From Klemens Schütte's Desk:


Unter dieser Rubrik findet ihr alle Vorträge, die Klemens in den vergangenen Jahren in unseren Father's House Veranstaltungen vorgetragen hat.



Klemens stellt seine CD " Coming Home" vor

Klemens mit Band in Hanau/Kesselstadt

Klemens und Steffi in Jaffa/Israel

Steffi & Klemens in Mallorca

Steffi & Klemens Schütte und Billa & Rudi Pinke in Jerusalem

Andreas und Steffi zu Rudis 80zigsten Geburtstag

Klemens und Claudia zu Rudis 80zigsten Geburtstag

Wir lieben Löwen

Inhalt/Übersicht der bisher veröffentlichten Vorträge

13.) Israel und die endzeitlichen Friedensverträge (Hauskreis 29.08.2020)
12.) Die Zeichen der Zeit erkennen! (21.04.2020)

11.) Die DNA Gottes (28.12.2019)

10.)  Wie wir die Sünde in unserem Leben besiegen! (30.11.2019)

9.) Biblische und Geistliche Grundlagen für Fortgeschrittene 

Teil 3: Jesus, Gethsemane, Golgatha, Galiläa - Die wichtigsten Tage der Weltgeschichte (27.04.2019)

8.) Der reife Christ: Biblische und Geistliche Grundlagen für

Fortgeschrittene - Teil 2-Jesus – Öffentliches Wirken. Von der Taufe bis zum Garten Gethsemane....  (16.02.2019)

7.) Der reife Christ: Biblische und Geistliche Grundlagen  für Fortgeschrittene -Teil 1: Jesus - Grundlagen, Hintergründe, Erkenntnisse und Ziele .......(29.12.2018)

6.)  Psalm 90.10 Unser Leben dauert 70zig Jahre....wirklich? (23.06.2018)
5.)  Coming Home
4.)  Neben der Spur: Wie bleiben Christen auf dem richtigen Weg.   (24.02.2018)
3.)  Neben der Spur: Wie bleiben Christen auf dem richtigen Weg, Teil 2 -  (30.12.2017)
2.)  Neben der Spur: Die Machenschafften des Teufels entlaarfen. (27.10.2017)
1.)  Der Sternenhimmel am 23. September 2017 und Offenbarung 12.  (30.09.2017)


13.) Israel und die endzeitlichen Friedenverträge

 

Gott hat den Prozess des großen Finales eingeleitet. Jesus sagt uns in

Lk 21,18: „Wenn ihr diese Dinge zu sehen beginnt, erhebet eure Häupter, denn das Ende ist nahe.“ 

Was heißt denn „erhebt Eure Häupter?“, das heißt streckt euch heraus, erhebt euch über das Rauschen der Masse, der weltlichen Nachrichten, der Ablenkung durch die Mainstream-Medien. Die Dinge die wir zu sehen beginnen, die Formung der neuen Weltordnung durch globale Machtstrukturen mit Medienunterstützung, der zunehmende Einfluss übergreifender Weltinstitutionen, 

die Bildung einer einheitlichen Weltreligion, die zunehmende Abhängigkeit der Menschen von und Kontrolle durch Technik, das Biest mit den 10 Hörnern und 7 Köpfen aus Off 13 (was das ist-ein andermal) , 

der Abfall vom Glauben und viele Täuschungen der Christen, die Entwicklung in Israel, die Zeichen der Zeit: Seht das, sagt Jesus, aber dann schaut auf mich, richtet euch auf das Kommende aus, denn ihr seid nicht von dieser Welt. Ihr gehört zu mir, in den Himmel, in eine andere Welt. Diese Dinge, diese Welt wird bald vergangen sein, seid bei denen, denen die Zukunft gehört, vergeudet eure Zeit nicht, indem ihr nur in dieser Welt und all ihren Problemen lebt, euch nur für diese untergehende Welt engagiert.

Ich glaube dass die dramatischen Lebensumstände in die die Menschen durch das Corona Virus weltweit hineingekommen sind, eine große Chance sind, dass noch viele umkehren um sozusagen 5 vor 12 unsren Heiland und Herrn als Retter anzunehmen. 

Auch, dass das Coronavirus und alle Entwicklung die damit zusammenhängen nur der Anfang vom Ende dieser Welt wie wir sie kennen, ist.

Ich denke, dass diese einmal begonnene Entwicklung nicht mehr stoppt und geradewegs in die finalen 7 Jahre der Trübsal münden die uns angekündigt sind im Buch Daniel. Habe neulich eine schöne Illustration dazu gehört: Es ist wie wenn ab September oder Oktober schon Weihnachtsmänner in den Läden zu kaufen sind, sie weisen auf ein kurz bevorstehendes Ereignis hin.

Wir dürfen jedoch wissen dass wir gerettet sind, wenn wir bekehrt sind. Wir werden vor der Trübsalszeit entrückt, wir werden vor einem möglichen Chip unter die Haut entrückt, wir werden vor all den dramatischen Katastrophen und Ungerechtigkeiten –, entrückt. 

Entrückung heißt Jesus persönlich kommt so wie er in den Himmel aufgefahren ist, uns in den Wolken entgegen und ruft uns alle im gleichen Moment zu sich: „Komm hier herauf“ und wir werden in einem Augenblick verwandelt in einen neuen ewigen Leib. ähnlich dem den Jesus nach seiner Auferstehung hatte. Das ist die Entrückung, das ist das was als nächstes prophetisches Zeichen auf Gottes Agenda steht und was wir glauben können und wissen müssen.

Schauen wir heute mal auf ein paar interessante Dinge die gerade in diesen Tagen passieren bei denen wir live biblische Prophetie erleben und die eindeutig unterstreichen dass wir in den letzten Tage leben.

Und zwar wollen wir uns mal den Friedensvertrag anschauen den Israel mit den Vereinigten Arabischen Emiraten unter Federführung des  Weißen Hauses geschlossen hat. Ihr habt das sicher alle mitgekriegt, das ist nach Ägypthen und Jordanien ein weiterer Friedensvertrag zwischen Israel und  einem arabischen Staat. Der letzte datierte 1994 mit Jordanien und davor 1978 mit Ägypten.

Die UAE sind ein junger Staat, in den 70er Jahren gegründet und aufgrund seines Ölreichtums trotz seiner kleinen Landfläche unwahrscheinlich reich. An Städten wie Dubai oder Abu Dhabi kann man das wunderbar sehen. Vorab: Es handelt sich hierbei nicht um den 7-jährigen Friedensvertrag den Israel mit vielen Nationen schließt, der den Beginn der Trübsalszeit einläutet, da sind wir noch nicht, denn die Entrückung hat ja noch nicht stattgefunden. 

Ich möchte zuerst ein paar Zitate vorlesen aus den Erklärungen des Weißen Hauses und der beteiligten Staaten, der Vereinigten Arabischen Emirate und Israel. Danach wollen wir das in den biblischen Kontext stellen.

 

Ich zitiere ein paar Statements um dieses Abkommen herum, zuerst aus dem Weissen Haus: „Präsident Donald J Trump hat einen historischen Deal zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emirate erzielt, um Frieden und Wohlstand in der Region zu fördern. Präsident Trump hatte erkannt, es war Zeit für einen neuen Ansatz, um Frieden, Sicherheit und neue Möglichkeiten des Zusammenlebens für die Menschen im Nahen Osten zu erreichen. 

Diese Vereinbarung wird helfen, der Region den Schub für einen interessanten Transformationsprozess zu geben, der die Weiterentwicklung der Vision des Präsidenten für einen umfassenden und dauerhaften Frieden zwischen Israel und den Palästinensern zum Ziel hat. (Deal of the Century – Jahrhundertdeal mit der Zweistaatenlösung für Israel).“

Jetzt aus der gemeinsamen Erklärung von USA, Israel und der UAE:

„Israel wird sofort mit den UAE beschleunigte Arbeits- und Forschungskooperationen aufnehmen bezüglich der Behandlung von Patienten und der Entwicklung eines Impfstoffs für die Coronavirus Pandemie. Die Zusammenarbeit dieser Bemühungen wird dazu beitragen, muslimische, jüdische und christliche Leben in der ganzen Region zu retten.“

Und weiter (wichtig): „Alle Muslime, die in Frieden kommen, dürfen in der al-Aqsa Moschee beten und die anderen heiligen Stätten in Jerusalem sollen offen sein für friedliche Anbeter aus allen Glaubensrichtungen.“

Sie haben das Abkommen auch das Abraham-Abkommen genannt. Die Erklärung ist, dass Abraham/Ibrahim/Avraham der Vater aller drei großen Glaubensrichtungen der Christen, Muslime und Juden ist. Zitat: „Kein Mensch symbolisiert besser das Potenzial für die Einheit unter allen diese drei großen Glaubensrichtungen als Abraham.“ Wir haben hier also einen versteckten Hinweis auf die Welteinheitsreligion der letzten Tage aber dazu gleich noch etwas.

Ein weiteres Zitat von Jared Kuschner, dem Verhandlungsführer und jüdischen Schwiegersohn von Präsident Trump: „Präsident Trump war in der Lage, Israel dahin zu bekommen einer Zwei-Staaten-Lösung und zum erstenmal in der Geschichte einer Karte zuzustimmen, die das Gebiet umreißt, das sie bereit wären, abzugeben. Israel meine es ernst, sehr ernst mit diesen Planungen.“

In einem weiteren Interview mit Sowohl Trump als auch Bibi Netanjahu, der amtierende israelische MP sprechen davon, dass Israel bereits in weiteren, vertieften Friedens-Gesprächen mit Saudi-Arabien und anderen Staaten der Arabischen Halbinsel steckt. Wörtlich Trump: „Es ist zu erwarten dass hier demnächst weitere Friedensabkommen unterzeichnet werden.“

Soweit diese Erklärungen zu diesem Deal.

Ihr Lieben, Was wir bei genauerem Hinschauen sehen können, werden hier mehrere Szenarien der Endzeit berührt, teilweise ohne das Wissen der Beteiligten aber wir können sehen wie Gott voll in Kontrolle über die Dinge dieser Zeit ist.

Ich möchte Euer Augenmerk auf 3 Bibelstellen in diesem Zusammenhang legen:

1)     Sacharja 12

2)     Hesekiel 38

3)     Offenbarung 11

 

1) Sacharja 12, 1-4: „Ausspruch, Wort des HERRN über Israel. Es spricht der HERR, der den Himmel ausspannt und die Grundmauern der Erde legt und den Geist des Menschen in seinem Inneren bildet: 2 Siehe, ich mache Jerusalem zu einer Taumelschale für alle Völker ringsum. Und auch über Juda: Es wird in Bedrängnis geraten zusammen mit Jerusalem. 3 Und es wird geschehen an jenem Tag, da mache ich Jerusalem zu einem Stemmstein für alle Völker; alle, die ihn hochstemmen wollen, werden sich wund reißen. Und alle Nationen der Erde werden sich gegen es versammeln. An jenem Tag, spricht der HERR, schlage ich alle Pferde mit Scheu und ihre Reiter mit Wahnsinn. Über das Haus Juda aber halte ich meine Augen offen, während ich alle Pferde der Völker mit Blindheit schlage.“ (Erklärung Stemmstein).


Obwohl wir es in den Erklärungen von Trump und Netanjahu gehört haben, wird es nie eine Zweiteilung Israels geben. Diese endzeitliche Prophetie von Sacharja passt zu 100% auf die heutige politische Situation. Gott wird es nicht zulassen dass sich die Menschen an Jerusalem vergreifen, er hat es zu einem Laststein gemacht und er wird sie mit Blindheit schlagen und über Israel wachen. Er hat das Land dem Abraham und seinen Nachkommen verheißen und dieses umschließt ganz Kanaan ein, da ist nichts von Spaltung. Man muss auch wissen, dass es die sogenannten Palästinenser als Volk gar nicht gibt (siehe Rudi Pinkes Video. ) 

Dennoch sehr interessant, dass es um das Abkommen ausdrücklich heißt, es ist ein weiterer Schritt in Richtung des Jahrhundert-Deals, nämlich der Trennung von Israel und der Abspaltung eines Palästinenserstaates. 

Diese Roadmap wie sie auch heißt, wird nicht mehr stattfinden, selbst wenn wie es heißt, Israel einer 2-Staaten-Lösung zustimmen würde. Denn dafür ist die Zeit zu weit vorangeschritten und die letzten 7 Jahre dieser Welt, die Trübsalszeit, stehen unmittelbar bevor. Diese 7 Jahre hat Gott in erster Linie für sein Volk gemacht, die Gemeinde kommt in der Trübsal nicht vor. 

Aber die Juden. Es geht Gott darum dass sie am Ende den wahren Messias, nämlich Jesus, erkennen. Leider müssen sie dazu erst noch einmal durch die schlimmste Katastrophenzeit die diese Erde je gesehen hat. Interessant ist auch dass es einige Berichte von leitenden Rabbinern in Israel gibt, die dieser Tage prophezeien, dass bald der Messias kommt.

 

Das führt uns zur nächsten Bibelstelle im Zusammenhang mit diesem Abkommen: Dem sogenannten endzeitlichen Gog-Magog-Krieg aus 

Hesekiel. Lesen wir die Verse 1-13: „Und das Wort des HERRN erging an mich folgendermaßen: 2 Menschensohn, wende dein Angesicht gegen Gog im Land Magog, den Fürsten von Rosch, Mesech und Tubal, (Russland) und weissage gegen ihn, 3 und sprich: So spricht GOTT, der Herr: Siehe, ich komme über dich, Gog, du Fürst von Rosch, Mesech und Tubal! 4 Und ich will dich herumlenken und will dir Haken in deine Kinnbacken legen; ich will dich und deine ganze Kriegsmacht herausführen, Rosse und Reiter, alle prächtig gekleidet, eine große Menge, die alle Ganzschilde, Kleinschilde und Schwerter tragen: 5 Perser (Iran), Kuschiten (Äthiopien) und Put (Lybien) mit ihnen, alle mit Kleinschild und Helm, 6 Gomer (Türkei) samt allen seinen Truppen, das Haus Togarma (Türkei) vom äußersten Norden, auch mit allen seinen Truppen, viele Völker mit dir….   

11 Du wirst sagen: »Ich will hinaufziehen in das offene Land; ich will über die kommen, die ruhig und sicher wohnen; sie wohnen ja alle ohne Mauern; sie haben weder Riegel noch Tore!« 12 Um Beute zu machen und Raub zu raffen, wirst du deine Hand an die wieder bewohnten Ruinen zu legen suchen, und an das Volk, das aus den Heidenvölkern gesammelt worden ist, das Vieh und Güter bekommen hat und das den Mittelpunkt der Erde bewohnt.

13 Dann werden Saba und Dedan und die Kaufleute von Tarsis und alle ihre jungen Löwen[1] zu dir sagen: Bist du gekommen, um Beute zu machen? Hast du deine Menge gesammelt, um zu plündern, um Silber und Gold zu nehmen, um Vieh und Güter wegzuführen und großen Raub an dich zu reißen?

 

Wir haben also die Tatsache, dass sich eine Koalition aus Nationen gegen Israel versammelt. Sie alle sind durch den syrischen Bürgerkrieg bereits heute in  Syrien im Norden Israels und stehen bereit. Dies war noch nie so, auch vor 5 Jahren noch nicht. 

Wenn man dann weiß, dass Prophetien nur eine begrenzte Halbwertszeit haben, wer weiß wie die Konstellation in 5 Jahren von heute ist? Biblische Ausleger gehen davon aus dass dieser Krieg zu Anfang der Trübsalszeit stattfindet. Der Blutzoll wird gewaltig sein, auf übernatürliche Weise wird Gott Israel den Sieg über diese Übermacht an Feinden schenken. 

Damaskus wird dabei völlig ausgelöscht (Prophezeiung Jes 17,1: „Siehe Damaskus hört auf eine Stadt zu sein, und wird zu einer verfallenen Ruine“). Es ist wahrscheinlich, dass nach diesem kurzen intensiven, blutigen Krieg, alle nach Frieden schreien und dies dann der Auslöser des Vertrags ist, des 7 Jahres Vertrages mit vielen Nationen von dem im Buch Daniel gesprochen wird, der die Trübsalszeit einleitet. 

Aber jetzt zum Text: Da kommen Saba und Dedan (Saudi-Arabien und die Arabische Halbinsel) und ihre Junglöwen (UAE) und klagen diese Koalition an: Warum führst Du Krieg mit Israel? Jetzt muss man sich fragen: Warum sollten diese Erzfeinde Israels so etwas sagen? 

Warum sind auf einmal die Araber gegen einen solchen Krieg? Sind sie nicht auch dafür, Israel zu vernichten, die Juden ins Meer zu treiben wie alle anderen? Nein!, weil sie einen Friedensvertrag haben mit Israel. Und Trump und alle anderen sprechen davon dass ein Friedensvertrag mit den Saudis auch nur eine Frage der Zeit ist. Das heißt, Saba wird sich gegen den Feind aus dem Norden stellen. Interessant auch, dass unter allen genannten Nationen die gegen Israel in den Krieg ziehen, interessanterweise weder Ägypten noch Jordanien (Edomiter/Ammoniter) genannt werden, alles Erzfeinde von Israel. Warum? Weil sie einen Friedensvertrag mit Israel haben.

Wir erleben biblische Prophetie live hier, ist das nicht der Hammer?

 

Ein drittes Beispiel zum Schluss:

Lesen wir Offenbarung 11,1-2: „Und mir wurde eine Messrute gegeben, gleich einem Stab; und der Engel stand da und sagte: Mache dich auf und miss den Tempel Gottes samt dem Altar, und die, welche darin anbeten! Aber den Vorhof, der außerhalb des Tempels ist, lass aus und miss ihn nicht; denn er ist den Heidenvölkern übergeben worden, und sie werden die Heilige Stadt zertreten 42 Monate lang.“ Johannes wird aufgefordert, in der Vision den Tempel in Jerusalem auszumessen aber einen Bereich des Tempelbezirkes nicht auszumessen. Was steckt hier dahinter?


In der Mitte der 7 jährigen Trübsalszeit, also nach 3,5 Jahren, das wissen wir, wird der Antichrist vor aller Welt offenbar, das heißt er wird sich allen zu erkennen geben. Er ist natürlich schon vorher aktiv (bereits heute, das sehen wir ja), aber dann wird er sich sogar im Tempel von Jerusalem, der inzwischen wieder erbaut wurde anbeten lassen, man wird ihm dort eine Plattform bieten, das Ganze wird weltweit über die Medien und Smartphones transportiert.

Und er wird anfangen, vor allem die Juden, mit denen er anfangs einen Vertrag geschlossen hat, zu verfolgen und zu vernichten, 3,5 Jahre lang, das sind exakt 42 Monate wie in der Offenbarung geschrieben steht. 

Jerusalem wird von den Heiden, den Heerscharen des Antichristen wie es hier heißt, zertrampelt werden. Wie ist das möglich? Nun, wenn wir das Abkommen mit den UAE und die Pressemeldungen lesen, fragt man sich schon, warum explizit darauf verwiesen wird, dass alle Völker und alle Glaubensrichtungen in Zukunft die heiligen Stätten in Jerusalem und vor allem die Muslime die Al Aqsa Moschee auf dem Tempelberg besuchen dürfen. 

Dort wird einmal der 3. Tempel stehen. Dort wird der Vorhof des Tempels sein, von dem hier die Rede ist. Es ist schon erstaunlich dass solch ein Abkommen, wo es um Wirtschaft und Impfstoffe und sonstige Unterstützung zweier Staaten geht, ausgerechnet den heiligsten Bezirk erwähnt, genau die Stätte erwähnt, dort, in dessen Zentrum der Antichrist 42 Monate wüten wird und seine Lemminge mit ihm. 

Möglicherweise ist Herrn Trump, Herrn Netanjahu oder dem Scheich der UAE gar nicht bewusst wie sie hier wiederum live vor unser aller Augen biblische Prophetie umsetzen, aber so ist Gott. Er benutzt die Gläubigen und die Ungläubigen um seine Ziele zu erreichen, seinen Plan durchzuziehen.

 

Ich glaube, dass diese Ereignisse eins zeigen: Die Einmündung in die Endzeit hat begonnen, die Strömung des Flusses nimmt zu, wir rasen immer schneller auf den Abgrund zu. Wenn wir die Bibel wörtlich nehmen wo es geht, ist Biblische Prophetie die einzige verlässliche Quelle die uns erlaubt, das dramatische Zeitgeschehen auf der Erde in diesen Zeiten einzuordnen. 

Und wir dürfen wissen: Gott wird uns rechtzeitig aus dem Boot was dem Abgrund entgegenrauscht, wegnehmen, das ist sonnenklar. „Wenn ihr diese Dinge zu sehen beginnt, erhebet eure Häupter, denn das Ende ist nahe.“




           12.) Die Zeichen der Zeit erkennen

Vorgesehener Vortrag von Klemens Schütte für die Veranstaltung des Father's House Ffm e.V. im April 2020  

Ihr Lieben, lasst uns beginnen mit einem Zitat aus Off 6,7 „Nachdem das vierte Siegel aufgebrochen war, hörte ich die vierte Gestalt sagen: »Komm!« 8 Da sah ich ein Pferd von aschfahler Farbe. Sein Reiter hieß Tod, und ihm folgte das ganze Totenreich. Sie erhielten die Macht über ein Viertel der Erde, um die Menschen durch Kriege, Hungersnöte, Seuchen und wilde Tiere dahinzuraffen.“

Diese Bibelstelle spricht von Seuchen. Eine andere aus Off 16 spricht ebenfalls davon und von verdorbenem Wasser, welches die Menschen dahinrafft. Wir erleben in der derzeitigen Krise um das Coronavirus wie die Panik schlimmer als das Virus selbst die Erde in Angst und Schrecken versetzt. Wir haben es mit einem vergleichsweisen milden Virus zu tun. Könnte es sein, dass Gott dies zulässt, damit wir eine Vorschattierung der in der Offenbarung beschriebenen Dinge erleben, die alsbald auf die Erde zukommen? 

Die Offenbarung – das wissen wir – beschreibt in ihren wesentlichen und größten Teilen, die Zeit der Trübsal. Dies ist die Zeit, die nach der Entrückung der Gemeinde folgt und 7 Jahre andauern wird. Noch befinden wir uns nicht in dieser Zeit, aber sie naht mit Riesenschritten. In dieser Zeit - auch Tag des Herrn oder große Drangsal genannt - wird der Antichrist, eine politische Figur als starker Mann mit Satans Unterstützung die weltpolitische Bühne für sich einnehmen. Viele werden ihm und seinen willfährigen Schergen nachlaufen bzw. er wird das Erbe der UNO antreten, die sogenannte Welteinheitsregierung anführen. Ein weiterer Führer, der falsche Prophet, ein esoterischer, okkulter Führer wird ebenfalls erscheinen und viele Wunder tun. Auch ihm und seinen Helfershelfern werden die Menschen nachlaufen. Was heißt Nachlaufen? Das kann man sich heute in Zeitaltern von Social-Media und Überwachung des Internets und damit sämtlichen Geld – und Postverkehrs sehr gut vorstellen. 

Sogenannte selbsternannte Influenzer haben dank der heutigen Medienkultur einen riesigen Einflussbereich auf viele Teile der ihnen zugewandten Menschen und überhäufen sie mit totalem menschlichen Schrott, da hat Gott keinen Platz, das ist nur Egozentrisches Gehabe auf allen Gebieten.

Wenn man sich jetzt nur einmal anschaut, wie schnell bei der derzeitigen Corona Pandemie die Weltgemeinschaft vor allem durch die Medien geschürt in Panik versetzt werden kann, wie umfangreich man Bürgerrechte mit der Begründung – es dient alles dem Wohl der Allgemeinheit – außer Kraft setzen kann, sei es durch Quarantäne, Reisebeschränkungen oder sonstige Einflussnahme auf die Rechte des Einzelnen, sei es durch Pflichtimpfungen (die können kommen), dann kann man schnell eine Ahnung davon bekommen, dass es in den Zeiten der Trübsal nicht viel braucht um die ganze Menschheit zu kontrollieren, zu lenken, usw. 

Alles wird immer positiv verpackt werden, alles dient zum Wohle der Menschheit, zum Schutz der Allgemeinheit etc., da sind die Medien inzwischen zu einer perfekten Maschinerie herangezüchtet worden. Es erinnert an den Kommunismus Maos, die Ausgrenzungspolitik der Nazis oder der Zwangsumsiedlung Stalins, die größten sozialistischen Verbrechen des letzten Jahrhunderts.

Die Horrorvisionen mit dem Malzeichen aus Offenbarung 13 ist vorstellbar. Wir lesen dort: Offb 13,16 „Das zweite Tier brachte alle dazu – ob groß oder klein, reich oder arm, ob Herr oder Sklave –, auf der rechten Hand oder der Stirn ein Zeichen zu tragen. 17 Ohne dieses Zeichen konnte niemand etwas kaufen oder verkaufen.“ Man könnte fordern, alle Menschen müssten zwangsweise geimpft werden. Wissen wir ob dann nicht das Malzeichen gleich mit ins Blut gespritzt wird? 

Bill Gates und George Soros und die ihnen nahestehende Schicht aus finanzstarken Weltverbesserern propagieren dies bereits ungeniert auf offener Bühne. Es werden Apps ins Spiel gebracht, um zu kontrollieren was der einzelne macht. Alles, immer zum Wohle der Allgemeinheit. Und wer sich widersetzt, wird gebrandmarkt, kann nicht mehr einkaufen, kriegt keine ärztliche Hilfe mehr, wird weggesperrt, was auch immer, er wird Mühe haben zu überleben. Ich will keine Verschwörungstheorie aufbauen, aber es ist doch interessant, wie einfach und schnell solche weltweiten Szenarien entstehen können, die es den kontrollierenden Mächten einfach machen, ihre vollständige Kontrolle über die Menschen auszuüben. 

Satan ist der Fürst dieser Welt und was will er? Herrschen und da kommen ihm solche Mittel gerade recht. Es scheint so zu sein, dass man mit Weltuntergangsszenarien wie sie die FFF Bewegung propagiert die Menschheit noch nicht gänzlich hinter sich bringen kann. Dies jedoch gelingt eindeutig mit der Angst vor dem individuellen Tod. Der Virus schafft dies. Als wache Christen die mit einem klaren Blick von der Bibel geschärft durch diese Tage gehen, wissen wir, das es ja ein erklärtes Ziel Satans ist, gerade in den letzten Zeiten so viele Menschen wie möglich mit in den Abgrund zu reißen, denn Satan weiß, seine Tage sind gezählt und dass am Ende dieser 7 jährigen Trübsalszeit Jesus ihn besiegen wird mit dem Hauch seines Mundes. Mal unabhängig davon wie man zu den getroffenen Maßnahmen der Virus-Epidemie steht, ich bin fest davon überzeugt, Satan benutzt diese Krise, um zu testen, wie weit er gehen kann und wie schnell er alles verändern kann.

Erleben wir also in diesen Zeiten nur eine Vorschattierung der Ereignisse dieser letzten Tage? Denkbar wäre es. Denn Ihr Lieben, lange schaut sich Gott die Dinge, die auf Erden passieren, nicht mehr an. Wir leben in der Endzeit und wie wir schon oftmals erläutert haben, die Entrückung der Gemeinde kann jeden Augenblick erfolgen. Sämtliche Voraussetzungen und Zeichen sind erfüllt. Es liegt nur an der Gnade Gottes wie lange er noch dem Treiben der vollkommen von ihm abgewandten Menschheit zuschaut. 

Wir lesen bei Jesus in Mt. 24: „37 Wenn der Menschensohn kommt, wird es sein wie zur Zeit Noahs. 38 Damals vor der großen Flut aßen, tranken und heirateten die Menschen, wie sie es immer taten. So ging es, bis Noah in die Arche stieg. 39 Die Leute merkten nichts von dem Unheil, das ihnen bevorstand, bis die Flut sie alle mit sich riss. So wird es auch beim Kommen des Menschensohnes sein.“

Die Entrückung der Gemeinde wird die Menschheit also in vollem Lauf treffen. Bis dahin wird alles noch einigermaßen funktionieren, man lebt, heiratet, schwelgt im Wohlstand, versucht die Welt zu verbessern, denkt nicht an das Unheil. Selbst weite Teile der Gemeinde Jesu rechnet nicht mit seiner Wiederkunft in absehbarer Zeit, sondern plant eine Zukunft ohne Entrückung und Endzeit. Dennoch kann man an den vielen kleineren und größeren Zeichen der Zeit erkennen, dass die Endzeit eingeläutet ist. Wir befinden uns bereits auf der Straße in den Abgrund, auf der schiefen Ebene.

Eines Tages, nämlich nachdem die gläubigen Christen von Jesus heraufgerufen wurden, wird diese schiefe Ebene dramatisch nach unten kippen. Das ist auch verständlich, denn man kann ja nicht erwarten, dass die tödlichen Gerichte und Geschehnisse der anschließenden Trübsalszeit vollkommen aus dem Nichts heraus passieren. 

Dies braucht Vorbereitungszeit und da sind wir mitten drin. Wie sagt Jesus immer so schön: „Wer Ohren hat, der höre.“ Darin liegt eine Ermahnung, die Welt mit geistlichen Augen und im Lichte der Schrift zu sehen. Ich denke dass das Coronavirus, die ganze Berichterstattung darüber und das politische Management der Krise uns vor Augen führen, wie weltweite Katastrophen enorme Menschenmassen in kurzer Zeit dahinraffen können, Christen und Nichtchristen, abhängig von Geographie, Anfälligkeit, medizinischer Versorgung und anderen Faktoren. 

Genau dies wird für die Trübsal in verschiedenen Gerichten vorausgesagt. Es zeigt weiterhin, wie schnell durch restriktive Maßnahmen so gut wie keiner mehr der perfiden sich ausweitenden Machtstruktur Satans, des Antichristen und des falschen Propheten entkommen kann. Willfährige Institutionen wie die UNO, die WHO oder die Weltbank, die EU oder Regierungen entscheiden über weltweite Maßnahmen oder werden von ihrem eigenen Humanismus in Entscheidungen angeblich zum Schutz und Wohle der Allgemeinheit getrieben, die sämtliche Rechte des Einzelnen über Nacht aushebeln können. 

Doch nicht nur das, der Tod selbst hält in der Trübsalszeit massiv Einzug. Lasst uns einmal ausrechnen, wie viele Menschen durch diese dann beginnenden Katastrophen sterben werden. Die Bibelstelle aus Offenbarung 6,8 spricht davon, ein Viertel der Erde, der Menschen und Tiere durch Kriege und Seuchen dahinzuraffen. Wenn wir davon ausgehen, dass grob geschätzt etwa 1 Mrd. Menschen entrückt werden, bleiben gut 6 Mrd. Menschen auf der Erde und erleben die Trübsal. Das bedeutet, allein in der ersten Phase der Trübsalszeit, also der Zeit der Siegelgerichte, werden bereits 1,5Mrd Menschen sterben oder umgebracht. Diese Phase dauert laut Bibel 3,5 Jahre oder 1260 Tage, das wären etwa 1,2 Millionen Tote jeden Tag. Überlegt einmal was das für die Medien bedeutet, die kommen mit den Katastrophenmeldungen gar nicht mehr hinterher. Daher ist das was wir heute erleben, nur ein Abklatsch dessen, was einst auf die Menschen zukommen wird. 

Aber es ist ein Testlauf: Wenn wir die Dinge, die sich vor unseren Augen abspielen, mit den Augen des Geistes sehen, stellen wir fest, dass alles bereits in Vorbereitung ist. Die Dynamik der Schreckensereignisse nimmt zu, die Geschwindigkeit mit der der Verfall der menschlichen Normen und Werte aber auch der Abfall vom Glauben passiert, ist atemberaubend. Die Dreistigkeit, mit der die Weltgemeinschaft Gottes Augapfel Israel behandelt, hat Alt-Ägyptische Ausmaße angenommen. Damals hat Gott den Mose geschickt das Volk aus der Fronarbeit in Ägypten herauszuführen, heute steht Israel an der Schwelle zur schwersten Prüfung seiner Existenz, nämlich die 7-jährige Trübsalszeit.

Aber uns sollte das nicht schocken, denn mit dem Beginn der Trübsalszeit findet dieses Zeitalter, in dem wir uns jetzt befinden, das gerne auch als das Gemeindezeitalter benannt wird, sein Ende und damit die Menschen, die darauf leben. Wir sollten uns einmal klarmachen – wir werden nicht mehr allzu lange so leben wie wir jetzt leben, als nächstes göttliches Eingreifen kommt die Entrückung, die meisten Menschen werden jedoch in den darauffolgenden 7 Jahren sterben. 

Die Anzeichen sind alle da, die Voraussetzungen, dass Gott das letzte Kapitel mit den Menschen aufschlägt, alle erfüllt. Jesus wird bald wiederkommen, die zu sich zu rufen, die ihn im Herzen tragen. Danach wird die unbeschreibliche Tortur der Menschheit beginnen, die 7-jährige Drangsal- oder Gerichts-Periode in der der Zorn Gottes auf die Erde ausgegossen wird. Das alles hat nichts mit Verschwörungstheorie oder Endzeitfanatismus zu tun. Es ist die sachliche Analyse, zu der man kommt wenn man Gottes Wort ernst nimmt.

Ein Überrest aus Juden und Heidenchristen, die sich in diesen 7 Jahren zu Gott bekehren, wird überleben und direkt in das 1000 Jährige Friedensreich eingehen, dass sich an die Trübsalszeit anschließt, in der der Satan gefangen sein wird und Jesus seine Herrschaft auf der Erde ausübt. Die Bibel sagt uns nicht genau, wie viele Menschen dies sein werden die aus diesem in das nächste Zeitalter hinübergehen. All die anderen werden entweder während der 7 Jahre durch Tod, Hunger, Seuchen, Kriege und Katastrophen umkommen oder wenn Jesus dann am Ende der Trübsalszeit als König wiederkommt, um Satans Herrschaft zu beenden. 

Es erwartet die Erde also ein nie dagewesener Blutzoll in einem sehr kurzen Zeitabschnitt. Man kann dem eigentlich nur ruhigen Herzens begegnen, wenn man weiß, dass man durch das Blut Jesu gerettet ist. Andernfalls sollte man sich schon einmal Gedanken machen, ob die Bibel nicht doch recht hat, denn bis dato sind alle Prophezeiungen der Schrift eingetroffen, warum sollten die Prophezeiungen über die letzte Zeit nicht auch stimmen?

Wer bin ich das abzustreiten? Verlass ich mich da auf die Mainstream Medien, die mir vorgaukeln, dass es immer so weitergeht, dass wir Menschen die Welt verbessern können, dass wir wissenschaftlich so clever sind gegen alle Katastrophen Gegenmittel entwickeln zu können, kurz: dass wir Menschen das Maß aller Dinge sind. Die von Satan gesteuerte Beeinflussung des Menschen durch die Medien wollen ihn nur beschäftigen, ablenken und in ziellose Diskussionen über links und rechts, arm und reich, krank oder gesund, modern oder alt, spektakulär oder langweilig oder so vieles andere verwickeln, dass er nicht mehr nach der Wahrheit fragt.

Es heißt bei 2.Petrus 3, dass in den letzten Tagen viele Spötter kommen werden und Jesus ermahnt uns für diese Zeit – lasst Euch nicht verführen. Was aber ist es anderes als Spott und Verführung was wir in dieser Welt erleben, die Freizeitindustrie, die Ablenkung, die Medien, die Bespassungs-Gesellschaft, der Humanismus, die Politik, die vielen Irrlehren. 

Ein einfaches aber krasses Beispiel: Die Evolutionslehre (Predigt vom letzten Mal): Eine wissenschaftlich eindeutig wiederlegte Theorie die auf Lügen aufgebaut ist und in keiner Weise faktisch haltbar ist, wird zur globalen Lehrmeinung der Zivilisation in Schulen, Universitäten, Medien und der Politik weltweit erkoren und es wird wohlwissend ihrer Falschheit, nicht davon abgewichen. Ziel ist die gottlose, humanistische Gesellschaft, in der der Mensch bestimmt was gut und böse ist, in der er Gott nicht will und nicht mehr braucht. Es ist ein bisschen wie damals bei der Schlange und Adam und Eva. Der Mensch beißt fortwährend in den Apfel, glaubt zu wissen was gut und böse ist und befindet sich aber geradewegs in den Händen des Teufels.  

Um das jetzt alles etwas besser zu verstehen, und damit du jetzt nicht sagst, wovon redet der, was sind das für Verschwörungstheorien, lasst uns mal einen Blick auf die entscheidenden Zeichen der Zeit werfen. Wohlgemerkt, Zeichen der Zeit kann man nur verstehen, wenn man sie im Lichte der Bibel betrachtet und auslegt. Die Schrift ist die uneingeschränkte und einzige Autorität und Maßstab, den wir haben. Wir alle erleben vor unseren Augen einen katastrophalen Wertverlust unserer Gesellschaft und eins der wesentlichen Merkmale dabei ist, dass man selbst die Werte definiert, die man haben will.

Wir erleben, wie Diffamierungen, Populismus oder andere sündigen Verhaltensweisen dazu dienen, einen Standpunkt durchzusetzen oder Macht auszubauen. Die Medien werden entsprechend instruiert und schon ist eine Kampagne gegen rechts oder links, gegen die Umweltschweine oder die Reichen oder die sogenannten „fundamentalen“ Christen gestrickt und läuft überall auf vollen Touren. Noch einmal: Man schafft sich seine Wertmaßstäbe selbst, man definiert was gut und böse ist, wer dazugehört und wer nicht, alles ohne Gott und die Schrift. Das ist blanker Humanismus gepaart mit Materialismus und Sozialismus. 

Aber das kann und darf nicht unser Maßstab zur Beurteilung der Zeit in der wie leben, sein. Für uns gilt allein Gottes authentisches Wort. Und dies erfordert eine Entscheidung, dass wir uns zuerst und einzig auf die Bibel verlassen und das was Gott zu alledem sagt. Lasst uns die Dinge unterstützt durch die Gaben des Geistes betrachten und uns nicht von den Mainstream-Meldungen oder verführerischen Täuschungsmanövern gerade im christlichen Bereich beeinflussen. Wie heißt es bei Josua so schön als er die Israeliten vor die Wahl stellte in Jos 24,15 „Gefällt es euch aber nicht, dem HERRN zu dienen, so wählt euch heute, wem ihr dienen wollt…...Ich aber und mein Haus, wir wollen dem HERRN dienen.“ Ich und mein Haus entscheiden uns, bei der Schrift, bei der Wahrheit zu bleiben, das ist in diesen Zeiten das wichtigste.

Die Voraussetzung dafür ist, die Schrift da wo es geht, wörtlich zu nehmen. Zwei Beispiele dazu: Sach 9,9 „…Jubelt laut, ihr Einwohner von Jerusalem! Seht, euer König kommt zu euch! Er ist gerecht und bringt euch Rettung. Und doch kommt er nicht stolz daher, sondern reitet auf einem Esel“. Dies beschreibt den Einzug von Jesus nach Jerusalem auf einem Esel wie er tatsächlich stattfand. Oder Sach 11,13: „Da sagte der HERR zu mir: »Das ist also die stolze Summe, die ich ihnen wert bin! Wirf das Geld dem Töpfer vor die Füße!« Ich nahm die 30 Silberstücke und warf sie im Tempel dem Töpfer hin.“ Dies wiederum beschreibt wie Judas nachdem er Jesus verraten hatte, und ihm klar wurde, was er da getan hatte, den Lohn, die 30 Silberlinge, in den Tempel warf. Beide Stellen sind niedergeschrieben vom Propheten Sacharja ca. 480-470 Jahre VOR Chr. Sacharja konnte dies mit normalem menschlichem Verstande nicht wissen. Es zeigt allerdings, wie genau, wie unfehlbar Gottes Wort bis ins kleinste Detail war und ist. Und es gibt unzählige solcher Stellen und Beweise. 

Wenn diese Dinge, die in solch alten Zeiten geschrieben wurden, nun wortwörtlich eintrafen, dann ist es wichtig, dass wir die Schrift so nehmen wie sie ist. Wenn die wörtliche Beschreibung und Auslegung der Schrift Sinn machen, dann sollten wir nicht nach einem übertragenen, mystischen Sinn oder einer nicht wörtlichen Auslegung suchen. Und das gilt genauso für die Dinge, die die Bibel beschreibt über das was noch vor uns liegt. Wo finden wir das, fragst Du? Antwort: In den prophetischen Büchern des Alten Testaments, bei den Aussagen von Jesus über die Endzeit, in den Briefen der Apostel und in der Offenbarung als letztem prophetischen Buch der Schrift.

Schauen wir uns drei wichtige Stellen in dem Zusammenhang an: Jesus sagt in Mt.25,13: „Deshalb seid wachsam und haltet euch bereit! Denn ihr wisst weder an welchem Tag noch zu welchem Zeitpunkt der Menschensohn kommen wird.« und dann bei Paulus in 1.Thes 5,2: „Denn ihr wisst ja genau, dass der Tag des Herrn so kommen wird wie ein Dieb in der Nacht.“ Und noch einmal Jesus in Mt. 24,37: „Wie es aber in den Tagen Noahs war, so wird es auch bei der Wiederkunft des Menschensohnes sein. Denn wie sie in den Tagen vor der Sintflut aßen und tranken, heirateten und verheirateten bis zu dem Tag, als Noah in die Arche ging, und nichts merkten, bis die Sintflut kam und sie alle dahinraffte, so wird auch die Wiederkunft des Menschensohnes sein.“

Wir können aus diesen Aussagen herauslesen, dass die äußeren Zeichen nicht ausreichen, die Menschen vor dem Gericht und dem heraufkommenden Tag des Herrn, der Trübsalszeit, dem Ende, zu warnen. Wir brauchen dazu die Schrift, sonst können wir das nicht einordnen und wir sind im Gegensatz zu den Einwohnern der Erde zu Zeiten Noahs privilegiert, die Bibel zu haben und nachlesen zu können was Gott über diese Zeit sagt. Dennoch stellen wir fest, dass wir keine weltumspannenden Katastrophen oder komplette politische Umbrüche oder die Erde in ihren Grundfesten erschütternde Dinge vor der Trübsal zu erwarten haben. Das Coronavirus ist noch nicht das Ende. Wir werden, so sagt es die Bibel, in relativ geordneten Bahnen unserem täglichen Leben nachgehen, wenn die Entrückung kommt wie ein Dieb in der Nacht. Das ist tröstlich, aber für wen? – Für alle die, die bei Jesus verankert sind. Erst nach der Entrückung kommt der Zorn Gottes in seinem vollen Ausmaß über die Erde. 

Vielleicht, bevor wir im Einzelnen auf die wichtigsten Zeichen eingehen noch mal eine zeitliche Einordnung wo wir im Laufe der Geschichte aus biblischer Betrachtung stehen: Nach Gottes Schöpfung sind bis jetzt ca. 6000 Jahre vergangen. Nachdem Adam und Eva aus dem Paradies vertrieben wurden, dauerte es etwa 1600 Jahre bis zur Sintflut und Noahs Arche. Gott hatte einen Reset durchgeführt nachdem die Menschen sich komplett von ihm abgewandt hatten. Ca. 2000 nach Adam wurde Abraham geboren. Über den Auszug des Volkes Israel aus Ägypten unter Moses und den Tempelbau Salomos in Jerusalem bis hin zu Jesus vergingen wieder gut 2000 Jahre. Wiederum 2000 Jahre nach Jesus Kreuzigung befinden wir uns in der heutigen Zeit. Wir haben also biblisch gesehen 2000 plus 2000 plus 2000 Jahre. Wer sich etwas mit den göttlichen Zahlen auskennt, der weiß, dass die Zahl 7 die göttliche Zahl ist, die sogenannte Vollzahl, die Gott für entscheidende Dinge in seiner Schöpfung und in seinen Geboten und Weisungen angesetzt hat. Das gleiche gilt für die 70, 700 und 7000. Deshalb haben wir eine 7-Tage Woche, denn Gott erschuf die Erde in 6 Tagen und am 7. Tag ruhte er. 6000 Jahre sind bisher vergangen, fehlen also noch 1000 Jahre zur biblischen Vollzahl. Jesus wird nach der 7-jährigen Trübsal sein 1000-jähriges Reich auf der Erde errichten. Merkt ihr etwas? Selbst wenn man sich nicht geistlich mit den Zeichen der Zeit auseinandersetzt, sagt einem die simple biblische Mathematik, dass wir in den letzten Zügen dieses Zeitabschnitts leben. 

Wir wollen uns aber jetzt zusätzlich zur Mathematik die biblischen Zeichen der Zeit anschauen und dazu habe ich diese in Themenkomplexe eingeteilt, um es einigermaßen überschaubar zu halten: 

1. Der erste Zeichenkomplex ist auch gleich der wichtigste: Israel. Eine von vielen Bibelstellen dazu, Jes. 11,11-12: „Wenn diese Zeit da ist, streckt der Herr noch einmal seine Hand aus, um den Rest seines Volkes zu befreien. Von überall holt er die übrig gebliebenen Israeliten zurück….So sammelt er die Menschen, die aus Israel und Juda vertrieben und in die ganze Welt zerstreut wurden. Aus allen Himmelsrichtungen holt er sie zurück.“ 

Man schrieb das Jahr 1897, es fand der erste Zionistenkongress in Basel unter der Leitung von Theodor Herzl statt. In dem beschlossenen Abschlusspapier stand: „Der Zionismus erstrebt die Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina für diejenigen Juden, die sich nicht anderswo assimilieren können oder wollen.“ Herzl selbst schrieb nach dem Kongress in sein Tagebuch: „Fasse ich den Baseler Kongress in ein Wort zusammen – das ich mich hüten werde öffentlich auszusprechen – so ist es dieses: in Basel habe ich den Judenstaat gegründet. Wenn ich das heute laut sagte, würde mir ein universelles Gelächter antworten. Vielleicht in fünf Jahren, jedenfalls in fünfzig wird es Jeder einsehen.“ Wie Recht er haben sollte, gerade mit den 50 Jahren, das werden wir gleich sehen. 

Der nächste große Schritt in diese Richtung war am 2. Nov. 1917 die sogenannte Balfour-Deklaration des britischen Außenministers Balfour an den Baron Rotschild, einem der führenden Repräsentanten der jüdischen Zionisten Bewegung, den Juden eine „Heimstätte“ im Land Palästina in Aussicht zu stellen. Damit wurde erstmalig die von Gott Jahrtausende vorher prophezeite Rückführung der Juden aus aller Welt in ihr Heimatland politisch auf die Tagesordnung der Welt gestellt. Fast zeitgleich eroberten der britische General Richard Allenby und seine Truppen das ganze Gebiet Palästina und Jerusalem. Nach 400 Jahren osmanischer Herrschaft hatten die Türken die Stadt und das Land verlassen und es somit kampflos in die Hände der Briten gegeben. 

Was folgte war das sogenannte britische Mandatsgebiet mit denkwürdigen Hochs und Tiefs der jüdischen Bewegung bis ins Jahr 1947. Unter dem Druck der dann allseits bekannt gewordenen grausamen Verbrechen und Konsequenzen des Holocausts, verstieg sich die Weltgemeinschaft der Vereinten Nationen -die wie wir heute wissen , normalerweise extrem antisemitisch eingestellt ist - einmalig, den Juden und den Palästinensern einen offiziellen Staat zuzusprechen. Es waren, genau wie Herzl schrieb, 50 Jahre vergangen. Ben Gurion proklamierte am 14. Mai 1948 die Unabhängigkeitserklärung, der neue Staat Israel war geschaffen und die zahllosen Prophezeiungen der Schrift erfüllt. 

Gleichzeitig lehnten die Palästinenser das Angebot der Weltgemeinschaft nach einem eigenen Staat ab. Gegen starken Widerstand - Israel musste vom ersten Tag seiner Existenz an durch mehrere Kriege, die die angrenzenden arabischen Länder vom Zaun brachen - behauptete sich dieses kleine Land. Gott war eindeutig mit diesem Volk, andernfalls hätte es bei normaler Betrachtung mehrmals untergehen müssen. 

Das 3. Zeichen der letzten Zeit, dass man an Israel erkennen kann- wird ebenfalls an mehreren Stellen der Schrift vorausgesagt, Sach 8,8: „...und ich werde sie zurückbringen, und sie werden mitten in Jerusalem wohnen.“ Oder Jes 51,11: „So werden die Erlösten des HERRN zurückkehren und nach Zion kommen mit Jauchzen…“ Man schrieb das Jahr 1967: Im wundersamen 6-Tage-Krieg gelang Israel die Eroberung der Altstadt Jerusalems, des Berg Zions, des Tempelberges, der Klagemauer, des alten Salomonischen Tempels. Das Volk Gottes war wieder da wo es immer laut Gottes Plan hingehört hatte. 

Ein 4. Endzeitliches Zeichen spielt sich vor unseren Augen ab: In Sach 12,3 lesen wir: „Und es wird geschehen an jenem Tag, da mache ich Jerusalem zu einem Stemmstein für alle Völker; alle, die ihn hochstemmen wollen, werden sich wund reißen. Und alle Nationen der Erde werden sich gegen es versammeln.“ Weil Gott das so sieht und gesagt hat, deshalb wird das auch nichts mehr mit der Teilung Israels, da können noch 20 neue Teilungspläne und Roadmaps vorgeschlagen werden. Gott hat einen klaren Plan mit seinem Volk und den setzt er um. Die ganze politische Situation in der sich Israel heute befindet, die Bedrohung durch Iran, Russland die Türkei – das sind die Mächte des Nordens von denen die Bibel schreibt – die Einkesselung des 8 Mio. Volkes Gottes zwischen die etwa 250 Mio. arabisch stämmigen Nachbarn, die meisten muslemisch und Israel feindlich gesinnt, das alles ist so für die letzten Tage vorausgesagt und detailliert beschrieben. Ebenso wie eine Weltgemeinschaft, die in Form der UNO und in nahezu allen Ländern dem Volk Gottes feindlich, antisemitisch gegenübersteht – selbst in den ehemals judenfreundlichen USA sind diese Tendenzen inzwischen massiv vorhanden. 

Israel ist quasi die prophetische Uhr Gottes. Zu beobachten was mit dem Volk Gottes passiert und an Hand der Bibel auszulegen, zeigt uns, wo wir in Gottes Plan mit dieser Welt stehen. Und diese Uhr zeigt uns, wir sind kurz vor der Wiederkunft Christi.

Ein weiteres Zeichen Israels und der Endzeit ist, dass sich heute bereits ein sogenannter Überrest im Volk Gottes geformt hat, die messianischen Juden. Etwa 200.000 zurzeit, diese stellen das Bindeglied zu uns, den Heidenchristen, die Jesus gleichfalls als Erlöser angenommen haben, dar. Allerdings sind diese eine Minderheit, bis heute lebt der größte Teil der Israeliten unbekehrt und säkular. Ich bin allerdings überzeugt, dass unsere messianisch jüdischen Brüder und Schwestern jetzt schon den Grundstein für den Teil des Volkes Israel legen, dass durch die schwere Zeit der Trübsal gehen muss aber am Ende sich ihrem Gott geschlossen zuwenden wird.

Wir sehen also, die Endzeit ist für Israel im Heilsplan Gottes erreicht, als nächster Schritt steht nun der Zorn Gottes, der Tag des Herrn, die Trübsal an, bzw. die Entrückung unmittelbar vorher für die messianischen Juden, die bereits gläubig geworden sind. Die 7-jährige Drangsal wird einen heftigen Blutzoll von der ganzen Menschheit fordern, auch von Israel. An ihrem Ende wird ein Rest Israels seinen wahren Messias Jesus erkennen und anrufen. Er wird wiederkommen und den Antichristen und falschen Propheten vernichten und Satan einsperren und sein 1000-Jähriges Friedensreich aufrichten. 

 

2. Zeichen: Moderne Technologien.

Zwei Bibelstellen dazu: Lk 21,26: „Die Menschen sind voll lähmender Angst und Ungewissheit darüber, was mit der Welt noch passieren wird; denn sogar die Kräfte des Weltalls werden durcheinandergeraten.“ Dan 12,4: „Und du, Daniel, halte die Worte geheim und versiegle das Buch bis zur Zeit des Endes! Viele werden suchend umherstreifen, und die Erkenntnis wird sich mehren.“

Wie eingangs bereits angedeutet, die Corona-Krise hat es deutlich gemacht: Ohne Internet geht heute gar nichts mehr aber mit Internet geht sehr viel. Politik, Informationen, Fake News, Kampagnen und vieles mehr sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Die Aktualität der Ereignisflut überschwemmt den Menschen geradezu. Es entstehen auf gewisse Weise getriebene und gehetzte Individuen, die keine Sekunde ohne ihr Handy auskommen. Dahinter steckt die klare Strategie des Teufels, alle Menschen beschäftigt zu halten, dass bloß keiner mal nach Gott fragt. 

Smartphones sind, wenn man so will, eine moderne Erweiterung der Evolutionstheorie, nämlich eine Welt ohne Gott zu erschaffen und zu leben. Die weltlichen Ereignisse halten den Menschen im Bann, es ist kein Raum da für Gott. Doch Jesus sagt, die die zu mir gehören, sind nicht von dieser Welt. Gleichzeitig erleben wir durch die Globalisierung und modernste Verkehrsmittel eine unbegrenzte Reiseflut sämtlicher Menschen auf dem Planeten von A nach B, sodaß eine Durchmischung der Bevölkerung aber auch Übertragung von Seuchen ohne Probleme möglich ist.

Die Errungenschaften der Technologie und Medizin sind heute soweit fortgeschritten, dass die großen Plagen, die in der Offenbarung für die Zeit der Trübsal beschrieben werden, überhaupt jetzt erst möglich sind, 
Beispiele:

In Off. Kap. 6 und 8 wird berichtet wie der Antichrist und seine Helfer die Welt erobern werden. Dabei wird 1/3 der Erde verbrannt oder vernichtet und die Hälfte der Menschheit. Ohne modernste nukleare oder chemisch biologische Waffentechnologien wäre dies in so kurzer Zeit nicht möglich. Wiederum zeigt uns das Corona-Virus eine Vorschattierung wie schnell es gehen kann, gewollte oder ungewollte Seuchen zu verbreiten. 

Einen weiterer Hinweis auf Nuklearkriege und den Einsatz von chemisch/biologischen Waffen in der letzten Zeit wird uns in Offenbarung 16 gegeben, dass am Ende der Trübsal die Überlebenden des nuklearen oder biologischen Holocausts Narben davontragen, die nicht mehr heilen. Neben diesen gibt es eine Reihe von Endzeitprophetien, die ohne die moderne Technologie nicht funktionieren würden.

Zum Beispiel werden die zwei Zeugen Gottes aus Offenbarung 11 die ganze Welt mittels Medientechnologie noch einmal zur Umkehr aufrufen. Nachdem der Antichrist sie in Jerusalem getötet hat, werden die Bilder ihrer Leichen ebenfalls mittels live-stream in aller Welt zu sehen sein. Wie hätte man je an eine Erfüllung solcher Prophetie vor der Satelliten- und Internettechnologie denken können?

Gleichfalls, wie sollte der Antichrist in Offenbarung 13 das Kaufen und Verkaufen kontrollieren können ohne modernste Banken- und Computertechnologie? Wenn ich in London mit meiner Kreditkarte bezahle, komme ich mir inzwischen vor wie aus der Zeit gefallen. 

Heute wird nur noch mit Handy bezahlt, Supermärkte ohne Kasse stehen bereits in der Erprobung. Von Bargeld wollen wir gar nicht reden. Dies wird zurzeit weltweit systematisch abgeschafft, damit eine der letzten Bastionen eingerissen. Der moderne Mensch wird vollkommen gläsern für die Schergen des Antichristen. Man weiß was man isst, wo man sich aufhält, mit wem man sich trifft, was man tut. 

Die Rund-Um- Überwachung - nötig für die Gleichschaltung der Bevölkerung durch die finale Einheitsregierung und Einheitsreligion - ist bereits jetzt schon so gut wie da. Man muss den Menschen nur noch einen Chip einpflanzen (z.B. durch weltweit angeordnete Schutzimpfungen) oder überall Gesichtserkennung wie in China einführen, und schon haben wir die Zustände, die das Malzeichen 666 in Offenbarung beschreibt. 

Bestrebungen, Grenzen aufzulösen, Menschen global zu durchmischen, sind bereits in Parteiprogrammen der linksliberalen Vorreiter niedergelegt. All dies wird Satan in der Trübsal benutzen, um seine Macht zu festigen und seine Armeen zu versammeln, um die Heiligen zu quälen und zu töten. Auch etwas Gutes, die Verbreitung des Evangeliums in alle Winkel dieser Welt gemäß Jesus aus Mt. 24, ist nur durch die Errungenschaft der modernen Technologien möglich geworden.

Ein Gedanke, der uns vielleicht noch vor 30 Jahren völlig abwegig schien. Wir haben im Fathershouse mit dem Mittel von Rudi & Billas Videos inzwischen die 2 Mio.-Marke an Zuhörern geknackt. Wie hätten wir sonst mit den uns wichtigen Themen zu so vielen Menschen reden können, selbst Großkirchen schaffen das selten.

Halten wir fest: Die endzeitlichen dramatischen Ereignisse, die Formung einer Weltregierung, einer Weltreligion, die Stigmatisierung einzelner, vor allem gläubiger Menschen, die weltumspannende Hetzjagd auf die die zu Jesus gehören, all das ist und wird durch die moderne Informationstechnologie erst möglich. 

Wissenschaft und moderne Medien sind das Werkzeug die Menschheit global zu lenken und zu steuern, Angst und Schrecken zu verbreiten und Horrorszenarien und Panik auszulösen. Andererseits hat es wie so vieles zumindest bislang in der freien Welt noch die gute Seite, solide biblische Lehre und wichtige geistliche Information in die Welt zu bringen und Menschen zur Nachfolge Christi aufzurufen.

 

3. Zeichen: Zunahme der Naturkatastrophen

Lk 26,11: „Es wird schwere Erdbeben geben und in vielen Teilen der Welt Hungersnöte und Seuchen. Schreckliche Dinge werden geschehen, und am Himmel werden gewaltige Erscheinungen zu sehen sein.“

Über die Zeichen der Zeit am Himmel, die in den letzten vorrausgegangenen Jahren geschehen sind, die Blutmonde, die Sonnenfinsternisse, die Bewegungen im Sternbild der Jungfrau, über all das haben wir hier bereits ausführlich berichtet. Ich empfehle dazu die Videos von Rudi zu diesen Themen oder frühere Predigten von Rudi und mir nachzulesen auf unserer Homepage.

Die Naturkatastrophen waren immer die im Rahmen der Endzeit am wenigsten respektierten Zeichen, die geschahen oder geschehen, denn man sagt, das gabs ja schon immer. Erdbeben, Tsunamis, Tornados, Stürme, etc. ein alter Hut. Aber man vergisst dabei, dass Jesus dazu gesagt hat, diese Zeichen sind wie die Geburtswehen einer Frau, je näher man der Geburt kommt, desto stärker werden sie. Je mehr wir uns der Wiederkunft des Herrn nähern, desto intensiver, größer, dynamischer und öfter werden Naturkatastrophen diesen Planeten heimsuchen. 

Und dies wiederum kann man inzwischen statistisch eindeutig belegen. Man macht die Erderwärmung für viele der zunehmenden Katastrophen verantwortlich, und das mag auch so sein. Aber wer genau hinschaut, der entdeckt, hier steckt klares endzeitliches Reden Gottes dahinter. 

Wie gesagt, all das ist in Tabellen und Auflistungen nachzulesen, die Zunahme der Hurricanes, Taifune und Tornados in den letzten 20 Jahren, die verheerenden Auswirkungen von Tsunamis sowie von Erdbeben, Unterwasserbeben und ähnlichem. Ich gehe hier nicht auf diese statistischen Details im Einzelnen ein, es ist jedoch für den neutralen Beobachter klar, dass Jesus Recht hatte mit seiner Prophezeiung. Und die Corona Krise reiht sich hier nahtlos ein. 

Was bezweckt Gott denn damit? Er will uns Menschen in seiner grenzenlosen Liebe ein letztes Mal wachrütteln, umzukehren, die Abkehr von Gott abzulegen und zurück in unsere Bestimmung zu kommen. Es ist dies das Werben des liebenden Vaters im Himmel um seine Tochter, seinen Sohn die sonst unweigerlich verloren gehen. Dazu reichen eben normale Lebenszustände scheinbar nicht mehr aus. Der Teufel hat die Menschheit schon so im Griff, dass es Katastrophen bedarf, um sie wachzurütteln, an Gott zu erinnern. Vor unseren Augen vollziehen sich gerade diese endzeitlichen Zeichen.

 

4. Zeichen: Die Gesellschaftliche Verwandlung

Dazu wieder eine Bibelstelle: 2. Tim 3,1-5: „Das eine sollst du noch wissen: In diesen letzten Tagen werden schlimme Zeiten auf uns zukommen. Die Menschen werden nur sich selbst und ihr Geld lieben.

Sie werden überheblich und anmaßend sein, Gott verlästern und sich weigern, auf ihre Eltern zu hören. Dank und Ehrfurcht kennen sie nicht. Sie lassen andere im Stich, sind unversöhnlich und verleumden ihre Mitmenschen. Ihr Leben ist ohne Hemmungen, brutal und rücksichtslos. Sie hassen alles Gute, Verräter sind sie, die sich nicht beherrschen können und nur sich selbst für wichtig halten.

Nichts als ihr Vergnügen haben sie im Kopf, und Gott ist ihnen völlig gleichgültig. Nach außen tun sie zwar fromm, aber von der Kraft des wirklichen Glaubens wissen sie nichts.“

Diese Hinweise des Paulus an Timotheus, seinen Nachfolger im Dienst, und damit an uns, kann man nicht besser ausdrücken. Denn leider genau in diese Richtung hat sich unsere Gesellschaft manövriert. Genau diese Phänomene sieht man überall, sie treten nicht nur ab und zu auf, sie sind der bestimmende Teil unserer Gesellschaften. 

Die Schriftstelle streicht 3 Dinge heraus die die Menschen in diesen Zeiten über alles lieben: Sich selbst, Geld und Vergnügen. Die Selbstliebe ist purer Humanismus, der Mensch kann alle Dinge bewirken, kann selbst die Zukunft gestalten, ist das Zentrum aller Überlegungen. Die Liebe zum Geld ist der Materialismus. Man sagt, wenn Humanismus deine Religion ist, dann ist Geld dein Gott. 

Die dritte angesprochene Liebe ist das Vergnügen, der Hedonismus. Eine am momentanen Genuss orientierte Lebenseinstellung, die Liebe an vergänglichen Vergnügungen, das ist der Lebensstil, der das Resultat von Humanismus und Materialismus ist. Es gibt und gab schon immer Bestrebungen vor allem aus der linken politischen Ecke, den Materialismus zu bekämpfen, das Problem ist nur, dass keiner sich vom Weltbild des Humanismus trennen will, deshalb werden Sozialismus und Kommunismus als gesellschaftliche Systeme nicht funktionieren.

Interessant ist auch, dass gerade die Corona Krise die Menschen an diesen 3 Grundfesten erschüttert: Sie merken, sie können nicht alles beherrschen, mit ihrem Geld lässt sich nicht alles lösen und auch ihre Vergnügungen werden eingeschränkt.

In Gal 6,7 steht: „Irrt euch nicht: Gott lässt sich nicht spotten! Denn was der Mensch sät, das wird er auch ernten.“ Das Resultat der bei uns vorherrschenden Lebensweise des Humanismus, Materialismus und Hedonismus führt zu einer Haltung des Individuums, das allein seinen Trieben und Neigungen folgt und dem alles erlaubt ist. 

Eigentlich ein Ausdruck tiefer Hoffnungslosigkeit. Die endzeitlichen Zeichen davon in ihren schlimmsten Auswüchsen sind Abtreibung, Homosexualität, häusliche Gewalt, Kinderschändung, Gotteslästerung, Pornographie, Alkoholismus und Drogen, Spielsucht und vieles mehr. Vor allem der in dieser Weise noch nie dagewesene weltweite Massenmord in Form von Abtreibung wird Gottes Zorn anfachen. 

All das steht schon im Buch des Jesaja, 5,20: „Wehe denen, die das Böse gut nennen und das Gute böse; die Finsternis zu Licht machen und Licht zu Finsternis; die Bitteres zu Süßem machen und Süßes zu Bitterem!“ Diese Lebenseinstellung kennt keine Buße, keine Umkehr, nein, sie ist durchdrungen vom eigenen Stolz und Selbstsucht, letztlich die Wurzel satanischer Auflehnung gegen Gott. Mit dieser Lebensweise wird man dem Gericht Gottes nicht entkommen.

 

5  Zeichen: Weltpolitische Zeichen

Mt 24,6-7: „Ihr werdet aber von Kriegen und Kriegsgerüchten hören; habt acht, erschreckt nicht; denn dies alles muss geschehen; aber es ist noch nicht das Ende.  7 Denn ein Heidenvolk wird sich gegen das andere erheben und ein Königreich gegen das andere.“ 

Man geht heute davon aus, dass durch Kriege und kriegsbedingte Vertreibungen im 20 Jahrhundert mehr Menschen starben als in all den Jahrhunderten zuvor. Nie zuvor wurden so viele und so schwere Kriege geführt, wie bei Geburtswehen nahmen sie an Intensität und Frequenz dramatisch zu. Selbst nach dem 2. Weltkrieg fand ein Wettrüsten weltweit statt, so dass wir heute eine Vielzahl Staaten haben, die bis an die Zähne mit Massenvernichtungswaffen bestückt sind. 

Die Bibel prophezeit sehr präzise über die politische Situation in der Endzeit. Zum einen wird Israel wiederhergestellt und ist von Arabischen, feindlich gesinnten Nationen umgeben, die es zerstören wollen. Hes. Kap 35-36 und 37,21: „Siehe, ich werde die Kinder Israels aus den Heidenvölkern zurückholen, unter die sie gekommen sind, und sie von ringsumher sammeln und sie in ihr Land führen.“ Die Erfüllung dieser Prophetien haben wir am 14. Mai 1948 mit der Unabhängigkeitserklärung Israels und den nachfolgenden Kriegen gegen Israel erlebt.

Daniel prophezeite, dass das Römische Weltreich alle anderen überlebt, wiederaufsteht und fortbesteht. Karl der Große als Gründungsvater des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, sowie später Napoleon und Hitler haben durch Kriege und Feldzüge versucht, den Kontinent Europa zu unterwerfen. Was Kriege und Feldzüge nicht geschafft hatten, haben aber nachfolgend die politischen Kräfte geschafft. Eine prophetische Erfüllung von Gottes Wort ist klar die Schaffung der Europäischen Union als Nachfolge-Supermacht des Römischen Imperiums.

Ein weiteres politisches Endzeitzeichen der Bibel steht in Hes.38-39 wo über das Land des Nordens Namens Magog prophezeit wird. Die Beschreibung passt unzweideutig auf das heute wiedererstarkte Russland. Es wird gesagt, dass Russland zusammen mit seinen wichtigsten Verbündeten, Türkei und Iran, sowie einer ganzen Reihe von anderen muslimischen Staaten einen Feldzug gegen Israel starten wird. Wer die aktuelle politische Karte im nahen Osten verfolgt, sieht dass diese Mächte ihre Kreise um Israel immer enger schnüren. 

Die Russen stehen in ganz Syrien an der Nordgrenze zu Israel, der Iran unterstützt sämtliche antiisraelische Terrorgruppen und Staaten, die an Israel angrenzen, ideologisch und mit Waffenarsenalen, und die Türkei glaubt ohnehin aufgrund ihrer langen osmanischen Herrschaft einen territorialen Anspruch auf das Staatsgebiet Israels zu haben.

Am Ende werden sich alle Nationen gegen Israel verbünden. Ein Vorgeschmack dieser Prophezeiung liefert die Weltgemeinschaft seit Jahren, die UNO verabschiedet eine antiisraelische Resolution nach der anderen, wohingegen Länder wir Nordkorea, Syrien, etwaige afrikanische Diktaturen oder der Iran trotz massivster Repressionspolitik gegenüber dem eigenen Volk kaum jemals angeklagt werden.

Es ist eine Vorschattierung auf die Welteinheitsregierung unter dem kommenden Antichristen, wie es uns die Offenbarung prophezeit. Im wichtigsten Gremium der Welt, dem UN Sicherheitsrat, sind heute schon die führenden Atommächte vereint, wir haben auf allen Ebenen bereits globale Verflechtungen der Banken, der Wirtschaft, des Gesundheitswesens, selbst des Militärs. 

Im Falle eines Falles kann alles sehr schnell gehen und genau das sehen wir in der Krise mit Corona jetzt. Auch im Verborgenen arbeitet Satan bereits an vielen Enden, zum Beispiel in der Symbolik von Flaggen, Wappen und Architektur, wir können da jetzt aus Zeitgründen nicht groß darauf eingehen. Nur ein Beispiel, man beachte einmal die Gebäudeform des Europaparlaments in Straßburg, die sehr an den Turmbau zu Babel erinnert, oder die freimaurerische Geometrie der amerikanischen Regierungsgebäude in Washington, die speziell geformten Obelisken an zentralen Plätzen dieser Welt und noch vieles andere. 

Wer geistlich wach ist, spürt dass Gott der Welt und Israel unter dem amerikanischen Präsidenten Trump noch eine kleine Atempause verschafft hat, dieser Präsident der USA – so schwierig er in seiner Art für viele zu akzeptieren ist – hat seiner Nation mehr Dienste erwiesen als viele Präsidenten zuvor, indem er Israel durch verschiedene politischen Maßnahmen große Anerkennung zukommen ließ und indem er der linksliberalen Einheitsströmung die Stirn bietet. 

Ich denke da an den Umzug der amerikanischen Botschaft nach Jerusalem, die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels, das Aussteigen aus dem Atomabkommen mit dem Iran usw. Demgegenüber verhält sich Deutschland und einige andere große Nationen um uns herum eher wie ein Feind Israels, stimmt z.B. in der UNO meist gegen Israel und hält den von unserem jetzigen Bundespräsidenten federführend verhandelten Pakt mit dem Iran – dem erwiesenermaßen größten Feind Israels – mit aller Macht aufrecht. 

Aber wir dürfen uns nicht täuschen lassen, trotz Trump und diversen Lichtblicken bereitet sich die Welt mit großen Schritten auf ihr Ende vor. Auch in Zeiten von Amerika First und der Abspaltung Großbritanniens aus der EU formt sich derzeit im Hintergrund eine weltpolitische Einheitsbewegung. Humanismus, Materialismus und Sozialismus sind ihre Maxime und Klima/Natur heißt die Welle auf dem sie reitet. Alles dient immer dem „Wohle der Menschheit“. Man kann mit ziemlicher Sicherheit vermuten, wenn man diese Worte bei diversen getroffenen Maßnahmen liest, dass dann der Teufel sehr aktiv die Strippen im Hintergrund zieht. 

Es gäbe noch viel zu den politischen Zeichen der Endzeit zu sagen, aber wir müssen das aus Zeitgründen eingrenzen.  
 

6 Zeichen: Geistliche Zeichen der Endzeit 

Lesen wir: 2.Thess 2,3 „Lasst euch von niemandem so etwas einreden und euch durch nichts täuschen! Denn bevor Christus erscheint, muss die Zeit kommen, in der viele Menschen Gott den Rücken kehren.“ (der große Abfall).

Was wir zurzeit in der geistlichen Welt erleben, zeigt uns, dass wir mitten im großen Abfall sind. War bis zu Beginn des letzten Jahrhunderts hinein durch die Reformation geprägt noch eine gewisse Ehrfurcht vor Gott und eine Grundfrömmigkeit in der christlichen Welt vorhanden, so ist diese im Zuge der Kriege und Industrialisierung des 20. Jahrhunderts sehr stark abgeflacht. Die Großkirchen, sowohl Katholiken als auch Protestanten haben andere Dinge als das Evangelium in den Mittelpunkt ihrer Aktivitäten und Lehre gestellt, wie den Hunger der Welt, Migrationspolitik oder andere sozialpolitische Projekte.
Als verkappte Friedensbewegung findet man hier sehr viele Überlappungen mit der linksgrünen Ökobewegung, die Kirchen stellen quasi den religiösen Arm dieser Bewegung dar. Hinzu kommen gleichsam die Bewegungen hin zu einer Einheitsreligion überall auf der Welt. Der jetzige Pabst ist als Jesuit – die Jesuiten sind von allen Geheimgesellschaften die sich in den katholisch politischen Zirkeln etabliert haben und ihren Einfluss überall in der Welt geltend machen, die einflussreichste Gruppierung – verfolgt dies mit nie dagewesenem Offensivdrang. Er hält Händchen mit Imamen und Rabbinern, unterschreibt Verträge mit Konfuzianern und anderen asiatischen Religionen.

Namenschristen, Juden, Moslems, Hindus und Buddhisten starten gemeinschaftliche Gebetsaufrufe für die ganze Welt. Der Satan hat es wunderbar geschafft, die Lüge in die Menschheit zu verpflanzen, dass doch alle irgendwie an denselben Gott glauben, bzw. dass dieser doch derselbe ist, nur in den unterschiedlichen Religionen unterschiedlich genannt und beschrieben wird. Alles das reflektiert exakt die Beschreibungen wie sie in den Sendschreiben der Offenbarung von Jesus persönlich an die Gemeinden vorausgesagt wird. Und es spiegelt ebenfalls wider wie in Kapitel 16 über die große Hure, die Einheitsreligion, berichtet wird, die sich mit der Politik eins macht. 

Was aber ist jetzt mit den sogenannten wahren Christen, wo steht die erweckte Gemeinde heute? Ist sie auch vom Abfall betroffen? Hier müssen wir leider ein eindeutiges Ja konzedieren, 2 Dinge charakterisieren nicht alle aber leider doch viele Gemeinden der heutigen Zeit: 

a) Eine gewisse Selbstverliebtheit in eigene Programme und Stärken, die Sucht nach geistlichen Erfolgen, z.B. Bekehrungen, und damit einhergehend ein Mangel an Demut für diese Erfolge. Der Erfolg bestimmt Vorgehensweise und Inhalte die in der Gemeinde Priorität genießen, nicht der Heilige Geist. Das Ganze ist je nach Denomination oft verbunden mit einer Event- und/oder Gefühlsgesteuerten Hinwendung an Jesus. Man schreibt dem Heiligen Geist Dinge zu, die in Wahrheit nicht von ihm stammen, sondern von der Gegenseite. 

Antibiblische Strömungen schleichen sich überall auf verschiedenste Weise, oft unbemerkt und ganz leise ein. Die Schrift wird nicht mehr als einzige Wahrheit und Maßstab herangezogen, sondern oft stehen vermeintliche Geistesgaben, prophetische Worte oder Bilder, bestimmte Lobpreisformen und seelisch-spirituelle Erfahrungen im Mittelpunkt. Das Wort wird immer seltener erklärt, gepredigt und gelehrt, die Gemeinde und der Einzelne verkümmern geistlich und entwickeln sich kaum weiter. Konsumenten-Christsein ist landauf landab an der Tagesordnung. Man zieht eine junge Generation von Eventhungrigen Christen heran, die von Veranstaltung zu Veranstaltung hüpfen aber keinen Tiefgang mehr entwickeln. Sünde, Umkehr und Buße tun sind Fremdwörter geworden. Man möchte Einfluss gewinnen, Vollmacht erlangen, auch in der Welt, Menschen führen und dabei leider verführen. 

Diese Gemeinde möchte, dass alles so weiter läuft, sie verdrängt die Endzeit und das was auf Gottes Herzen liegt und rechnet nicht mit der nahen Wiederkunft Jesu Christi und dem Gericht. Es würde ihre selbstgefällige Haltung und ihre selbstgesteckten Ziele aus den Angeln heben. Im Gegenteil, man arbeitet fieberhaft daran dem Herrn die Plattform zu bereiten, dass er eines Tages wiederkommen kann. Man versteht sich als Braut Christi, die eines fernen Tages den Bräutigam heiratet aber bis dahin noch viel Zeit hat sich selbst für die Hochzeit hübsch zu machen. In Summe kann man sagen, diese Gemeinde ist sich selbst genug, sie ist egozentrisch, aber nicht demütig und abhängig vom Herrn. Die moderne Gemeinde vergisst leider oft die Worte Jesu die er genau an sie, die Endzeitliche Gemeinde richtet, und zwar im Sendschreiben an Laodizea. 

Seine Diagnose ist eindeutig, er redet sie direkt an und sagt: Off 3,14 ff:„ Denn Du sprichst: Ich bin reich und habe Überfluss, und mir mangelt es an nichts! — und du erkennst nicht, dass du elend und erbärmlich bist, arm, blind und entblößt. Weil Du lau bist, werde ich ausspeien aus meinem Munde.“ Aber man hat nicht das Gefühl das viele Teile der modernen Gemeinde sich diese Verse zu eigen machen oder deshalb auf die Knie gehen, es wird leider verdrängt. Wir können feststellen dass nach den letzten weltweiten Aufbrüchen und Erweckungsbewegungen im vergangenen Jahrhundert die Gemeinde eine starke Hinwendung zum eigenen ICH gemacht hat und sich immer weiter von der Abhängigkeit von Jesus entfernt hat. Und das ist eindeutig Teil des großen Abfalls den Paulus im Brief an die Thessalonicher beschreibt.

b) Ein zweites endzeitliches Phänomen der einstmals erweckten, gläubigen Gemeinde ist, dass sie sich von ihren Wurzeln abgewandt hat. Sie will nichts von Israel wissen, von seiner Rolle in Gottes finalem Plan. Wenn wir die Offenbarung und die prophetischen Bücher der Bibel genauestens studieren, so widmet Gott seine Aufmerksamkeit und Hingabe seinem Volk in den letzten Tagen ganz besonders. Er möchte, dass Israel umkehrt und das es der Christenheit vorangeht.

Der Herr hatte mit Israel ein ganze Reihe Bünde geschlossen, mit Abraham, Isaak, Jakob, mit dem Volk Israel als Ganzes, mit David. Immer wieder verheißt Er ihnen, sie sind Sein Volk, sein Eigentum, Er wird sie nicht zuschanden kommen lassen, Er wacht über sie und Er eifert für sie. In Jesus wurden die Bünde erfüllt, sogar teilweise ausgedehnt auf die ganze Menschheit. Die Tragik war und ist jedoch, die Juden haben Jesus gekreuzigt anstatt ihn als ihren Retter anzuerkennen. Die nach Christus neu entstandene Kirche hat sich dann sehr schnell von den Juden emanzipiert und der Antisemitismus hielt Einzug. Schließlich waren die Juden von Gottes Weg abgekommen, hatten den Heiland gekreuzigt. 

Also schlussfolgerte in der Folge die Kirche, dass sie das ganze Erbe dass Gott Israel einst verheißen hat für sich beanspruchen darf. Aus dieser Grundausrichtung hat sich theologisch über die Jahrhunderte die sogenannte Ersatztheologie geformt, die die Christenheit an die Stelle des Volkes Israel einsetzt. Diese Theologie infiltriert bis heute die großen Kirchen dieser Welt, vor allem die Namenschristen und viele, viele Geschwister im Glauben werden hier leider auf einem völlig falschen Weg geleitet. 

Gott hat seine Bünde mit Israel nie aufgegeben. Nirgendwo steht, ich lasse mein Volk fallen, nehme stattdessen die die mir aus den Nationen folgen. Im Gegenteil, es ist dem Herrn ein Herzensanliegen, gerade in der jetzigen Endzeit der Geschichte, sein Volk zu sich zu rufen, zurückzuführen in seine Heimat. Wir erleben seit 1880 aber verstärkt seit den letzten 30 Jahren die stärkste Rückführung der Juden aus aller Welt ins Land Israel. Auch das hat Gott für die letzten Tage verheißen. Gott, der Hüter Israels, schläft nicht. 

Aber leider hat die Ersatztheologie neben all den katastrophalen politischen Folgen wie dem jahrhundertelangen Antisemitismus, der im letzten Jahrhundert im Holocaust gipfelte, es geschafft, die Juden als Heilsbringer für die Gemeinde komplett auszublenden. Jesus sagt: „das Heil kommt von den Juden“ (Joh 4,22) und in Röm 11,24 sagt Paulus: „Immerhin hat er euch als Zweige eines wilden Ölbaums dem edlen Ölbaum aufgepfropft, was sonst niemand tun würde. Wie viel mehr wird Gott bereit sein, die Juden als die herausgebrochenen Zweige wieder auf den Ölbaum zu pfropfen, auf den sie ursprünglich gehörten.“ Gott kümmert sich auch diese Tage um sein Volk.

Aber die Gemeinde kümmert sich nicht um Israel, obwohl Gott sie als kleiner Bruder dem großen zur Seite gestellt hat, aufgepfropft hat auf den Baum Israel. Wir sollten demütig nach Israel blicken, seine Rolle in Gottes Heilsplan anerkennen. Stattdessen sind unsere Kirchen und Gemeinden durchdrungen mit Antisemitismus und selbst bei den freien Gemeinden und Denominationen findet das Volk Gottes keinen Platz, denn man ist zu sehr mit sich selbst beschäftigt. All das, sind klare Zeichen der Endzeit und ein unwiderrufliches Indiz dafür, dass der Herr bald kommt und für Gerechtigkeit sorgen wird. 

Positive geistliche Zeichen der Endzeit:

Es gibt auch positive Signale in der geistlichen Welt die klar signalisieren, dass wir in den letzten Tagen vor der Entrückung leben. Da ist vor allem das Ausgießen des Heiligen Geistes zu nennen.

Lesen wir Joel 3, 1-4: „Und nach diesem wird es geschehen, dass ich meinen Geist ausgieße über alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen, eure Ältesten werden Träume haben, eure jungen Männer werden Gesichte sehen; 2 und auch über die Knechte und über die Mägde will ich in jenen Tagen meinen Geist ausgießen; 3 und ich werde Zeichen geben am Himmel und auf Erden: Blut und Feuer und Rauchsäulen; 4 die Sonne soll verwandelt werden in Finsternis und der Mond in Blut, ehe der große und schreckliche Tag des HERRN kommt.“ Zu Beginn des 20. Jahrhunderts brachen an verschiedenen Orten geistliche Erweckungen aus, oft lokal, klein aber mit großen Auswirkungen. 1901 in Kansas, 1904 in Wales und 1906 in Los Angeles in der Azuza Street. 

Aus letzterer Ausgießung des Heiligen Geistes ist die Pfingstbewegung entstanden und in der Folge die freie und charismatische Gemeindebewegung. In den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts startete Gott die weltweit größte Erweckungskampagne mit der Jesus People Bewegung, die seinen Höhepunkt und vorläufigen Abschluss in den 90er Jahren mit dem sogenannten Toronto-Segen fand, aber in abgeschwächter Weise bis heute anhält. 

Das vergangene Jahrhundert sah Erweckungsprediger mit immensen Auswirkungen ihres Dienstes wie Billy Graham oder Reinhard Bonnke. Bei Reinhard Bonnke kamen in Nigeria um die Jahrtausendwende in einem Gottesdienst 1,7 Millionen Menschen zusammen und über eine Million haben sich an diesem Abend bekehrt. Nur der Geist Gottes kann so etwas möglich machen.

Der Heilige Geist ist immer noch am Wirken, er heilt, er bewirkt Wunder, er spricht zu Menschen in den verschiedensten Formen, er gibt Verfolgten Kraft und leitet und führt Menschen in besonderer Weise. 

Zusätzlich zu den Wirkungen des Heiligen Geistes sind andere positive Zeichen der Endzeit erfüllt: Mat 24,14: „Und dieses Evangelium vom Reich wird in der ganzen Welt verkündigt werden, zum Zeugnis für alle Heidenvölker, und dann wird das Ende kommen.“ 

Durch Internet und die globale Vernetzung gibt es heute kein Volk mehr, dass nicht mit dem Evangelium erreicht wurde, und wenn nicht dann erreicht Gott sie oft direkt. Es gibt unendlich viele Zeugnisse, dass der Heilige Geist gerade in dieser Zeit zu vielen unterdrückten Frauen und Männern im arabischen Raum direkt redet, die nie die Chance hatten, etwas mehr von Jesus zu hören. 

Ein weiteres eindeutiges Zeichen ist die Entwicklung der messianischen Juden, immer mehr Juden bekehren sich dieser Tage zu Jesus und erkennen ihn als den Heilsbringer ihres Volkes an. In Röm 9,27 heißt es: „So ist nun auch in der jetzigen Zeit ein Überrest vorhanden aufgrund der Gnadenwahl.“ Und so gibt es noch viele Zeichen, die auf die Endzeit hindeuten: Im Bereich Lobpreis, der mancherorts zurück zu den Wurzeln Davids geht und nicht mehr auf mich, meiner, mir sondern allein auf Gott oder Schrift gerichtet ist; im Bereich der Gemeindegröße, große Gemeinden sterben, brechen ein, dafür entstehen kleine Hauszellen, Hauskirchen, die wie zu Zeiten der Apostel in den Häusern bescheiden den Herrn suchen; und vieles mehr. 

Zusammenfassung / Ende: Wir haben jetzt einen Schnelldurchlauf der wesentlichen Merkmale und Zeichen der Endzeit gemacht. Man kann nun einwenden, vieles von dem gab es schon immer oder immer mal wieder. Aber hier kommt das Größte von allen Zeichen: Nämlich wir erleben jetzt und heute, dass zum ersten Mal all diese Zeichen zusammen auftreten, die geballte Ladung der endzeitlichen Zeichen ist hier und heute gekommen. 

Vielleicht noch ein paar Gedanken zum Schluss:

Auf die Ewigkeit bezogen oder heilsgeschichtlich gesehen ist es relativ irrelevant, wie und wann wir hier sterben, ob ein paar Jahre früher oder später, ob in Wohlstand oder Armut, ob in Krankheit oder aus vollem Leben heraus. Hier zählt nur – bin ich wahrhaftig bekehrt, folge ich Jesus nach, habe ich ihn auf den Thron meines Lebens gesetzt, einen Herrschaftswechsel vollzogen, glaube ich, sonst zählt gar nichts.

Das allein ist das Kriterium ob ich vor Gott bestehen kann im kommenden Gericht. Nur wenn Jesus vor Gericht für mich aussagt, dieser ist mein Sohn, meine Tochter, dann wirst Du ewiges Leben haben. Wenn nicht, dann wird es ewige Verdammnis sein und wie das aussieht, will ich gar nicht erst wissen. Jesus ist der Fürsprecher für uns, wenn Gott die Erde richten wird und das wird sehr bald sein. Als nächstes göttliches Eingreifen in die Weltgeschichte erwarten wir die Entrückung. 

Alle die zu Jesus gehören aus dem Volk Israel und von den Nationen wie uns, diese alle werden zusammen mit den schon im Glauben Verstorbenen Jesus in den Himmel entgegengeführt. Kurze Zeit danach wird die Trübsal, der 7-jährige finale Zorn Gottes über sein abtrünniges Volk und die abtrünnige Menschheit über die Erde kommen. 

Ich hoffe der Vortrag hat klargemacht, dass wir derzeit erleben, dass vieles für diese Periode bereits in Vorbereitung ist. Die Corona-Krise ist ein Test Satans wie schnell er die gesamte Menschheit mit Instrumenten der Gesundheits-Beeinträchtigung, mit Angst und Panik durch die bestehenden politischen Systeme unter Kontrolle bringen oder in eine gewisse Richtung lenken kann. Wie gesagt, heilsgeschichtlich ist das nur ein Vorgeschmack, ein Abklatsch dessen, was den Menschen in der Trübsalszeit alles bevorsteht.

Aber Jesus hat uns versprochen, uns vor dem Zorn Gottes zu bewahren, ist das nicht wunderbar? Darauf kommt es letztlich an. Gott wäre nicht Gott, wenn er selbst für diese schlimme Zeit eine Tür zur Rettung aufmachen würde. Durch die Grausamkeiten die diese Erde ähnlich wie Sodom seinerzeit in kürzester Zeit überziehen werden, hindurch, wird der Herr um Menschen werben, wird er um sein Volk eifern und er wird ganz viele noch zu sich rufen. 

Sie werden zwar sterben, verhungern oder sonst wie umkommen, aber die Bibel spricht hier von echten Märtyrern, denen das Reich Gottes ist. Und Gott wird einen Überrest bewahren, von den Nationen aber vor allem von Israel, seinem Volk. Dieser Rest wird sich am Ende der 7 Jahre Tortur ihm zuwenden und Jesus endlich als seinen Herrn, den Meshiach Hamashia anerkennen.

Das ist das Zeichen, auf das hin Jesus das 2.Mal auf die Erde wiederkommt und dem Treiben Satans und seinen Helfershelfern, dem Antichristen, dem falschen Propheten und all ihre Anhängern, ein Ende bereiten wird. 

Er wird sein 1000-Jähriges Reich errichten, seine Königsherrschaft auf Erden antreten. Und das ist nicht mehr lange hin, davon bin ich nach all den Zeichen dieser Zeit überzeugt. Vieles von dem was wir heute kennen, wird uns auch im 1000-jährigen Reich wieder begegnen, wahrscheinlich Computer, Autos, unsere Infrastruktur, die Errungenschaften der Zivilisation, denn die Zeit dreht Gott ja nicht zurück, sondern sie setzt an das Heute an. Aber die Erschütterung die die Erde und die Menschheit in der kommenden Zeit der Trübsal erleben wird, macht das danach beginnende Königreich Gottes wie zu einem warmen, frischen Sommerwind der alles umweht, wie zu einem warmen, frischen Sommerregen, der unwahrscheinlich gut riecht und den Staub in der Luft auf den Boden drückt. Es ist die versprochene Hochzeit des Lammes mit seiner Braut.

„Wenn ihr diese Dinge seht, dann erhebt euer Haupt, denn das Ende ist nahe.“ Das sind Jesu Worte, voller Ermutigung an seine Jünger, an uns. Heilsgeschichtlich ist es so wichtig wie noch nie, dass das Ende bald kommt und wir haben das Privileg, die Zeichen des sich andeutenden Endes mitzuverfolgen. 

Seinen wir ermutigt, denn errettet durch Jesus kann uns nichts passieren, außer dass wir entrückt werden oder vorher sterben. Aber selbst Sterben ist heilsgeschichtlich ein Vorrecht, ein Gewinn, wie Paulus sagt, denn Jesus hat den Tod überwunden und uns dadurch ewiges Leben in seiner Nähe, 100.000,00 Mal schöner als hier, geschenkt. Auch wenn wir sterben sollten, werden wir auferstehen. Wenn wir noch leben, was sehr wahrscheinlich ist, denn wie in diesem Vortrag ausgeführt - lange kann es nicht mehr dauern – werden wir entrückt werden zu einem neuen Leben. Ist das nicht eine herrliche Perspektive? 

Gott segne und behüte Dich, ER lasse sein Angesicht über Dir leuchten und schenke Dir Frieden. Amen.

 



11.) Die DNA Gottes 

 

Ihr Lieben, heute möchte ich Euch heute in eins der größten Geheimnisse Gottes aber auch der schönsten Tatsachen die ein Gotteskind erfahren darf einführen: Dazu werden wir uns anschauen was es heißt ein Kind Gottes zu sein, was dahintersteckt und wir werden uns auch etwas mit Biologie beschäftigen. Das Thema heute heißt: Die DNA Gottes, und es geht um nichts anderes als um Kindschaft, Geburt, Zeugung, Zellteilung und all diese wunderbaren Dinge, die sich Gott ausgedacht hat. 

Vorab ein paar grundlegende Aussagen im Wort Gottes, die uns zum Thema führen. Man muss wissen, es gibt so viel in der Bibel was das Thema Kind Sein, Kindschaft, Sohn und Tochter sein, angeht - ich hätte Tonnen von Zitaten hier bringen können - ein Zeichen dafür, dass dies Gott mit am wichtigsten von allen Dingen ist.

Als erstes Lk 18,16/17: „Aber Jesus rief sie zu sich und sprach: Lasst die Kinder zu mir kommen und wehrt ihnen nicht, denn solcher ist das Reich Gottes. Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht annimmt wie ein Kind, wird nicht hineinkommen!“ 

Die bekannte Stelle in der Jesus die grundsätzliche Aussage macht, dass die Kinder in das Reich Gottes einziehen sollen. Und im gleichen Atemzug sagt er, dass auch wir Erwachsene wie ein Kind das Reich Gottes annehmen sollen. 

Was haben Kinder, was Erwachsene nicht mehr haben? Vielleicht können wir zu Beginn mal ein paar Eigenschaften zusammentragen, die Kinder auszeichnet und die uns als Erwachsene schwerfallen oder die verloren gegangen sind?

 Liste:

 Blindes Vertrauen in Mama und Papa
Spielen, Entdecken, Begeistert sein, Staunen
Nicht reflektiert, alles abwägend 
Wahrhaftig, ehrlich, nicht berechnend oder verstellt, unschuldig
Ohne Sünde oder Hintergedanken, nicht falsch
Nicht eitel, immer fotogen
Nicht auf Anerkennung aus
Nicht auf materielle Dinge aus
Lebt den Moment
Keine Sorgen
Kümmert sich nicht ums Große Ganze, überlässt das Papa & Mama 
Gewissheit, Sicherheit, keine Furcht

Ich denke das sind einige wesentliche Attribute des Kind-Seins, die Jesus meint. Kann man sich das vorstellen? Wir waren doch alle mal Kinder. Kann man sich da noch hineinversetzen oder ist das zu lange her? Und vor allem: Können wir das auf uns und einen Papa im Himmel projizieren? Ich glaube, Jesus möchte uns hier einen Anstoß geben mal auf diese lang vergangene Zeit zu blicken, an lang vergangene Tage im Sandkasten, auf der Schaukel oder wo auch immer, erinnern.

Als kleine Kinder sind wir noch wahrhaftig, ohne bewusste Sünden, ohne Hintergedanken oder Misstrauen den Eltern gegenüber. Genau dies ist die Haltung die Gott von uns haben möchte. Es geht Jesus mit dieser Aussage also nicht nur um die kleinen unschuldigen Kinder, sondern auch um die Kinder der Verheißung. Und das sind wir, wenn wir an Jesus als deinen Erlöser und Mensch gewordenen Sohn Gottes glauben. Wir sind Kinder des Vaters im Himmel und können Papa sagen. Das ist die Haltung, um die es geht.

Dann haben wir eine der Kernstellen über die Kindschaft, in Röm 8,14-16: „Denn alle, die durch den Geist Gottes geleitet werden, die sind Kinder Gottes. Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, dass ihr euch wiederum fürchten müsstet, sondern ihr habt den Geist der Sohnschaft empfangen, in dem wir rufen: Abba, Vater! Der Geist selbst gibt Zeugnis zusammen mit unserem Geist, dass wir Gottes Kinder sind.“  


Wir haben einen Geist empfangen und dieser Geist Gottes in uns bezeugt unsere Kindschaft, Aha! Die Erkenntnis, ein Kind Gottes zu sein, kommt von Gott selbst und nicht von uns und beginnt in dem Moment, wenn wir anfangen ihm nachzufolgen. Dies, ihr Lieben, ist ein Prozess und kann lange dauern, beim einen mehr, beim anderen weniger. Viele haben eine kaputte oder schiefe Vaterbeziehung zu ihrem leiblichen Vater und es ist anfangs für die meisten komisch, wenn sie den Schöpfergott auch als liebenden Vater kennenlernen. Sie sträuben sich oder akzeptieren nur Jesus in ihrem Leben, lehnen den Vater ab. Bis man dann das aramäische Wort „Abba“, das Paulus hier benutzt, was so viel heißt wie Papa oder Vati, wirklich ehrlich von Herzen aussprechen und im Gebet oder Alltag anwenden kann, dauert es in der Regel eine Weile. 

Es setzt ein vertrautes Beziehungsverhältnis zum Vater im Himmel voraus und ein Verständnis seiner Vaterliebe, es vermittelt den Gedanken an Zärtlichkeit, Abhängigkeit und einer Beziehung ohne Furcht und Vorbehalte. Und man muss sich dem aussetzen, die Vaterliebe sozusagen einatmen. Wenn man natürlich eine schlimme eigene Vaterbeziehung hatte, muss das Vertrauen erst einmal wachsen. Das können wie schon gesagt jahrelange Prozesse sein. Doch gute Leiter und Pastoren erklären die Vaterliebe ihren Gemeinden und Schäfchen, denn es ist etwas ganz Entscheidendes im Leben als Jünger Jesu.

Ich habe es selbst erlebt, Rudi, Billa, Steffi und ich, wir haben uns zusammen diesem Prozess gestellt, entsprechende Bücher gelesen, uns von der Schrift her leiten lassen, wir haben das Thema Vaterschaft zigmal ausführlichst hier im FH behandelt und wir sind in diese Vaterliebe durchgebrochen und hineingewachsen. Das Resultat hört ihr manchmal, wenn Billa betet, dann kann sie nicht anders als immer von ihrem Abba Vater zu beten, oder es steht auch immer auf der Einladung zum FH, und ich sag Billa immer manche denken dann bestimmt, von wem redet die da? Jetzt wisst ihr es.

Diese Bibelstelle ist auch wichtig im Hinblick auf unsere innere Heilsgewissheit. Es ist ein Attribut unserer Liste für ein Kind. Sicherheit und Heilsgewissheit, ohne Furcht. Viele Christen haben ja Schwierigkeiten zu glauben, dass sie gerettet sind, gerade wenn sie der Alltag mit allen Herausforderungen überwältigt, sie in Sünde fallen usw. Aber trotz all dem Unfug und Mist den wir als Sünder in dieser Welt verzapfen: Gehören wir zu Jesus, dann sind wir ein Kind Gottes und nichts und niemand kann uns mehr aus seiner Hand reißen, auch Sünde nicht.

Dann verbindet sich Sein Geist mit unserem Geist und wir haben die Gewissheit, dass wir Gottes Kinder und damit die Erben sind und als solche gehört uns das Reich Gottes und das ewige Leben. Ist das nicht herrlich?

Röm 8,21 bestätigt dies: …“,dass auch die Schöpfung selbst befreit werden soll von der Knechtschaft der Sterblichkeit zur Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes.“ 


Die gefallene Schöpfung unterliegt ja der Sterblichkeit, alles muss sterben. Aber die Kinder Gottes sterben nicht, sie werden nach dem Tod ewig in Freiheit und Herrlichkeit leben. Was für eine Verheißung liegt auf der Eigenschaft ein Kind Gottes, ein Kind unseres himmlischen Daddys zu sein!

Wir wollen uns das heute einmal im Detail anschauen. Und keiner in der Bibel beschreibt dies besser als Johannes, der Jünger, den Jesus besonders liebte, der immer an seiner Seite war, der die Verklärung Jesu als Augenzeuge erlebte und sämtliche Wunder die Jesus tat. Den Jesus aber auch als einen der Donnersöhne bezeichnete. Johannes war der Jünger, dem Jesus kurz vor seinem Tod seine Mutter zur Betreuung anvertraute, er war der der von den anderen vorgeschickt wurde, Jesus zu fragen, wer ihn denn verraten würde. Er hatte wirklich eine ganz besonders innige Beziehung zu Jesus. Über ihn ist in den Zeiten der Apostelgeschichte überliefert, einer der Säulen der Jerusalemer Gemeinde gewesen zu sein. 

Später wird von ihm in den Chroniken der Geschichtsschreiber berichtet, dass er Leiter der von Paulus gegründeten Gemeinde in Ephesus war und von dort aus den ganzen Gemeinden in Kleinasien, der heutigen Türkei als Apostolischer Leiter und letzter Lebender der 12 Apostel Jesu vorstand. Man nimmt an, dass er das Johannesevangelium dort in Ephesus verfasst hat. Er überlebte alle anderen Jünger bei weitem, Paulus zum Beispiel, der die ganzen asiatischen Gemeinden gegründet hatte, war schon 20-30 Jahre tot.

Johannes war der „Last Man Standing“, der letzte authentische Zeitzeuge und Jünger Jesu. Er wurde sehr alt. Wir reden jetzt von der Zeit um 95-100 nach Christus, Johannes muss hier mindestens bereits 85 – 90 Jahre gewesen sein, wenn man voraussetzt, dass er bei der Berufung durch Jesus im Jahre 30 etwa 20 -25 Jahre gewesen sein könnte. Es begannen um diese Zeiten wieder starke Christenverfolgungen durch die Römer. Als deren Folge wurde Johannes von den Gemeinden und seiner apostolischen, pastoralen Aufgabe weggerissen und auf die Insel Patmos in der Ägäis verbannt. Ich war da mal im Urlaub, eine wunderschöne Insel, nicht das schlechteste, würde man heute sagen. Aber Johannes kam dort ja nicht als Tourist im 4 Sterne Hotel hin, sondern eben als Verbannter, fernab seiner Gemeinden, auf einmal wieder allein, vielleicht mit ein paar versprengten Mitarbeitern und örtlichen Christen zusammen, aber eben verbannt, das war die Situation. 

Und in diese Spätzeit, im sehr hohen Alter seines Lebens empfing er von Jesus und diversen Engeln direkt die Offenbarung, dieses einzigartige und prophetischste Buch des Neuen Testaments und gleichzeitig das aussagekräftigste Werk über die Zeit in der wir leben und auf die wir zusteuern. Ebenfalls in diesem hohen Alter datiert man die 3 Johannes-Briefe des NT, er spricht darin die Adressaten mit „meine Kinder“ an, sicher eine Redewendung, die man erst als alter Mann wählen konnte.

Wir müssen zum Hintergrund also wissen, Johannes war DIE geistliche Autorität in der zweiten Hälfte des ersten Jahrhunderts, zumindest seit der Zeit, da Petrus, Jakobus und Paulus gestorben waren. Sein Wort hatte Gewicht, und seine Schriften zeugen davon. Kein Schreiber drückt sich so klar aus wie er, trennt Gutes vom Bösen, Glauben vom Unglauben, Schwarz von Weiß, Gehorsam von Sünde so klar wie er. Seine Klarheit war ein Stabilisierungs-Faktor in der noch jungen Gemeinde.

Kein Autor der Bibel hat je die Nähe und Liebe Jesu so hautnah erfahren wie Johannes, keiner hat sie auch je so zu Papier gebracht. Sein Evangelium und seine Briefe sind eine reine Liebeserklärung an unseren Schöpfer und Heiland. 

Kein Schreiber außer Moses beschreibt auch so gewaltig und eindeutig die ewige Schöpferkraft Gottes, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Der Beginn des Johannes-Evangeliums und der Beginn seines 1. Briefes, beide Einleitungen, sind außerhalb des ersten Kapitels der Bibel, die herausragendsten Beschreibungen der Schöpfung und der Größe Gottes. 

Und in diesem Rahmen , nämlich zu Anfang des Johannesevangeliums, dieses größten und umfassendsten Machwerk über die Liebe Gottes, schreibt Johannes den
 

folgenden Satz: Joh. 1,12: „Allen aber, die ihn aufnahmen, denen gab er das Anrecht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben“. 


Johannes spricht von einem Anrecht, and. Übersetzungen auch von Macht oder Recht ein Kind Gottes zu werden. Etwas „werden“ bedeutet, das ist noch nicht gleich voll da, das muss sich entwickeln, das ist ein Prozess, das haben wir vorhin ebenfalls schon bei Paulus gesehen. In dem wir an ihn glauben, erwerben wir das Recht sozusagen wieder wie Kinder zu werden, denen Jesus das Reich Gottes versprochen hat. Der Status der Kindschaft ist essentiell für unser Heil und für das ewige Leben. Wir bekommen sozusagen das Anrecht zurück, wieder die Attribute des Kindseins die wir uns am Anfang angeschaut haben, zu leben.

Lasst uns jetzt die ersten Verse von Kapitel 3 lesen:  

„1 Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Kinder Gottes heißen sollen! Und wir sind es. Darum erkennt uns die Welt nicht, weil sie Ihn nicht erkannt hat. 2 Geliebte, wir sind jetzt Kinder Gottes, und noch ist nicht offenbar geworden, was wir sein werden; wir wissen aber, dass wir ihm gleichgestaltet sein werden, wenn er offenbar werden wird; denn wir werden ihn sehen, wie er ist. 3 Und jeder, der diese Hoffnung auf ihn hat, reinigt sich, gleichwie auch Er rein ist. 


Gleich in Vers 1 beschreibt Johannes den Höhepunkt der Liebe Gottes. Gottes Liebe hatte einen Zweck, sie war und ist zielgerichtet, nicht einfach so: Und zwar den Zweck, dass er Kinder erschaffen hat, die zu ihm gehören und die er eines Tages als Braut seinem über alles geliebten Sohn zuführt. Das ist DAS tiefe Geheimnis unserer Existenz, aber darüber spreche ich im nächsten Jahr. Gott liebte uns zuallererst und wollte, dass wir seine Kinder sind. Er liebte uns so sehr und der Wunsch, dass wir seine Kinder werden, war so groß, dass er sogar seinen Sohn sterben ließ, um dies möglich zu machen. Auf Golgatha wurde die Tat vollbracht, die es uns trotz der Sünde der Menschen ermöglicht, ein Kind Gottes zu sein.

Christus hat buchstäblich das höchste Opfer für dich und für mich gezahlt, weil Gott sich gewünscht hat, dass wir seine Kinder werden. Und die Annahme Jesu als persönlichen Erlöser unterscheidet uns von den Kindern des Teufels. Jesus sagte den Schriftgelehrten und Pharisäer einmal auf den Kopf zu, dass Sie von Ihrem Vater, dem Teufel, sind. 

Schauen wir noch Mal Vers 1 an: „Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Kinder Gottes heißen sollen!“ In manchen Übersetzungen wird angefügt: „Und wir sind es auch“. Der Vater schenkt uns seine Liebe, um uns den Status der Kindschaft zu verleihen. Ein Kind Gottes zu sein, ist ein Geschenk des Vaters aus seiner göttlichen schenkenden Liebe, es kommt direkt von ihm, geht von seiner Liebe aus. Es ist ein vollständig souveräner Akt aus Gottes Entscheidung heraus. Da haben wir gar keine Anteile dran, die Verleihung der Kindschaft wird rein durch Gottes Liebe offenbart. 

Jetzt schauen wir auf den zweiten Teil des ersten Verses: 

„Darum erkennt uns die Welt nicht, weil sie Ihn nicht erkannt hat.“ 


Interessant: Der Status ein Kind Gottes zu sein, führt dazu, dass die Welt uns nicht kennt, nicht erkennt, uns nicht versteht oder nicht versteht warum wir glauben. Sie finden uns mitunter komisch oder schräg oder denken wir sind sektiererische Spinner, aber die Ursache sind gar nicht wir selbst; Gottes Liebe ist es die seinen Kindern die Tatsache hervorruft, dass sie von der Welt nicht verstanden werden. Schon gar nicht wenn wir sagen wir sind Kinder des Vaters. Interessant eigentlich, wo doch unzählige Menschen das Vaterunser daher sagen oder wie zur jetzigen Weihnachtzeit ähnlich geartete Weihnachtslieder singen.


Noch etwas zu diesem ersten Satz im 3. Kap. des Johannesbriefes: Nachdem er zwei Kapitel über die Größe, Herrlichkeit und Einzigartigkeit Gottes referiert hat, beginnt Johannes diesen mittleren Abschnitt seines Briefes mit dem Wort „Seht!“ oder „Siehe!“ Heute würde man in modernem Deutsch sagen: „Hey, Passt mal auf! Achtung, mal alle herhören! Jetzt mach ich im Auftrag Gottes eine Ansage, und zwar verkünde ich euch etwas ganz Großes! Gottes Liebe hat uns zu Kindern gemacht. Gottes Liebe hat uns aus dem Waisenhaus der Welt in unser Elternhaus zurückgebracht!“ 

Hier ist göttliche Liebe am Werk, eigentlich unvorstellbar für uns, das ist eine andere Dimension von Liebe, als sie uns möglich ist. Wir werden von ihm zu Kindern gemacht mit allen Rechten, Kinder sind die über alles Geliebten, sie sind die Erben, sie sind die Zukunft, sie sind der Mittelpunkt seiner Liebe. Diese Liebe spricht in Existenz, sie ist schöpferisch, kreativ, urgewaltig, tief und göttlich. Es ist eine ganz andere Dimension von Liebe als wenn wir sagen, ich liebe mein Auto, meinen Hund, meine Frau, meine Arbeit obwohl selbst hier Anteile der göttlichen Liebe in uns sind. 

Es ist die gleiche Liebe, die sich am Kreuz von Golgatha für uns aufopferte. Gott liebte uns so sehr, dass Er Seinen Sohn opferte, damit Er uns die Kindschaft schenken konnte. Und alles damit wir mit wem gemeinsame Erben werden könnten? Mit Christus. Jetzt verstehen wir auch warum Gott von Jesus als dem Erstgeborenen (wörtlich auch „zumeist Geliebtem“) spricht.
 

Röm 8,29: „Denn die er zuvor ersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Ebenbild seines Sohnes gleichgestaltet zu werden, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern und Schwestern.“ 


Wir sind Miterben, Brüder und Schwestern von Jesus! Die Verleihung der Kindschaft ist eine souveräne göttliche Liebestat. Es ist eine schöpferische Liebe, es ist eine Opferliebe am Kreuz. Ein geliebtes Kind ist ein geliebtes Kind und bleibt immer ein geliebtes Kind. Der Vater rüttelt nicht daran. Ist das nicht herrlich? Obwohl er den Menschen nach seinem Ebenbild schuf und dieser sich bis heute von ihm abwendet, sündigt, anderen Göttern nachläuft. Aber was Gott einmal in seiner Liebe beschossen hat, an dem hält er fest. Dahinter steckt ein ewiger, weltumspannender, göttlicher Gedanke, eine unvergleichliche Liebe, ein schöpferischer Plan, den Gott durchzieht, egal wie wir Menschen uns verhalten.  Es ist eine Begnadigung, versteht ihr das?

Lesen wir Eph 1,5-6: „Er hat uns vorherbestimmt zur Sohnschaft für sich selbst durch Jesus Christus, nach dem Wohlgefallen seines Willens, zum Lob der Herrlichkeit seiner Gnade, mit der er uns begnadigt hat in dem Geliebten.“ 


Was das Gewaltigste an der Sache ist - und damit kommen wir zur Biologie - darin liegt ein echtes Geheimnis, denn mit menschlichen von der Wissenschaft geprägten Gedanken können wir das nicht erfassen: Der Vater adoptiert uns nicht, er macht uns zu echten Kindern – er gibt uns sozusagen seine Gene! Eltern, die ein Kind adoptieren, können ihm Liebe schenken, es durchbringen und es zum Erben machen, aber es bleibt ein angenommenes Kind von anderen Eltern. Aber in dem wir Jesus als Herrn annehmen, sind wir nicht nur erlöst und von aller Schuld befreit, wir werden gleichzeitig zu wahren Kindern des Vaters. Es findet quasi eine Übertragung der göttlichen Erbsubstanz, der göttlichen DNA, von Gottes Genen zu uns statt. Kein Adoptivstatus, sondern echte Kindschaft. Und wie wir vorhin im Römerbrief gelesen haben – der Geist Gottes selbst bezeugt dies in uns. Das Ganze ist wieder mal so ein göttliches geniales Meisterwerk und Geheimnis zugleich: Und Jesus ist der Schlüssel hier. Genau wie Gott uns durch Jesus nicht mehr als Sünder ansieht, nicht mehr als das von ihm abgefallene Geschöpf, so sieht er uns durch Jesus als echte, wahre Kinder, nicht adoptierte, übernommene Kinder an.

Jetzt kommen wir mal zur Biologie: Ich selbst hatte das Glück nach dem Abitur in den 80ger Jahren Biologie zu studieren. Ich bin in dieser Zeit auch zum Glauben gekommen. Das Fach Biologie war schon damals das wohl an Wissen und Lehrmaterial reichste Studium, täglich kam neues hinzu, gerade die modernen Fächer wie Genetik oder Molekular-Biologie waren der Renner unter den Studenten.

Die Faszination die die moderne Vererbungslehre nach der Entdeckung des genetischen Codes, der DNA, 1953, in der Wissenschaft ausgelöst hat, war gewaltig. Es war begeisternd wie die Ableseprozesse der Gene funktionierten, mit welcher Präzision hier komplexe neue Moleküle geformt wurden, mit welcher Akkuratesse Fehler ausgemerzt wurden, mit welcher Genauigkeit die Teilung von Chromosomen und Zellkernen und damit ganzen Zellen gesteuert wurden. 

Jetzt die Frage: Wisst ihr wie die DNA aussieht und funktioniert? Vielleicht habt ihr schon mal von Begriffen wie Genom, Chromosomen, Zellkern etc. gehört. Die DNA, oder DNS die Desoxyribonukleinsäure, das sind zwei Molekülstränge, die umeinander verwoben sind und in jeder Zelle im Zellkern vorkommen. Es ist quasi eine Festplatte in jeder Körperzelle. Sie bestehen aus immer 4 verschiedenen Einzelmolekülen die in einer einzigartigen, individuellen Weise – bei jeder Zelle und jedem Menschen anders - angeordnet sind. Diese Molekülstränge unterliegen einem höchst komplizierten Ableseprozess, der dafür sorgt, dass Proteine und andere Bausubstanzen des Körpers gebildet werden.
 

Wir haben etwas 3,3 Mrd. Basenpaare in einem DNA-Strang. Das alles geschieht nach einem ganz individuellen Muster, deshalb sehen wir alle unterschiedlich aus, haben unterschiedliche Haare, Geschlechter, Hautfarben oder Größen, usw., ich will das jetzt nicht weiter vertiefen aber ich kann dir nur sagen, wenn du dir einmal diesen Prozess der Zellteilung, dem die Teilung der DNA und Chromosomen vorausgeht, in allen Einzelheiten durchliest und zu verstehen versuchst, dann begreifst du sofort, dass es einen Schöpfer geben MUSS. 

So etwas Gewaltiges, Durchdachtes, Höchstkompliziertes, Sensibles aber auch Präzises und Schönes würde eine Evolution, wo sich immer nur der Stärkere durchsetzt, nie erschaffen – wozu auch – zum Überleben und Durchsetzen gegenüber anderen brauche ich keine Schönheit oder Vielfalt oder komplizierte Mechanismen. Im Gegenteil. Die Tragik und ein Phänomen dieser vom Teufel maßgeblich beeinflussten Meinungsbildung in dieser letzten Zeit in der wir leben, ist jedoch, dass die öffentliche Lehrmeinung und die Medien an der Evolutionslehre festhalten, obwohl diese inzwischen komplett wiederlegt ist, sie halten am Urknall und Millionen Jahren der Entwicklung vom Einzeller bis zum Menschen fest - alles nachgewiesener Unfug. Interessanterweise stellen sie sich in diesem Punkt gegen eigene wissenschaftliche Erkenntnisse. Ist das nicht komisch? Alles nur, damit die Menschheit denkt, dass es keinen Gott gibt oder braucht.
 

Nur ein Beispiel vorab: Die Evolutionstheorie lehrt ja, dass sich aus niedrigem Leben höheres entwickelt über eine lange Zeit. Dies ist wissenschaftlich allerdings nicht haltbar. Es würde bedeuten, dass die Chromosomen eines Einzellers oder einer Amöbe bereits sämtliches Erbgut und sämtliche Information über die Bildung eines Affen oder Menschen oder Fisch in sich tragen müsste. Tut es aber nicht. Wer am Erbgut etwas hinzufügt, muss schöpferisch tätig sein und es gibt nur einen der das kann, Gott selbst. Mutationen, aus denen sich scheinbar per Zufall Mutanten entwickeln, entwickeln sich immer nach unten, nicht nach oben. Das alles fällt, näher beleuchtet, wie ein Kartenhaus in sich zusammen. 

Ihr Lieben, wenn Gott seine DNA in uns hineinpflanzt, ist dies ist ein Schöpferischer und zugleich Heiliger Akt. Man kann fast von einer 2. Schöpfung des Menschen sprechen. Und genauso schreibt ja auch Paulus davon, dass wir eine neue Kreatur sind, ein neuer Mensch. Das geht nur wenn wir neues Erbmaterial in unseren Zellen haben und dieses bei der Teilung weitervererben. Gott pflanzt also seine Gene, seine DNA in uns in dem er uns durch Jesus zu seinen Kindern macht. Wir bekommen den Heiligen Geist, der dies bezeugt und wir bekommen dadurch göttliches Wesen in uns. 

Die DNA unterliegt ja wie eben erwähnt, einem fortwährenden Teilungsprozess. Alle unsere Zellen teilen und erneuern sich permanent. Physiologisch betrachtet, sind wir alle in permanenter Veränderung begriffen. Wenn Du dich morgen auf denselben Stuhl setzt, bist Du physiologisch betrachtet ein anderer Mensch. Du hast Billionen neuer Zellen, die dich formen, du wirst permanent runderneuert, alte Zellen teilen sich und sterben ab, neue entstehen. Manche Zellen wachsen langsam, andere schnell, manche teilen sich nur alle paar Wochen, manche innerhalb von Sekunden. Und jetzt stell Dir vor, bei jedem dieser Veränderungsprozesse, wird etwas göttliches Genom, göttliche DNA in dir abgelesen und wächst zu neuen Körperzellen heran. Er steckt dahinter und fortlaufend wird neues göttliches Leben in dir erschaffen, ist das nicht faszinierend? Und damit entwickeln wir uns wieder hin zu seinem Bild, Schritt für Schritt. Das ist unsere Bestimmung, uns in sein Ebenbild zu verwandeln. Aber wie machen wir das? Wir können es nicht. ER macht das. Und zwar dadurch, dass wir in Jesus andere Menschen werden, die ihm ähnlicher werden. Ich finde das faszinierend. Auf der einen Seite haben wir einen Alterungsprozess unserer Zellen und damit von uns als Menschen – wir wissen, dass Gott unser maximales Alter auf 120 Jahre begrenzt hat – ist übrigens auch physiologisch nachweisbar. Man hat inzwischen herausgefunden, dass unsere Zellteilung und die Mechanismen, die dahinterliegen, unsere Physiologie der Organe, Blutgefäße und Nerven es nicht schaffen werden, älter als etwa 120 Jahre alt zu werden. Also einerseits altern wir, andererseits werden wir mehr und mehr in sein Bild verwandelt. Die vollständige Umwandlung steht noch aus, dazu komme ich gleich. 

Noch ein Gedanke: Wir alle kennen die Stelle aus dem 1.Buch Mose als Gott den Adam erschuf:

1.Mo.2,7: „Da bildete Gott, der HERR, den Menschen, aus Staub vom Erdboden und hauchte in seine Nase Atem des Lebens; so wurde der Mensch eine lebende Seele.“ 


Ich glaube was hier bildreich in nur einem kurzen Satz beschrieben wird, ist das gewaltigste, physiologische und medizinische Wunder was die Welt je gesehen hat. Den Atem des Lebens einhauchen – hier wird die DNA, hier werden Gottes Gene auf den Menschen übertragen, auf dass sie sich teilen, fortpflanzen, auf dass es Kinder gibt, die ein Abbild der Eltern und damit ein Abbild Gottes sind. Aber leider, wie wir wissen, hat die Sünde diese herzzerreißende Liebesgeschichte um die Gene Gottes kaputtgemacht. Erst Jesus hat sie repariert und durch ihn können wir wieder göttliche DNA einatmen und wird sie in uns eingepflanzt. Wie groß muss diese Liebe des Schöpfers zu uns Menschen sein, dass er diesen bei Adam angefangenen Schöpfungsakt, dass wir Menschen seine Kinder werden, seine DNA bekommen und zu seinem Bild geschaffen sind, trotz des Menschen Ignoranz und Abkehr von ihm fortsetzt? Dass er quasi eine neue Schöpfung, einen neuen Menschen, eine neue Kreatur formt, nach all der Ablehnung, die er erfahren hatte? Und damit nicht genug, sondern dass er, um dies zu erreichen, sogar das Beste, das Kostbarste was er hat, nämlich seinen einzigartigen Sohn Jesus, für uns opfert?

Wir alle kennen Joh 3,16: „Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen (meistgeliebten) Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat.“ 


Er hat dich geliebt, bevor du Ihm dein Leben gegeben hast. Er hat dich bereits geliebt, als du nichts von ihm wissen wolltest, als du gesagt hast, es gibt keinen Gott, nur die Wissenschaft hat Recht oder du glaubtest an gar keinen Gott oder an einen fremden Gott. Er hat dich geliebt als du ihn gehasst hast und ihm vorgeworfen hat – wo bist du Gott – weil ein lieber Mensch von dir gegangen ist. Er hat dich geliebt als du ihn nicht beachtet hast, als er Luft war für dich, als du unfreundlich zu ihm warst, als du ihn ignoriert hattest. 

Gottesliebe ist der Schlüssel zu unserer Kindschaft. Und es führt dazu, dass die Welt uns nicht kennt. Schauen wir uns nochmal Vers 1 an, den letzten Teil. „Deshalb kennt die Welt uns nicht, weil sie Ihn nicht erkannt hat.“ Man sieht, dass die Welt nicht in der Lage ist, Gott zu erkennen. Johannes schreibt in der Einleitung zu seinem Evangelium: Joh 1,11: „Er kam in das Seine aber die Seinen nahmen ihn nicht an.“ Jesus durch den die Welt erschaffen wurde, kam in seine eigene Schöpfung, aber sie lehnten ihn ab. Die Welt hat keine Fähigkeit, Gott zu kennen oder Christus zu kennen, zu erkennen. Ohne die Leitung durch den Heiligen Geist wird das auch nicht gelingen. 

Ihr habt bestimmt auch mal Diskussionen mit Nicht-Gläubigen über Gott, die Bibel, ob das alles so stimmt etc. und dann wundert ihr Euch, das der Gegenüber das einfach ablehnt oder sagt, das stimmt nicht, oder sagt, ich glaube zwar an eine Macht aber nicht an den Gott der Bibel. Oder es einfach abtut indem er sagt, das kann gar nicht stimmen, denn die Bibel ist ja von Menschen geschrieben. Und man versteht es manchmal nicht, warum jemand einfach so am größten Geschenk, dass uns Menschen widerfahren kann, vorbeigeht. Tatsächlich sagt Paulus

 in 2. Korinther 4,4: „Denn Satan hat die Gedanken derer geblendet, die nicht glauben, so dass sie den Glanz des Evangeliums nicht sehen." 


Der Glanz des Evangeliums, wie schön. Und Johannes sagt hier, wenn du ein Kind Gottes bist, kann dies die Welt nicht erkennen. Sie erkennen den neuen Menschen in dir nicht. Sie können nicht beurteilen warum Du glaubst. Sie können die göttliche DNA, die Du in Dir hast, nicht riechen, schmecken, fassen. Niemand kann, so er Gott nicht erlebt hat und das Zeugnis des Heiligen Geistes in sich spürt, verstehen was wir als Gläubige für Gott empfinden.

Die ganze damalige Welt hat Jesus Christus nicht gekannt. Sie waren blind für Ihn, als Er geboren wurde. Sie haben ihn abgelehnt als Kind, sie waren für Ihn während Seines gesamten Dienstes blind. Sie waren blind am Kreuz und standen da und schrien: „Kreuzige ihn, kreuzige ihn.“ Die Welt hat keine Fähigkeit, Gott, Christus oder das Kind Gottes zu erkennen und zu verstehen, weil es in ihren Augen töricht ist und keinen Sinn ergibt. Damit müssen wir leben, Ihr Lieben. Jesus hat es uns vorgemacht.

So, das Beste kommt wie immer zum Schluss: Lesen wir nochmal 1. Joh.3, 2: „Geliebte, wir sind jetzt Kinder Gottes und noch ist nicht offenbar geworden, was wir sein werden; wir wissen aber, dass wir ihm gleichgestaltet sein werden, wenn er offenbar werden wird; denn wir werden ihn sehen, wie er ist.“ 


Da steckt Musik drin,  Ihr Lieben,  das Beste kommt erst noch, oder? Wir werden ihm komplett gleichgestaltet werden, verwandelt werden, wir werden sein wie ER, wenn er erscheint. Was sich bis jetzt hauptsächlich im geistlichen Bereich abspielt, wird dann vollends zur Ausprägung kommen. Warum? Weil wir die Braut sind, die der Vater seinem Sohn bereitet. Als Adam die ganzen Tiere sah und ihnen Namen gab, war er am Ende traurig, dass keins dabei war das war wie er. Da schuf Gott die Eva, Gebein von meinem Gebein, Fleisch von meinem Fleisch, DNA von meiner DNA. Versteht ihr das? Das ist wieder so ein Mega-Geheimnis Gottes, dass wir als Braut sozusagen Gebein vom Gebein Jesus, Fleisch vom Fleisch Jesu werden, das komplette göttliche Genom bekommen werden.

Im Röm 8,29-30 lesen wir dazu: „Denn die er zuvor ersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Ebenbild seines Sohnes gleichgestaltet zu werden, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern.“

Wir sind nicht nur Kinder Gottes, wir haben auch die Verheißung zu werden wie Jesus, so wie es hier steht. Unsere Hoffnung ist auf das Erscheinen von Jesus Christus gerichtet, denn wenn dies geschieht, werden wir in Ihm vollständig sein. Wir werden umgewandelt, transformiert, bekommen einen unsterblichen Leib für die Ewigkeit. Wir sprechen ja dauernd von der Endzeit und der Hoffnung, dass Jesus bald wiederkommt. Und genau das passiert dann, wenn er kommt, wird sich diese Hoffnung in Realität verwandeln und wir werden sein wie ER. Es dauert nicht mehr lange und wir werden wie Jesus Christus sein. Halleluja! Noch sind wir ein Eisblock (Fußgängerzone) und man kann nur die groben Konturen erahnen, dann aber kommt der Künstler mit seinem Werkzeug und formt daraus eine feine Skulptur. Noch sind wir ein Klumpen Ton mit vagen Konturen, aber der Töpfer, der aus uns eine herrliche Vase oder was auch immer formt, steht schon bereit. Es ist schon alles in uns angelegt.

Wenn wir wiedergeboren werden, haben wir schon die göttliche DNA in uns. Jesus sagt zu Nikodemus, „wer nicht von neuem geboren wird, kann nicht in das Reich Gottes kommen.“ Was ist das anders als eine neue Geburt, eine neue Zeugung, eine neue Verschmelzung von Gottes Erbgut mit unserem, eine Befruchtung mit der DNA Gottes? Ich stelle es mir so vor, dass diese neue Zelle oder dieser neue Mensch der wir sind, sowohl unsere DNA als auch schon vollständig Gottes Erbmasse enthält. Denn wir sind ja von neuem geboren, aber es wird, da wir Sünder sind und noch in einer gefallen Schöpfung leben nicht alles vom göttlichen DNA Strang abgelesen. Viele Moleküle Gottes werden in unserem Leben noch nicht gebildet. Erst beim Kommen Christi wird das ganze göttliche Erbgut in uns in einem Nu abgelesen und wir werden transformiert in den neuen Leib. Ich finde das extrem aufregend. Versteht ihr das irgendwie, könnt ihr das nachvollziehen?

Noch eine wichtige Sache steht in Vers 3: 1.Joh 3.3: „Und jeder, der diese Hoffnung auf ihn hat, reinigt sich selbst, so wie ER rein ist.“ 


Wenn wir wirklich in der Hoffnung auf das baldige Kommen Christi leben, wird uns das verändern. Dann wird sich unsere Lebensweise ändern. Deshalb ist es so wichtig, dass wir uns damit beschäftigen. Das ist so ein bisschen wie am Arbeitsplatz, wenn man weiß, heute kommt der Chef und macht seinen Rundgang. Dann räumt man den Schreibtisch oder die Werkbank auf, man hat Augen und Ohren offen, ob er schon in der Tür steht, man arbeitet 10mal genauer und hingebungsvoller als normal. In der Schule ändern die Schüler ihr Verhalten sofort, wenn der Lehrer den Raume betritt. Es gibt da viele Beispiele. Wenn wir wissen, dass etwas Wichtiges auf uns zukommt und wir darauf vorbereitet sein möchten, ändern wir unsere Lebens, -Arbeits, -oder Verhaltensweise. Und genau das spricht Johannes aus: Er sagt, das Ergebnis dieser Art von Hoffnung ist die Tatsache, dass wir uns selbst reinigen. 

Können wir das schaffen? Oder muss das nicht Gott in uns tun? Nun, Gott wird uns die Kraft geben, es zu tun, aber wir müssen es tun. Es gibt einige Dinge, die Gott nicht für uns tun kann, die müssen wir selbst tun.  Dazu gehört der Umgang mit der Sünde – ich empfehle meine Predigt letzten Monat. Das Leben im Lichte Jesu und seiner baldigen Wiederkunft zu leben, wird uns verändern. 

Ihr Lieben, auf einmal macht es Sinn, dass wir uns mit der Endzeit, den letzten Dingen beschäftigen, auch wenn viele immer sagen, was redet ihr dauernd darüber? Oder? Der Kreis schließt sich bei der unserer Kindschaft Gottes. Wir sind Kinder des Vaters mit Gottes DNA und leben in der Hoffnung auf das Kommen Christi um ihm als seine Braut gleichgestellt zu werden. Und alle Zeichen und Prophezeiungen  der Schrift sagen uns, dass dies sehr bald sein wird. 

Ich sage Dir, wenn Du nicht bereit für das Kommen Christi bist, dann machst Du Dich besser bereit. Es ist nicht mehr weit.

Soweit der Exkurs in die fantastische Welt der Zell-Biologie. Ich hoffe ihr konntet mitkommen. Die DNA Gottes, dahinter steckt der größte Liebesbeweis und ein ganz großes  Geheimnis unseres himmlischen Vaters.      


10.) Wie wir die Sünde in unserem Leben besiegen

Das heutige Thema beschäftigt sich mit der Sünde und ist unter Christen nicht sehr populär, daher wird es auch kaum gelehrt. Und es ist auch für einen Vortragenden nicht einfach darüber frei zu sprechen, so als ob man darübersteht. Ich glaube kein Mensch kann das sagen, bis zum Tod wird uns der Verführer, der Teufel immer wieder versuchen, dass wir sündigen. Aber, Gott wäre nicht der Gott der Bibel, wenn er uns nicht Hilfen an die Hand gibt, wie wir mit der Sünde in unserem Leben umgehen sollen.

Es ist unpopulär über Sünde zu sprechen, weil es eben negative Assoziationen bei uns auslöst, wir fühlen uns ertappt, nicht wohl in unserer Haut und meiden dieses Thema am liebsten. Gerade in der heutigen Zeit werden ja von den Kanzeln und im Internet viel lieber Wohlfühl-Botschaften gepredigt, auch mit dem Thema Endzeit tun sich ja viele schwer, weil es negativ besetzt ist, keiner will, dass plötzlich alles vorbei ist.

Ich weiß nicht wie es bei Dir ist, aber ein Leben in Demut vor Gott und in der Bereitschaft, wenn mal wieder eine Sünde passiert ist, diese auch sofort zu bekennen, ist das was Gott möchte. Aber ich habe den Eindruck, bei vielen wird Sünde nicht mehr ernst genommen, viel wichtiger ist die Freiheit und großartige spirituelle Erfahrungen mit Jesus und dem HG. Und bei manchen ist es sogar so, dass sie zu Beginn ihrer Bekehrung mal einige Sünden bekannt haben, danach aber herrscht Schweigen im Walde. Und gerade das ist es ja was Jesus der Gemeinde in Laodizea, die stellvertretend für den heutigen Leib Christi steht, anprangert: Off 3,16: „Weil du lau geworden bist, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde.“ Warum ist das so, warum gehen wir oft lausig mit dem Thema Sünde um, wo wir doch alle damit zu tun haben und keiner wie die Schrift sagt – außer Jesus davon frei ist?

Zu Anfang ein paar Bibelstellen die uns weithin bekannt sind. Exemplarisch zitiere ich den Römerbrief, vor allem die Kapitel 5 und 6 der das Thema Sünde, seine Ursache und Wirkung und seine Beziehung zum Gesetz auf eine einzigartige Weise behandelt. Wir lesen hier:
Röm 5,18:„Es steht also fest: Durch die Sünde eines einzigen Menschen sind alle Menschen in Tod und Verderben geraten. Aber durch die Erlösungstat eines einzigen Menschen sind alle mit Gott versöhnt und bekommen neues Leben.“Hier sind eindeutig Adam und Jesus gemeint.

Röm 6,6:„Wir wissen ja, dass unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt ist, damit der Leib der Sünde vernichtet werde, sodass wir hinfort der Sünde nicht dienen.“Unser alter Mensch wurde mit Jesus mit-gekreuzigt. Wir sind ein neuer Mensch, der der Sünde nicht mehr dienen muss.

Röm 6,7:„Denn wer gestorben ist, kann nicht mehr von der Sünde beherrscht werden.“ Interessant: Unser alter Mensch ist tot im geistlichen Sinn, daher müssen wir nicht mehr sündigen, denn Tote sündigen nicht. Das ist einfache aber zutiefst wirksame biblische Wahrheit.

Röm 6,11:„Das gilt genauso für euch, und daran müsst ihr festhalten: Ihr seid tot für die Sünde und lebt nun für Gott, der euch durch Jesus Christus das neue Leben gegeben hat.“
Röm 6,12:  „achtet darauf, dass euer vergänglicher Körper nicht von der Sünde beherrscht wird und ihr seinen Begierden nicht nachgebt.“
 
Es gibt ihn also doch – den alten Körper, der zwar geistlich tot ist, den alten Menschen und seine Begierden – dazu später mehr.

Und zum Schluss: Röm 6,23: „Denn der Tod ist der Sünde Sold; die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserm Herrn.“Sünde führt immer zum Tod, der Tod ist die Konsequenz aus fortgesetzter Sündhaftigkeit. Was bedeutet Tod im geistlichen Sinn? Wer weiß das? Trennung von Gott, dann können wir nicht mehr in seiner Nähe sein, wir hören die Stimme des HG nicht mehr und wir leben außerhalb der Herrlichkeit Gottes. Es fing mit Adam und Eva an (Vertreibung aus dem Paradies) und gilt bis heute.

Soweit zum Einstieg. Die Bibel lehrt uns also, dass wir als Christen nicht mehr sündigen müssen, dass wir durch die Auferstehungskraft Jesu die Fähigkeit übertragen bekommen haben, der Sünde zu widerstehen. Selbst wenn wir das nicht oder noch nicht sehen, weil wir immer wieder in Sünde verstrickt sind. Mit dem Tod Jesu und seiner Auferstehung haben sich die geistlichen Machtverhältnisse für uns, die wir an ihn glauben, verschoben und Paulus könnte nicht diese Bibelstellen im Römerbrief so schreiben. Wir können die Sünde besiegen, wir sind nicht länger ihr Knecht, wir haben Power von Gott her, dies zu tun und wir sollen es tun. Wir sind wie Paulus sagt: Frei von der Sünde, ein Toter kann nicht mehr sündigen und unser altes Leben ist mit Jesus gestorben.

Nun fragst Du Dich, aber ich sündige trotzdem, komme von Dingen nicht los, bin in Süchten oder falschen Verhaltensweisen gefangen oder habe etwas Verstecktes, Geheimes in meinem Leben was keiner weiß, ein paar Leichen im Keller aus alter Zeit vielleicht. Wieso das, wo ich doch befreit bin davon? Warum sündigen wir weiter, warum passiert uns das? Aber auch die Frage, wie stellen wir das ab? Wie besiege ich die Sünde in meinem Leben?

Es gibt heute eine weit verbreitete theologische Auffassung, die sagt, Hauptsache ist, du bist bekehrt und gehörst zu Jesus, dann bis du auf Ewigkeit gerettet. Alles andere in deinem irdischen Leben ist nicht so wichtig. Drum ist es in der Konsequenz auch nicht so wichtig wie ich mit meinen Sünden umgehe, wie ich als Verwalter des mir von Gott anvertrauten Hab und Guts umgehe, wie ich mit meinen Gaben umgehe usw. Ich bin ja sowieso gerettet. Es ist ja auch so, dass viele Gemeinden sich aus diesem Grund der Aufgabe verschrieben haben, Evangelisation um jeden Preis betreiben.

Da hat Sünde und Schuld erst mal keinen Platz, weil es ja negativ besetzt ist, man aber eine positive Botschaft senden möchte. Rein theologisch betrachtet ist das auch richtig, durch die Bekehrung und Taufe durch den Glauben an Jesus ist man ein Kind Gottes und auf ewig gerettet. Dennoch steht hinter einer Umkehr auch ein ganzes Leben tagein tagaus und das will gelebt werden in der Gegenwart Gottes. Es wäre schön, aber so einfach auf Sünde und Schuld und ihre Folgen für unser Leben zu verzichten, wird der Wahrheit nicht gerecht. Denn Sünde ist im Grunde genommen Götzendienst – etwas anderes als Gott steht in meinem Leben an Nr.1, in der Regel ich selbst, ich komme darauf später zurück.

Noch einmal zu Adam und Eva und ihrer Vertreibung aus dem Paradies: Ihre Sünde zog den Tod, den die Bibel als die Trennung von Gott bezeichnet, nach sich. Dazu noch einmal die Stelle aus Röm 6,23: „Der Tod ist der Sünde Sold, die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserm Herrn.“ Wir haben hier die klare Auftrennung zwischen der Sünde und dem Ewigen Leben. Die Sünde zieht den Tod nach sich, das Geschenk, die Gabe Gottes, das ewige Leben. Man kann nicht so blind sein und erwarten, wenn man ein Leben in Gottes Ferne und ohne Sündenerkenntnis und Bekenntnis führt, dass man das ewige Leben geschenkt bekäme, bloß weil man irgendwann mal bei einer Evangelisation die Hand gehoben hat. Dann würde die Aussage von Jesus wenig Sinn machen bei der er sagt, dass der breite Weg ins Verderben führt aber nur ein schmaler zum ewigen Leben.

In Mt. 7,22/23 lesen wir: „Am Tag des Gerichts werden viele zu mir sagen: Aber Herr, wir haben doch in deinem Auftrag prophetisch geredet! Herr, wir haben doch in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und viele Wunder vollbracht! Aber ich werde ihnen entgegnen: ›Ich habe euch nie gekannt. Ihr habt meine Gebote mit Füßen getreten, darum geht mir aus den Augen!“Jesus rückt uns hier die Perspektive zurecht. Es ist ihm ernst mit der Einhaltung der Gebote und dazu gehört ein reuiges Sünderherz.

Jetzt die Frage: Ein sündenfreies, geheiligtes Leben, gibt es das und können wir das überhaupt führen? Grundsätzlich ist es Gott bekannt, dass wir Sünder sind und auch bis zum Tod bleiben werden. Dafür starb ja Jesus Christus, der Sohn Gottes, dass wir -weil er eben ohne Sünde war – durch seinen Stellvertreter-Tod gerettet sind.

Jesus sagt in Mk 7,20: „Und er sprach: Was aus dem Menschen herauskommt, das macht den Menschen unrein. Denn von innen, aus dem Herzen der Menschen, kommen heraus die bösen Gedanken, Unzucht, Diebstahl, Mord, Ehebruch, Habgier, Bosheit, Arglist, Ausschweifung, Missgunst, Lästerung, Hochmut, Unvernunft. All dies Böse kommt von innen heraus und macht den Menschen unrein.“Aha, wir sind also von Haus aus Sünder, von innen heraus unrein wie es Jesus nennt und Gott ist das wohl bekannt. Jetzt kommt es also irgendwie darauf an, wie wir darauf reagieren, wie wir rein werden, heiliger werden, wie die Schrift sagt.

1.Tess 4,3: „Dies ist der Wille Gottes, Eure Heiligung.“ Das ist Gottes vorgegebene, klare Richtung, sein moralischer Anspruch an jeden von uns. Wir sollen heilig werden, die Heiligung anstreben, rein werden, heil werden, Reinheit, Freiheit, Unbeflecktheit von Sünde und Schuld, das sind die Worte, die die Schrift benutzt, um das Thema zu beschreiben. Vom Moment der Bekehrung an bis zum Eintritt in den Himmel möchte Gott, dass wir uns heiligen. Ein kluger Mensch hat mal gesagt, die Bekehrung ist unsere Rechtfertigung, die Heiligung unser irdisches Leben und die Verherrlichung unser ewiges Leben. Unsere Heiligung ist der Wille Gottes. Diese Lehre wird leider in der heutigen Generation von Christen und Predigern nicht oder nur sehr unzureichend beherzigt. Aber es ist für Gott den Vater von enormer Wichtigkeit, dass wir uns von der Sünde trennen, dass wir die Heiligung leben um Jesus, der ohne Sünde war, immer ähnlicher zu werden. Wir sind von Gott berufen, ein himmlisches Leben hier auf Erden zu leben, nicht ein auf das Irdische fokussiertes Leben. Ein Leben, in dem sich die himmlischen Tugenden wiederspiegeln. Und im Himmel hat Sünde keinen Platz.

So, und um all dies praktisch werden zu lassen, wollen wir jetzt das Phänomen Sünde einmal analysieren und einen Weg daraus aufzeigen, wie Gott es sich gedacht hat. Dies werden wir am Beispiel der sexuellen Sünden, Unzucht oder Unmoral, tun. Und zwar nicht, weil dies besonders verwerflich wäre – jede Sünde zählt vor Gott gleich – sondern weil Paulus uns in seinem Brief an die Kolosser anhand dieser Sünden wunderbar aufschlüsselt, wie es sich mit der Sünde verhält und wie wir damit umgehen sollen. Lesen wir

Kol 3, 1-7: „1 Wenn ihr nun mit Christus auferweckt worden seid, so sucht das, was droben ist, wo der Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes. 2 Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist; 3 denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit dem Christus in Gott. 4 Wenn der Christus, unser Leben, offenbar werden wird, dann werdet auch ihr mit ihm offenbar werden in Herrlichkeit. 5 Tötet daher eure Glieder, die auf Erden sind: Unzucht, Unreinheit, Leidenschaft, böse Lust und die Habsucht, die Götzendienst ist; 6 um dieser Dinge willen kommt der Zorn Gottes über die Söhne des Ungehorsams; 7 unter ihnen seid auch ihr einst gewandelt, als ihr in diesen Dingen lebtet.

Wie wir gelernt haben, ist unsere Berufung ein himmlisches Leben bereits hier auf Erden zu führen. Um dieses zu erreichen, müssen wir das irdische Leben aufgeben. In Vers 1 unseres Textes sagt uns Paulus, wie das geht: Sucht nach dem was droben ist, wo Christus ist, das Zentrum, die Auferstehung, das Wort, ist. Dann nochmal, Vers 2, trachtet danach, sinnt auf das was im Himmel ist, nicht was auf der Erde ist. Das, so sagt es uns die Schrift ist der Anspruch, den Gott an uns hat, es ist der Weg, es ist unsere Berufung, es ist die Messlatte, an der wir gemessen werden.

Vor dieser Bibelstelle beschreibt Paulus in den ersten zwei Kapiteln des Kolosserbriefes die Göttlichkeit Jesu, seine göttliche Macht und seine Vollkommenheit als Mensch gewordener Sohn Gottes. Er beschreibt Jesus als Person, seine besondere Abstammung und Salbung. Er zeigt auf, dass die die ihm nachfolgen, in ihm vollkommen sind, in Jesus haben wir alles was wir brauchen zur Genüge. Wir brauchen keine menschliche Philosophie, keine religiöse oder spirituelle Erkenntnis oder entsprechende Geschehnisse und Rituale, keine besonderen Weltanschauungen, wie gerade in diesen Zeiten den Klimagott oder entsprechend andere Hirngespinste.
Wir brauchen keine Visionen oder Kommunikation mit Engeln oder ähnlichem oder irgendwelche selbstkasteiende Praktiken. Wir sind alle mit Jesus gestorben, mit ihm auferstanden und leben ein neues Leben in Christus. Das ist es was wir sind: Eine neue Kreation, ein neuer Mensch, von neuem geboren, lebendig in Christus, nicht mehr im Tod der Trennung von Gott bedeutet, verhaftet, sondern auferstanden zu einem Leben in Christus.
Soweit die Theorie. Jetzt die Praxis. Nachdem er dies seinen Zuhörern und Lesern in den ersten beiden Kapiteln klargemacht hat, baut Paulus nun im 3. Kapitel auf diesen Grundwahrheiten auf in dem er es mit einer Verknüpfung einleitet mit den Worten: wenn ihr nun auferweckt seid, so sucht das was droben ist… usw. Mit anderen Worten:

Deshalb, weil das so ist, Daher, Aus diesem Grund sucht das was droben ist. Eine klassische argumentative Verknüpfung die Paulus oft in seinen Briefen verwendet: erst wird eine Tatsache beschrieben und untermauert, die dann im zweiten Schritt zu bestimmten praktischen Konsequenzen führt. Es ist der Übergang von Theorie zur Praxis, von der Theologie zur Handlung, von Lehre zum Umsetzen der Lehre.

Also halten wir fest: Weil wir neue Menschen sind, und weil wir in Christus vollkommen sind und alles haben was wir brauchen, deshalb sind wir auch befähigt, ein Leben in dieser komplett neuen Identität zu führen und alles was mit Sünde zu tun hat, ist eine Reflexion, ein Wiedererstarken, ein Aufbäumen des alten Menschen in uns.

Paulus fasst es etwas später in Vers 17 so zusammen: Und alles, was ihr tut, im Wort oder im Werk, alles tut im Namen des Herrn Jesus, und sagt Gott, dem Vater, Dank durch ihn!“Alles was wir tun, alles was wir sagen, alles sollte mit unserer Identität in Christus übereinstimmen und sollte ein Dankopfer, eine Danksagung an Gott den Vater sein für all das was er für uns getan hat. Das ist im Grunde die Quintessenz dessen, wie wir als neue Menschen in Christus leben sollen.

Das heißt, dass wir nach dem streben, was droben ist, was im Himmel ist, was Christus ist, was seine Herrlichkeit ausmacht, die Dinge die zu ihm gehören, die perfekten Dinge des perfekten Schöpfergottes, die göttlichen Tugenden, die Dinge die Ewigkeitscharakter besitzen. Sich nicht nach dieser Welt ausrichten, sondern die göttliche Welt erleben und lieben lernen. Tun wir das nicht, dann spricht Paulus in Vers 6 davon, dass wir den Zorn Gottes auf uns ziehen. Das ist also eine heiße Kiste hier, denn das will sicher keiner.

ABER: Die Realität zeigt uns, das ist zwar schön und gut, diese Vorsätze zu haben, wir wollen ja so leben, wir wollen den Himmel auf Erden leben, Jesus lebt ja in uns, wir in ihm, aber irgendwie funktioniert das doch nicht so richtig. Oder?

Daher bringt Paulus nun in Vers 5 die zweite Verknüpfung zur Praxis ins Spiel, das nächste „Deshalb oder Wenn/Dann“: Wenn ihr also diese himmlische Leben auf Erden führen wollt, dann müsst ihr euch mit den Auswirkungen Eurer Sündhaftigkeit auseinandersetzen, die nach wie vor hier auf der Erde Raum haben. Und dies erfordert einige dramatische, praktische und konsequente Handlungen. Wir lesen Vers 5  „Erachtet die Glieder eures irdischen Leibes für tot“, einige Übersetzungen schreiben „Tötet die Glieder eures irdischen Leibes.“
 
Es ist klar, dass hier keine Selbstkasteiung oder Selbstbestrafung gemeint ist. Was sagt Jesus selbst dazu? 

In Mt 5,29 sagt er in Bezug auf Ehebruch folgendes:

 „Wenn dein Auge oder deine Hand dich zur Sünde verführt, reiß es aus oder hau sie ab, denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verlorengeht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird.“ Er meint das vielleicht nicht unbedingt wörtlich aber Jesus selbst betont wie drastisch wir gegen die Sünde vorgehen sollen, wie ernst wir sie nehmen müssen, wie elementar wichtig dies für unsere Nachfolge in Christus ist. 

Wenn die Bibel über das Töten der Sünde spricht, dann spricht sie über das Töten im geistlichen Sinn. Röm 8.13: „…wenn ihr aber durch die Kraft des Geistes die Handlungen des Leibes tötet, so werdet ihr wahrhaft leben.“

 Wenn wir das christliche und geistliche Leben, dass uns in Jesus geschenkt wurde, voll ausleben wollen, müssen wir bereit werden, die sündige Natur in uns zu töten. Das was uns verführt, was uns in die Sünde zieht, das was uns wegbringt von der unmittelbaren Gegenwart Gottes in unserem Leben. Jakobus drückt es wie folgt aus

in Jak 1,14: „Es sind vielmehr unsere eigenen selbstsüchtigen Wünsche, die uns immer wieder zum Bösen verlocken. Geben wir ihnen nach, dann haben wir das Böse empfangen und bringen die Sünde zur Welt.

Sie aber führt unweigerlich zum Tod.“
Willentliche Sünde setzt also sehr früh an, bei den Wünschen, bei der eigenen Begierde wie es die wörtliche Übersetzung ausdrückt, nicht erst wenn man schon mitten in der Versuchung steht. Und wenn wir unsere Nachfolge Jesu ernst nehmen, müssen wir hier ansetzen, das fleischliche wie es die Bibel sagt, in unserem Körper zu töten, das geistliche in uns zu mehren.

Das ist ein Prozess und es geht nicht immer von heute auf morgen. Aber um manchen Sünden zu widerstehen, ist manchmal eine bewusste Entscheidung gefragt. Gerade Sünden die Suchtcharakter aufweisen, muss man begegnen, in dem man sie bereits im Ursprung tötet, dass es gar nicht zu einer Versuchung kommen kann.

Es ist eine Tatsache, solange wir hier auf der Erde sind, sind wir befleckt mit Sünde, anfällig für Sünde. Paulus selbst sagt in

Röm 7,25:„Ich weiß dass ich in meinem Herzen und Geist ganz auf Gottes Seite bin, aber spüre gleichzeitig, dass der Körper den ich trage immer wieder der Sünde verfällt,“ und in Röm 7,16: „Ich will eigentlich Gutes tun und tue doch das Schlechte; ich verabscheue das Böse, aber ich tue es dennoch.“

Es gibt also eine Diskrepanz, auf der einen Seite ein himmlisches, geheiligtes Leben hier auf Erden zu führen, auf der anderen Seite mit der Fehlbarkeit umzugehen, die unseren Körper immer noch kennzeichnen. Unsere Gedanken, unsere 7 Sinne, unsere Sprache, unsere Handlungen, unser Herz und unsere Gesinnung, dies sind im Wesentlichen die Instrumente, in denen sich unsere sündige Natur manifestiert, wenn wir sie nicht abtöten. Sie können uns als Werkzeuge der Gerechtigkeit vor Gott angerechnet werden oder eben der Ungerechtigkeit, der Trennung vom Göttlichen. Und diese sündige Natur, dieses Erbe was jeder in sich trägt, zu besiegen, wiederum ist der Kern eines siegreichen christlichen Lebens und das bezeichnet die Bibel als Heiligung.

Nun, Paulus, der wie wir eben gelesen haben, selbst in diesem Zwiespalt steht, möchte uns helfen, mit dieser Diskrepanz umzugehen. Und das ist wichtig zu verstehen. Heutzutage ist in der Welt die Ignoranz oder Gleichgültigkeit gegenüber der Sünde vorherrschend. Ich tue was mir gefällt, Mein, Mir, Mich, sind die Maxime meines Handelns. Und im globalen Kontext haben wir zumindest hierzulande das Diktum der Wissenschaft, das Gott komplett außen vorlässt, gepaart mit einer mediengesteuerten Manipulation der Massen. Es wird vom Urknall gefaselt als wäre es bewiesen, und Gott kommt in der öffentlichen Meinung, in den Schulbüchern, im Alltag nicht mehr vor, zumindest hier in Deutschland. Das hat der Teufel sehr gut hingekriegt, könnte man sagen.

Wie sieht es im Leib Jesu aus? Leider gibt es in der modernen christlichen Welt landauf, landab in vielen Gemeinden, im bekehrten Leib Jesu, in den Büchern und Predigten dieser Zeit eine seltsame aber gleiche Tendenz: Jesus liebt mich, ich bin in die Gnade hineinberufen, Gott kümmert sich nicht so um meine Sünden, das Gesetz gilt nur für das Alte Testament und nicht für uns heute, für mich ist nur das NT maßgeblich, Gott ist für mich, ich kann bleiben wie ich bin, ich bin bekehrt und meine Sünden sind alle von Jesus weggenommen, ich muss mich darum nicht mehr kümmern, Gott schaut sie nicht mehr an, Hauptsache ich bin errettet.

Man nennt dies auch das sogenannte Evangelium light oder auch das reformierte Evangelium oder auch Seeker/Sucher Evangelium. Viele der weltweit großen und führenden Gemeinden und Pastoren haben sich leider diesem im tiefsten Sinn falschen Evangelium verschrieben. Die Botschaften dieses Evangeliums richten sich ausschließlich nach dem Außenstehenden aus, um diesen zu gewinnen. Der Mensch, der Gott nicht kennt, steht im Mittelpunkt und beherrscht das was gepredigt wird. Das wahre Evangelium jedoch richtet sich immer nach Jesus aus und predigt den Auferstandenen in aller Konsequenz der Nachfolge gemäß der ganzen Schrift. Johannes der Täufer hat gerufen „Tut Busse und kehrt um“, und nicht „Jesus hat euch lieb, drum folgt ihm nach.“

Oft wird das Evangelium light gepaart mit einem emotionalen Erleben von Gemeinschaft und Gottesnähe. Das dramatische dabei ist, dass sich der Teufel leicht unter diese Emotionen mischen kann und Handlungen, Erlebnisse und Gefühle dem Heiligen Geist zugeschrieben werden, die in Wahrheit aus einer ganz anderen Ecke kommen. Die Folge ist, dass ganz viele Bekehrungen entweder gar keine sind oder auf ganz dünnem Eis gründen, das sehr schnell schmilzt, wenn Gegenwind auftritt (Stichwort: der Same, der unter die Dornen fällt). Natürlich heben viele die Hand, wenn sie in einer positiven emotionalen Stimmung eines klasse Gottesdienstes gefragt werden, willst Du das auch, willst Du auch diesen Jesus und willst Du ewiges Leben? Aber bei all dem positiven verschweigt ein solches Evangelium der Zielperson, dem Außenstehenden, in der Regel die Konsequenzen, die das Leben in ehrlicher, christlicher Nachfolge nach sich zieht, nämlich Demut, Busse und einen echten Herrschaftswechsel 

Was sagt die Bibel dazu? Paulus macht in unserem Text eine ganz bedeutende Ansage, nämlich dass Gott eine ganz andere Sicht auf diese Dinge hat: Wir sind nicht hier, um Sünde zu ignorieren oder nicht zu erwähnen, wir sind da, um sie zu besiegen. Und dabei möchte er uns helfen, nicht nur mit einer Liste der Sünden, um die es geht, sondern er zeigt eine Art Krankheitsbild oder pathologischen Verlauf auf, wie sich Sünde entwickelt und wie wir davon heil werden. Im Text haben wir eine Auflistung von Sünden, und das ist nicht die einzige Liste oder Aufzählung von Sünden, die uns Paulus gibt. Eine ganz bekannte steht im

1. Kor. 6,9  „Wisst ihr denn nicht, dass Ungerechte das Reich Gottes nicht erben werden? Irrt euch nicht: Weder Unzüchtige noch Götzendiener, weder Ehebrecher noch Weichlinge noch Knabenschänder, weder Diebe noch Habsüchtige, noch Trunkenbolde, noch Lästerer, noch Räuber werden das Reich Gottes erben.“

 Paulus benutzt diese Aufzählungen als Beispiele und Beschreibungen der Bereiche, in denen die Sünde passiert und sie unterstreichen wie wichtig ihm das Thema ist. Aber besonders die Aufzählung hier im Kolosserbrief gibt uns ein einzigartiges Verständnis darüber wie wir die Sünde überwinden können. Sie beschreibt gleichsam einen Prozess wie wir da rauskommen, wo wir ansetzen müssen, wie der Weg zu einem befreiten Leben ohne Sünde ist. Wenn wir das einmal verstanden haben, wird uns das sehr helfen, die Sünde in unserem Leben zu besiegen.
Lasst uns diese Auflistung anschauen,

Vers 5  So tötet nun die Glieder, die auf Erden sind, Unzucht, Unreinheit, schändliche Leidenschaft, böse Begierde und die Habsucht, die Götzendienst ist.“

Es fängt mit Unzucht an und hört mit Götzendienst auf. Er beschreibt zuerst die böse Tat und er endet mit der Motivation, dem Motiv. Es schaut sich also die Aktion, die Tat, das Symptom an und verfolgt sie zurück auf seinen Ursprung. Das ist wie bei einer Krankheit, Paulus gibt uns hier einen Einblick in die Pathologie, den Krankheitsverlauf von Sünde. Vom Symptom zurück zur Ursache, wenn man es so will. Wie wir alle wissen, nutzt es meistens nichts, die Symptome bei Krankheiten zu bekämpfen, wenn man die Ursache nicht abstellt oder bekämpft. Wenn man bestimmte Schmerzen hat, kann ein Tumor die Ursache sein. Dann nutzt es wenig, nur die Schmerzen zu bekämpfen, man muss die unkontrollierte Zellvermehrung, den Krebs herausschneiden und behandeln.

Paulus macht uns diesen Krankheitsverlauf der Sünde an Hand sexueller Sünden deutlich. Er spricht von Unzucht, was ist das aus biblischer Sicht? Ich will jetzt hier keine Predigt über die ganzen sexuellen und unmoralischen Verfehlungen einschieben aber der Einfachheit sei gesagt, jede sexuelle Beziehung oder Handlung außerhalb der Ehe von Mann und Frau bezeichnet die Bibel als Sünde. An dieser Stelle ist Gott ganz klar und alles was nicht im Rahmen dieser Beziehung passiert fällt in die Kategorie, die hier mit Unzucht bezeichnet wird. Aber wir leben ja heute in einer Welt, in der dieses Prinzip kaum noch Gültigkeit besitzt.

Nahezu sämtliche Formen sexueller Beziehungen oder Gewohnheiten sind nicht nur akzeptiert, sondern werden als Ausdruck individueller Freiheit und Persönlichkeitsrecht des einzelnen beansprucht und sogar gehyped. Wir erleben dass in diesem Bereich die Minderheiten der nicht heterosexuell lebenden Menschen die sich im einstelligen Prozentbereich der Bevölkerung bewegt, eine Meinungsdiktatur errichten konnten, sodass seit einiger Zeit Stellenanzeigen mit männlich/weiblich/diverse ausgeschrieben werden und dass Berlin – in solchen Dingen immer vornedran – sich Gedanken über 3. Toiletten in der Öffentlichkeit macht. Alles mit der Begründung sexuelle Freiheit auszuleben. Im Internet und Fernsehen wird Sex als Ware oder Marketinginstrument eingesetzt, permanent werden Tabus gebrochen. All das ist komplett unbiblisch und Gott ein Greul.

Unzucht, in welcher Form auch immer, entwickelt sich aus Unreinheit, dem zweiten Wort der Aufzählung unseres Textes. Was Jesus dazu sagt, haben wir bereits in Mk 7,20-22 gelesen : Das was aus uns unserem Innern kommt macht uns unrein. Das Problem mit der Sünde liegt also nicht außerhalb von uns, es liegt in uns und das haben wir schwarz auf weiß von höchster Stelle. Ich kann laut Jesus nicht die Gesellschaft, die Medien, die Umstände, die gefallene Schöpfung, meine Kindheit, meine Eltern oder wen auch immer für die Sündhaftigkeit in meinem Leben verantwortlich machen.

Unmoral ist das Produkt aus bösen Gedanken. Unzucht, Sexuelles Fehlverhalten ist die Folge von sexuellen sündigen Gedanken. Kontrollierst Du deine Gedanken, kontrollierst Du auch deine Handlungen auf diesem Gebiet. Wenn Du Dich unreinen Gedanken oder Bildern aussetzt, entwickeln sich unmoralische Gedanken und letztlich Handlungen.

Die Situation in die Paulus dies zu den Gläubigen in Kolossä spricht, war mit der heutigen vergleichbar. Es war eine unmoralische, heidnische Gesellschaft damals. Wer es sich leisten konnte, hielt sich Frauen, Konkubinen, oder auch Männer nur zu dem Zweck sexueller Dienstleistungen. Homosexualität, Pädophilie, sexuelle Beziehungen vor und außerhalb der Ehe, alles war voll akzeptiert, ja es war sogar Teil der religiösen Rituale. Es gab Tempelprostitution, und falsche Anbetung, um dieser Freiheit einen pseudomoralischen Anspruch zu verleihen. Paulus Worte waren also komplett provokant, umwerfend, mutig und herausfordernd, gegen den allgemeinen Mainstream an Gedanken, Meinungen und Handlungen gerichtet.

So, zurück zum Text: Das nächste Wort in der Liste des Paulus ist Leidenschaft, schändliche Leidenschaft. Leidenschaft beschreibt eine in uns liegende, verwurzelte Kraft, etwas das passiv in uns ruht aber latent vorhanden ist. Wie ein tief liegendes Feuer, dass sehr schnell entzündet werden kann. Und dieser Zündfunke ist böse Lust, böse Begierde, eine ebenfalls tief in uns, in unserer gefallenen Natur liegende Veranlagung.

Noch einmal zurück zu Jakobus Jak 1,14/15: Es sind unsere eigenen selbstsüchtigen Wünsche, die uns immer wieder zum Bösen verlocken. Geben wir ihnen nach, dann haben wir das Böse empfangen und bringen die Sünde zur Welt. Sie aber führt unweigerlich zum Tod.“ Es sind also diese ganz tief in uns verwurzelten Dinge, die uns letztlich zur Sünde verleiten. Wir sind anfällig für unsaubere Leidenschaften, weil in uns böse Begierden schlummern.

Und auch wenn Paulus das hier am Beispiel der sexuellen Unmoral darlegt, so trifft es gleichfalls auf nahezu alle anderen Bereiche sündigen Lebens zu, nehmen wir nur den ganzen Bereich der Unaufrichtigkeit, Lügen, Schwindel, Schauspielerei; oder den Bereich der Selbstsucht, Geltungsbedürftigkeit, Neid, Eitelkeit eigene Vorteilsnahme usw.; oder Dinge wie Hass, Bosheit, Psychoterror, aggressives Verhalten aber auch Menschenvergötterung, Ideologisierung und vieles, vieles mehr. Tatsache ist, das alles ist tief in uns verankert, in unserer sündigen Natur, im Fleisch wie die Bibel sagt.

Zurück zur Pathologie der Sünde nach Paulus: Der Mensch begeht sexuelles Fehlverhalten, weil er unmoralische Gedanken hat. Diese hat er, weil er eine falsche Leidenschaft in Richtung unmoralischer Gedanken entwickelt. Diese wiederum kommt aus einer tief in ihm wurzelnden, fleischlichen Begierde.

Aber es geht noch weiter. Was aktiviert jetzt diese Begierde in uns, was bringt die Zündschnur zum Brennen? Paulus nennt es Habgier, Raffgier, Gefräßigkeit, Haben Wollen, Selbstbelohnung, Selbstsucht. Es ist die letzte Sünde, die in den 10 Geboten gelistet ist:
2.Mo.20,17 „Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus, Frau, Magd, Esel usw.“

Es ist die Sünde aller Sünden, aus Habgier – Ich, Meiner, Mir – leiten sich, wenn man genau hinschaut, alle Sünden ab. Es ist die gleiche Sünde, die hinter dem Apfelbiss von Adam und Eva steckt, es ist die gleiche Sünde, die hinter dem Abfall Satans von Gott steckt. Er war gierig, er wollte Gottes Platz einnehmen, so hoch sein wie er. Es ist das Verlangen nach dem was nicht dir gehört, das Verlangen nach dem Verbotenen, das Verlangen gegen das zu sein was der Wille Gottes ist, es ist das Verlangen nach etwas auf das man kein Recht hat. Es ist das Immer Mehr Haben Wollen und damit die Abwesenheit oder das Gegenteil von Zufriedenheit und Glück. Es kommt tief aus dem Herzen und es ist selbstsüchtiger Stolz. Jesus bezeichnet dieses gierige, unersättliche Herz als die in uns liegende Quelle, aus der alles Böse gespeist wird.

Und bei den verschiedensten Sünden oder sündigem Verhalten ist diese Quelle immer die gleiche, es geht immer um Mich, Meiner, Mir und die Befriedigung meines Ichs. Wenn es auf Geld ausgerichtet ist, endet es mit Stehlen oder Betrug. Ist es auf Sexuelle Unmoral ausgerichtet, endet es in Missbrauch, Ehebruch, Pornographie oder ähnlichem. Ist es auf Ansehen und Ruhm ausgerichtet, endet es oft in Angeberei, Prahlerei oder Narzissmus, eine Ausrichtung auf Macht endet oft in Meinungsdiktatur, Tyrannei oder Ausbeutung. Da gibt es noch viele Beispiele.

Es ist das Verlangen etwas zu haben was du nicht hast. Es ist das Denken, das Gras ist immer grüner auf der anderen Seite. Es ist ein Mangel an Zufriedenheit und Geborgenheit. Es ist Habgier. Es ist der Grund und Ursprung jeder Sünde: Der Grund warum du sündigst ist, dass du entschieden hast etwas zu tun, wofür du kein Recht hast es zu tun. Du nimmst was dir nicht gehört. Das ist die eigentliche Sünde, das Wesen der Sünde, Ich, Meiner, Mir. Jesus setzt sogar schon früher an und sagt, bereits das Verlangen nach etwas was dir nicht zusteht, ist Sünde.

 Mt 5,28: „Wenn du eine andere Frau begehrlich anschaust, hast du bereits Ehebruch im Herzen begangen“.

So, sind wir jetzt mit dem Stichwort Habgier am Ende des Textes des Paulus über die Herleitung von Sünde? Nein, noch nicht ganz, das wichtigste kommt wie immer zum Schluss:
Am Ende von Vers 5 steht  „…Habgier, welche Götzendienst ist“. Aha, es geht also noch eine Stufe weiter. Warum das? Was ist Götzendienst? Jemand anderes anbeten als Gott, oder?
Das finden wir auch in den 10 Geboten, und zwar gleich im ersten und wichtigsten:  

2.Mo. 20,3
„Du sollst keine anderen Götter neben mir haben.“ Götzendienst, Ihr Lieben, ist der Nährboden aller Sünde. Und der Hauptgötze in unserem Leben bin ich selbst. Wenn ich mich selbst wichtiger nehme als Gott, dann ist das Götzendienst. „Abgötterei“ oder „Vergöttern“ sind andere, ältere Worte dafür, aber sie treffen es fast besser: Man wendet sich AB von Gott, VERgöttert Nicht-Göttliches, man verschiebt den Fokus, macht sich selbst zu dem Wichtigsten, setzt sich auf den Thron der eigentlich Gott gebührt. Alles dreht sich um mich,– Mein, Mir, Mich will gefeiert und befriedigt werden – mein Ego sitzt auf diesem Thron, mein Stolz, mein Beleidigt Sein, meine Krankheit, mein Recht, mein Erfolg, meine Meinung und Überzeugung, mein Verhalten, meine Nöte und Ängste, mein Auto, mein Kind, meine Familie, mein Haus, mein Amt in der Gemeinde, meine Minderwertigkeit, mein Recht auf Vorfahrt, mein Recht auf Sex, mein Bedürfnis, mein dies, mein das.

Götzendienst startet da wo wir beschließen, nicht mehr Gott zu dienen, sondern uns selbst und uns, unser Leben und unsere Bedürfnisse wichtiger zu nehmen als Gott.
Jesus Ermahnung aus Mt 6,33 „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen“, kommt nicht von ungefähr, er wusste was er sagte. Und er würde es nicht sagen, wenn es nicht möglich wäre. Wir können das, Gott auf den Thron setzen, ihm die erste Stelle einräumen, es ist möglich, es kommt nur auf unsere innere Ausrichtung an.

Aber wenn wir Götzendienst mit uns selbst betreiben, sagen wir Im Grunde dabei genau das Gegenteil von Jesus: Ich will nicht Dir, Gott, dienen als meinem Herrn, sondern ich will mein Herr sein, über mein Leben selbst bestimmen und entscheiden. DU, Gott, sagst mir nicht was ich zu tun oder zu lassen habe, was ich haben oder nicht haben kann, ICH bestimme das. Wir machen das meistens unbewusst und es hat sich oft tief in uns eingeprägt, diese Haltung. Vielleicht sind wir ja schon so erzogen worden, Ich, Meiner, Mir. Das müssen wir mit Gottes Hilfe ändern, loswerden, sonst werden wir nicht frei von der Sünde und uns werden die Dinge des Alltags überwältigen. Ich höre auf Gott anzubeten und bete stattdessen mich, meine Wünsche, Begierden, meine Nöte und Ängste an.

Und was ist das im Endeffekt, ihr Lieben? Es ist die Verdrehung der Bekehrung, oder? Die Umkehr meiner Entscheidung, Jesus nachzufolgen. Was sagen wir in jedem Aufruf, der von den Altären dieser Welt jeden Tag erschallt? „Ich nehme Dich, Jesus Christus als meinen Herrn an! Ich vollziehe einen Herrschaftswechsel, ich trachte nach dem was droben ist!“ Wissen wir eigentlich, was wir da sprechen, wenn wir diesen Schritt gehen und welche Konsequenzen dies hat? Warum ist bei vielen dann im realen Leben nicht Jesus, sondern ich selbst mein Herr? Warum betreibe ich Götzendienst mit mir als dem Hauptgötzen? Wie weit her ist es dann mit meiner Bekehrung? Das ist genau die Frage die Jesus an uns stellt und das genau macht die Thematik mit der Sünde eben nicht zu einer Nebensächlichkeit, über die man hinweggehen kann, sondern zum Hauptbestandteil des Gerichtes Gottes. Wir sollten unsere Haltung hier ernstlich überprüfen. Sorry wenn ich hier etwas hart klinge, aber das ist genau das was uns die Bibel sagt.

Es ist also Selbstanbetung, Selbstsucht oder Götzendienst mit mir im Mittelpunkt. Dies ist der Kern der Sünde. Nicht so sehr die Sucht nach Macht oder sexuelle Begierde oder die Sucht nach Geld und Reichtum, es ist Selbstsucht, ICH, MEINER, MIR. Anstelle, dass wir die Gerechtigkeit suchen und den Willen Gottes, suchen wir was wir wollen. Und das kann in kleinen und großen Dingen der Fall sein, überall in unserem Leben. Die Palette dieser Sünde aller Sünden ist riesig, ich erwähne nur den Biss in den Apfel von Eva, eine Kleinigkeit von der Sache her aber ein ungeheuerliches Ausmaß in seiner Bedeutung. Und sie begegnet uns tagtäglich. Satan hört mit seiner Verführung nicht auf. Aber es liegt an uns wie wir darauf reagieren.

Wenn wir das alles jetzt mal zusammenfassen wollen: Wir haben gesehen wie der Krankheitsverlauf, die Pathologie der Sünde abläuft: Es beginnt damit, dass ich mich selbst anbete, mich auf den Thron meines Lebens setze, werde dann gierig, beginne das haben zu wollen wozu ich kein Recht habe, das wiederum entfacht Leidenschaft in meinem tiefsten bösen Inneren und es dringt in meine Gedanken vor und zirkuliert da und resultiert am Ende in der sündigen Handlung.

Gott ist dies sehr wichtig, nicht umsonst schreibt Paulus das einer anderen Gemeinde, den Ephesern ins Stammbuch, in dem er nahezu die gleiche Aufzählung benutzt.

Eph. 5,3: „Unzucht aber und alle Unreinheit oder Habsucht soll nicht einmal bei euch erwähnt werden, wie es Heiligen geziemt.“ Diese Dinge sollten kein Teil von unserem Leben sein und es ist möglich. Und er fährt fort: Eph. 5,4: „auch nicht Schändlichkeit und albernes Geschwätz oder Witzeleien, die sich nicht gehören, sondern vielmehr Danksagung. Denn das sollt ihr wissen, dass kein Unzüchtiger oder Unreiner oder Habsüchtiger, der ein Götzendiener ist

(Aha!), ein Erbteil hat im Reich des Christus und Gottes.“
Sexuelle Sünde ist wie vieles andere das Produkt von Götzendienst und ICH bin der Götze. Aha!
Ihr Lieben, lasst uns nicht so ein oberflächliches Christsein führen, das da sagt, es ist Gott nicht so wichtig, was ich tue, denke oder sage denn er liebt mich ja. Dies ist nichts anderes als gotteslästerliche Rebellion gegen den Herrn aller Herrn.

So, wie können wir dem jetzt entgegentreten, wie damit umgehen, wie es abstellen? Den Schalter umlegen und mit eigener Kraft dagegen ankämpfen? Das wird nicht funktionieren. Denn die Versuchungen werden kommen und eigene Willenskraft wird nicht reichen. Jesus selbst sagt in

Mk 14,38:„Wachet und betet, dass ihr nicht in Versuchung fallt! Der Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach.“Der einfachste Weg damit umzugehen ist an dem Punkt wo alles beginnt. Denn wir haben ja gelernt, dass tief in unserem Herzen bei jedem von uns böse Begierden schlummern, das können wir nicht wegdiskutieren. Also besser, wir wecken sie gar nicht erst auf, wir testen sie auch nicht. Denn wenn das Ding erst mal ins Laufen geraten ist und die Gier zuschlägt, ist es sehr schwierig das wieder einzufangen. Also gehen wir an den Ursprung der Sünde, wie wir ihn jetzt gelernt haben, an den Punkt des Götzendienstes, der Selbstzentriertheit.

Alles was ich haben will was mir nicht zusteht, ist ein Test wen ich anbete, wem ich diene: Wenn ich Gott anbete, sage ich Nein an diesem Punkt, diene ich mir und meiner selbst, sage ich Ja und das befruchtet die Begierde, und am Ende steht die Sünde und die Sünde führt zum Tod, die Trennung von Gott.

In Jak 1,15: „Danach, wenn die Begierde empfangen hat, gebiert sie die Sünde; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert den Tod.“

Wir müssen verstehen, die Fähigkeit ein ehrliches, heiliges christliches Leben als Nachfolger Jesu zu führen hängt nicht davon ab, ob du von jemand einen schönen, peppigen, aufmunternden Vortrag über Jesus hörst, sondern sie ist direkt verbunden damit was du über Gott denkst und was du über dich selbst denkst. Wenn du eine oberflächliche Sicht von Gott hast aber eine erhöhte, einnehmende Sicht von dir selbst, bist du eingespurt dich selbst anzubeten und nicht Gott. Dreht sich bei Dir alles um Dich selbst und nicht um Gott, dann bist du anfällig für die Pathologie der Sünde.

Und das, meine Lieben, wir merken es schon, ist ein Prozess, ein lebenslanger Prozess. Die Bibel bezeichnet dies als Heiligung und damit schließt sich der Kreis zum Anfang dieses Vortrages. Jesus drückt es aus als „wachet und betet“. Es bedeutet, Gott an die erste Stelle in meinem Leben zu setzen, wenn ich aufstehe, in meinem Alltag, in meinen Plänen und so weiter. Es bedeutet auch, demütig Gott gegenüber zu leben. Denn die Kraft der Sünde zu widerstehen kommt nicht aus den Gedanken mich selbst toll zu finden oder gut zu fühlen bei Jesus, sondern aus der Erkenntnis heraus mich miserabel zu fühlen über meine Sünde, mein Verhalten Gott gegenüber. Es kommt aus einem zerbrochenen Herz.

In Jes. 66,2 sagt Gott: „Wen will ich ansehen? Den, der demütig und zerbrochenen Geistes ist und der zittert vor meinem Wort.“ Die gleiche Haltung formuliert David wie ich finde am besten in dem bekannten Psalm 51,3 ff: „Du barmherziger Gott, sei mir gnädig! Lösche meine Vergehen aus, denn du bist voll Erbarmen! Wasche meine ganze Schuld von mir ab und reinige mich von meiner Sünde! Denn ich erkenne mein Unrecht, meine Schuld steht mir ständig vor Augen. Gegen dich habe ich gesündigt – gegen dich allein! Was du als böse ansiehst, das habe ich getan. Darum bist du im Recht, wenn du mich verurteilst, dein Richterspruch wird sich als wahr erweisen…..Sieh nicht länger auf meine Schuld, vergib mir alle meine Sünden! Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, beständigen Geist.“ Das, Ihr Lieben, ist das ehrliche Gebet des demütigen Sünders, der die Heiligung im Leben anstrebt, und nur so kann es gelingen.

Gott wird uns dabei helfen. Nichts ist stärker in deinem Leben als ein tiefes Verständnis von Gott und seinem Wort, der Bibel. Ich sage immer, Bibel lesen ist gut aber Bibel erforschen ist besser. Sich hineinknien in die Zusammenhänge, Parallelstellen lesen, Auslegungen vergleichen, Gott in seinem ganzen Ausmaß zu erkennen und entdecken versuchen, das ist faszinierend und zieht uns weg von dem auf uns selbst gerichteten Götzendienst. Und keine Angst, Gott hat Geduld mit uns und unserer Heiligung. Das passiert nicht über Nacht, nur, er möchte sehen, dass wir es ernst meinen und dranbleiben. 

Der allumfassende, grundlegende Ansatz der Sünde – welcher auch immer – zu wiederstehen ist: Wenn Du gefüllt bist mit Gottes Herrlichkeit, wenn Du gefüllt bist mit seiner Wahrheit, wenn das Wort Christi reich und vielfältig in Dir wohnt, wenn Du danach trachtest, wenn Deine Erkenntnis Gottes und Deine Theologie einzig am Wort Gottes ausgerichtet sind, wenn Dein Tun und Trachten auf IHN ausgerichtet ist, dann bist Du ein wahrer Anbeter Gottes und die Sünde wird mehr und mehr im Keim erstickt und kann sich dann erst gar nicht manifestieren.
Ich hoffe das war nicht zu Heavy aber es war mir ein Anliegen auf die Ernsthaftigkeit der Sünde und ihren Auswirkungen in unserem Leben in unserer schnelllebigen Zeit aufmerksam zu machen und wie wir damit umgehen können, wie wir die Sünde besiegen können, indem wir sie an der Wurzel, nämlich dem Götzendienst, packen.
 
 



Vortragsreihe: Biblische und Geistliche Grundlagen für Fortgeschrittene 

9.) Teil 3: Jesus, Gethsemane, Golgatha, Galiläa - Die wichtigsten Tage der Weltgeschichte 

Gefangennahme, Prozess, Tod und Auferstehung Jesu: Interessante Details, ungeahnte Erkenntnisse, prophetische Beweise und Erläuterungen aus biblischer und jüdischer Sicht

 

Wir wollen uns heute die Passion Christi und seine Auferstehung anschauen und zwar im Detail, viele Elemente herausgreifen und analysieren. Es geht mir nicht so sehr um das große Ganze, das haben wir sicher verstanden. Aber es geht darum, an Hand einzelner kleiner Handlungen, die geschehen sind oder einzelner Worte, die gesagt wurden, zu begreifen, wie außergewöhnlich und unnachahmlich diese 3 entscheidenden Tage der Weltgeschichte waren. Es ist ein Lehrvortrag mit vielen Zitaten und Bibelstellen, und ich hoffe Ihr habt etwas Zeit mitgebracht, denn wir wollen in der nächsten guten Stunde folgende Abschnitte behandeln: Inhaltsverzeichnis: 

            Verrat Jesu

            Gefangennahme

            Religiöser Prozess

            Judas

            Zivilprozess

            Weg nach Golgatha

            Erste 3 Stunden am Kreuz

                Zweite 3 Stunden am Kreuz/Tod

            Grablegung

              Auferstehung und Erscheinungen

            Himmelfahrt

 

Wir steigen gleich ein, ohne große Einleitung und beginnen mit dem 

Verrat Jesu 

Dazu die Stelle Mk 14, 1-2: „Es waren noch zwei Tage bis zum Passafest und den Tagen der Ungesäuerten Brote. Und die Hohenpriester und Schriftgelehrten suchten, wie sie ihn mit List ergreifen und töten könnten. Denn sie sprachen: Ja nicht bei dem Fest, damit es nicht einen Aufruhr im Volk gebe.“ Der Plan der Obrigkeit war also, Jesus erst nach dem Passahfest, wenn alle Menschen Jerusalem wieder verlassen hatten, gefangen zu nehmen und zu töten, denn sie hatten Angst vor einem Aufruhr im Volk. Da kam ihnen der Verräter Judas Ischariot gerade recht, denn er ging wie wir wissen zu den Hohepriestern und bot ihnen den Verrat an. Diese nahmen das sehr gerne an und versprachen ihm 30 Silberlinge, wenn er ihn auslieferte. Denn der Plan war, ihn nach dem Fest elegant und relativ unbemerkt festzunehmen und ihm dann den Prozess zu machen.

Dies war die Ausgangssituation und wir müssen bei der Betrachtung der ganzen Leidensgeschichte Jesu bis hin zu seinem Tod uns immer vor Augen halten: Jesus behielt in jedem Augenblick die Kontrolle über das Geschehen. Er hatte allezeit die Kraft und Macht, alles sofort zu beenden oder zu verändern. Entgegen des Plans der Jüdischen Leiterschaft greift Jesus frühzeitig ein und macht diesen Plan zunichte. Denn während des letzten Abendmahls entlarvte Jesus den Judas als den, der ihn verraten würde. Damit wusste Judas, dass sein Plan aufgeflogen war (eigentlich hätte er sich es denken können). Also ging er direkt nach dem Abendmahl zu den Hohepriestern, um ihnen den Weg zum Garten Gethsemane zu zeigen, dorthin wo Jesus mit seinen Jüngern oft hinging und auch an diesem Abend vorhatte, hinzugehen. Dieses ganze Dazwischengehen Jesu führte also dazu, dass der ganze Prozess schon vor dem Fest durchgeführt wurde. Es ist also ganz interessant, dass Jesus selbst quasi seine eigene Hinrichtung beschleunigt hat. Wir werden später sehen warum. Die Pharisäer, die eigentlich Jesus im Stillen beseitigen wollten, mussten nun handeln, damit Jesus nicht wieder nach Galiläa oder woanders hin verschwindet und ihm noch mehr Leute nachliefen. 

Man muss annehmen, dass sie mit Judas sofort zum römischen Statthalter, also Pontius Pilatus gingen, um Jesus eines Verbrechens anzuklagen. Nur so ist es zu erklären, dass dieser ihnen anschließend eine ganze Kohorte Soldaten als Begleitung mit auf den Ölberg sandte um Jesus gefangen zu nehmen. Eine Kohorte sind 600 Mann. Dazu kamen Teile des Hohen Rates, der Dienerschaft und weitere Gefolgsleute der Pharisäer. Man bot also eine Menschenmenge von nahezu 700 Leuten auf, um die Tat auszuführen. Diese alle schoben sich im Schatten der Dunkelheit aus der Altstadt, durchs Kidrontal, den Ölberg hinauf. Es mutet etwas seltsam an, mit so vielen Menschen einen harmlosen, unbewaffneten Prediger festzunehmen, aber es drückt sehr deutlich die Angst aus, die man vor Jesus hatte.

Noch ein Wort zu den 30 Silberlingen: Warum genau 30? Dies ist nach altem biblischen Brauch der Preis für einen toten Sklaven: 2. Mo 21,32 heißt es : „Tötet das Rind einen Sklaven oder eine Sklavin, muss der Besitzer des Rindes ihrem Herrn 30 Silberstücke bezahlen.“ Da Sklaven keine Rechte hatten und Menschen waren, auf die man verachtend herabschaute, wurde genau dieser Gegenwert, nämlich exakt 30 Silberstücke, zu einem Preis der Verachtung. Wir müssen wissen, dass in den früheren Zeiten Handel oft so abgeschlossen wurden, dass der Käufer einen Preis benannt hat den er zu zahlen gewillt war und wenn er fair und kein Wucher war, wurde dieser dann auch meist bezahlt. Wir können das heute noch im Mittelmeer – und arabischen Raum auf Basaren oder wo auch immer erleben. Da nun 30 Silberstücke gekoppelt waren mit dem Ausdruck der Verachtung, hat man bei Kaufabschlüssen ähnlicher Größe stattdessen eher 29 oder 31 Münzen als Kaufpreis vereinbart. Die Obrigen nannten also Judas den Preis von 30 Silberlingen, um ihre ganze Verachtung Jesus gegenüber auszudrücken und er nahm an.

Gefangennahme Jesu 

Kommen wir zurück zur eigentlichen Gefangennahme Jesu: Wir beobachten hier etwas ganz Interessantes. Lasst uns mal den entsprechenden Abschnitt in Joh 18 1-8  lesen: „ Als Jesus dies gesagt hatte, ging er mit seinen Jüngern hinaus über den Bach Kidron, wo ein Garten war, in den er hineinging, er und seine Jünger. Aber auch Judas, der ihn überlieferte, wusste den Ort, weil Jesus dort oft mit seinen Jüngern zusammen war. Als nun Judas die Kohorte und von den Hohenpriestern und Pharisäern Diener genommen hatte, kommt er dahin mit Leuchten und Fackeln und Waffen. Jesus nun, der alles wusste, was über ihn kommen würde, ging hinaus und sprach zu ihnen: Wen sucht ihr? Sie antworteten ihm: Jesus von Nazareth. Er spricht zu ihnen: Ich bin es! Aber auch Judas, der ihn überlieferte, stand bei ihnen. Als er nun zu ihnen sagte: Ich bin es!, wichen sie zurück und fielen zu Boden. Da fragte er sie wieder: Wen sucht ihr? Sie (rappelten sich hoch) aber sprachen: Jesus von Nazareth. Jesus antwortete: Ich habe euch gesagt, dass ich es bin. Wenn ihr nun mich sucht, so lasst diese gehen!“

Wir sehen also, Jesus wusste was nun kam und er ergriff die Initiative und wartete nicht bis die Dinge mit ihm geschehen würden. Er fragt sie 2x wen sucht ihr, sie antworten 2x Jesus von Nazareth und er antwortet 2x mit ICH BIN ES. Das Wort für ICH BIN ist im Griechischen und Hebräischen Urtext ein Wort, dass zweifach gedeutet werden kann. Einmal kann es das gewaltige, göttliche ICH BIN aus dem Alten Testament ausdrücken, bei der Gott aus dem Dornbusch zu Moses redete. Zum anderen gibt es die einfache Form, ICH BIN der den ihr sucht. Als Jesus das erste Mal ICH BIN ES sagte, fielen sie alle zu Boden – immerhin waren das in dem Moment 700, davon 600 schwer bewaffnete, durchtrainierte und voll bewaffnete Männer. Was für ein Anblick – was für eine eindrucksvolle, gewaltige Machtdemonstration des Gottessohnes. Jesus zeigte ihnen kurz seine Göttlichkeit, wohl auch um allen klarzumachen, dass er derjenige ist, der in diesen nun vor ihm liegenden Stunden das Heft des Handelns in der Hand hält. Es gibt Ausleger die diese Situation auch als eine Vorschattung auf das finale Wiederkommen Christi sehen, wenn die vom Antichristen versammelte größte Armee durch den Hauch seines Mundes endgültig vor Jesus in die Knie gehen wird.

Eine weitere interessante Begebenheit schließt sich unmittelbar an: Alle 4 Evangelien berichten, dass Petrus den Rambo spielt, zum Angriff übergeht und einem Knecht des Hohepriesters mit einem Dolch ein Ohr abschlägt. Zweifellos wäre er damit normalerweise auf der Stelle des Todes gewesen, wenn ein paar der Soldaten ihn daraufhin kurzerhand zur Strecke gebracht hätten. Aber in Lukas lesen wir, dass Jesus den Knecht sofort heilt und Petrus somit das Leben rettet. Und in Matthäus lesen wir, dass Jesus Petrus und allen Jüngern 3 Dinge durch diese Begebenheit mit auf den Weg gibt: Kap 26, 52 ff : „Da spricht Jesus zu ihm: Stecke dein Schwert wieder an seinen Ort! Denn alle, die das Schwert nehmen, werden durchs Schwert umkommen. Oder meinst du, dass ich nicht meinen Vater bitten könne und er mir jetzt mehr als zwölf Legionen Engel stellen werde? Wie sollten denn die Schriften erfüllt werden, dass es so geschehen muss?“

Was meint Jesus damit? 1.: Die Botschaft Jesu Christi wird nicht durch Gewalt verbreitet, im Gegenteil: Für den Glauben und für das Wirken Gottes halten wir die andere Wange hin, müssen wir bereit werden andere Wege, selbst den Weg des ungerecht Verurteilten oder sogar den eines Märtyrers zu gehen. Die Zeiten werden härter werden und wir werden das in bestimmter Weise erleben (ich erinnere nur an die kürzlichen Attentate in SriLanka). Hier in Deutschland durch die stabilen politischen Verhältnisse vielleicht keinen Tod aber mit Sicherheit Ausgrenzung und ungerechte Behandlung 2.: Jesus spricht davon wie ihm der Vater sofort 12 Legionen Engel oder sogar noch mehr zur Seite hätte stellen können, dies wären etwa 50.000 Engel gewesen, die sicher mit den paar hundert anwesenden Soldaten kurzen Prozess gemacht hätten, aber: Jesus meint es natürlich im geistlichen Sinn. Hier wird ein geistlicher Kampf ausgefochten, kein weltlicher und das Schwert des Petrus war vollkommen unangebracht. Es zeigt aber wiederum auch welche Power und Macht Jesus jederzeit in dem Geschehen hatte, denn diese 12 Legionen Engel hätte er auch später bei der Geißelung oder dem Tod am Kreuz herbeirufen können, aber er verzichtete darauf damit die Schrift erfüllt werden konnte. Und 3.: Alles musste so geschehen wie es in der Schrift und ihren darin enthaltenen prophetischen Voraussagen verheißen wurde. Darum und allein darum ging es Jesus. Denn er wusste, dass Satan in diesem Endkampf nur darauf wartete, dass er einen Fehler machen würde und zu früh oder anders starb als es geschrieben stand. Denn dann hätte Satan ihn der Lüge überführen können und Jesus hätte nicht mehr sündenfrei seinen Leib als Opfer darbringen können und damit stellvertretend für dich und mich und für alle Menschen die Erlösung bewirken können. Jesus hatte also die ganze geistliche Dimension der nun beginnenden Vorgänge vollkommen und jederzeit im Blick.

Zum Schluss dieses Abschnitts eine kleine anekdotenhaften Episode der Gefangennahme, die Geschichte mit dem nackten Mann. Schon mal gehört? Markus ist der Einzige Evangelist, der davon berichtet in Mk 14,52 ff: „Und es verließen ihn alle und flohen. Und ein junger Mann, der ein Leinenhemd um den bloßen Leib geworfen hatte, folgte ihm, und sie ergriffen ihn. Er aber ließ das Leinenhemd fahren und floh nackt.“ Was hat es damit nun auf sich? Tatsache ist, wenn in der antiken Geschichte ein Autor eine Biografie schrieb, dann fügte er in der Regel einen Selbstbezug ein, damit die Leser verstanden, warum er die Dinge alle wusste. Dies geschah meistens in der 3. Person. So sprach Johannes zum Beispiel an mehreren Stellen von sich als dem Jünger den Jesus liebte. Markus wiederum erzählt uns diese Geschichte. 

 

  • Jetzt kommen wir zu den Prozessen, die Jesus gemacht wurden. Wir müssen grob zwischen zwei Verhandlungen unterscheiden, einer religiösen vor den Hohepriestern und dem Hohen Rat und einer weltlichen vor Pilatus und Herodes. Dazu ist es wichtig uns zu erinnern, dass die Verhaftung Jesu eigentlich nicht für diese Zeit sondern erst nach dem Passahfest geplant war.  

Der Religiöse Prozess 

Zuerst fanden die religiösen Verhandlungen statt, die wir in 3 Abschnitte untergliedern können. Das Verhör bei Hannas, Das Verhör beim Hohepriester Kaiphas und dann nochmals vor dem Hohen Rat. 

Nach der Gefangennahme brachte man Jesus direkt zu Hannas. Hannas war früher bis zum Jahre 14 n.Chr. Hoher Priester gewesen, danach übernahm er so etwas wie die Priesterliche Oberleitung und 4 seiner Söhne oder Schwiegersöhne wurden nacheinander Hohepriester. Hannas hatte den Tempelbezirk zu einem Geschäftsbetrieb umfunktioniert, er kassierte Tantiemen von den Einnahmen der Geldwechsler und der Opfertierschlachtung. Genau das – wir erinnern uns – hatte Jesus bei seinen früheren Tempelbesuchen als Räuberhöhle angeprangert und hat die Tische umgeworfen. Man kann davon ausgehen, dass Hannas daher einen persönlichen Zorn auf Jesus hatte. 

Interessanterweise kann man feststellen, dass die Hohepriester und der Hohe Rat während des ganzen Prozesses von Jesus über 20mal ihre eigenen, sonst so vehement vertretenen jüdischen Gesetze brachen. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Die, die sonst immer peinlich genau auf jedes Gesetz achten und die Menschen wegen ihrer Gesetzlosigkeit bei jeder Übertretung knechteten, brachen selbst alle Gesetze, weil sie solch eine Angst vor Jesus hatten. Der Prozess gegen unseren Herrn war aus juristischer Sicht komplett illegal und unfair. Also ist er uns auch hier vorausgegangen, wenn uns Ungerechtigkeit oder ähnliches widerfährt. Ich werde die wichtigsten Gesetzesbrüche im Folgenden erwähnen.

Die ersten drei eklatanten Verstöße erleben wir gleich beim ersten Verhör durch Hannas: Sie verhandelten in der Nacht, sie taten dies im Geheimen ohne Öffentlichkeit und sie hatten keine Zeugen. Im jüdischen mussten Prozesse immer bei Tageslicht stattfinden, der Angeklagte hatte ein Recht auf Öffentlichkeit und es mussten mehrere Zeugen unabhängig die gleiche Beschuldigung vorbringen.

Hannas befragte Jesus nun nach seinen Jüngern und über seine Lehre. Das Ziel war, die Jünger ebenfalls zu kriminalisieren und irgendetwas gegen die Lehren Jesu als Vorwand in die Hand zu bekommen. Jesus aber durchschaute ihn und kannte sich auch wohl bestens mit den jüdischen Rechtsprechung aus. Er antwortete, warum fragst Du mich, alles ist vorher offen von mir überall erzählt worden und da draußen stehen ganz viele Zeugen dessen was ich gelehrt habe. Damit sprach er direkt die Heimlichtuerei und Gesetzeswidrigkeit dieses ersten Prozesses an und das Ziel des Hannas, ihn auf die Schnelle zu überführen, schlug gewaltig fehl. Jesus wurde geschlagen, auch das hochgradig gesetzeswidrig, das war die erste der vielen Misshandlungen in dieser Nacht. Man brachte ihn zu Kaiphas, dem Schwiegersohn des Hannas, der das Amt des Hohepriesters innehatte.

Die Verhandlung vor Kaiphas – man muss fast sagen der Verhandlungsmarathon- war aus Sicht der Ankläger ein komplettes Desaster. Sie begann damit, dass sie falsche Zeugen gegen ihn aufboten. Doch wen sie auch holten und befragten, keine der Zeugenaussagen stimmte überein. Wiederum finden sich dabei zwei eklatante Gesetzesbrüche: Zuerst hatte der Angeklagte ein Recht auf Verteidigung bevor die Ankläger den Fall mit Aussagen von Zeugen zu untermauern versuchen. Zweitens, wenn sich dann keine übereinstimmenden Zeugen fanden, war der Angeklagte unmittelbar frei zu lassen. Beides Fehlanzeige bei Jesus, der Prozess schleppte sich die ganze Nacht dahin. Jesus antwortete nicht auf ihre Fragen denn er wusste, dass sie permanent gegen die Gesetze verstießen und er musste nicht antworten. Als Kaiphas merkte, dass alle Anschuldigungen nicht das gewünschte Resultat, nämlich eine Verurteilung zum Tode, führten, holte er zum großen Schlag aus und nahm Jesus unter Eid. 

Wir lesen Mt. 24,63 ff  „Aber Jesus schwieg weiter. Darauf sagte der Hohepriester: »Ich nehme dich vor dem lebendigen Gott unter Eid: Sag uns, bist du der Christus, der von Gott erwählte Retter? Bist du der Sohn Gottes?« »Ja, du sagst es«, antwortete Jesus, »und ich versichere euch: Von jetzt an werdet ihr den Menschensohn an der rechten Seite des allmächtigen Gottes sitzen und auf den Wolken des Himmels kommen sehen.« Empört zerriss der Hohepriester sein Gewand und rief: »Das ist Gotteslästerung! Wozu brauchen wir noch weitere Zeugen? Ihr habt es ja selbst gehört, wie er Gott gelästert hat! Wie lautet euer Urteil?« Sie riefen: »Er ist schuldig! Er muss sterben!« Dann spuckten sie Jesus ins Gesicht und schlugen mit den Fäusten auf ihn ein. Andere gaben ihm Ohrfeigen und spotteten: »Na, du Christus! Du bist doch ein Prophet! Sag uns, wer hat dich vorhin gerade geschlagen?«“

Interessant ist, dass Jesus, selbst im Moment der ärgsten Bedrängnis – denn er wusste, wenn er seine Gottessohnschaft bezeugen würde, dass dies das Todesurteil nach sich ziehen würde – selbst in diesem Moment blieb er völlig ruhig und erklärte ihnen sogar die Zukunft, dass er zurück an die Seite des Vaters geht und dass er eines Tages für alle sichtbar wiederkommen wird. Das 100%ige Vertrauen zum Vater und der Entschluss, dessen Auftrag zu Ende zu bringen, ließen ihn das barbarische Verhalten seiner Ankläger ertragen. 

In diesen entscheidenden Momenten, die zum Todesurteil Jesu führten, begingen der Hohe Priester und der Hohe Rat nach dem jüdischen Gesetz mehrere Gesetzesbrüche. Im Schnelldurchlauf  

a)     Prozess am Abend des Passah (kein Prozess am Feiertag erlaubt)
b)    Kaiphas zerriss seine Kleider (Manipulation durch den Vorsitzenden Richter)
c)     Kaiphas klagt an „Gotteslästerung“ (Anklage durch den Richter, nicht durch Zeugen)
d)    Keine weiteren Zeugen (er hatte keine mehr): Schuldspruch aufgrund eigener Aussage des Angeklagten unzulässig
e)     Todesurteil des Sanhedrins in der Nacht (nur am Tag zulässig)
f)      Bei einem Todesurteil mussten zwischen Verhandlung und Schuldspruch mindestens   24h liegen
g)     Urteil per Abstimmung, nicht einzeln mit dem Jüngsten beginnend was dem rechtmäßigen Prozedere entsprach
h)    Einstimmigkeit des Urteils: Hat normalerweise Freispruch und Freilassung zur Folge, da Einmütigkeit bei Gericht unter Juden die Unschuld des Angeklagten beweist (Verschwörung, Korruption); 
 Josef von Arimatea und Nikodemus waren demnach nicht dabei
i)       Verurteilung zum Tode erfolgte sofort: erst 3 Tage nach Schuldspruch erlaubt (neue Zeugen, Zeit für Wendung des Geschehens)
j)       Schlagen und Anspucken: Richter immer human und freundlich dem Angeklagten gegenüber, kein Schlagen oder Geißelung eines zum Tode Verurteilten erlaubt (normalerweise mit hohen Geldstrafen belegt) 

Wir sehen, wie dramatisch ungerecht der Prozess gegen Jesus war. Er hatte keine Chance, er hatte keinen Verteidiger, er war der Willkür der Oberen ausgeliefert. 

Die Illegalität des Prozesses war dem Hohen Rat durchaus bewusst. Denn in den folgenden Versen lesen wir: Am frühen Morgen kamen die Obersten und der Hohe Rat zusammen und beschlossen, Jesus zu töten und übergaben ihn an Pilatus. Sie warteten also das erste Tageslicht ab, um zumindest an diesem Punkt den Anschein der Legalität des Prozessen zu wahren. Zwischenzeitlich gingen die anwesenden Ratsmitglieder nach Hause und Jesus wurde in den Hof geschickt, dort bewachten ihn römische Soldaten und misshandelten ihn. Bis dahin folgten ihm ja auch Petrus und Johannes und hielten sich so noch ganz in seiner Nähe auf. Wir kennen alle die Geschichte mit Petrus und dem Hahn, der im Morgengrauen 3x kräht. 

Judas 

Es gibt zwei Fragen, die sich immer wieder im Zusammenhang mit Judas stellen, zum einen  - war er am Ende doch errettet? Und wie ist er gestorben?

In Mt 27,3 lesen wir  „Als Judas, der ihn verraten hatte, sah, dass er zum Tode verurteilt war, reute es ihn“. Mancher mag meinen, dass dies ein eindeutiges Zeichen der Umkehr des Judas war und dass er folglich am Ende gerettet sein müsste, denn er war ja auch ein Nachfolger Jesu. Aber im griechischen gibt es zwei Bedeutungen für das deutsche Wort bereuen, eins heißt „metanoia“ und bedeutet so viel wie Bereuen zur Errettung, das wäre hier wichtig gewesen. Das andere Wort heißt „metamellomai“ und bedeutet so etwas wie Gewissenbisse haben, zerknirscht sein. Dieses Wort ist hier im Original Text verwendet worden, also ist klar, dass Judas zwar Gewissensbisse über seine Tat hatte, aber nicht wirklich umkehrte. Vermutlich hätte er sich dann auch nicht umgebracht. 

Dann die zweite Sache mit Judas. Scheinbar gibt es zwei unterschiedliche Darstellungen über seinen Selbstmord. So wird in Mt. 27,5 gesagt: „Und er warf die Silberlinge in den Tempel, ging fort und erhängte sich.“ Und in Apg. 1,18 steht: „Aber er ist vornüber gestürzt und mitten entzwei geborsten, sodaß seine Eingeweide heraustraten“. Was denn jetzt? Kann die Bibel eine wahre und eine falsche Version berichten? Wir wissen, die Bibel ist in allem wahr, also wie kann das sein? Man muss die jüdischen Gepflogenheiten etwas kennen, um festzustellen, dass beide Aussagen wahr sind und zusammenpassen.

Wir haben Passah und Passah beginnt mit dem Untergang der Sonne am Abend vor dem ersten Passahtag. Traditionell essen die Juden an dem Abend ihr Passahmahl, wie es auch Jesus mit den Jüngern tat. Am ersten Passahmorgen gab es dann um 9:00 Uhr ein spezielles Passahopfer im Tempel, von dem nur die Priester essen durften. Nach jüdischem Gesetz war die ganze Stadt unrein, wenn zwischen dem Passahabend und dem ersten Tag des Passah ein Leichnam in der Stadt war. Dies kam aber hier und da mal vor. Die jüdische Gesetzgebung ist allerdings sehr erfinderisch und flexibel. Wenn es mit einem Gesetz Probleme geben könnte, entwirft man schnell ein weiteres, um das Problem zu umgehen. Man machte kurzerhand ein zweites Gesetz, dass besagt, sollte ein Leichnam während der Passahfeiern existieren, werfe man ihn über die Mauer der Stadt. Damit ist die Stadt wieder zeremoniell rein. Indem sich Judas innerhalb der Stadtmauern Jerusalems erhängte, hatte er die Stadt zeremoniell unrein gemacht. Und solange sein Körper in der Stadt war, konnten sie mit den rituellen Passahfeiern nicht weitermachen. Also warfen sie den toten Mann über die Mauer mit den geschilderten Konsequenzen. Wenn man das weiß, kann man verstehen, dass beide Bibelstellen zutreffen und Gottes Wort keine Fehler enthält. 

Der Zivilprozess 

Die Juden durften zu damaliger Zeit keine Todesurteile mehr vollstrecken. Dies hatte der römische Senat im Jahr zuvor beschlossen und in allen Provinzen in die Tat umgesetzt. 

Wir alle kennen den Prozessablauf bei Pilatus, dem zuständigen Römischen Prokurator oder Statthalter. Er allein hatte Macht, ein Todesurteil faktisch zu realisieren. Ich möchte jetzt nicht alle Details des Prozesses widergeben aber ein paar interessante Phänomene herausgreifen: Zum einen die Unschuld des Pilatus: Wenn man alle Evangelien nebeneinanderlegt und den Prozess mit all seinen Facetten vergleicht, stellt man fest, dass Pilatus mindestens 6x ernsthaft versucht hat, Jesus nicht zu verurteilen, sondern ihn freizulassen denn er war 100% von dessen Unschuld überzeugt. 6x tat er alles was er konnte, um Jesus zu retten aber am Ende scheiterte er doch und bleibt die tragische Figur im ganzen Geschehen. Obwohl er demonstrativ seine Hände im Wasserbecken wusch und sagte, er sei unschuldig am Tod dieses Mannes, gab er dem Drängen der Juden nach. Petrus sprach in seiner Pfingstpredigt davon, dass auch Pilatus eine Mitschuld am Tod Jesus traf. Was war es, dass Pilatus umstimmte, denn er hatte gewiss keine Angst in dem Sinne vor den Juden, er verachtete sie ja. 

Auch hier wieder eine Hintergrundanekdote: Pilatus war befreundet mit Sejanus, der in Rom einen sehr hohen Posten, den des Leiters der Leibgarde des Kaisers, erhielt. Durch die Fürsprache von Sejanus kam Pilatus zu dem Posten des Prokurators der Provinz Judäa und Samaria. Auch damals gabs also bereits Vetterleswirtschaft. Nun passierte aber folgendes: Sejanus erhob sich gegen Tiberius, den Kaiser, zettelte eine Verschwörung an mit dem Ziel, selbst Kaiser zu werden. Das Komplott flog auf und Sejanus und andere Beteiligte wurden hingerichtet. Sodann begann eine Untersuchung unter allen, die Kontakt mit Sejanus hatten, darunter auch seine Freunde wie Pilatus. Alles was Pilatus in dieser Situation nun gebrauchen konnte, war, dass eine Nachricht nach Rom ging die lautete, er hätte jemand freigelassen, der von sich selbst behauptete, er sei ein König und dem scharenweise Leute nachliefen. Obwohl er unter dieser inneren Spannung stand, machte er einen allerletzten Versuch Jesus freizulassen und präsentierte ihn den Juden, inzwischen gegeißelt und entstellt – Joh. 19, 14-15: „Seht Euer König!“. Sie aber schrien: „Weg, weg! Kreuzige ihn!“ Pilatus spricht zu ihnen: „Euren König soll ich kreuzigen? Die Hohenpriester antworteten: „wir haben keinen König, nur den Kaiser!“ 

Damit lehnten sie Jesus eindeutig als ihren König ab und nahmen den sonst so verhassten Kaiser als ihren König an. Und in Matthäus lesen wir dass sie sogar schrien Mat. 27,25: „Sein Blut komme über uns und unsere Kinder!“ Wie wahr, wie wahr. Genau 40 Jahre später also, währen der Lebzeiten dieser und der darauffolgenden Generation zerstörten die Römer Jerusalem und schlachteten alle Bewohner ab. Wir erinnern uns vielleicht an meinen letzten Vortrag, das war die Konsequenz aus der Sünde wider den Heiligen Geist, für die diese Generation zur Rechenschaft gezogen werden würde. Interessanterweise sprachen sie hier in dieser angespannten Situation ihr Urteil über sich selbst aus.

Nach all dem gab Pilatus schliesslich auf und überantwortete Jesus den Soldaten für die Kreuzigung. 

Der Weg nach Golgatha 

Wir kennen alle die Berichte über die Kreuzigung und den Tod Jesu. Es begann mit der Prozession nach Golgatha und es endete mit der Versiegelung des Grabes. 

Zwei Bemerkungen zum Weg Jesu bis zur Kreuzigungsstätte: Jesus war durch die Geißelung so geschwächt, dass er sein Kreuz nicht mehr tragen konnte. Man muss wissen, dass die Geißelung nach römischer Art eigentlich fast schon einem Todesurteil glich, viele starben schon während der Marter an den Folgen dieser barbarischen und brutalen Folter. Der ganze Körper einschließlich des Gesichtes war aufgerissen und klaffte vor rohem Fleisch, es mussten höllische Schmerzen gewesen sein, die Jesus erlitten hat. Ich empfehle, sich die Mühe zu machen und die Einzelheiten einer römischen Geißelung nachzulesen. Dann weiß man was Jesus alles ausgehalten hat für Dich und für mich. Hinzu kommt, dass er eine geflochtene Dornenkrone aufgesetzt bekam. Wer einmal in Israel die Dornensträucher gesehen und berührt hat, weiß, wie furchtbar scharf und schmerzhaft Verletzungen durch diese Dornen sind, geschweige denn man presst einen kompletten Ring aus Dornen auf den Kopf. Es waren unmenschliche Schmerzen. Jesus musste physisch ein starker und gesunder Mann gewesen sein, dass er es soweit überhaupt überlebte und auch noch den zweiten Teil des Dialogs mit Pilatus führen konnte. Delinquenten in waren nach einer Geißelung und einer Dornenkrönung normalerweise nicht in der Lage zu sprechen. Nach dem Schuldspruch durch Pilatus ging es zur Hinrichtungsstätte. Dabei musste der Verurteilte sein Kreuz oder zumindest einen der Balken selbst durch die von Menschen gesäumten engen Gassen Jerusalems tragen. Nachdem Jesus ein paarmal zusammengebrochen war, wählten sie kurzerhand einen Mann, der in der Menge war, namens Simon von Kyrene, ihm das Kreuz zu tragen. Interessanterweise taucht später bei Paulus im Römerbrief der Name der Familie wieder auf, anscheinend hat dieses Ereignis Simon und sein Haus gläubig werden lassen. 

Den Zug mit den drei Todgeweihten durch die Stadt begleiteten zur damaligen Zeit immer sogenannte Klageweiber. Als diese zu ihm kamen, um ihn zu beweinen sprach Jesus zu ihnen Lk. 23,28: „Ihr Töchter von Jerusalem, weint nicht über mich, weint über Euch und Eure Kinder.“ Auch hier wieder die vorrausschauende Klarheit von Jesus, was mit diesem und dem Nachfolge-Geschlecht passieren wird.

Übrigens, wer mal in Jerusalem war, bekommt als Tourist oft die sogenannte Schädelstätte in der Nähe eines Gartengrabes gezeigt. Der Hügel sieht von Weitem aus wie zwei große Augenhöhlen und die Menschen haben das fälschlicherweise wieder zu einer Wallfahrtsstätte gemacht wie leider so vieles in Jerusalem. Das war im 19. Jahrhundert mal ein Steinbruch und mehr nicht. Schädelstätte heißt die Hinrichtungsstätte nicht, weil sie so aussah wie ein Schädel, sondern aufgrund dessen was dort geschah.  

Die ersten 3 Stunden am Kreuz  

Kurz vor dem Annageln gaben Sie Jesus ein Getränk aus Myrrhe, Galle und Wein (was auch immer mit Galle gemeint ist). Das machten sie bei allen Todgeweihten, denn das betäubte den Schmerz des Annagelns, weil es benebelt machte. Jesus verweigerte den Trank und gab sich lieber den unbarmherzigen Schmerzen des Annagelns hin, denn er wollte die Kontrolle bis zum Ende behalten. 

Jesus wurde am ersten Tag des Passahfestes um 9 Uhr morgens unserer Zeitrechnung gekreuzigt. Interessanterweise, nicht weit weg auf einem anderen Hügel der Stadt, dem Tempelberg, wurde das spezielle Passahlamm durch die Priester geopfert, auf dem Berg Golgatha hingegen das Passahlamm Gottes zur gleichen Zeit, fast am gleichen Ort.

Die Römer kannten 4 Arten von Kreuzen, einen rauen Pfahl, ein X, ein großes T und ein kleines T. Aus verschiedenen Kombinationen und nicht zuletzt aus der Tatsache, dass über Jesus das Schild „König der Juden“ angenagelt wurde, kann man annehmen, das Kreuz Jesu hatte die Form eines kleinen T, so wie wir es von allen Darstellungen kennen. Der Verurteilte wurde auf das am Boden liegende Kreuz genagelt. Zuerst wurde ein langer Nagel durch beide übereinandergelegte Füße getrieben, dann wurde ein kleines Stück Holz unter die Füße genagelt. Dies diente dazu, zu verhindern, dass der Körper so zusammensackt, dass der Verurteilte keine Luft mehr bekam und schnell erstickt wäre. Das aber wollte man ja verhindern, um den Tod besonders qualvoll zu gestalten. Die Arme wurden am Querbalken angenagelt, in dem man je einen großen Nagel durch das Handgelenk trieb und nicht wie manchmal dargestellt, durch die Handteller denn das hätte die Last nicht ausgehalten. Sodann wurde das Kreuz aufgerichtet und in das vorgesehene Loch im Boden fallengelassen. Bei diesem Aufprall wurden die Gelenke der Schulter ausgerenkt. Damit erfüllte sich auch hier was in Ps. 22 vorhergesagt wurde , wonach die Gelenke des Messias getrennt würden. Im gleichen Psalm wird auch vorhergesagt, dass sie seine Kleider unter sich aufteilten. Das traf auch hier für die Kleidungsstücke und den Mantel von Jesus zu, über den die Soldaten würfelten wer ihn bekommt. Es war damals üblich, dass die Henkersknechte sich an dem letzten was der Verurteilte noch hatte, nämlich der Kleidung, bereichern durften, sozusagen als Kompensation für ihren erbärmlichen Dienst.

Wir lesen von vier verschiedenen Menschengruppen, die Jesus am Kreuz verspotteten: Die Menschen die dabeistanden, dann die Hohenpriester, Pharisäer und Sadduzäer, dann die Römischen Soldaten und schliesslich auch beide Verbrecher, die mit ihm rechts und links gekreuzigt wurden. Allen war gemeinsam, dass sie den messianischen Anspruch Jesu in Frage stellten in dem sie so etwas riefen wie, „steig doch herunter vom Kreuz, hilf Dir doch selbst, zeig uns, dass Du der Messias bist“ usw. Dies war indirekt der letzte Versuch Satans, Jesus zu bewegen, vom Kreuz herabzusteigen. Einerseits wollte er Jesus tot sehen, andererseits wollte er ihn nicht zu dieser Zeit und auf diese Weise sterben sehen. Wie wir wissen, war die Verschwörung gegen Jesus zu einem anderen Zeitpunkt geplant, aber Jesus selbst hat Satans Pläne durchkreuzt. Wenn Jesus nicht am jüdischen Passah und am Kreuz gestorben wäre, wären die Prophezeiungen nicht eingetreten und sein Tod hätte keine Sühnung gebracht, wäre wertlos geblieben. Nicht allein sein Tod hat die Versöhnung gebracht, er hätte dann ja auch als Kind sterben können sondern dass er exakt in den prophezeiten Umständen starb, wies ihn als Messias aus. Wäre er vom Kreuz herabgestiegen, was er durchaus konnte, hätte er sich als falscher Messias gezeigt, denn die vorgeschriebene Art für den Messias zu sterben war das Gekreuzigt werden. Gerade dass er am Kreuz durchhielt bis zum Ende, wies ihn also im Nachhinein als wahren Messias aus. Daher mussten auch die anderen Versuche Satans ihn vorher umzubringen (Steinigung, Hang hinunterstoßen etc.) scheitern, denn wie die Bibel sagt – Seine Zeit war noch nicht gekommen. Ich hoffe das ist verständlich?

Interessant auch die kurze Episode, die über einen der beiden Verbrecher, der anfangs in das Gespött der Leute über Jesus mit eingestimmt hatte, berichtet wird. Er distanzierte sich später davon, bekannte seine eigene Schuld und erkannte Jesus als Messias an. Dann bat er ihn um Gnade. Daraufhin versprach ihm Jesus, dass er heute noch mit ihm ins Paradies wechseln würde. Wir sehen an dieser Begebenheit zwei Dinge: Zum einen war Jesus trotz all der Qual immer noch ganz Herr seiner Sinne und ganz der Messias indem er diesen Sünder begnadigte. Zum zweiten zeigt das auch, es ist nie zu spät zu Jesus umzukehren, selbst auf den letzten Metern tritt Jesus für uns vor dem Vater ein. Aber das kann man sich eben nicht immer aussuchen, daher ist es besser man macht klare Sache mit Jesus, wenn man noch mit ganzer Kraft und klarem Verstand ausgestattet ist. Jeden Tag, den man wartet, kann es zu spät sein.  

Die zweiten 3 Stunden am Kreuz

Der Todeskampf Jesu am Kreuz dauerte insgesamt 6 Stunden, etwa von 09:00 Uhr morgens bis 03:00 Uhr nachmittags. Während sich Jesus in den ersten 3 Stunden das Gespött der Menschen anhören musste, begann jetzt die schlimmste Phase in seinem irdischen Leben. Nämlich das Getrenntsein vom Vater. Für ihn das Furchtbarste was er erleben musste und vor dem er tatsächlich Angst hatte. War er doch von Urzeiten der Schöpfung an mit dem Vater eins und mit ihm verbunden. Aber weil bereitwillig als Mensch in diese Welt kam, sämtliche Schuld aller Menschen auf sich lud, weil er quasi zur personifizierten Sünde wurde, hatte der Vater in diesem Moment gar keine andere Wahl, als seine Beziehung zu seinem Sohn abzubrechen, denn der Vater ist 100% heilig und rein und konnte niemals mit der Sünde eins sein. So musste er sich abwenden. Dies war das Eigentliche vor dem Jesus graute, wenn er zuvor im Gebet den Vater bat, diesen Kelch an ihm vorübergehen zu lassen, nämlich dem Getrenntsein vom Vater. Viele verwechseln das damit, dass er Angst vor der Folter oder dem leiblichen Tod hatte, aber das ist falsch. Jetzt versteht man auch warum die Bibel das Getrennt Sein von Gott als Tod und das Vereint Sein als Leben bezeichnet. Jesus ging wahrhaftig in den Tod, sowohl menschlich aber vor allem geistlich.

An mehreren Punkten kann man dieses Horrorszenario für Jesus festmachen: Wir lesen dazu Mt. 27, 45ff : „Am Mittag wurde es plötzlich im ganzen Land dunkel. Diese Finsternis dauerte drei Stunden. Gegen drei Uhr schrie Jesus laut: »Eli, Eli, lema sabachtani?« Das heißt: »Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?«…(Essigschwamm)…Da schrie Jesus noch einmal laut auf und starb. Im selben Augenblick zerriss im Tempel der Vorhang vor dem Allerheiligsten von oben bis unten.“

Der laute Aufschrei, der dem Sterbemoment vorrausgeht, wird in den Evangelien nach Lukas und Johannes wie folgt beschrieben:  Lk. 23,46: „Und Jesus rief laut: »Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist!« Mit diesen Worten starb er.“ Joh. 19, 30: Er rief »Es ist vollbracht!« Dann ließ er den Kopf sinken und starb“.

Als äußeres Zeichen begannen diese schlimmsten zweiten 3 Stunden für Jesus am Kreuz mit der weithin sichtbaren Finsternis. Es muss eine besonders intensive Sonnenfinsternis gewesen sein. Außerbiblische Quellen berichten, dass zu dieser Zeit um 12 Uhr mittags herum exakt an diesem Tag, am Freitag dem 7. April, 30 n.Chr. eine große Sonnenfinsternis den östlichen Mittelmeerraum in komplette Dunkelheit hüllte. Bis hin in die Türkei und nach Ägypten war dieses Phänomen den Geschichtsschreibern zu folge zu beobachten. Die Menschen der damaligen Zeit gerieten natürlich in Panik, hatten sie doch kein elektrisches Licht oder Sonnenbrillen und das Wissen was wir heute über Sonnenfinsternisse haben. 

Jesus ruft – Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen? Dies ist ein Zitat aus dem Ps. 22,2. Jesus war selbst nach all der Qual, all den Leiden immer noch in Kontrolle und Herr seiner Sinne in dem er einen alten Vers von David ausrief. Interessanterweise ist dies die einzige Stelle im Neuen Testament in der Jesus seinen Vater mit „Mein Gott“ anrief, sonst sagt er immer Vater zu ihm, knapp 200 mal. Also ein weiteres Indiz dafür wie sehr er unter der Trennung vom Vater litt. Aber – und das ist das Bemerkenswerte - er hat diese Trennung final überwunden, denn seine letzten Worte waren dann wieder an den Vater gerichtet: „Vater, in Deine Hände lege ich meinen Geist.“ Im Tod war Jesus wieder mit dem Vater vereint. Die Intimität war wieder da, der von beiden vor langer Zeit gemeinsam beschlossene Erlösungsweg zur Errettung der geliebten Menschen ist von Jesus bereitet worden. Er ruft es selbst mit letzter Kraft aus: „Es ist vollbracht“. Er hat die Sünde getragen, das notwendige Opfer gebracht. Er wusste in diesem Moment genau, dass er den Satan besiegt und Gottes Willen erfüllt hatte. 

Als er stirbt, zerreißt der Vorhang im Tempel von oben bis unten. Dieser Vorhang war riesig und sehr schwer, kein Mensch könnte ihn je mit Kraft zerreißen. Dieses übernatürliche Phänomen war Gottes Antwort auf diese Liebestat seines Sohnes: der Zugang zum Allerheiligsten – sonst durch den schweren Vorhang verwehrt – ist jetzt frei, der Vorhang ist weg, Jesus hat den Weg frei gemacht. Durch den Opfertod des unschuldigen Jesus hat die Menschheit, jeder einzelne, trotz seiner Abkehr von Gott wieder Zugang zum Vater, zum Heiligsten, wenn er sich auf Jesus beruft und sein Leben an ihn bindet. Dieser Wink Gottes mit dem Vorhang ist das ganze Evangelium in Reinform, in göttlicher Kurzfassung, besser und eindrucksvoller kann man es nicht darstellen, das kann nur der Vater.  

Die Grablegung 

Nachdem Jesus tot war, wurde er vom Kreuz genommen und in ein großes Grab, das eines Reichen gelegt. Normalerweise wurden Verbrecher in ein unbekanntes Grabfeld für Ausgestoßene gelegt, bei Jesus aber sagt die Schrift in Jes. 53,9: „Zwar wies man ihm ein Grab unter Sündern zu, doch wurde er in das Grab eines reichen Mannes gelegt, weil er kein Unrecht getan hatte und kein Betrüger war.“ Dafür sorgte Josef von Arimatea, ein Mitglied des Hohen Rates, der an Jesus glaubte. Er war bei der Abstimmung für den Tod Jesu nicht dabei. Nun aber tauchte er auf und sorgte sich, dass Jesus noch vor Sonnenuntergang beerdigt wurde, denn am nächsten Tag war Sabbath. Die Juden durften wie wir gehört hatten, am Sabbath keine frisch Gestorbenen in der Stadt haben, damit sie nicht unrein wurden, schon gar nicht wenn der Sabbath auf ein Passahfest fällt. Also brachen sie den anderen beiden Verbrechern die Beine, dass sie schnell starben, denn dadurch konnten sie sich nicht mehr abstützen und erstickten. Jesus war schon tot, also wurden ihm keine Knochen gebrochen. Damit wiederholt sich das gleiche Geschehnis, welches den Ursprung des Passahfestes begründete: Als im alten Ägypten bei der 10. Plage der Todesengel durch die Stadt ging und sämtliche Erstgeborenen tötete, verschonte er nur die Juden, die ihre Haustüren mit Blut bestrichen hatten. Denn sie hatten zuvor auf Gottes Anweisung hin, ein unschuldiges Lamm geschlachtet, sein Blut an die Türpfosten gestrichen, und dann als Opfer verzehrt aber die Knochen des Lammes wurden heil gelassen und nicht in Teile zerlegt, wie es sonst üblich war. Auch Jesus, das wahre Passahlamm, wurden die Knochen nicht gebrochen. 

Man brachte ihn also in das Grab, dass Josef kannte. Interessanterweise taucht auch hier ein anderer gläubig gewordener Pharisäer auf: Nikodemus brachte die damals üblichen Grabbeilagen, Myrrhe, Aloe und Öl mit. Er war der andere Vertreter des Hohen Rates, der an Jesus glaubte, er hatte ja gleich am Anfang von Jesus öffentlichen Wirken ein geheimes Gespräch mit ihm. Dadurch, dass sie Pilatus um den Leichnam baten, outeten sie sich nun öffentlich als Jünger Jesu, eine ganz riskante Sache. Wir können hier sehen wie es immer bei den Juden in ihrer ganzen wechselvollen Leidensgeschichte durch all die Jahrhunderte ist: Immer gibt es einen treuen, kleinen Rest, der sich nach Gott ausstreckt, auch wenn die Obrigkeit oder Mehrheit anderer Meinung ist. Dies traf demnach damals in Form dieser zwei Personen auch auf den Hohen Rat zu.

Es heißt dann weiter im Joh. 19,40/41 „Sie wickelten ihn in Leinenbinden mit Spezereien, wie die Juden zu begraben pflegen und legten ihn in ein Grab in einem Garten, in das noch nie vorher jemand gelegt worden war.“ Im Originaltext steht eindeutig Leinenbinden – nicht Leinentücher, dies ist eine falsche Übersetzung. Das Grabtuch von Turin, was ja von vielen als Reliquie verehrt wird, ist demnach mit Sicherheit nicht das von Jesus, ebenfalls nicht die Dornenkrone in Notre Dame, die man neulich vor den Flammen gerettet hatte – das ist blanker Unsinn. 

Noch eine kurze Bemerkung zur damaligen Zeitrechnung: Jesus selbst sagte, er werde getötet werden aber am 3. Tage wieder auferstehen oder an anderer Stelle, er werde den Tempel abreißen und ihn in 3 Tagen wiederaufbauen. Wie kann das sein, wenn er doch Freitagnachmittag starb, Freitagabend ins Grab gelegt wurde: Hätte dann die Auferstehung nicht erst am Montag erfolgen dürfen und nicht wie wir es feiern, schon am Ostersonntag? Nach unserem Kalendarischen Verständnis, eigentlich ja. Aber nicht nach dem jüdischen. Bei den Juden zählt ein angebrochener Tag immer als ein voller Tag, egal wie weit fortgeschritten er war oder ist. Daher ist der Sonntag der dritte Tag nach dem Tod Jesu, der dritte Tag ist der Tag der Auferstehung. Es war Sonntag, der 9. April im Jahre 30 n.Chr. Geburt.

Auferstehung und Erscheinungen 

Aus Zeitgründen gehe ich jetzt nicht auf alle Erscheinungen ein, die die Auferstehung begleiteten. Jesus erschien mindestens 4 Frauen am Grab, Maria, Johanna, Salome und Maria Magdalena, sie alle wollten nach ihrem Brauchtum den Leichnam am Morgen des 3. Tages salben; Engelsgestalten sind am Grab und sagten den Frauen „Er ist nicht hier“, dann erscheint Er 2 Jüngern auf dem Weg nach Emmaus als unkundiger Wegbegleiter; dann den Jüngern selbst mehrmals als sie zusammensaßen, einmal zeigte er dem Thomas seine Nagelwunden. Am schönsten gefällt mir immer die Geschichte mit Maria Magdalena am offenen Grab bei der sie dachte es sei der Gärtner und ihn fragte ob er wüsste wo sie Jesus hingelegt hätten, darauf er sie anspricht: „Maria!“ und sie erkennt, dass es der Auferstandene Herr ist. Es muss so ein Ausdruck von Liebe und Freude, von Mitgefühl und Bestimmtheit in seiner Stimme und seinem Blick gelegen haben, dass sie plötzlich erkennt, es ist Jesus. Es muss ihm Freude bereitet haben, die Frauen und seine Jünger in seinem Auferstehungsleib zu überraschen und glauben zu machen. Es zeigt, dass der transformierte Leib Jesu die Spuren des menschlichen Leibes trägt, dass er erkennbar ist, dass er durch Wände gehen kann, geräuschlos hinter jemand auftauchen und wieder verschwinden kann. 

Immerhin, wir müssen das mal zu verstehen versuchen. Nach menschlichen Maßstäben war Jesus für die Jünger tot, sie haben ihn alle leiden und am Kreuz sterben sehen. Er war in einem Grab mit einem riesigen Stein davor. Und jetzt steht er vor ihnen. Es ist ohne weiteres nachvollziehbar warum Leute wie Thomas zweifelten, warum Petrus im leeren Grab sich wunderte usw.

Jesus nutzte deshalb die Zusammenkünfte, um ihnen die Schrift zu erklären, denn sie mussten ja verstehen was das alles zu bedeuten hatte. Einmal hauchte er sie an, „nehmt hin Heiligen Geist“ – sozusagen eine Prise vorab, bevor das Pfingstwunder mit der großen Ausgießung des Heiligen Geistes geschah. Sie mussten die Zusammenhänge verstehen. Jesus kümmerte sich, er überließ nichts dem Zufall.

Es gibt noch eine Geschichte, die nur im Johannes Evangelium berichtet wird und das ist die mit dem Fischzug der Jünger und Jesus der am Ufer Frühstück macht. Die Jünger hatten wieder ihren alten Beruf aufgenommen, waren von Jerusalem wieder nach Galiläa zurückgegangen. Wie musste ihnen zumute sein? Der auferstandene Jesus hatte ihnen ja in Jerusalem gesagt, wartet in Galiläa auf mich, dann verschwand er wieder. Sie waren also zurück in ihrer Heimat und fragten sich sicher, was passiert denn jetzt, wie geht das mit Jesus weiter? Und dann gingen sie fischen, fingen aber die ganze Nacht keinen Fisch. Doch dann stand da plötzlich im Morgengrauen ein Mensch am Ufer, den sie zuerst nicht erkannten, der rief ihnen zu, sie sollen die Netze noch einmal auf der anderen Seite auswerfen. Das taten sie und fingen ganz viele Fische. Johannes, der Jünger den Jesus besonders liebte, erkannte zuerst, dass es Jesus ist, der da am Ufer steht. Sein Ausruf, Es ist der Herr!“ ist immer wieder gänsehautverdächtig.

Am Ufer brauchen sie eigentlich ihren großen Fang nicht, denn Jesus hatte schon welche gegrillt und das Frühstück bereitet. Hier begannen sie zu lernen, dass er sie in Zukunft versorgen wird und dass ihr Auftrag ein anderer sein wird als weiter im See zu fischen.

Und Jesus hat noch etwas besonderes mit Petrus vor: Er spricht mit ihm sehr intim darüber wie lieb dieser ihn hat. Diese Geschichte allein ist ein Predigt wert, denn sie knüpft an die großspurig von Petrus behauptete Aussage vor der Gefangennahme Jesu, dass er den Herrn mehr liebt als alle anderen und dass er nie von seiner Seite weichen wird. Bekanntermaßen verleugnete er ihn daraufhin dreimal in kurzer Zeit. Nun fragt ihn Jesus genauso 3x wieder liebst Du mich? Und nach dem dritten Mal eindringlichen Fragens lässt Petrus nun endlich seine ganze eigene Stärke, die er vor dem Tod Jesu noch demonstrierte, fallen und sagt das was in seinem Herzen ist – Ja ich liebe Dich Herr. Jesus setzt ihn daraufhin in seine Berufung ein: Weide meine Lämmer, weide meine Schafe: Petrus wird zum Anführer der Apostel, zu dem Fels, wie Jesus ihn gleich bei seiner ersten Begegnung nannte. 

Himmelfahrt 

Die Evangelien schließen mit der Himmelfahrt Jesu. Die Jünger die zwischenzeitlich in Galiläa waren, sind wieder zurück in Jerusalem. Die eigentliche Himmelfahrt wiederum fand in Bethanien statt, das ist ein Dorf zwei Kilometer von Jerusalem entfernt. Wer mal in Jerusalem war, kennt wahrscheinlich die Himmelfahrtskirche auf dem Ölberg mit dem hohen Turm. Leider hat hier die kirchliche Tradition wieder einmal die Aussagen der Bibel ignoriert und diese sogenannte Himmelfahrtskirche an den falschen Ort gestellt. Es sind in der Kirche angeblich sogar die Fußabdrücke Jesu zu besichtigen als ob er wie eine Rakete abgehoben und seine Füße in den Boden gebrannt hätte, so ein Unsinn.

Als sie dort in Bethanien zusammen waren, segnete Jesus die Jünger, sprach den Missionsbefehl aus und versprach ihnen, dass sie bald mit der Kraft aus der Höhe, dem Heiligen Geist, ausgerüstet werden würden. Und er sagte noch eins: „Ich bin bei Euch alle Tage bis ans Ende dieser Welt.“ Was für ein Zuspruch!!! 

Jesus wurde dann vor ihren Augen emporgehoben in Richtung Himmel bis sie ihn nicht mehr sahen und eine Wolke ihn verdeckte. 

Und damit möchte ich schließen. Ich hoffe, Ihr habt genauso wie ich vieles Interessantes im Altbekannten entdeckt und trotz dieses Schnelldurchgangs hat es ein bisschen Spaß gemacht, einmal ein paar Hintergründe und teilweise oft übersehene Fakten und Details der Passionsgeschichte Jesu kennenzulernen. 

 

„Ich bin bei Euch alle Tage bis ans Ende dieser Welt.“


8.)  Teil 2 Jesu - Öffentliches Wirken. Von der Taufe bis zum Garten Gethsemane. 

Stell Dir vor, Dir sagt Dein Arzt, Du hast ab heute nur noch 3 Jahre zu leben. Der Krebs oder was auch immer ist schon so weit, da ist nicht mehr viel zu machen. 3 Jahre, nur noch 3 Jahre!!! Und er sagt noch etwas: Am Ende dieser 3 Jahre, da wirst Du grausam sterben, denn es gibt kein Heilmittel welches Deinen Zustand lindert, geradezu verrecken, krepieren, und endlose Schmerzen haben bis es vorbei ist. STILLE. Was denkst Du, was kommen für Gedanken hoch? Angst, Zorn, Trauer, was noch? Warum ich? Was soll das? Bringe ich mich vorher um bevor die Schmerzen kommen? Was würdest du in der Zeit machen wollen? Eine Weltreise? Arbeiten? Vielleicht wirst Du Vegetarier? Oder Evangelist? 

3 Jahre.

Das war genau die Situation, in die Jesus kam und der er sich stellen musste. Er wusste, er muss diesen Weg gehen, er kam ja freiwillig und lange bevor es Menschen gab schon hat der Vater mit dem Sohn und dem Geist Gottes diesen Plan gefasst. Jetzt war es soweit. 

Plötzlich fängt da einer, den sie Johannes nennen, an, am Jordan zu taufen und spricht, das Himmelreich ist nahe herbeigekommen. Es entsteht ein Menschenauflauf, von überall kommen die Leute zu Johannes und fragen ihn – bist Du der Messias? Doch Johannes schaut sie durchdringend an und ruft: Schon bald wird einer kommen, der nicht mit Wasser, sondern mit Feuer taufen wird, der die Spreu vom Weizen trennt, der die Worfschaufel schon in der Hand hält und dessen Schuhriemen ich zu binden nicht würdig bin. Das war gewaltig und die Kunde spricht sich auch bis Nazareth im Norden Galiläas herum. Als Jesus davon hörte, muss es ihm durch Mark und Bein gegangen sein: jetzt geht es los, jetzt beginnt dein eigentlicher Auftrag, jetzt wird es ernst. So ein bisschen wie das Arzt Gespräch vom Anfang.

Er hatte ja bis dahin, wenn man das so sagen kann, in einer gewissen Komfortzone gelebt. In Nazareth, ein 400 Einwohner-Dorf, als Zimmermann, wahrscheinlich hat er mit seinen Brüdern den elterlichen Betrieb übernommen und ein für damalige Verhältnisse arbeitsames, einfaches aber glückliches und beschauliches Handwerkerleben geführt. Er kannte den Ort, die Leute, auch die Nachbarorte wie Kana, Nain oder Magdala. Hat dort unzählige Male Dächer oder Häuser repariert oder neu gebaut. Er kannte den Glauben der Menschen, er wusste um ihre gesetzliche Frömmigkeit. 

Doch jetzt sollte er da raus und genau den gleichen Menschen sagen, ab heute ist der Himmel auf die Erde gekommen und zwar in meiner Person, denn ich bin Gottes Sohn. Eben noch deren Möbel zusammengezimmert und nun sich hinstellen und sagen – Deine Sünden sind dir vergeben, denn ich habe die Macht Sünden zu vergeben. Ich finde Gott hat viel Humor und er hat es Jesus dadurch nicht unbedingt leicht gemacht. Er hätte ja auch von irgendwoher einschweben können und plötzlich als Lichtgestalt die Menschen beeindrucken können. Aber Gott steht zu seinem Wort und genauso wie es kam war es vorher in der Schrift angekündigt.

Also legt er Feile, Hammer und Wasserwaage beiseite, verabschiedet sich von seiner Mutter und den Geschwistern und läuft los. Allein. Von Nazareth bis an die Stelle wo Johannes taufte, damals mit Sicherheit 5 Tagesreisen entfernt. Viel Zeit, um nachzudenken: Was wird in seinem Kopf vorgegangen sein? Werden sie auf mich hören? Wie werde ich meine Jünger finden? Wie werde ich versorgt mit dem Nötigsten, wenn ich auf Wanderschaft bin? Was denkt meine Familie, was mein Dorf? Was wird am Ende mit mir? Werden sie mich steinigen, oder kreuzigen oder erstechen oder einen Abhang runterstoßen? Wer sind meine Freunde, ist da irgendjemand der zu mir hält? Wenn man die Evangelien im Kontext betrachtet, dann stellt man auf der einen Seite fest, dass Jesus zwar alles im großen Zusammenhang schon wusste aber die einzelnen Schritte immer wieder im Gebet mit dem Vater abstimmte, um genau das richtige zu tun. So wird er sich auch hier Fragen gestellt haben, wie wird das jetzt alles, aber er hatte gleichfalls das vollste Vertrauen in die Führung durch seinen Vater im Himmel.

Er ging also an den Unterlauf des Jordan zu Johannes und ließ sich taufen. Das war die Initialzündung, die Startrampe für die größte Rettungstat, die die Menschheit je gesehen hat. Und Gott der Vater macht aus dieser Taufe dieses Mannes ein göttliches Event, eine Bestätigung sondergleichen, er spricht hörbar aus dem Himmel: „Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe“. Eine unglaubliche Stärkung für Jesus, der sich gerade damit auseinandersetzen musste, jetzt geht es los, jetzt ist der Auftrag da, jetzt hat er sozusagen den Marschbefehl von Gott dem Vater erhalten, die Welt zu verändern.

Interessanterweise geht er nicht gleich los und predigt, sondern er geht in die Wüste, allein, noch einmal 40 Tage nur mit Gott zu verbringen. Wir haben über diese extrem wichtige Zeit in Jesu Leben schon berichtet, z.B. wie er uns ein Vorbild war mit den Versuchungen des Satans umzugehen. Ich bin fest davon überzeugt, dass Jesus hier in ständigem Dialog mit dem Vater war, dass er von ihm auf all die Dinge, die kommen werden, vorrausschauend eingestimmt wurde und entsprechende Kraft bekommen hat. Wahrscheinlich hat er in dieser Zeit die intime Gemeinschaft mit dem Vater eingeübt, die ihn dann die folgenden 3 Jahre ausgezeichnet hat -  er hat sich ja oft von den Jüngern abgesondert, um zu beten und mit seinem himmlischen Vater zu reden, meistens frühmorgens bevor der Alltag losging. 

Und dann ging es los. Das erste Wirken von Jesus geschah auf einer Hochzeit im Nachbardorf Kana, wo er Wasser zu Wein verwandelte. Anfänglich wollte er gar nicht, dann machte er es doch. Interessant, dass seine Mutter schon wusste und ahnte dass die Zeit seines Wirkens jetzt anfängt, denn sie instruiert die Mundschenke entsprechend. Sie wusste es im Herzen und durch den Heiligen Geist, hat sie doch schon bei Jesu Geburt die Prophezeiung, die über seinem Leben liegt, erfahren. Interessant hier auch, dass Jesus sein öffentliches Wirken mit einer Hochzeit begann und es wird mit einer Hochzeit – der Hochzeit des Lammes mit der Gemeinde – enden. In der Hochzeit von Mann und Frau liegen so viel göttliche Geheimnisse und so viel Segen verborgen, es ist ein Spiegelbild der Liebe wie Gott uns sieht und behandelt, als wunderschöne Braut und es wäre eine extra Predigt wert. Kein Wunder, dass sich Jesus genau solch ein Ereignis für sein -heute würde man sagen - „Coming Out“ gewählt hat. 

Soweit der ungewöhnliche Start Jesu in seinen noch ungewöhnlicheren Auftrag.

Wenn man sich nun dem Wirken Jesu über diese 3 Jahre nähert, so kann man das auf verschiedene Weise tun, ich habe es einmal in drei markanten Phasen umrissen, die vor allem der Tatsache Rechnung tragen dass er Jude war und zu seinem Volk kam: 

1. Phase: Bekanntwerden, erste Nachfolger, Predigt zur Umkehr, Wunder, Aufzeigung falscher Gesetzesgläubigkeit.

2. Phase: Messianische Wunder, Anspruch des Messias, Glauben im Volk, Ablehnung durch die Jüdische Repräsentanz/Elite, Zeichen des Jona, nachfolgend Wunder und Predigten im Verborgenen, Sünde wider den Heiligen Geist, Gleichnisse, Schulung der Apostel.

3. Phase: Verurteilung und Tod , Auferstehung, Erscheinungen, Himmelfahrt, Pfingsten.

 

Heute wollen wir uns mit den ersten 2 Phasen beschäftigen, beginnen wir mit der ersten Phase: 

Als Jesus öffentlich auftrat war Juda im Süden mit Jerusalem als Zentrum, Samaria in der Mitte und Galiläa im Norden das Kernland der Juden, in dem sie lebten. Wie wir im ersten Teil dieser Vortragsreihe gehört haben, hatten die Juden keine rechtliche Macht, selbst der von den Römern eingesetzte König Herodes hatte keine durchgreifende politische Autorität, diese wurde allein von den Römern ausgeübt. Nur die Priesterliche Kaste übte über die Religion Macht über die Menschen aus. Sie waren die Gelehrten, die Angesehenen, diejenigen, die das Gesetz und die Schrift kannten und die die Menschen entsprechend führten und Ihnen Weisung erteilten. Es gab einen Hohen Rat, der sozusagen die geistliche Gerichtsbarkeit und Leiterschaft verkörperte und der gewählte Hohepriester war autorisiert, einmal im Jahr die vorgeschriebenen Opfer im Tempel durchzuführen. Nun hatte sich aber in all den hunderten von Jahren nachdem das Alte Testament niedergeschrieben und weitergegeben wurde, ähnlich wie in der katholischen Kirche später, eine menschengemachte Lehre darum gerankt. Verschiedenste Rabbinerschulen aller durchlaufenden Generationen verstanden sich darauf, Gesetz auf Gesetz der Thora, den Büchern Mose und den Propheten, hinzuzufügen. Das Leben wurde aus geistlicher Sicht mehr und mehr zu einer Gesetzlichkeit, die Menschen lebten unter dem Joch der geistlichen Verordnungen und Vorschriften. Und das schlimme daran war, dass diese Vorschriften im Laufe der Zeit den gleichen Stellenwert wie die Bibel einnahmen. Auch das ist ein Phänomen was später die Kirche aufgriff und umsetzte in dem sie den Katechismus und Sakramentslehren und vieles andere dem Wort Gottes gleichsetzte. Es entwickelte sich sozusagen ein Eigenleben der Gesetzlichkeit, was zu immer weiteren, immer absurderen Verschraubungen, Vorsichtsmaßnahmen und Hirnkrämpfen bei den gläubigen Menschen führte und führen musste. 

Das war die Ausgangslage. Hier nun platzte Jesus hinein mit seiner Aussage, das Himmelreich ist nahe. Hier nun eckte er an, in dem er der geistlichen Leiterschaft klarmachte, dass sie zwar die Gesetzlichkeit der Buchstaben beherrschen, jedoch die Liebe die eigentlich dahintersteckt, komplett vergessen hatten. Es gibt einige Konfrontationen Jesu mit der Leiterschaft in dieser Richtung, am bekanntesten wohl die versuchte Steinigung der Ehebrecherin.

Jesus war allein aus diesem Grunde schon anders als die anderen 

Wanderprediger, die durchs Land zogen, denn diese verkündeten das Gesetz und legten die Gesetzlichkeit nach ihren Vorstellungen aus. Und natürlich, weil er Wunder bewirkte, für die damalige einfache Bevölkerung unvorstellbar. 

Es ging eine Faszination von ihm aus, nur so ist es zu erklären, dass sehr schnell neben seinen ausgewählten 12 Jüngern sich weitere, teilweise sehr viele Menschen ihm anschlossen. Sie kosteten etwas von dem Göttlichen was auf ihm lag, sie sahen seine Herrlichkeit wie es Johannes ausdrückte, die sogenannte Shekina wie es die Bibel nennt, die auf ihm war – die göttliche Präsenz, die göttliche Offenbarung in Wahrheit - der Heilige Geist bewirkte in ihnen ein Verständnis der göttlichen Herkunft Jesu. Da wo Jesus war, war Leben, da war Aufruhr, etwas Neues, da passierten unglaubliche Dinge, man spürte Gott am Werk, da war erkennbares Aufbegehren gegen die Regeln und Gesetzlichkeit. Im Gefolge von Jesus zu sein war spannend, aufregend und interessant, auch wenn keiner der Menschen zu dem damaligen Zeitpunkt auch nur annähernd erahnen konnte, welche historischen Auswirkungen und Konsequenzen das Wirken des Sohnes Gottes vor ihren Augen für die gesamte Menschheit haben würde.

Er heilte und tat Wunder, um die Menschen zum Glauben zu bewegen und um seine Sendung als Messias zu autorisieren. Er verlangte zu diesem Zeitpunkt teilweise noch nicht einmal, dass sie glauben müssten, um geheilt zu werden. Er tat diese Wunder um seinen Anspruch als Messias zu beweisen und zu untermauern. Ein Beispiel ist die Heilung des Gelähmten am Teich Bethesda in Joh. 5: Jesus fragt nur – willst Du gesund werden? – der Gelähmte antwortet: Ja – und er heilte ihn. Es war Sabbat und allein dadurch provozierte er die Juden damit, dass er diesen Mann eben an einem Sabbat heilte. Gegen die Heilung an sich konnten sie ja nichts einwenden aber dagegen, dass er gegen ihre 1000 Sabbatregeln verstieß. Das aber machte Jesus ganz bewusst, um sie zu konfrontieren. Er war gekommen, Ihnen das steinerne Herz – die Gesetzlichkeit gegen ein Fleischernes Herz - die Liebe und Barmherzigkeit, einzutauschen. 

Und er kannte sich aus in den Rabbinischen Regeln der Beweisführung, die nämlich besagen: Man tut das Schwerere um das Leichtere zu beweisen: Bei der Heilung eines anderen Menschen sagte er einmal: Was ist schwieriger, zu sagen Deine Sünden sind dir vergeben oder steh auf, nimm dein Bett und geh? Die Heilung ist natürlich schwieriger. Er heilte ihn und daher konnten sie ihn in ihrer Logik nicht mehr festnageln darauf das er ihm auch die Vergebung seiner Sünden zusprach. Jesus kam den Juden sogar in ihrem krausen Denken entgegen, um sie zu gewinnen.

Jesus war also schon aus menschlicher Sicht gesehen ein sehr mutiger Mensch, denn wo immer er war, provozierte er die Leiterschaft, das jüdische Establishment. Dies war mitunter gefährlich, wir lesen an der einen oder anderen Stelle wie sie ihn steinigen oder in seiner Heimatstadt Nazareth z.B. den Abhang herunterstürzen wollten um ihn zu töten. Aber Jesus wusste auch, dass ihm jetzt noch nichts passieren würde, denn der Zeitpunkt seines finalen Kampfes war noch nicht gekommen. 

Ein weiteres Merkmal dieser ersten Phase des öffentlichen Auftretens Jesu war, dass er sich als der Messias zu erkennen gab, offen darüber sprach und Gott seinen Vater nannte . All das war natürlich eine riesige Provokation der Rabbiner, aber die Menschen, die er heilte, denen er das Evangelium verkündete, die er durch Brotvermehrung speiste, sie alle glaubten an ihn. Jesus hatte in dieser Zeit nichts dagegen, dass alle seine Botschaft hörten, dass seine Taten überall verkündet und weitererzählt wurden, man kann sich vorstellen wie sich das wie ein Lauffeuer in den damaligen Dörfern und Provinzen herumsprach. Er machte den Menschen auch klar, dass die Wunder einem Zweck dienten, er verknüpfte fast immer die Tat mit der Aufforderung zum Glauben. Und er stellte den Glauben über die Tat indem er sagte, Ihr seht also glaubt ihr, wohl dem der nicht sieht und dennoch glaubt. Jesus war der Messias und er verkündete dies in dem er den Menschen Sündenvergebung zusprach: „Geh hin und sündige nicht mehr“. „Wer ist dieser, fragten sie sich, der sogar Sünden vergeben kann?“ Eine eindeutige Eigenschaft die nur dem kommenden Messias zugebilligt wurde.

Jesus war glasklar aber einfach und direkt: „Wer an mich glaubt wird gerettet, wer an mich glaubt, hat das ewige Leben. Wer aber nicht glaubt, ist schon gerichtet, wer nicht an mich glaubt, wird in seinen Sünden sterben.“

Und er hatte eine alles über den Haufen werfende, fundamentale Botschaft im Gepäck dabei: Nämlich den Vater, den unendlichen Schöpfergott, den liebenden Herrn aller Herrn, zu vermitteln, ihn den Menschen nahezubringen, ihnen zu erklären dass sie es mit einem nahbaren liebenden Vater zu tun haben, nicht mit einem ominösen, graubärtigen alten Mann der grimmig jede Sünde zählt. Einen Schöpfergott der uns aus vollkommener Liebe heraus erschaffen hat zu seinem Ebenbild. Er sagte so vieles über seinen Vater, z.B. Joh. 12,44: „Jesus aber rief: Wer an mich glaubt, der glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat.“ Es gibt unzählige Bibelstellen darüber, wie sehr Jesus versuchte uns den Vater nahezubringen. Und wenn man Jesu Tod und seine Auferstehung in diesem Kontext betrachtet, dann merkt man, dass sein größten Anliegen war, den abgefallenen Menschen wieder mit dem Vater zu versöhnen. 

Seit Adam hatte sich der Mensch durch die Sünde von Gott abgewandt, er war geistlich tot, weil er nicht mehr in der Nähe Gottes war. Er vollführte über Jahrtausende alle möglichen Opferrituale, um sich der Bestrafung durch Gott zu entziehen. Jesus jedoch verkündete, dass sie durch ihn nun direkten Zugang zum Vater erhielten, dass sie allein glauben müssten. Er baute die Brücke zum Vater. Er verkündete die allumfassende Gnade dem, der sein Leben ihm schenkt, wie schlimm und verdorben dies auch sein mochte. 

Dies alles war für die Juden in gewisser Weise revolutionär und sie werden es während der Lebzeiten Jesu mit Sicherheit kaum verstanden haben. Denn sie waren ja tagtäglich in ihrer Gesetzlichkeit gefangen und hatten nichts anderes gelernt als ihrem Gott mit Werken zu diesen, ihn mit Opfern zufrieden zu stellen, so wie das alle Religionen dieser Welt verkünden. Weil es eben leicht ist, einfacher ist, wenn ich etwas tue und dafür Gnade und Akzeptanz bei Gott bekomme. Quasi ein Tauschhandel. Aber hier steht jetzt einer der sagt, wer an mich glaubt, der findet Heil und Akzeptanz beim Vater, bei Gott. Diese Aussage krempelte das ganze Weltbild, das Verhalten und das Glaubensmuster der Juden um, sie stellte alles auf den Kopf.

All das predigte Jesus in der ersten Phase seines Auftretens. Und die Rabbiner und Pharisäer? Sie fingen an ihn zu beobachten und sandten Abgesandte zu ihm, um ihn auf die Probe zu stellen (Vorgang nach rabbinischem Muster). Sie konfrontierten ihn mit dem Gesetz Mose und der Mischna und anderen ihrer Vorschriften und was er angeblich alles gebrochen haben sollte. Sie störten sich natürlich an seinem Erfolg, neideten ihm seine Gabe, Wunder zu tun. Aber weil er dies tat, konnten sie ihm nicht einfach wegen seiner in ihren Augen ungesetzlichen, provokanten Taten dingfest machen, denn er hatte die breite Masse des Volkes hinter sich. Also versuchten sie es mit Streitgesprächen über heikle Themen wie Steuern zahlen, die Frage des Fastens oder am Sabbat zu heilen. Jesus war jedoch mit einer außerordentlichen Intelligenz und Schriftkenntnis ausgestattet, er war viel zu clever, sich hochnehmen zu lassen und schlug sie in der Regel mit ihren eigenen Waffen, nämlich der Schrift und dem Gesetz. Natürlich hatte das jüdische Establishment auch Angst um ihre Position und ihre Pfründe, denn Jesus stellte sie komplett in Frage. In gewisser Weise muss man zugeben, war das auf Seiten der Schriftgelehrten und Anführer sogar eine natürliche Reaktion. Keiner gibt gerne freiwillig Macht ab oder lässt sich öffentlich der Lüge und der Untreue bezichtigen oder vorführen.

 

Zweite Phase: 

Etwa in der Mitte des dreijährigen öffentlichen Wirkens Jesu veränderte sich plötzlich einiges. Die zweite Phase seines Auftretens begann. Zum einen entzog er sich mehr als vorher der Öffentlichkeit und suchte Schutz im Kreis der Jünger und begann sie intensiv zu schulen, zum zweiten verbot er denen, die er heilte, dies groß herumzuerzählen, was natürlich bei den einfachen Menschen nicht immer gelang. Des Weiteren verlangte er Glauben, um heil zu werden. Und schließlich vollbrachte er die sogenannten messianischen Wunder in deren Folge sich die Leiterschaft der Juden komplett gegen ihn wandte und beschloss, ihn zu beseitigen, egal wie. Weiterhin ist ein Merkmal dieser Phase die Schulung und Ausbildung der Apostel für die Zeit danach und das Erklären der Zeichen der Zeit.

Was war geschehen, dass Jesus sein Verhalten änderte?

Es sind vier bestimmte Wundertaten durch Jesus geschehen, die die Führerschaft der Juden so gegen ihn aufbrachte, dass diese seinen Tod beschlossen. Die Juden, vor allem die Rabbiner, die das Volk lehrten, unterschieden damals zwei Kategorien von Wunder, die „normalen“ Wunder und die messianischen Wunder. Zu den „normalen“ Wundern zählten 

Krankenheilungen nach Gebet durch die Priester, Dämonenaustreibungen nach Exorzismus und vieles dergleichen was sie auch selbst praktizierten. Wo jedoch die rote Linie war, das waren die sogenannten messianischen Wunder. Dies waren Wunder, die nach ihrer Lehre nur der kommende Messias tun konnte. Folglich, als Jesus diese ausführte, rief das Volk, das muss der Messias sein, der Sohn Davids, denn nur er kann es. Um welche Wunder handelte es sich dabei? 

Die Heilung des Aussätzigen (Leprakranken), die Heilung des Blindgeborenen, die Austreibung des taubstummen Geistes sowie die Auferweckung des Lazarus. Man überliest diese Wunder manchmal leicht im Zusammenhang der anderen Wunder die Jesus tat, aber Jesus wusste genau um deren Bedeutung und er benutzte sie, um seinen messianischen Anspruch den Führern des Volkes gegenüber zu unterstreichen. Diese Wunder waren sozusagen das messianische Zeichen, das er setzte und die Menschen der damaligen Zeit haben das ganz genau verstanden.

Ich möchte aus Zeitgründen nicht auf den vollen Hintergrund aller messianischen Wunder eingehen, nur jeweils ein wenig: Wir können aus der Abfolge und Auflistung dieser vier Geschehnisse nicht 100% ableiten, welches zuerst und welches zuletzt passiert war. Fakt ist jedoch, diese messianischen Wunder waren das Fass, dass die Wut der Pharisäer und Priester zum Überlaufen brachte.

Bei einem Leprakranken verhielt es sich damals so, niemand konnte je einen Aussätzigen heilen, man isolierte die Person, man näherte sich ihr nicht, zum einen, weil man Angst vor einer Infektion hatte, zum anderen, weil man nach einer Berührung ebenfalls als unrein galt. Also definierte man die Heilung eines Aussätzigen als messianisches Wunder. Jesus ging sogar hin und berührte die Menschen, die er heilte, also auch den Aussätzigen. Das war jenseits von dem was die Juden bis dato gesehen und verstanden hatten.

Ein blind Geborener wiederum warf die Frage auf, hat nun er im Mutterleib gesündigt oder seine Eltern, Großeltern dass er bereits blind auf die Welt kam? Das Gesetz sagte, dass Gott bis in die 4. Generation Sünden heimsucht. Für diesen Konflikt hatten die Juden keine passable theologische Antwort, die dem Volk vermittelt werden konnte, also erklärten sie eine solche Heilung kurzerhand zu einem Wunder, dass nur der Messias tun konnte, denn dieser konnte ja auch die Sünden vergeben.

Jesus nun heilte sowohl den Aussätzigen als auch den Blindgeborenen. Beide Male schickte er die Geheilten zu den Priestern, um sie befragen zu lassen. Diese bezeugten, dass es Jesus war, der sie geheilt hatte. Das Volk sprach inzwischen laut davon, dass er der Messias sein musste, denn er hatte ja genau die Wunder vollbracht, die nur dem Messias zustanden. Sie sagten, ist der nicht der Sohn Davids und mit dieser Redewendung war immer die Person des Messias gemeint. Für die Obrigkeit ein Schlag ins Kontor denn sie hatten ab jetzt die Situation nicht mehr im Griff. 

Und die 3. Heilung in diesem Zusammenhang, die der Austreibung des taubstummen Geistes bzw. die Heilung des Taubstummen, setzte diesem noch die Krone auf: Wir müssen dazu wissen, dass Dämonenaustreibung, Exorzismus uns ähnliches für die damalige Zeit etwas nicht Ungewöhnliches war. Die Priester wurden gerufen und sie praktizierten den Vorgang gemäß der Gesetze und Vorschriften mit mehr oder weniger Erfolg. Der normale Ablauf bei der Austreibung von Dämonen, so wie er damals von den Priestern und Gelehrten praktiziert wurde, schrieb vor, den Dämon zu befragen wer er ist , wie er heißt, wieviel es sind und dann die Austreibung vorzunehmen. Genau dieses hatte ja Jesus auch einmal vorgemacht bei der Heilung des Besessenen Gerazeners, als die Dämonen antworteten, „unser Name ist Legion, wir sind viele“. Bei einem Taubstummen kann man die Person jedoch nicht befragen, da sie weder hört noch sprechen kann, also kann man auch nicht erfahren was für ein Geist in ihm steckt. Folglich wurde in den Lehrschriften eine Heilung dieser Art als Wunder deklariert, dass nur der Messias tun konnte. In Mt. 12,22 tat Jesus dies einfach und wiederum fragte das Volk sofort, ist dieser nicht Davids Sohn? 

Anschließend verstiegen sich die Pharisäer in ihrer Erklärungsnot darauf, dass Jesus selbst besessen sein musste und diesen Dämon mit einem noch höheren Dämon, dem Satan selbst, dem Beelzebub ausgetrieben hat. Eine gewagte Theorie, die Jesus auch gleich entkräftete in dem er den Spieß umdrehte und in Mt. 12, 27-28 sagte: „ Und wenn ich, wie ihr behauptet, die Dämonen durch die Kraft des Teufels austreibe, welche Kraft nutzen dann eure eigenen Leute, um böse Geister auszutreiben?....Wenn ich aber die Dämonen durch den Geist Gottes austreibe, so ist das ein Zeichen dafür, dass Gottes Reich unter euch angebrochen ist.“ 

Nach rabbinischer Lehre glaubte man bei den Juden, dass der Geist eines frisch Gestorbenen noch 3 Tage über dem Toten schwebte, dann entschwand sein Geist und seine Seele in das Totenreich, er war er richtig tot. Vorher bestand immer noch wenn auch eine geringe Möglichkeit, dass er eventuell zurückkommen konnte. Aber danach war dies unmöglich und ausschließlich der Messias konnte einen solchen Toten auferstehen lassen. 

Vor diesem Hintergrund wird klar, dass Jesus sich etwas Zeit ließ, zu seinem gestorbenen Freund Lazarus zu gehen. Als er schließlich wieder nach Bethanien kam wo dieser lebte, waren bereits 4 Tage vergangen. Dann erst fragte er Maria und Martha und die anwesenden ob sie an ihn glauben würden und nach ihrem Bekenntnis vollbrachte er das Wunder von Lazarus‘ Auferstehung. Obwohl Martha, seine Schwester, ihn als er befahl den Stein vom Grab wegzurollen, ermahnte mit den Worten, Meister, er riecht schon, denn er liegt schon 4 Tage hier. Umso mehr schlug dieses Wunder bei seiner Anhängerschaft ein wie eine Bombe. Jesus vollführte an Lazarus das Zeichen des Jona, das Zeichen der Auferstehung worüber er seine Jünger später aufklärte, damit sie es im Zusammenhang mit seinem Tod und Auferstehung verstanden. Die Priesterschaft, die diese Zusammenhänge haargenau erkannten, fühlte sich von den erdrückenden Beweisen zu Jesus‘ Anspruch, der Messias zu sein, vollkommen überführt. Unmittelbar nach dem Auferstehungswunder des Lazarus machte Kaiphas, der damalige Hohepriester, ihnen den Vorschlag, Jesus muss sterben, damit das Volk nicht noch mehr verführt werde. Und in dieser Nacht beschlossen sie den Tod Jesu. 

 

Sünde wider den HG:

Direkt nach all diesen Geschehnissen machte Jesus seinen Anspruch als Messias gegenüber der Führerschaft und dem Volk noch einmal klipp und klar deutlich: (SLIDE 8) Mt,12,30ff: „Wer nicht für mich ist, der ist gegen mich, und wer nicht mit mir Menschen für Gott gewinnt, der führt sie in die Irre. Darum sage ich euch: Alle Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben; aber die Lästerung gegen den Geist wird nicht vergeben. Und wer etwas redet gegen den Menschensohn, dem wird es vergeben; aber wer etwas redet gegen den Heiligen Geist, dem wird's nicht vergeben, weder in dieser noch in der künftigen Welt.“

Jesus bezichtigt die Juden der Sünde wider den HG. Dies ist natürlich ein ungeheurer Vorwurf aber er stimmt, denn die Leugnung des Messias durch die Juden, die Leugnung der Wahrheit wird ihnen nicht vergeben werden. Die eigentliche Sünde ist die messianische Kraft Jesu als dämonisch, vom Satan kommend zu bezeichnen. Nicht, dass sie sich an der Person Jesu störten. Aber dass sie sagten er benutzt Satan und nicht den Geist Gottes, um seine Wunder zu tun. Diese Sünde wider den HG wurde durch die Vertreter und geistlichen Leiter des Volkes und die von ihnen aufgehetzten Volksmengen vollbracht. Es ist also eine nationale Sünde, eine Sünde dieser Generation der Juden, eine Sünde historischen Ausmaßes, die dort und zu dieser Zeit passierte. Und da diese Sünde unvergebbar ist, ist das Urteil beschlossene Sache und tritt etwa 40 Jahre später durch die endgültige Zerstörung Jerusalems durch die Römer und die Zerstreuung der Juden in alle Welt und damit den Verlust ihrer angestammten Heimat in Kraft. 

Zur Klärung: Viele Christen sind bei der Sünde gegen den HG unsicher und denken, sie könnten sie womöglich heute noch begehen oder fallen darunter und ihnen wird womöglich nicht vergeben. Sie denken, sie haben gegen den HG gesündigt wenn sie 1) Gott aus den Augen verlieren, 2) wenn sie lange Zeit die persönliche Beziehung zu Jesus vernachlässigt haben, 3) wenn sie glaubten Gott gehört zu haben aber sich nicht danach gerichtet haben, 4) wenn sie gesündigt habe ohne gleich die Vergebung in Anspruch genommen zu haben, 5) wenn sie Zweifel haben oder Gott mal in Frage gestellt haben, oder 6) wenn sie den HG ignoriert haben und bis jetzt keine Geistestaufe erhalten haben oder 7) nicht in Sprachen reden und vielleicht die eine oder andere Sünde mehr dann hätten sie dem HG gelästert und können keine Vergebung empfangen. Das ist alles biblisch nicht haltbar und nicht korrekt, denn keines der aufgezählten Sünden handelt sich um die unvergebbare Sünde gegen den HG. Die Sünde gegen den Heiligen Geist – sie war eine nationale Sünde der damaligen Zeit und wurde vom ganzen Volk der Juden hauptsächlich durch ihre Anführer, Volksvertreter und Hohepriester begangen indem sie Jesus als Messias ablehnten mit der Begründung, er sei dämonischen Ursprungs und ihn daraufhin ermordeten. 

Wie eben schon angedeutet, gab es eine mittelbare und eine langfristige Auswirkung der Folgen dieser Sünde. Lesen wir dazu (SLIDE 10) Mt. 27,24-25: „Da aber Pilatus sah, dass er nichts ausrichtete, sondern das Getümmel immer größer wurde, nahm er Wasser und wusch sich die Hände vor dem Volk und sprach: Ich bin unschuldig am Blut dieses Menschen; seht ihr zu! Da antwortete alles Volk und sprach: Sein Blut komme über uns und unsere Kinder!“ Während Pilatus sich bewusst war, dass Jesus unschuldig war, war er selbst jedoch zu schwach um den Juden gegenüber ihr Anliegen, ihn zu kreuzigen, 

abzuschmettern und wurde somit mitschuldig am Tod des Messias. Die Juden und ihre Anführer jedoch riefen etwas sehr Schwerwiegendes in dieser Situation aus: „Sein Blut komme über uns und unsere Kinder.“ Und genau das ist eingetroffen. 40 Jahre nach Jesu Tod, also genau der Zeitraum einer Generation und der ihrer Kinder, wurde Jerusalem durch die Römer komplett zerstört, die Juden größtenteils vernichtet oder vertrieben. Schlimmer noch als bei der früheren Eroberung durch die Babylonier 500 Jahre zuvor hörten sie nun auf, eine Nation wie andere Nationen zu sein, sie verloren ihr Land, ihre Zukunft, ihre Bedeutung, ihr Glück als Volk. Dies ist auch wieder ein schönes Beispiel woran man sehen kann, wie klar die Bibel ist und wie ihre Worte Eins zu Eins eintreffen.

Als langfristige Auswirkung der unvergebbaren Sünde gegen den HG können wir die fast zweitausend Jahre andauernden Diaspora festmachen, der Zerstreuung der Juden weltweit, an dem ebenfalls so lange andauernden Antisemitismus, der bis heute anhält, an dem Leid, der Verfolgung, Tötung und anderem furchtbaren Schicksal der Juden dass ihnen über die ganzen Jahrhunderte in der Fremde zugefügt wurde. Daran kann man erkennen wie ernst der Zorn Gottes über Auflehnung seines geliebten Volkes gegen seinen auserwählten Sohn war, welche gewaltigen Ausmaße in der Konsequenz diese nationale Sünde hatte und dass sie unvergebbar war. 

Jesus selbst sprach mehrere eindeutige Warnungen vor den Folgen aus, ihn, den Messias abzulehnen, aber sie wollten es nicht hören. Wir wollen uns das berühmteste Wort von ihm in dieser Richtung einmal näher anschauen, das ist seine Prophezeiung im Rahmen seiner Endzeitreden aus Mt. 23,37-39: „Jerusalem, Jerusalem, die du tötest die Propheten und steinigst, die zu dir gesandt sind! Zum einen spricht Jesus die Juden und den Kern ihres Glaubens direkt an, Jerusalem, Jerusalem, da liegt die Seele des jüdischen Volkes, das ist im übertragenen Sinne der Inbegriff für sein Brudervolk, der Inbegriff der jüdischen Identität. „Du tötest deine Propheten und steinigst die zu Dir gesandt sind.“ Ein eindeutiger Bezug zu Johannes dem Täufer und anderen Propheten und sich selbst. Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken versammelt unter ihre Flügel; und ihr habt nicht gewollt! Er hat jetzt drei Jahre zu ihnen das Evangelium gepredigt und hat alles versucht, aber sie lehnten ihn ab. Siehe, »euer Haus soll euch wüst gelassen werden«  Er zitiert Jeremia 22,5 und Psalm 69,26 - wieder einmal untermauert Jesus seine Aussagen mit der Schrift und bezeugt damit die Wahrheit der prophetischen Aussagen aus lang vergangener Zeit.  Denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen, bis ihr sprecht: „Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!“ Er nimmt dies zum Anlass, gleich eine klare prophetische Aussage für die Zukunft zu treffen, aus der wir entnehmen können, dass die Juden nicht aussterben werden und dass sie ihn eines Tages doch als Messias annehmen werden. Wie wir wissen stehen diese Zeiten unmittelbar vor uns. Gott hat in all den Jahrhunderten trotz aller Zerstörung und Zerstreuung des jüdischen Volkes in Folge der Sünde gegen den HG immer über ihre Identität gewacht und immer einen kleinen Rest bewahrt. Das hat er schon immer gemacht und es steht im Einklang mit seinen Bünden die er mit Abraham und David als deren Stammväter geschlossen hat.

Zurück in einem langen Bogen zu unserem Kontext: In dieser Situation der Ablehnung nun provozierten die Juden Jesus und forderten ihn heraus. Ihnen reichten die Wunder, selbst die messianischen Wunder nicht, sie forderten ein Zeichen, um zu erkennen, dass Jesus der Messias ist. Jesus aber hat jetzt genug von ihnen und ihren Spielchen. Er antwortet ihnen auf den Kopf klipp und klar, dass sie böse sind und böse in den Augen Gottes, das bedeutet, dass sie ihren ganzen Kredit, den sie hatten, durch ihre ablehnende Haltung bei Gott verspielt haben. Das Urteil Gottes über sie war gefällt, es gab nichts mehr zu ändern oder wieder gut zu machen. Die Würfel waren sozusagen gefallen. In Mt. 12,39 lesen wir: „Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Ein böses und ehebrecherisches Geschlecht fordert ein Zeichen, und es wird ihm kein Zeichen gegeben werden außer dem Zeichen des Propheten Jona.“ Was ist das Zeichen des Jona? Jesus erklärt es ihnen, es ist das Zeichen der Auferstehung. Jona, der Prophet – wir erinnern uns – war drei Tage im Bauch des großen Fisches und durch sein Opfer wurden die Einwohner von Ninive zur Busse angeleitet und ihnen wurde vergeben. Aber Jesus sagt auch im Kontext weiter, dieses Volk der Juden ist viel schlimmer als das damalige Volk von Ninive. 

Nachdem nun klar war, dass die Juden und ihre Anführer und Priester Jesus ablehnten und Gott sein Urteil über sie gefällt hatte, änderte Jesus ebenfalls sein Verhalten in der Öffentlichkeit und auch die Zielpersonen seiner Zuhörer. Er wirkte zwar weiterhin Wunder, so wie die Brotvermehrung oder diverse Heilungen aber er predigte nicht mehr zu allem Volk, er erklärte ihnen nicht mehr was er tat, sondern nur noch zu denen, die ihm nachfolgten. Er forderte die Geheilten auch nicht mehr auf zu den Priestern zu gehen und ihnen seine Wundertaten zu zeigen. Jesus änderte ab diesem Zeitpunkt sein Verhalten und seine Strategie. Er hatte begonnen die Jünger und nachfolgend uns, die Christen auf die Zeit nach seinem Tod vorzubereiten. Die Auseinandersetzung mit den Führern und den Gelehrten war ihm jetzt nicht mehr wichtig, er kümmerte sich jetzt um sein Erbe. 

Dazu zählt auch eine weitere, allumfassende Konsequenz aus der Ablehnung des Messias durch die Juden: Nämlich, dass Gott von nun an auch die Nichtjuden, also die Nationen der Heiden in seinen Heilsplan miteinschloss. Es trat sozusagen Plan B in Kraft. Jesus war zu allen Menschen gekommen, vorrangig zu den Juden, aber nun richtete er sein Augenmerk darauf, dass in der ihm noch verbleibenden Zeit auf Erden alle die glaubten, soviel wie möglich vom Reich Gottes und den zukünftigen Abläufen und deren Bedeutung verstanden. 

Er begann jetzt die Phase seine Jünger, die späteren Apostel, intensiv zu schulen. Sie sollten einmal alles in die Welt tragen und die Gemeinde aufbauen. Die Gemeinde ist ja ein weiteres Merkmal, die Bibel spricht von Geheimnis, dass sich erst nach der Ablehnung Jesu durch die Juden offenbaren konnte und nach seiner Auferstehung in Existenz kam. Jesus legte durch seine Worte und Ausführungen den Grundstein für die Beziehungen der Menschen untereinander, wenn er physisch nicht mehr anwesend ist. 

Er begann ihnen hauptsächlich in Gleichnissen die Zusammenhänge seines Kommens, seines Todes und seiner Auferstehung zu erklären. Gleichnisse kann man nur richtig verstehen, wenn man den heiligen Geist hat. Diesen schenkt Gott nur dem der sich ihm zuwendet. Also eine sehr geschickte Methode von Jesus, um den Jüngern und uns Dinge zu offenbaren die die Juden damals und heutige Ungläubige nicht verstehen werden. Die Jünger haben im ersten Moment nicht viel verstanden aber nach der Ausgießung des HG an Pfingsten konnten sie auf einmal damit etwas anfangen. Jesus wusste genau wie er sie zurüsten musste unter den damaligen Umständen, denn sie, vor allem er, wurden ja am Ende von den Juden gesucht und verfolgt. Er bereitete sie vor für den Tag X, wenn er zum Himmel auffahren würde. Er erklärte ihnen, dass er dann den Heiligen Geist senden werde, den Tröster und Helfer, der uns in alle Wahrheit also zu ihm hin, leiten wird. 

Das eigentliche Ansinnen Jesus, nämlich die Menschheit nach der katastrophalen Trennung, die bei Adam und Eva begann, wieder mit Gott zu versöhnen, zusammenzubringen, das hat Jesus einzigartig gut gemacht und zwar trotz aller Widrigkeiten seines Alltags. Es war nicht leicht, sich 3 Jahre gegen die Obrigkeit zu behaupten, ihnen in der Öffentlichkeit aber auch in den langen Nächten zu entgehen, wenn sie zuschlagen wollten, oder sie im richtigen Moment zu überführen. Es war nicht leicht parallel 12 Jüngern und darüber hinaus einer kleineren Anzahl an Nachfolgern die Geheimnisse Gottes, die Geheimnisse, die sich um sein Kommen drehten, zu offenbaren und zwar so dass diese Offenbarung bis heute Bestand hat. Es war nicht leicht, sich in der damaligen Zeit im Alltag durch Wüstenstaub und schlechter Infrastruktur durchzuschlagen und all die Wege zu gehen und Ziele zu erreichen, die er in den 3 Jahren erreicht hat. Er gab nie auf obwohl er oft hätte verzweifeln können über die verbohrten Menschen, die nicht verstehen wollten, was er lehrte. 

Er war zwar öfter mal menschlich gesehen müde und kaputt von den endlosen Wanderungen, aber geistlich immer hellwach und mit dem Vater verbunden. Er wusste immer was er tat und wann er es tun sollte. Erst kurz vor seiner Gefangennahme erklärte er den Jüngern im Abendmahl den neuen Bund den Gott durch ihn mit uns schloss. Alles andere wäre zu früh gewesen. Er war uns in dieser Zeit ständig Vorbild, egal welchen Bereich des Lebens man anschaut, unzählige Aussagen, Botschaften und Gleichnisse dienen uns heute als Fundament unseres Glaubens, es gibt keine bessere Lektüre, um bei Gott zu bleiben als die Worte und Taten Jesu zu verinnerlichen. 

Würde man es von außen betrachten, so würde man sagen – Auftrag erfüllt, er hat seine Sache gut gemacht. Das liest sich leicht, aber welche Last, welche innere Not Jesus in der ganzen Zeit wegen uns Menschen durchlitt, das kann man kaum ermessen. Vielleicht wird dies am ehesten deutlich als er im Garten Gethsemane alleine ist und zum Vater betet, ihm sein ganzes Herz ausschüttet und der Vater einen Engel schickt, der ihn stärkt. Jesus ging bis an die Grenze des Aushaltbaren, es zerriss ihn vor innerem Schmerz über uns. Und es ist so, als wenn dann der Vater kommt und sagt – das hast Du bis jetzt wunderbar gut gemacht mein Sohn, jetzt schaffst Du den Rest, nämlich den Foltertod auch noch. 

In diesem Gebet sagt Jesus auch noch etwas bemerkenswertes: „Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin.“ Dies sagte er prophetisch über seine Jünger, über uns. All die Gläubigen, die ihm nachfolgen, sind aus Gottes Sicht nicht mehr von dieser Welt, in der Welt, ja, aber nicht mehr ihr zugehörig. Das ist so gewaltig – Jesus bewirkt mehr als jede Behörde in jedem Land je bewirken kann – er verändert die Staatsangehörigkeit, den Personalausweis, den Reisepass bei jedem, der es will, in einem Augenblick. Da ist es egal ob Mauern gebaut werden oder Asylsuchende abgeschoben werden, sie alle können sofort die himmlische Staatsbürgerschaft haben.

So, ich hoffe wir haben etwas von dem verstanden warum und in welcher Abfolge Jesus Dinge tat und bestimmte Dinge sagte, welche äußeren Ereignisse ihn dazu bewogen. Es ist wichtig, dass wir die Hintergründe über Dinge wie die Sünde wider den HG oder das Zeichen des Jona verstehen und einordnen können.

Ganz zum Schluss kurz zurück zu der Frage am Anfang: Was machst Du, wenn Du noch 3 Jahre hättest? Ich denke das Leben Jesus zu verfolgen birgt so eine gewaltige freudige Botschaft, dass selbst, wenn wir eine solche Diagnose bekommen, dann wissen wir das sind nur noch 3 Jahre in einer Welt, in der wir zwar noch sind, aber zu der wir ohnehin in Wahrheit nicht mehr gehören. Wir gehören zu einer anderen Welt, die Herrlichkeit im Himmel, die unmittelbare Nähe des liebenden Vaters und des Sohnes und Ewiges 


7.)  Der reife Christ: Biblische und Geistliche Grundlagen für Fortgeschrittene
Teil 1: Jesus 

 Grundlagen, Hintergründe, Erkenntnisse und Ziele

Ich weiß nicht wie es Euch geht aber wenn man die Evangelien liest und das 3-jährige öffentliche Wirken von Jesus irgendwie zeitlich oder inhaltlich nachzuvollziehen möchte, dann ist dies manchmal schwer. Das einzige in welchem sich alle Berichte gleichen, ist, dass sie sich zu Beginn mit seiner Geburt und am Ende jeden Evangeliums in einem größeren Abschnitt mit seinem Tod beschäftigen. Mal ging er von A nach B, dann predigte er mal in der Synagoge, mal auf freiem Feld, dann heilte er mal in Jerusalem, mal in Kapernaum, mal in Bethanien. Dann steht ein Ereignis, ein Wunder oder ein Gleichnis bei Matthäus in den ersten Kapiteln, bei Lukas aber weiter hinten usw. Durch die damals übliche Schreibweise der Evangelisten, die sich eben nicht immer an eine chronologische Reihenfolge der Ereignisse hielten, ist es mitunter verwirrend, wenn wir von außen auf das Wirken Jesu schauen und eine zeitliche, geographische oder auch inhaltliche Ordnung zu finden.
Aber keine Angst, ich werde jetzt nicht in einer Detailarbeit alle einzelnen Wege und Stationen Jesu akribisch aufbereiten. Das kann man anderswo besser nachlesen. Wir wollen jedoch in einer kleinen Abfolge von Vorträgen einmal versuchen, tiefer in das Wirken von Jesus einzutauchen, uns mit Hintergründen und Erkenntnissen biblischer und prophetischer Natur zu beschäftigen. Wir wollen über Dinge sprechen, die er tat und uns fragen, warum er sie so tat wie er sie tat und welche Ereignisse und Voraussetzungen ausschlaggebend dafür waren, dass die Geschichte mit Jesus so verlief wie sie verlief.
Da die ganze Thematik so komplex und umfangreich ist, habe ich sehr schnell feststellen müssen, dass es mit einem Vortrag nicht getan ist. Man kann sich der Thematik unterschiedlich nähern, ich habe als Konzept dieser kleinen Serie ungefähr folgende Aufteilung gewählt:
                 1.  Jesus – Grundlagen, Hintergründe, Mission und Ziel seines irdischen Wirkens
2.   Jesus – Die zwei wesentlichen Phasen seines öffentlichen Wirkens
     3.   Jesus – Verurteilung, Tod, Auferstehung, Erscheinungen, Himmelfahrt
            4.  Jesus – Vorhersagen zur heutigen Zeit (Endzeit) und was in Kürze passiert

Dies werden verschiedene Lehreinheiten sein, wo wir die Worte Jesu, seine Taten, Gleichnisse und Verhalten studieren.
Heute im ersten Teil geht es darum, Jesus von seiner göttlichen Bestimmung als Messias her zu betrachten, etwas Erkenntnis über die Zeit, Geographie und die politischen Machtverhältnisse in die er kam, zu gewinnen, die Anfänge seines öffentlichen Auftretens zu beleuchten, mit welchem Anspruch und welcher Mission, welchem Ziel er auftrat und welche Voraussetzungen er selbst schuf, damit er als Messias allen Menschen seine Heilsbotschaft nahebringen konnte. Heute geht es also um klassische Lehre und Erkenntnisgewinn und ich hoffe, dass für jeden etwas Neues und Wichtiges dabei ist.

1)        Die Welt, in die Jesus kam
Die Welt des neuen Testaments ist eine römische Welt. Die Römer waren sowohl in Judäa, Samaria und Galiläa als auch im ganzen Mittelmeerraum die bestehende Großmacht, das Weltreich, das die Griechen abgelöst hatte. Die Griechen waren nach den Eroberungszügen Alexanders des Großen im 4. Jahrhundert v. Chr. die vorherrschende Macht im Mittelmeerraum bis nach Indien über viele Generationen hinweg. Den Vorderen Orient oder östlichen Mittelmeerraum regierten sie meistens von Damaskus aus. Die Unzufriedenheit in den besetzten Gebieten wuchs, vor allem bei den Juden, weil die Besatzer nicht nur Besatzer und Unterdrücker waren. Sie zwängten den eroberten Staaten auch ihre Religion auf. Für die Juden bedeutete dies, dass sie den hellenistischen Gott Zeus mit dem Jüdischen Gott Jahwe auf eine Stufe setzten. Dies war ein Unding (wie heute, wenn Allah und Buddha oder wer auch immer auf eine Stufe mit dem lebendigen Gott der Bibel gestellt werden). Es gelang dann im Jahr 162 v.Chr. unter Leitung von Judas Makkabäus und nachfolgend seinen Söhnen, sich gegen die Griechen zu behaupten, im sogenannten Makkabäer Aufstand. In der Folge schafften sie es, ihr Familiengeschlecht durch weitere Erfolge in eine etwa 100-jährige jüdische Königsherrschaft umzuwandeln und zu etablieren. Die Juden hatten also seit der Vertreibung ins babylonische Exil (500 J.) erstmals wieder eine Königsregentschaft, rein kriegerischer Natur, nicht auch geistlich wie bei David und Salomo. Am Ende dieser Periode, besetzten die Römer die inzwischen überall im Mittelmeerraum die Herrschaft innehatten,  unter Pompeius im Jahre 63 v.Chr. Jerusalem und die gesamten israelischen Gebiete. Die Makkabäer durften fortan nur noch den Hohepriester stellen. Im Jahre 37 v. Chr. wurde die direkte Abstammungslinie der Makkabäer beendet, mit Herodes dem Großen installierten die Römer einen angeheirateten Verwandten als König der Juden in Cäsarea. Man nannte diese Linie in der Folge das Geschlecht der Hasmonäer, das sich bis zum Untergang Jerusalems im Jahr 70 n.Chr. an der Macht halten konnte. Herodes war ein gebürtiger Edomiter, also eigentlich ein den Juden feindlich gesinnter Volksstamm südlich von Judäa gelegen. Aber er zählte sich zu den Juden da während der Makkabäer-Herrschaft auch die umliegenden Gebiete von Judäa zwangsweise den Juden einverleibt wurden. Herodes hielt sich sogar an die jüdischen Bräuche, Regeln und Rituale, allerdings wurde er zeitlebens von den Juden nicht als einer der Ihren anerkannt.
In Rom selbst regierte der Kaiser und Imperator. Hier verhielt es sich so: Nachdem Cäsar eine Alleinherrschaft gegen den Senat und die Republik probierte und für diesen Anspruch im Jahre 43 v.Chr. durch Ermordung mit dem Leben bezahlte, konnte sich nach einer Übergangsphase Octavian, der sich später den Ehrentitel Augustus gab, als Alleinherrscher und Imperator ab dem Jahre 27 v.Chr. etablieren. Er war die große politische Persönlichkeit jener Zeit, regierte über 40 Jahre und trieb das römische Weltreich zu einer neuen wirtschaftlichen Blüte und gleichzeitig durch politische und militärische Erfolge zu großer Expansion. Palästina wurde damals Teil einer der vielen Provinzen, die das römische Reich umschloss, in diesem Falle sprach man von der Provinz Syrien. Zurzeit von Jesu Geburt herrschte in Rom also Kaiser Augustus, ab dem Jahre 14 n. Chr., also später auch der Zeit von Jesu‘ 3-jährigen öffentlichen Wirken, herrschte dann sein Adoptivsohn, Kaiser Tiberius. Die einzelnen Provinzen unterstanden einem Legaten oder Provinzstatthalter, der im Falle Syriens in dem nördlich gelegenen Antiochia oder auch Damaskus ansässig war. Unterteilt wurden die Provinzen, die ja riesig waren, in kleinere Gebiete, Länder oder Unterprovinzen. Diese wurden von lokalen Herrschern, die die Römer eingesetzt hatten, regiert. Auch wenn die von den Römern eingesetzten lokalen Könige und Herrscher faktisch keine echte und vollständige Regierungsmacht ausübten – sie hatten weder Militär noch ihnen unterstellte Ordnungsorgane – so war Ihnen dennoch ein recht großer Spielraum an Autorität und Bevollmächtigung in Gerichtsbarkeiten, Steuer - und Finanzangelegenheiten, Bestrafungen oder generellen Regierungsaufgaben gegeben, um über ihr Volk in ihrem Gebiet zu herrschen und es gegenüber den Römern zu vertreten. Dadurch erklärt sich auch das Wechselspiel der Autoritäten während der Verurteilung Jesu, als Pilatus ihn erst auspeitschen ließ, dann zu Herodes schickte, um sich nicht selbst die Hände schmutzig zu machen, dieser ihn aber wieder nach Befragung an den Römer zurückschickte. Die Autorität der lokalen Fürsten und Könige ging bis dahin, dass z.B. Herodes den Kindermord befehlen konnte als er von der Geburt des Königs der Juden, nämlich Jesus, hörte. Herodes der Große herrschte in Judäa, Samaria und Galiläa bis zu seinem Tod um ca. 4 v.Chr. Daran kann man ablesen, dass die Geburt Jesu in diese Zeit fiel. Nach seinem Tod unterstellten die Römer das Land seinen 3 Söhnen, (Herodes Antipas in Galiläa, Herodes Philippos in Ituräa und Herodes Archelaos in Samaria/Judäa). Die Römer installierten für Judäa zusätzlich einen Präfekten oder Statthalter, der von Cäsaräa aus regierte, aber zu besonderen Anlässen in Jerusalem weilte. Zurzeit Jesu hieß dieser Pontius Pilatus.
So, das mal zur geschichtlichen Einordnung. Ich habe das deshalb etwas ausführlicher angesprochen, weil es dann leichter fällt, sich in die Lage des damaligen Volkes zu versetzen was in der Folge dieser Reihe noch wichtig werden wird.
Zu Zeiten von Jesus war diese doppelte Herrschaft, einmal durch die Römer selbst und dann durch die von den Römern eingesetzten lokalen Herrscher, den Hasmonäern, den Juden der damaligen Zeit total verhasst. Sie litten als Volk darunter, fühlten sich geknechtet, denn das ging ja schließlich schon seit ein paar Generationen so. Sie träumten von Freiheit und vom Ende der römischen Herrschaft. Die Allgegenwart der Römer war überall spürbar. Ihre militärische Präsenz, vor allem in den Städten, war erdrückend. Und sie machten oft kurzen Prozess mit Leuten, die sich etwas zu Schulden kommen ließen. Die Soldaten waren überall im Land verteilt, auch in den kleinen Dörfern. Es war ein hartes Leben des einzelnen ohne große Rechte unter einer grausamen Herrschaft.
In diese Situation hinein kam nun Jesus, Gottes Sohn, als Mensch auf die Erde.
 
2)        Gott kündigt sich an
Auf Jesus wurde insgesamt über 200-mal in der Bibel hingewiesen, über 200 Mal wurde von ihm und über ihn prophezeit. Gott kündigt seinen Sohn selbst an, er verheimlicht nichts. Diese Prophezeiungen umfassen seine Geburt, sein Kommen, sein Wirken, sein Status als Messias, seine Rolle gegenüber dem Feind, sein Tod, seine Auferstehung, seine Himmelfahrt, sein Wiederkommen und seine Rolle bei den zukünftigen Ereignissen. Es ist so interessant, dass all dies bereits im AT steht, hunderte/tausende Jahre bevor es eintraf.
Exemplarisch möchte ich folgende 3 Bibelstellen nennen:
1.Mo 3,15: An die Schlange gerichtet spricht Gott: „Und ich werde Feindschaft säen zwischen Dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen. Er wird dir den Kopf zertreten und du, du wirst ihm die Ferse zermalmen.“ Der Same der Frau steht für Jesus, der Same der Schlange für Satan. Der erste Hinweis auf Jesus findet sich also schon auf den ersten Seiten der Bibel, im Zusammenhang mit dem Sündenfall, was kein Wunder ist. Hätte es die Sünde nicht gegeben, wäre ein Kommen Jesu und seine Erlösungstat nicht notwendig gewesen. Aber schon damals wusste Gott, es bedarf dieser Erlösungstat, um die Menschen zu erretten, und es kann nur einen geben, der dies vollbringt: Jesus, sein Sohn. Gleich zu Beginn, also direkt nach dem Biss in den Apfel und der Vertreibung aus dem Paradies, finden wir diese Stelle in der Gott auf seinen Sohn hinweist. Und es ist eine dieser wunderbaren Stellen, bei der wir die Bibel wörtlich und gleichsam im übertragenen Sinne nehmen können: Satan bringt es zwar fertig Jesus am Kreuz die Fersen, Füße und alles Mögliche zu zerschmettern aber bezogen auf die Ewigkeit sind dies keine tödliche Verletzungen gewesen denn Jesus ist ja vom Tod auferstanden. Das Zerschmettern des Kopfes Satans hingegen beginnt mit Tod und Auferstehung Jesu. Heb 2,14 sagt dazu:“ …auf dass er durch den Tod den zunichtemachte, der die Macht des Todes hat, das ist der Teufel.“ Die endgültige Vernichtung Satans findet dann in naher Zukunft, wenn Jesus wiederkommt, statt. Satan wird erst im Abgrund gebunden und nach dem 1000-jährigen Friedensreich Jesu in den Feuersee aus ewiger Glut geworfen. Dies beschreibt Paulus im Röm 16,20: „Der Gott des Friedens aber wird in Kürze den Satan unter Eure Füße treten.“
Einige weitere prophetische Vorhersagen beschäftigen sich mit der Abstammung und Geburt Jesu: Interessanterweise ist Jesus bis auf eine Ausnahme der einzige Mann in der Bibel, bei dem im Abstammungsregister auf eine Frau hingewiesen wird. Bei allen anderen, da heißt es immer: Er zeugte ihn und dieser zeugte jenen, also die männliche Linie wurde zur rechtlichen Identität benutzt. Bei Jesus heißt es in Mt. 1, 16: „ Jakob zeugte Josef, den Mann Marias, von der geboren ist Jesus, der da heißt Christus.“ Durch diese Unterschiedlichkeit in der Aufzeichnung seiner Abstammung  wird wiederum ein Hinweis auf Jesu‘ außergewöhnliche Jungfrauengeburt durch Maria Bezug genommen. Jesaja 7,14 untermauert diese Tatsache bereits gut 700 Jahre vorher prophetisch, dort heißt es: „Siehe, eine Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären und er wird Immanuel (Gott ist mit uns) heißen.“
Im Buch des Propheten Micha, ebenfalls 700 Jahre vor Christi Geburt, niedergeschrieben, lesen wir: „Doch du Bethlehem in Efrata, so klein unter den Hauptorten Judas: Aus dir soll der hervorgehen, der mein Herrscher über Israel wird! Sein Ursprung liegt in der Vorzeit, sein Anfang in der Ewigkeit.“ Drei wichtige Dinge hier, einmal wird Bethlehem genannt und tatsächlich wird ja Jesus dort unter ärmlichen Verhältnissen geboren.  Das zweite interessante in der Micha-Stelle ist die Erwähnung Jesu als Herrscher über Israel, dieser Titel gebührt dem kommenden Messias allein. Er wird hier nicht als Menschenretter der Welt vorgestellt, sondern schlicht als Herrscher über Israel. Diese Aussage ist besonders im Zusammenhang mit der Ersatztheologie wichtig, der leider viele Christen aufgesessen sind. Diese besagt, dass wir Christen durch den Mord der Juden an Jesus nun die eigentlichen Erben der göttlichen Verheißungen an ihrer Stelle geworden sind und das Gott seinen Segen von Israel weggenommen und seine Pläne mit seinem Volk ad acta gelegt hat. Das stimmt aber nicht, Tatsache ist, wir Christen, wir Heidenchristen aus jüdischer Sicht, sind nur aufgepfropft auf das eigentliche Volk der Verheißung, nämlich das Volk Gottes, die Juden, Israel, weil diese den Messias ablehnten. Leider gehen die Wurzeln dieser Theologie bis in die Gründungszeit der ersten Gemeinden nach Jesu Tod und Auferstehung zurück und legitimierten schließlich viele Pogrome und sämtlichen Antisemitismus. Die Ersatztheologie sorgte auch dafür, dass die Gründung und Etablierung von christlichen Großkirchen wie z.B. der röm. Kath. Kirche bis in die heutige Zeit hinein auf diesen falschen, unbiblischen Fundamenten fußt.
Drittens wird diese prophetische Aussage über das Kommen Jesu verknüpft mit seiner Göttlichkeit, seinem göttlichen Anspruch, er war schon am Anfang da, von den Tagen der Ewigkeit her. Wer sonst war zu dieser Zeit da außer Gott? Gott prophezeit präzise seine Ankunft auf der Erde wie bereits erwähnt, etwa 700 Jahre im Voraus. Wir müssen uns nur einmal vorstellen wie unangemessen es uns vorkommt, heute eine Vorhersage für das Jahr 2700 abgeben zu müssen. Es gibt außer Jesus keinen Menschen, dessen Kommen je von den Geschichtsbüchern oder Propheten soweit zurückliegend vorhergesagt und mit göttlicher Präzision genauestens beschrieben wurde.
Eine andere Stelle die exemplarisch exakt eine Begebenheit während des Todeskampfes Jesu beschreibt, finden wir nochmals im Jesaja Buch im berühmten Kapitel 53 und zwar in Vers 5: „Doch er wurde blutig geschlagen, weil wir Gott die Treue gebrochen hatten; wegen unserer Sünden wurde er durchbohrt.“ Eine ganz typische Stelle bei der präzise etwas in der Bibel prophezeit wird was dann 1:1 eintraf. Jesus ist wirklich blutig gegeißelt und mit einer Lanze durchbohrt worden als er am Kreuz für unsere Sünden starb.
Wir lernen also, bereits wenn man die Prophezeiungen über Jesu Ankunft auf Erden in der Schrift anschaut, dass wir diese wortwörtlich nehmen können. Ohnehin, je mehr man die Bibel studiert, desto mehr lernt man, alles zu glauben und wörtlich zu nehmen was Gott durch seine Propheten niedergeschrieben hat. Wohlgemerkt, dort wo es geht und wo der geschichtliche und kulturelle Zusammenhang es zulassen. Man beginnt zu staunen über Gottes Präzision der Aussagen durch die Propheten und Anführer oder anderer Leute im Alten Testament, hunderte oder sogar tausende Jahre vor Eintritt des Ereignisses. Dies ist ja auch der Grund weshalb wir hier im FH so eindringlich uns mit der Thematik der Endzeit beschäftigen, denn sie ist für diese Tage in denen wir leben, in der Schrift genauestens angekündigt und beschrieben und es ist Gottes Herzensanliegen, dass wir ihn verstehen und seine Prophezeiungen ernst nehmen.
Soweit zur Ankündigung Jesu als besonderer Mensch.

3)        Jesus, Gottes Sohn, kommt zu den Menschen:
Jesus wurde, wie man heute einigermaßen genau nachrechnen kann, ca. im Jahre 6-4 v.Chr. in Bethlehem in der Erbfolgelinie des Hauses David, also aus dem Stamm Judas heraus geboren. Er wuchs auf in Nazareth, einem damals kleineren Dorf von etwa 400 Einwohnern, gelegen in Galiläa, im nördlichen heutigen Israel. Israel war damals in 3 Hauptprovinzen, nämlich Galiläa im Norden, Samaria im Westen und Judäa mit Jerusalem im Süden aufgeteilt. Man geht heute davon aus, dass Jesus ca. im Jahre 25-28 n.Chr. sein öffentliches Wirken als Wanderprediger begann und 3 Jahre später in Jerusalem ermordet wurde. Sein irdisches Dasein betrug demnach ca. 35/36 Jahre. Jesus wurde, wie es Brauch war, am 8.Tag nach der Geburt beschnitten und nach seinem Vater benannt: Jeschua ben Joseph, Jeschua, Sohn des Joseph. Der Name Jeschua wurde später im Lateinischen zu dem Namen Jesus, leitet sich jedoch ursprünglich aus dem Hebräischen Namen Jehoschua ab: Dieser setzt sich zusammen aus dem Gottesnamen JHWH und dem Wort Jascha, „helfen, retten.“ Jesus bedeutet demnach als Aussage: „Gott ist die Rettung“ oder „der Herr hilft“. Er hatte 4 Brüder: Jakobus, Josef, Judas und Simon und einige Schwestern, die nicht näher benannt werden. Obwohl die Brüder zu Beginn seines öffentlichen Wirkens noch nicht an ihn glaubten, so wurden sie doch später zumindest zu einem Teil seiner Jünger, Jakobus sogar später zum Leiter der ersten Gemeinde in Jerusalem.
Jesus erlernte den Beruf eines Zimmermanns, für die damalige einfache Gesellschaft ein klassischer, zweckdienlicher Beruf, der sowohl Hausbauten als auch Möbelarbeiten umfasste. Man nimmt allgemein an, dass sein Vater Josef früh starb, das letzte Mal wurde er erwähnt als Jesus 12 Jahre alt war. Damit fiel Jesus als ältestem Sohn der Familie die Rolle des Ernährers zu. Es ist daher davon auszugehen, dass er schon sehr früh sehr viel und hart arbeiten musste. Gleichfalls schien er schon als Kind lesen und möglicherweise auch schreiben gelernt und sich viel und reflektierend mit dem Wort Gottes auseinandergesetzt zu haben. Wahrscheinlich hörte er auch viel den örtlichen Rabbinern und Gelehrten von Nazareth und der Umgebung zu, wenn sie die Schrift zitierten und auslegten. Bereits mit 12 Jahren beeindruckte er die Gelehrten im Tempel in Jerusalem mit seinem Wissen, welches mehr war als nur das Zitieren von Schriftstellen. Er kannte sich bestens in der Schrift aus und der Beginn seines öffentlichen Wirkens war geprägt von Gegebenheiten, bei denen er in Synagogen des Landes predigte und die Schrift zitierte. Diese Bildung war für einen Handwerksmann zu damaligen Zeiten unüblich, aber Jesus war nun mal kein üblicher Mensch.
Jesus trat dann mit ca. 33 Jahren erstmalig öffentlich auf. Seine Taufe im Jordan durch Johannes, der ihn bereits als Messias ankündigte, die darauffolgende Bestätigung durch den himmlischen Vater persönlich, Luk 3,22: „Du bist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe“, das war sozusagen die Initialzündung seines Wirkens. Gleichzeitig kam der Heilige Geist auf ihn in Form einer Taube wie die Schrift sagt, herab, und wich nicht mehr von ihm. Von da an folgte er seiner Bestimmung und es ist wohl eine Tatsache, dass kein Mensch je so intensiv mit Gott dem Vater gesprochen, im Gebet gerungen und sich ausgetauscht hat wie Jesus in den Jahren seines Auftretens. Diese Intensität und Intimität in der Dreiecksbeziehung Vater-Sohn-Geist war es auch, die ihm die Vollmacht gab, in der Folge übermenschliche Wunder zu tun und damit die Aufmerksamkeit der Massen zu erreichen. Jesus selbst bezeugte sich als den Messias, und Gott der Vater bestätigte ihn durch sein Wirken überall und sein Zeugnis fasste Johannes wie folgt zusammen: Joh 1,14: „Er, der das Wort ist, wurde ein Mensch von Fleisch und Blut und lebte unter uns. Wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit voller Gnade und Wahrheit, wie nur er als der einzige Sohn sie besitzt, er, der vom Vater kommt.“
Nach Jesu Taufe folgte eine Zeit der Besinnung und Ausrichtung auf das was kommen sollte, 40 Tage allein in der Wüste ohne Nahrung und den Gewalten der Natur ausgesetzt. Das ist schon eine lange Zeit allein, ich denke nur wenige Menschen werden solch eine Einsamkeit einmal erleben, selbst wenn sie anders als Jesus sogar Nahrung zur Verfügung hätten. Und wer schon mal da war, die judäische Wüste ist wirklich öde, nichts als hellbraune Steine und Staub. Wir können uns also in Jesus in diese Zeit kaum hineinversetzen, lassen dies daher besser auch. Aber, wie wir wissen, wurde Jesus in dieser Zeit massiv vom Satan versucht. Interessanterweise widerstand er den Versuchungen immer in dem er Worte aus der Schrift zitierte. Das zeigt zum einen, dass er sich zu diesem Zeitpunkt tatsächlich in der Schrift auskannte wie ein Gelehrter. Zum zweiten erleben wir ihn in dieser Zeit noch vor Beginn seines öffentlichen Auftretens als Vorbild für uns, wie er mit Satan und der sündigen Versuchung umgeht. Von Beginn an war ihm also nicht nur daran gelegen, seinen gottgegebenen Auftrag zu erfüllen, sondern gleichermaßen uns ein Beispiel zu geben wie wir uns in der einen oder anderen Situation am besten verhalten. Und gleich hier in der ersten Geschichte über Jesus nach seiner Taufe, lernen wir, die stärkste Waffe gegen den Feind ist das Wort Gottes, indem es wörtlich der Situation entsprechend angewendet wird. Paulus spricht von dem Schwert des Geistes, welches das Wort Gottes ist. Ich empfehle hier meine Vortragsreihe von vor einiger Zeit – Die Machenschaften des Satans – nachzulesen auf unserer Homepage, dort wird ausführlich beschrieben wie Jesus uns als Vorbild im Umgang mit den Versuchungen Satans dienen kann.
Ein Wanderprediger damals war nichts seltenes, viele liefen herum und hatten auch eine gewisse Gefolgschaft, die Jünger, die sie versorgten und ihnen auch eine gewisse Wichtigkeit verliehen. Doch Jesus war anders als alle anderen. Zum einen gab Johannes der Täufer ein mächtiges Zeugnis von ihm und versammelte bereits viele Menschen, sodass zumindest lokal eine Erwartungshaltung gegenüber dem Kommen des Messias da war. Als er dann auftrat, muss eine Faszination, eine Aura, eine Herrlichkeit von ihm ausgegangen sein die zusätzlich durch seine Worte und übernatürliche Werke bestätigt wurde. Die Berufung seiner Jünger war so ein Beispiel: Warum sollte jemand alles stehen und liegen lassen, seine ganze Existenz in einem Augenblick aufgeben, um mit einem dahergelaufenen Prediger durch die Lande zu ziehen? Der Jünger Andreas, Bruder des Petrus, sah ihn bei Johannes dem Täufer und folgte ihm augenblicklich nach. Er erzählte es seinem Bruder Simon, und dieser tat das Gleiche. Ähnliche Reaktionen werden von Philippus, Zachäus, Nathanael und anderen berichtet.
Die Erwartungshaltung der Menschen im Palästina der damaligen Zeit war die, dass sie sich das Kommen des Messias herbeisehnten. Dieser musste jedoch bestimmten Vorstellungen entsprechen: Er sollte gesalbt sein von Gott, also ein besonders berufener Mensch, er sollte dem Geschlecht Davids entstammen und er sollte ein Kriegsherr sein, der die Israeliten von den verhassten römischen Besatzern befreit. Eigentlich sehnten sie sich zurück nach einem König wie David, nicht einem solchen verachteten Vasallenkönig der Römer wie es Herodes war. Jesus erfüllte allerdings nur Teile von diesen Kriterien und so wandten sich viele nach anfänglicher Begeisterung wieder von ihm ab. Sie konnten nicht glauben, dass der Sohn Gottes sich nicht sofort zum Anführer einer revolutionären Bewegung aufschwingt, stattdessen dem einzelnen ins Gewissen redet und zur Umkehr auffordert und dazu, ihm nachzufolgen. Sie dachten der Messias wird sein Volk im Triumph zu Erfolg und zur Freiheit führen und dann kommt da ein Wanderprediger daher, mit nichts außer paar Klamotten am Leib und spricht von der Herrlichkeit Gottes – wie sollte das gehen?

4)        Seine Botschaft
Kommen wir jetzt zum Kern der Mission des Gottessohnes während seiner Jahre hier auf Erden währenden Zeit in menschlicher Gestalt.
Hier kann man eine ganze Reihe von Gründen aufzählen, ich möchte ein paar (nicht vollständig) nennen, die dem eingefleischten Christen nicht fremd vorkommen: 
Jesus kam, die Menschheit zu erlösen von der Sünde (Leben ohne Gott), um durch seinen Tod den Preis für die Sünde der Menschen zu bezahlen
Jesus kam, um uns, wenn wir ihn als unseren Herrn annehmen, den Weg zum Vater zu ebnen, damit wir wieder an der Herrlichkeit Gottes teilhaben können 
Jesus kam, damit wer an ihn glaubt, ewiges Leben hat
Jesus kam, um die Schrift und die Prophezeiungen über ihn zu erfüllen
Jesus kam zu seinem Volk, um das Gesetz zu erfüllen
Jesus kam, um die Feste Israels zu erfüllen
Jesus kam, um Satan den Kopf zu zertreten
Jesus kam, um die Gesetzlichkeit zu beenden
Jesus kam, um einen neuen Bund Gottes mit uns zu schließen
Jesus kam als Mensch, um uns in allem ein Vorbild sein zu können
Jesus kam, um den Zeitplan Gottes mit der Menschheit zu erfüllen
 
Zunächst einmal die Frage, wieso ist Jesus denn in Nazareth und Jerusalem und zu dieser Zeit und nicht irgendwo anders aufgetaucht? Warum in dieser kärglichen Region der Erde, diesem Gebirgsland voller Wüste und Staub? Nun, die Antwort liegt auf der Hand, die Juden waren das auserwählte Volk Gottes, er kam sozusagen zu den Seinen. Mit Ihnen und ihrem Stammvater Abraham hatte Gott bereits 2000 Jahre vorher einen unzertrennbaren Bund geschlossen, er hatte all diese Zeit mit seinem Volk ein Auf und Ab miterlebt. Vor allem hatte es sich immer mehr von ihm entfernt, erstickte in Gesetzes-Lehren und die ihm von Gott verliehene Freiheit des Geistes war Falsch- und Kleingläubigkeit gewichen. Das Volk Gottes war in höchstem Maße erlösungsbedürftig. Jesus kam also zu diesen, seinen Brüdern, denn er kam als Jude zu Juden auf diese Erde. Am Anfang des Johannes-Evangeliums heißt es in Joh 1.11-12: „Er kam in das Seine, und die Seinen nahmen ihn nicht an; so viele ihn aber aufnahmen, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben.“
Jesus verkündete „Das Himmelreich ist nahegekommen“ und meinte seine eigene Gottessohnschaft damit. Er predigte Umkehr und Busse und rief die Menschen dazu auf ihm nachzufolgen. Begleitet wurde sein Auftreten von übernatürlichen Wundern, die er tat, Krankenheilungen, Prophezeiungen, Totenerweckungen und dergleichen. Er erklärte ihnen die Schrift und sagte, dass er gekommen ist, das Gesetz des Mose zu erfüllen. Er wählte sorgfältig einen engen Kreis von 12 Jüngern aus, die ihn in den nächsten Jahren immer begleiteten und denen er noch mehr erklärte als den anderen Menschen, die ihm nachfolgten. Diese wurden später zu Aposteln und Grundpfeiler der Verbreitung des Evangeliums. Er konfrontierte die Schriftgelehrten damit, dass sie zwar das Gesetz kannten, es aber zu ihrem Vorteil auslegten, dass sie kleinlich bis auf den Buchstaben waren aber den großen Zusammenhang nicht sahen. Dies brachte die geistliche Leiterschaft des Landes gegen ihn auf. Aber es war nicht der eigentliche Grund weshalb sie ihn am Ende umgebracht haben. (in Teil 2).
Es waren hauptsächlich die Wunder, die vor allem die einfachen, leichtgläubigen Menschen in Scharen zu Jesus brachten. Kann man nachvollziehen. Ist ja auch heute noch so, wenn irgendwo ein Heilungsgottesdienst stattfindet, strömen die Leute in Scharen. Jesus heilte Kranke, wenn er durch Ortschaften zog. Von ihm ging solch eine Kraft aus, dass selbst Menschen, die nur in seiner Nähe waren oder nur den Saum seines Mantels berührten, gesund wurden. Er war überzeugend und in seiner Nähe zu sein, muss einfach nur begeisternd gewesen sein, diese Kraft und Herrlichkeit zu spüren, die bei ihm war und von ihm ausging. 
Seine Botschaft war einfach und klar: Wer an ihn glaubt, ihn ohne eigenes Zutun als Erlöser und Sohn Gottes anerkennt, der wird für immer gerettet werden, ewiges Leben haben und bei Gott sein. Joh 11,25: „Ich bin die Auferstehung, und ich bin das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, selbst wenn er stirbt.“
 Was für eine Aussage! Wer Jesus annimmt, wird leben, immer leben, ewig leben, selbst wenn er stirbt. Was gibt es Wichtigeres? 
Jedoch: Das klang und klingt auch heute noch für viele fast zu einfach, zu simpel, um wahr zu sein und viele fragen nach dem Haken, der dabei ist oder suchen das Haar in dieser Suppe, um sich nicht ganz darauf einlassen zu müssen. Die Botschaft war eine Provokation und viele kamen und kommen damit bis heute nicht zurecht. Der Mensch ist es gewohnt bei allen anderen Religionen und übernatürlichen Begegnungen mit Gottheiten aller Art Opfer, Gebete, Vorschriften und Auflagen zu befolgen. So meinte er auch hier, er müsse etwas tun dafür, dass Jesus ihn rettet und es entwickelte sich im Rahmen der Kirche unter dem Deckmantel christlicher Frömmigkeit der menschengemachte Unsinn, sich sein Heil verdienen zu müssen durch fromme Haltungen, Gebete, Fasten und vieles mehr. Leider beschreiten die katholische und andere großen Kirchen der Namenschristen diesen Weg bis heute und führen damit ihre Gläubigen in die Irre. Und zu allen Zeiten wurde diese falsche Frömmigkeit benutzt, um Menschen glaubensmässig gefügig zu machen. Es war undenkbar, dass die Gnade allein durch den Glauben an Jesus kommt. Also benutzte man sie um vollkommen unbiblische Dinge wie den Ablasshandel, das Fegefeuer, die Befolgung der Sakramente, die stellvertretende Buße für die Toten, das Zölibat und vieles mehr ins Leben zu rufen, um Kontrolle über die Gläubigen auszuüben. Erst Martin Luther und die Reformatoren brachten wieder etwas Licht in dieses finstere Kapitel, in dem er formulierte: „Sola Fide, Sola Gracia, Sola Scriptura,“ allein durch Glaube, allein durch Gnade, allein durch das Wort Gottes. Ich muss nichts anderes tun als diesen Jesus in mein Herz lassen und bin für immer und ewig gerettet. Denn er hat für meine Schuld und meine Sünden gelitten und seine Botschaft spricht immer jeden Einzelnen ganz persönlich an. 
Das war seine klare, unzweideutige Mission. Jeder muss eine persönliche Entscheidung treffen, jeder für sich, keiner kann jemand anderem diese Entscheidung abnehmen. Denn das machte Jesus auch klar: Gott respektiert über allem unseren freien Willen. Er hat uns als sein Ebenbild geschaffen, also mit einem freien Willen, denn Gott hat ja auch einen freien Willen, um uns eben für oder gegen ihn zu entscheiden. Das ging bei Adam und Eva los, aber sie wollten bereits sein wie Gott und die gleiche Tendenz hat der Mensch bis heute. Jesus kam und war radikal. Er sagte man kann sich für oder gegen ihn entscheiden, aber man muss sich entscheiden, einen Mittelweg, ein Heil mit Hintertürchen, zum Beispiel mit anderen von Menschen zu Göttern gemachten Geschöpfen wie einem Buddha hier und einem Allah dort, gibt es nicht. 
Der Mensch, der sein Leben nach seinen und nicht nach Gottes Maßstäben lebt, und damit in der Abkehr von Gott lebt, hatte große Probleme sich auf diese radikale Rettung durch Jesus einzulassen. Da war doch der Weg, den die Kirche dem leichtgläubigen Menschen vorgab, sich das Heil verdienen zu müssen durch Einhaltung diverser Gesetze und Rituale, einfacher und einleuchtender. Zumal ein weiterer entscheidender Faktor dazukam, der bereits bei Adam und Eva seinen Anfang nahm: Satan, der Fürst dieser Welt, tut alles, um dem Menschen zu suggerieren, er kann sein wie Gott. Und gerade in der heutigen wissenschaftsgläubigen Zeit ist der Mensch so weit weg davon, Gott seine Zukunft anzuvertrauen, wie nie. Man muss nur sämtliche Parteiprogramme und das Regierungshandeln der führenden Repräsentanten der westlichen Staaten beobachten, dann merkt man sehr schnell, dass sie Gott nicht zutrauen, die Menschen in die Zukunft zu führen. Humanismus und die durch das Zeitalter der Aufklärung entstandenen Selbsterlösungstendenzen der letzten 120 Jahre ließen für Gott keinen Raum mehr. Und außer einem „God bless America“ bekommt auch ein amerikanischer Präsident im Land der am ehesten noch am biblischen Gott festhaltenden Menschen, den USA, nichts mehr über die Lippen was auf den wahren Gott hindeutet.
Satan ruft den Menschen auch heute noch zu: Du kannst sein wie Gott. Als Fürst dieser Welt hat er Anrechte von Urzeiten her. Das heißt, ihm wurde zu Zeiten als er noch ein nicht abgefallener Engel war, lang bevor diese Erde geformt und die Menschen von Gott erschaffen wurden, die Erde zugewiesen. Und er darf hier bis zu einem gewissen Umfang schalten und walten, Menschen vereinnahmen, beeinflussen, die Sünde streuen und deren Folgen für sich reklamieren. Und das tut er bis heute, denn noch ist er nicht endgültig besiegt. Aber wir müssen verstehen, selbst wenn er zwar gewisse Macht hat, gegen den Schöpfer aller Schöpfung, gegen den Herrn aller Herren ist er nichts, selbst wenn er ihn imitiert. Auch alle Religionsstifter, die Propheten und Gurus dieser Welt sind nichts gegen diesen Gott, denn sie sind lediglich Geschöpfe, sie kommen und gehen, das ist der große Unterschied. Jesus aber wird bei seinem baldigen Wiederkommen Satan und seine gefallenen Engel endgültig besiegen und zwar ganz einfach mit dem Hauch seines Atems, so steht es in der Schrift. Da sieht man die gewaltig unterschiedlichen Kräfteverhältnisse zwischen Gott und dem Geschöpf Satan und seinen Protagonisten, dem Antichristen, dem falschen Propheten und den vielen die ihnen folgen. All die vermeintlichen Erfolge Satans auf dieser Erde, die Verblendung der Menschen durch die heutigen Medien, die Schaffung der großen Kirche der Namenschristen die allesamt nicht in die Herrlichkeit Gottes eingehen werden, die Täuschung der Menschheit durch Religion, Esoterik und Humanismus, all das und vieles mehr wird verglühen in einem Moment. Er macht Puuh und alles fällt in sich zusammen. Wenn wir Jesus als unseren Herrn angenommen haben oder annehmen, dann entziehen wir durch die Kraft Jesu in uns Satan die Möglichkeit uns zu vereinnahmen, sei es für die Sünden, für falsche von ihm beeinflusste Meinungen, für Unrecht, Ungerechtigkeit, Hass und all diese Dinge.
Das Kommen Jesu in diese Welt, seine Geburt, sein Leben, sein Wirken, sein Tod und seine Auferstehung sind solch ein gewaltiges Werk Gottes, mit nichts auf dieser Welt vergleichbar. Und er setzt es in diesen Tagen fort. Er ist bereits auf dem Weg, wir haben Endzeit und die Dinge spitzen sich zu. Jesus sagt in Off 3,10: „Weil du das Wort vom Harren auf mich bewahrt hast, werde auch ich dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die über den ganzen Erdkreis kommen wird, um die zu versuchen, die auf der Erde wohnen.“ 
Halten wir uns an ihn und nur an ihn, dann werden wir als Errettete durch diese letzten Tage gehen. Wir werden entrückt werden, bevor die verheerenden endzeitlichen Katastrophen sehr bald diesen Planeten heimsuchen werden. Wir werden als Errettete das ewige Leben erlangen und immer bei unserm geliebten Herrn sein, darauf kommt es an.
Das Kommen von Jesus auf Erden ist der größte, und unerreichte Paukenschlag der Geschichte der Menschheit, dieser Zivilisation, und nur diese Tatsache gewährt uns Ewigkeitsperspektive und Sicherheit im jetzigen Leben. 

6.)  - Psalm 90.10: Unser Leben dauert 70zig Jahre........wirklich? (vom 23.06.2018)

Durch den heutigen medizinischen Fortschritt sind 80 Jahre inzwischen kein Alter mehr, der Durschnitts-Deutsche, der einmal die 50 erreicht hat, kommt in die 90er hinein. Interessant ist, dass die Statistik für Frauen immer noch ein 4-5jährig höheres Durchschnittsalter aufweist als für Männer. Dies gleicht sich jedoch an für alle Männer, die die 50 einmal geschafft haben, d.h. wesentlich mehr Männer als Frauen sterben in jungen Jahren. Aber das ist nur eine Seitenbetrachtung.


Die heutige Wissenschaft berechnet das maximale Leben eines Menschen auf Erden, wenn alles perfekt läuft, ungefähr mit 120 Jahren und das ist ja ungefähr auch das Alter, auf das die bislang bekannten ältesten Menschen geschätzt wurden. Danach sind die Körperzellen so kaputt, dass sie sich nicht mehr regenerieren und teilen können. Mit zunehmendem Alter wird ja die Zellteilung verlangsamt, auch abgestorbene Zellen werden nicht mehr gleichwertig ersetzt. Die Bausubstanz, also die DNA gibt es zwar immer noch und auch der Ablesemechanismus funktioniert noch aber Zellkern und Zellorgane können ihre Funktion immer schlechter ausführen, die Zellmembran wird porös und viele Dinge auf molekularer Ebene spielen sich da ab. Organe büßen mehr und mehr an Funktion ein, selbst das Gehirn setzt irgendwann unserem klaren Denken ein Ende. Kurzum, bei einem Maximum an 120 Jahren ist das System völlig ausgereizt. 


Das wiederum ist spannend, denn wenn wir in die Bibel schauen, da war doch was: Richtig: Gott selbst sagt in 1.Mo. 6,3: „Da sagte der HERR: Die Menschen sollen nicht mehr so alt werden, ich werde ihnen meinen Lebensatem nicht mehr für so lange Zeit geben. Denn sie sind schwach und anfällig für das Böse. Ich werde ihre Lebenszeit auf 120 Jahre begrenzen.“ 


Das war bereits zu Urzeiten, nachdem er den Menschen erschaffen hatte. Denn eigentlich wurden Menschen damals viel, viel älter, also 900 Jahre usw. Aber die Menschen vor der Sintflut, die also direkt von Adam und Eva abstammten, verhielten sich damals schon sehr böse Gott gegenüber – es gab also nicht nur die Erbsünde – Und Gott beendete dies. Ein paar Verse weiter lesen wir, dass er sogar die Menschen wieder vernichten wollte und das tat er auch durch die Sintflut mit der Ausnahme, dass Noah und seine Familie Gnade bei Gott fand und überlebte. Und von ihm stammen wir heutigen Menschen ab. Wir lernen daraus, dass es der Vater im Himmel ist, der die Begrenzung hier setzt, dass ER es ist der bestimmt wie lange wir hier auf Erden leben.


Wir wollen uns jetzt einmal anschauen wie die Bibel, wie Gott unser Leben hier auf Erden betrachtet:


Jesus sagt als er über die Sorgen der Menschen spricht in Math. 6,27: „Wer aber unter euch kann mit Sorgen seiner Lebenslänge eine Elle zusetzen?“ Wir können da gar nichts machen, auch alle unsere Sorgen und Pläne und Überlegungen sind völlig in Gottes Hand. 


Paulus sagt zu den Kolossern als es ihm um den Umgang mit den Menschen ging, die noch nicht zum Glauben gefunden hatten: Kol 4,5: „Verhaltet euch weise und besonnen denen gegenüber, die keine Christen sind. Macht das Beste aus der Zeit, die euch geschenkt ist!“


Man kann es übertragen auch so formulieren: Macht das Beste draus, kümmert euch nicht so sehr um euer Altwerden. Das Leben ist ein Geschenk und einem geschenkten Gaul guckt man nicht ins Maul, sprich nimm es wie es kommt und hadere nicht.


Im Buch des Predigers finden wir einige Stellen, die das Ganze noch viel krasser ausdrücken ähnlich wie im Psalm 90 zu Beginn: »Vergeblich und vergänglich! Alles ist vergebliche Mühe, ein Haschen nach Wind. Oder z.B. 1,3 «Der Mensch müht und plagt sich sein Leben lang, und was hat er davon?“


 

Es gibt da eine ganze Anzahl dieser Stellen gerade im Buch der Prediger die auf den ersten Blick irritierend scheinen, aber wenn wir sie in den richtigen Kontext setzen, verstehen wir was Gott uns durch Salomo sagen will. Alles ist ein Haschen nach Wind, wie es so schön heißt. Das bedeutet, nehmt das Leben, nehmt euch selbst und alles nicht so wichtig, es gibt wichtigeres.


Und damit biegen wir langsam in die Straße ein, auf die ich mit uns heute hinauswill: Was ist das Leben hier eigentlich wert aus unserer und aus Gottes Sicht?


Als Gotteskinder erleben wir schon eine eigenartige Diskrepanz: Wir erfahren, dass wirklich jedes Haar auf unserem Haupt gezählt ist, das sich der Vater ganz persönlich um uns kümmert, unsere Anliegen, unsere Gedanken kennt und lenkt, teilweise spüren wir die Nähe Gottes sogar emotional und mitunter körperlich erfahrbar, der eine mehr der andere weniger. Die meisten haben diesen liebenden Vater schon erlebt, wenn nicht, wir beten gerne dafür, dass Du in eine besondere Nähe zu ihm und zu Jesus Christus, unseren Heiland, hineinwächst.


Auf der anderen Seite steht da diese große weite Welt mit ihren Ereignissen, bei denen man meint, nur ein Spielball anderer zu sein oder nichts machen zu können. Und es ist ja so in der Tat, z.B. bei großen Katastrophen, Erdbeben, Tsunamis, bei Kriegen und Seuchen, politischen Entscheidungen – der einzelne wird hier nicht beachtet, ist entweder dabei oder nicht. Wie viele lebendige Christen sind im Syrienkrieg inzwischen durch die Kriegswirren umgekommen und das war in der Geschichte immer so. Oder wie viele auch gläubige Juden sind durch den Holocaust umgebracht worden? Wie viele Missionare haben ihr Leben gelassen für die gute Sache der Verbreitung des Evangeliums? Unzählige Menschen sind gestorben oder haben schwer gelitten im Namen des Herrn. Wie passt das alles zusammen?


Als Zwischenfazit können wir erst mal festhalten: Gott widmet sich jedem einzelnen in unnachahmlicher Weise uns schafft diese intime, wunderbare Nähe zu uns. Auf der anderen Seite müssen wir mit Schicksalen leben, die uns oder unsere Nachbarn/Freunde treffen und erkennen, dass alles Leben hier sehr schnell zu Ende sein kann und an einem seidenen Faden hängt.


Jesus sagte nachdem seine Jünger sich aufgeregt hatten, dass eine Frau ihm mit sehr kostbarem Öl die Füße gesalbt hatte, weil sie das Öl lieber verkauft und das Geld den Armen gegeben hätten: „Arme wird es immer unter Euch geben, ich bin aber nicht mehr lange bei Euch.“ Ähnliches sagt er ebenso über die Kranken als sie ihn auch noch in andere Dörfer schicken wollten um diese zu heilen. Aus Gottes Sicht ist es zwar schlimm, dass wir krank oder arm oder wie auch immer vom Schicksal geschlagen sind und damit leben müssen aber es ist überhaupt nicht das Wichtigste. Hier deutet Jesus schon etwas an was er in seinem Wirken immer klarer zum Ausdruck bringt: Es geht immer zuerst um das Gottes Reich, um Jesus und den Vater.


Gott hat einen ganz anderen Fokus und eine ganz andere Sicht auf unser Leben als wir. 


 In Jer. 1,5 steht: „Ich habe dich schon gekannt, ehe ich dich im Mutterleib bildete, und ehe du geboren wurdest, habe ich dich erwählt.“ Und in Ps. 139, 15-16 steht: „Nicht verborgen war mein Gebein vor dir, als ich gemacht wurde im Verborgenen, gewoben in den Tiefen der Erde. Meine Urform sahen deine Augen. Und in dein Buch waren sie alle eingeschrieben, die Tage, die gebildet wurden, als noch keiner von ihnen da war.“


Der Vater hat schon lange bevor wir überhaupt physische in Existenz kamen, an uns gedacht, man kann sagen unseren Geist geformt. Die Wahrheit ist, wir waren schon da bevor wir überhaupt gezeugt und geboren wurden. Das ist der ganze bunte Abschnitt bevor wir dieses Leben erleben. Dann leben wir das verglichen mit der Ewigkeit winzig kurze Leben hier auf Erden um dann wieder auf Ewigkeit bei ihm zu sein. Das ist für uns so nicht leicht zu verstehen, aber es ist die Realität.


Aus unserer Sicht und der überwältigen Mehrheit der Menschheit ist dieses Leben und was wir erleben das Zentrum unseres Denkens, Fühlens und Verstehens. Für uns ist das Leben kurz, 70-80-100 Jahre. Und in der Regel dreht sich alles darum. Wir nehmen uns nicht die Zeit, haben vielleicht auch nicht das Verständnis, mal über dieses Leben aus Gottes Sicht nachzudenken. Aber für Gott ist unser Leben ewig, es begann schon lange vor unserer Zeugung, dann der kleine, winzige Teil hier auf Erden und der endlose, fantastische Teil in der Ewigkeit, immer bei ihm, in direkter Nähe zum Vater.


Versuchen wir doch mal diese Sicht des Vaters auf unser Leben einzunehmen. Ich weiß es ist schwer aber es lohnt sich: Dann ist da Leid und Schmerz aber es ist erträglich denn wir wissen: Es ist nur für kurz, Angst und Traurigkeit stehen nicht mehr so im Vordergrund, Einsamkeit, Eheprobleme, Krankheiten oder Probleme mit der Arbeit sind zwar nach wie vor wichtig aber sie relativieren sich. Auch unsere Erfolge, unsere Anerkennung und schönen Zeiten sind eingeordnet in ein ewig langes Leben und finden da ihren Platz. Fazit: Nichts wird unwichtiger aber es bekommt doch einen anderen Stellenwert, es wirkt ausbalancierter und freier, reifer und überlegter. 


Jesus bringt es auf den Punkt in seinem wie ich finde überragenden Gebet kurz vor seiner Gefangennahme, wenn er sagt: „Sie sind nicht mehr von dieser Welt, genau wie ich nicht von der Welt bin.“ Lassen wir uns mal eine kurze Zeit der Stille darauf ein: 


Die Ewigkeitsperspektive Gottes erlaubt es uns, über das gegenwärtige hinauszusehen und zu wissen: mir kann nichts mehr passieren, ich bin angenommen und für immer geborgen bei meinem Vater im Himmel, geschehe was wolle. Ich kann nicht mehr aus der Hand Gottes fallen wie es Paulus einmal formuliert hat.


Betrachten wir das Altwerden aus Gottes Sicht, macht es uns fähig, das alles relativ entspannt anzugehen. 70, 80, 90, 100 Jahre, so hat, alles nicht mehr so entscheidend. Wir bleiben immer ein Kind, das vor dem Vater spielt und an dem er seine unendliche Freude hat. Krankheit und Tod sind nicht das Ende oder etwas ganz Schlimmes, nein es kann sich sogar in das Gegenteil umdrehen: 


In 1. Kor 15,55 sagt Paulus „Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?“ 

An anderer Stelle im Phil 3,13 schreibt er: „Brüder und Schwestern, ich bilde mir nicht ein, dass ich es schon ergriffen hätte. Eines aber tue ich: Ich vergesse, was hinter mir liegt, und strecke mich nach dem aus, was vor mir ist.“ 


Den Brief an die Philipper schreibt er ja in Gefangenschaft in recht aussichtsloser Lage. Aber hier wird diese Ewigkeitssicht des Paulus auf die Dinge besonders deutlich: 


Phil 1,20 ff: „Ich hoffe inständig und bin zuversichtlich, dass ich während meiner Gefangenschaft nicht schwach werde und versage, sondern dass Christus wie bisher, so auch jetzt durch mich bekannt gemacht und geehrt wird, sei es durch mein Leben oder durch meinen Tod. Denn Christus ist mein Leben und das Sterben für mich nur Gewinn. Weil ich aber mehr für Christus erreichen kann, wenn ich am Leben bleibe, weiß ich nicht, was ich mir wünschen soll. Ich bin hin- und hergerissen: Am liebsten würde ich schon jetzt sterben, um bei Christus zu sein. Das wäre das Allerbeste! Andererseits habe ich bei euch noch eine wichtige Aufgabe zu erfüllen.“


 ich glaube hier geht es Paulus nicht um Todessehnsucht aufgrund seiner Verzweiflung in Gefangenschaft zu sein. Es kommt ganz klar zum Ausdruck- hey da ist noch etwas viel, viel Schöneres, Besseres, Ewiges, Wunderbares, was auf mich wartet und am liebsten wäre ich da schon aber solange ich hier noch bin, mach ich das Beste draus. Nicht jeder hat natürlich so einen Auftrag wie Paulus zu erfüllen aber selbst in unserem kleinen, unscheinbaren Leben hier können wir durch das Einnehmen der Ewigkeitsperspektive einen Sinn finden und im Vertrauen darauf, dass das Bessere und Längere, Ewige erst noch kommt, entspannt dem Tod entgegenblicken. 


Hierbei sei auch kurz erwähnt, dass wir in einer Zeit und Generation leben, in der wir täglich mit der Entrückung zu rechnen haben, das haben wir an anderer Stelle jedoch intensiv behandelt.


Was passiert denn eigentlich mit dem Tod und wovor haben wir Angst? Biblisch betrachtet stirbt unser leiblicher Körper, unsere körperliche Hülle. Das eigentliche, unser Herz, unsere Seele und unser Geist bleiben erhalten, das was uns schon von Urzeiten her ausmacht, unser Persönlichkeit, unser Ich, das was kein anderer ausfüllen kann. Wir bekommen einen neuen, verwandelten ewigen Körper. Also das, was von uns bereits vor unserer Zeugung und Geburt schon da war, wird weiterleben.


Es ist klar, dass uns diese vertrauensvolle Sicht auf die Ewigkeit hin im Alltag, wenn überhaupt, dann selten gelingt. Wobei wir uns fragen können, warum eigentlich, wenn es doch so aus voller Hoffnung und Freude besteht? 


Zum einen sicherlich, weil die Ewigkeit in diesem Leben immer irgendwie weit weg ist, hinter dem Horizont wie Udo Lindenberg sagen würde. 

Zum anderen, weil ich glaube, dass wir alle so erzogen sind, das irdische Leben viel zu wichtig zu nehmen. Wir hängen daran, an unserer Gesundheit, wir haben Triebe, wir wollen Leben und überleben. Biologisch gesehen liegt eindeutig eine genetische Veranlagung in der Verteidigung des eigenen Ichs und dem Überlebenskampf. Das hat Gott uns mitgegeben und das gehört zu uns. Es geht auch nicht darum dem zu entfliehen, denn schließlich ist es etwas Gutes, das Leben als kostbar zu erachten und es zu hüten und zu pflegen. 


Dennoch: Ich möchte uns wachrütteln, die Dinge auch mal aus Gottes Perspektive zu sehen, ich behaupte, man kann dies lernen. Ich bin seit über 30 Jahren mit unserem Vater auf dem Weg und je enger meine Beziehung zu ihm wird, desto mehr Sehnsucht entwickelt sich, eines Tages bei ihm zu sein. Je mehr er sich mir offenbart, desto mehr verstehe ich von ihm, desto mehr sehe ich sein Sehnen, sein Trachten nach meinem Herz, nach meiner Nähe.

Wir müssen verstehen: Für die Welt um uns herum ist das hier alles: Die WM, die Politik, die Geschichte, der Kosmos, die Erde, die neueste Mode, der Dieselskandal, die Flüchtlichskrise, das Bierchen am Abend, die Bergtour mit Freunden, der Job, die Familie, die Kinder, das Bienensterben, der Stau auf der A3, das Jungbleiben, das Altwerden und und und… Alles was wir hören und sehen ist auf Endlichkeit ausgerichtet. Es geht vorüber. Selbst den weitsichtigsten Politikern fällt es schwer heute schon an die Rente der übernächsten Generation zu denken und die Weichen dafür zu stellen. Kaum etwas von dem was wir heute erleben, überdauert uns.


Aber es gibt noch etwas was mehr ist als das, etwas was bedeutend wichtiger als all dies ist. Die Welt erkennt es nicht, kann es auch nicht erkennen, denn Jesus sagt klar, dass diese Dinge nur dem geschenkt werden der glaubt. Aber wir sind nicht von dieser Welt, wie Jesus sagt, also gibt er uns die Fähigkeit eine geistliche Perspektive einzunehmen.


Kol 3,1-3: „Wenn ihr nun mit Christus zu einem neuen Leben auferweckt worden seid, dann richtet euch ganz auf Gottes himmlische Welt aus. Seht dahin, wo Christus ist, auf dem Ehrenplatz an Gottes rechter Seite. Ja, richtet eure Gedanken auf Gottes himmlische Welt und nicht auf das, was diese irdische Welt ausmacht. Denn für sie seid ihr gestorben, aber Gott hat euch mit Christus zu neuem Leben auferweckt, auch wenn das jetzt noch verborgen ist.“ 


Hier spricht Paulus genau das aus um was es geht: den Blick auf das Eigentliche zu richten, auf Gottes himmlische Welt, auf den Thron auf dem Christus neben dem Vater sitzt. Gottes Perspektive einnehmen. Und sich eben nicht zu sehr um irdische Dinge kümmern. 


Jesus selbst sagt den berühmten Vers in Mt.6,33: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen. Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen.“ 

 

Jesus gibt uns hier eine klare Marschroute mit auf den Weg. Immer zuerst an Gott, sein Reich zu denken und darin leben. Damit sagt er nichts anderes als wie schon erwähnt an andere Stelle: „Ich bin nicht von dieser Welt wie auch diese nicht von dieser Welt sind.“ Zwar in der Welt aber nicht mehr von der Welt. Er sagt, kümmert euch um euer eigentliches Zuhause, da wo ihr hingehört, wo eure Heimat ist, eure Wohnung, euer Haus, eure Staatsbürgerschaft, euer Personalausweis. Wir haben einen Reisepass ausgestellt und abgestempelt vom Himmel, vom Allerhöchsten. 


Damit haben wir allzeit das Recht, uns dort aufzuhalten, selbst wenn wir im physischen Leben noch hier leben und es im Moment nur im Geist geht. Dann werden uns all die Dinge zufallen, die wir hier in diesem Leben brauchen und für so wichtig erachten. Und deshalb macht es auch keinen Sinn, sich um diese Dinge hier dauerhaft zu sorgen, denn sie sind nicht so wichtig, wenn wir die Prioritäten bei unserer Nachfolge richtig setzen. Denn für die irdische Welt sind wir gestorben wie Paulus sagt.


Aber wie schon gesagt, leider nehmen wir das irdische Leben immer noch zu wichtig. Das was uns hier widerfährt, was um uns herum passiert, steht im Mittelpunkt unserer Wahrnehmung, unseres Denkens. Die Nachrichten der Welt überfluten uns. Man kann dem gar nicht entkommen. Es geht hier nicht darum das anzuprangern oder schlecht zu machen denn wir leben ja in dieser Welt. 


Aber es geht darum in eine Nachfolge einzutreten, bei der ich jederzeit weiß wo mein Zuhause ist, bei der ich meine wirkliche Heimat von meiner jetzigen Wohnung, meinem jetzigen Haus unterscheiden kann. Worum kümmere ich mich, was liegt mir am Herzen? Ist es wirklich Gottes Reich? Sind es tatsächlich die Dinge, die Gott bewegen in diesen Tagen? Oder doch nur Dinge, wo ich mir wünsche das Gott sie zu meinem Vorteil verändert? Sind es geistliche Erkenntnisse, nämlich dass wir in die Endzeit eingetreten sind, dass der Herr die finalen Schritte in die Wege leitet und damit das klassische Gemeindezeitalter mit all seinen krampfhaft festhaltenden Erscheinungsformen beendet. 


Haben wir den Gong gehört? Bekommen wir mit, dass auf seinem Herzen brennt, Israel final zu erretten, sich seinem Volk wieder zuzuwenden, es durch die angekündigten Jahre der Drangsal zu führen und alle seine Feinde zu vernichten. Merken wir wie die Uhr abläuft? Sind wir geistlich am Puls der Zeit? Verlassen wir uns auf die weltlichen Newsticker oder auf die biblischen Propheten was die politische Großwetterlage angeht?


Wir vielleicht hier in unserer Father’s House Veranstaltung, weil wir darüber sprechen. 

Aber seien wir ehrlich: In den meisten Gemeinden kümmert man sich nur und ausschließlich um das irdische Leben, kein Gedanke an die göttliche Lebensachse, an eine Relativierung des eigenen Egos. Man nimmt sich selbst sehr wichtig und ignoriert diesen Auftrag von Jesus, diese Worte des Paulus geflissentlich. Und warum? Weil man das nicht unter Kontrolle hat. Keiner von uns kann sagen wie es wirklich im Himmel ist, wie es sein wird bei Gott, wann er jetzt demnächst handelt und wie. Da bleiben die meisten Pastoren und Lehrer doch lieber bei dem Irdischen und predigen für das Seelenheil, Heilung hier und jetzt, es geht um mich, meiner, mir, es soll mir gut gehen. Mit meinem Gott kann ich Mauern überspringen, hurra. Das hat man unter Kontrolle, da folgt die Gemeinde. Aber keiner fragt, mehr: Und du Vater? Wie geht es Dir, was beschäftigt Dich? Was tut Dir weh? 


Ich, Meiner, Mir; wenn ich aus dieser Perspektive meine Bibel lese, dreh ich mich um mich selbst und komme geistlich nicht voran. Lese ich die Bibel aber aus dem Gedanken, Du, Dir, Dein Reich, Dein Plan, Deine Herrlichkeit überstrahlt all dies alltägliche, Dein Glanz, Deine Ziele, dann werde ich in eine ganz andere Nachfolge eintreten. Es ist nicht nur eine andere Qualität, es ist ein Paradigmenwechsel, weg von mir als Zentrum, hin zu ihm als Zentrum. Nun lebe nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir. Darum geht es, das zu leben, das mit Inhalt zu füllen und nicht einfach zu lesen und abzuhaken. 


Leider predigen diese Dinge nicht viele aus den unterschiedlichsten Gründen. Wenn Du etwas in diese Richtung hören willst, musst Du schon ins Internet gehen. Doch da ist Vorsicht geboten: Dort tummeln sich im christlichen Sektor Unmengen abstruse und schräge Typen und Theorien, vieles dort ist grenzwertig korrekt – gerade, wenn es um Themen wie Israel oder Endzeit geht. Man muss das alles erst prüfen aber wer hat die Zeit dazu? 

 

Schauen wir uns die meisten Lobpreislieder an: In der Grundaussage geht es um Mir, Meiner, Mich. Und ich nehme mich da nicht aus, schreibe auch ab und an solche Lieder. Ist ja grundsätzlich nicht falsch, denn es dient ja der Erbauung und Ausrichtung der Gemeinde. Aber in der Offenbarung des Johannes kriegen wir etwas davon mit wie wahrer Lobpreis im Reich Gottes aussieht, hier bekommt Gott der Vater und Jesus der Sohn den wahren Stellenwert, der Ihnen gebührt. Es gibt viele Stellen, die das ausdrücken, exemplarisch sei diese hier genannt:


Off 4,10-11: „so werden die vierundzwanzig Ältesten niederfallen vor dem, der auf dem Thron sitzt, und den anbeten, der von Ewigkeit zu Ewigkeit lebt, und werden ihre Siegeskränze niederwerfen vor dem Thron und sagen: Du bist würdig, unser Herr und Gott, die Herrlichkeit und die Ehre und die Macht zu nehmen, denn du hast alle Dinge erschaffen, und deines Willens wegen waren sie und sind sie erschaffen worden.“ 


Wenn schon die 24 Ältesten im Himmel - wer diese sind, das können wir ein andermal besprechen - aber sicher die höchsten erwählten Vertreter der Menschen, wenn diese schon in tiefster Anbetung sich vor dem Herrn niederwerfen, da geht es nicht um sie, es geht einzig und allein um die Herrschaft und Herrlichkeit unseres großen Gottes. Wenn diese das tun – wer sind wir, dass wir in unseren christlichen Aktionen, Abläufen, Engagements und Worten fast ausschließlich um unser eigenes Seelenheil bekümmert sind? 


Schaffen wir das, mal weg von uns hin auf den Herrn zu schauen? Das eigene Ich mal hintenan zu stellen?


Man kann sich als guter Christ mit seinen eigenen Aktivitäten auch leicht hinter dem Missionsbefehl von Jesus verstecken, machen ganz viele von uns. Klar, Mission ist wichtig und entscheidend, und die meisten Aktivitäten sind irgendwie aus diesem Gedanken getriggert. Aber sobald diese Aktivität über den wahren Willen Gottes gestellt oder zur Bekuschelung des eigenen vor dem Herrn gut Dastehen Wollens benutzt wird, ist etwas faul. Man ist doch gut, man tut doch was für den Herrn. Das ist leider weit verbreitet. Und die Gruppierungen, die sich dies professionell auf die Fahne schreiben, die muss man gut prüfen, bevor man sich ihnen anschließt. 


Es heißt im Vaterunser: Wie im Himmel so auf Erden. Ich habe oft den Eindruck, dass manche Christen nach dem Motto leben, wie auf Erden, so im Himmel. Mein kleines Reich, meine Gemeinde, mein Leben, so wie ich mir Gott vorstelle, diese Box in die ich meine Gedanken und meine heile Welt packe und die sich gut anfühlt, die möchte ich auch im Himmel so haben. Aber so läuft das eben nicht mit Gott. Ich glaube manchmal ist es gut, dass wir hier nur 80, 90 oder 100 Jahre alt werden, und wissen, dass ein Ende kommt, sonst würden wir noch mehr Unfug anstellen in unserer Christus-Nachfolge.


Wegschauen vom Mein, Mir, Mich hin zu Gott und ihn fragen: was ist deine Priorität Gott, was liegt Dir in diesen Tagen am Herzen, DU, Deiner, Dir? Und Gott wird sagen: es steht alles schon in dem Buch, dass Du da liest, und dass Du Bibel nennst aber lies es doch mal aus meiner Perspektive, nicht nur aus Deiner.


Wie soll ich das tun, fragst Du? Es ist nicht schwer sagt Jesus: Du bist nicht mehr von der Welt aber noch in der Welt. Also hast Du bereits die göttliche Perspektive in dir. 

Ein gutes Beispiel der göttlichen Sicht auf die Dinge zu bekommen ist es, nach dem zu fragen was in diesen Tagen auf Gottes Herzen brennt. Wir versuchen das hier immer wieder zu behandeln. Aktuell ist es mit Sicherheit das, was sich rund um Israel zusammenbraut. 95% der Bibel beschäftigen sich mit Gottes Volk und wie er sein Volk zurück zum Glauben, in sein angestammtes Land, in seine Nachfolge bringen will und was er in der letzten Zeit mit ihm vorhat. 


Aber Israel, dieses brennende Thema Nr. 1 für unseren Vater im Himmel, das wird allenfalls als Randerscheinung in unseren Kreisen erwähnt, oder wenn, dann pflichtbewusst durchgebetet, dann hat man das auch abgehakt. Es gibt kaum gute Lehre hier. Die sogenannte Ersatztheologie hat immer noch großen Einfluss, selbst in charismatischen Kreisen, nämlich dass die bekehrten Christen bei Gott geistlich gesehen die Stelle des abtrünnigen Volkes Israels einnehmen. Diese irreführende Theologie hat Gott aber so nie gesagt. Israel war, ist und bleibt sein auserwähltes Volk. Es geht um Gottes Augapfel, ums Eigentliche. 


Wenn wir dieser Tage verfolgen, wie sich die Armeen des Nordens unter Führung Russlands zusammen mit Iran und der Türkei, unterstützt von diversen Terrorgruppen in syrischem Gebiet zusammenrotten, dann erfüllt sich hier gerade alttestamentliche Prophetie (Hes 38 und andere Stellen) live vor unseren Augen – so etwas müssen wir einordnen können. 


Vielleicht mögen wir oberflächlich betrachtet die Siedlungspolitik Israels nicht besonders toll finden oder stimmen mit der UNO, der EU und Deutschland und deren palästinenserfreundlichen Mainstream-Politik überein, die Israel einen Knüppel nach dem anderen zwischen die Beine wirft. Interessanterweise sind die USA gerade vor 4 Tagen aus dem Israelfeindlichen Menschenrechtsrat der UNO ausgetreten, während Deutschland und die EU dieses Gremium in höchsten Tönen lobt. Gott wird die Nationen zur Rechenschaft ziehen, die sich am Ende gegen Israel stellen. 


Es ist wirklich tragisch, dass unsere Nation, die dem Volk Gottes mit dem Holocaust den größten Blutzoll abverlangt hat, nach einer gewissen Verständigungsphase nach dem Krieg heute schon wieder stark israelfeindlich eingestellt ist. Das wird ihr nicht gut bekommen. Aber das ist jetzt nicht unser Thema heute.


Ich habe jetzt das Beispiel mit Israel gebracht, weil es am einfachsten zu verstehen ist was mit einer göttlichen Perspektive gemeint ist. Denn das was mit Israel heute passiert, wenn wir das richtig einordnen und an der Schrift prüfen, dann sind wir auf dem besten Wege eine gute geistliche, von Gott inspirierte Sicht auf diese Dinge zu entwickeln. Das sollte unser Anspruch als reifer Christ sein.


Ich habe mich gefragt, warum Jesus immer wieder an mehreren Stellen sagt: „Wer Ohren hat der höre“, oder so ähnlich. Eigentlich ein komischer Satz, warum sagt er das? Ist doch klar, wenn ich Ohren habe, höre ich damit, was sonst? Ich glaube er betont das extra so besonders und in der Wortwahl auffallend, damit wir wirklich aus Gottes Perspektive hinhören sollen, aus seiner Nachfolge-Perspektive, als Teil des Reiches Gottes, was er gerade baut. Nicht aus der Perspektive, dass das Reich Gottes vor uns steht wie ein großer Berg und wir schauen es uns an.


Das Leben aus göttlicher Perspektive sehen, bedeutet, im göttlichen Fluss leben, sonst hätte Jesus nicht wirklich gesagt „trachte zuerst nach Gottes Reich und alles andere wird euch zufallen“. Und Jesus ist der einzige Mensch, der auf dieser Erde herumgelaufen ist, dessen Worte man unbedenklich auf die Goldwaage legen kann. Das sagt er nicht einfach nur so dahin. Und er möchte, dass wir in dieser Haltung das Leben hier in vollen Zügen genießen, und ausleben, die Schöpfung einatmen, jeder an seinem Platz mit seinen speziellen Lebensumständen. Gott ist ganz und gar kein Spielverderber. Wer weiß, wie einen die unmittelbare Nähe zu unserem liebenden Vater beflügelt und dem Leben Fantasie, Interesse, Schwung und Leichtigkeit gibt, der weiß wovon ich spreche. Und dann sagt Jesus noch etwas wunderbares:


 In Lk 12,28: „Wenn aber Gott das Gras, das heute auf dem Feld steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, wie viel mehr euch, ihr Kleingläubigen!


Unsere Lebensachse, unser Leben hier auf Erden mit Gottes Augen betrachten, geistlich verstehen und einordnen. Dann verliert auch der Tod in seiner ultimativen existenzbedrohenden Form für uns an Bedeutung. In der Welt, ja, da spielt der Tod des Individuums oft eine herausragende Rolle bei den Menschen, weil sie Angst haben vor der Endlichkeit ihres Daseins, ihres Tuns, ihres Lebens. Alles in unserer Zeit ist auf Endlichkeit ausgerichtet. Wie heißt es so schön: Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei. Der Tod ist allgegenwärtig. 


Wir wissen alle, wie schnell es vorbei sein kann, wie fragil unser Leben hier auf Erden ist. Aber wenn Du Teil des Reiches Gottes und bereits in seiner Welt zuhause bist, was kümmert dich dann die Verwandlung deines Leibes in einen Ewigen Leib? Im Gegenteil, wenn man länger darüber nachdenkt, kann man sogar Leute verstehen, die sich oft im fortgeschrittenen Alter danach sehnen, oder man kann zumindest Paulus nachfühlen.

Zum Schluss: Herrscher werden kommen und gehen. In der Schrift in Dan 7,18 steht aber: „Die Heiligen des Höchsten werden die Königsherrschaft empfangen und bis in alle Ewigkeit behalten.“ Nicht die Lenker dieser Welt sind hier gemeint. 


 Wir dürfen voller Vertrauen darauf, dass Jesus und der Vater uns bereits jetzt schon eine Wohnung im Himmel eingerichtet haben, dieses Leben hier in all den Facetten, die es uns bietet, ausleben, mit guten und schlechten Tagen, mit Wohlstand und Armut, mit Gesundheit und Krankheit, mit Anerkennung und Erfolg oder Misserfolg und Missachtung. All das spielt nur eine untergeordnete Rolle, wenn wir unser Leben und unsere Lebensachse aus göttlicher Sicht sehen. Wir haben eine himmlische Perspektive, lassen wir uns davon mitreißen und anstecken. Wir leben ewig und waren, sind und werden immer Kinder des Höchsten sein. Ist das nicht schön?




5.) Coming Home 

Klassische Worship Musik mit all den Mainstream Attributen hat Klemens Schütte viele lange Jahre mit Hingabe praktiziert. Es ist immer wieder staunend zu beobachten, sobald er als Worship Leader - ob alleine oder mit seiner Band - in die Saiten schlägt, gesellt sich der Heilige Geist in ausgesprochen erfahrbarer Weise dazu und bewirkt Heilung und eine spürbare Gegenwart Gottes in der Versammlung.


Besonders begeistert Klemens die einzigartige Liebe des Himmlischen Vaters zu uns als seine Söhne und Töchter. Dies drückt sich auf klare und angenehm zu hörende Weise im vorliegenden Repertoire seiner eigenen Kompositionen aus; wundervolle Balladen und Lieder zum Zuhören aber auch für den Gemeindelobpreis geeignet. Mal kommt die Musik daher wie „mellow waves of shimmering light“, mal wie ein singender „Sohn des Höchsten“; ruhige, sanfte Klänge wechseln mit charakterstarken, rockigen Passagen und Stücken. 


Seine Stimme, seine Gitarre und die anderen Instrumente sprechen, predigen, rufen, seufzen, überzeugen und singen eindringlich von der Größe, Güte, Gnade, Herrlichkeit und Macht des liebenden „Abba Vaters“.

Thematisch steht   Errettung und der göttliche Heilsplan im Vordergrund – aber auch die Dringlichkeit und das unaufhörliche Fortschreiten der Zeit. Klemens ist es wichtig die Menschen, - gerade die Christenheit - wachzurütteln, leben wir doch, wenn man die Prophezeiungen der Bibel ernst nimmt, in den letzten Zeiten von denen Jesus so eindrücklich sprach. 

Die Texte sind Balladen. Sie erzählen uns Bekanntes aber auch Neues aus der unendlichen Schatztruhe „Bibel“. 

Viel Freude beim Hören, Beten, Mitsingen.

Bestellen bei: office@fathershouse-ministries.de

4.) "Neben der Spur:   

 Wie bleiben Christen auf dem richtigen Weg?“

Father’s House Veranstaltung 24. Februar 2018
Referent: Klemens Schütte
 
·         Die Maschen des Widersachers entlarven.
·         Die Zeichen der Zeit erkennen
·         Wie bleiben wir wachsam und stehen fest in diesen turbulenten Zeiten?

 Teil 3: Wie erkennen und wehren wir uns gegen die Angriffe und Beeinflussungen Satans im Alltag?
Alle, die Satan schon einmal mittel oder unmittelbar erlebt haben, die seine Realität im Leben gespürt und seine Kompromisslosigkeit und Grausamkeit seiner Angriffe kennengelernt haben, werden wissen wie wichtig dieses Thema ist und dass wir uns damit auskennen. Und dass man dabei nicht phantasiert oder aus einer Mücke einen Elefanten macht, kann man klar an dem biblischen Kontext erkennen und wieviel Wert Gottes Wort darauflegt.
 
Die Schlüsselstelle ist hierbei Eph 6,12: „Denn wir kämpfen nicht gegen Menschen, sondern gegen Mächte und Gewalten des Bösen, die über diese gottlose Welt herrschen und im Unsichtbaren ihr unheilvolles Wesen treiben.“ Danach schließt sich die Beschreibung der Waffenrüstung an, dazu kommen wir gleich. Aber diese Stelle drückt ganz klar aus, mit was wir es in unserm Leben zu tun haben: Einem immerwährenden Kampf gegen die Mächte des Teufels, gegen Dämonen, Gewalten und negative Beeinflussungen. Dieser Kampf hört nie auf, er wird unser Leben lang andauern.

Warum ist das so? Das liegt zum einen an der Erbsünde, durch Adam und Eva ist der Fluch über die Menschheit gekommen, sie wurde aus der Gegenwart Gottes in diese Welt geworfen. Diese Welt beherrscht aber der Fürst dieser Welt und das ist Satan. Er hat hier große Anrechte und kann mit seinen Möglichkeiten und Helfershelfern viel Unheil stiften und anrichten. Sein Ziel ist immer, Menschen vom ewigen Leben bei Gott, von ihrer Errettung fernzuhalten, koste es was es wolle.

Durch das Blut Jesu und seinen Opfertod am Kreuz haben wir, wenn wir ihn als Herrn in unserem Leben anerkennen, die Gnade, wieder Zugang zu dieser Gegenwart Gottes zu erlangen. Jesus selbst drückt das in Joh. 17,14 folgendermaßen aus: „Ich habe ihnen dein Wort gegeben, und die Welt hasst sie; denn sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin.“ Zwei ganz wichtige Aussagen die Jesus hier trifft.

Wir sind zwar noch in der Welt aber nicht mehr von dieser Welt. Das muss uns klar sein, gerade beim Thema geistlicher Kampf. Und er hat uns sein Wort gegeben, die Grundlage aller geistlichen Auseinandersetzung (dazu später mehr). Das bedeutet, in der Zeit in der wir in der Welt sind, also in unserem Leben hier auf Erden, in dieser Zeit werden wir vom Herrscher dieser Welt angegriffen werden. Die Angriffe sind besonders stark für die Personen, die sich für ein Leben mit Gott interessieren oder zu ihm zurückkommen wollen oder auch für die die zwar Christ geworden sind, denen es aber bis dato nicht oder nur unzureichend gelungen ist, ihr Leben geistlich zu erneuern und zu bereinigen. Hier ist es wichtig, dass wir uns selbst immer wieder überprüfen.

Heute wollen wir uns also einmal mit den Gaben und Möglichkeiten beschäftigen, die Gott uns aus der jenseitigen Welt in die diesseitige Welt an die Hand gibt, um den Attacken des Widersachers standzuhalten bzw. sie zu überwinden.

Es gibt unzählige Möglichkeiten und Bereiche des Lebens in denen der Teufel uns versucht, täuscht, falsch zuredet, falsch überredet, ablenkt, usw. Er tut dies im Alltag in den kleinen und großen Dingen, subtil und bemerkbar, laut und leise (ich habe darüber im Oktober und im Dezember gesprochen -Homepage nachlesen). Um sich gegen diese Angriffe zu wehren, gibt uns Gott eine ganze Reihe von Möglichkeiten an die Hand. Durch die Sünde Adams sind wir zwar aus der unmittelbaren Gegenwart Gottes verbannt, aber wir haben dennoch seine Power und Kraft die wir einsetzen können um den Teufel in unserem Leben in die Schranken zu weisen. Es gibt zwei übergeordnete Kräfte Gottes auf denen dies alles beruht und die uns Gott an die Seite stellt. Gottes Wort und den Heiligen Geist.

1)        Gottes Wort
Gottes Wort ist die einzige verlässliche Quelle der Wahrheit. Allerdings: In der heutigen Zeit (war schon immer so) wird jedoch die angebliche Wahrheit durch Menschen gemacht, nicht durch Gott, sondern durch Meinungsführerschaft, durch Mehrheiten oder durch Ideologie und Religion. Und hier setzt Satan an und verführt. Die Wahrheit – was ist Wahrheit? – An dieser Sache ist schon Pilatus verzweifelt. Die Wahrheit, das ist Jesus, die Wahrheit das ist das Wort Gottes. Nicht mehr und nicht weniger. Steht etwas im Gegensatz zum Wort Gottes, ist es nicht von Gott, können wir es ablehnen bzw. wissen wie wir die Dinge einzuordnen haben. Daher ist auch in der heutigen Zeit so wichtig, dass wir die Schrift kennen und das Wort Gottes aufsaugen. Es ist die einzige unverbogene Quelle der Wahrheit.
 
Mi 6,8 „Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert: nichts als Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.“

Eigentlich sollte es für uns ganz einfach sein: Sein Wort halten, sich an die Schrift halten, seinen Geboten, seiner Richtung folgen. Es heißt, „es wurde uns gesagt was gut ist“, also können wir es wissen. Woher? Durch die Schrift und wie Paulus zu Timotheus sagt, halte fest an den Überlieferungen der Väter. In der damaligen Zeit hatten sie noch keine Bibel, konnten in der Regel nicht lesen und vieles der Lehre wurde mündlich weitergegeben. Halten wir fest: Die Schrift erklärt uns was gut ist, wie der Vater im Himmel denkt und was sein Wille ist. Sie ist das herausragende Prüfkriterium von Wahrheit und Lüge, von Gut und Böse, von Gott und dem Teufel. Jesus bestätigt dies indem er sagt:

Joh 14,23 „Wer mich liebt, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen.“
 
Hier liegt also eine Verheißung in dem Halten des Wortes, nämlich dass Gott Wohnung bei uns nimmt, in uns lebt, Raum gewinnt. Es ist ein Wechselspiel und genauso funktioniert es: Je mehr ich Gott Raum lasse, mich an sein Wort halte, ihn in meinen Gedanken, Taten und Werken zum Zuge kommen lasse, mit ihm permanent verbunden bin, desto mehr wird die Gegenwart des himmlischen Vaters in meinem Leben gegenwärtig.
Einen ersten Hinweis darauf wie der Teufel uns nicht überlisten kann, wenn wir am Wort Gottes festhalten,
 
finden wir in Ps. 119,101: „Ich verwehre meinem Fuß alle bösen Wege, in dem ich dein Wort halte.“
 
Wort hat Kraft. Die Bibel hat Kraft. Denn es ist das geschriebene, von Gott inspirierte Wort. Und das Wort ist Gott. Die Bibel beginnt mit der Schöpfung und da heißt es: „Und er sprach und es ward“. Gott spricht etwas aus und es wird in dem Moment zu Materie, zu Existenz, welch eine Kraft liegt also darin. Die ganze Schöpfung beruht auf dem ausgesprochenen Wort Gottes. Johannes beginnt sein Evangelium mit folgenden fundamentalen Aussagen:
 
Joh 1,1 ff: „Am Anfang war das Wort. Das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott selbst.  Von Anfang an war es bei Gott.  Alles wurde durch das Wort geschaffen; nichts ist ohne das Wort entstanden.  In ihm war das Leben, und dieses Leben war das Licht für alle Menschen.  Es leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht auslöschen können.“
 
Was wir hier herauslesen können, ist gewaltig: Das Wort war und ist Gott, Jesus war und ist das Wort. Durch Jesus ist alles geschaffen. Das Wort Gottes hat alle Macht dieser Welt, es ist Schöpfung und Waffe, es ist Heilung und Liebe, es ist Segen und Kraft, es ist Gott selbst. Wenn wir uns des Wortes Gottes bedienen, bedienen wir uns der Kraft des Allmächtigen, haben wir die schärfste Waffe die es in der Welt gibt, bei uns. Und der Teufel? Er flieht davor, er kann es nicht leiden, er meidet es, er muss weichen, warum? Weil Gott in dem Wort ist und die Gegenwart Gottes vertreibt Satan. Er hat kein Recht mehr, in der Gegenwart Gottes zu sein.
 
Jakobus schreibt dazu: Jak 4,7 „Widersteht dem Teufel, so flieht er von euch.“
 
Wir haben bereits bei Jesu Versuchung in der Wüste durch den Teufel gesehen wie man sich am besten verhält, wenn der Teufel einen versucht:
Nämlich mit den richtigen Bibelstellen zu antworten, sich darauf zu stellen. Das Wort Gottes ist eine Waffe, es ist die stärkste Waffe die
wir haben. Denn wie heißt es bei Paulus über die geistliche Waffenrüstung
 
in Eph 6,11ff „Zieht an die Waffenrüstung Gottes, damit ihr bestehen könnt gegen die listigen Anschläge des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, mit den Herren der Welt, die über diese Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel…. Ergreift das Schwert des Geistes welches ist das Wort Gottes.“
 
Hier wird das Wort noch einmal als Schwert des Geistes beschrieben, eine weitere feine Umschreibung der göttlichen Schöpfer und Richtergewalt.
Obwohl es in diesen Kontext gehört, möchte ich jetzt nicht auf die einzelnen Elemente der Waffenrüstung Gottes wie Paulus sie beschreibt, eingehen. Ihr habt da sicher schon einige Predigten darüber gehört und das ist gut so.
 
Nur so viel: Dieses Kapitel Eph 6 ist tatsächlich eine exzellente Anleitung an der man sich entlanghangeln kann, wenn es um die Auseinandersetzung mit dem Teufel und seinen Machenschaften geht und wie ich mich zu verhalten habe.
 
Die beschriebenen Waffen sind alle geistlicher Natur und dabei spielt wiederum das Wort Gottes die tragende, entscheidende Rolle: Beim Helm des Heils, Gürtel der Wahrheit, Panzer der Gerechtigkeit, Schild des Glaubens, bei den Schuhen zur Verkündigung des Evangeliums, alles fußt auf dem Wort Gottes, vor allem die letztgenannte Waffe, das Schwert des Geistes: Ein Schwert ist eine Waffe und zum Kämpfen ist sie hergestellt, nicht zum an die Wand hängen wie das manche machen.
 
Das Wort ist die Waffe schlechthin.
Wir schauen uns gleich die Handlungen und Auswirkungen des Wortes an, wenn wir es gebrauchen. Vorher jedoch der Blick auf die zweite große von Gott uns an die Seite gestellte Kraft zur Abwehr satanischer Machenschaften: Den Heiligen Geist.
 
2)         Der Heilige Geist als Führung.
Der Heilige Geist war schon immer im Volk Gottes am Wirken. Eine neue Qualität und Dimension erhielt sein Wirken jedoch, nachdem Jesus in den Himmel aufstieg und er ihn am ersten Pfingsten zu seiner Gemeinde sandte. Seither lassen sich Menschen permanent durch den Heiligen Geist im Leben führen und leiten. Er ist Gott, die 3. Person des dreieinigen Gottes. Er wohnt in uns und verbindet sich mit unserem Geist. Er ist notwendig damit wir das uns versprochene Heil erlangen, er bestätigt unsere Jüngerschaft, er ist ein Zeichen unserer Kindschaft von Gott und er führt uns in alle Wahrheit, erforscht und legt uns Gottes Pläne offen. Nur durch ihn sind wir in der Lage, die Dinge zu tun und auszusprechen, die vor Gott wirklich Bestand haben. Die permanente Verbindung mit Gott durch den Heiligen Geist ist das Markenzeichen eines lebendigen Christen.
 
Hierzu ein paar signifikante Bibelstellen:
Röm 8,9 Ihr aber seid nicht fleischlich, sondern geistlich, da ja Gottes Geist in euch wohnt. Wer aber Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein.
Röm 8,14 Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder.
1Kor 2,10 Uns aber hat es Gott offenbart durch den Geist; denn der Geist erforscht alle Dinge, auch die Tiefen Gottes.
1Kor 2,11 Denn welcher Mensch weiß, was im Menschen ist, als allein der Geist des Menschen, der in ihm ist? So weiß auch niemand, was in Gott ist, als allein der Geist Gottes.
1Kor 3,16 Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?

Es geht also um permanenten Austausch mit dem HG. Das ständige Vertraut sein mit Gott. Bin ich mit dem Heiligen Geist verbunden und auf der Schrift gegründet, ist es in den meisten Fällen klar, wessen Ursprung eine Nachricht oder eine Tat ist, des Herrn oder des Teufels.

Es gibt eine wunderbare Bibelstelle für die Führung durch den Heiligen Geist,

Jes 30,21: „Und wenn ihr zur Rechten oder zur Linken gehen wollt, werden deine Ohren hinter dir das Wort hören: Dies ist der Weg; den geht!“
 
Kennt ihr das? Man kann dies auch beim sogenannten Hörenden Gebet praktizieren. Eine Frage dem Herrn hinlegen, still werden, beten, und dann austauschen. Fast immer weist der Herr in der Aussage der Gesamtheit der Beteiligten den richtigen Weg. Es ist faszinierend wie der Heilige Geist uns leitet, wenn wir ihn lassen. Dieser Halbsatz, „wenn wir ihn lassen“, ist aber sehr schwer für uns. Das Problem ist, wir verlassen uns immer eher auf uns selbst als uns ganz in Gottes Arme fallen zu lassen. Ich denke ihr kennt das – andere Predigt. Aber Gott sagt uns seine Leitung zu und so ist diese Bibelstelle vor allem im Alltag relevant, denn oft sind wir mit Situationen konfrontiert, die unklar sind oder bei denen eine klare Weisung aus der Schrift nicht 1:1 übernommen werden kann. Einfache Beispiele dazu finden wir in Nachrichten, der Politik usw. Um hier klar zu bleiben, was von Gott ist und was nicht, brauchen wir den Heiligen Geist und die durch ihn gewirkten geistlichen Gaben (gleich).
 
Von diesen beiden wesentlichen Elementen, dem Wort Gottes und dem Heiligen Geist abgeleitet, wollen wir uns jetzt einmal eine Zusammenstellung der wichtigsten göttlichen Hilfen für uns und den daraus abzuleitenden praktischen Fähigkeiten und Eigenschaften anschauen, die das Zentrum unserer Abwehr satanischer Machenschaften bei uns selbst oder bei anderen sind. Ich werde nicht alle in sämtlicher Ausführlichkeit behandeln, denn jede einzelne Gabe oder Waffe ist eine eigene Predigt wert. Es mag nicht vollständig sein und Abwandlungen hiervon sind im Einzelfall denkbar, denn Gott ist kreativ aber diese Zusammenstellung umreißt das Wesentliche:
 
Das Wort
Der Name Jesus, Autorität einnehmen, Gebieten, Dämonen austreiben
Das Blut Jesus
Sprachengebet
Gabe der Unterscheidung der Geister
Gabe der Erkenntnis, Wort der Erkenntnis, Träume, Hörendes Gebet
Gabe der Weisheit, Wort der Weisheit
Gabe der Prophetie, prophetisches Wort,
Gabe der Krankenheilung, Krankensalbung
Generelle Salbung mit Öl
Der gesunde Menschenverstand, Arzt, Psychologische Hilfe
Lobpreis
Abendmahl
Liebe
 
Wenn wir uns nun eingehender mit geistlicher Kampfführung beschäftigen, dann möchte ich ein paar kleine Vorbemerkungen machen:
Es macht keinen Sinn, Satan ohne Gottes Gaben und Waffen zu bekämpfen. Hier gibt es natürlich ein Riesenangebot im Esoterik Sektor aber dann haben wir wirklich die Situation, dass der Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben wird. Zweifellos gibt es Gaben und Kräfte von Menschen die zum Beispiel Heilungen bewirken oder Erfolg oder ähnliches. Gehen diese Gaben, Befähigungen oder Waffen jedoch nicht von Gott aus, sind sie automatisch eine Waffe des Feindes. Wir haben ja schon in den ersten beiden Vorträgen gehört wie der Teufel Erfolge, Heilungen, Anerkennung, Reichtum und vieles mehr schenken kann. Wir müssen also genau wissen und prüfen, welchen Ursprungs die Gaben sind die wir anwenden oder die bei uns angewendet werden.
 
Keine der beschriebenen Maßnahmen oder Gaben Gottes rechtfertigen, dass man sie schreiend, brüllend, stampfend oder mit anderer besonderer körperlicher Unterstützung wie auch immer geartet, ausübt. Satan und die Dämonen aber auch der Vater im Himmel und Jesus sind nicht schwerhörig. Auch sollte man ruhig, sein, überlegt und bedacht handeln oder sprechen. Ebenfalls ist Gott nicht schwer von Begriff und man muss ihm nicht den gleichen Sachverhalt zigmal in verschiedenen Gebetsversionen vorbeten. Er hat das bereits beim ersten Mal verstanden, eigentlich weiß er es sowieso schon vorher. Ich sage dies, weil es leider beim geistlichen Kampf gerade beim Gebet für andere genügend zirkusartige Auswüchse gibt. Menschen glauben, je lauter oder ausgefallener sie beten, desto vollmächtiger sind sie. Das kann mal im Einzelfall richtig sein, aber wenn wir uns Jesus anschauen, wie er mit den Dämonen umgegangen ist, so war dies stets ruhig, besonnen und unaufgeregt. Die Dämonen nehmen sich gerne wichtig und plustern sich auf, und je mehr man sich darauf einlässt desto mehr gefällt ihnen das. Oft liegt es auch daran, dass man im geistlichen Kampf z.B. im Gebet für andere nervös ist und dann meint, eine Schippe drauflegen zu müssen. Gott voll zu brabbeln, ist nicht immer zielführend. All das ist aber letztlich auch nicht ganz so entscheidend, er sieht sowieso auf das Herz. Wichtig ist, dass wir bei klarem geistlichen Verstand sind, die Verbindung mit dem Heiligen Geist haben und uns keine offenkundigen Sünden belasten. Wenn, dann bekennen wir das und können frei vor Gott stehen.
 
Da die Geistliche Kampfführung wie wir seit Paulus wissen, zumindest bei subtilen Attacken und Angriffen uns selbst gegenüber, zu unserem Alltag gehört, macht es Sinn, sich hier eine gewisse Bet-Kultur oder Gedankenkultur und ein gutes In-sich-Hineinhören anzueignen. Es fängt alles damit an, dass man merkt, der Teufel will einen wieder täuschen oder versuchen oder man stellt es erst im Nachhinein fest, wenn er es schon geschafft hat. Wenn Du nicht weißt was damit gemeint ist, dass Satan durcheinanderbringt und hinters Licht führt, empfehle ich die beiden vorhergehenden Teile dieser Predigtreihe „Neben der Spur“ im Internet auf der FH-Homepage nachzulesen. Es gilt für die Angriffe Satans eine gewisse Sensibilität zu entwickeln.
 
Man kann das wirklich lernen. Das geht nur in der ständigen Zwiesprache mit dem Heiligen Geist. Wenn Paulus davon redet, dass wir ohne Unterlass beten sollen, dann meint er genau das. Klar tun wir auch andere Dinge im täglichen Alltag als beten aber unser Geist kann immer in einer quasi Hab-Acht Stellung und Verbindung mit Gott sein. Dies hängt immer und ausschließlich von unserer Beziehung und Nähe zu Jesus ab. Sind wir eng mit dem Herrn verbunden, fällt uns dies viel leichter.
 
Andererseits müssen wir – wenn wir vollmächtiges Gebet, Salbungen oder geistliche Kampfführung im Dienst an anderen ausüben – keine Heiligen sein, wer ist das schon? Am besten ist, locker zu sein, entspannt vor Gott zu treten – ich weiß, es gelingt nicht immer. Jesus ist der Sieger, so oder so. uns kann nichts passieren denn ER ist der Handelnde. Wir sind seine Kinder und so sieht er uns, wir werden niemals aus seiner Liebe fallen.
So, jetzt zu den einzelnen Gaben, Waffen, Maßnahmen oder Möglichkeiten die Gott uns an die Hand gibt. (Liste).
 
Das Wort
Zum Wort haben wir eben schon viel gesagt. Mit dem Wort Gottes antworten, vorangehen, das ist wie mit dem Schwert des Geistes zuschlagen. Sich im Wort auskennen, bedeutet, über ein gutes Potential an Waffen zu verfügen. Auch wenn vielen unter uns von Haus aus eigentlich nicht so zum Kämpfen zumute ist und es vielleicht nicht gerne an sich heranlassen: Wir sind ständig in einem Kampf. Wenn du bereits dein Leben in Gottes Hände gelegt hast, wirst du merken, wie Satan dich immer wieder zum Kampfe und zum Widerstehen herausfordert.

Je reifer und erfahrener man im Umgang mit diesen Angriffen wird, desto entspannter kann man in der Gegenwart Gottes leben. Jesus zeigt die Tatsache des fortwährenden Kampfes deutlich in seiner Rede an die 7 Gemeinden in den Sendschreiben der Offenbarung. Diese stehen für unterschiedliche Zeiten der Gemeinde Gottes und unterschiedliche Formen und deren Leiterschaft. Trotz unterschiedlicher Nuancen für die jeweilige Gemeinde ist doch eine Formulierung bei allen 7 immer die Gleiche: Er sagt zu jeder Gemeinde, zu jedem Christen immer diesen Satz „wer überwindet, der wird“… und dann folgt eine Verheißung: die Krone des Lebens bekommen oder ähnliches. Wer überwindet – dieses Wort unterstreicht, dass wir uns aus Gottes Sicht ganz klar in einem Kampf befinden, als Jünger Jesus sind wir sozusagen automatisch Teil dieses Kampfes. Daher sollten wir uns mit den Waffen die Gott uns zur Verfügung stellt, ausrüsten und auskennen.

Die Grundlage, das 1x1 oder wenn man so will den Soldatenanzug ohne den ich nicht vor die Tür trete, bildet das Wort Gottes. Man kann nie genug darin lesen und sich auskennen. Wenn Du viel Auto fährst, nutze die Zeit, besorge Dir eine Hör-bibel, höre das Wort. Ich mache das i