulus davon redet, dass wir ohne Unterlass beten sollen, dann meint er genau das. Klar tun wir auch andere Dinge im täglichen Alltag als beten aber unser Geist kann immer in einer quasi Hab-Acht Stellung und Verbindung mit Gott sein. Dies hängt immer und ausschließlich von unserer Beziehung und Nähe zu Jesus ab. Sind wir eng mit dem Herrn verbunden, fällt uns dies viel leichter.
 
Andererseits müssen wir – wenn wir vollmächtiges Gebet, Salbungen oder geistliche Kampfführung im Dienst an anderen ausüben – keine Heiligen sein, wer ist das schon? Am besten ist, locker zu sein, entspannt vor Gott zu treten – ich weiß, es gelingt nicht immer. Jesus ist der Sieger, so oder so. uns kann nichts passieren denn ER ist der Handelnde. Wir sind seine Kinder und so sieht er uns, wir werden niemals aus seiner Liebe fallen.
So, jetzt zu den einzelnen Gaben, Waffen, Maßnahmen oder Möglichkeiten die Gott uns an die Hand gibt. (Liste).
 
Das Wort
Zum Wort haben wir eben schon viel gesagt. Mit dem Wort Gottes antworten, vorangehen, das ist wie mit dem Schwert des Geistes zuschlagen. Sich im Wort auskennen, bedeutet, über ein gutes Potential an Waffen zu verfügen. Auch wenn vielen unter uns von Haus aus eigentlich nicht so zum Kämpfen zumute ist und es vielleicht nicht gerne an sich heranlassen: Wir sind ständig in einem Kampf. Wenn du bereits dein Leben in Gottes Hände gelegt hast, wirst du merken, wie Satan dich immer wieder zum Kampfe und zum Widerstehen herausfordert.

Je reifer und erfahrener man im Umgang mit diesen Angriffen wird, desto entspannter kann man in der Gegenwart Gottes leben. Jesus zeigt die Tatsache des fortwährenden Kampfes deutlich in seiner Rede an die 7 Gemeinden in den Sendschreiben der Offenbarung. Diese stehen für unterschiedliche Zeiten der Gemeinde Gottes und unterschiedliche Formen und deren Leiterschaft. Trotz unterschiedlicher Nuancen für die jeweilige Gemeinde ist doch eine Formulierung bei allen 7 immer die Gleiche: Er sagt zu jeder Gemeinde, zu jedem Christen immer diesen Satz „wer überwindet, der wird“… und dann folgt eine Verheißung: die Krone des Lebens bekommen oder ähnliches. Wer überwindet – dieses Wort unterstreicht, dass wir uns aus Gottes Sicht ganz klar in einem Kampf befinden, als Jünger Jesus sind wir sozusagen automatisch Teil dieses Kampfes. Daher sollten wir uns mit den Waffen die Gott uns zur Verfügung stellt, ausrüsten und auskennen.

Die Grundlage, das 1x1 oder wenn man so will den Soldatenanzug ohne den ich nicht vor die Tür trete, bildet das Wort Gottes. Man kann nie genug darin lesen und sich auskennen. Wenn Du viel Auto fährst, nutze die Zeit, besorge Dir eine Hör-bibel, höre das Wort. Ich mache das inzwischen seit Jahren und es gibt keine Fahrt, bei der ich nicht wieder eine neue Erkenntnis gewonnen oder eine neue faszinierende Geschichte entdeckt habe.
 
Der Name Jesus, Autorität einnehmen, Gebieten, Dämonen austreiben
Der Name Jesus ist über allen Namen. In der Autorität seines Namens sprechen wir Heilung zu, befehlen wir Dämonen zu weichen, nehmen wir vom Teufel geraubtes Land bei uns und unseren Mitmenschen ein. Der Name Jesus wirkt auch bei Nichtchristen und Unbekehrten. Ich kenne viele Geschichten wie Menschen im Zustand körperlicher oder seelischer Verzweiflung nur den Namen Jesus herausbringen und ihre Situation wurde besser. Z.B. wenn sich Dämonen auf Brust und Lunge setzen und Beklemmung bis hin zu Todesangst verursachen, das machen sie gerne. Der Name Jesus hat göttliche Vollmacht und Autorität und die Mächte der Finsternis zittern vor ihm. Die Dämonen wissen sehr wohl um die Bedeutung des Namens Jesu.

Wohlgemerkt – es wird Situationen geben wo wir beten im Namen Jesus und Gott nicht heilt oder handelt. Das gilt übrigens für jedes Gebet. Wir müssen verstehen und auch so an die Dinge herangehen, dass Gott kein Münzautomat ist, wo ich oben etwas hereinwerfe und unten kommt meine gewünschte Lösung heraus. Das gibt es nicht und es ist gut so, denn dann hätten wir Kochrezepte. Es kommt auch nicht darauf an ob wir brüllen oder lautstark gebieten oder sanft säuseln. Gott ist der Souverän und er nimmt unser Gebet ernst und verändert Dinge, manchmal jedoch nicht so wie wir es wünschen. Er sieht uns als Kinder der Ewigkeit. Und er beurteilt die Dinge die wir beten, im ewigen Licht. Ich habe neulich in einem Buch zu diesem Thema gelesen: Wenn er uns alles geben würde um was wir ihn bitten, dann hätte er unser Schicksal in unsere Hände gelegt. Damit wäre Gott nicht mehr Gott und das wäre sicher nicht gut für uns auf Dauer. Denn wir sehen nur auf Zeit, ER sieht die Unendlichkeit. Alles wird uns zum Besten dienen.

Der Name Jesus ist die stärkste Kraft im Universum. David spricht in Psalm 86 davon: „Lehre mich Herr Deinen Weg, dass ich wandle in deiner Wahrheit. Erhalte mein Herz bei dem einen, dass ich deinen Namen fürchte“. Ein interessantes Gebet, den Namen Jesu zu fürchten quasi zum Mittelpunkt unseres Trachtens und Gebetes zu machen. David wusste auf was es ankommt. In dieser Welt, die Satan gehört, die von ihm durchtränkt ist und in der immer mehr des Teufels Machenschaften auf allen Ebenen offenbar werden, ist der Name des Herrn verbunden mit der Hingabe unseres Lebens an ihn das einzige wirksame Gegenmittel. Alles was wir tun, beruft sich auf sein Wirken und seinen Namen. (Wir sollten mal einen Vortrag über die Bedeutung des Namens Jesu halten…?).

Das Blut Jesu
In diesem Zusammenhang will ich kurz das Blut Jesu erwähnen. Es ist ebenfalls einer der stärksten Waffen, vor allem zum Schutz. Wenn wir beten für uns, für bestimmte Dinge, oft stellen wir uns unter den Schutz des Blutes Jesu, denn sein Blut ist geflossen zur Vergebung unserer Schuld. Und durch die Reinigung unserer Verfehlungen in seinem Blut sind wir gerecht vor Gott geworden. Darauf können wir uns stellen, darauf können wir vertrauen. Nichts anderes besagt es, wenn wir uns unter den Schutz des Blutes Jesu stellen. Es ist eine zusammengefasste Waffenrüstung die wir anziehen können.

Sprachengebet/Auslegung
Zum Sprachengebet nur so viel: Man nutzt es leider viel zu wenig. Es ist ebenfalls eine enorm starke geistliche Waffe, denn durch das Beten in Sprachen wird eine nicht mit dem Verstand zu kontrollierende Verbindung von unserm Geist zu Gottes Geist geschaffen.  Wenn du diese Gabe noch nicht empfangen hast, trachte danach, bete darum, lass dir von Leitern dazu die Hand auflegen um sie zu empfangen. es ist sehr wichtig. (Wir können das hier jetzt danach machen). Man kann das Sprachengebet vielleicht am besten mit dem 7-maligen Umherziehen des Volkes Israels um die Mauern Jerichos vergleichen, bis am 7. Tag die Mauern fielen und sie die Stadt einnehmen konnten. Wer öffentlich in Sprachen betet – das kommt hier bei uns eher seltener vor – das macht nur Sinn, wenn man es auch auslegt. Das Sprachengebet als innerer Begleiter, gerade bei offenkundigen satanischen Anfechtungen ist unbezahlbar. Es schützt uns und hilft, klaren Verstand über die Sache zu behalten oder zu erlangen.
 
Gabe der Unterscheidung der Geister
Diese Gabe empfinde ich in der heutigen Zeit als besonders wichtig und ich bete immer wieder darum, dass Gott sie mir in den Situationen wo ich sie brauche, verleiht. Wir haben in den Predigten zuvor zu diesem Thema genau analysiert wie perfide und versteckt der Teufel uns versucht oder von Gott wegzubringen versucht. Wie kaltblütig und gemein seine Attacken sind, selbst vor dem Wort Gottes als Waffe macht er nicht halt. Er ist der Fürst und Herrscher dieser Welt, also sind wir zwangsläufig in seinem System der Täuschung und Fälschung, der Verleugnung von Wahrheit und Vernichtung ausgesetzt. Wir können dem nur entkommen, in dem wir uns an die Schrift halten und eben besonders die Gabe der Unterscheidung der Geister erbeten. Alleine die Intentionen der Berichterstattung von Nachrichten und Meldungen in den Medien der heutigen schnelllebigen Zeit einzuordnen, geht ohne diese Gabe so gut wie gar nicht.

Zwei Beispiele: Wie soll ein gutmütiger Mensch oder ein Politiker der ohne Gott und den Heiligen Geist lebt, erkennen, dass ein Großteil der Berichterstattung über die Lebensbedingungen der Palästinenser vom Hintergedanken getrieben ist, die Juden müssen aus Israel verschwinden bzw. ins Meer getrieben werden. Das kann man nur mit dem Heiligen Geist und der Gabe der Unterscheidung dieser Geister. Oder wie soll jemand der sich nicht für Gott und seine Werte interessiert noch erkennen, dass die von den meisten Parteien und Medien propagierte Gutmensch-Political Correctness und Gender Mainstream Bewegung in diesem Land den Grundsätzen der Bibel widerspricht und damit zum Werteverfall dieser Nation exponentiell beiträgt. Man braucht die Gabe übrigens auch um zu erkennen, dass die wörtliche Auslegung der Bibel da wo es geht – und es geht fast in den meisten Fällen – gottgewollt ist. Eine Übertragung biblischer Tatschen und damit eine Verfälschung zum Beispiel endzeitlicher Ereignisse, ist nicht von Gott, aber das ist ein schmaler Grat hier und schwer zu erkennen. Überhaupt, je schmaler der Grat ist und je schwieriger die Wahrheit zu finden ist, desto mehr ist diese Gabe von Nöten. Die Gabe der Unterscheidung der Geister ist sozusagen ein geistlicher Fake-News-Detektor. Es lohnt sich, meiner Meinung nach mehr als für viele der anderen Gaben genau für diese zu beten.

Gabe der Erkenntnis, Wort der Erkenntnis, Träume
Gabe der Weisheit, Wort der Weisheit, hörendes Gebet
Gabe der Prophetie, prophetisches Wort,
Zu den 3 prophetischen Gaben, Weisheit, Erkenntnis, Prophetie, will ich heute nicht viel sagen, außer dass sie helfen können, den eigenen Weg klarer sehen zu können und damit den Teufel in seinem Verwirrspiel auszubremsen. Dazu gehören mitunter auch Träume, siehe die Geschichte von Josef, dem Vater Jesu. Diese Gaben sollte man sehr behutsam einsetzen und die daraus resultierenden Ergebnisse muss man unbedingt prüfen und nicht immer 1:1 übernehmen. Viel Schaden ist entstanden, wenn einerseits die mit diesen Gaben besonders ausgestattete Menschen nicht wirklich auf den Heiligen Geist gehört haben, oder andererseits, die, denen eine Prophetie oder Wort der Weisheit zuteilwurde, sie nicht an der Schrift und am Herzen geprüft haben.

Dazu ein einfacher Tipp: Wenn ein Wort in dein Leben hineingesprochen wird, muss das auch ein positives, bestätigendes Echo in deinem Herzen finden. In der Regel bereitet der Geist Gottes uns darauf vor und wir sind auf bestimmte Weise bereit, dieses Wort der Erkenntnis, oder diese Prophetie aufzunehmen. Diese Gaben der Weisheit können helfen, uns klarer auf der Spur zu halten, Satan und seine Verwirrungen in die Schranken zu weisen. Natürlich sind diese Gaben auch entscheidend, wenn es um das Erkennen der Zeichen der Zeit geht und um das Wachrütteln und Weisung für die Gemeinde in diesen Tagen. So gesehen, sind wir mit den Themen die wir hier im Fathers-House in unseren Predigten, den Liedern und den Videos behandeln, eindeutig auf diese Gaben angewiesen. Und nur mal so nebenbei: Wir prüfen sehr sorgfältig und uns gegenseitig, wenn wir hier grundlegende Dinge über die Endzeit oder Israels Rolle in diesen Tagen oder das Herz des Vaters besprechen und bitten um Weisheit und Erkenntnis.

Gabe der Krankenheilung, Krankensalbung
Es ist wie wir von Jesus lernen können, eines der ureigensten Aufgaben eines Nachfolgers Jesu, für Kranke zu beten. Bei einem selbst, und für andere. Man bittet den Herrn, das Leiden wegzunehmen oder zu verringern oder man kann auch Autorität im Namen Jesu einnehmen und der Krankheit befehlen zu weichen. Oft passiert etwas, oft passiert nichts. Wie vorhin schon erklärt, Gott ist der Souverän und er weiß am besten was für uns gut ist.(separates Thema)
Beim Krankengebet ist meistens viel Emotion mit im Spiel und eine hohe Erwartungshaltung an die Heilung durch den Herrn. Damit verbunden sind auch oft Enttäuschungen, wenn keine Heilung stattfindet, Gott hat hier manchmal einen schweren Stand.
 
Das macht sich der Teufel natürlich gleich zunutze und kommt mit Sprüchen wie – siehst du, die anderen werden geheilt, du nicht, Gott mag dich nicht sonst hätte er dich gesund gemacht usw. – wir kennen das. Alles totaler Humbug und das beste Beispiel in der Bibel ist Hiob. Er wurde so mit Krankheit geschlagen und nicht geheilt, aber um was ging es in dem eigentlichen Wechselspiel zwischen Gott und dem Satan bei Hiob? Ob er Gott verleugnet oder nicht, ob er trotz aller Plagen an Gott festhält. Ich will das Thema hier nicht ausweiten, denn daran schließen sich ganze theologische Debatten an, aber es gibt auch Krankheiten und Schicksalsschläge mit denen müssen wir leben, die kommen und wir können sie nicht „weg beten“. Es steht nirgendwo geschrieben, dass das Leben hier für uns leicht und ein Zuckerschlecken sein soll. Zum Thema Krankenheilung noch ein Punkt: Es gibt Menschen, die von Gott eine besondere Gabe der Heilung empfangen haben und es ist kein Fehler, auch mal solche Leute oder Gottesdienste etc. aufzusuchen, wenn man gesundwerden will. Allerdings muss man auch dies richtig einordnen und nicht den Menschen höher ehren als Gott. Der Satan lauert bei Krankheiten an jeder Ecke. Nicht alle Krankheit ist von ihm, aber er macht sich Krankheiten zunutze uns im Glauben frontal anzugreifen.
 
Generelle Salbung mit Öl, Gebet der Ältesten/Leiter
Ein paar Worte zur Salbung mit Öl. Hat eine tiefe alttestamentliche Bedeutung, Leiter, Könige, Priester wurden so in den Dienst eingesetzt. Auch wir tun dies heute noch manchmal, wenn wir jemand für einen Dienst an der Gemeinde einsetzen oder aussenden. Weiterhin kann die Salbung mit Öl ein sehr stärkendes und bekräftigendes Element in unserem Gebet für Heilung oder für andere Dinge sein. Satan hasst das Salböl und weicht, wenn es im Glauben verwendet wird, aber es gilt auch wieder hier, es ist kein Glücksbringer oder eine „Methode“, wenn wir es als solches begreifen, dann ist es schon der Tod im Topf.

Der gesunde Menschenverstand, Arzt, psychologische Hilfe
Nun noch ein paar Worte zu dem was mir im Zusammenhang mit geistlicher Kampfführung besonders am Herzen liegt. Nicht alles was uns im Leben widerfährt, ist satanischen Ursprungs, nicht hinter jedem Busch lauert ein Dämon. Viele geistliche Highflyer sind gut beraten, manchmal die Kirche im Dorf zu lassen. Viel Veränderung im Leben, für die wir beten und bei denen wir auch in den geistlichen Kampf treten, sind Prozesse. Für Gott ist oft der Weg das Ziel, im Laufen sollen wir fliegen lernen, nicht sitzen und warten, dass er etwas tut. Und gut Ding will Weile haben. Wie oben schon mal gesagt – für unseren Vater im Himmel sind wir Kinder und auf einem langen Weg bis hinein in die Ewigkeit. Er sieht uns immer in diesem Licht. Das bedeutet, dass nicht alle Schwierigkeiten in dieser Welt auch in diesem Leben gelöst werden oder gelöst sein müssen. Wir haben kein Anrecht auf immerwährende Gesundheit oder Wohlstand oder oder...

Noch ein Wort an die vielen Seelsorger und die Super Arbeit die sie tun: Bei allem Verständnis und Weitblick für bestimmte Situationen sollte man manchmal auch bedenken, dass professionelle Hilfe angezeigt ist, ein Mensch in eine psychologische Betreuung oder zu einem Arzt gehört. Ich habe schon so viel geistlichen Krampf auf diesem Gebiet erlebt, bei mir persönlich als auch bei anderen. Also, seinen wir barmherzig mit uns und schalten wir unser Hirn ein. Wenn es um geistlichen Kampf geht, fragen wir den Heiligen Geist was zu tun ist, dann werden wir schon den Weg Gottes erkennen. Dazu gehört auch, sich zu informieren, geistlichen Austausch mit anderen Vätern und Müttern im Glauben zu suchen, nicht mit Halbwissen dem Teufel gegenübertreten, das geht meistens schief.

Lobpreis
Der Harfe spielende David, dessen Spiel die Seele des Königs Saul besänftigen konnte, ist das markanteste biblische Vorbild dafür, wie sich durch Lobpreis die geistliche Welt verändert. Wir wissen wie gut Lobpreis ist, es ist nicht nur eine Freude dem Herrn Lieder zu singen, es passiert auch etwas in der unsichtbaren Welt. Daher beginnt man die meisten Veranstaltungen in den Gemeinden, auf Konferenzen mit Lobpreis. Als langgedienter Lobpreisleiter weiß ich um die Kraft des geistlichen Musikmachens. Wenn Du selbst singen kannst oder ein Instrument spielst, wirst Du das bereits wissen. Aber auch das Anhören guter, geistgewirkter Musik hilft die Luft zu reinigen. (Empfehle die CD Coming Home)

Abendmahl
Ich möchte noch das Abendmahl erwähnen. Es ist ein Beispiel für die Liebe Gottes und den ursprünglichen schöpferischen Gedanken den der Vater im Himmel hatte, als er den Menschen schuf. Nämlich Gemeinschaft mit ihm haben, zusammen feiern, essen und trinken. So hat es Jesus gemacht am Abend seines Verrats. Im Abendmahl gedenken wir besonders der Gemeinschaft mit Gott und dessen was er für uns getan hat. Hierin liegt eine gewaltige geistliche Kraft verborgen, wo immer Gott geehrt wird, fließt Kraft vom Himmel. Wir sollten in unseren Gemeinden, Gemeinschaften und Beziehungen viel mehr Abendmahl zum Gedenken an Jesu Tod und Auferstehung feiern, das würde uns guttun.
 
Liebe
Paulus sagt in 1. Kor. 13,2: „Und wenn ich prophetisch reden könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, sodass ich Berge versetzen könnte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts.“ Um mit den Beatles zu sprechen: All you need is love. Da ist in gewisser Weise etwas dran. Die Liebe steht über allem. Und das müssen wir bei allem bedenken. Die Liebe deckt alles zu, sie ist stärker als der Feind, sie befreit, sie erhält, sie gibt Kraft zum Überleben und Durchhalten. Gemeint ist vor allem die Agape, diese schenkende, sich hingebende Liebe, die Jesus am Kreuz für uns zur Perfektion ausgeführt hat. Ohne Liebe kein geistlicher Kampf, kein Sieg, kein Durchbruch. Auch ist die Liebe zu der Person, der ich möglicherweise im geistlichen Kampf diene, oberstes Gebot. Ich kann noch so viel drauf haben geistlich, wenn ich nicht mi den liebenden Augen des Herrn durch die Welt gehe, bringt das alles nichts.

Abschluss:
Jesus sagt zu uns: Ihr seid nicht von der Welt, aber ihr lebt in der Welt, wie Schafe unter Wölfen, aber ihr habt einen Pass und ein Haus im Himmel, das ist eure wahre Staatszugehörigkeit. Nur der wahre Gläubige kann sich dem System Satans entziehen das über die Welt herrscht, sei es in Gedanken durch die Gaben der Geisterunterscheidung und Erkenntnis, sei es im praktischen Widerstehen von Versuchungen. Nur dadurch kann man einordnen, dass auf dieser Welt alles nur Stückwerk ist und bleiben wird. Die menschengemachte Ideologie des Universalismus und Humanismus, die denkt der Mensch kann mit seiner Entwicklung, seinem Forscherdrang die Welt beherrschen, wird gnadenlos scheitern, denn der Mensch ist ein Geschöpf Gottes und sobald er sich gegen ihn erhebt und denkt er kann es besser, zieht er den Fluch Gottes auf sich und das geht schief. Alle Vertreter und Anführer des Gutmensch-Humanismus dieser Tage, alle Weltverbesserer des Sozialismus, Kapitalismus, andere Ismussen, all diese Menschen sind meist ohne ihr Wissen nichts als das Werkzeug Satans um die Menschheit zu verführen und von Gott wegzubringen.
 
Der Teufel macht sie sich zunutze und er kennt keine Gnade. Alles wird vernichtet werden, was nicht aus Gott geboren ist. Sobald sich der Mensch selbst erhöht und gut findet, betritt er schlüpfriges Eis, genau wie Adam und Eva. 
 
Aber dieser Gedanke, zu Gott, zum Himmel zu gehören, der hält uns aufrecht und trägt uns durch. Es ist diese Hoffnung, die mehr ist als Hoffnung, es ist das Wissen, das innere Zeugnis des Heiligen Geistes, dass du gerettet bist, egal was hier auf Erden noch kommt, oder welches individuelle Schicksal jeder einzelne von uns hat oder erleiden muss. Wir werden bei ihm sein und uns wird vergeben werden. Wir werden ewig leben und die Herrlichkeit Gottes und seine neue Schöpfung wird uns auf ewig umgeben.
 
Es gibt übrigens interessanterweise schon sehr früh in der Bibel ein Zeugnis eines Mannes Gottes zum Leben außerhalb dieser Welt: Bei Jakob, als er schließlich mit seinen Söhnen ins ferne Ägypten kam und vom Pharao befragt wurde wie alt er ist, da sagt Jakob: Die Tage meiner Fremdlingsschaft auf dieser Erde sind 130 Jahre. Jakob hat etwas von der wahren Bedeutung dieses und des jenseitigen Lebens erfasst. 
Machen wir uns das zu eigen und nutzen wir die Gaben und Möglichkeiten die uns Gott an die Hand gegeben hat, dem Teufel zu widerstehen, dann werden wir gut durch dieses Leben kommen.
 

3.) Neben der Spur -  

von Klemens Schütte
Wie bleiben Christen auf dem richtigen Weg?“  -Teil 2- 

anlässlich unserer Father’s House Veranstaltung am 30.12.2017
Die Maschen des Widersachers entlarven.
Die Zeichen der Zeit erkennen
Wie bleiben wir wachsam und stehen fest in diesen turbulenten Zeiten?
           
Teil 2: Wie versucht Satan unser Glaubensleben zu beeinflussen?
Satan als Herrscher der Welt Kirche Ersatztheologie
Zugehörigkeit erwirkt Heil muss erarbeitet werden
Kulte Weltkirche Gesetze, Regeln
Verführung,Uniformismus, Humanismus, Spötter
Beschäftigung, Betäubung und Ablenkung
Falsche Lehre, Oberflächlichkeit Satan ist der Herrscher der Welt:

Ich möchte vorab sagen womit der heutige Vortrag sich nicht beschäftigt: Und zwar werde ich nicht sprechen über die Manipulation und das Wirken Satans an unserem inneren
Menschen, in unserem inneren geistlichen Leben. Z.B. das Streitig-machen oder Abstreiten von Heilsgewissheit – viele bekehrte Christen haben keine Heilsgewissheit – oder das Thema widerkehrende Sünden – die innere Suggestion: Du schaffst das nie, Du bist Gott nicht würdig usw. Das alles ist ein eigenes Kapitel für sich und wir werden dies im neuen Jahr an anderer Stelle behandeln.

Ich möchte den heutigen Vortrag damit beginnen, dass wir uns die gegenwärtige Situation in dieser Welt in der wir uns befinden, noch einmal mit göttlichen Maßstäben anschauen: 

Mt 4.8-9: „Wiederum führte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit und sprach zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest.“ 

Wir stellen fest, die Realität ist, dass Satan der Herr dieser Welt ist, er besitzt und beherrscht die Regierungen auf der Erde, die Reiche und Nationen, er infiltriert Menschen und deren Taten. Sonst hätte er Jesus nicht dieses Angebot machen können, nur damit dieser ihn anbetet. Die Schrift bestätigt auch an anderen Stellen, Satan ist der Herrscher dieser Welt. Seine Macht hier ist jedoch nicht unbegrenzt wie wir das letzte Mal aus der Geschichte mit Hiob gelernt haben, sich mit dem Glauben beschäftigen und mit denen wir umgehen. Und es kann gut sein, dass Fragen zu diesen Themen hochkommen, wenn wir mit Menschen über den echten Glauben an Jesus Christus reden. Den wahren Glauben heutzutage zu leben und auch argumentativ zu untermauern, so dass Menschen, die den Heiligen Geist nicht haben und damit Gottes Zeugnis über sich selbst nicht erfahren haben Gott setzt ihm Grenzen, der Vater hat immer die Kontrolle. Satan ist eins von Milliarden Geschöpfen aber Gott ist der Schöpfer.
 

2.Tess. 2, 7-8: Denn es regt sich zwar schon überall diese verborgene Macht des Bösen, aber noch wird sie von dem einen aufgehalten. Sie wird erst offen zutage treten, wenn derjenige, der ihr bisher noch im Weg steht, nicht mehr da ist. Dann allerdings erscheint der Feind Gottes in aller Öffentlichkeit. Wenn aber Jesus, der Herr, in seiner Herrlichkeit kommt, wird er ihn endgültig vernichten. Ein Hauch seines Mundes genügt.  


Was zurzeit also passiert ist, dass die Macht des Bösen schon am Wirken ist, und Gott sie aber noch in Grenzen hält durch die Gegenwart des Heiligen Geistes, den Zurückhalter. Mit dem Beginn des Messianischen Zeitalters, in das wir langsam hineintreten, wird sich dieser mehr und mehr zurückziehen, so dass in der vor uns liegenden Zeit Satan immer mehr wüten kann und schließlich in Person des Antichristen ganz offen die Weltherrschaft anstrebt. Wir leben also geschichtlich nach biblischer Prophetie in einer hochbrisanten Zeit. Wenn Paulus hier von der verborgenen Macht des Bösen spricht, die da am Wirken ist, dann bezieht er das darauf, dass Satans Handeln in den meisten Fällen nicht auf den ersten Blick erkennbar ist, nicht immer offenkundig böse. Und dann wird es für uns Christen oft schwierig, den richtigen Weg zu erkennen. 

Zur Erinnerung: Noch einmal ein kurzer Blick auf die Prinzipien mit denen Satan die Menschen verführt: Lüge, Verwirrung, Biblische Zitate, Nachahmung Gottes, Zwietracht säen, Recht des Stärkeren, Selbstsucht, Egoismus, Werteverlust, Gott ausblenden, Heilungen, Verdrehung der Schrift….

Nachdem wir uns ja im Oktober die biblischen Grundlagen und Prinzipien angeschaut haben, mit denen Satan die Menschen verführt (siehe unten), wollen wir heute mal einen eher praktischen Blick auf Teilbereiche werfen, die gerade uns Christen und den Glauben angehen. Wie hat der Teufel beim Thema Glauben die Menschen auf die falsche Fährte gelockt, neben die Spur gezogen wie der Titel der Vortragsreihe heißt, bzw. wie tut er es immer noch? Wir müssen das zum einen für uns selbst klären, zum anderen betrifft es das Leben der meisten Menschen, die, ist gar nicht so einfach. Wir sollten daher wissen, wie der Teufel die Menschen eingelullt hat und welche Haupteinflüsse und Haupttäuschungsmanöver er fährt.

Fangen wir mit dem großen Bereich der Kirche an: 
Manche werden fragen: Wieso redet er jetzt über die Kirche? Wenn doch schon die Kirche den Boden der Wahrheit verlässt, was ist denn dann noch zu glauben? Bei genauer Betrachtung stellen wir jedoch fest, dass die Kirche alles tut und getan hat um Menschen von Gott wegzuziehen. In ihrer geschichtlichen Entwicklung kehrt ein Prinzip des Teufels immer wieder: Nämlich das Verlassen des Wortes Gottes und die Eigeninterpretation sogenannter göttlicher Vorgaben. Also das gleiche wie bei Adam und Eva (1. Teil).
 
Zuerst muss man feststellen, dass sich große Bereiche der Groß-Kirchen heute inklusive ihrer Leiterschaft eher als eine liberale Sozialgemeinschaft verstehen, der die Verwirklichung von Prinzipien des Humanismus wichtiger geworden ist als das Lehren und Befolgen des Wortes Gottes. Man muss sich hierzu nur einmal die Grundsatzreden zum Amtsantritt des Ratsvorsitzenden der Evangelischen und des Vorsitzenden der Bischofskonferenz der Katholischen Kirche anschauen. Auch der Papst ist auf genau diesem Kurs unterwegs. Man kann das natürlich so machen und so wollen, muss dann aber wissen, dass diese Kirchen nichts mehr oder kaum noch etwas mit der wahren Lehre der Bibel zu tun haben und dass der Heilige Geist sich dort immer mehr zurückzieht. Wir reden hier im biblischen Sinne über die sogenannte Namenschristenheit, die überwältigende Mehrheit aller sich Christen nennenden Menschen. Die Wahrheit ist aber, diese wird trotz ihrer guten Werke leider nicht zu denen gehören die in Gottes Reich kommen. Denn die Bibel ist da ganz klar, wer das Wort Gottes verlässt, verlässt den Pfad des Heils.  

Jesus sagt in Mt. 7,21 ff: „Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr!, in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen meines Vaters im Himmel tun. Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt? Haben wir nicht in deinem Namen Dämonen ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele Machttaten getan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch nie gekannt; weicht von mir, die ihr das Gesetz übertretet!“ 

Die Frage stellt sich: Wo hat die Kirche/die Menschheit das Biblische Wort verlassen?
Ersatztheologie: Schon sehr früh nach Anerkennung der christlichen Religion als Staatsreligion durch Konstantin im 4.Jht. n.Chr. hörten zwar die Verfolgungen der an Jesus gläubigen Juden und Heidenchristen auf. Andererseits begann damit der schleichende Siegeszug der Ersatztheologie. Die Juden sind schuld am Tod des Messias, das Heil geht jetzt auf die Christen über. Die Christen sind zu den wahren Erben des Reiches Gottes geworden und die Verheißungen, die Gott den Juden gab, sowie die Bünde die er mit ihnen schloss, sind auf die Christen übergegangen oder gelten nicht mehr. Heidenchristen übernehmen also die Rolle des auserwählten Volkes Gottes. Leider hat der Teufel es geschafft, dass sich diese biblisch komplett falsche Theologie auch in der heutigen evangelikalen und charismatischen Christenheit breitgemacht hat und so gelebt wird. 

Dies wird sogar mit der Schrift begründet und man muss als Gotteskind sehr aufpassen, hier nicht ins falsche Fahrwasser zu geraten denn wir haben ja gelernt der Satan benutzt die Schrift um insbesondere die Christen zu verwirren. Gott hat zu keinem Zeitpunkt seine Bünde aufgekündigt noch transferiert oder seine Verheißungen an sein Volk Israel eingestampft. Hier erleben wir, wie anstelle einer wörtlichen Auslegung durch eine übertragene Auslegung der Bibel Wahrheit verdreht wird. Aber wir sagen das hier nicht umsonst wie wichtig es ist, die Bibel wörtlich zu nehmen, da wo es geht und meistens geht es. Hellhörig sollten wir immer dann werden, wenn Prediger, Pastoren, eine Gemeinde, geistliche Leiter, oder wer auch immer Israel in ihrer Theologie komplett ausblenden oder sogar sagen, die Geschichte mit Israel, das ist Altes Testament und jetzt nicht mehr gültig oder interessiert mich nicht.  

Die Zugehörigkeit zur Kirche erwirkt das Heil, nicht der der Glaube bzw. die freie Glaubensentscheidung des reifen Menschen an Jesus Christus. Hier haben sich alle möglichen unbiblischen, satanischen Auswüchse entwickelt die inzwischen Standard sind in unserem Alltag. Es beginnt mit der Kindestaufe und setzt sich fort in Kommunion, Konfirmation, Firmung, nicht zu vergessen die Erteilung diverser Sakramente, die ebenfalls laut kirchlicher Lehre wichtig sind für das Heil.  


Um die Täuschung perfekt zu machen, kann man auch noch etwas selbst tun, wenn ein geliebter Mensch schon verstorben ist. Man kann eine Messe für ihn lesen lassen, für die Seele der Verstorbenen beten, damit das Fegefeuer und ähnliche Dinge ihm gnädig gestimmt sind. Wir müssen hier ganz klar sagen: All das sind Auswüchse menschlicher Phantasie, größtenteils um die Gläubigen zu befrieden oder um die Macht der Kirche zu erhalten. Aber Satan hat es über die Jahrhunderte/Jahrtausende geschafft, diese Art des Glaubens zur vorherrschenden Ideologie oder Religion im Abendland und Nord- und Südamerika zu machen. Dadurch werden leider ganz viele Menschen in die Falle gehen. Wahrscheinlich kommen auch viele von uns aus diesem Hintergrund oder man hat Verwandte und Bekannte oder Freunde die hier betroffen sind. Das teuflische an der Sache ist, es ist sehr schwer jemand aus dieser unbiblischen Lehre und Verhaltensmustern zu reißen, weil die ganze Gesellschaft darauf eingenordet ist.

Eine weitere große Lüge des Teufels, der im Prinzip fast alle Christen, allerdings auch große Teile der Evangelikalen und Charismatischen Christenheit aufgesessen sind, ist, ich muss etwas tun um mein Heil zu erarbeiten. Markant sind bis heute trotz Luther und der Reformation die Erbringung von Leistungen zur Erlangung von göttlicher Gnade. Wir erleben, gerade in Charismatischen Kreisen, oft sogenannte DIENosaurier mit IE, die dienen, dienen, dienen um dabei das gute Gefühl zu bekommen, für den Herrn etwas getan zu haben und somit ihre Errettung und Gnade rechtfertigen zu können. Wir haben eben schon eine Aussage Jesu zu seiner Sicht dieser Dinge gehört, eine andere findet sich in der Geschichte von Martha und Maria in  

Lk. 10,38: „Als sie aber weiterzogen, kam er in ein Dorf. Da war eine Frau mit Namen Marta, die nahm ihn auf. Und sie hatte eine Schwester, die hieß Maria; die setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seiner Rede zu. Marta aber machte sich viel zu schaffen, ihnen zu dienen. Und sie trat hinzu und sprach: Herr, fragst du nicht danach, dass mich meine Schwester lässt allein dienen? Sage ihr doch, dass sie mir helfen soll! Der Herr aber antwortete und sprach zu ihr: Marta, Marta, du hast viel Sorge und Mühe. Eins aber ist not. Maria hat das gute Teil erwählt; das soll nicht von ihr genommen werden.“  


Dem ist nichts hinzuzufügen. Es ist eindeutig wie Jesus diese Art der Gefolgschaft bewertet. Das heißt ja nicht, dass man nichts Gutes tun soll oder in der Gemeinde oder sonst wo nur noch die Hände in den Schoss legen soll. Aber wir wissen, unsere Erlösung kommt allein durch die Gnade, nicht durch unsere Werke, genaueres finden wir dazu im Römerbrief.
In gewisser Weise mit in diese Kategorie der Heilerreichung durch Taten hinein gehören einige unbiblischen Auswüchse in der (katholischen) Liturgie. Z.B. die Wandlung. Sie geht vom falschen Grundverständnis aus, dass man den Vergebungsprozess durch das Blut Jesu immer wieder durchführen muss und den Priester dazu braucht um aktuelle Sünden zu bereinigen, es ist de facto eine Nicht-Anerkennung und Verleugnung des einmaligen vollumfänglichen Sühneopfers von Jesus am Kreuz. 

Marienkult: Nichts anderes als Götzenanbetung wie alle andere menschliche Götterverehrung auch. Die Wurzeln dieser Anbetung und Vergötterung gerade der Mutter mit dem Kinde gehen zurück bis ins alte Babylon, der großen Stadt Satans. Babylon ist Satans Kopie der göttlich erwählten Stadt Jerusalem. Hier ahmt er Gottes großartige Schöpfung nach und verdreht sie zu seinen Zwecken. Die in der Offenbarung als Hure Babylons bezeichnete Weltkirche und die von ihr geschaffenen Figuren, Symbole und Rituale haben hier ihren Ursprung. 
Den Menschen bleiben diese Hintergründe meistens verborgen. Das ist die Strategie Satans und es bestätigt den Satz des Paulus vom Anfang – „er wirkt im Verborgenen“. Daher ist es so wichtig, dass wir hier darüber sprechen und dass immer mehr Menschen diese Wahrheiten erfahren. In diese Kategorie fällt der ganze andere heilige Zinnober, den die Kirchen veranstalten, Prozessionen, Symbole, Bilder, Heiligenverehrung, Bekreuzigen, Kerzen anzünden, und 1000 anderes Tam Tam, gerade in der Katholischen und Orthodoxen Kirche weit verbreitet. Alles ist faszinierend für die Massen, führt aber von Gott weg und ist komplett unbiblisch. Keine dieser Taten und Aktionen bewirkt göttliches Heil, man folgt damit lediglich Satans Spuren.

Satan sind diese Täuschungen und Auswüchse so wichtig, dass er ihnen mitunter weltliche Macht verleiht, zum Beispiel Heilungskräfte. In meinem Nachbarort Marienthal, ist ein Kloster in dessen Kirche vom Boden bis zur Decke unzählige Gedenktafeln aus Marmor an die Wand genagelt sind wo einzelne Menschen sich bedanken bei Maria, dass sie hier oder da geholfen hat (Maria hat geholfen…). Ja, diese Götzenstatuen, Madonnen, Steine, Buddhas, Säulen, Obelisken, Talismane, Amulette etc. haben Macht oder können Macht haben, sie heilen sogar, erwiesenermaßen, fragt sich nur, welche Kraft dahintersteht. Bestimmt nicht die Kraft des biblischen Herrn aller Herrn den wir hier verkünden. Es sind Satans weltliche und dämonische Kräfte, die selbst Heilungen erlauben oder Heimat oder den Sinn des Lebens bieten.  Der ganze Riesen-Bereich der Esoterik speist sich daraus. Aus seiner Sicht ist die Hauptsache für ihn dabei, die Menschen in ihren okkulten oder anderen Bindungen gefangen oder blind zu halten so dass sie kaum davon loskommen, oder sich gar nicht nach dem wahren Gott ausstrecken. Sie können nur schwer in eine lebendige Beziehung zu dem auferstandenen Jesus finden.

Einheitsreligion und Einheitskirche. Unter dem Deckmantel der Ökumene und des Humanismus wird bereits seit langem an der Herstellung der Einheitsreligion und Einheitskirche mit entsprechendem Ausbau von Machtstrukturen gearbeitet. Geheimbünde und Machtzentralisierung spielen hier eine Rolle. Wir alle kennen die Bilder bei denen sich Papst, Rabbiner, Imam und andere Religionsführer die Hand reichen, Frieden beschwören und im Grunde die Aussage treffen: Verschiedene Wege führen zu Gott. Dies ist ja auch eine einleuchtende, weit verbreitete Meinung in der heutigen Zeit. Aber sie wiederspricht einem der Hauptaussagen der Bibel, bei der Gott der Vater klarstellt, Ich bin der Ich Bin und es gibt keinen anderen Gott außer mir. Die Einheitsreligion ist damit ein zutiefst satanisches Werk und Vorreiter der vor allem in der Offenbarung Kap 17/18 beschriebenen Christuslosen Einheitskirche, der sogenannten Hure Babylons. Diese Kirche wird der Anbetung des Antichristen in der Trübsalszeit den Weg ebnen. Aber, all dies muss geschehen gemäß des endzeitlichen Planes Gottes und wir erleben diese Prozesse live vor Augen, damit der Antichrist bald kommen kann. 

Gesetze und Regeln:  

Gesetze und Regeln sind uns Menschen vertraut. Ein Grund warum Jesus in Mk 10,15 sagt, „wer das Reich Gottes nicht annimmt wie ein Kind, kommt nicht hinein“, liegt in unserer Kultur, Gewohnheit und Neigung, lieber Gesetzen und Richtlinien zu folgen als frei zu entscheiden. Wir suchen Leitplanken fürs Leben für alle Entscheidungen, wir haben nicht gelernt frei zu schwimmen. Und unsere Leistungsgesellschaft hat ein Übriges dazu getan uns in dieses Denkmuster hineinzuziehen. Dahinter steckt der klassische, satanische Kontrollgeist, der den Menschen verführt, alles im Griff zu haben, selbst die Beziehung zu seinem Gott. Nur wenn man den Heiligen Geist und die wahre Kindschaft Gottes erlebt hat, was für ein Vorrecht es ist, von ihm abhängig zu sein, kann man dies entlarven. Aber uns fällt es leichter 100 Regeln zu befolgen und sich dadurch sein Heil zu erarbeiten, als das freie Geschenk des himmlischen Vaters in der Person Jesu einfach anzunehmen. Der Mensch hat sich hier von Satan verführen lassen und diese Lüge auf das Reich Gottes angewandt. Er hat aus Glauben eine Religion gemacht, aus Jüngerschaft eine Karriereleiter innerhalb der Kirche oder Institution.  

Darüber hinaus hat er Gesetzesbücher geschrieben, die wir alle kennen: Den Katechismus der katholischen Kirche oder die Scharia im Islam oder bei den Juden die Mischna und viele andere nicht göttlich inspirierte Schriften. Ein Beispiel: Gerade bei den orthodoxen Juden haben verschiedene Generationen von Rabbinerschulen den Menschen Tausende und Abertausende von Gesetzen und Bestimmungen im Laufe der Zeit nach Fertigstellung der Thora, also des Alten Testaments, auferlegt, so dass das heutige gläubige Judentum eine ziemlich eingeengte Version des wahren von Gott durch Moses gegebenen Lebenskatalogs lebt. Ähnliches erfolgte über all die Jahrhunderte in der römisch-katholischen Kirche. All diesen Gesetzestexten ist gleich: a) Sie sind von Menschen gemacht, nicht von Gott; b) Sie bevormunden und verdrehen den wahren Glauben und machen den Gläubigen zum Erfüllungsgehilfen, zur Marionette, schaffen damit Unrecht, Neid und Streit; und c) Der freie Wille zur einer Herzens-Entscheidung für oder gegen Gott geht verloren. 
Wir wissen aber, das Heil kommt nur durch die bedingungslose Annahme von Jesus Christus als Herrn und zwar direkt und ohne Gebote, Gesetze und Auflagen zu erfüllen. Es ist reine geschenkte Gnade, die wir nur annehmen müssen. Wir müssen uns prüfen, in wieweit wir noch an alten, überlieferten Gewohnheiten oder Regeln festhalten, selbst unbewusst, und diese mit Hilfe des Herrn über Bord werfen.  
Zunahme von Falschgläubigen und Verführung
Da das messianische Zeitalter, also die Endzeit, begonnen hat, werden wir zunehmend erleben, was Jesus in Matthäus 24 über diese Zeit vorhersagt. Als Jesus von den Jüngern gefragt wird, was denn die Zeichen der Endzeit sind und wann sie kommt, sagt er als erstes in

Mt 24,4: "Lasst euch nicht verführen, denn es werden viele kommen unter meinem Namen und sagen: Ich bin der Christus, und sie werden viele verführen."  

Das wiederholt er mehrmals im Kontext, er spricht auch davon, dass die Verführung zunehmen wird. Es ist ihm anscheinend sehr wichtig. Ich interpretiere es so dass der schlimmste Feind für uns Christen nicht außerhalb, sondern innerhalb der Gemeinde, innerhalb unserer Reihen, wütet. Jesus hat Sorge um uns, wir müssen das ernst nehmen. 
Paulus schreibt an die Thessalonicher über den auftretenden Antichristen und seine dämonischen Helfer:  

2. Tess 2,9: 9 „Der Frevler aber wird kommen durch das Wirken des Satans mit großer Kraft und lügenhaften Zeichen und Wundern 10 und mit jeglicher Verführung zur Ungerechtigkeit bei denen, die verloren werden. Denn sie haben die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen, dass sie gerettet würden.“  

Satan und seine Dämonen verführen, bringen durcheinander, verwirren, lenken ab, manipulieren, verstören, morden mit Worten, verschieben Werte, verblöden die Menschheit. 
Und diese Praktiken der Verführung sind schwer zu durchschauen. Wir müssen uns Mühe geben und Satans Strategien der Verführung verstehen. 
Es gibt sicher viel mehr aber ich möchte 3 elementare Strategien der Verführung näher beleuchten
1) Uniformismus, Humanismus, Spötter
2) Beschäftigung, Betäubung und Ablenkung
3) Falsche und oberflächliche Lehre der Gotteskinder
 
Zum 1. Punkt, Uniformismus, Humanismus und Spötter
Der Uniformismus besagt, dass sich die Welt immer weiter in eine Richtung und zwar zum Besseren hin entwickelt. Dies ist eine allgemein anerkannte Grundlüge des Durcheinanderbringers derer die Menschen leider aufgesessen sind.  Es wird immer so weitergehen, es ändert sich nichts. 
Viele Christen denken auch so. Eine endzeitliche Katastrophe bzw. Gottes Zeitplan und Eingreifen hat keiner auf dem Schirm. Man könnte es auch das Sintflut-Phänomen nennen. Diese Lüge ist gepaart mit den Grundprinzipien des Humanismus, der Aufklärung und dem Zeitalter der ungebremsten wissenschaftlichen Erkenntniszunahme. All das macht den Menschen stolz und überzeugt ihn selbst davon er könne eine bessere Welt schaffen. Petrus hat in seinem zweiten Brief ein ganzes Kapitel dieser Thematik gewidmet.  

Die Kernverse sind 2.Petr. 2,3ff: „Vor allen Dingen müsst ihr wissen, dass in dieser letzten Zeit Menschen auftreten werden, denen nichts heilig ist. Über alles machen sie sich lustig und lassen sich nur von ihren Begierden treiben. Spöttisch werden sie euch fragen: »Wo ist denn nun euer Christus? Hat er nicht versprochen, dass er wiederkommt? Schon unsere Vorfahren haben vergeblich gewartet. Sie sind längst gestorben, und alles ist so geblieben, wie es von Anfang an war!« Dabei wollen sie nicht wahrhaben, dass Gott schon einmal durch eine große Flut diese Erde zerstörte, die er durch sein Wort am Anfang der Welt aus dem Wasser erschaffen hatte. Auch der jetzige Himmel und die jetzige Erde werden nur so lange bestehen, bis Gott das entscheidende Wort spricht: Wenn er es anordnet, wird das Feuer sie am Tag des Gerichts vernichten, und er wird sein Urteil über alle Gottlosen sprechen.“


Wer sind diese Spötter denn heute? Das sind viele der heutigen Meinungsbildner, der Wissenschaftler, die Bibel- und Sintflut-Leugner, Urknall-Experten, Sternendeuter, Nachrichtenmacher, Beeinflusser, Lobbyisten von unten, die Gutmensch-Gender-Mainstream-Grün-Kultur – Menschen, die Kirchenvertreter, der Begriff des humanistischen Gedankenguts fasst es noch am ehesten zusammen. Ich habe vor kurzem gelesen, dass man schätzt, dass diese Ideologie in Deutschland 70% der Journalisten und 70% der Richter/Gerichte beherrscht. Da erklärt sich vieles was Meinungsbildung angeht. Satan versucht es, durch diese Prozesse auf allen Ebenen und so viele fallen darauf rein. Gott wird zur Randerscheinung, lediglich hervorgeholt, wenn mal wieder eine Katastrophe passiert ist und alle das große „Warum?“ auf den Lippen haben oder vorwurfsvoll „Wo warst Du?“ brüllen. Vor allem erschüttert mich, dass viele Christen darauf reinfallen. Sie verstehen oft nicht was die Stunde geschlagen hat. Aber welcher Pastor predigt schon, dass das Gemeindezeitalter zu Ende geht? Wäre ja am Ast gesägt auf dem er sitzt.

 Wir Menschen schaffen eine bessere Welt, sind das Maß der Dinge. Spötter, Aufklärung, Wissenschaft, Humanismus - alles stellt den Menschen in den Mittelpunkt, das ist eine von Satan geschickt eingefädelte gute Vorbereitung für die Anbetung des Antichristen, eines Menschen. Aber eigentlich ist es die Verblödung der Menschheit auf höchstem Niveau.
 Die Kirche bläst da ins gleiche Horn und spielt voll mit. Den Menschen, die als Namenschristen in der Kirche sind, wird Satan in diesen Zeiten keine Steine in ihrem falschen Glaubensleben in den Weg legen. Im Gegenteil, er wird es schüren, die Menschen werden sich immer mehr dem Religiösen, Kirchlichen, Spirituellen, dem Übersinnlichen zuwenden. Aber wie wir wissen, hat der wahre Glaube dort keinen Platz, der Heilige Geist hält sich dort in der Regel nicht auf.

Sie suchen Halt und unterwerfen sich gerne wie oben gesehen, Regelwerken und Kulten damit sie sich ihr Heil verdienen können und ein besseres Gefühl haben. Und die Statistiken weisen eindeutig eine Zunahme der Mitgliederzahl der Groß-Religionen weltweit auf. Das perfide an der Sache ist, dass die Menschen damit quasi in die Falle tappen und vom wahren Glauben abgehalten werden. Viele werden sich im Netz des oben angedeuteten Groß Kirchen-Einheitsbreis verfangen. Kaum einer wird dort mehr über die persönliche Beziehung zu Jesus und die Errettung aus Gnade reden oder nachdenken. Man muss nur die Kirchentage anschauen. Man spricht über soziales Engagement in aller Welt, opfert seine Zeit für Flüchtlinge oder Brot für die Welt oder irgendetwas in dieser Richtung. Das mag für sich genommen im Einzelnen ja sogar richtig und ehrenwert sein. Aber das errettet keinen vor dem kommenden Gericht Gottes über die Menschheit. Krass formuliert könnte man sagen, Satan benutzt die Kirche um Menschen von Jesus fernzuhalten.

 Zum 2. Punkt der Verführung: Beschäftigung, Betäubung und Ablenkung
 
Ein Phänomen der heutigen Zeit, die Menschen werden von Nachrichten, Events, Werbung, Kommerz, Unwichtigem und Meinungen und allem möglichen regelrecht zugedröhnt, betäubt, plattgemacht und vor allem: beschäftigt, so dass keiner mehr Zeit hat oder sich nimmt, nach Gott zu fragen, nach dem Sinn des Lebens, geschweige denn in der Schrift zu forschen, die Wahrheit zu studieren, zu prüfen etc.

Das ist alles total out. Satan manipuliert durch Medien wo er nur kann, Kommentare, Musiktexte, sogenannte Expertenmeinungen, politisches Blabla und der Tanz mit der Wahrheit unserer Volksvertreter aus vollen Rohren. Politik wird wie Werbung vermarktet, über die Medien werden Lügen und Halbwahrheiten verbreitet, Politiker und Regierungen verschwenden ungestraft Steuergelder, lügen oder brechen Gesetze, dennoch werden sie von der Mehrheit gewählt und die Lüge und das Unrecht wird weiter legitimiert.
Wahrheit und Recht ist, was die Masse empfindet bzw. in welche Richtung der Mainstream der Meinungsbildung sie drückt. Es geht um Einschaltquoten und wieviel Likes oder Klicks wer hat. Fernsehen, Facebook, Twitter, YouTube und andere Medien beherrschen unseren Alltag. Sensationen sind angesagt, Normalität ist out. Nicht alles was uns berichtet wird, ist die Wahrheit, es wird gedreht, verschoben, nach Political Correctness gewogen und es werden Fakten weggelassen um Menschen zu beeinflussen und zu beschäftigen. Herr Trump hatte schon nicht ganz unrecht damit, dass heutzutage Fake News ein Thema ist. Der Mensch giert nach Neuem, keine Nachricht hat lange Bestand.

Für uns bedeutet dies in Zeiten der Endzeit, dass wir uns darauf einstellen müssen, immer mehr „Kröten zu schlucken“ was antibiblisch und gegen Gottes Ordnungen ist (Bsp. Ehe für Alle). Unsere Regierungen sind von dieser Welt und Satan ist Herr dieser Welt. Das heißt jetzt nicht, dass alles komplett falsch und satanisch ist was von den Regierungen kommt oder dass Politiker besonders schlimme Menschen sind aber wir müssen aufpassen. Wir erleben wie Werte verfallen, wie eben schon angesprochen im Namen des Humanismus Gottes Ordnungen verwischt, verkehrt und in den Hintergrund gedrängt werden. Letztlich sollte es uns nicht wundern, denn Jesus sagt das alles in Mt 24/25 voraus, aber wir müssen es verstehen. Wenn Satan die Regierungen beeinflusst, dann beeinflusst er auch die Medien. Ablenkung und Lüge als perfide Strategie. Irgendetwas erscheint immer wichtiger als der Blick auf Gott.

3. Punkt: Falsche und oberflächliche Lehre der Gotteskinder

Sozusagen in eigener Sache möchte ich nun auf ein Thema kommen, dass mir sehr viel Sorgen bereitet und dass möglicherweise etwas schwieriger zu durchschauen ist: Es ist die falsche Lehre der Gotteskinder oder die Empfänglichkeit dafür, man kann es auch Satans Zersetzungsstrategie der Christen nennen.

Eph. 2,10: „Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.“


Eine ganz perfide Masche des Teufels ist es, durch perfektionierte Nachahmungs-und Täuschungsstrategien bestimmten Taten, Werken, Aktionen, Aktivitäten, die im Namen Jesu ausgeführt wurden, Erfolg zu schenken, selbst wenn diese nicht im Willen Gottes liegen, nicht zuvor von Gott vorbereitet wurden. Wie geht denn so etwas?

Hier gibt es inzwischen einiges was nicht ganz gerade läuft, ein Beispiel: Im evangelistischen Bereich heutiger Freikirchen gibt es bei vielen die Tendenz, dass die Bekehrung oberste Priorität vor allen anderem hat. Hauptsache Menschen lassen sich taufen, die Zahl der Gemeindeglieder wächst usw. Im Grunde ist das per se nicht falsch, weil man sich ja auf den Missonsbefehl Jesu beruft aber am Ende ist eine Zahl wichtiger als der Inhalt, Dauerhaftigkeit oder Ehrlichkeit. Ich weiß, das ist ein heißes Eisen und schwer zu entlarven, aber ich behaupte, dass wir leider viele zu Jüngern machen, die im Herzen gar keine Bekehrung erlebt haben oder sich bekehren wollen und die, wenn es hart auf hart kommt, wieder abfallen werden. Dies ist gerade in den vor uns liegenden Zeiten tödlich aber das genau ist das teuflische hierbei, die Strategie Satans. Es nutzt ihm vielmehr ein nicht richtig bekehrtes, nicht vom Geist und Wort geleitetes Gotteskind in die Christenwelt zu entlassen als dass die Person von Gott unberührt bleibt. Er verfolgt damit eine Zersetzungsstrategie der erweckten Christen. Jesus warnt sehr klar davor, wenn er sagt

Markus 9,42: Wer einen dieser kleinen, unbedeutenden Menschen, die mir vertrauen, zu Fall bringt, für den wäre es noch das Beste, mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer geworfen zu werden.“


Wir erleben, dass es heißt, der Missonsbefehl Jesu ist das wichtigste, ich interessiere mich nicht für das Alte Testament und die Propheten, für die Rolle Israels oder die endzeitlichen Dinge. Das Neue Testament alleine ist ausschlaggebend, hier war Gott Mensch und hat direkt zu den Menschen geredet. Es ist der neue Bund und der letzte Bund und damit ist er der entscheidende und gültige Bund. Man kann so argumentieren, aber es ist leider eine hochgradig pervertierte Verleugnung der biblischen Botschaft und des Willen Gottes.
Die Bibel wird auf diese Weise instrumentalisiert und nur das wird genutzt was man brauchen kann um seinen Dienst zu tun oder Glauben zu leben. Zumal das Alte Testament wie wir wissen noch nicht abgeschlossen ist, dass Neue quasi nur einen Einschub darstellt. Eine solche Art der Glaubensverkündigung ist inzwischen weit verbreitet, man pickt sich in der Bibel das raus was zur Erreichung der Ziele passt. Dies ist gefährlich, verwandt dem Sektierertum und wird auf Dauer nicht tragen, denn ein solches Glaubensverständnis hält der Prüfung durch die Schrift nicht Stand. 

Biblische Prophetie ernst zu nehmen ist unpopulär, zumindest hierzulande, in USA sind sie da schon etwas weiter, zum Glück. Hier eiern die Pastoren herum in dem sie sagen, ja wenn Jesus wiederkommt, dann kommen wir alle in den Himmel und der Feind wird vernichtet. Aber bis dahin eitel Sonnenschein und Vollgas in die eigenen Programme, denn es gibt ja noch so viel zu tun! Sie merken nicht, dass selbst die vermeintlich guten Werke, die sie tun, verbrennen werden und nichts wert sind, ja sogar dem Widersacher dienen, da sie nicht aus Gott heraus gegründet sind und daher viele von der Wahrheit abhalten.

Wenn man sich heute im Internet auf YouTube oder wo auch immer Predigten und Vorträge anschaut, das ist teilweise haarsträubend was da feilgeboten wird und je nach Thema eine richtige geistliche Herausforderung. Man muss die Schrift und die Gabe der Geisterunterscheidung einsetzen, um zu klären, handelt es sich bei dem Angebot um biblische Wahrheit oder um leicht bis stark von der Bibel abweichende Lehre. Schließlich ist man selbst zur Prüfung aufgefordert, man hat ja in dem Moment keine erfahrenen Christen oder einen zwischengeschalteten Pastor oder ausgebildeten Theologen neben sich sitzen.  

Ein anderer Aspekt ist die zunehmende Oberflächlichkeit in der Lehre: Tiefgang, gut recherchierte oder kritische und kontroverse Themen werden nicht oder wenn, dann nur weichgespült in den Gemeinden behandelt. Hierzu zählen Themen wie Endzeit, die Rolle Israels, Ehe für Alle, Vaterliebe, Entrückung, Wurzeln des Antisemitismus, Offenbarung um nur einige zu nennen. Viele Pastoren trauen sich da gar nicht dran. Deshalb können wir hier im FH auch ganz frei über diese Dinge sprechen. Häufig dreht sich der Themenkreis in den Gemeinden nur um die Motivation und die Ermutigung des Einzelnen zu irgendwelchen Aktionen und Taten, und am Ende doch wieder um das Gemeindewachstum als oberste Priorität, denn schließlich ist man auch wirtschaftlich und finanziell vom Wachstum der Struktur abhängig. Das mag punktuell sogar alles OK sein, ich denke jedoch, dass der Feind hier flächendeckend aktiv ist und die Strategie des Einlullens der erweckten Christenheit verfolgt. Wir brauchen in der Endzeit zugerüstete, gut ausgebildete, gestandene Christen, die Bescheid wissen über die Dinge die jetzt vor sich gehen und die den Zeitgeist deuten können. Satan ist genau am Gegenteil interessiert: Die Christen zu zersetzen und gestandene Jünger Jesu, die er nicht vom Glauben abbringen kann, zumindest zu verwirren. Seien wir also auch hier wachsam, wem und wessen wir uns dauerhaft aussetzen.

Beispiel Israel:

 Ich kann das Thema heute nicht abschließen ohne zumindest ein paar Bemerkungen zu Israel zu machen, denn auch hier ist Satan kräftig am Werk. Und sich mit Israel zu beschäftigen sollte ein essentieller Bestandteil unseres Glaubenslebens sein.  
              Ein uns allen bekanntes Phänomen der heutigen Zeit ist, dass weltweit ein Israel Bashing, ein Israel Verurteilen stattfindet und immer mehr zunimmt, das kennen wir schon und erwarten es förmlich. Es muss geschehen wie die Bibel sagt, denn in den letzten Tagen wendet sich Gott wieder seinem Volk zu, nachdem es 2000 Jahre in der Verbannung gelebt hat. Satan bleibt nicht mehr viel Zeit bis Jesus wiederkommt und ihn vernichtet.  
              Sein wirksamstes und scheinbar einfachstes Ziel dies zu verhindern, ist, Israel zu vernichten, denn dann kann Gottes Heilsplan nicht stattfinden. Durch den Holocaust hat er es versucht, er war nahe dran aber er hat es nicht geschafft. Immer mehr Juden aus aller Welt werden heim nach Israel kommen, die sogenannte Aliah findet seit vielen Jahren weltweit in großem Masse statt.    

              Gleichzeitig werden wir es in den kommenden Zeiten mehr und mehr erleben, dass Israel sehr gefährdet und isoliert werden wird und der Antisemitismus weltweit, auch hierzulande zunehmen wird. Alle Nationen - auch die USA - werden sich gegen Israel versammeln und was wir live erleben, ist eine Vorschattierung dessen, ein Teil der Zusammenrottung. Die aktuelle Diskussion in der Uno um die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch die amerikanische Regierung macht dies besonders deutlich. Alle maßgeblichen Staaten der Weltgemeinschaft, selbst unser Land, Deutschland, welches den Holocaust zu verantworten hat, stellen sich hier gegen Israel. Man kann das nur beschreiben mit:  

              Denn sie wissen nicht was sie tun. 33 Uno-Sanktionen gegen Israels Siedlungsbaupolitik innerhalb von 2 Jahren stehen eine Handvoll Sanktionsbeschlüsse gegen Syrien oder Nordkorea gegenüber, Regime, die erwiesenermaßen ihre Einwohner umbringen, vergasen, bombardieren, wenn es für sie zum Nutzen ist. Die einzige nach Menschenrechts- und Demokratie-Maßstäben funktionierende Nation im ganzen Nahen Osten, nämlich Israel, wird total gebrandmarkt, gerade von der politischen Elite und ihrer Correctness. Russland, die Türkei und Iran proben zurzeit den Schulterschluss im Nahen Osten. Wir wissen, dass bevor die finale Trübsalszeit auf der Erde beginnt, Israel Krieg gegen die Länder aus dem Norden, eben diese Länder, den sogenannte Gog/Magog-Krieg führen wird. 
 
              Die Vorbereitung läuft bereits auf vollen Touren. Die Wahrheit über Israel feindlich gesinnte und aktiv gegen Israel kriegführende Nationen und Organisationen wie die Hisbollah, die Hamas, Syrien, Iran, die Palästinenser, Al-Kaida, der IS, eine Armada von sogenannten NGOs, Israel feindliche regierungs-unabhängige Lobby-Organisationen, all das wird medientechnisch verdreht oder unter den Teppich gekehrt. Das pro Kopf Geld, was allein die Europäische Gemeinschaft an die Palästinensischen Einwohner in Gaza zahlt, die seit dem 6 Tage-Krieg, also vor 50 Jahren, offiziell als Flüchtlinge geführt werden, ist im Schnitt 10mal so hoch wie bei jedem anderen anerkannten Flüchtling weltweit. Dennoch kommt es nicht beim Einzelnen an, die Bevölkerung leidet dort wie Hund, weil die Hamas erklärtermaßen das Geld kassiert und in Waffen und Agitation gegen Israel investiert.  

              Was jedoch keiner in den Medien erklärt. Was hängen bleibt bei den Menschen, ist die Kritik an Israel. Selbst Politiker wie der damalige Europa-Parlamentspräsident und jetzige SPD Vorsitzende Schulz sprachen nach einem Besuch einer Schule in Gaza davon, Israel müsse den palästinensischen Kindern mehr Trinkwasser geben. Es wird hier so frech offen aber auch subtil, unterschwellig, kaum zu merken, gelogen, die Wahrheit verdreht oder vorenthalten. Man kann dies nur entlarven, wenn man das auch von der anderen Seite durch gute Quellen beleuchtet und schließlich alles an Hand der Schrift prüft und merkt, hier ist der Teufel wieder am Werk. Noch haben wir Zugang zu diesen Quellen, machen wir davon Gebrauch. 

              Es gab einen kurzen geschichtlichen Moment vor 70 Jahren in dem die Weltgemeinschaft nach der Erkenntnis und den Eindrücken des Holocaust kurzzeitig Pro, also Für-Israel war und es zur Staatsgründung Israels kam. Satan jedoch hat es mit Hilfe der allzeit klagenden arabischen Welt geschafft, Israel vollständig in die Defensive zu drängen. Was hier in Wahrheit passiert: Hier ist der Geist Esaus und Ismaels am Werk, der Geist der Stammväter, von denen die arabischen Völker abstammen und der gegen den Geist Isaaks und Jakobs, der Stammväter der Juden rebelliert und vorgeht. Dieser Geist beeinflusst weite Teile der arabischen Völker und des Islam. Wir werden erleben wie dieser Geist nie Ruhe geben wird, denn er will die Juden vernichten, ins Meer treiben. Deshalb werden alle Friedenspläne im Nahen Osten an der niemals Ruhe gebenden arabischen Seele scheitern. Man kann ihnen noch so viel anbieten, sie werden erst zufrieden sein, wenn der Staat Israel und seine Bewohner alle vernichtet sind. Aber dahinter steckt wie oben angedeutet der ureigenste Kampf Satans um sein eigenes Überleben. Die politische Elite und die Medien sind dafür geistlich blind, sie verstehen diese Zusammenhänge nicht und wenn, dann verschweigen sie dies. Diese sogenannte herrschende Weltmeinung ist ein total willfähriges Werkzeug Satans, teilweise ohne es zu merken, und sie bereitet Satans Feldzug gegen Israel vor.  
              So, das war der zweite Teil der Trilogie über die Strategien des Satans. Vielen Dank für Eure Geduld, ich hoffe es einiges klargemacht und beleuchtet gerade was unsere Stellung als Christen und die Konfrontation in diesen Zeiten durch Satan ausmacht.
 

2.) „Neben der Spur“ Die Machenschaften des Teufels entlarven – von Klemens Schütte anlässlich unserer Father’s House Veranstaltung am 27.10.2017


1.Teil: Die Biblischen Grundlagen über Satan

Als ich mir das Thema vorgenommen hatte, hatte ich ja gar keine Ahnung was ich da angestoßen hatte, das Ganze ist so umfänglich, dass es eigentlich Stoff für ein ganzes Wochenendseminar oder eine Predigtreihe liefert. Das liegt daran, dass wenn wir über die heutigen Machenschaften Satans auf der Erde sprechen, wir auch verstehen müssen, wer er ist, wo er herkommt, was seine Motive sind. Schließlich sollte ja das Ziel darin liegen, dass wir uns vor diesen Machenschaften schützen und das kann man am besten, wenn man sie durchschaut.

Daher heute viel Bibelarbeit, Lehre, Grundlagen im ersten Teil, dann viel Praxis, Beispiele im zweiten Teil Ende Dezember.

Wir wissen als Christen, dass Satan nicht einfach eine böse, imaginäre Macht ist wie es heute viel geglaubt wird. Er ist ein reales Geschöpf, ein übernatürliches Wesen, ein gefallener Engel der eine Armee ebenfalls gefallener Engel – in der Bibel steht 1/3 aller Engel -  anführt.
Er wurde vor Zeiten geschaffen, manche meinen, er wurde im Rahmen der 6tägigen Schöpfung geschaffen, andere meinen, davor, aber das ist für uns unerheblich. Er war auf jeden Fall im göttlichen Garten Eden.

In Hesekiel 28, 13-17 lesen wir: „Du warst in Eden, dem Garten Gottes…. Du warst ein mit ausgebreiteten Flügeln schirmender Cherub, ich hatte dich dazu gemacht; du warst auf Gottes heiligem Berg, mitten unter feurigen Steinen gingst du einher. Vollkommen warst du in deinen Wegen von dem Tag an, als du geschaffen wurdest, bis sich Unrecht an dir fand. Durch die Menge deines Handels fülltest du dein Inneres mit Gewalttat und sündigtest. Und ich verstieß dich vom Berg Gottes und trieb dich ins Verderben, du schirmender Cherub, aus der Mitte der feurigen Steine. Dein Herz wollte hoch hinaus wegen deiner Schönheit, du hast deine Weisheit zunichtegemacht um deines Glanzes willen. Ich habe dich zu Boden geworfen, habe dich vor Königen dahingegeben, damit sie ihre Lust an dir sehen.“

 
Satan war ein herausragendes Himmelswesen, dass Zutritt zum Berg Gottes, oder auch Berg der Versammlung genannt, dem höchsten Ort den die Bibel kennt, hatte. Er war von unglaublicher Schönheit und Vollkommenheit, sicher einer der markantesten Gestalten in der Himmelswelt. Und irgendwie ist es aus diesem Grund passiert, weil er so schön und herrlich war, es heißt „Deiner Schönheit wegen“, wir wissen es nicht genau, aber er hat diese herausragende Stellung im Himmel missbraucht und es ist das Böse in ihn hineingekommen, die Gier, das Verderben. Es heißt „Durch die Menge deines Handels fülltest du dein Inneres mit Gewalttat und sündigtest.“ Er war fortan nur  noch darum bestrebt zu sein wie Gott, sich selbst als Gott anbeten zu lassen sodass er schließlich gestürzt wurde. Gott konnte ihn nicht so gewähren lassen.

Im Jesaja Buch wird bereits sein Ende prophezeit, in diesem Falle als Herrscher von Babylon, sinnbildlich für den Herrscher der Welt und der Kirche, denn wie wir wissen, aus Babylon hat sämtlicher heidnischer antigöttlicher Kult seinen Ursprung. Und der König von Babel steht sinnbildlich für dieses Aufbegehren gegen Gott.
 

Jesaja 14,12ff: „Wie bist du vom Himmel gefallen, du Glanzstern, Sohn der Morgenröte! Wie bist du zu Boden geschmettert, Überwältiger der Nationen! Und du, du sagtest in deinem Herzen: "Zum Himmel will ich hinaufsteigen,hoch über den Sternen Gottes meinen Thron aufrichten und mich niedersetzen auf den Versammlungsberg im äußersten Norden. Ich will hinaufsteigen auf Wolkenhöhen, dem Höchsten mich gleichmachen." Doch in den Scheol wirst du hinabgestürzt, in die tiefste Grube…. »Ich werde eingreifen und Babylon vollständig vernichten. Nichts soll mehr an den Ruhm der Stadt erinnern! Die ganze Sippe samt Kindern und Kindeskindern wird ausgelöscht. Darauf könnt ihr euch verlassen!“


Man fragt sich natürlich was in ihn gefahren ist um von so hoch so tief fallen zu können. Aber es ist nun mal passiert. Satan war einer der besonderen Engel, sein Engelsname ist Lucifer, der Engel des Lichts, und er ist vom Ansehen her im gleichen Atemzug zu nennen mit Michael und Gabriel, den anderen beiden herausragenden Engelsgestalten. Michael hat die Rolle besonders zum Schutz der Juden da zu sein, Gabriel ist uns bekannt als Engel der Verkündigung und für besondere Ereignisse. Lucifer hat Zugang zum Himmel, erst am Ende dieser Zeit und zwar in der Mitte der Trübsal wird er im Kampf von Michael von dort auf die Erde verbannt.
 

Offenbarung 12,7 ff: „Und es entbrannte ein Kampf im Himmel: Michael und seine Engel kämpften gegen den Drachen. Und der Drache kämpfte und seine Engel, und er siegte nicht, und ihre Stätte wurde nicht mehr gefunden im Himmel. Und es wurde hinausgeworfen der große Drache, die alte Schlange, die da heißt: Teufel und Satan, der die ganze Welt verführt. Er wurde auf die Erde geworfen, und seine Engel wurden mit ihm dahingeworfen.“


Dann beginnt die wirklich allergrausamste Zeit, die letzten 3,5 Jahre der Trübsalszeit mit der Verfolgung und Vernichtung ganz vieler Menschen bis Jesus wiederkommt. Wir haben hier bereits darüber berichtet. Namen Satans

Um Satan kennenzulernen, ist es wichtig seine Namen zu kennen, denn sie sagen viel über ihn aus. Diese sind vielfältig und zielen immer auf seine Taten hin, beschreiben seine Eigenschaften. Hier eine Liste seiner

biblischen Namen (unvollständig):

Ø   Lucifer, Engel des Lichts (Erzengelstatus, Missbrauch durch Kirche/Okkultismus/Esoterik)

Ø   König von Babel (Zentrale Stadt der Auflehnung gegen Gott, Religionen, Kult)

Ø   König von Tyrus (Stadt des Welthandels, Macht, Geld)

Ø   Durcheinanderbringer (Eva, Adam, Medien, Informationspolitik)

Ø   Widersacher Gottes (Anmaßung des Göttlichen, andere Religionen, Götter)

Ø   Großer Drache, Alte Schlange (Endgericht, Endzeit, Vernichtung Satans)

Ø   Glanzstern, Sohn der Morgenröte (Ursprüngliche Bestimmung)

Ø   Überwältiger der Nationen (Realität des Herrschers dieser „Welt“)

Satan in der Bibel
Um sein Wesen weiter zu verstehen, wenden wir uns jetzt den Ereignissen zu, bei denen Satan in der Bibel maßgeblich in Erscheinung tritt.

Beginnen möchte ich mit der göttlichen Perspektive: Vorlesen von 2 Varianten ein und derselben Bibelstelle:

Offenbarung  Kap 13: „Und ich sah den Menschensohn aus dem Himmel herabkommen (….). Der Vater verlieh dem Sohn seine eigene Kraft, seinen Thron und seine große Macht.(….) Die die ihn annahmen, liefen ihm in Scharen nach. Viele Menschen beteten Gott an, weil er seine Macht dem Sohn verliehen hatte. Sie beteten auch den Sohn an und sagten: »Wer kommt diesem gleich? Wer kann es mit ihm aufnehmen?«…. Alle auf der Erde werden ihn anbeten, alle, deren Namen seit der Erschaffung der Welt im Lebensbuch des geopferten Lammes stehen…. Dann sah ich den Geist des Herrn aus der Erde heraufsteigen. Er redete wie der Vater. Unter den Augen des Sohnes übte er dessen ganze Macht aus. Er brachte die Erde und alle ihre Bewohner dazu, den Sohn anzubeten. Der Geist Gottes tat große Wunder: Vor allen Menschen ließ er sogar Feuer vom Himmel auf die Erde herabfallen. Durch die Wunder, die er im Dienst des Sohnes tun konnte, bekehrten sich viele zu Gott, dem Vater.“ Kommt der Text bekannt vor? Ich lese ihn mal in einer anderen Form vor:

Offenbarung Kap 13: „Und ich sah ein Tier aus dem Meer heraufsteigen (….). Der Drache verlieh dem Tier seine eigene Kraft, seinen Thron und seine große Macht.(….) Die ganze Erde lief dem Tier staunend nach. Alle Menschen beteten den Drachen an, weil er seine Macht dem Tier verliehen hatte. Sie beteten auch das Tier an und sagten: »Wer kommt diesem Tier gleich? Wer kann es mit ihm aufnehmen?« Alle auf der Erde werden es anbeten, alle, deren Namen nicht seit der Erschaffung der Welt im Lebensbuch des geopferten Lammes stehen. Dann sah ich ein anderes Tier aus der Erde heraufsteigen (….), es redete wie der Drache. Unter den Augen des ersten Tieres übte es dessen ganze Macht aus. Es brachte die Erde und alle ihre Bewohner dazu, das erste Tier (….) anzubeten. Das zweite Tier tat große Wunder: Vor allen Menschen ließ es sogar Feuer vom Himmel auf die Erde herabfallen. Durch die Wunder, die es im Dienst des ersten Tieres tun konnte, täuschte es alle Menschen, die auf der Erde lebten.“


Das war doch jetzt irgendwie verwirrend, oder? Welcher Text ist denn nun der Richtige? Ich habe mir mit Verlaub eine kleine Wortspielerei erlaubt um etwas zu verdeutlichen. Es handelt sich um den Text aus Offenbarung 13 und natürlich ist die zweite Version die biblische und von Satan, dem großen Drachen, dem Antichristen (Tier) und dem falschen Propheten (2. Tier) ist hier die Rede.

Wie das kleine Verwirrspiel zeigt, bei dem ich nur die Worte Drache durch Gott, Tier No.1 (Antichrist) durch Jesus und Tier No.2 (falschen Propheten) durch den heiligen Geist ersetzt habe, merkt man sofort, dass der Teufel hier die Dreieinigkeit Gottes, Vater, Sohn und Heiliger Geist, kopiert, nachäfft. Es klingt fast identisch, schlüssig. Die Ähnlichkeit ist frappierend. Und damit sind wir schon mitten im Thema. Satan ist ein Geschöpf Gottes, kein Schöpfer. Alles was er tut, ist von dem Original Gottes zu kopieren und sogar Gottes Strategie zu benutzen. Er sieht, dass Gott die Dreieinigkeit geschaffen hat, also erschafft er mit seinen Mitteln eine ähnliche Variante der Dreieinigkeit.
 
Er verdreht einfach die Dinge, einer seiner Namen ist ja auch der Durcheinanderbringer. Aber er ist schwächer und kraftloser. Seine nachgeahmte Dreieinigkeit besteht gegenüber dem Vater, Jesus und dem HG aus niedrigen Geschöpfen. Der unermessliche Schöpfergott hat als Gegenspieler in Satans Spiel lediglich ein Geschöpf, nämlich Satan selbst, einen von ihm geschaffenen Engel, Lucifer. Dennoch schwingt dieser sich zu großen Höhen empor und maßt sich an über Gott zu stehen. Dem göttlichen Menschensohn Jesus setzt der Teufel nichts weiter entgegen als einen Menschen, nämlich den Antichristen als Gegenspieler, der Machtanspruch in dieser Welt ausübt. Aus biblischer Sicht wird dieser lediglich als Tier bezeichnet. Interessant. Und dem Heiligen Geist der ebenfalls Gott ist und in alle Wahrheit führt und die Gaben des Geistes gibt, setzt er wieder nur ein Tier, den sogenannten falschen Propheten gegenüber mit dem Ziel der Verkörperung sämtlicher Verführung.

Der Teufel fährt in diesen Zeiten alle Geschütze auf die er hat um Menschen zu täuschen. Wir haben schon öfter erklärt, er hat nicht mehr viel Zeit, die Endzeit, das messianische Zeitalter, hat letzten Monat begonnen (mein letzter Vortrag im September), das Gemeindezeitalter ist zu Ende bzw. im Endstadium. Es geht Satan bald an den Kragen und das weiß er, also will er so viele Menschen wie möglich, auf seine Seite und damit mit in den Abgrund ziehen.

Um dies zu erreichen, bringt er also sowohl real als auch im übertragenen Sinne den Antichristen und den falschen Propheten ins Spiel. Denn er weiß, je besser er Gott, den Schöpfer, kopiert, desto höher seine Chancen auf Erfolg, denn dann rennen ihm die Menschen nach. Auch wenn Antichrist und falscher Prophet erst in der Trübsalszeit öffentlich auftreten, so sind die einschneidenden Vorschattierungen durch das Handeln Satans jetzt schon zu greifen.

Die Täuschung der Menschheit begann seit Adam und Eva und wurde und wird immer stärker bis zum Ende hin. Jetzt in der Endzeit, erleben wir die Machenschaften des Teufels immer stärker und sie werden unaufhörlich zunehmen.

Was sind denn die Charakteristiken des Antichristen und des falschen Propheten, für was stehen diese beiden? Es ist relativ einfach: Macht und Verführung. Warum? Weil fast deckungsgleich eine ähnliche Charakterisierung für Jesus, den Sohn Gottes und den Heiligen Geist gilt, nämlich göttliche Autorität und Macht des Menschensohnes und heilige Inspiration und wahre Erkenntnis durch den Geist Gottes (Macht und Führung). Und beides geht immer zusammen, das eine bedingt das andere sozusagen. Bei der göttlichen Seite ist das klar und das Zusammenwirken des Vaters, des Sohnes und des Geistes gleichfalls in der Schrift belegt: Zum Beispiel nachzulesen im hohepriesterlichen Gebet in

Johannes 17.1: „Verherrliche deinen Sohn, auf dass der Sohn dich verherrliche; so wie du ihm Macht gegeben hast über alle Menschen, auf dass er ihnen alles gebe, was du ihm gegeben hast: das ewige Leben.“


Oder bereits im Alten Testament in Jesaja 61,1: „Der Geist Gottes des HERRN ist auf mir, weil der HERR mich gesalbt hat. Er hat mich gesandt, den Elenden gute Botschaft zu bringen, die zerbrochenen Herzen zu verbinden, zu verkündigen den Gefangenen die Freiheit, den Gebundenen, dass sie frei und ledig sein sollen;“.

 
Beim Teufel heißt das: Ohne Verführung keine Macht, ohne Macht keine Verführung. Er versucht alles, aber auch alles, uns und diejenigen, die Gott noch nicht kennen, auf die falsche Spur zu bringen. Sein Verhalten ist durchaus durchschaubar und immer gleich oder zumindest ähnlich.

Genau deshalb wollen wir uns in der Folge die 3 Geschichten in der Bibel anschauen, in denen uns am ausführlichsten das Handeln des Satans beschrieben wird und entsprechende Schlüsse daraus ziehen. Es sind dies der Sündenfall, Hiob und Jesu Versuchung. Alles Geschichten, die der eingefleischte Christ bestens kennt und dennoch muss man sie gründlich analysieren um ihre ganze Aussage zu verstehen.

Erste Geschichte: Adam und Eva und der Sündenfall
Die Geschichte von Adam und Eva ist für vieles der Prototyp menschlichen, göttlichen und teuflischen Handelns, man muss es nur gut studieren, dann kann man da enorm viel herausziehen. Gott selbst sagte zu Adam:

1. Mose 2,16 „Und Gott der HERR gebot dem Menschen und sprach: Von jedem Baum des Gartens darfst du nach Belieben essen; aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tag, da du davon isst, musst du gewisslich sterben!“

Dann erschuf er dem Adam die Eva und die beiden lebten wunderbar zusammen mit Gott im Paradies. Aber dann passiert folgendes:

1. Mose 3,1ff: „Und die Schlange war listiger als alle Tiere des Feldes, die Gott, der HERR, gemacht hatte; und sie sprach zu der Frau: Hat Gott wirklich gesagt: Von allen Bäumen des Gartens dürft ihr nicht essen? Da sagte die Frau zur Schlange: Von den Früchten der Bäume des Gartens essen wir; aber von den Früchten des Baumes, der in der Mitte des Gartens steht, hat Gott gesagt: Ihr sollt nicht davon essen und sollt sie nicht berühren, damit ihr nicht sterbt! Da sagte die Schlange zur Frau: Keineswegs werdet ihr sterben! Sondern Gott weiß, dass an dem Tag, da ihr davon esst, eure Augen aufgetan werden und ihr sein werdet wie Gott, erkennend Gutes und Böses. Und die Frau sah, dass der Baum gut zur Speise und dass er eine Lust für die Augen und dass der Baum begehrenswert war, Einsicht zu geben; und sie nahm von seiner Frucht und aß, und sie gab auch ihrem Mann bei ihr, und er aß.“


Und hier begann dann das Drama, die Vertreibung aus dem Paradies mit allen Konsequenzen, der Trennung des Menschen von Gott usw. Um zu verstehen wie Satan tickt, laßt uns nun einmal die Verführungskunst des Teufels analysieren, denn seine Strategie die er hier bei Adam und Eva fährt, behält er immer bei bis heute.  

1.Zuerst einmal: Gott hat alle Tiere geschaffen, auch die Schlange, sie ist ein Geschöpf und steht damit eindeutig unter dem Schöpfer. Aber der Teufel hat die Fähigkeit in Geschöpfe hineinzuschlüpfen und durch sie zu sprechen. Er nimmt bis heute Besitz von Menschen und spricht und handelt durch sie. Im Paradies konnten Adam und Eva mit den Tieren sprechen und sie verstehen, interessant für uns, denn wenn wir in den Himmel entrückt werden, werden wir mit den Tieren reden können (nur nebenbei).

2.Was macht Satan jetzt: Er spricht zu der Frau, zu Eva. Ganz geschickt, denn wer hat die Anweisungen von Gott gesetzt bekommen, von welchem Baum im Garten er nicht essen soll? Adam. Und zwar noch bevor Eva erschaffen wurde. Dann lag da eine unbestimmte Zeit dazwischen. Zu Adam hatte Gott gesagt, außer vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen darfst Du von allen Bäumen essen. Der Teufel setzt von Anfang an auf die Strategie der falschen oder schlechten Kommunikation zwischen Menschen, im Besonderen wie hier zwischen Ehepaaren. Das macht er auch heute. Wie viele Streits und Konflikte entstehen nur wegen falscher Kommunikation, Interpretation oder Informationsverlust, Informationsmangel, überall, im persönlichen Umfeld, auf der Arbeit, in der Schule, in der Politik. Also halten wir fest: Adam hat bezüglich der Anweisungen Gottes entweder Falsches zu Eva kommuniziert oder Eva hat etwas Falsches verstanden, da hat etwas mit der Stillen Post nicht funktioniert.
 
3.Da hinein grätscht jetzt Satan: Er zweifelt Gottes klare Aussage an, Gottes Gebot oder Richtlinie. „Sollte Gott wirklich gesagt haben?“ Im ersten Schritt säht er immer eine Verunsicherung, die Menschen zweifeln lässt. Hätte Eva Gott wörtlich genommen, bzw. das, was Gott zu Adam gesagt hat einfach wiederholt und der Schlange genau dies entsprechend geantwortet, hätte der Teufel keine Chance gehabt. Das Problem liegt darin, dass sie das Wort Gottes verlassen hat. Eva tat dies in dem sie irgendwas vom Baum in der Mitte des Gartens faselte und dass man stirbt, wenn man davon isst. Aber das war nicht das was Gott gesagt hatte. Das mit dem Sterben war zwar richtig bei ihr angekommen, aber es war der falsche Baum. Und das ist das gefundene Fressen für Satan, er hakt nach, als er die Verunsicherung und Verwechslung merkt und macht sozusagen den Sack zu indem er Eva nun direkt anlügt und ihr erzählt sie wird nicht sterben und sie werden sein wie Gott, wenn sie von dem Baum essen.

Gerade das wollte Gott ja mit seinem Gebot ausschließen, dass sie sein werden wie Gott, denn Die verunsicherte Eva wiederum kann diese Lüge nicht entlarven, weil sie sich nicht eindeutig auf das Wort Gottes gegründet hatte, dieses nicht wörtlich genommen hat. Dann hätte sie sofort die arglistige Täuschung mit der Verwechslung der Bäume und der von Gott bestimmten Konsequenz entlarvt. So aber glaubt sie des Teufels Lüge und der Aussicht zu sein wie Gott – eine zutiefst satanische Eigenschaft –wird zur Sünde verleitet und sie nimmt die Frucht, genauso wie Adam, und das ganze Drama der Menschheit beginnt.
Was also lernen wir aus dieser Geschichte von Adam und Eva über die Machenschaften Satans?

1)Satan lügt und verdreht. Er lügt auch in unser Gewissen hinein, er fördert Ängste, Verunsicherung, Unklarheiten, er täuscht, er verführt zu falschem Handeln, er bringt die Dinge durcheinander. Das ist sein Wesen, seine ureigenste Art. Er macht Gott nach, er imitiert ihn und gibt sich als Gott aus, er ist der falsche Nachahmer. Wir sind immer wieder seinen Angriffen ausgesetzt solange wir hier auf Erden leben.

2)Wir müssen fest auf Gottes Wort gegründet sein, es wo es geht wörtlich nehmen. Nur so können wir Satans Attacken wirklich Paroli bieten. Am Wort lässt sich vieles, ja fast alles prüfen. Am besten selbst und direkt im Wort Gottes forschen, nachlesen, Bibelstellen vergleichen, sich hineindenken, recherchieren, das ist elementar wichtig in dieser Zeit, die vor Täuschungen und Irreführungen nur so wimmelt. Und wir haben heute fantastische Möglichkeiten dazu.

3)Zum dritten lernen wir, wenn wir Informationen über dritte bekommen was Gott gesagt haben könnte, wie er ist etc., dann müssen wir das immer an der Schrift verifizieren können. Immer zurück zum Original, dann lässt sich jede Predigt, jede Prophetie, jede Aussage die Menschen darüber sprechen, was Gott gesagt haben könnte, verifizieren. Wir haben den Vorteil, dass wir die Bibel haben. Adam und Eva hatten das nicht. Aber sie hatten ja direkten Zugang zu Gott und hätten ihn direkt fragen können.

Zweite biblische Haupt-Geschichte mit dem Teufel: Hiob
Ohne in die Tiefe zu gehen, beschreibt das Buch wie teuflisch der Satan bei einem Menschen zu Werke gehen kann, ihm alles nehmen kann, selbst die Gesundheit, den Besitz, die Kinder und die Frau. Sein Ziel ist es, Gott zu beweisen, dass er einen Gott hingegebenen Menschen, nämlich Hiob, durch Qualen und Pein dazu bringen kann, sich von Gott loszusagen. Dazu setzt er alle möglichen Arten von Unglücken ein die er über Hiob kommen lässt. Gott erlaubt alles, nur töten darf er Hiob nicht. Das Ganze findet in einzelnen Schritten statt. Immer wieder kommt Satan an zu Gott und sagt, sollst mal sehen, wenn ich ihm jetzt dies oder das antue, dann wird Hiob sich von dir abwenden. Dann überzieht er Hiob wieder mit einem chicksalsschlag aber dieser bleibt dem Herrn treu. Das Buch beschreibt herrlich die Wechselbeziehung zwischen Gott und dem Teufel der immer wieder ankommt, aber man merkt deutlich wie Gott in Kontrolle ist. Er erlaubt oder verbietet dem Teufel Dinge. Er hat immer ein Auge darauf was dieser tut. Und dieser tut auch nichts was Gott nicht vorher erlaubt hat.

Es beschreibt eindeutig wie sehr der Teufel Geschöpf und Gott - Gott ist. Auch wenn dieses Ausmaß an Unglück von Hiob zum Glück nicht jedem von uns im Leben widerfährt, so zeigt es doch worum es wirklich in diesem Leben hier auf Erden geht: Nur um die Verbindung mit Gott dem Vater und Jesus Christus, dem Sohn. Es geht nicht um materielle, gesundheitliche, seelische Dinge. Das können wir wie das Beispiel Hiob zeigt, ohnehin nicht so beeinflussen, denn ein wie auch immer gearteter Schicksalsschlag kann uns jederzeit erreichen. Das mag vielleicht hart klingen aber letztlich ist dies die Wahrheit. Und es ist gut so denn sonst wären wir alle verloren. Denn nur die ehrliche Beziehung zu Jesus trägt uns durch alle Stürme des Lebens hindurch. Und wir sehen am Beispiel Hiob, wie Gott und Satan in diesen Kategorien denken. Für Satan ist es das einzige Ziel, Hiob vom Glauben abzubringen. Die Mittel die er wählt, sind fleischlich um mit Paulus zu reden, aber im Kern geht es bei dem Wettstreit zwischen ihm und Gott um die geistliche Dimension – zu wem gehört Hiob am Ende? Hiob bleibt dem Herrn treu trotz all der Widrigkeiten und wird am Ende belohnt, es heißt, seine Jahre im Alter waren noch viel besser als seine jungen Jahre, er wurde in allem gesegnet von Gott.

Das Beispiel dieses Mannes Hiob – und es ist immerhin das älteste Buch der Bibel – sollte uns Mut machen. Auch wenn wir glücklicherweise nicht alle solche dramatischen Schicksalsschläge im Leben durchmachen müssen wie Hiob, so trägt doch jeder hier sein eigenes Päckchen mit sich herum. Das wichtigste ist, egal wie unsere weltliche, fleischliche, seelische, natürliche Situation auch ist, Hauptsache wir sind mit Gott verbunden und bleiben bei ihm.

Wir lernen aus dieser zweiten größerem Abschnitt, in dem Satan in der Bibel erwähnt wird, folgendes:

1) Satan zielt immer darauf ab, uns vom Glauben an Jesus Christus abzubringen, das ist sein Kerngedanke hinter allem Vorgehen. Natürlich ist sein Ansinnen ebenfalls Nichtgläubige oder Falschgläubige vom wahren Glauben abzuhalten.

2) Satan benutzt Ereignisse in unserem Leben, Schicksalsschläge, Zumutungen, Krankheiten, Todesängste und vieles mehr damit wir von Gott Abstand nehmen.

3) Das Festhalten an Gott bringt den Durchbruch. Wir werden mit der Ewigkeit in Gottes Reich belohnt. Bei all den Widrigkeiten dieses Lebens hilft es immer wieder uns klar zu werden: Wir sind nicht von der Welt, sondern nur in der Welt. Wir haben unseren Wohnsitz im Himmel, und unser Reisepass ist von dort.

4) Gott ist in Kontrolle. Er wird nie zulassen, dass wir über unser verträgliches Maß versucht werden, so dass wir nicht abfallen.

Der dritte Abschnitt: Satan und Jesus

Lukas 4,1 ff: „Jesus aber, voll Heiligen Geistes, kam zurück vom Jordan. Und er wurde vom Geist in der Wüste umhergeführt vierzig Tage lang und von dem Teufel versucht. Und er aß nichts in diesen Tagen, und als sie ein Ende hatten, hungerte ihn.  Der Teufel aber sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so sprich zu diesem Stein, dass er Brot werde. Und Jesus antwortete ihm: Es steht geschrieben (5. Mose 8,3): »Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.«.  


Und der Teufel führte ihn hoch hinauf und zeigte ihm alle Reiche der ganzen Welt in einem Augenblick und sprach zu ihm: Alle diese Macht will ich dir geben und ihre Herrlichkeit; denn sie ist mir übergeben und ich gebe sie, wem ich will. Wenn du mich nun anbetest, so soll sie ganz dein sein. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Es steht geschrieben (5. Mose 6,13): »Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen.«  

Und er führte ihn nach Jerusalem und stellte ihn auf die Zinne des Tempels und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so wirf dich von hier hinunter; denn es steht geschrieben (Psalm 91,11-12): »Er wird befehlen seinen Engeln für dich, dass sie dich bewahren.« Und: »Sie werden dich auf den Händen tragen, damit du deinen Fuß nicht an einen Stein stößt.« Jesus antwortete und sprach zu ihm: Es ist gesagt (5. Mose 6,16): »Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen.« Und als der Teufel alle Versuchung vollendet hatte, wich er von ihm  bis zur bestimmten Zeit.“

Wir erleben hier in dieser Geschichte eine ähnliche Situation wie zu Anfang bei der Schlange und Eva. Der Teufel spricht Jesus an und zielt mit seiner Ansprache genau in die potentiell schwache Flanke, genauso wie er das mit Eva gemacht hat. Jesus hat Hunger, also fordert er ihn heraus, seine Macht zu zeigen und einen Stein in Brot zu verwandeln. Im dritten Fall spielt er ebenfalls auf seine Gottessohnschaft an und versucht ihn, sich von der Zinne des Tempels herunterzustürzen. Hier ist interessant, dass der Teufel sogar so perfide ist, Bibelzitate Jesus entgegen zu schleudern um ihn mit der Schrift zu verunsichern.

In diesem und im ersten Fall mit dem Hunger kann Jesus die Versuchung nicht verhindern aber er widersteht dem Teufel in dem er genau das entscheidende sagt was Gott in der Schrift niedergelegt hat. Wohingegen Eva gerade nicht genau das zitiert hat was Gott vorher zu Adam gesagt hat.

Im zweiten Fall demonstriert der Teufel Jesus seine Macht und prahlt damit, dass ihm alle Reiche dieser Erde gehören. Für uns ist das dahingehend wichtig auch und gerade jetzt in der Endzeit, dass alle Regierungen, alle Nationen und alle Gewalt auf Erden dem Teufel gehören und von ihm massiv beeinflusst werden. Er ist der Herrscher dieser Welt. Aber das erschreckt uns wenig, denn: wir sind nicht von dieser Welt!

Der Teufel hat so viel Respekt vor Jesus, dass er ihm sogar alle die ihm verliehene Macht über diese Welt geben will, wenn er ihn nur anbetet. Der Teufel ist der Nachahmer Gottes, das haben wir eingangs schon gesehen. Also will er genauso wie Gott angebetet werden. Aber auch hier kontert Jesus mit dem Wort Gottes und zwar genau mit diesem Zitat des Herrn aller Herrn über die wahre Anbetung: es gibt nur einen den wir anbeten sollen.

Ganz am Ende wird uns noch gesagt, nachdem ihm Jesus 3x Paroli geboten hatte, wich der Teufel eine Zeitlang von ihm.
Was lernen wir also jetzt aus dieser Geschichte:

1. Wir können nicht verhindern, dass der Teufel uns versucht, er ist der Herrscher dieser Welt und solange wir in dieser Welt leben, sind wir diesen Versuchungen ausgesetzt. Selbst Jesus hat er versucht.

2. Am wirkungsvollsten widerstehen wir der Versuchung in dem wir die Schrift zitieren: Das was Gott wörtlich in seinem Wort gesagt hat. Dazu ist es nötig, dass wir die Schrift kennen. Es ist empfehlenswert, immer wieder die Bibel zu lesen, statt irgendetwas anderes. Es kommt darauf an, dass wir in der ganzen Bibel Bescheid wissen. Bibelwissen ist nicht nur nett, es ist überlebenswichtig. Eine Strategie des Feindes ist, uns mit anderen Dingen zu beschäftigen als mit dem Wort Gottes, gerade in diesen Zeiten (nächster Vortrag), das müssen wir durchschauen.

3. Der Teufel ist eitel, er will angebetet werden, er verleitet uns dazu die Dinge der Welt anzubeten, zum Beispiel Idole zu erschaffen, Menschen auf den Thron zu setzen. Auch hier gibt uns Jesus das richtige Vorbild: Begegne ihm mit dem Wort Gottes.

4. Der Teufel benutzt sogar die Bibel und eindeutige Bibelstellen, um uns - in diesem Falle Jesus - in die Irre zu führen. Das ist wie ich finde für uns in der heutigen Zeit sehr interessant und wichtig zu wissen, gerade wo so viele falsche Prediger und Propheten auftreten und im Namen Gottes scheinbar die Wahrheit aussprechen oder wenn Ungläubige (Politiker, Leiter, Lehrer, Anführer) die Bibel zitieren.
 
Als ich letztes Mal den Vortrag zum 23. September vorbereitet habe und im Internet entsprechende Auslegungen und Predigten studiert habe, war ich erschreckt wie gut der Teufel darin ist, Bibellehrer, Pastoren und erfahrene Prediger im Internet zu benutzen, die obwohl sie Gottes Wort zitierten, doch eine biblisch falsche oder leicht inkorrekte Botschaft in die Welt gesetzt haben. Was man auch häufig erlebt ist folgendes und auch ein Merkmal dieses falschen Zitierens biblischer Worte: Es ist das „Herauspicken“ eines Satzes oder einer Bibelstelle um meine Handlung oder meine Botschaft zu rechtfertigen. Man schaut nicht mehr den ganzen Kontext und die Gesamtaussage Gottes an, sondern erlaubt sich aufgrund eines Zitates Dinge zu tun oder zu interpretieren, die einfach unbiblisch sind, obwohl die Bibelstelle an sich richtig ist. Satan benutzt übrigens einzelne Bibelzitate gerne auch in der heutigen öffentlichen Medienwelt, gerade bei Katastrophen um Menschen von Gott abzubringen oder Gott scheinbar in Erklärungsnot zu bringen. Dann heißt es wo war denn Gott bei diesem Unfall? Oder was hast du gesündigt, dass Du so krank bist? Auch das schauen wir uns das nächste Mal vertieft an.

5. Wenn wir widerstehen, dann wird der Teufel von uns fliehen, zumindest eine Zeitlang. Das verschafft uns Luft, die wir brauchen um klar zu sehen. Das bedeutet, ständig mit Gott in Verbindung stehen, ständiges Gebet, schützt vor Angriffen.

So, das war jetzt eine Betrachtung der Geschichten in denen der Teufel uns in der Bibel am auffälligsten begegnet. Er wirkt natürlich noch in einer Menge anderer Ereignisse mit, allerdings kann man an den Beispielen die wir jetzt betrachtet haben, am meisten auf sein Wesen schließen und seine Position im Reich Gottes, in seiner Schöpfung einordnen.
Man kann sich jetzt fragen, wie kann man denn jetzt auf der Erde überhaupt vernünftig leben unter diesem Herrschaftsbereich des Satans ohne permanent in die Falle zu tappen oder den Versuchungen oder anderen Machenschaften erlegen zu sein? Dies werden wir hauptsächlich im nächsten Vortrag zu dem Thema in 2 Monaten behandeln. Soviel schon einmal vorab als Antwort der Bibel: Wir sind nicht allein. Denn Jesus sagt uns, ich gehe aber ich lasse euch den Tröster, den HG da. Und er blies die Jünger an und sagte nehmt hin den HG. Und Paulus erklärt es wie folgt in dem er von Satans Herrschaft als einem Geheimnis spricht:

In 2. Thessalonicher 2,7 lesen wir: „Denn schon ist das Geheimnis der Gesetzlosigkeit wirksam; nur offenbart es sich nicht, bis der, welcher jetzt zurückhält, aus dem Weg ist;“ Der HG ist der Zurückhalter, der Bewahrer, aber auch der der in alle Wahrheit führt, sodass wir immer die Möglichkeit haben, zu erkennen auf welcher Seite wir stehen.


Er gibt uns die Gabe der Unterscheidung der Geister, eine Gabe, die in der heutigen Zeit immer wichtiger wird. Aber wie gesagt,

dazu mehr nächsten Mal im Dezember 2017.

Wir haben heute die biblischen Grundlagen über Satan betrachtet.

Ø   Satan ist nicht der allmächtige Gegenspieler Gottes, sondern nur ein Geschöpf.

Ø   Er möchte gerne sein wie Gott, das ist sein ureigenstes Ziel,

Ø   daher hat er sich erhoben gegen Gott und möchte entsprechend  angebetet werden

Ø   Aber er ist der Herrscher dieser Welt.

Ø   Wir sind jedoch nicht von dieser Welt. (Durch Annahme Jesu neuer Reisepass und staatliche Identität)

Ø   Er ahmt Gott nach um zu verführen und angebetet zu werden.

Ø   Selbst vor der Dreieinigkeit Gottes macht er in diesem Bestreben nicht Halt.

Ø   Er belügt uns und die Menschheit permanent, verdreht die Tatsachen, er ist der Durcheinanderbringer.

Ø   Er versucht uns immer wieder. Er tut dies sogar mit Bibelzitaten.

Ø   Wir schützen uns am besten, in dem wir uns an das Wort Gottes, die Wahrheit, halten,

Ø   uns damit auskennen und die uns verliehenen Gaben des Geistes nutzen.

Ø   Wenn wir durchhalten bis zum Ende, werden wir belohnt (Ewiges Leben in der Nähe Gottes)

Beim nächsten Mal werden wir dann praktisch, und werden uns die Machenschaften des Teufels gegenüber den Menschen genauer anschauen.



1.) Der Sternenhimmel am 23. September 2017 und Offenbarung 12 , vom 30.9.2017  

Das Thema über das ich heute sprechen möchte, ist im Internet auf den einschlägigen Seiten der wahre Renner. Wenn man da etwas stöbert, dann findet man sehr viele unterschiedliche Interpretationen von düsteren Endzeitprophetien über die genaue Berechnung wann die einzelnen Ereignisse der Trübsal nun stattfinden bis zum Tag wann der Herr wiederkommt; wiederum andere sagen die Entrückung anhand dieser Ereignisse voraus. 
Ich möchte da zu Beginn eine Aussage diesbezüglich von Jesus voranstellen und warnen 

(Mt. 24,36): „Von dem Tage aber und von der Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel nicht, auch der Sohn nicht, sondern allein der Vater.“ 

Es kann und es wird niemals sein, dass wir trotz aller Zeichen und Prophetischen Worte den Tag der Entrückung vorhersagen können, wir können lediglich annehmen, dass die Dichte der Zeichen und Aussagen dafürsprechen, dass es nicht mehr lange dauern wird. 

Starten möchte ich mit 2 Beispielen wie Prophetien, die Gott durch Menschen aussprach, zu einem späteren Zeitpunkt in Erfüllung gegangen sind. Zum Zeitpunkt ihres Aussprechens konnten die betreffenden Personen absolut nichts wissen über das was hunderte Jahre später passierte.

Wir lesen in Jos. 6,26: 26 „Als Jericho niederbrannte, sprach Josua einen Fluch aus: »Die Strafe des HERRN soll den treffen, der diese Stadt wiederaufbaut. Wenn er das Fundament legt, muss er dafür mit dem Tod seines ältesten Sohnes bezahlen, und wenn er die Tore einsetzt, wird er auch noch seinen jüngsten verlieren.“
 Dieses sprach er im Jahre 1380 v. Chr. 

Jetzt springen wir ins Jahr 850 v.Chr. und damit mehr als 500 Jahre später in die Zeit des Königs Ahab von Israel: 1. Kö 16,34: „Während Ahabs Regierungszeit baute Hiël aus Bethel die Stadt Jericho wieder auf. Als das Fundament gelegt wurde, starb sein ältester Sohn Abiram, und als er die Stadttore einsetzte, verlor er Segub, seinen jüngsten Sohn. So traf ein, was der HERR damals durch Josua, den Sohn von Nun, angedroht hatte.“


Das zweite Beispiel finden wir in Jes. 44,28: „Zu König Kyrus sage ich: ›Du bist der Hirte für mein Volk!‹ Er wird alles ausführen, was ich ihm befehle. In
meinem Auftrag wird er anordnen: ›Jerusalem soll wiederaufgebaut werden! Auch der Tempel soll wieder an seinem alten Platz stehen!“ 

Dies sprach Jesaja während seiner Wirkungszeit als Prophet zwischen 740-700 v.Chr. Kyros erließ das Edikt zur Rückkehr der Juden nach Jerusalem im Jahre 538 v.Chr., also 200 Jahre nach Jesaja. Dieser konnte weder den Namen noch irgendeine Absicht eines potentiellen persischen Königs Kyros wissen, denn zur Zeit Jesajas gab es noch gar kein persisches Großreich sondern die Assyrer waren die bedrängende Großmacht.

Tatsächlich können wir also an diesen ausgewählten Beispielen sehen, dass biblische Prophetien sich 1:1 erfüllen. Und davon gibt es ganz viele in der Bibel.

Ein etwas modernerer Prophet – wenn man so will – aus dem Zeitalter nach Jesus war Judah Ben Samuel, ein deutscher Rabbi der hier in Deutschland von 1140-1217 gelebt hat, vornehmlich am Rhein und in Regensburg. Interessanterweise war er in unserem Sinne kein Christ, das Neue Testament, Jesus Christus und die durch ihn erwirkte Erlösung spielten bei ihm wie bis heute bei den meisten Juden keine Rolle. Er beschäftigte sich mit Astronomie und mit biblischer Zahlenlehre. In seinen letzten 20 Lebensjahren wurde er bekannt durch veröffentlichte Schriften, Bücher und Predigten in deutscher und hebräischer Sprache, von denen heute einige übersetzt vorliegen. 

Die Rabbiner hier im Westen pflegten eine regelmäßige Korrespondenz mit den Juden im Heiligen Land und wussten daher über die dortigen politischen Ereignisse bestens Bescheid. Zum Beispiel wusste Ben Samuel dass, dass trotz der Kreuzzüge Saladins Truppen (der Sultan von Ägypten) das Heilige Land seit 1187 besetzten und regierten.
Ben Samuel veröffentlichte 1217 die Ergebnisse seiner biblischen Berechnungen (Gematria) und astrologischen Beobachtungen und fasste sie wie folgt zusammen:
„Wenn die Osmanen Jerusalem erobern, werden sie acht Jubiläen über Jerusalem regieren. Danach wird Jerusalem für ein Jubiläum Niemandsland werden, um dann im neunten Jubiläum wieder in den Besitz des jüdischen Volkes zurück zu kommen - dies wird den Beginn der messianischen Endzeit markieren.“

Mit einem Jubiläum ist ein Jubeljahr oder Erlassjahr gemeint, das sind 50 Jahre nach 3. Mo 25,10: „Und ihr sollt das fünfzigste Jahr heiligen und sollt eine Freilassung ausrufen im Lande für alle, die darin wohnen; es soll ein Erlassjahr für euch sein. Da soll ein jeder bei euch wieder zu seinem Besitz und zu seiner Sippe kommen. Als Erlassjahr soll das fünfzigste Jahr euch gelten“. Es ist das 50. Jahr nach sieben mal sieben Jahren, das Jahr in dem jeder Mensch sein Eigentum oder sein Land zurückgewinnen soll.
 
Ben Samuels Berechnungen waren rein theoretisch; zu seiner Zeit gab absolut keine Anzeichen der Erfüllung außer, dass bereits damals die Türken/Osmanen sich langsam als Macht im Orient zu etablieren wussten. Er wusste auch nicht wann seine Prophetie möglicherweise begann, in Erfüllung zu treten. Zu seinen Lebzeiten ist dies nicht passiert. Dass es exakt 300 Jahre oder 6 Jubeljahre später waren, nämlich im Jahre 1517 wurde die Erste seiner Vorhersagen wahr, konnte er nie und nimmer wissen oder berechnen. Es ist also eindeutig göttliche „Einmischung“ bei der Prophetie hier am Werk.
Geschichtlich passierte im Jahre 1517 noch, das es in Deutschland das Jahr war in dem Luther seine 95 Thesen zur Reformation veröffentlichte.

In Jerusalem herrschten bis zu diesem Jahr die sogenannten Mamelucken, das waren islamgläubige Söldnertruppen wechselnder asiatischer Herrscher. Diese nun wurden 1517 von den osmanischen Türken bezwungen, die damit Ägypten, das heilige Land und Jerusalem einnahmen. Ben Samuel sagte voraus: „Wenn die Osmanen Jerusalem erobern, werden sie acht Jubiläen über Jerusalem regieren“. Genau das geschah, denn die Türken blieben exakt für acht Jubiläen (8 x 50 = 400 Jahre), bis im Jahr 1917 die Briten unter Richard Allenby, einem christlichen Heerführer, kampflos in Jerusalem einmarschierten. Der Völkerbund verlieh daraufhin das (Verwaltungs-)Mandat für das Heilige Land und Jerusalem den Briten. So war nach Völkerrecht Jerusalem und das damalige Heilige Land ab 1917 ein Niemandsland wie Ben Samuel es voraussagte. 

Weiter: „Danach (also nach Ende der türkischen Herrschaft) wird Jerusalem für ein Jubiläum Niemandsland werden, um dann im neunten Jubiläum wieder in den Besitz des jüdischen Volkes zurück zu kommen“. Das neunte Jubeljahr müsste demnach 1967 sein. Was geschah 1967? Richtig! Jerusalem wurde im 6Tage Krieg von den Israeliten befreit und die Juden waren zum ersten Mal seit 70 n.Chr. am Herz ihrer Identität, der Tempelmauer in Jerusalem, damit war ganz Jerusalem wieder vereint und im Besitz des jüdischen Volkes.
Wann ist nun dieses 1967 begonnene Jubeljahr um? Ganz klar im Jahre 2017, also heute. Ben Samuel sagt dazu: „…dies wird den Beginn der messianischen Endzeit markieren.“  Interessanterweise existiert übrigens auch unter den

Juden, mal ganz unabhängig von Ben Samuel und seiner Prophetie die Hoffnung, dass 2017 der Beginn der messianischen Endzeit sein soll und viele Juden glauben auch daran.
So, wir haben also jetzt diese doch sehr beeindruckende Prophetie. 
Wenden wir uns nun einmal den Sternen zu, betreiben etwas Astronomie. Nicht zu verwechseln mit der Astrologie, das ist der Horoskop Hokuspokus der mit Sicherheit nicht auf Gottes Einfluss beruht.

Dass das wissenschaftliche Betrachten der Sterne durchaus ein von Gott in uns Menschen angelegte Gabe ist, sehen wir schon im ersten Kap. Der Bibel, 1.Mo 1,14 wo es heißt: „Und Gott sprach: Es werden Lichter an der Feste des Himmels, die da scheiden Tag und Nacht. Sie seien Zeichen für Zeiten, Tage und Jahre. Dann weiter in Jer 10,2: So spricht der HERR: „Ihr sollt nicht die Weise der Heiden annehmen und sollt euch nicht fürchten vor den Zeichen des Himmels, wie die Heiden sich fürchten.“ Jesus selbst spricht von Zeichen am Himmel bei seiner Wiederkunft in seiner Endzeitrede:

Mt 24,30 „Und dann wird erscheinen das Zeichen des Menschensohns am Himmel.“ 

Dass das Kommen und Gehen Jesu von Zeichen am Himmel begleitet wird, haben wir in den Evangelien gelesen, bei seiner Geburt gab es den Stern von Bethlehem, den die Astronomen aus dem Osten genau berechneten und der sie zur Krippe führte, bei Jesu Tod am Kreuz haben wir 3 Stunden völlige Finsternis über dem Land erlebt.
Also, wir lernen, Gott redet durch Zeichen am Himmel. Die Bilder am Himmel sind absolut OK, nur die horoskopartige Deutung, das geht schief. Auch wenn nicht jeder astronomisch ausgebildet ist oder die Mittel dazu hat, ist es jedoch nicht falsch sich damit auseinanderzusetzen. 

Beschäftigen wir uns also mal mit dem 23. September.
Hierzu lesen wir Offenbarung 12, 1-6: „1 Und es erschien ein großes Zeichen im Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet, und der Mond unter ihren Füßen und auf ihrem Haupt eine Krone von zwölf Sternen. 2 Und sie war schwanger und schrie in Kindsnöten und hatte große Qual bei der Geburt. 3 Und es erschien ein anderes Zeichen im Himmel, und siehe, ein großer, roter Drache, der hatte sieben Häupter und zehn Hörner und auf seinen Häuptern sieben Kronen, 4 und sein Schwanz fegte den dritten Teil der Sterne des Himmels hinweg und warf sie auf die Erde. Und der Drache trat vor die Frau, die gebären
sollte, damit er, wenn sie geboren hätte, ihr Kind fräße. 5 Und sie gebar einen Sohn, einen Knaben, der alle Völker weiden sollte mit eisernem Stabe. Und ihr Kind wurde entrückt zu Gott und seinem Thron. 6 Und die Frau entfloh in die Wüste, wo sie einen Ort hatte, bereitet von Gott, dass sie dort ernährt werde tausendzweihundertsechzig Tage.“


So, und jetzt ein Blick in die Sterne: Glaubt mir, ich bin der letzte, der darüber Bescheid weiß. Bei mir hört mein übliches Sternenwissen bei dem großen Wagen bzw. dem Orion auf. Ab und an sehe ich einen Satelliten oder mal eine Sternschnuppe aber ansonsten ist das für mich eine Ansammlung von Millionen Lichtpunkten, mit denen ich nicht viel anfangen kann, außer dass ich sie schön finde und sie mir die Bedeutung des unendlichen Schöpfers und seiner Schöpfung verdeutlichen.

Ich habe also eine Hilfe zurate gezogen, das Programm Stellarium etwas studiert, das ist eine frei verfügbare Software, mit der man alles Mögliche am Sternenhimmel erfahren, erforschen kann. 
Es geht also los mit folgendem Bild:  (ist hier nicht vorhanden)
1 Der Himmel über Jerusalem im Mai letztes Jahr 
2 das gleiche Bild mit Verbindungslinien für die Sternzeichen
 
3 noch mal, diesmal mit Beschriftung   
4 noch mal, jetzt mit graphischer Untermalung 
5 jetzt zoomen wir den Bereich heran der uns interessiert:
 
7 was wir jetzt machen, wir wandern mal zum 23. September 2017, das gleiche Bild: man sieht plötzlich eine ganze Menge mehr an leuchtenden Sternen: wichtig der Saturn im Sternbild der Schlange: 
8 Vergrößert sieht man dieses hier 
Ihr seht also hier das Sternbild vom Löwen, bestehend aus 9 Sternen. Eine liegende Frau (Sternbild Jungfrau), die Schlange, die anderen Bilder interessieren uns jetzt nicht. 
Hier ein ganz heller Stern (Sonne) ist von rechts außen auf die Schulter dieser Dame gewandert. Im Sternbild Löwe sind auf einmal 3 Sterne mehr und zwar sind dies die Planeten Merkur, Mars und Venus in einer Reihe. Dann haben wir den Mond hier zu Füssen der Dame. Dann taucht hier noch ein ganz heller Stern auf, das ist der Jupiter. Dieser wandert um den 23 September aus dem Schoss dieser Frau heraus, nachdem er sich 9 Monate im Bauch aufgehalten hat. Man kann sagen, hier wird etwas zur Geburt gebracht. Interessant ist, dass dieser Stern, der Jupiter, von alters her als Königsplanet oder Stern des Königs und Herrschers bezeichnet wurde. Ein weiterer Planet, der Saturn, befindet sich im Bild der Schlange. Der Saturn als Planet wird im Gegensatz zum Jupiter in der alten Sternenkunst wiederum mit Satan als Gegenpol in Verbindung gebracht. 

Jetzt noch ein paar weitere Fakten: Diese Sternenkonstellation kommt rein theoretisch nur alle 6-7000 Jahre vor. Allein die Aufreihung der drei Planeten Merkur, Mars und Venus in einer geraden Reihe zur gleichen Zeit im gleichen Sternbild ist eine absolute Seltenheit. 
Ein weiteres Phänomen: Wir haben ja seit einiger Zeit über Blutmonde, Sonnenfinsternisse berichtet die seit 2014 in gehäufter Zahl über Jerusalem am Himmel erschienen und die immer mit dem Beginn eines jüdischen Festes zusammenfielen, wiederum eine einmalige Seltenheit. Dieses Ereignis über das wir heute sprechen, reiht sich da nahtlos ein, bildet quasi in seiner Fülle und Aussagekraft den Höhepunkt. Wer will, kann hier noch die genauen mathematischen Berechnungen anstellen von Tagen wann was wie passiert und wird sehen, dass alles bis ins kleinste Detail ins göttliche Zahlenkonzept passt und alle Daten miteinander verwandt sind. Der Vater macht keine Fehler, sondern ist 100% präzise. 
Ein weiteres Phänomen, es fällt alles auf das jüdische Neujahrsfest namens Rosh Hashanah. Das Fest Rosh Hashanah ist traditionell das Fest an dem die Juden die Wiederkunft des Messias und damit die Auferstehung erwarten. Der alte Name dafür ist auch Yom Teruah, das bedeutet, Tag des Posaunen- oder des Schofar-Blasens. Daher auch auf vielen jüdischen Grabsteinen ein Schofar oder Posaune eingeritzt, da man das mit der Auferstehung in Zusammenhang bringt.

Dies begann exakt dieses Jahr am 21. September und wird 2 Tage und 2 Nächte gefeiert, und das hat seinen Grund: Rosh Hashanah ist das einzige Fest im Judentum, das nicht in der Mitte eines Monats, also bei Vollmond, sondern am Beginn eines Monats, in diesem Fall, des 7. Monats, also bei Neumond, beginnt. Und um genau feststellen zu können wann denn nun Neumond ist, musste man in den alten Zeiten Späher aufstellen, die dann schauten, ob es diese Nacht oder doch die nächste Nacht ganz dunkel war, also kein Mond zu sehen war und die haben das dann nach Jerusalem gemeldet. Das war auch noch zu Zeiten Jesus so. Und man hat das pragmatischer Weise dann im jüdischen Kalender auf 2 Tage und 2 Nächte veranschlagt und damit sind wir schon wieder beim 23. September. Dieser wiederum fällt dieses Jahr gleichzeitig auf einen Schabbat. Das Neujahrsfest bildet außerdem den Beginn der 10 tägigen Zeit der Ehrfurcht im Judentum, eine besondere Zeit der Reue, Busse und Versöhnung, wo die Menschen Dinge in Ordnung bringen, die mit dem Tag Yom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag, dem Versöhnungstag, endet. 

Wir haben also jetzt das gregorianische Jahr 2017 und das neue jüdische Jahr 5778.
Wie wir vorhin gehört haben, sind wir 2017 am Ende des 10. Erlassjahres angekommen. Laut des Propheten Judah Ben Samuel beginnt also an Rosh Hashanah 2017
das Messianische Zeitalter. 

Schauen wir uns jetzt Offenbarung 12 noch einmal an. Wir haben also eine Frau am Himmel, das passt. Dann haben wir die 12 Sterne auf ihrem Haupt. Das sind die 9 Sterne des Sternbildes Löwe und zusätzlich jetzt die 3 Planeten. Dann haben wir die Sonne: Sie bekleidet die Frau, so heißt es in Vers 1. Man kann natürlich streiten ob das eine Bekleidung darstellt aber gehen wir einmal von traditioneller Kleidung zu Zeiten Jesu aus, sowohl bei den Römern als auch bei den Juden, wurde das Gewand oft durch einen Ring oder eine silbern oder golden glitzernde Spange auf der Schulter zusammengehalten, das würde dem hier entsprechen. Und die Sonne leuchtet so stark, dass man viele der anderen Sterne im Sternbild der Jungfrau gar nicht erkennt, also sie umkleidet sie.  leuchtet Dann haben wir weiter in Vers 1 den Mond zu ihren Füssen. Passt. Im Weiteren werden zwei Personen beschrieben: Das Kind was die Frau zur Geburt bringt: Hier gibt es die Konstellation mit dem Jupiter, der sich exakt 1 menschliche Schwangerschaftsperiode (9 Monate) im Bauch der Frau/ des Sternbildes der Jungfrau aufhält bis er eben jetzt diese Tage dort herauswandert, sozusagen zur Geburt gebracht wird.

Und wir haben schließlich in Vers 3 den Drachen, hier das Sternbild der Schlange, welches vor dem Schoss der Frau darauf wartet, das Kind zu verschlingen.
So wer ist jetzt wer? Ich denke, und da sind sich eigentlich alle Ausleger einig, über den Drachen gibt es kaum Diskussionen. Dies stellt Satan mit allen seinen Eigenschaften dar. Das Sternenbild enthält 7 Sterne, also genau die Anzahl Köpfe, von der die Bibel spricht. Dies wird untermauert dadurch, dass sich der Saturn als der Planet des Satans im Sternbild der Schlange aufhält.

Jetzt das Kind: Jupiter steht für den König, für Jesus, den Sohn Gottes. Welches andere Kind sollte dem Drachen so wichtig sein, es zu verschlingen? Es heißt über das Kind, dass es alle Nationen weiden soll mit eiserner Rute. Dies ist eindeutig auf den Messias gemünzt und spiegelt die gleiche Aussage von Psalm 2,9 wieder. Nur Jesus wurde in den Himmel entrückt und aufgenommen wie es in Vers 5 heißt.

Und die Frau? In der Bibel steht übergreifend über alle Bücher die Frau für zwei Bilder: Einmal für das Volk Israel, aus dem der Erlöser hervorgeht und zum anderen für die Hure Babylon, die Sinnbild für alle Abgötterei und alle Abkehr des Menschen von Gott steht. Selbst ohne große Tiefenpsychologie kann man leicht erkennen, dass der Drache sicher nicht die Hure Babylons, seine eigene Identität und sein Werk verschlingen würde. Es läuft also auf die Frau, sinnbildlich für Israel, hinaus. Aus Israel kam der Messias, Israel brachte den Retter der Welt zur Geburt. 

An diesem Punkt ein paar Anmerkungen zu anderen Interpretationen dieser Konstellation und hiervon gibt es eine wahre Inflation im Internet: Es gibt Ausleger, die sagen, die Frau wäre Maria. Das ist insofern unrealistisch, weil wie wir in Vers 6 lesen Maria nicht in die Wüste geflohen ist um dort von Gott 1260 Tage ernährt zu werden. Dies ist jedoch wiederum für den Rest des Volkes Israel vorhergesagt, für die zweite Hälfte der Trübsal, wenn der Antichrist auf Erden wütet. 

In diese Kategorie der falschen Interpretation fallen auch jene, die behaupten, dass hier eine Erweckung in der Endzeit zur Geburt kommt und dass dies das Zeichen am Himmel ist, dass jetzt die große Erweckung anbricht. Diese Auslegung verlangt nach einem bildlichen und übertragenen Bibelverständnis. Wir haben hier schon mehrmals betont, dass nur die möglichst wörtliche zu nehmende Bibel, die Wahrheit, also Gottes Wort repräsentiert. Sobald wir uns auf das Terrain der übertragenen Auslegung gerade in der Offenbarung oder
der alttestamentlichen Propheten begeben, ist Interpretation und Spekulation Tür und Tor geöffnet. 

Eine weitere Variante spricht davon, dass mit der Frau die Braut, also die Gemeinde, gemeint sei. Fragt sich wie das dann zusammenpasst, denn die Gemeinde hat nicht den Retter zum Leben gebracht, sondern Jesus die Gemeinde. Zum zweiten wird im gesamten Kontext des Buches der Offenbarung von Kapitel 4 bis Kapitel 19 die Gemeinde überhaupt nicht mehr erwähnt, die gesamte endzeitliche Schau richtet sich an das Volk Israel. Warum sollte dann ausgerechnet in Kapitel 12 ein diesbezüglicher, völlig unzusammenhängender Einschub stattfinden? Macht also wenig Sinn. Satan hat über fast 2000 Jahre Zeit gehabt, der Gemeinde Schaden zuzufügen und hat es nicht geschafft, im Gegenteil, die an Jesus glaubende Christenheit – damit meine ich nicht die Namenchristen – hat sich rasant vermehrt und die Gemeinde Jesu ist gewachsen. Wie es in Vers 12 heißt, Satan weiß, dass er nicht mehr viel Zeit hat. Wie sollte er auf einmal die Gemeinde vernichten können, wo er dies also 2000 Jahre nicht geschafft hat? Er wendet sich also an das vermeintlich schwächste Glied in Gottes Endzeitplan, nämlich das Volk Gottes, Israel. Gelänge ihm dessen Vernichtung, hätte er Gottes Plan durchkreuzt und die Geschichte würde neu geschrieben werden. Dies wird – wenn wir die Offenbarung weiterlesen – jedoch nicht passieren, denn der Überrest von Israel wird in die Berge fliehen, umkehren und seinen Messias herbeirufen. Dann wird Jesus ein zweites Mal wiederkommen, Gericht halten und Satan, den Antichristen und den falschen Propheten endgültig vernichten. Die Gemeinde wird zu diesem Zeitpunkt, wenn diese Dinge passieren, schon lange nicht mehr da sein, sie ist vorher bereits entrückt worden, spielt also im Rahmen dieses Bildes hier keine Rolle.

Jetzt zu der Interpretation: Und bitte, diese mit aller Vorsicht. Wir sehen ja, wir sind noch da, es hat am 23. September weltweit keine Entrückung stattgefunden. Das deckt sich mit der eingangs erwähnten Erkenntnis und der Aussage Jesu, dass wir dieses Ereignis nicht vorhersagen können.

Bei aller Vorsicht, die man walten lassen sollte, kann man dennoch als Deutung dieser Zeichen am Himmel und der Prophetie aus der Offenbarung von 2 Dingen ausgehen: 
Zum einen, dass die die Jesus nachfolgen, also seine Gemeinde, zu der wir uns zählen, folgendes bedenken soll: Wir gehen in die Endzeit hinein, wir sind nicht mehr weit von den finalen Ereignissen inklusive der Entrückung entfernt. 

Zum zweiten, dass Israel einen großen, himmlischen Hinweis darauf erhält (oder auch eine letzte Warnung), dass die letzte Zeit angebrochen ist – der Prophet Ben Samuel – wir erinnern uns - nennt sie das messianische Zeitalter – und dass der Messias Israels, nämlich Jesus bald kommen wird. Das passt auch bildlich zu dieser Prophetie des Johannes, sozusagen eine Wiedergeburt des Messias, eine Vorschattierung auf sein zweites Kommen. 
Die jetzt vor uns liegende Zeit beinhaltet die endzeitlichen Dinge von denen Jesus und andere in der Bibel Zeugnis ablegen. Diese Zeit wird zunehmend geprägt sein von Erschütterungen, Naturkatastrophen, Werteverfall, Kriegen, Konflikten, Antisemitismus, falschen Propheten und permanentem Beschuss der bekehrten Christen und Juden durch Satan und seine Helfer. Vieles sehen wir in Ansätzen oder Vorschattierungen heute schon. Es wird ebenfalls einerseits zu den größten Erweckungen kommen, andererseits wird der Widersacher Gottes alles daransetzen, Menschen, die auf dem Weg sind davon abzuhalten ihr Leben ganz Gott anzuvertrauen. Nächster Fathers-House werde ich hierüber sprechen.

Diese Zeit wird die Entrückung der Gemeinde mit sich bringen und danach wird die Welt in nie gekannte Turbulenzen aller Art stürzen. Nach einer gewissen, sicher nicht sehr langen Zeit wird sich an die Entrückung die 7-jährige Trübsalszeit mit allen Verfolgungen, Blutzoll und Vernichtung anschließen. 

Das Volk Israel, zumindest ein kleiner Rest wird überleben, Satan wird sie nicht komplett vernichten können, da der Vater seine Hand über sie hält und Jesus wird dann auf den Wolken zu seinem finalen Siegeszug auf die Erde zurückkehren. 

Man könnte an dieser Stelle jetzt in ganz viele Details der Betrachtung eintauchen aber das will ich uns aus Zeitgründen ersparen, trägt zur Hauptaussage auch nicht mehr bei.
Um das jetzt zusammenzubinden: Wir haben am 23. September dieses Jahres ein Himmelsphänomen am Jerusalemer Sternenhimmel gehabt, was es in seiner Einzigartigkeit noch nie gegeben hat und nie wieder geben wird. Es richtet sich direkt an das Volk Gottes, die Juden, und nur indirekt an die Gemeinde.  Indirekt deshalb, weil unser Schicksal total eng mit dem der Juden in der Endzeit und damit Gottes Gesamtzeitplanes verbunden ist. 

Das Phänomen ist deshalb so außergewöhnlich, weil es Bild 1) deckungsgleich mit der in der Offenbarung 12 beschriebenen endzeitlichen Prophetie des Johannes steht.
2) sich einreiht in eine Folge von markanten ebenfalls außergewöhnlichen Himmelserscheinungen über Jerusalem (Blutmonde, Sonnenfinsternisse, Tetraden etc.) der letzten Jahre, die immer auf ein jüdisches Fest fallen und ebenfalls nie oder nur alle paar tausend Jahre wiederkehren. In seiner Deutlichkeit ist es jedoch wirklich einzigartig und spricht dafür, dass hier der lebendige Gott zu den Menschen direkt spricht. 3) auf den Tag genau durch eine alte Prophetie als Beginn des Messianischen Zeitalters vorhergesagt wird. 4) in seiner Aussage – die Endzeit ist da, durch die Veränderungen, die sich in der Welt abspielen, tagtäglich mehr und mehr bestätigt wird. 

Ich möchte schließen mit dem Wort aus Lukas 21,28:„Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, dann seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.“ Haben wir keine Angst uns stehen wir an Israels Seite.  



Father's House Ffm e.V. 
wurde 2002 gegründet 



Unsere Vison


Der Father's House Ffm e.V. entstand aus dem Wunsch heraus, durch geistliche Elternschaft geistliche Söhne und Töchter zu begleiten.  Dabei  verstehen wir geistliche Elternschaft als verlängerten Arm des himmlischen Vaters, dem A und O aller liebenden Elternschaft. Die überwältigende biblische Wahrheit göttlicher, liebender Vaterschaft ist durch nichts zu ersetzen. Wir alle – auch in unserer Funktion als geistliche Eltern - brauchen praktische Anleitung im Erkennen, Verstehen und Anwenden dieses einzigartigen göttlich väterlichen  Liebesangebots, um schließlich unser volles Potential in Christus zu erreichen.